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Full text of "Verbrechen Am Deutschen Volk Eine Dokumentation Alliierter Grausamkeiten"

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ERICH KERN 



Verbrechen am deutschen Volk 

Eine Dokumentation alliierter Grausamkeiten 



1964 



VERLAG K. W. SCHÜTZ • GÖTTINGEN 



Die Verschwörung des Schweigens 
Wann endlich wird sie gebrochen? 



Die Protokolle und eidesstattlichen Erklärungen wurden um die historische Dokumentation nicht 
zu stören, weder stilistisch noch orthographisch verändert. In der Aufzeichnung alliierter 
Grausamkeiten wurden die Schandmethoden der alliierten Siegerjustiz, ihre Folterungen und 
Terrorurteile sowie die brutale Behandlung der deutschen Gefangenen in den Massenlagern in 
West und Ost nicht berücksichtigt. Dieses Thema würde ein eigenes Buch beanspruchen. 



Vorwort 



Bei keinem meiner Dokumentarbände hatte ich bei der Materialbeschaffung solche Schwierigkeiten zu 
überwinden wie bei diesem. Die Alliierten haben mit ihren Zensuroffizieren in Ost und West nach der 
Kapitulation 1945 sehr sorgfältig alle Archive und Büchereien durchstöbert und alles beschlagnahmt, was die 
alliierten Kriegsverbrechen nachweisen könnte. Dabei waren auch diesmal die Sowjets ihren westalliierten 
Verbündeten haushoch überlegen. Denn während man da und dort trotz allem auf Unterlagen polnischer, 
französischer und britischer Kriegsverbrechen stößt, sind die fünf Bände des Auswärtigen Amtes, welche die 
sowjetischen Menschheitsv erb rechen im zweiten Weltkrieg festhalten, spurlos verschwunden. Die 
Westalliierten waren den sowjetischen Zensuroffizieren bei der Vernichtung der Beweise bolschewistischer 
Verbrechen, die im Westen lagerten, geradezu rührend behilflich. Es glückte mir dennoch nach beinahe 
detektivischen Nachforschungen, drei dieser Bände aufzuspüren. 

Nahezu hoffnungslos ist der Versuch, die alliierten Kriegsverbrechen mit Dokumentarbildmaterial zu belegen. 
Alle Bildarchive wurden von den alliierten Zensuroffizieren mit einer Akribie sondergleichen durchsucht, die 
phototechnischen Beweise beschlagnahmt, vernichtet oder außer Landes gebracht. Es ist fast ein Wunder, daß 
trotzdem noch einiges sichergestellt werden konnte. Daß die technische Qualität nicht immer einwandfrei ist, 
muß dabei hingenommen werden. 

Das Material, das ich in diesem Dokumentationsband vorlege, ist großenteils nicht neu; es wurde nur nicht zur 
Kenntnis genommen. Vielleicht müßte man sagen, diese entsetzlichen Tatsachen konnte man gar nicht zur 
Kenntnis nehmen, da sie merkwürdigerweise sozusagen unter Ausschluß der Öffentlichkeit publiziert wurden. 

Die Bände der »Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa«, herausgegeben in den 
Jahren 1956 bis 1961 vom Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte in Bonn, 
sind vergriffen. 

Mit dem Band 171 (Deutsche Kriegsgefangene in Jugoslawien 1941 bis 1949) der Wissenschaftlichen 
Kommission für deutsche Kriegsgefangenengeschichte in München wurde gerade eine tragisch-groteske 
Komödie aufgeführt. Der Band erschien schon 1962, wurde aber jahrelang nicht dem Buchhandel zugänglich 
gemacht und lagerte sorgsam im Keller. 

Als ich im April 1964 bei der Wissenschaftlichen Kommission bat, Einsicht nehmen zu dürfen, antwortete mir 
am 4. Mai 1964 deren Geschäftsführer, Herr K. W. Böhme, der auch die Zusammenstellung des Bandes 
durchgeführt hatte: 

» ... können wir Ihnen Teile des Materials nicht überlassen. Es handelt sich hierbei um Bundeseigentum, dessen 
Weitergabe an Dritte nicht möglich ist. Außerdem haben wir uns gegenüber den Berichterstattern verpflichtet, 
ihre Berichte vertraulich zu behandeln.« 

Die Wissenschaftliche Kommission, die nur die Kriegsgefangenenerlebnisse zu sichten und druckfertig zu 
erstellen hat, ist nämlich völlig an die Weisungen der Bundesregierung gebunden. 

Mein Verleger, Waldemar Schütz, sprach darauf in Bonn im Auswärtigen Amt vor, ohne allerdings den 
gesuchten Band zu erreichen. Ein leitender Beamter der Presseabteilung, Dr. Falk, unterrichtete ihn darüber, 
daß der Minister Dr. Schröder sich persönlich die Entscheidung in dieser Angelegenheit vorbehalten habe, die 
im Augenblick noch ausstehe. Der Pressereferent des Vertriebenenministeriums, das sich mit der Herstellung 
und Herausgabe des Buches befaßt hat, hat es abgelehnt, ein Exemplar des Buches aus den Beständen des 
Ministeriums aushändigen zu lassen. 

Welch ein Bemühen, um zu verhindern, daß das deutsche Volk erfährt, welche schaurigen Verbrechen - in 
diesem Falle von Jugoslawen - an hilflosen Deutschen verübt wurden! 



Welche Vorsicht, damit nur ja nicht ein Alliierter - und sei es selbst, wie in diesem Falle, ein kommunistischer - 
als Kriegsverbrecher entlarvt werde. Da geriete das einseitige Zerrbild vom Kriegsverbrechen bedenklich ins 
Wanken. Am Ende könnte es gar so etwas wie eine deutsche Empörung geben! 

Unterdessen griffen einige österreichische und schweizerische Blätter diese unglaublichen Maßnahmen auf und 
entlarvten den offiziellen Vertuschungsversuch deutschen Leides durch Bonner Dienststellen. Die Folge dieser 
Publikationen war eine offizielle Anfrage im Deutschen Bundestag. Dank dieser Blamage darf das deutsche 
Volk nun auch diese Dokumentbände lesen. 

Wann allerdings die Erlebnisse deutscher Kriegsgefangener aus der Sowjetunion, worüber drei Bände geplant 
sind, aus Polen und der Tschechoslowakei zu lesen sein werden, weiß nur der liebe Gott. Sicher ist, daß die 
Wissenschaftliche Kommission, deren Arbeit bis 1968 geplant ist, die Erlebnisse sorgsam ordnet und die 
Manuskripte druckreif erstellt. Darüber, ob diese Manuskripte, d. h. die Erlebnisse der Deutschen in der Hand 
alliierter Kriegsverbrecher, auch gelesen werden dürfen, entscheiden höhere Instanzen. 

An der alltäglichen Praxis wird der späte Rückzieher im Fall Jugoslawien allerdings nichts ändern. Keine der 
maßgebenden deutschen Zeitungen - die seit zwanzig Jahren unermüdlich über deutsche wirkliche oder 
angebliche Kriegsverbrechen berichten - wird ihre Leser darüber informieren. Sie haben ja zwanzig Jahre lang 
alles getan, um das Material, das die Landsmannschaften und die Soldatenbünde sammelten, nicht zu 
verwerten. 

Der Deutsche Rundfunk und das Deutsche Fernsehen, die nun durch zwei Jahrzehnte pausenlos in Berichten, 
Reportagen, Diskussionen und Hörspielen das Bild des deutschen Kriegsverbrechers malten, werden die 
entsetzlichen jugoslawischen oder sowjetischen Kriegsverbrechen so wenig zum Vorwurf ihrer Arbeit machen, 
wie sie bisher das Verbrechen der alliierten Flächenbombardierung deutscher Innenstädte oder die 
Vergewaltigungen und Ermordungen durch westalliierte Truppen behandelt haben. 

Man wird weiter von Dachau, Buchenwald und Auschwitz reden, filmen und schreiben, bis auch der letzte 
Buschneger und Eskimo das Bild des deutschen Verbrechers in sich aufnimmt, und gleichzeitig den 
Bromberger Blutsonntag, die Partisanenmassenmorde und die grausige Deutschen-Hatz im Osten und Südosten 
totschweigen. 

Man wird weiter die Tragödie in Oradour und Lidice beschwören und diskret über den Scheiterhaufen Dresden, 
über den kochenden Asphalt Hamburg, über die tschechischen Massaker im Sudetenland und über das Inferno, 
das die Deutschen als Gefangene in Jugoslawien und der Sowjetunion erlitten, hinweggehen. 

Unsere offizielle Moral ist korrupt bis ins innerste Mark. Sie wurde von Heuchlern und Pharisäern aufs tiefste 
erniedrigt und prostituiert. 

Darum wird es weiter ruhig bleiben um die deutschen Landser, die zu Hunderttausenden irgendwo gefoltert und 
verscharrt wurden; um die deutschen Frauen, millionenfach entwürdigt bis zum letzten, zehntausendfach 
ermordet; um die deutschen Kinder, die im Krieg in den Bombenkellern und nach dem Krieg in den 
Gefangenenlagern und vereisten Flüchtlingsstraßen ermordet, geschändet worden und verhungert sind. 

Sie alle dürfen selbst in Gedanken nicht weiterleben. Wer redet schon von ihnen; das ist alles höchstens lästig! 

Das stört die ganze Konzeption, heißt es, wenn man protestiert. Dabei braucht sie gar nicht gestört zu werden. 
Es kann jederzeit über die Toten von gestern zur Tagesordnung von morgen übergegangen werden. Aber das Ist 
doch wohl nur möglich, wenn man über alle Toten schweigt, nicht nur über die deutschen, sondern auch über 
die jüdischen und alliierten. Alles andere ist keine Politik der Zukunft, sondern nur ein billiger 
Taschenspielertrick, ein untauglicher Versuch, die Zukunft mit der geschändeten Wahrheit zu gewinnen. 

Ich habe noch bei keinem Buch so viele bekannte und unbekannte Helfer und Mitarbeiter gehabt wie gerade bei 
diesem. Ihnen allen, die mir Hunderte eidesstattliche Erklärungen, Mitteilungen und Hinweise gaben, meinen 
Dank. 

Danken muß ich auch einigen früheren Heerführern und Rechtsanwälten, die mich mit Ratschlägen und 
Unterlagen unterstützten, und ganz besonders danken muß ich jenen Mitarbeitern aus Dienststellen und 



Bibliotheken, die ohne Rücksicht auf »höhere« Winke und Weisungen mir alle jene offiziellen Bände zur 
Verfügung stellten, die für eine solche Dokumentation unerläßlich waren. 

Ich habe diese alliierten Grausamkeiten, denen wohl rund acht Millionen Deutsche zum Opfer fielen - die ganze 
Zahl wird nie statistisch einwandfrei erfaßt werden -, nicht niedergeschrieben, um nach Rache und Vergeltung 
zu rufen. Diese Zellen wollen keine neuen Gräben zwischen den Völkern aufreißen. Aber diese Tatsachen 
müssen veröffentlicht werden, wenn das Gleichgewicht des moralischen Rechtsbewußtseins, das in den 
Deutschen durch jahrzehntelange Hetze und Lüge ins Wanken geraten ist, wieder hergestellt werden soll. Noch 
nie hatten wir die Wahrheit so nötig wie heute. In ihr allein liegt unsere echte Zukunft, darum sind auch so viele 
Kräfte am Werke, um die Wahrheit zu unterdrücken oder nur die halbe Wahrheit zu verkünden. 

Für dieses herrschende gespaltene Rechtsbewußtsein in Deutschland, in dem den Alliierten alles, den 
Deutschen hingegen nichts zugestanden wird, gilt das Wort des spanischen Philosophen Ortega y Gasset: 
»Nichts an der gegenwärtigen Situation ist so neu und unvergleichbar mit irgendeinem Geschehen der Ver- 
gangenheit, wie die Herrschaft, welche der geistige Plebs heute im öffentlichen Leben ausübt.« 

Ich hoffe mit heißem Herzen, daß diese Dokumentation grauenhafter Wahrheiten mithilft, die Herrschaft des 
zeitgenössischen geistigen Plebs zu brechen. 

Der Verfasser 



Inhaltsverzeichnis 



VORWORT 7 

EIN MÄRCHEN WIRD WIDERLEGT 11 

Es gibt kein einseitiges deutsches Kriegsverbrechen 

SCHLAGT ALLE DEUTSCHEN TOT! 23 

Die Polen begannen mit dem Kriegsverbrechen 

ERMORDETE FLIEGER, ABER KEINE FLIEGERPROZESSE 56 

Franzosen und Engländer erschossen notgelandete Flieger 

HOLLÄNDER OHNE GNADE 60 

411 Deutsche mußten sterben 

ERBARMUNGSLOSER KRIEG IM OSTEN 69 

So führten die Sowjets ihren Kampf gegen deutsche Landser 

500 000 DEUTSCHE SOLDATEN GEMEUCHELT 122 

Der Partisanenkampf in der Sowjetunion 

BOMBENKRIEG GEGEN DIE DEUTSCHE ZIVILBEVÖLKERUNG ...132 
Der verbrecherische Lindeman-Plan 

MEUCHELMORD VON FRANKREICH BIS GRIECHENLAND 156 

Partisanen schufen den Verbrecherkrieg 

DER RUSSENEINMARSCH IM DEUTSCHEN OSTEN 171 

»Befreiung« und Vertreibung durch die Sowjets 

DEUTSCHES MASSENSTERBEN IN JUGOSLAWIEN 217 

Eine Volksgruppe wurde fast ausgerottet 

DAS INFERNO IN DER TSCHECHOSLOWAKEI 245 

Die Massenverbrechen geschahen in aller Öffentlichkeit 

DER EINMARSCH DER »SOLDATEN CHRISTI« 273 

»Befreiung« durch die Westalliierten 

DIE VERSCHWÖRUNG DES SCHWEIGENS 325 



Ein Märchen wird widerlegt 
Es gibt kein einseitiges deutsches Kriegsverbrechen 

Seit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde und wird die Öffentlichkeit aller Länder unentwegt mit 
Berichten über angebliche deutsche Verbrechen überschüttet. Diese zentral gesteuerte Nachrichtenoffensive 
war in der Vergangenheit ein Teil der psychologischen Kriegführung gegen die deutsche Nation. Lange vor 
Kriegsausbruch schon hatte der aus Deutschland emigrierte kommunistische Chefpropagandist Willi 
Münzenberg in Paris eine Zentrale für Falschmeldungen und Hetznachrichten gegen Deutschland geschaffen. 
Hier wurden viele der Legenden und Greuelmärchen erfunden - zum Beispiel jene, daß der Deutsche Reichstag 
von deutschen Staats- oder Parteistellen angezündet wurde -, die heute noch am Leben sind. 

Im Krieg übernahm dieses schmutzige Geschäft auf westalliierter Seite vor allem Denis Sefton Delmer, dessen 
»Schwarze Propaganda« gegen Deutschland von Anfang an auf Betrug und Verdrehung aufgebaut war. In 
seinem erstaunlich offenherzigen Lebensbericht »Die Deutschen und ich«, der einem politischen Striptease 
gleicht, gesteht Delmer dies auch, ohne mit der Wimper zu zucken, ein: »In den ersten Wochen, nachdem wir 
Gustav Siegfried eins in Betrieb genommen hatten, mußten wir sämtliche stories, mit denen der Chef seine An- 
sprachen ausschmückte, frei erfinden. Für einige dieser Geschichten bekamen wir die Ideen und das Material 
von einem speziellen Gerüchte- Ausschuß geliefert.« 

Später wurden aus aufgefangenen Funktelegrammen und den im neutralen Schweden und in der Schweiz frei 
erhältlichen deutschen Zeitungen die Namen und Vorkommnisse entnommen, die den politischen Betrug 
Delmers garnierten. 

Auch von den Delmer-Märchen leben noch manche: der Brief, den der abgestürzte Oberst Werner Mölders an 
den katholischen Dompropst von Stettin geschrieben haben soll, das Märchen von der KZ-Haft des U-Boot- 
Helden Günther Prien und die Ansprache des hingerichteten 20. -Juli-Generals Ludwig Beck. Sie leben weiter, 
obgleich ihr Erfinder Delmer selbst offen zugab, daß alles Schwindel und Betrug war. 

In Moskau entstand die kommunistische Propagandazentrale der Roten Armee »Nationalkomitee Freies 
Deutschland«, die sich eifrigst an der Hetze und dem politischen Schwindel beteiligte. 

-11- 

Die damalige Hauptaufgabe dieser gesamten Propaganda gegen Deutschland war es, den deutschen 
Kampfwillen zu lahmen, um das Vordringen der alliierten Armeen zu erleichtern. 

Nach dem Krieg endete diese antideutsche Lähmungspropaganda erstaunlicherweise nicht. Nun galt es den 
Völkern, besonders den Amerikanern, die materiellen und menschlichen Opfer plausibel zu machen, da 
unterdessen Männer wie der US-General Albert C. Wedemeyer, der amerikanische Historiker Charles Callan 
Tansill sich zu Worte meldeten und berichteten, wie Präsident Franklin Delano Roosevelt mit allen Mitteln - 
selbst unter Aufopferung von Pearl Harbour - den europäischen Krieg zum Weltkrieg ausweitete. Solches 
konnte nur hingenommen und verziehen werden, wenn es sich um einen Kampf mit dem Teufel handelte: Also 
mußte das deutsche Volk zu einem Volk teuflischer Verbrecher abgestempelt werden! 

In Deutschland selbst, sowohl in den östlichen wie in den westlichen Besatzungszonen, übernahmen die 
früheren Gehilfen Denis Sefton Delmers und des Nationalkomitees Freies Deutschland die nunmehr deutsch 
firmierten Institute der öffentlichen Information und Meinungsbildung. Sie setzten die antideutsche Hetze, 
obgleich der Krieg längst vorüber war, mit allen Mitteln fort. 

Die Masse des deutschen Volkes mußte für die riesigen Wiedergutmachungsleistungen gefügig gemacht und 
vorbeugend jedes Aufkommen eines künftigen Nationalbewußtseins im Keime erstickt werden. 

Neben dieser klar erkennbaren Zielsetzung speisen psydioanalytische Bereiche die Quellen der oftmals schon 
krankhaften antideutschen Hetze deutscher Publizisten, Historiker und Politiker. Die Gruppe der antideutschen 
Deutschenhetze ist bereits in ihrer Anlage schizophren. Ein Teil besteht aus Menschen, die vor dem Kriege 



Deutschland freiwillig oder gezwungenermaßen verließen und im schicksalhaften Kampf aktiv oder passiv auf 
selten der Alliierten standen. Diese Menschengruppe wird rein gefühlsmäßig von der Mehrheit der Bevölkerung 
abgelehnt, weil sie die schwere Not nicht miterlebt hat und man sie überdies mit den Fehlern der Alliierten 
identifiziert. So gerieten die Angehörigen dieser Menschengruppe in einen gefährlichen Minderwertigkeits- 
komplex, der sie zu einer immer neuen Bestätigung zwingt, daß sie und nicht die Deutschen in der 
Vergangenheit recht hatten. Eine solche Bestätigung kann diese Menschengruppe aber nur im Vergrößern, 
Aufbauschen wirklicher oder gar Erdichten unwirklicher deutscher Verbrechen suchen und finden. 

Die andere Menschengruppe leistete weder Widerstand noch ging sie in Emigration. Die meisten von ihnen 
kollaborierten mit dem Dritten Reich. Heute verklären sie daher die »innere Emigration«, in der sie sich 
befunden haben wollen, und bemühen sich, den Widerstand, den sie während des Krieges versäumten, nunmehr 
nachzuholen. Da es aber jetzt keinen Hitler und keinen Nationalsozialismus mehr gibt, leisten diese Menschen 
automatisch Widerstand 

-12- 

gegen das deutsche Volk, das immer aufs neue mit der Vergangenheit belastet wird. 

Diese schweren Neurosen, an denen die geschilderten Menschengruppen leiden, werden von allen jenen Staaten 
und Interessengruppen geschickt genutzt, die in Restdeutschland zweierlei wollen: 

• weitere Wiedergutmachungsauszahlungen und Reparationsleistungen vom deutschen Steuerzahler, 

• Schuldkomplexe im deutschen Volk wachhalten und steigern, damit auch in Zukunft jede deutsche Initiative 
ausgeschaltet bleibe. 

So beherrschen die Grundtendenzen der alliierten psychologischen Kriegführung gegen Deutschland 
unverändert alle Aktionen und die Gesamtausrichtung dieser im heutigen Deutschland meinungerzeugenden 
Zentralen und Personengruppen. 

Auf den kürzesten Nenner gebracht, wird von ihnen in verschiedenen Formen unentwegt wiederholt und vor 
allem dem deutschen Volk und der Weltöffentlichkeit eingetrichtert: 

Deutschland ist am Krieg allein schuld! Deutschland hat allein Kriegsverbrechen begangen. 

Außerhalb Deutschlands gibt es über die Kriegsschuldfrage eine Anzahl ernst zu nehmender Studien, zum 
Beispiel von den Engländern Rüssel Grenfell, A. J. P. Taylor, den Amerikanern Harry Elmer Barnes, David 
Leslie Hoggan, Frederic R. Sanborn, William Henry Chamberlin, William L. Neumann und dem bereits 
erwähnten Charles Callan Tansill, den Franzosen Maurice Bardeche, Rene dArgile, J. Ploncard dAssac, 
Jacques Bearn, Henri Cocton, Pierre-Antoine Cousteau, Raymond Geouffre de la Pradelle, Henri Lebre und Mi- 
chel de Meuny. Hier dürfen auch nicht die bedeutenden Werke des zur Zeit sicherlich größten lebenden 
europäischen Historikers, Jacques Benoist-Mediin, vergessen werden, der sich leidenschaftlich um die Wahrheit 
bemüht. 

Diese revisionistische Geschichtsforschung ausländischer Historiker wird, während sie sich in den USA, 
England und Frankreich völlig unangefochten entwickelt, innerhalb der Deutschen Bundesrepublik negiert oder 
lächerlich gemacht. 

Gegen die einseitige Kriegsverbrecherschuld und -Justiz wandten sich ebenfalls bald namhafte ausländische 
Autoren, so die Amerikanerin Freda Utley, der Engländer F. J. P. Veale und der Franzose Paul Rassinier. 

Obwohl sich diese Historiker und historischen Publizisten mit bewundernswertem Eifer abmühen, das Märchen 
von der alleinigen deutschen Kriegsschuld und den alleinigen deutschen Kriegsverbrechen zu widerlegen, die 
Wahrheit aus dem Wust von Halbwahrheit, Erfindungen, Lügen, zum Teil aufgebauschten Tatsachen 



herauszuwühlen, wird ihnen deutscherseits keine Förderung zuteil. Als Professor Paul Rassinier im Auftrag der 
amerikanischen Hoover-Founda- 

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tion und des historischen Studien-Centers von Burlingame (USA) als Beobachter und Berichterstatter an dem 
Auschwitzprozeß teilnehmen wollte, wurde ihm im Auftrag des Bundesinnenministeriums durch die 
Kriminalpolizei in Saarbrücken am 18. Dezember 1963 ohne Angabe von Gründen die Einreise in die Deutsche 
Bundesrepublik verwehrt. 

Selbst Jahrzehnte nach der Beendigung des furchtbaren zweiten Weltkrieges wird mit erdrückender Monotonie 
im Fernsehen, Rundfunk, in den Illustrierten, den Zeitungen, ja selbst in Büchern ein schauriges, blutiges Bild 
vom deutschen Kriegsverbrechen mit einer erstaunlichen Unermüdlichkeit wiederholt. Die Tendenz ist 
unverkennbar: Es wird nur von deutschen Kriegsverbrechen und nur von deutschen Kriegsverbrechern 
gesprochen. Nirgendwo kann man von den Kriegsverbrechen der Alliierten etwas sehen oder hören, geschweige 
denn lesen. 

Diese Darstellung von einseitigen deutschen Kriegsverbrechen findet ihren Niederschlag in der deutschen 
Kriegsverbrecherjustiz. Hierbei haben sich die siegreichen Alliierten allerdings nicht auf ihre Handlanger und 
Weggenossen aus dem Krieg verlassen. 

Damit ja niemand auf die Idee kommen könnte, nach der Souveränitätserklärung der Deutschen Bundesrepublik 
alliierte Kriegsverbrecher oder deren Gehilfen durch die deutsche Justiz zu verfolgen, wurde ein »Vertrag zur 
Regelung aus Krieg und Besatzung entstandener Fragen«, kurz »Oberleitungsvertrag« genannt, am 23. Oktober 
1954 in Paris unterzeichnet und am 31. März 1955 im Bundesgesetzblatt II, Seite 405 ff, veröffentlicht. 

Der Artikel 3 dieses Vertrages, der für die Bundesrepublik Deutschland von Konrad Adenauer, für die USA von 
Dean Acheson, für Frankreich von Robert Schuman und für England von Anthony Eden unterzeichnet wurde, 
schützt die Helfershelfer der Alliierten und hat folgenden Wortlaut: 

»Niemand darf allein deswegen unter Anklage gestellt - oder durch Maßnahmen deutscher Gerichte oder 
Behörden in seinen Bürgerrechten oder seiner wirtschaftlichen Stellung nur deswegen beeinträchtigt werden, 
weil er vor Inkrafttreten dieses Vertrages mit der Sache der drei Mächte (USA, England, Frankreich) 
sympathisiert, sie oder ihre Politik oder Interessen unterstützt oder den Streitkräften, Behörden oder 
Dienststellen einer oder mehrerer der drei Mächte oder einem Beauftragten einer dieser Mächte Nachrichten 
geliefert oder Dienste geleistet hat. Das gleiche gilt zugunsten von Personen, die den Verbündeten der drei 
Mächte bei ihren gemeinsamen Bestrebungen vor Inkrafttreten dieses Vertrages Sympathien bezeigt, 
Unterstützung gewährt, Nachrichten geliefert oder Dienste geleistet haben. Die deutschen Behörden haben alle 
ihnen zur Verfügung stehenden Mittel anzuwenden, um sicherzustellen, daß der Zweck dieses Absatzes erreicht 
wird.« 

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Im Absatz 2 des Artikels wird bestimmt, daß die deutsche Gerichtsbarkeit alliierte Kriegsverbrecher nicht 
strafrechtlich verfolgen darf. Der Absatz 2 lautet: 

»Soweit nicht in Absatz (3) dieses Artikels oder durch besondere Vereinbarung zwischen der 
Bundesregierung und den Regierungen der Drei Mächte oder der betreffenden Macht etwas anderes 
bestimmt ist, sind deutsche Gerichte und Behörden nicht zuständig in strafrechtlichen oder 
nichtstrafrechtlichen Verfahren, die sich auf eine vor Inkrafttreten dieses Vertrages begangene 
Handlung oder Unterlassung beziehen, wenn unmittelbar vor Inkrafttreten dieses Vertrags die deutschen 
Gerichte und Behörden hinsichtlich solcher Handlungen oder Unterlassungen nicht zuständig waren, 
ohne Rücksicht darauf, ob sich diese Zuständigkeit aus der Sache oder aus der Person ergibt.« 

In dem zitierten Absatz 3 wird dann festgehalten, wann überhaupt »deutsche Gerichte die ihnen nach deutschem 
Recht zustehende Gerichtsbarkeit ausüben« dürfen. Von all den hier aufgeführten Punkten ist der Absatz (i i) b) 
am interessantesten. Er lautet: 



»In Strafverfahren gegen natürliche Personen, es sei denn, daß die Untersuchung wegen der angeblichen 
Straftat von den Strafverfolgungsbehörden der betreffenden Macht oder Mächte endgültig abgeschlossen 
war oder diese Straftat in Erfüllung von Pflichten oder Leistungen von Diensten für die Besatzungsbe- 
hörden begangen wurde.« 

Auf Grund dieses Überleitungsvertrages ist die Verfolgung westalliierter Kriegsverbrechen, begangen an 
Deutschen, den deutschen Behörden ausdrücklich verboten. Alle Gerichte, bei denen westalliierte 
Kriegsverbrecher angezeigt werden, stellen die Ermittlungen mit Hinweis auf diesen Überleitungsvertrag ein. 

Was die Alliierten alles unter »Dienstleistungen« verstehen, zeigten die Amerikaner in zwei 
bekanntgewordenen Fällen überdeutlich: 

Der ehemalige Major Dr. Hans Kemritz der Deutschen Abwehr verriet während des Krieges Nachschub flotten 
und -fahrzeuge für das Deutsche Afrikakorps an die Alliierten. Tausende Landser, von entscheidendem 
Material, durch dessen Ausfall wieder Tausende Landser ihr Leben verloren, abgesehen, gingen auf den Grund 
des Mittelmeeres. 

Nach dem Krieg betätigte sich Kemritz in Berlin als Doppelagent für Ost und West und spielte Deutsche, die 
zum Teil dadurch ihr Leben verloren, den Sowjets in die Hände. Als Kemritz 1951 in Berlin von deutschen 
Behörden verhaftet wurde, holten ihn die Amerikaner blitzschnell aus dem Gefängnis, und auf Befehl der 
Amerikaner mußte das Ermittlungsverfahren gegen Kemritz, das beim Landgericht Frankfurt (Main) lief, sang- 
und klanglos eingestellt werden. 

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Beweis Nummer zwei wurde durch den tschechischen Massenmörder Frantisek Kroupa geliefert. Dieser 
hatte 1945/46 in St. Joachimsthal zahlreiche Deutsche ermordet. Unter anderem »richtete« er - ohne 
gerichtliches Urteil -ihm wehrlos ausgelieferte Deutsche öffentlich mit eigener Hand »hin«. Als su- 
detendeutsche Heimatvertriebene diesen Peiniger und Mörder ihrer Landsleute, der sich später nach dem 
Westen abgesetzt hatte, in einem IRO-Lager auf westdeutschem Boden erkannten und gegen ihn Strafanträge 
stellten, brachten ihn die Amerikaner eilends außer Landes, um so eine Strafverfolgung zu verhindern. Nach 
dem Überleitungsvertrag allerdings hatten die Alliierten solche Anstrengungen gar nicht mehr nötig: Jetzt war 
das Kriegsverbrechen, begangen an Deutschen, gesetzlich straffrei geworden! Einzelne alliierte Staaten haben 
ihrerseits nach dem Krieg vorsorglich für ihre Kriegsverbrecher entlastende Gesetze geschaffen und 
Generalamnestien für alle an Deutschen begangenen Verbrechen erlassen. Die Tschechoslowakei beschloß 
durch ihre tschechische Nationalversammlung einstimmig das Amnestiegesetz. Der § 1 des 

tschechoslowakischen Amnestiegesetzes vom 8. Mai 1946 lautet: 

»Jedes Vergehen, das in der Zeit zwischen dem 30. September 1938 und dem 28. Oktober 1945 
begangen wurde und dessen Ziel es war, den Kampf um die Freiheit der Tschechen und Slowaken zu 
unterstützen oder die Vergeltung für Aktionen der Okkupanten und ihrer Helfer darstellt, ist nicht 
gesetzwidrig, selbst wenn es sonst nach dem Gesetz strafbar wäre.« 

Damit hatte die Tschechoslowakei - damals noch ein nichtkommunistischer Staat - den traurigen Mut besessen, 
durch ein Gesetz all die Beraubungen, Vergewaltigungen und Morde an den Deutschen grundsätzlich für 
straffrei zu erklären. Die anderen Alliierten haben sich damit überhaupt nicht aufgehalten. Sie haben in Ost 
und West ihre Vergangenheit längst bewältigt, und es gibt für sie darum weder eine Kollektivscham noch eine 
Aufarbeitung der Vergangenheit und schon gar keine Strafverfolgung ihrer eigenen Kriegsverbrechen. Das 
alles gibt es nur in den deutschen Staaten, einerlei ob sie in der westlichen oder östlichen Einflußsphäre liegen. 
Da man die Millionenzahl der Deutschen, vor allem Frauen und Kinder, die durch die Flächenbombardierung 
in den brennenden deutschen Städten wie auf einem riesigen Scheiterhaufen verbrannten und verkohlten, so 
wenig leugnen kann wie die fünf Millionen Deutschen, die 1945 und danach im Osten und Südosten ermordet 
wurden, oder auf Grund der ihnen zuteil gewordenen Behandlung durch die Sieger zugrunde gingen, hat sich 
zuerst eine halboffizielle und nun schon offizielle Version breitgemacht, die da sagt: Dieses furchtbare Leid, 
das über das deutsche Volk kam, mit Raub, Brand, Vergewaltigung, Tot- 



-16- 



schlag und Mord, ist nur eine Folge der deutschen Übeltaten, und wir sind gezwungen, diese als Sühneopfer auf 
uns zu nehmen! Diese Argumentation ist moralisch nicht nur verlogen, sondern historisch falsch: Der Mord 
an den Deutschen begann nicht bei Kriegsende. Ja, er begann nicht einmal während des Krieges. Tausende 
und Zehntausende Deutsche wurden bei Ausbruch des Krieges und schon vor Ausbruch des Krieges auf das 
bestialischste abgeschlachtet und ganze Familien und Dörfer systematisch ausgerottet. In jenen Gebieten 
Westpreußens und Oberschlesiens, die nach dem ersten Weltkrieg an Polen fielen, waren die Deutschen in den 
Jahren zwischen den beiden Weltkriegen wiederholt Opfer polnischer Terror- und Mordanschläge. Die 
deutsche Volksgruppe in Oberschlesien überreichte der Genfer Liga gegen Ende der zwanziger Jahre eine 
Petition, in der nicht weniger als 250 Fälle schwersten polnischen Terrors gegen die Deutschen aufgezählt 
wurden. Besonders nach Entstehung des Dritten Reiches ging eine starke Welle des Terrors durch die deutschen 
Gebiete Polens. Von Jahr zu Jahr verschärfte sich der Terror, der im Frühjahr 1939 unerträgliche Ausmaße 
annahm. Es gibt einen Band mit damaligen Berichten der deutschen Generalkonsule von Thorn, Posen, 
Danzig, Kattowitz, Lemberg über diesen steigenden Terror an der deutschen Bevölkerung. In verschiedenen 
Städten, in denen es eine verstärkte deutsche Minderheit gab, wurden im Mai 1939 regelrechte Deutschen- 
pogrome veranstaltet, denen zahlreiche Deutsche zum Opfer fielen. Die Bedrohung der Deutschen mit 
Totschlag und Folterungen war bald in allen Teilen Polens zur täglichen Selbstverständlichkeit geworden, 
ebenso die ständige Beschädigung oder der Diebstahl deutschen Eigentums. Familienweise flüchteten sich die 
Deutschen in die Wälder und Felder, da sie nächtliche Bandenüberfälle auf ihre Häuser befürchteten. Die 
polnische Polizei weigerte sich in vielen Fällen, Anzeigen entgegenzunehmen. Oftmals verhaftete sie die 
deutschen Anzeiger, anstatt die polnischen Gewalttäter zu verfolgen. In den polnischen Gefängnissen und 
Zuchthäusern mußten die Deutschen furchtbare Marterungen über sich ergehen lassen. Dem 
Volksdeutschen Schienemann, der in Sieradz vernommen wurde, wurden dabei sämtliche Zähne 
ausgeschlagen. Den Inhaftierten Jäger, Grant sowie den Frauen Kiesewalter und Neudamm wurden zur 
Erpressung von Geständnissen brennende Flüssigkeiten in die Geschlechtsorgane gespritzt, Rippen gebrochen 
und sie mit elektrischem Strom mißhandelt. Viele Deutsche wurden ermordet, ohne daß man ihr Schicksal 
erfuhr. Mit besonderer Brutalität gingen die Polen gegen die evangelische Kirche und ihre Träger vor. Am 
2. März 1939 zertrümmerten sie das große Fenster der Christus-Kirche in Posen. Am 12. März stießen etwa 
zwanzig junge Polen den Pfarrer Diestelkamp in Wisseck vom Motorrad und mißhandelten ihn 

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schwer. Etwa zur selben Zeit wurden die Fensterscheiben des Pfarrhauses in Schokken und des Pfarrhauses in 
Kruschwitz zertrümmert. Am 15. April wurde Vikar Ortlieb in Neu-Barkoschien auf der Straße schwer 
mißhandelt und getreten. Am 19. März wurde Pfarrer Schenk in Hallkirch durch Steinwürfe verletzt. Am 2. 
Mai wurde Kindergottesdiensthelfer Lenz bei Schubin überfallen und auf das schwerste mißhandelt. Am 24. 
Mai bewarfen Polen Pfarrer Schenk wieder mit Steinen, und die Kirchen in Zirke, Briesen, Rakot, Rheinsberg 
sowie die Pfarrhäuser in Staykowo und Hohensalza wurden überfallen und teilweise beschädigt. Wie die 
Zustände in Polen vor dem Kriege in Wirklichkeit waren, geht aus dem Bericht des deutschen Konsuls in Lodz 
an das Auswärtige Amt Berlin hervor, den wir als einen von den vielen amtlichen Berichten hier 
veröffentlichen wollen: 

»Sehr schwere Ausschreitungen, die man als Deutschenpogrome bezeichnen kann, ereigneten sich am 
vergangenen Samstag, dem 13., und Sonntag, dem 14. Mai, in der Stadt Tomaschow-Mazowiecki (etwa 42 000 
Einwohner, davon etwa 3000 Deutsche), bei denen zahlreiche deutsche Existenzen vollständig vernichtet 
wurden. Dem Deutschen Schmiegel wurde der Schädel gespalten, und eine Frau, deren Namen ich bisher nicht 
erfahren konnte, wurde bei ihrer Flucht auf einem Felde totgeschlagen. Der Sohn des Schmiegel, der aus einem 
Fenster des zweiten Stockwerkes eines Hauses geworfen wurde, liegt schwerverletzt darnieder. Die 
Ausschreitungen begannen am Sonnabend, dem 13. Mal. Einige Tage vorher hatte der der Regierungspartei 
nahestehende "Verband der Polnischen Berufsverbände" in groß plakatierten Aufrufen eine Demonstration 



gegen die Deutschen für Sonnabend, den 13. Mai, angekündigt. Diese begann durch Ansprachen vom Balkon 
eines Gebäudes aus, in dem der genannte Verband, die Regierungspartei Ozon und dessen Jugendorganisation 
Mioda Polska (das junge Polen) ihre Geschäftsräume hatten. In den Reden vor einer großen Menschenmenge 
wurde in übelster Weise gegen Deutschland gehetzt und behauptet, die Polen würden im Reich sehr schlecht 
behandelt, man bräche ihnen die Füße und Hände, vernichte ihre Schulen und Kirchen und dergleichen mehr. 
Als der Pöbel genügend aufgewiegelt war, übergaben die Leiter der Demonstration Formulare an verschiedene 
zweifelhafte Elemente, die in Begleitung der Volksmenge von den Fabrikleitungen die sofortige Entlassung 
aller Deutschen und die Unterzeichnung der diese Erklärung enthaltenden Formulare fordern sollten. Dies 
geschah dann auch. Unter dem Druck der Straße mußten sich die Firmen dazu bereit erklären, und man trieb 
daraufhin die deutschen Arbeiter aus den Fabriken. Nachdem dies erreicht war, fing die Menge an, alle 
deutschen Geschäfte und Privatwohnungen systematisch vollständig zu demolieren. In einer wilden Raserei 
vernichtete sie ziemlich alles deutsche Privateigentum. Die 

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Deutschen wurden wie Freiwild gejagt, sie flüchteten auf das Land hinaus und kehrten erst bei Tagesanbruch 
wieder zurück. Viele wurden durch Messerstiche und Stockhiebe erheblich verletzt. Während des Sonntags 
war dann zunächst Ruhe. Am Abend begannen die Ausschreitungen aber von neuem, und die Menge 
vernichtete alles deutsche Privateigentum, das vom vorigen Tage noch heil geblieben war. Besonders hervor- 
zuheben ist, daß die Polizei mit den Demonstranten mitmarschiert war und nichts tat, um das Leben und 
Eigentum der Deutschen zu schützen. Man kann ohne Übertreibung sagen, daß die Ausschreitungen unter 
Duldung der Regierung erfolgt sind, wenn nicht sogar auf ihre Veranlassung hin. Jetzt, nach den 
abgeschlossenen Terrorakten, patrouillieren, um den Schein zu wahren, Polizeikommandos mit 
aufgepflanztem Seitengewehr in den Straßen der Stadt. In Lodz wurden am Sonnabendabend die 
Fensterscheiben der Ruppertschen Buchhandlung in der Petrikauer Straße, die deutsche Bücher und 
Zeitschriften verkauft, eingeschlagen, ferner die Fenster des Lokals des (völlig unpolitischen) Berufsverbandes 
Deutscher Angestellter. Weiterhin erfolgten am gestrigen Sonntag Ausschreitungen im Kinotheater Stylowy, 
während des deutschen Films "Land der Liebe", wobei Terroristen das Publikum zum Verlassen der Vorstel- 
lung zwangen und vor dem Theater mit Latten, in denen Nägel steckten, auf die flüchtenden Menschen 
eingeschlagen haben. Da zunächst kein Grund zur Annahme besteht, daß die Terrorakte eingestellt werden, 
wird die Lage von den hiesigen Deutschen sehr ernst angesehen. In zunehmendem Maße entschließen sich 
diese zur Abwanderung und zum Verkauf ihres Grundeigentums, da sie ihre Existenz in Polen als gefährdet 
ansehen. Man fürchtet die Polen, die, wenn alle Hemmungen bei ihnen beseitigt sind, vor keinem Roheitsakt 
zurückschrecken und von der hiesigen deutschen Bevölkerung viel schlimmer eingeschätzt werden als die 
schlimmsten Terroristen der früheren russischen Zeit. 

von Berchem« 

Das alles war aber nur ein kleines Vorspiel für die entsetzliche Tragödie, die bald in Polen beginnen sollte. 
Doch nicht nur die Polen begannen mit den Kriegsverbrechen. Die Sowjetrussen haben vom ersten Tag des 
Ostfeldzugs an verwundete und gefangene deutsche Soldaten aller Dienstgrade erschlagen, erschossen und 
erhängt und vorher noch oftmals unmenschlich gefoltert. Zu dieser Zeit konnte von einem deutschen 
Kriegsverbrechen in der Sowjetunion keine Rede sein. Französische und britische Soldaten haben bereits 
1940 in Frankreich und Belgien notgelandete deutsche Flieger ermordet. 

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Die Partisanen führten ihren heimtückischen Kampf gegen die Landser in der Sowjetunion, in Jugoslawien, in 
Griechenland, in Frankreich und in Italien vom ersten Augenblick an nur mit Mord und Totschlag aus dem 
Hinterhalt. 



Die alliierte Flächenbombardierung Deutschlands nach dem verbrecherischen Plan Lindemans war ein einziges 
Kriegsverbredien. Zynisch gestand der britische Luftmarschall Arthur Harris, Chef der alliierten Bomberflotten 
im Zweiten Weltkrieg, in seinem Memoirenwerk »Bomber-Offensive«: 

»Es muß mit Nachdruck gesagt werden, daß, von Essen abgesehen, wir niemals ein besonderes 
Industriewerk als Ziel gewählt haben. Die Zerstörung von Industriewerkanlagen erschien uns stets als 
eine Art Sonderprämie. Unser eigentliches Ziel war immer die Innenstadt.« 

Darüber hinaus war der Bombenkrieg gegen die Zivilbevölkerung einwandfrei von der alliierten und nicht von 
der deutschen Luftwaffe begonnen worden. 

Die Amerikaner schließlich - die überhaupt nichts zu rächen hatten, da kein Meter amerikanischen Bodens 
bedroht worden war, zogen 1945 großteils plündernd, vergewaltigend und mordend in Deutschland ein. Sie und 
ihre westalliierten Verbündeten, besonders die Franzosen, unterschieden sich von den Rotarmisten nur in der 
Masse der begangenen Verbrechen gegen die wehrlosen Deutschen, keinesfalls in moralischer Hinsicht. 

All das wird immer wieder vertuscht, totgeschwiegen, geleugnet und sogar ins Gegenteil umgelogen. 

Wenn hier anhand von unanfechtbaren Zeugenaussagen das große Drama der alliierten Kriegsverbrechen 
aufgezeigt wird, so soll allein um der moralischen und historischen Gerechtigkeit willen der dokumentarische 
Nachweis dafür erbracht werden, 

• daß es keinesfalls nur angebliche und wirkliche deutschen Kriegsverbrechen gab, sondern daß die Alliierten in 
Ost und West sich am laufenden Band schwerer Kriegsverbredien gegen Deutsche schuldig machten; 

• daß sowohl in Polen als auch in der Sowjetunion die Alliierten als erste Kriegsverbrechen, und zwar 
ausschließlich an Deutschen, begangen haben; 

• daß sich auch die Westalliierten mit zahlreichen Kriegsverbrechen an Deutschen beschmutzten. 

Damit soll endlich das verlogene Märchen widerlegt werden, daß allein von deutscher Seite aus 
Kriegsverbrechen verübt wurden. 

Selbstverständlich soll aber deswegen nicht behauptet werden, daß deutscherseits keine Kriegsverbrechen 
vorgekommen wären. In allen Kriegen, zu allen Zeiten wurden von allen kriegführenden Parteien 
Kriegsverbrechen begangen. Im Zweiten Weltkrieg haben ebenso alle Kriegführenden die Gesetze der 
Menschlichkeit verletzt, auch die Deutschen. Keineswegs jedoch, wie man es heute in scheinheiliger Weise 
hinzustellen versucht, nur die Deutschen. 

Wenn also jemand tatsächlich nach moralischen und rechtlichen Grundsät- 
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zen die während des Krieges geschehenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit historisch oder juristisch 
untersuchen, werten und richten will, muß er alle anklagen: die Polen, die Sowjetrussen, die Tschechen, die 
Jugoslawen, die Italiener, die Engländer, die Franzosen, die Amerikaner und die Deutschen. 

Das indessen geschieht nicht! 

Der juristische Vater dieser einseitigen Theorie von deutscher Kriegsschuld und deutschen Kriegsverbrechen ist 
der hessische Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer, dessen Buch »Krigs - Förbrytarna inför domstol« (»Der 
Kriegsverbrecher vor Gericht«), erschienen 1944 in Stockholm, den unheilvollen Weg, der nach 1945 auch 
deutscherseits beschritten wurde, geistig vorbereitete. 

In seiner Darstellung weiß der damalige Emigrant Bauer in Stockholm nur von deutscher Schuld und deutschen 
Verbrechen zu berichten; die schweren polnischen, sowjetrussischen und jugoslawischen Kriegsverbrechen 
werden von ihm ebensowenig zur Kenntnis genommen wie die verbrecherische anglo-amerika-nisdhe 
Flächenbombardierung deutscher Wohnviertel. 

In seiner Diktion geht Dr. Fritz Bauer 1944 sogar weit über den späteren Urteilsspruch des Internationalen 
Militärtribunals von Nürnberg hinaus, wenn er schreibt: 



»Das deutsche Volk ist verantwortlich für Handlungen seiner Regierung. Deutschlands Schuld am 
jetzigen Krieg geht, juristisch gesehen, aus dessen Bruch gegen den Kellogg-Pakt und anderen von 
Deutschland eingegangenen Nichtangriffspakten hervor. Juristisch gesehen, trägt das deutsche Volk die 
Verantwortung für die Folgen.« 

Eine Auffassung, die gottlob von maßgeblichen europäischen Juristen nicht geteilt wird. 

Auf meine Frage nach der Rechtlichkeit der Kriegsverbrecherjustiz entgegnete mir 1964 in Paris der berühmte 
französische Strafverteidiger Maitre 

J. Isorni: 

»Der Begriff des Kriegsverbrechens wurde vom Sieger gegen den Besiegten geprägt und durch die Siegerjustiz 
praktiziert. Mit dem wirklichen juristischen Begriff des Rechts hat die einseitige Verfolgung von 
Kriegsverbrechen nichts zu tun. Es handelt sich dabei lediglich um eine politische Aktion, die sich ein 
Rechtsmäntelchen umhängt.« 

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- Schlagt alle Deutschen tot! -Die Polen begannen mit dem Kriegsverbrecher! 

Das alliierte Massenmorden an wehrlosen Deutschen begann in Polen. Von dem Augenblick an, als deutsche 
Truppen die polnischen Grenzen überschritten, waren die deutsche Minderheit in Polen und die dort lebenden 
Reichsdeutschen vogelfrei. In allen Städten und Dörfern begann die schaurige Jagd auf die Deutschen; die 
polnischen Polizei- und Armeebehörden sahen diesem entsetzlichen Treiben untätig zu. In vielen Fällen 
beteiligten sich die polnischen Uniformträger sogar an den Verbrechen. Vor allem die deutschen Siedlungen 
des Posener Landes, die deutschen Bauerndörfer der Weichselniederung sowie Bromberg-Stadt und Bromberg- 
Land mit ihrem starken deutschen Volkstum wurden hart getroffen. Die schweren Deutschenverfolgungen 
fanden hauptsächlich in der Zeit vom 31. August bis 6. September 1939 statt und erreichten am Blutsonntag, 
dem 3. September 1939, in Bromberg ihren grauenhaften Gipfelpunkt. Erst um den 17./18. September konnten 
die letzten Verschleppten durch die deutschen Truppen bei Lobitsch befreit werden. 

Die Deutschen wurden einzeln, in Gruppen und in Massen erschlagen und erschossen. Tagelang lagen die 
Toten noch vor ihren Häusern, in den Höfen und Gärten, meist unbestattet, manchmal mit Zweigen oder Laub 
bedeckt oder oberflächlich verscharrt. Ihre Leichen wiesen nicht zu schildernde Verstümmelungen auf, die nur 
in den nachfolgenden Zeugenaussagen veröffentlicht werden können. Meist lagen sie zu zweit oder zu dritt mit 
Stricken aneinandergefesselt am Straßenrand, auf einem Ackerrain oder am Gestade von Gewässern. Viele der 
Opfer wurden erst Wochen danach an entlegenen Stellen aufgefunden. 

Nach den damaligen amtlichen deutschen Feststellungen wurden bis zum 1. Februar 1940 58 000 Tote oder 
unauffindbar Vermißte registriert. Die Toten waren zum Teil in einem solchen Zustand, daß bis zu diesem 
Zeitpunkt mit Sicherheit nur 12 857 Ermordete identifiziert werden konnten. 

Nachstehende Aussagen wurden von deutschen Feldgerichten und vor Beamten des Reichskriminalpolizeiamtes 
abgelegt und 1940 im Auftrag des Auswärtigen Amtes publiziert. Sie liefern mehr zur Aufhellung des 
Kriegsverbrecherproblems, als es die Phantasie und Gestaltungskraft eines Schriftstellers je darstellen könnte. 

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»Am Blutsonntag, dem 3. September 1939, um 10.30 Uhr wurde ich mit meinen 13- und 15 jährigen Söhnen 
aus unserem Luftschutzraum in meiner Fabrik durch vier mit Äxten bewaffnete junge Banditen 
herausgeschlagen. Wir wurden auf dem Hofe sofort von zwei Soldaten mit Bajonetten in Empfang genommen 
und mußten mit hocherhobenen Händen zur Hauptwache laufen. Unterwegs johlte das Volk, Frauen und 



Mädchen waren Furien gleich. Man bespuckte und schlug uns, die Soldaten verhinderten es nicht. In der Haupt- 
wache mußten wir eine Gasse von etwa 8 Metern Länge unter Kolbenschlägen passieren. Mit hocherhobenen 
Händen standen wir etwa eine Stunde an einer Wand, nachdem unsere Taschen durchsucht waren. Nun wurde 
ein Trupp von etwa 100 Personen, meist bekannte Bürger der Stadt, auf die Straße gestoßen, und unter 
Bedeckung mußten wir immer mit hocherhobenen Händen durch die Danziger, Elisabethstraße zur Kaserne am 
Bahnhof gehen. Unterwegs drohten die Bestien mit Säbeln, Dolchen, Äxten, sie spuckten und schlugen — die 
armen Jungen konnten fast nicht weiter. Es waren noch mehrere darunter. Im Reitstall war ein Podium errichtet. 
"Kommando herauf - wir waren die ersten. Es kamen immer mehr — viele Väter mit ihren Söhnen, zuletzt, als 
es dunkel wurde, waren wir etwa 400. Alle waren gefaßt, still, aber mit Mut in den Augen. 

Eine plötzliche Lähmung trat nur ein, als ein etwa 20jähriger intelligenter Mann sich sechs Schritte von uns 
entfernte. Er wurde mit dem Bajonett zurückgestoßen, rief "Heil Hit.. .", es knallte, und er lag, in den Leib 
getroffen, am Boden. Man schnallte seine Beine, die er noch bewegte, fest auf eine Bahre, trug ihn unter wüsten 
Beschimpfungen heraus. "Melden, wer Militärpapiere bei sich hat", hieß es plötzlich. Die Papiere wurden 
abgenommen — ihr könnt sie euch morgen beim Kommissariat abholen. Ein Teil von uns wurde zum Laden 
von Munition herausgeholt - das waren die wenigen Glücklichen, weil der größte Teil von diesen heute lebt. 
Wir anderen wurden zusammengestellt und mußten die Kujawierstraße nach Brzoza herausmarschieren. Schon 
unterwegs wurden die alten Herren, denen die Luft fortblieb, mit Bajonetten gestochen und einige gemordet. 
Kurz hinter der Stadt wurde "Halt" geboten; wir mußten ein "Hoch" auf Polen ausbringen und sollten nach 
Hause gehen. Der Trupp kam nur bis zur Kujawierstraße Nr. 40 bis 60, da knallte es von vorn und hinten in uns 
hinein. Viele wurden nun bestialisch ermordet. Zusammengetrieben waren wir jetzt nur noch etwa 150 und 
wurden von einer Tramkolonne weitergeschleppt. 

Ich deckte meine Jungens und erhielt einen Bajonettstich in den rechten Oberschenkel. Wer nicht laufen konnte 
und sich hinsetzte, wurde mit dem Kolben niedergeschlagen, denn nach etwa zwei Stunden verbot der 
Oberleutnant das Niederschießen, weil es knallte. Hinter Kilometerstein 10 mußten wir links 3 Kilometer in den 
Wald und wurden in einem niedrigen, elenden offenen 

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Kuhhocken (Kuhstall) eingepfercht, es war Montag morgens 5 Uhr. Zorn Entsetzen aller waren wir nur noch 
44; furchtbarer Durst und Hunger quälte uns alle. Mein Sohn Heinz wurde jede Stunde fünf Schritte vor uns neu 
verhört, ob ich oder andere auf polnisches Militär geschossen haben. Er verteidigte uns alle unter meiner 
Anleitung, die ich ihm zeitweise zuflüstern konnte, weil er uns besuchen durfte, in polnischer Sprache sehr 
geschickt und erreichte es durch seine anziehende Wesensart, daß er zuletzt die brutale Soldateska weich 
machte. Ein Schrecken nur lahmte alle, als Heinz uns zuflüsterte, sie schicken nach Benzin und wollen uns 
verbrennen, aber die Kinder dürfen nach Hause. Benzin fanden sie aber nicht. Wir mußten plötzlich heraus und 
erhielten Kaffee und ein Stückchen Zwieback. Wir bleiben am Leben, so hofften nun alle, nur der Dreher 
Döring flüsterte mir ins Ohr: "Das ist die Henkersmahlzeit". Er behielt recht; um 7.30 Uhr kamen Soldaten wild 
schreiend angelaufen. "Immer drei heraus" hieß es. 

Stumm gingen die ersten drei, es knallte, sie waren für unser Vaterland gestorben. Sechsmal dasselbe. Heinz 
ging mutig an das Loch und bat, mit Bruder Horst geschont zu werden, er erhielt einen Bajonettstich durch die 
rechte Schulter. "Wieder drei heraus" - ich zählte die Schritte, es waren zehn bis zwölf, dann waren sie 
gemordet. Jetzt teilte uns Heinz mit, der Korporal sagt, die Kugeln sind zu schade, man soll den Rest erdolchen. 
"Äääh — mein Gott" war nun nur noch zu hören. Wer dann nicht stumm war, erhielt die dumpfen tödlichen 
Kolbenschläge. Die Reihe war jetzt an uns dreien; es waren noch fünf hinter uns, die wollten nicht heraus und 
krallten sich fest. Wir gingen nun, Hand in Hand, heraus, wurden aber links zur Seite gestoßen. Zwei Soldaten, 
Korporale, packten uns, schoben uns ein paar Schritte fort; es waren die beiden Räuber, denen Heinz am Tage 
klug erzählt hatte, wir haben große Kostbarkeiten und viel Geld bei uns. Wir gaben nun alles, was wir besaßen, 
den beiden, und es begann ein Streit zwischen diesen wegen der Teilung. Diesen Augenblick benutzten wir und 
liefen fort. Die Nacht stets vor polnischen Maschinengewehren, es war kein Schlaf zu finden. Das Umherirren 
nahm kein Ende, es war Montag nachts. Heinz war mit einem Stück aus meinem Hemd verbunden. Wir waren 



nur in Oberhemden, und die Halbschuhe waren uns auf dem Lauf in Bromberg heruntergetreten worden. Zu 
Mittwoch nachts wurde es schlimm - wir sahen neben uns viel Militär, liefen auf zwei Batteriestellungen, 
wichen immer wieder aus. »Wollen wir lieber sterben", sagte Horst. Die Zungen waren dick und ganz weiß, die 
Lippen dick und verkrustet. Eine Rettung kam: starker Tau lag auf den niedrigen Nadelbäumchen, wir haben 
ihn gierig geleckt und einen Frosch dazu verzehrt. »Köstlicher als Wein«, sagte Heinz, und wir hatten Horst, 
der mit dem Leben abgeschlossen hatte, wieder auf den Beinen. Die Nacht zum Donnerstag war ganz trocken; 
nun kam auch noch der Todeshunger. "Ein Stückchen Brot habe ich noch verwahrte sagte plötzlich Heinz, "das 
essen wir aber erst 

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fünf Minuten vor dem Tode - dann leben wir aber noch ein paar Stunden." Es kam auch so. Donnerstag 
vormittag stießen wir immer wieder auf Militär. Wir konnten es aus Schwäche nicht erkennen. Um 2 Uhr waren 
wir sicher, unsere deutschen Soldaten vor uns zu sehen, und liefen einem Hauptmann in die Arme. Kaffee und 
etwas Kognak belebte uns, und herrliche Erbsensuppe mit Speck gab die alte Lebenskraft wieder. Zwei Stunden 
später fuhren wir mit dem Stabe mit einem herrlichen Gefühl in das erlöste Bromberg ein und waren bald in den 
Armen meiner Frau und unserer Mutti, die es immer nicht fassen konnte, daß es solch ein Wunder des 
Wiedersehens gibt. 

Bromberg, den 12. September 1939 

gez. Herbert Matthes, Möbelfabrikant« 

Unter Eid bekundete die Zeugin Giese aus Bromberg folgendes: 

»Ich heiße Johanna Giese, geb. Keusch, bin 51 Jahre alt, evangelisch, Volksdeutsche, wohnhaft in Bromberg, 
Konopnickiej 9. 

Am Sonntag, dem 3. September 1939, zwischen 11 und 12 Uhr befanden wir uns in dem Keller unserer 
Wohnung. Polnische Soldaten und Zivilpersonen kamen auf unser Grundstück. Sie verlangten, daß wir aus dem 
Keller hervorkämen. Als wir aus dem Keller herauskamen, behauptete ein Soldat, aus unserem Haus sei 
geschossen worden. Wir hatten überhaupt keine Waffen im Hause. 

Mein Schwiegersohn verließ zuerst den Keller. In diesem Augenblick rief eine Zivilperson: "Die Szwaby 
müssen alle erschossen werden!" Mein Schwiegersohn bekam von einem Soldaten gleich einen Schuß. Sie 
durchschossen ihm die Schlagader; außerdem hatte er noch drei andere Schüsse in der Brust und am Hals. 
Trotzdem war er nicht sofort tot, sondern lebte noch am Sonntagabend, als wir fliehen mußten. Wir konnten ihn 
nicht mitnehmen und legten ihn in der Wohnung auf eine Chaiselongue. 

Als das deutsche Militär am Dienstag in Bromberg einmarschierte, nahm ich mir einen Unteroffizier mit nach 
meinem Gehöft, weil ich sehen wollte, wie es dort aussah. Es bot sich mir ein fürchterlicher Anblick. Meinen 
Schwiegersohn hatten sie vom Chaiselongue heruntergenommen. Sie hatten ihn in die Küche geschleppt bis 
unter den Küchentisch. 

... [Die grausigen Verstümmelungen sind kaum wiederzugeben.] 

Mein Sohn Reinhard Giese war ebenfalls mit unten im Keller gewesen. Mein Sohn war 19 Jahre alt. Als er sah, 
daß mein Schwiegersohn erschossen wurde, wollte er fliehen. Es gelang ihm auch, über den Zaun des 
Nachbargrundstückes zu entkommen. Sie liefen ihm nach, fingen ihn und erschossen ihn. Ich holte die Leiche 
meines Sohnes am Abend in die Waschküche. Er hatte einen Brustschuß. 

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Ein anderer Sohn von mir, Friedrich Giese, 25 Jahre alt, soll in Hopfengarten erschossen worden sein 
zusammen mit der ganzen Familie, zu der er sich geflüchtet hatte.« 



Unter Eid bekundete der Zeuge Paul Sikorski folgendes: 

»Ich heiße Paul Sikorski, bin 35 Jahre alt, katholisch, Kaufmann, ich bezeichne mich als Volksdeutscher, 
wohnhaft in Bromberg, Mühlenstraße 4. 

Am Sonntag, dem 3. September 1939, früh gegen 6 Uhr begab ich mich zur Mühle, um das Licht auszuschalten 
und die Turbine abzustellen. Auf dem Wege dorthin hörte ich vom Bahndamm plötzlich lautes Schreien. In 
einer Entfernung von etwa 100 Metern sah ich, wie unterhalb des Bahndammes eine Gruppe von Eisenbahnern 
und Zivilpersonen und Militär mit Bajonetten, Gewehrkolben, Knüppeln auf sieben Personen im Alter von 20 
bis 60 Jahren einschlugen. Sie hatten die Opfer umringt. Ich bin etwas näher hingelaufen und hörte, wie sie auf 
polnisch riefen: "Totschlagen, die Deutschen" Ich sah schon von weitem, wie das Blut spritzte. Ich drehte dann 
aber um, als ich sah, daß sich die Horde auch auf mich stürzen wollte. Um 9 Uhr bin ich dann noch einmal 
hingegangen und sah mir dann die Leichen an. Bei zwei Leichen waren die Augen mit Bajonetten 
herausgedreht. Die Augenhöhlen waren leer, es war nur noch eine blutige Masse vorhanden. Bei drei waren die 
Schädel abgedeckt, das Gehirn lag einen Meter von den Leichen entfernt. Die anderen Leichen waren auch total 
zerschlagen. Bei einer Leiche war der ganze Leib bis oben aufgeschlitzt. Zwei von diesen Ermordeten kannte 
ich. Es waren die Fleischermeister Leichnitz aus Jägerhof und Herr Schlicht. 

Nachmittags um 3 oder 4 Uhr kam eine Gruppe Soldaten mit Eisenbahnern und brachte 18 Deutsche zu meiner 
Mühle, der Mühle Peterson. Sie wurden je zu zwei zusammengebunden. Ich konnte das vom Garten aus genau 
beobachten. Sie wurden dann zu zweien alle 18 heruntergeschossen. Dann haben sie noch auf die am Boden 
Liegenden eingeschlagen. Darunter war ein vierzehnjähriger Junge und eine Frau. Es mußte diesmal offenbar 
sehr schnell gehen, denn sie verzogen sich alle gleich wieder. Ich habe mir die Leichen nachher genau 
angesehen, sie lagen noch drei Tage dort. 

Am Montagmittag, als es schon hieß, das polnische Militär sei abgerückt, brachten zwei Soldaten einen älteren 
Mann und eine ältere Frau. Sie stellten sie vor meinen Augen in der Mühle an die Wand. Ich lief noch hin, 
kniete noch vor den Soldaten nieder und bat sie auf polnisch, sie möchten die beiden Alten doch laufen lassen. 
Sie waren beide etwa 65 Jahre alt. Ich bekam aber einen Kolbenstoß von dem einen Soldaten. Dabei sagte er zu 
mir: "Sollen doch die verfluchten Niemcys (Deutschen) krepieren !" Ehe ich mich noch aufrichten konnte, 
hatten sie die beiden alten Leute schon niedergeschossen, daß sie in den Graben kollerten. Dann rückten die 
Soldaten im Dauerlauf ab.« 

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Unter Eid bekundete die Zeugin Christa Gollnick, Bromberg, Kujawierstraße 101, folgendes: 

»Wir hatten ein Kolonialwarengeschäft zugleich für Mehl und Futterwaren. Als die ersten polnischen Truppen 
abrückten, sah ich, wie unser polnischer Nachbar zu einem polnischen Major heranging, ihm etwas sagte und 
dabei auf unser Haus zeigte. Darauf stürmten polnische Soldaten in den Laden, nachdem sie die Tür 
aufgebrochen hatten. Wir glaubten, daß ein Gefecht stattfinde und die Soldaten sich in unserem Haus 
verschanzen wollten. Wir rannten daraufhin in unseren Unterstand, den wir uns auf Anordnung erbaut hatten. 
Wir kamen jedoch nicht bis dorthin, denn die polnischen Soldaten schössen auf uns. Mein Mann wurde an der 
Schulter getroffen und bekam eine Kolbenschlag ins Gesicht. Mein Mann torkelte, wollte aber noch fliehen. Er 
versuchte über einen Zaun zu klettern, wurde dabei aber von einem Zivilisten festgehalten. Von einem 
polnischen Soldaten erhielt er erneut einen Kolbenschlag, so daß er liegenblieb. 

Meine Kinder und mich brachte ein polnischer Leutnant zurück ins Haus. Von einer Dachstube aus sah ich, wie 
mein Mann dalag. Er lebte noch lange Zeit. Ich sah, wie er die Beine an den Körper zog und wieder wegstieß 
und die Hand ab und zu erhob. Uns war es jedoch nicht möglich, zu ihm hinzugehen, da ringsherum polnische 
Soldaten und Zivilisten standen. Ein polnischer Polizist stand dauernd an dem Zaun, an dem mein Mann lag. 
Polnische Frauen schrien: "Das Schwein lebt immer noch!" Gegen Abend bekam mein Mann von polnischen 



Soldaten noch drei Schüsse, nachdem ihm zuvor am Nachmittag noch ein Stich mit dem Bajonett in den Leib 
beigebracht worden war. Ich beobachtete, wie mein Mann mit den Händen immer an diese Stelle faßte und ver- 
suchte, die Hose zu öffnen. Sie war nachher auf. Meine Nachbarin erzählte mir, daß mein Mann am nächsten 
Tage noch geröchelt habe. Mein Mann war groß und kräftig und erst 38 Jahre alt, daher wird er so schwer 
gestorben sein. Er hat ungefähr 18 Stunden gelegen, bevor der Tod ihn erlöste.« 

Die 48jährige Witwe Käthe Finger aus Bromberg sagte am 15. September 1939 aus: 

»Am Blutsonntag waren mehrere Volksdeutsche und eine Polin, die wir zu unserem Schutz bestellt hatten, in 
unserer Wohnung. Mein Mann wäre jetzt 62 Jahre alt. Am Vormittag gegen 1 1 Uhr kam der Pöbel durch unsere 
Straße. In der Menge waren die Brüder Weyna, die uns gegenüber in dem Raddatzschen Hause wohnten, und 
der Angeklagte Owczaczak. Von den Brüdern Weyna war einer bewaffnet. 

Nach einer Weile hörte ich vom Nebenzimmer aus, wie mein Mann zu unserer Haustochter Goede sagte, 
Owczaczak zeige auf unsere Wohnung. Unmittelbar darauf kam er zu mir und sagte: "Um Gottes willen, der 
Mob kommt in unsere Wohnung. Jetzt müssen wir sterben." Er erklärte mir noch, daß wir zu- 

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sammen sterben wollten. Unmittelbar darauf drang der Mob und darunter ein Soldat in unsere Wohnung ein. 
Der Soldat verlangte, daß mein Mann und ich uns auf den Teppich legten. Wir taten dies. Dann schoß er. Mein 
Mann war sofort tot. Als nun der zweite Schuß auf mich nicht abgegeben wurde, wie ich erwartete, richtete ich 
mich etwas auf und merkte, daß meine Hände von dem Blute meines Mannes gerötet waren. Ich wurde nun, als 
ich "mein Gott" sagte, von dem Soldaten hochgestoßen. Dann wurde ich zur Tür hinausgestoßen und mit den 
anderen Personen, die in unserer Wohnung Schutz gesucht hatten, abgeführt. Unterwegs wurden wir von der 
uns begleitenden Volksmenge beschimpft:, geschlagen und mit Füßen getreten. Als wir an den Schleusen 
vorbeikamen, versuchte mich ein polnischer Zivilist mit den Worten "Psia krew Hitlerowa" zum Kanal zu 
zerren. Es gelang mir aber, mich loszureißen. Ich wurde dann zur Polizeiwache gebracht, wo ich mit einem 
derart heftigen Fußtritt empfangen wurde, daß ich gegen einen Holzzaun flog. Wir Festgenommenen wurden 
dann gezwungen, uns lang auf den Hof der Polizeizeiwache zu legen. Man rief uns zu: "Liegt hier wie das Vieh, 
ihr deutschen Bluthunde!" Es kamen immer neue Opfer hinzu, die blutig geschlagen waren und vor Schmerzen 
stöhnten. Bemerken möchte ich, daß mein 12jähriger Junge neben mir lag. Es wurde dauernd von den 
benachbarten Häusern und aus der Richtung der Schleusen auf den Hof der Polizeiwache geschossen, und es 
wurden auch Deutsche getroffen. Diese wurden dann fortgeschafft. Ob sie tot waren, weiß ich nicht. Nach etwa 
7 Stunden wurde ich durch das Eintreten eines polnischen Polizeibeamten mit meinem 12jährigen Sohn 
freigelassen.« 

So wurden die Familien ausgerottet 

Als am Bromberger Blutsonntag in der Nähe des Grundstückes der Gärtnerfamilie Beyer Schüsse fielen, 
versuchten die Familie Beyer, das Ehepaar und dessen beide 1 1 und 18 Jahre alten Söhne und der 22 Jahre alte 
Gärtnereigehilfe Erich Thiede in die In der Nähe liegende Wohnung der 66jährigen Mutter Beyers zu flüchten. 

Doch ein Trupp polnischer Eisenbahner stellte sich den Flüchtenden in den Weg und trieb die Familie Beyer 
einschließlich der alten Frau auf das Gärtnereigrundstück zurück. Die Polen suchten nach »Waffen«, konnten 
aber keine finden, da keine vorhanden waren. Schließlich trieben sie Vater Beyer und seine beiden Söhne sowie 
den Gehilfen Thiede weg. Als die Mutter ihren 1 1 jährigen Sohn Kurt umklammerte, stießen sie die Frau zurück 
und entrissen ihr das Kind. 

Am folgenden Montag gegen 9 Uhr fand der Pole Stefan Sitarek nördlich der Eisenbahn neben- und 
übereinanderliegend die Leichen Friedrich Beyers, 

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dessen Sohnes Heinz sowie des Gehilfen Thiede. Unter ihnen lag das 1 1 jährige Kind, das offensichtlich schwer 
verletzt war, und stöhnte. Sitarek bemühte sich um den schwerverletzten Knaben, doch die polnischen Ärzte 
weigerten sich zu helfen. In den Vormittagsstunden des 4. September erlag dann das Kind ebenfalls seinen 
Verletzungen. 

Der 1 1 jährige Kurt Beyer, der später untersucht wurde, wies zwei von vorn nach hinten laufende Brustschüsse, 
eine Zertrümmerung des rechten Unterarmknochens und eine Hiebverletzung über dem linken Auge. auf. 

Am 3. September 1939, am frühen Nachmittag, erschienen auf dem Hof des Bauern Artur Radler in Bromberg, 
Wladysiawa Belzy 55, polnische Soldaten in Uniform, hielten eine »Hausdurchsuchung« ab und nahmen 
anschließend den 19jährigen Sohn Fritz Radler mit sich. Wenig später wurde Fritz Radler erschossen. 

Die überlebende 14 jährige Tochter Dorothea Radler schilderte die Ausrottung ihrer Familie wie folgt: 

»Am Sonntag, dem 3. September 1939, kamen gegen 16.30 Uhr etwa sechs polnische Soldaten in unser Haus. 
Sie nahmen eine Haussuchung vor nach Waffen. Nach der Durchsuchung, die ergebnislos verlief, nahmen sie 
meinen älteren Bruder Fritz, 18 Jahre alt, mit sich. Sie führten ihn hinter einen Zaun, etwa 200 Meter von 
unserem Haus entfernt. Ein Nachbar, der auch schon tot ist, sagte meinem Vater, Artur Radler, kurz darauf, daß 
sie meinen Bruder erschossen hätten. Es waren schon mehr Deutsche erschossen worden. Der Gaskommandant 
erklärte uns, daß das polnische Militär alle Toten wegschaffen würde. Wir ließen meinen Bruder deshalb bis 
Montag abend liegen. Dann haben wir ihn begraben müssen auf Verlangen der Soldaten. Mein Vater erzählte 
uns, daß der Bruder einen Schuß in der Brust gehabt hätte. 

Am Montag, dem 4. September, kamen wieder polnische Soldaten aus dem Walde, und zwar diesmal sehr viele, 
eine ganze Abteilung. Sie wollten zu trinken haben. Mein löjähriger Bruder war auf dem Hof. Mit den Soldaten 
waren auch Zivilpersonen gekommen. Sie sagten zu den Soldaten, daß gestern der Bruder erschossen worden 
sei. Die polnischen Soldaten sagten jetzt zu dem jüngeren Bruder, daß sein älterer Bruder auf sie geschossen 
hätte. Als mein Bruder erwiderte, daß er nicht geschossen hätte, schlugen sie ihm mit dem Gewehrkolben und 
mit der Faust auf den Kopf und die Schultern. Vor Angst lief mein Bruder weg und versuchte sich zu 
verstecken in den Himbeersträuchern. Dort fanden sie ihn und erschossen ihn. Er erhielt zwei Schüsse, einer 
traf ihn in den Kopf. 

Eine Viertelstunde später kam der Vater ins Haus und sagte uns, daß die Soldaten eben eine Granate ins Haus 
gesetzt hätten. Gleich darauf kamen wieder Soldaten auf den Hof, zu denen mein Vater rausging. Die Soldaten 
schössen sofort auf meinen Vater. Sie trafen ihn am Hals. Die Kugel trat hinten am 

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Schulterblatt wieder raus, und zwar war hinten ein überaus großes Loch. Mein Vater war noch nicht tot, lebte 
noch 5 Stunden. Sie verboten uns, daß wir ihm zu trinken gaben oder ihm sonst halfen. Mein Vater bettelte die 
Soldaten um den Gnadenschuß an. Sie lachten ihn aus, sagten: "Du kannst ja krepieren." Die Menge lachte und 
johlte dazu. Schließlich erbarmte sich nach fünf Stunden ein Soldat und gab meinem Vater den Gnadenschuß in 
die Schläfe. Die Kugel war wieder sehr groß; ... [Die grausigen Verstümmelungen sind kaum wiederzugeben.] 
In der Nacht vom Montag zum Dienstag blieben wir noch zu Hause in unserer Wohnung. Am nächsten Tage 
wurden viele polnische Geschütze in der Nähe unseres Hauses aufgefahren. Aus Furcht, daß uns etwas 
passieren könnte, gingen wir zu unseren Nachbarn Johann Held. Dieser Zeuge ist noch am Leben. Wir wollten 
dort in den Keller. Der polnische Pächter des Zeugen Held, der also in dem Grundstück drin sitzt, erlaubte uns 
das nicht. Der Pächter heißt Gorski.« 

Unter Eid bekundete der Zeuge Friedrich Weiß, Fleischermeister in Wonorze, folgendes: 

»Insgesamt sind 25 Männer aus Wonorze erschossen worden. Sie sind von polnischem Militär flüchtig 
eingescharrt worden, nachdem sie der meisten Kleidungsstücke beraubt worden waren. Ich habe nach acht bis 
zehn Tagen die Leichen ausgegraben und dabei festgestellt, daß sie alle Schußverletzungen hatten, zum Teil 



waren auch die Schädel verletzt, und zwar in der Art, daß der halbe Schädel aufgeklappt war. Ob das auf die 
Schüsse oder anderweitige Behandlung zurückzuführen war, kann ich nicht sagen.« 

Unter Eid bekundete der Zeuge Heinrich Krüger, Bauer in Tannhofen, folgendes: 

»Da häufiger nach meinem Sohn gefragt worden war und bereits einzelne Dorfinsassen von dem polnischen 
Militär erschossen wurden, ist mein Sohn Ernst mit Albert Zittlau und den Brüdern Willi und Heinz Schäfer, 
die sich zunächst in der Scheune versteckt gehalten hatten, am Dienstag, dem 5. September 1939, geflüchtet. 
Am 19. September 1939 erfuhr ich durch die Frau Zittlau, daß sie ihren Mann in der Nähe der Domäne 
Rucewko auf dem Acker dicht an der Chaussee verscharrt aufgefunden habe. Sie erzählte, daß nur der Kopf und 
der eine Arm aus dem Erdreich herausrage. In der Nähe der Verscharrstelle hatte man außerdem die Mütze des 
Willi Schäfer gefunden. Da wir alle die Vermutung hatten, daß nun alle vier Geflüchteten eventuell zusammen- 
lägen, bin ich mit einzelnen Deutschen aus unserem Dorf an die Fundstelle gegangen. 

Mit Hilfe anderer herbeigezogener Personen haben wir die Verscharrstelle aufgegraben und meinen Sohn, den 
Zittlau und die Brüder Schäfer freigelegt. Die Leichen lagen durcheinander. Unter den Leichen war das 
Erdreich blutig. Ich nehme an, daß man diese vier direkt in dieser Grube umgebracht hat. So wie sie gefallen 
sind, wird man sie auch eingescharrt haben. 

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Bei meinem Sohn -war die Bauchgegend von den Kleidern entblößt, Rock und Weste waren zu beiden Seiten 
weggeschoben und das Hemd auch. . . . [Die grausigen Verstümmelungen sind kaum wiederzugeben.] Die 
Stiefel hatte man ihm ausgezogen und fehlten. Ferner hatte man ihm die Brieftasche mit etwa 40 Zloty, Uhr mit 
Kette und die sonstigen Papiere weggenommen. Bei seinem Weggange aus dem Elternhaus hatte er jedenfalls 
diese Sachen. 

Bei Heinz Schäfer war auch der Bauch aufgeschlitzt, ... [die grausigen Verstümmelungen sind kaum 
wiederzugeben.] Der Anblick des Heinz Schäfer und meines Sohnes waren derselbe, nur fehlten bei Heinz 
Schäfer die Geschlechtsteile. ... [Die grausigen Verstümmelungen sind kaum wiederzugeben.] Dieselbe Fest- 
stellung hat der zugegen gewesene Bauer Heinrich Wising aus Tannhofen gemacht. Wir haben uns beide noch 
darüber unterhalten. Bei beiden, und zwar bei meinem Sohn und dem Heinz Schäfer, haben wir nach 
Schußverletzungen gesucht, aber keine gefunden. 

Bei den anderen beiden waren die Kleider in Ordnung. Der Zittlau hatte einen Brustschuß. Bei Willi Schäfer 
haben wir überhaupt keine Verletzung feststellen können. Ausgezogen haben wir die Leichen nicht. Bei Zittlau 
haben wir nur vorn die Kleidung geöffnet.« 

Unter Eid bekundete der Zeuge Anton Dombek, Garteninspektor in Bromberg, Goethestr. 2 c: 

»Am Dienstag, dem 5. September 1939, zog die polnische Bürgerwehr, die mit Soldaten vermischt war, ab. 
Etwa eine halbe Stunde später zogen die deutschen Truppen in die Stadt ein. Mit der Säuberung des Stadtbildes 
haben wir am Mittwoch früh begonnen. Der Anblick, der sich uns bot, war schrecklich. Die älteren Leute waren 
ohne nennenswerte Verstümmelung erschossen. Dagegen fanden wir in einem Massengrab am Bülowplatz 8 bis 
zur Unkenntlichkeit verstümmelte Leichen. Die Leichen waren mit Stroh bedeckt, darüber war Sand geworfen. 
Bei den Toten war z. T. der Hinterkopf völlig abgeschlagen, die Augen ausgestochen, die Arme und Beine 
waren gebrochen, sogar die einzelnen Finger. 

Ganze Familien sind hingemordet worden, z. B. Kohn, Vater, Mutter und drei Kinder; Boddin, 3 Personen; 
Bölitz, Vater, 2 Söhne; Beyer, Vater, und 2 Söhne (18 und 10 Jahre alt), den jüngsten riß man der weinenden 
Mutter aus der Hand.« 

Unter Eid bekundete die Zeugin Else Siebert, geb. Dey, aus Rojewo, Kreis Hohensalza, folgendes: 



»Am 7. September 1939 beobachteten wir auf der Chaussee polnisches Militär, das in Richtung Hohensalza 
marschierte. Von einer Truppe, die auf der Chaussee haltmachte, kamen Soldaten in unser Haus und fragten 
uns, ob wir etwa auf Hitler warten wollten, und verlangten von uns, daß wir sofort ab- 

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fahren sollten. Wir haben in aller Eile die notwendigsten Sachen auf einen Wagen gepackt und haben dann mit 
der Familie Trittel zusammen einen Wagen benutzt, da wir jeder nur ein Pferd hatten. Mein Schwager, der 
gleichfalls mit uns fuhr, hatte seinen Wagen mit seinen beiden Pferden bespannt. Wir fuhren über Hohensalza - 
Rojewo nach einem Gut, das dort in der Nähe liegt. Dort machten wir halt, wurden dann aber von einer Familie 
Hallas aus Liskowo verraten an die auf dem Gut anwesenden Polen, von denen einige Armbinden trugen. Diese 
Polen forderten meinen Mann auf, mitzukommen, sie führten ihn an das Ende des Gutes und haben ihn dort 
erschossen. Ich habe die Erschießung selbst nicht gesehen, habe aber den Schuß gehört und später meinen 
Mann dort liegen sehen. Kurz danach holten die Armbindenleute meinen Schwager, den sie ebenfalls an das 
Ende des Gutes brachten und durch zwei Schüsse erschossen. Kurz nachdem mein Mann abgeholt worden war, 
war ich mit meinen drei Töchtern ebenfalls nach der fraglichen Stelle hingegangen und sah noch, wie mein 
Mann umfiel. Die Leute mit der Armbinde holten dann den Nachbar Trittel, den sie, trotzdem er immer wieder 
um Gnade bat, ebenfalls erschossen. Danach wurde die Tochter Tritteis erschossen, ebenfalls von vorn, einige 
Zeit darauf der Sohn Tritteis, der den Schuß von hinten bekam und auf die Leiche seiner Schwester fiel. Die 
sämtlichen Erschießungen hat ein und derselbe Mann durchgeführt, und zwar hat er mit einem Karabiner 
geschossen. Ich nehme an, daß er von dem betreffenden Gute stammt und daß er dort eine gleiche Rolle gespielt 
hat wie hier auf unseren Gütern die Leute mit den gleichen Armbinden. Nach der Erschießung dieser fünf 
Personen sollte ich mit meinen drei Töchtern erschossen werden. Wir wurden gezwungen, uns auf die Erde zu 
legen, und zwar aufs Gesicht, und dann zielte der Mann mit dem Karabiner auf uns. Das letztere habe ich selbst 
nicht gesehen, das weiß ich von meiner Tochter, die sich wiederholt umgedreht hat. Die Bevölkerung des Gutes 
stand um uns herum und schrie immerfort, daß wir erschossen werden müßten. Der Mann mit der Armbinde hat 
uns dann aber doch nicht erschossen, sondern ließ uns, nachdem wir etwa zwei Stunden dort gelegen hatten, in 
einen Speicher gehen, in den er uns einschloß. 

Bemerken möchte ich noch, daß Herr Trittel, als er nicht zu der Stelle hingehen wollte, wo er später erschossen 
wurde, in der schlimmsten Art und Weise mit Peitschen und Knüppeln von Zivilpersonen geschlagen worden 
ist.« 

Die Massenmorde in Jägerndorf, Eichdorf und Schrimm. 

Am 3. September erschienen in Jägerndorf im evangelischen Pfarrhaus wiederholt militärische 
Suchkommandos unter dem Vorwand, daß der Pfarrer Richard Kutzer Waffen versteckt habe. Natürlich war das 
nicht der Fall. Trotz- 

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dem wurde um 13.30 Uhr der Pfarrer verhaftet und abgeführt. Gegen 15 Uhr erschienen die Polen wieder und 
führten den 73jährigen Vater des Pfarrers, Otto Kutzer, den 14jährigen Herbert Schollenberg, den 17jährigen 
Hans Nilbitz und drei weitere im Pfarrhaus anwesende Flüchtlinge ab. 

Sie wurden an einen unweit des Kirchengeländes vorüberführenden Bahndamm geführt, wo schon 12 andere 
Männer und eine Frau, die Ehefrau Köbke, warteten. Was nun geschah, schildert die überlebende Witwe Anna 
Köbke wie folgt: 

»Als wir, d. h. mein Mann, meine Tochter, mein Sohn und ich, am Sonntag, dem 3. September, vormittags 
hörten, daß alle Deutschen erschlagen werden sollten, begaben wir uns zu unserer Sicherheit in den Keller des 
mit uns befreundeten Nachbarn Schröder und schlössen uns dort ein. Gegen 12 Uhr kam dann eine große 
Menschenmenge von Soldaten und Zivilisten und schlugen gegen die Kellertür, warfen auch Handgranaten und 
schössen in die Kellerfenster. Meine Tochter ist durch einen Schuß an der Hüfte verwundet worden. Ich floh als 



erste aus dem Keller und lief in unseren Garten. Als ich aus dem Keller kam, habe ich in meiner Angst unter der 
großen Menschenmenge keinen erkannt. Nur unseren Nachbarn, Maurer Klimczak, erkannte ich, da dieser mich 
festhalten wollte und ausrief, daß ich eine Deutsche sei und totgeschlagen werden sollte. Es gelang mir, mich 
den Händen des Klimczak zu entwinden und in meinen Garten zu kommen. 

Ich ging nach etwa einer Viertelstunde zu der polnischen Familie Gorny (Schuhmacher), die in unserer Nähe 
wohnte. Ich hoffte, daß ich dort vielleicht Schutz finden würde. Das Ehepaar Gorny und noch andere dort 
anwesende mir unbekannte Personen haben mich beschimpft und bespuckt. Dann erschienen Soldaten, die mich 
abführten und in einen Wald brachten, wo sich bereits etwa 20 Volksdeutsche befanden. Ich wurde dort 
gefesselt. Dann wurden wir hin und her getrieben, mit Gewehrkolben gestoßen, mit Füßen getreten und sollten 
in Schleusenau erschossen werden. Auf dem Wege nach Schleusenau verfolgte uns eine große Menschenmenge 
polnischer Zivilisten, und zwar Frauen, Kinder und Männer, die fortgesetzt auf uns fluchten, unseren Tod 
forderten und mit Äxten und Knüppeln auf uns einschlugen. Unter dieser Menge befand sich auch der mir 
bekannte Fleischer Gniewkowski und ein gewisser Paschke aus Schleusenau. Ich habe genau gehört, daß diese 
beiden wiederholt mit der Menge mitgeschrien haben, daß wir Deutsche erschlagen bzw. erschossen werden 
sollten. Ob Gniewkowski oder Paschke eine Axt oder einen Knüppel in der Hand trugen, weiß ich nicht. Wir 
Volksdeutschen - es waren etwa 20 Mann und ich als einzige Frau - wurden dann an einen Bahndamm in 
Schleusenau gestellt. Sämtliche Volksdeutschen Männer wurden von den Soldaten und Eisenbahnern in Gegen- 
wart der polnischen Menschenmenge, unter der sich auch noch Gniewkowski und Paschke befanden, 
erschossen. 

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Ich wurde ohnmächtig und fiel zu Boden und wurde dann auf Befehl eines Offiziers freigelassen. Als ich im 
Begriff war fortzugehen, zwang mich die polnische Menschenmenge zurückzugehen und mir die Leichen 
anzusehen und "Hochs" auf Polen auszubringen. Unter den etwa 20 erschossenen Personen befanden sich: Artur 
Gehrke aus Jägerhof, Hans Bolowski aus Jägerhof, Horst Stuwe aus Jägerhof, ein gewisser Goertz aus Jägerhof, 
ein gewisser Arndt aus Jägerhof, ein gewisser Stöckmann aus Jägerhof, ein gewisser Redel aus Jägerhof, ein 
Gymnasiast Mielwitz aus Jägerhof, ein Hausbesitzer Trojahn aus Jägerhof. Von den im Keller des Schröder 
zurückgebliebenen Personen sind - wie ich nachher erfahren habe - folgende Personen bei der Flucht aus dem 
Keller erschossen worden: 

Mein Mann Emil Koebke, Fleischermeister; mein Sohn Arthur Koebke, Fleischergeselle; Gärtnereibesitzer 
Schröder; dessen Sohn Hans Schröder; Gerhard Vorkert, Gärtnereigehilfe; ein Dienstmädchen des jungen 
Schröder. 

gez. Anna Koebke, geb. Wietychowski« 

Unter Eid bekundete die Zeugin Dora Kutzer in Bromberg, Kronerstr. 14, folgendes: 

»In unserer evangelischen Gemeinde ist meines Wissens kaum ein Haus, wo nicht ein, zwei oder gar drei 
Volksdeutsche gemordet worden sind. Auf unserem evangelischen Friedhof liegen bis jetzt 59. Man hat noch 
längst nicht alle Toten gefunden.« 

Unter Eid bekundete die Zeugin Walli Hammermeister, Dienstmädchen bei Erich Jahnke in Langenau bei 
Bromberg, folgendes: 

» ... als die Soldaten feststellten, daß Herr Fritz nicht polnisch sprechen konnte, hielt ein Soldat ihm vor, daß er 
selbst als junger Mensch deutsch und polnisch sprechen könne. Es wäre jetzt 20 Jahre Polen, und er könne noch 
nicht polnisch sprechen. Herr Fritz erklärte, daß er 75 Jahre alt sei und daß er in diesem Alter nicht mehr 
polnisch hätte lernen können. Daraufhin sagte ein anderer polnischer Soldat: "Gib ihm eine Kugel in den Kopf!" 
Der erste Soldat schoß jetzt dem Herrn Fritz eine Kugel rechts in den Kopf. Dies geschah vor meinen Augen. 
Ich flüchtete in den Strohstall.« 



Am 4. September 1939 wurden 39 Deutsche am Jesuiter See, 21 Kilometer südlich von Bromberg, von 
polnischen Soldaten ermordet. Da Gustav Gruhl aus Bromberg und Leo Reinhard aus Zielonke durch einen 
glücklichen Zufall dem Tod entrannen, wurde dieses Massenverbrechen bekannt. Die gefangenen Deutschen 
wurden derart die Chaussee nach Hohensalza entlang getrieben, daß das linke Handgelenk des einen mit dem 
rechten Handgelenk des anderen zusammengebunden war. 

Als die Kolonne den Jesuiter See erreichte, wurden 41 Gefangene wenige Meter vom Seerand mit dem Gesicht 
zum Wasser in einer Reihe aufgestellt. 

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Daraufhin begannen die polnischen Soldaten, die nur wenige Meter von ihren Opfern entfernt standen, wahllos 
zu schießen. Mitten in das Massaker hinein erschien über dem Seegelände ein deutsches Aufklärungsflugzeug. 
Die polnischen Mordschützen gingen in Deckung, so daß die noch Überlebenden zu flüchten begannen. Aber 
nur wenigen gelang es. Die anderen wurden teils tot, teils schwerverletzt über einen 60 Meter in den See 
gebauten Steg geschleift und von hier aus Ins Wasser geworfen. 

39 Leichen konnten später geborgen, bei 28 von ihnen die Identität festgestellt werden. Die meisten der Opfer 
sahen entsetzlich aus. Einige von ihnen hatten bis zu 15 Einschüsse. 

In dem Dorf Eichdorf, das der kleineren Gemeinde Netzheim vorgelagert ist, kam es in der Zeit vom 4. 
September in den späten Abendstunden bis zum 5. September abends ebenfalls zu einer grauenhaften 
Deutschenschlächterei. Als in den späten Abendstunden des 4. September polnisches Militär einrückte, 
begannen die entmenschten polnischen Soldaten völlig grundlos die deutsche Bevölkerung abzuschlachten. Als 
die Polen schließlich abzogen, blieben 38 Leichen zurück. Es wurden u.a. ermordet: Max Teske, Wilhelm 
Stolte, der 13jäh-rige Gerhard Pijan, die 12jährige Else, die 15jährige Gertrud und der 18jährige Ernst Janot mit 
ihrem Vater. Die 80jährige Ottilie Renz, die 4jährige Gisela und der 9jährige Günter Renz wurden mit 15 
nichtidentifizierten Deutschen, darunter acht Frauen und zwei drei- und siebenjährigen Kinder, abgeschlachtet. 

Später wurden im Walde bei Targowisko, etwa 300 Meter von der Chaussee bei Eichdorf entfernt, die Leichen 
von 46 Volksdeutschen im Alter von sechs Monaten bis zu 80 Jahren aufgefunden. Nur folgende konnten 
identifiziert werden: Emma Hanke, 40 Jahre; Walter Busse, 7 Jahre, Erhard Prochnau, 3 Jahre; Johanna 
Schwarz, 45 Jahre; Max Jeschke, 55 Jahre; Hedwig Jeschke, 47 Jahre; Eise Dahms, 19 Jahre; Kurt Kempf, 22 
Jahre; Gustav Schubert, 65 Jahre; Richard Binder, 50 Jahre; Emanuel Hemmerling, 35 Jahre; Erna Hemmerling, 
30 Jahre; Frieda Ristau, 31 Jahre; Frau Blum, 28 Jahre; Frau Golz, 50 Jahre. 

Unweit davon wurde die Familie Tetzlaff ermordet: Martha Tetzlaff (45), Heidelies Tetzlaff (11), Eise Behnke 
(35), Gustav Behnke (82). 

Unter Eid bekundete der Zeuge Adolf Erti, Kaufmann m Czempin, Kreis Kosten, folgendes: 

» ... Neun dieser Kameraden sind in Schrimm von der Bevölkerung überfallen und auf offener Straße zu Tode 
mißhandelt worden. Meinem Kameraden Willi Mantei war der ganze Hinterkopf zermalmt. Herbert Raabe hatte 
ausgestochene Augen, außerdem hatte man ihm die Finger abgeschnitten. Anderen hatte man ebenfalls Finger 
abgeschnitten, Beine und Hände waren zum Teil gebrochen und verrenkt. Anderen wieder hatte man das 
Gesicht durch 

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Schläge vollkommen zerstümmelt, die Zungen herausgeschnitten sowie Nasen und Ohren abgeschnitten.« 



Unter Eid bekundete der Zeuge Oskar Hartmann, Ziegeleileiter in Schrimm, folgendes: 

» ... In einem Grabe befand sich eine Person, die nicht hat ermittelt werden können. Außerdem wurden auf dem 
evangelischen Friedhof in Schrimm noch die Leichen folgender Personen aufgefunden: Conrad Lange, Wilhelm 
Schulz, Heinrich Häußler, Wilhelm John, Erich Gaumer, Richard Weibt, Wilhelm Jeschke. Sämtliche Leichen 
waren mehr oder minder verstümmelt. Die Köpfe waren ... [die grausigen Verstümmelungen sind kaum 
wiederzugeben.]« 

Unter Eid bekundete die Zeugin Gertrud Lemke aus Hohensalza folgendes: 

»Am Mittwoch, dem 6. September 1939, erschienen gegen 1 1.30 Uhr in unserer Wohnung ein Angehöriger des 
polnischen Heeres in Uniform mit Karabiner und 8 bis 10 Zivilisten mit Knüppeln. Der Soldat forderte meinen 
Mann auf, sofort mitzukommen. Da mein Mann seinen Ausweis vergessen hatte, lief ich ihm einige Minuten 
später nach, doch sah ich ihn nur noch mit meinem Vater zusammen um die nächste Ecke biegen, begleitet von 
den Soldaten und den Zivilisten. 

Am Sonntag, dem 10. September 1939 - so lange hatte ich nichts über den Verbleib meines Vaters, meines 
Mannes und meines Onkels gehört - kam mein Schwiegervater zu mir und erzählte, daß in der Nähe unserer 
Abdeckerei, acht Leichen, zum Teil verbrannt, aufgefunden worden seien. Die Leichen hätten auf der Erde 
gelegen. Ich bat ihn nunmehr dringend, selbst hinzugehen und nachzuforschen, ob unsere Angehörigen dabei 
seien. Bei dem Abtransport meines Mannes und meines Vaters hatte ich schon die Vorahnung, daß ich beide 
nicht mehr wiedersehen würde, da bereits eine Zeitlang in Hohensalza eine große Deutschenhetze geherrscht 
hatte. 

Kurze Zeit danach kam mein Schwiegervater zurück und bestätigte meine Vorahnung. Aus unserer Familie 
lagen zwischen zwei Strohschobern: mein Mann, mein Vater, mein Onkel, drei Männer aus der Familie Fuchs 
und ein Gehilfe von Herrn Fuchs. Die achte Leiche war unbekannt...« 

Unter Eid bekundete die Zeugin Maria Richert, geb. Richert, Landwirtswitwe in Rybno, folgendes: 

» ... Am Dienstag, dem 12. September 1939, oder Mittwoch, dem 13. September 1939, fanden wir meinen Sohn 
und die Landwirte Gatzke, Dreger und Tober an einem Wäldchen von Koneck in einem Loche verscharrt vor. 
Meinem Sohn hatte man ein Auge ausgestochen, der Rücken wies zahlreiche Bajonettstiche auf, und an beiden 
Unterarmen waren tiefe Schnittwunden, ... [die grausigen Verstümmelungen sind kaum wiederzugeben.] Eine 
Leiche hatte man auf die andere geworfen. Die Brüder Konrad fanden wir in einem Loch auf dem Felde bei 
Chromowola; Agathe Konrad und Frau Tober wurden in Koneck auf- 

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gefunden, beiden fehlte der halbe Kopf. Peter Bitschke lag, wie ich hörte, mit Wilhelm Bölke, dessen Mutter, 
Frau Konrad und einem anderen Bitschke im Walde Kaminieck. Auf dem Kirchhof von Kaminieck liegen aus 
unserem Dorfe und der näheren Umgebung insgesamt 27 ermordete Volksdeutsche.« 

Unter Eid bekundete die Zeugin Ida Albertim, Ehefrau des Lehrers und Kantors in Kaminieck, folgendes: 

» .. .Es sind auf dem hiesigen Kirchhof jetzt 26 Personen beerdigt worden, die hier zusammengetragen worden 
sind, die zum Teil schon in der Erde gelegen haben. Ich habe die Leichen gesehen und kann darüber folgendes 
sagen: 

Ein Teil der Personen ist bestimmt erschossen worden; bei einem Teil der Leichen unterliegt es aber keinem 
Zweifel, daß sie erschlagen worden sind, daß sie auch erstochen worden sind. Von den Getöteten waren 3 
Frauen und 23 Männer. Von den Verletzungen, die ich gesehen habe, kann ich im einzelnen folgendes 
aussagen: 



Einer Frau fehlte das halbe Gesicht, offenbar infolge eines Säbelhiebes, eine männliche Leiche hatte drei Stiche 
in der Brust ... [die grausigen Verstümmelungen sind kaum wiederzugeben.] 

Wer nur erschossen wurde, der hatte eigentlich noch Glück. In der Nähe des Dorfes Feyerland, 13 Kilometer 
ost-südöstlich von Bromberg, wurde am 14. November 1939 die stark verweste Leiche eines Mannes gefunden, 
der dann als der Landarbeiter Wilhelm Sieg aus Feyerland, Vater von zwei Kindern, erkannt werden konnte. 
Dieses beklagenswerte Opfer war auf eine solch raffinierte Art gefesselt, wie sie in der kriminalistischen Praxis 
kaum wieder zu finden war. Die Fesselung zwang das Opfer, die auf dem Rücken zusammengebundenen Hände 
in unnatürlicher Weise hochzuhalten, stets in Gefahr, bei jedem Nachlassen der Arme oder Hände sich selbst zu 
erdrosseln. Vom Genick führte eine Führleine, die der Leiche nicht abgebunden worden war und mit der die 
Polen Wilhelm Sieg unter unsagbaren Qualen zu Tode geschleift haben. 

Ununterbrochen wurden neue Leichen gefunden. Am 24. September 1939 wurden vier männliche Leichen auf 
dem Posener Matthäi-Friedhof aufgefunden, die später als Gerhard Grieger, Paul John, Max Otto und Erich 
Mantehe identifiziert wurden. Sie waren ermordet und ihre Leichen auf die Weise zum Friedhof gebracht 
worden, daß man in sie Spitzhacken eingeschlagen hatte und sie so über die Straße zum Friedhof schleifte.« 

Über das Sterben von zwölf Deutschen in Schulitz berichteten die eidlichen Zeugenaussagen von Kurt Schulz, 
Klara Kriewald und Ferdinand Reumann: 

»Am 4. September waren polnische Soldaten auf dem Gehöft von August Schulz in Schulitz erschienen und 
gaben vor, nach Waffen zu suchen. Auch bei den anderen deutschen Bauern wurden Waffen gesucht und dabei 
Frau Klara Kriewald von polnischen Soldaten vergewaltigt. 

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Schließlich wurden zwölf der Deutschen festgenommen und in den nahen Wald geführt. Kurt Schulz gelang es, 
zu fliehen. Als er später in die Nähe der Stelle zurückkam, um nach den Vermißten, die nicht wieder ins Dorf 
zurückgekehrt waren, zu suchen, fand er die Erde aufgewühlt und mit seinem Vater weitere zehn Schulitzer 
Bauern nur notdürftig verscharrt; der zwölfte war ein unbekannter Mann. 

Allen waren die Augen ausgestochen und die Zähne eingeschlagen. Einigen die Kehlen durchschnitten und der 
Bauch aufgeschlitzt. Sie waren von den polnischen Soldaten langsam zu Tode gequält worden.« 

Der Schneidermeister Erwin Boy aus Ostburg schilderte als Zeuge, wie er mit einer Gruppe Leidensgenossen an 
der Straßenkreuzung Dabrowa sich mit dem Kopf auf die Straßenböschung und den Füßen ins Feld hinlegen 
mußte. Nachdem die Deutschen systematisch all ihrer Wertsachen beraubt waren, mußten sie aufstehen und 
aufs Feld gehen. Jeder wurde sofort erschossen. »Bis ich 'rankam, waren bereits 16 erschossen«, bezeugte 
Erwin Boy. Er versuchte zu fliehen, und obwohl er verwundet war, gelang ihm die Flucht. Außer ihm konnten 
sich noch Eduard Kunitz und Hermann Galster retten. Alle anderen wurden umgebracht. 



Samara, am 13. Oktober 1939 

Aufgesucht erscheint der Landwirtsohn Oskar Brakop aus Samara und erklärt auf Befragen nach entsprechender 
Eidesbelehrung: 

»Nachdem bei mir von polnischem Militär mehrere Haussuchungen unter Todesdrohungen stattgefunden 
hatten, flüchtete ich mit meiner Mutter und zwei Brüdern in das Feld hinein. Nachdem deutsche Truppen unsere 
Ortschaft besetzt hatten, kehrte ich am Sonntag, dem 10. September 1939, zu meinem Grundstück zurück. Ich 
fand es völlig ausgeplündert vor. Mit deutschen Soldaten ging ich auf die Suche nach Toten. Auf einem Felde 
des Gutes Chromowola bei Straczewo fanden wir zehn unbeerdigte Leichen. Von einer Familie Kichert aus 



Straczewo fand ich dort fünf Familienmitglieder, es waren dies drei Söhne im Alter von 16 bis 19 Jahren, deren 
Mutter und deren Großmutter. Die Großmutter war im Alter von etwa 60 Jahren. Den Ehemann Richert hatte 
man offenbar nicht gefunden. Ich hörte, daß er sich in der Scheune versteckt hatte. Mit ihm zusammen hatten 
seine zwei Töchter und zwei jüngere Söhne Unterschlupf gefunden, ohne von den Polen entdeckt zu werden. 
Ferner lagen auf dem Felde Jakob Blum und sein 19j ähriger Sohn, ebenfalls aus Straczewo. Ferner der 
Landwirt Johann Feiertag mit seiner Frau, der junge Peplau und Frau Leschner, eine Nichte des Landwirts 
Blum, die sich gerade bei ihm auf Besuch befand. Frau Richert hatte ausgestochene Augen, auch war ihr die 
gesamte Schädeldecke eingeschlagen oder abgeschossen; Johann Blum hatte neben einer Schuß Verletzung noch 
einen Bajonettstich; dem Otto Richert fehlte 

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die rechte Gesichtshälfte. Deutsche Soldaten machten von diesen Leichen fünf photographische Aufnahmen. 
Welchem Truppenteil diese Soldaten angehörten, weiß ich nicht. Wie ich von dem Ehemann Richert hörte, 
sollten Täter polnische Soldaten gewesen sein, die den Auftrag hatten, die Dörfer nach Deutschen abzusuchen 
und diese niederzumetzeln.« 

Aufgesucht erscheint die Landwirtstochter Martha Baar aus Wojciechowo und erklärt auf Befragen nach 
entsprechender Eidesbelehrung: 

» ... Zunächst kam in unser Haus ein einfacher Soldat herein. Er fragte, ob wir Deutsche seien und viele Söhne 
hätten. Wir bejahten die Frage, daß wir Deutsche seien, und hinsichtlich der Frage nach den Söhnen erklärte 
ich, daß nur mein 46jähriger Bruder Karl anwesend sei. Kaum war er wieder ausgegangen, als ein Podporucznik 
(polnischer Leutnant) hineinkam und sich von meinem Bruder den Militärpaß zeigen ließ. Ich stand im 
Hausflur. Mein Bruder Karl, meine Schwester Lydia, meine Mutter, ein 13jähriger Junge namens Arthur Bieser 
und ein polnisches Mädchen namens Hedwig (9 Jahre) hielten sich in der Küche auf. Als sich der polnische 
Leutnant den Militärpaß durchgelesen hatte, sagte er auf polnisch: "Es schadet nichts", drehte sich um und ging 
hinaus. Er hatte jedoch kaum den Hof betreten, als er sich wieder umwandte, und aus seinem Karabiner in die 
Küche hineinschoß. Zuerst erhielt mein Bruder Karl einen Bauchschuß, er sank sofort zu Boden, war jedoch 
nicht tot. Daraufhin schoß er auf meine Schwester Lydia, die ebenfalls zu Boden stürzte, sich jedoch wieder 
erheben konnte und in den Garten lief. Dort muß sie sich hingelegt haben, denn wir fanden sie dort nach dem 
Einrücken der deutschen Truppen vor. Sie hatte jedoch mehrere Verletzungen, muß also im Garten nochmals 
gestochen worden sein oder weitere Schüsse erhalten haben. Der später, etwa zwei Stunden später eintreffende 
deutsche Militärarzt verband sie noch, jedoch starb sie nachts an den erlittenen Verletzungen. 

Auf meine Mutter gab der polnische Leutnant ebenfalls einen Schuß ab, traf jedoch vorbei. Der 13jährige 
Schüler Bieser erhielt einen Schulterschuß. Der letzte Schuß galt mir, ich stand immer noch im Hausflur. Auch 
an mir schoß er vorbei. Nunmehr brachten meine Mutter und ich - der Schüler Bieser und die polnische 
Schülerin Hedwig waren inzwischen weggelaufen - den noch nicht toten Bruder Karl in den Keller und wollten 
dort Schutz suchen. Dieser erklärte mehrmals, es hätte doch keinen Zweck, er müsse bald sterben, und ver- 
schied auch bald darauf. Inzwischen hatten die polnischen Soldaten unsere Scheune angesteckt, und das Feuer 
trieb durch den Wind auf unser Wohnhaus zu, so daß dieses schließlich ebenfalls Feuer fing. Wir stürzten im 
letzten Augenblick ins Freie und mußten bereits durch die Flammen hindurchlaufen. Meinen toten Bruder 
ließen wir im Keller liegen, so daß er mit dem Wohnhaus zusammen verbrannte. Es waren nur noch Knochen 
übriggeblieben, als wir nach dem Abbrennen des Hauses nach ihm suchten. Als wir ins Freie stürzten, waren 

-40- 

die polnischen Soldaten bereits vom Hofe weggegangen, standen jedoch an unserem Garten am Wege und 
feuerten in der Richtung, aus der die deutschen Truppen anrückten. Zwei Stunden später trafen die ersten 
deutschen Soldaten bei uns ein. 



In unserem Dorfe haben die polnischen Truppen drei deutsche Gehöfte abgebrannt und dabei auch den 
Landwirt Gatzke erschossen. Gatzke war etwa 32 Jahre alt.« 

In einem kaum zu schildernden Blutrausch stürzten sich Polen auf die hilflose deutsche Minderheit. Hier 
wurden keine »Faschisten und Militaristen« hingeschlachtet - die waren gar nicht vorhanden -, sondern 
schlechthin die Deutschen, die einfach vogelfrei waren. 

Von einer deutschen Mutter geboren! Das allein war das Todesurteil für alle die Zehntausende Opfer polnischer 
Grausamkeit. Man kannte kein Erbarmen; es fielen wie in einem blutigen Schnitt die Taglöhner und die 
Rittergutsbesitzer, die Fabrikdirektoren und ihre Arbeiter, die Bauern und die Bürger, die Männer und die 
Frauen, die Kinder und die Greise. Und auch die deutschen Priester. In jenen Tagen protestantischer Pastor zu 
sein war lebensgefährlich. 

Pfarrer Friedrich Just (55) aus Sienno wurde dort am 1. September ermordet, Pfarrer Richard Kutzer (46) am 3. 
September in Bromberg- Jägerhof, Diakon Willy Lubnau (39) aus Posen am 10. September bei Kutno, mit ihm 
starb Diakon Gurkasch. Pfarrer Emil Mix (64) aus Streino erlag am 20. September in Lodz den Folgen schwerer 
Mißhandlungen. Superintendent Georg Relsel (75) aus Neu-Tomischl starb am 22. September in Posen an den 
Folgen der polnischen Internierung. 

Pfarrer Paul Rudolph (43) aus Gräz wurde am 10. September bei Kostsdün ermordet, Pfarrer Johannes Tauber 
(47) aus Sontop ebenfalls am 10. September bei Kostschin, Pfarrer Johannes Schwerdtfeger (48) aus Posen am 
10. September bei Kutno. Ermordet wurden: Der Pfarrer Oskar Reder (63) aus Mogilno Anfang September bei 
Chodecz, Pfarrer und Dozent an der Technischen Hochschule in Posen Ernst Kienitz (44) Anfang September 
bei Turek, Pfarrer Heinrich Werner (34) aus Exin am 4. September bei Hohensalza, Pfarrer Wilhelm Borgmann 
(30) aus Neustadt/Pinne am 4. September bei Kostschin, Vikar Max Miecke (25) aus Schmieget am 8. 
September bei Turek. 

Vergeblich suchte nach dem deutschen Einmarsch Generalsuperintendent D. Blau in allen Zeitungen nach 
Aufklärung des Schicksals vermißter Geistlicher, zum Beispiel des Superintendenten Julius Aßmann aus 
Bromberg, des Pfarrvikars Ernst Fröhlich, Schönsee. Sie waren mit ihren Pfarrkindern untergegangen, irgendwo 
verscharrt und wahrscheinlich infolge der Verstümmlungen, die man ihnen zugefügt hatte, nicht mehr zu 
erkennen gewesen, so wie die über 45 000 Opfer, die nicht wieder ausgeforscht werden konnten. 

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Aber nicht nur die Protestanten wurden solchermaßen behandelt, sondern auch die Katholiken. Vor der 
Untersuchungsstelle für Verletzung des Völkerrechts beim Oberkommando der Wehrmacht gab in Posen am 5. 
Oktober 1939 der katholische Pater Breitinger zu Protokoll: 

»Ich heiße Lorenz Breitinger, Ordensname Pater Hilarius, geboren am 7. Juni in Glattbach bei Aschaffenburg, 
Seelsorger der deutschen Katholiken in Posen, wohnhaft im Franziskanerkloster in Posen. 

Am 1. September 1939, gegen 18 Uhr, erschien an der Klosterpforte ein Polizeibeamter und erklärte mich für 
verhaftet. Auf meine Bitte, etwas Wäsche und Lebensmittel mitnehmen zu dürfen, erwiderte er, daß das nicht 
notwendig sei, da ich nach einem kurzen Verhör bereits in einer halben Stunde wieder zu Hause sein würde. 
Vor dem Kloster wartete ein weiterer Polizeibeamter mit aufgepflanzter Seitenwaffe, und beide Polizisten 
führten mich mit drei anderen Verhafteten wie einen Schwerverbrecher zum Polizeipräsidium. Dort drückte mir 
der mich verhaftende Polizeibeamte gegen eine Empfangsquittung einen Internierungsschein in die Hand, 
woraus ich ersah, daß ich regelrecht interniert sei. Auf dem Polizeihof traf ich etwa 20 Bekannte an, und mit 
ihnen zusammen verbrachte ich die Nacht unter freiem Himmel. In der Nacht trafen weitere Transporte von 
Leidensgenossen aus anderen Stadtteilen ein ... 

Am 2. September 1939 mußten wir uns in zwei Gliedern aufstellen. Ein Polizeibeamter in Zivil sprach uns dann 
im Namen des Wolwoden alle Ehrenrechte ab und bemerkte weiterhin, daß wir jetzt in ein Lager marschieren 
müßten und daß derjenige, der nicht ordentlich auf der Straße marschiere, sofort erschossen werden würde. Die 



Polizisten luden sodann ihre Gewehre, pflanzten die Seitenwaffen auf, und nunmehr wurden wir durch die 
Straßen Posens nach Glowno geführt. Der links und rechts der Straße harrenden Menschenmenge riefen die 
Polizisten immer wieder zu: 'Dies sind alles Deutsche' und die Antwort der Menge war dann regelmäßig ein 
unglaubliches Schreien und Toben sowie entsetzliches Fluchen. Am alten Markt wurde die Menge bereits 
handgreiflich, und wir erhielten Stockschläge, Fußtritte und Steinwürfe, so daß wir bereits bei unserer Ankunft 
in dem Vorort Glowno voller Beulen waren. In einem Gasthaussaal in Glowno schöpfte ich Hoffnung, als ein 
katholischer Geistlicher, der Vikar von Glowno, den Saal betrat. Insbesondere hoffte ich, bei ihm für uns alle 
Verständnis und Schutz sowie vor allem Auskunft über unsere Zukunft zu finden. Maßlos erstaunt war ich, als 
dieser jedoch nach meiner Vorstellung mich zu prüfen begann, ob ich nicht ein verkleideter Spion sei, und mich 
in grobem Ton fragte, warum ich denn mit der Waffe in der Hand gegen die Polen gekämpft hätte. Völlig 
sprachlos gab ich nunmehr jeden Versuch einer weiteren Unterhaltung auf. 

Am späten Nachmittag wurden wir dann auf eine große Wiese geführt, die von einer großen Menschenmenge 
umlagert wurde. Es kamen weitere Gruppen 

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Internierter dazu, darunter Frauen und Kinder, zwei Krüppel, die kaum laufen konnten, es waren 
Kriegsinvaliden mit Holzbeinen, und eine große Menge mit verbundenen Köpfen, deren Kleider mit Blut 
besudelt waren. Auf der Wiese mußten wir uns in Reihen zu vieren aufstellen und wurden abgezählt. Darauf 
mußten wir auf Geheiß des Anführers unserer Wachmannschaft, die aus einigen Polizisten und verschiedenen 
Gymnasiasten in der Uniform der militärischen Jugendorganisation bestand, exerzieren und einen Haßgesang 
auf Deutschland anstimmen. Sodann ließ er mich unter dem Gejohle der Menge in meiner Ordenstracht allein 
vortreten und exerzierte mit mir allein. Schließlich stellte er mich dann in die erste Reihe, gleichsam als 
Anführer der Aufständischen, als die wir stets bezeichnet wurden. Daraufhin ging es zu Fuß nach Schwersenz 
durch ein Spalier verhetzter Menschen, die uns bespuckten, mit Pferdemist bewarfen und mit Stöcken und 
Fußtritten mißhandelten. Die Begleitmannschaft tat nichts, uns vor diesen Mißhandlungen zu schützen, bzw. 
war sie, falls ein Schutzwille vorhanden war, völlig machtlos und nicht energisch genug. In Schwersenz schlug 
vertierter Pöbel auf Krüppel und Kinder, welche auf Wagen saßen, so lange ein, bis diese Stöcke in Trümmer 
gingen. Am nächsten Tag bemerkte ich, daß fast sämtliche Vorsitzenden aller deutschen Organisationen und die 
gesamte deutsche Geistlichkeit zusammengetrieben war. Es waren alles Menschen, die überzeugt waren, daß sie 
dem polnischen Staat gegenüber ihre Staatsbürgerpflicht stets gewissenhaft erfüllt hatten, und es darum auch 
nicht begreifen konnten, daß man sie jetzt noch schlechter als Schwerverbrecher behandelte. 

In Schwersenz baten sowohl ein evangelischer Geistlicher als auch ich, bei den Internierten die Seelsorge 
ausüben zu dürfen. Ich erhielt jedoch von dem Führer unserer Begleitmannschaft eine grobe verneinende 
Antwort. Unter Spießrutenlaufen ging es dann weiter durch Kostrzyn nach Wreschen. Hier erhielten wir wieder 
schwere Stockhiebe und Fußtritte. Hier fuhr mein Kardinal an uns vorbei, der uns als Posener Internierte 
erkannt haben mußte. Er setzte sich für uns jedoch nicht ein. In Wreschen mußten wir in einem Saale eine 
Zeitlang wiederum exerzieren, man ließ uns aufstehen, hinsetzen, knien usw. Mich nahm er besonders vor, 
nannte mich einen Heuchler und Schwindler und erklärte, daß man mir das Kreuz abreißen müßte, da ich es 
verraten habe. Gegen Mittag ging der Marsch weiter. Die Wachmannschaft fuhr auf den Wagen zusammen mit 
Kranken, und oftmals mußten wir im Trab hinter den Wagen herlaufen, wenn es den Kutschern gerade paßte, 
diese Gangart einzuschlagen. In Ortschaften suchte jeder von uns mit Decken und Mänteln seinen Kopf vor 
gefährlichen Steinwürfen zu schützen. Unverständlich war es für mich, daß sich polnische Soldaten, ja sogar 
polnische Offiziere in besonderer Weise an diesen Mißhandlungen beteiligten. So kam es zuweilen vor, daß 
polnische Heeresangehörige, die Ordensauszeichnungen trugen, unsere Reihen entlang gingen und den- 

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jenigen, den sie erreichen konnten, mit einem sehr kräftigen Fußtritt bedachten. Von Konin aus konnten wir 
unseren Marsch nach Kutno nicht mehr fortsetzen und marschierten plötzlich nach Norden. Etwa 7 km hinter 



Konin verließ uns unsere Begleitmannschaft, und es blieb ein einziger Polizist, der geistig beschränkt war, 
zurück. Inzwischen wurden wir von polnischen Reservisten mit langen Prügeln und Steinen mißhandelt. Von 
diesen befreiten uns Feldpolizisten. Auf einem Vorwerk bei Maliniec konnten wir drei Tage liegenbleiben, da 
unser Polizist erst Weisung holen mußte, was mit uns geschehen sollte. 

Hinter Siezen kamen wir durch die ersten polnischen Stellungen und wurden hinter der Stadt auf einem Gutshof 
untergebracht, der völlig mit polnischem Militär belegt war. Hier war es ein junger polnischer Leutnant, der uns 
unter unzähligen Verwünschungen den Tod androhte. Am nächsten Morgen wurden wir bereits um 2 Uhr 
morgens zum 'Weitermarsch geweckt. Die Wagen mit Krüppeln und Kindern blieben zurück. Später hörte ich, 
daß man diese erschossen hatte. Es war dies die ganze Familie Schmolke und noch ein Kriegsinvalide mit 
einem Bein. Bei Kanonendonner ging es nach einem Gewaltmarsch nach Babiak. Am Nachmittag ging es 
wieder weiter, nachdem wir jetzt in drei Gruppen eingeteilt worden waren und zu unserer Bewachung noch 
zahlreiche Soldaten hinzukamen. Auf einem Waldweg mußten wir den Soldaten alle Uhren und sonstigen 
Schmuckgegenstände, Geld und zum Teil sogar Eheringe abliefern. Als wir am Montag morgens wieder 
weitermarschierten, konnten einige von uns nicht mehr auf den Füßen stehen. Neben fünf Kranken, die 
unmöglich weitergehen konnten (unter diesen befand sich eine Lehrerin aus Posen) blieben drei Gesunde zu 
deren Schutz zurück. Später erfuhren wir, daß diese von der Bewachung einfach niedergeschossen und in 
viehischer Weise mit Steinen zu Tode geschlagen worden waren. 

Nach tagelangem Hin- und Hermarschieren, die Front rückte immer näher an uns heran, wurden wir dann am 
17. September 1939 von deutschen Truppen befreit. Ober Breslau wurden wir durch die deutsche Wehrmacht 
wieder in die Heimat zurückbefördert. 

Laut diktiert, genehmigt und unterschrieben 

gez. Lorenz Breitinger (P. Hilarius)« 

Der katholische Pfarrer August Rauhut, geboren am 21. September 1888 in Dambitsch, Kreis Lissa, Seelsorger 
der deutschen Katholiken zu Gnesen, gab dort am 21. September 1939 über seine Erlebnisse in der polnischen 
Gefangenschaft über das Schicksal seiner Mitgefangenen zu Protokoll: 

»Am Donnerstag, dem 14. September 1939, wurden auf dem Friedhof in Powitz durch Zivilpersonen, die die 
Stadt Gnesen entsandt hat, die frischen Gräber aufgegraben, und man fand sowohl Herrn Derwanz als auch 
Wiedemeyer tot auf. Wiedemeyers Leiche war besonders verstümmelt und zeigte ins- 

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besondere blutende Wunden am Hals. Beide Herren sind von polnischem Militär umgebracht worden. Außer 
diesen beiden Herren sind noch sechs weitere Personen aus der Umgebung von Gnesen dicht bei ihren Höfen 
von bewaffneten Zivilpersonen bestialisch ermordet worden. Darunter befanden sich Kröpf und sein 
Schwiegersohn Brettschneider. Einem Ermordeten hatten sie... [die grausigen Verstümmlungen sind kaum 
wiederzugeben.] 

Pfarrer Rauhut selbst wurde ständig mit dem Erschießen bedroht. 

Der katholische Pater Odilo Gerhard, Seelsorger der Deutschen in Krakau, wurde am 1. September von den 
Polen verhaftet und mit vielen seiner Gemeindemitglieder über Radom-Brestlitowsk bis in das berüchtigte 
Internierungslager Bereza-Kartuska verschleppt. 

In der Zeitschrift der katholischen Mission für das Deutschtum im Ausland »Die Getreuen« schilderte er im 
Oktoberheft 1939 seine Erlebnisse, die auszugsweise wiedergegeben werden: 

»Um 7.30 Uhr abends lief der Zug in Bereza-Kartuska ein, und nach heißem Marsch von 5 Kilometern langten 
wir gegen 8 Uhr im Internierungslager an. Gleich entfernte man unsere zehn Mann Bedeckung. Dann hieß es 
Spießrutenlaufen durch eine Gasse von 200 Polizisten, die mit Gummiknüppeln, Gewehrkolben und Holzlatten 



auf uns einschlugen, wobei sie 70jährige Greise nicht verschonten. Auf dem Übungsplatz wurden wir abgezählt 
und dann in einen geheizten Raum gebracht, wo jeder mit dem Gesicht nach unten auf dem Zementboden liegen 
mußte. Ich schickte mich gerade an, mich hinzulegen, da schlägt mich ein Polizist mit dem Gummiknüppel und 
zerrte mich hinaus zum Kommissar des Lagers. Der fragte mich aus und gab Befehl, mich zu den Ärzten auf die 
Isolierstelle 2 zu legen und mir eine bessere Behandlung zu geben. Bei den Ärzten fiel ich halbohnmächtig um 
und bat um Wasser. 

Am 8. September sagten meine Leidensgefährten bei der ärztlichen Untersuchung auf dem Übungsplatz: "Man 
hat dich ja ganz schwarz geschlagen !" Bevor man mich ohne Ordenskleid, nur in Hemd und Hose, auf den 
Platz führte, verhörten mich fünf Kommandanten. Jeder sagte: "Wenn Sie römischkatholischer Geistlicher sind, 
sind Sie ein Pole." Ich erwiderte: "Nein, ich bin ein Deutscher!" "Ja, ein deutscher Spion", und schon bekam ich 
auf meine Verneinung einen Schlag mit dem Gummiknüppel. Auf dem Platz mußten wir in glühender 
Sonnenhitze und unerträglichen Staubwolken bis zum Abend stehen, ohne Essen und Trinken. Dann wurde uns 
bis auf das Geld und die notwendigste Wäsche alles abverlangt; selbst Rosenkranz, Medaillon, Brevier usw. 
mußten abgegeben werden, Rauchwaren, Rasierzeug, Nägelreiniger. 

Dann begann der Drill. Man ließ uns Freiübungen machen mit Hinlegen, Hinsetzen, wobei ein Kommandant 
dauernd mit dem Gummiknüppel oder auch mit einem Holzscheit die Leute schlug, welche die Übungen nicht 
schnell genug ausführten. Um 8 Uhr abends wurden wir auf unseren Saal geführt: 

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etwa 17 Meter lang, 7 Meter breit, 4 Meter hoch, mit 16 Pritschen, die übereinanderlegen. Eine Pritsche für 
neun Mann, wobei nur vier einigermaßen hätten liegen können. Da mit mir drei Männer von über 60 Jahren 
lagen, dabei ein Italiener, welcher an Lungenentzündung schwer erkrankt war, legte ich mich unter die Pritsche 
auf den Zementboden. Einen Eimer Wasser gab man für die 140 Personen und das erst am dritten Tag, wie wir 
Brot auch erst am fünften Tag bekamen. Vielleicht 30 Gramm pro Kopf, und dabei war es matschig, so daß ich 
nur die Krusten nahm, sie zwei Tage aufbewahrte und dann erst in kleinen Stückchen genoß. Heiße 
Wassersuppe mit wenigen Graupen gab es verschieden: einmal früh um 8 Uhr und spät um 7 Uhr; dann wieder 
nur einmal gegen 1 1 Uhr. Von früh 4 Uhr bis spät 8 Uhr befanden wir uns auf dem Übungsplatz. Die Ärzte 
rieten jedem, der schlappmachen würde, sich nicht ins Spital zu melden, weil er es kaum lebend verlassen 
würde, was sich bei vielen auch bewahrheitete. 

So gingen die Tage dahin. Am Sonntag, dem 10. September, bat ich den Kommandanten um die Erlaubnis, 
gemeinsam im Saal ein Gebet sprechen zu dürfen. Die Antwort war eine Flut unflätiger Worte und Schläge mit 
dem Gummiknüppel. Dasselbe geschah, als ich bat, die Kranken und Sterbenden mit geistlichem Trost zu 
versehen. 

In der Nacht vom Sonntag (17. September) zum Montag um 3 Uhr erfuhren wir, daß die Polizisten geflohen 
und wir frei seien. Bald standen wir auf dem Übungshof, wo ich viele deutsche Katholiken aus Krakau und der 
Provinz Posen, die ich seelsorgerisch betreut hatte, wiedersah. Leider fanden wir hinter dem Spital 7 deutsche 
gefangene Fliegeroffiziere und 16 Internierte, darunter jene, die in Dunkelhaft gesessen hatten, mit 
zerschmetterten Köpfen tot auf.« 

Die Vertreibung begann schon 1939 

Mit Ausbruch der deutsch-polnischen Feindseligkeiten trieben die Polen Zehntausende Volksdeutsche und alle 
Reichsdeutschen, die sich in Polen befanden, gegen Osten. Der Bauer Georg Drescher aus Czempin und der 
Arbeiter Fritz Kretschmer aus Alt-Boyen schilderten den Marsch, den sie erlebt hatten, folgendermaßen: 

»Etwa 400 Mann, als Begleitung Polizei und Hilfspolizei, marschierte unsere Gruppe von Schrimm ab nach 
Schroda über Neu-Tomischl. In Schroda trafen wir abends ein und wurden für die Nacht in einer Turnhalle 
untergebracht. Auf dem Hof erhielten wir unsere ersten Schläge von polnischen Soldaten, auch Pastor Kienitz 
wurde hier zum erstenmal mißhandelt, und zwar von einem 



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polnischen Fähnrich. Am nächsten Mittag marschierten wir nach Peisern, wo wir im Laufe des Abends 
eintrafen. Dort wurden wir in einer Halle, in welche 50 bis 60 Mann gut hineingegangen wären, untergebracht. 
Man kann sich vorstellen, wie wir, 3 bis 400 Personen hier herumlagen. Keiner durfte austreten und seine 
Notdurft verrichten; wir erhielten auch kein Wasser.« 

In der Nacht wurden die Deutschen zu je zwei Mann mit Stricken aneinander gebunden, dann ging der Marsch 
weiter über Konin nach Turek. Auf diesem Marsch hatten die Deutschen die ersten Toten. 

Der Arbeiter Kretschmer bezeugte unter Eid: 

»Der alte Baron von Gersdorff war zurückgeblieben. Er phantasierte schon vor Erschöpfung. Als Soldaten auf 
ihn einstachen, um ihn zu schnellerem Gehen zu veranlassen, griff er nach dem Bajonett dieses Soldaten, um 
den Stich abzuwehren. Er wurde in den Graben gestoßen, und dann fiel ein Schuß. Herr v. Gersdorff sank tot 
zusammen.« 

Drescher berichtete: 

»Auf diesem Wege sprang einer meiner Kameraden in ein Wasserloch, um sich das Leben zu nehmen. Die 
Soldaten feuerten drei Schüsse auf ihn ab, worauf er in dem Loch liegenblieb. Im Walde wurden wir an dem 
Zaun eines Gehöftes aufgestellt, und ein polnischer Offizier erklärte, daß wir zum Tode verurteilt seien. Darauf 
lief einer meiner Kameraden fort und wurde mit drei Schüssen niedergestreckt. Es war Fritz Sonnenberg aus 
Czempin. Nunmehr wurden wir auf die Straße gestellt und sollten in einer Sandgrube erschossen werden. Mit 
hocherhobenen Händen mußten wir kilometerweit marschieren. Sofern wir in den Händen schwach wurden, 
erhielten wir Bajonettstiche und Kolbenschläge. Hinter mir hörte ich Schüsse fallen, woraus ich schließen muß- 
te, insbesondere aus den Schreien der Getroffenen, daß wieder einige Kameraden ihr Leben gelassen haben. 
Baumeister Bergmann erhielt furchtbare Kolbenstöße, der Gutsbesitzer Hoffmann- Waldau erhielt sieben 
Seitengewehrstiche. Ich selbst erhielt einen Seitengewehrstich in den rechten Arm. Schließlich wurden wir auf 
einen Kirchplatz geführt und mußten uns dort auf den Bauch mit vorgestreckten Händen legen. Wir warteten 
auf unseren Tod. Die Soldaten benutzten jedoch unsere Stellung dazu, uns bis zum letzten auszuplündern. 
Einige Kameraden mußten sogar die Stiefel ausziehen, so daß sie barfuß laufen mußten. Drauf wurden wir 
wieder in Marsch gesetzt und sollten auf einem deutschen Friedhof erschossen werden. Der Marsch ging über 
Ackerland, dabei verlor ein Kamerad die Ruhe und wollte davonlaufen. Einige ihm nachgesandte Schüsse 
machten seinem Leben ein Ende. ... In eine andere Gruppe, die an uns vorbeizog, schössen die polnischen 
Soldaten mit Gewehren und Maschinengewehren hinein. Dieser Marsch war ein reiner Todesweg. Wahllos 
wurde von den Soldaten in unsere Reihen geschossen. Bei diesem Marsch blieb dann auch der Gutsbesitzer 
Hoffmann- Waldau.« 

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Unter Eid bekundete der Zeuge Max Hofmann aus Schokken, Kreis Wongrowitz, folgendes: 

» ... Ich sah z. B. selbst, wie eine Frau aus der Bromberger Gruppe, die nicht mehr weiterkonnte und bereits 
geistesgestört war, von einem Wachmann mit dem Kolben totgeschlagen wurde. Auch den etwa 70 Jahre alten 
Kriegsinvaliden Ernst Kiok aus Jaroschau bei Wongrowitz, der bereits seit längerer Zeit nicht mehr laufen 
konnte und auf einem Wagen lag, zogen die Begleitmannschaften vom Wagen herunter, warfen ihn in einen 
Straßengraben und schlugen ihn dort mit dem Kolben tot. Auf unserem Wege nach Lowitsch lagen zahlreiche 
Leichen von internierten Volksdeutschen links und rechts der Straße und auch auf der Straße selbst, so daß wir 
fast über diese stolperten. Es war ein unglaublicher Leidensweg, der sich in Richtung Lowitsch bewegte. Auch 
das an unserem Zuge vorbeiziehende Militär beteiligte sich an den Mißhandlungen und dergleichen.« 

Geschäftsführer Wilhelm Romann aus Wongrowitz bekundete unter Eid am 22. September 1939 von dem 
Marsch nach Kutno, wo die Deutschen in Gruppen zu je 1000 Mann eingeteilt wurden: 



»Nach eineinhalb Tagen etwa ging es weiter in Richtung Wlociawek. Dort mußten wir den Zug verlassen, und 
unsere Gruppe von 52 Mann wurde dreimal durch die Stadt geführt, wobei wiederholt auf uns eingeschlagen 
wurde. Aubert wurde mit einer Luftpumpe das Nasenbein zertrümmert. Dem Pastor Rakette wurde von einem 
Zivilisten mit einem harten Gegenstand ins Gesicht geschlagen, so daß er blutüberströmt war. Wenn uns 
polnische Truppen begegneten, schlugen sie auf uns mit Spaten ein, in eine hinter uns gehende Gruppe haben 
sie mit Maschinengewehren geschossen.« 

Tierarzt Dr. Schulz aus Lissa bezeugte: 

»Am Nachmittag des 1. September wurden die etwa 350 bis 400 festgenommenen Deutschen durch einen 
Feldwebelleutnant des polnischen Heeres nach Storchnest gebracht. Unter uns befand sich der 82jährige 
Professor Bonin in Unterhose und Schlafrock, der 82jährige Schneidermeister Tiller sowie noch andere 
70jährige Männer waren im Zuge. Auch Frauen befanden sich unter uns. Man hat sich nicht gescheut, auch 
kleine Kinder mitzuschleppen.« 

Auch während dieses Zuges wurde eine Reihe Deutscher erschossen, unter anderem Gaumer und Weigt, wie 
weitere Kameraden. 

Der Friseur Kurt Seehagel aus Rogasen schilderte, wie er mit zwei Dutzend Einwohnern von Rogasen 
festgenommen und mit einer Gruppe von etwa 700 Deutschen in Richtung Warschau getrieben wurde. 
Zwischen Kutno und Lowitsch begann ein polnischer Offizier, der einen Deutschen mit der Pistole niederschoß, 
mit dem Morden. Seehagel sagte wortwörtlich aus: 

»Unterwegs zogen die Begleitmannschaften wahllos Kameraden von mir aus der Kolonne heraus und brachten 
sie auf die eine oder andere Weise um, ent- 

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weder durch Kolbenschläge oder Schüsse. Mich selbst zogen sie zwischen Lowitsch und Warschau, d. h. unsere 
Begleitmannschaften, auch aus der Gruppe heraus (nachts), blieben mit mir zurück und wollten mich 
kaltmachen, das waren im ganzen drei Mann der Begleitmannschaften. Einer hielt mich am Arm fest, die beiden 
anderen schlugen mit Kolben auf mich ein. Es gelang mir, mich loszureißen und zu flüchten. Durch einen hinter 
mir hergesandten Schuß trug ich einen Schulterdurchschuß davon und stürzte hin. Daraufhin hörte ich noch 
rufen: Der hat genug. Es gelang mir jedoch, weiterzulaufen und mich so lange zu verstecken, bis ich deutsche 
Truppen sah. Als ich, mit frischem Hemd von diesen versehen, mich gewaschen hatte, sowie von deutschen 
Sanitätern verbunden wurde, zog ich mit anderen befreiten Volksdeutschen Kameraden ein Stück die 
Marschstraße entlang, die unsere Gruppe vorher gegangen war. Dabei konnte ich zahlreiche Leichen von 
Volksdeutschen Kameraden auf der Straße bemerken. Die meisten waren gräßlich verstümmelt, die Gesichter 
waren unkenntlich. Meines Erachtens sind sie mit Kolben totgeschlagen worden.« 

Der Landwirt Dr. Albrecht Schubert aus Grüne bei Lissa bekundete unter Eid über seinen Marsch nach dem 
Osten: 

»Die Volksdeutschen Zivilgefangenen bestanden aus Personen im Alter von 14 bis 76 Jahren, darunter auch 
Frauen. Den Anstrengungen des Marsches war kein Gefangener gewachsen, zumal der Marsch ohne jede 
Verpflegung und im wesentlichen ohne Unterkunft und in völlig unzureichender Bekleidung ausgeführt werden 
mußte. Die Leute waren meist nur mit Hemd und Hose bekleidet, teils nur in Holzpantoffeln, teils nur mit 
einem Schuh bekleidet, als sie verhaftet wurden. Man hatte ihnen nicht Zeit gelassen, sich vollständig anzuzie- 
hen. Im allgemeinen wurden Marschkranke, die nicht mehr weiter konnten, durch Erschlagen oder Erschießen 
beseitigt.« 

Der Zeuge Willi Bombitzki aus Gräz bekundete unter Eid, daß der Deutsche Oskar Rothe aus Konkolewo 
erschossen wurde, weil er einen reichsdeutschen Paß hatte. Der polnische Oberleutnant erschoß mit eigener 
Hand Wilhelm Busch aus Neu-Tomischl und weitere Internierte. Auch der Güterdirektor Paul Wiesner aus 
Wollstein bekundete in Posadowo am 4. Oktober 1939, daß bei einem Transport ein Oberleutnant wahllos 



persönlich erschoß, unter anderem den Deutschen Pohlmann aus Skalowo. Der Zeuge Gerd v. Delhaes-Günther 
aus Kreuzfelde, Landwirt, bekundete ebenfalls unter Eid, daß ein polnischer Pionierleutnant in Schrimm 13 
Deutsche erschießen ließ, von denen wegen der furchtbaren Verstümmelung nur neun identifiziert werden 
konnten. Es waren dies Hermann Raabe, Piechanris; Herbert Raabe, Piechanris; Vater Steinke, Peterkowalz; 
Sohn Steinke, Peterkowalz; Paul Steinke, Peterkowalz; Manthel, Piechanris; Wilhelm Nier, Peterkowalz; Kint, 
Peterkowalz; Adam, Peterkowalz. 

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Der Bäckermeister Otto Kaliske aus Rakwitz bekundete unter Eid am 4. Oktober 1939, daß aus seiner Gruppe 
in Stenschewo der Deutsche Neumann aus Rakwitz erschlagen wurde und alle 80 Personen des Transportes 
schwer mißhandelt. In Fabianowo schoß die polnische Feldwache wahllos auf die sechs Wagen, wodurch der 
Deutsche Druse aus Tarnowo und Otto Werner erschossen wurden. Die meisten wurden verletzt. Wer nicht 
marschieren konnte, war des Todes. Kaliske berichtet wortwörtlich: 

»Als wir von Babiak abmarschierten, konnten zwei Frauen und drei Männer nicht mehr weiter und blieben 
liegen; darunter befanden sich Herr v. Treskow im Alter von 65 Jahren sowie Fräulein Dr. Bodinik. Außerdem 
blieben bei diesen fünf zwei junge Männer zu deren Schutz zurück. Als wir ein kurzes Stück Wegs gegangen 
waren, hörten wir hinter uns Schüsse. Nach unserer Befreiung erhielten wir die Nachricht, daß alle sieben 
erschossen worden sind. In einem Dorf vor Babiak mußten wir die Familie Schmolke, es waren dies der 
Invalide ohne Beine, seine 15jährige Tochter und sein IV2) ähriges Kind zurücklassen, und einen weiteren 
Invaliden mit einem Bein mit Namen Jentsch. Von diesen hörten wir ebenfalls, daß sie dort erschossen worden 
sind.« 

Deutsche auf dem Todesmarsch 

Pastor Leszczynski aus Kosten, der den Verschlepptenzug bis Turek-Tarnowa mitmachte, schildert den Tod der 
100 Deutschen auf den Feldern bei Tarnowa im »Ostdeutschen Beobachter« Nr. 259 vom 9. November 1939. 
Die dort erschossenen und ausgeraubten Deutschen wurden in zwei Massengräbern von 30 und 70 grauenhaft 
verstümmelten Leichen am 14. Oktober 1939 aufgefunden: 

»Es war der 1. September. Wagenkolonnen mit Flüchtlingen durchführen die Stadt Kosten. Sie wurden durch 
fliehende Post- und Bahnbeamtenfamilien sehr behindert, die mit Akten zum Bahnhof eilten. In den 
Mittagsstunden drang eine angetrunkene Horde junger Polen in mein Haus und zerrte mich auf die Straße. 
Unter Gejohle und Geschrei wurde ich nach dem Polizeigefängnis gebracht. In einer Zelle traf ich 
Tischlermeister Böhm und Sattlermeister Schön. Am Nachmittag wurden die verhafteten Deutschen in das 
Haus des "Sokol" geführt, wo die Namen festgestellt wurden. Neben den aus Kosten stammenden Schön, 
Wegener, Buchholz (Vater und Sohn), Böhm und mir waren es hauptsächlich Schmiegeier Einwohner: Mieke, 
Halliand, Zugehör und Sohn u. a. Am Abend wurden wir in das Gerichtsgefängnis gebracht, wo etwas später 
neue Inhaftierte eingeliefert wurden, die man unter Kolbenstößen in die Zellen trieb. 

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Am 2. September traten wir, etwa 300 Mann, unter Führung der Wachtmeister Wawrzyniak und Schwarz den 
Weg über Kawczyn nach Czempin an. Dort wurden wir von einer aufgewühlten Menschenmenge mit den 
übelsten Schimpfworten bedacht. Gleichzeitig setzte die Verfolgung der Czempiner Deutschen ein. Viele von 
ihnen, darunter auch Pastor Kienitz, wurden in unsere Gruppe eingereiht. Dann ging es weiter nach Schrimm. In 
Schrimm wurden wir zum erstenmal mißhandelt. Der Marsch durch die Straßen glich einem Spießrutenlaufen. 
Mit Kolben und Stößen wurde unbarmherzig auf uns eingeschlagen. Ich selbst erhielt mehrere Fußtritte in den 
Oberschenkel und ins Kreuz. Wir erhielten erst Ruhe, als man uns auf den Klosterhof gesperrt hatte. 

Am nächsten Tage ging es weiter nach Schroda, wo wir in den Abendstunden eintrafen. Auch hier wurden wir 
durch Schläge und Steinwürfe mißhandelt. In einem Fabrikhof mußten wir uns auf den Steinen niederlassen. 



Der Führer des Militärkommandos, dem wir jetzt übergeben wurden, vergriff sich in der grausamsten Weise an 
uns. Besonders mißhandelte er Pastor Kienitz, Mieke und mich. 

Wir setzten den Marsch am 3. September fort. Während einer Rast stießen Volksdeutsche aus Schroda zu uns. 
Darunter Baumeister Gewiese. In Miloslaw wurden wir von der aufgeregten Menge durch Stockschläge und 
Steinwürfe mißhandelt. Viele von uns bluteten aus zahlreichen Wunden. Gegen Abend erreichten wir Pyzdry, 
wo wir im Spritzenhaus untergebracht wurden. Schon den dritten Tag erhielten wir nichts zu trinken. In den 
frühen Morgenstunden des nächsten Tages wurden je zwei der Jüngeren von uns aneinandergebunden, worauf 
man je sechs solcher Paare zusammenkettete. Der Aufbruch erfolgte gegen 7 Uhr. Erst am Nachmittag erhielten 
wir etwas Wasser, Während einer Rast fiel ein Schuß, und ich erfuhr, daß Herr v. Gersdorff erschossen worden 
sei. Über Drosina heraus ging es weiter der polnischen Front entgegen. Im Abenddämmern konnten wir das 
Mündungsfeuer der Geschütze sehen. Alle Deutschen meiner Gruppe hatten wunde Füße, und nur mühselig 
schleppten sie sich fort. In Tulischkow stürzten Soldaten aus ihren Quartieren; sie schlugen auf uns ein und 
gaben auch Schüsse ab. Auf dem Marktplatz, wo wir uns auf dem Pflaster niederhocken mußten, wurden 
Maschinengewehre aufgestellt. Man bedeutete uns, daß wir erschossen werden würden. Ein Stabsarzt setzte 
sich für uns ein, der einem Major erklärte, daß eine solche Metzelei eine Kulturschande sei. Die Hinrichtung 
wurde daraufhin nicht vorgenommen. 

In der Nacht ging es weiter. Als wir bei einem Gehöft Wasser tranken, entfernte sich der Haupttrupp von uns. 
50 Mann blieben zurück, die es nicht wagten, dem Haupttrupp nachzuziehen. Wir verbrachten die Nacht in 
einem kleinen Wäldchen. Am Morgen entfernten sich einzelne, darunter auch Dr. Bambauer. Als wir sahen, daß 
sie am Eingang zu einer Ortschaft von einem Posten festgenommen wurden, flüchteten wir in nahegelegene 
waldbestandene 

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Hügel. Ich konnte mit den anderen nicht Schritt halten und blieb schließlich allein zurück. Von einem 
Wacholdergebüsch aus, in dem ich mich versteckte, hörte ich eine Reihe von Schüssen. Ohne Zweifel waren 
eingefangene Volksdeutsche niedergeschossen worden. Der Wald wurde von Militär umstellt. Drei Tage blieb 
ich ohne Wasser und Nahrungsmittel liegen. Gegen die Kälte der Nacht schützte ich mich, indem ich mit den 
Händen ein Schlupfloch grub. Nachdem das Militär in der Nacht zum 8. September abgerückt war, wagte ich 
mich hervor. Ein älterer Bauer nahm sich meiner an und brachte mich nach Tulischkow, wo ich ins Gefängnis 
gebracht wurde. Bald darauf wurden zehn weitere Volksdeutsche eingeliefert, die zu unserem 
zurückgebliebenen Trupp von 50 Mann gehörten. Die Behandlung war hier menschlicher. Am 16. September 
marschierten wir, nachdem sämtliche polnischen Behörden abgezogen waren, nach Konin, wo wir auf 
deutsches Militär stießen. 

Über das Schicksal des Haupttrupps, von dem sich die 50 Mann abgesondert hatten, brachten Nachforschungen 
folgende Einzelheiten an den Tag. Die Deutschen waren nach Turek weitergetrieben worden. In dem Dorf 
Tarnowa wurden etwa 150 Mann von der Hauptstraße auf einen Seitenweg geführt, wo man ihnen befahl, 
geschlossen über das freie Feld die Anhöhe zu erklimmen. Vorher hatten die Polen auf der Anhöhe zwei 
Maschinengewehre in Stellung gebracht und auf der gegenüberliegenden Seite Soldaten teils im Gelände, teils 
in einzelnen Gehöften und Gärten postiert. Als die gehetzten Deutschen sich der Spitze der Anhöhe näherten, 
wurde das Feuer aus den Maschinengewehren auf sie eröffnet. Massenweise stürzten Deutsche tot zu Boden, 
die übrigen warfen sich hin. Die Maschinengewehre feuerten mehrere Minuten hindurch. Während einer 
Feuerpause, in der wahrscheinlich neue Patronengurte eingesetzt wurden, sprangen die Überlebenden, und zwar 
etwa 75 Mann, auf und rannten über die Anhöhe hinweg durch eine Schlucht auf einen etwa 500 Meter entfernt 
liegenden Wald zu. Gegen Maschinengewehrfeuer waren sie durch die Bodenhöhe geschützt, dagegen traten 
jetzt die in der linken Flanke aufgestellten Soldaten in Tätigkeit. Ein wahres Kesselschießen setzte auf die um 
ihr Leben rennenden Deutschen ein. Die meisten von ihnen wurden erschossen, nur wenige erreichten den 
Wald. Gleich darauf verließ das Soldatengesindel die Verstecke. Die in Gruppen oder einzeln daliegenden toten 
oder schwerverwundeten Deutschen wurden mit Kolben und Bajonetten bearbeitet. Dann wurden die Leichen 
ausgeraubt und oberflächlich verscharrt. Fünf Tage später wurden die toten Deutschen auf Geheiß der 



polnischen Zivilverwaltung von überlebenden Deutschen aus Tarnowa am Friedhofszaun in Tarnowa in zwei 
Massengräbern von 30 und 70 Leichen beerdigt. Es handelt sich um Massengräber, über die das Posener 
Tageblatt am 17. Oktober berichtete. 

Die deutschen Frauen in Tarnowa erzählen, daß der größte Teil der deutschen männlichen Bevölkerung von 
Tarnowa bestialisch zu Tode gemartert 

-52- 

wurde. Einem Deutschen wurden die Augen ausgestochen. Er wurde dann bis zum nächsten Dorf getrieben, wo 
er erschlagen wurde.« 

So sah es in polnischen KZ aus 

Im »Posener Tageblatt« vom 27. Oktober 1939 erschien ein Erlebnisbericht des Direktors des Schicht-Konzerns 
Kopiera aus Warschau, der die Hölle des polnischen Konzentrationslagers in Bereza-Kartuska erlebt hatte: 

»In dem polnischen Internierungslager Bereza-Kartuska waren 5786 Personen, darunter 3500 Deutsche und 
1600 Ukrainer, inhaftiert, als sie in der Nacht vom 17. zum 18. September befreit wurden. Die Folterqualen, die 
die Inhaftierten in der Hölle von Bereza-Kartuska erdulden mußten, sind ein furchtbares Anklagematerial gegen 
die ehemalige polnische Regierung, nach deren Weisungen die Verschleppung und Mißhandlung der Reichs- 
und Volksdeutschen erfolgt sind. Über die Leiden der nach Bereza-Kartuska verschleppten Deutschen wird u. a. 
berichtet: 

Die "mildeste Art der Mißhandlungen war das tägliche Spießrutenlaufen unter den Gummiknüppeln der 
Polizisten. Schauriger waren die täglichen Prügel, die die als "Instruktoren" eingesetzten und lediglich für 
diesen Zweck freigelassenen polnischen Schwerverbrecher mit Zaunlatten und Keulen gegen die Deutschen 
austeilten. Auch deutsche und ukrainische Frauen wurden diesen Mißhandlungen unterzogen. Wer die Roheiten 
nicht mehr ertragen konnte und zusammenbrach, wurde "brach geschlagene d. h. entsetzlich mit Knüppeln über 
den Nieren traktiert. Was man als "Widerstand" auslegte, war zumeist letzte Abwehrbewegung vor dem 
körperlichen Zusammenbruch und wurde zum Vorwand für die Erschießung genommen. 158 Deutsche wurden 
auf diese Weise in Bereza-Kartuska umgelegt! Methodische und unnötige Grausamkeit der Behandlung der 
inhaftierten Deutschen und Ukrainer waren an der Tagesordnung. Die Deutschen an die Wand zu stellen, 
Gewehre zu laden und auf sie anlegen zu lassen oder sie vor Maschinengewehre hinzujagen, einige zu 
erschießen, die anderen aber in der Vorstellung der Todesqualen martern zu lassen, auf den wehrlosen Opfern 
dieser sadistischen Rache der Minderwertigen mit Stiefeln herumzutrampeln und die Mißhandlungen von Tag 
zu Tag zu steigern, bis der Gequälte "reif zum Abschuß war, diese polnische Roheit wurde im Internie- 
rungslager Bereza-Kartuska in unvorstellbarer Weise in Anwendung gebracht.« 

Kriegsverbrechen an deutschen Soldaten 

Aber nicht nur deutsche Zivilisten waren die Opfer dieser polnischen Grausamkeiten, sondern auch deutsche 
Soldaten, die vorübergehend in polnische Gefangenschaft fielen. 

-53- 

Der Färbermeister Wilhelm Karl Petrak aus Lodz, der am 3. September zwangsmobilisiert wurde und zum 4. 
Schweren Artillerie-Regiment der polnischen Armee überstellt worden war, erlebte als Angehöriger der 
polnischen Armee, wie auf Befehl des polnischen Oberleutnants am 6. September bei Glowno zwei deutsche 
Lehrer mit Schmiedehämmern totgeschlagen wurden. 

W. K. Petrak gab als Zeuge vor der Untersuchungsstelle für Verletzungen des Völkerrechts beim OKW vor 
dem Kriegsgerichtsrat Zirner unter anderem 

an: 



»Ende September, ich glaube, es war der 23., fanden wir zwischen Chelm und Rejowiec an einem Feldweg die 
Leichen von sechs deutschen Soldaten. Sie waren grausig zugerichtet. Der Mund war bei jedem einzelnen 
Soldaten ganz fest mit Tabak ausgestopft, so daß die Zähne ganz weit auseinanderstanden. Der Tabak war 
anscheinend mit einem Stück Holz hineingestopft worden. Wir haben den Tabak nur mit Mühe herausholen 
können. In die Nase waren den Soldaten, und zwar in jedes Nasenloch, Gewehrgeschosse mit Hülse hineinge- 
stopft worden. Die Leichen waren auch vollständig beraubt. Ich habe kein Erkennungsmerkmal gefunden. Wir 
haben die Leichen dann beerdigt.« 

Vor der Untersuchungsstelle für Völkerrechtsverletzungen beim Oberkommando der Wehrmacht erschien am 
18. September 1939 vor Regierungsrat Scholz und Regierungsoberinspektor Franz der Unteroffizier Schloerb 
und machte folgende Aussage, die er beeidete: 

»Ich heiße Helmut Schloerb, bin am 14. Januar 1917 in Berlin-Friedrichsfelde geboren, evgl. Ledig, 
Unteroffizier beim Musikkorps des Panzer-Regiments 15 Sagan. Ich bin Musiker. Am 16. April 1936 trat ich 
ins Heer ein. Seit Oktober 1937 gehöre ich dem Panzer-Regiment 15 an. 

Am Sonnabend, dem 9. September, wurde unser Musikkorps von der Front, ich glaube von Annahäuser aus, 
nach Hause geschickt, weil unser Omnibus zu schwerfällig war und die Truppe behinderte. Als wir etwa V2 
Stunde gefahren waren, kamen wir in das Dorf Stopnica. Plötzlich sahen wir Polen. Als wir erkannten, daß es 
polnische Soldaten waren, waren wir schon dicht dran. Der Fahrer versuchte daher durchzufahren. Dabei fuhr er 
gegen eine Hauswand. Er fuhr sofort zurück und noch ein kurzes Stück vorwärts, dann blieb der Wagen stehen. 
Im gleichen Augenblick setzte Gewehr- und Maschinengewehrfeuer ein. In das Hinterteil des Wagens schlug 
eine Granate ein, die wohl ein Kaliber von 4,7 cm hatte. Wir erwiderten das Feuer mit unseren Pistolen. Ich 
verschoß ein Magazin. Dann holten uns die Polen aus dem Wagen. Wir wurden in ein Haus geführt, wo man 
uns sämtliche Gegenstände, die wir bei uns hatten, abnahm. Ich büßte dabei einen Fotoapparat im Wert von 60.- 
RM, eine Armbanduhr und einen Füllfederhalter ein. Gleich bei dieser Gelegenheit sagte ich einem polnischen 
Feldwebel, daß ich Hilfskrankenträger sei. Darauf wollte man mich mit dem Gewehrkolben schlagen. 

-54- 

Anschließend wurden wir zu einem Friedhof geführt. Don wurden wir zu zweien aufgestellt. Dann zählte man 8 
Mann ab, die erschossen werden sollten, wie man uns durch Zeichen zu erkennen gab. Ein alter polnischer 
Soldat sagte uns auch, daß wir erschossen würden. Er fügte hinzu, er selbst wolle es nicht, aber die meisten 
seiner Kameraden seien von der Grenze und hätten eine große Wut auf die Deutschen. Plötzlich schlug in der 
Nähe eine Granate ein. Daraufhin wurden wir aus dem Ort getrieben und mußten eine ganze Zelt marschieren. 
Einen Kameraden, der einen schmerzhaften Beinschuß hatte, mußten wir abwechselnd tragen. Gegen 20 Uhr 
machten die Polen halt. Sie führten uns rechts durch den Graben und stellten uns auf einer Wiese in 2 Gliedern 
auf. Die ganze Eskorte in Stärke von 70 bis 80 Mann stand zunächst um uns herum. Dann wurde hinten etwas 
auf polnisch gerufen, und die polnischen Soldaten gingen einzeln hinter unsere Rücken. Ich hatte sofort das 
Gefühl, daß wir erschossen werden sollten. Plötzlich setzte das Feuer auch schon ein. Ich warf mich sofort hin. 
Die Polen schössen etwa 10 Minuten aus Gewehren und Maschinengewehren, Danach hörte ich nur noch 
einzelne Schüsse. Einige Kameraden schrien: "Laßt uns doch leben !" Da wußte ich, daß die noch Lebenden 
einen Fangschuß bekamen. Die Polen kamen auf mich zu und stachen mich mit dem Seitengewehr 3mal in den 
Oberschenkel. Ich habe keinen Laut von mir gegeben, um mich nicht zu verraten. 

Darnach war etwa eine Viertelstunde Ruhe. Die Polen besprachen etwas miteinander. Ich richtete mich 
vorsichtig auf, um zu sehen, wie es um mich herum aussähe. Da sah ich wohl 20 bis 30 Kameraden tot liegen. 
Ich merkte dann, daß die Toten in eine Scheune geschleppt wurden. Auch ich wurde von 2 Mann hochgehoben 
und dorthin gebracht. Die Polen legten eine Lage Stroh auf mich und auf das Stroh zwei tote Kameraden. Was 
dann geschah, weiß ich nicht mehr. Als ich wieder zum Bewußtsein kam, brannte es um mich herum. Die 
Flammen waren schon in meiner Nähe. Ich zog die Beine an und stieß die beiden Toten ins Freie. Als sie 
draußen hinfielen, setzte Maschinengewehrfeuer ein. Ich selbst lief durch das Maschinengewehrfeuer durch bis 
zu einem Kartoffelacker. Dort wälzte ich mich hin und her und erstickte die Flammen, die schon meine ganze 
Uniform erfaßt hatten. 



Ich bin dann etwa 500 m weit teils gekrochen, teils gelaufen, bis ich zu einem Graben kam. In diesem habe ich 
mich bis gegen 4-V2 5 Uhr morgens aufgehalten. Als ich in der Morgendämmerung niemand sah, bin ich nach 
Westen gelaufen. Unterwegs traf ich den Gefreiten Gawron, der unverletzt entkommen ist. Mit ihm bin ich 
weitergewandert. Gegen 9 Uhr stießen wir auf eine deutsche Infanterie-Kolonne, die uns zu einer Sanitätsstaffel 
mitnahm. Von dort kam ich nach Krakau.« 

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Ermordete Flieger, aber keine Fliegerprozesse Franzosen und Engländer erschossen notgelandete Flieger 

Als die deutschen Städte und zum Teil sogar die Dörfer in Schutt und Asche sanken, Hunderttausende und 
Hunderttausende Menschen dieser verbrecherischen Flächenbombardierung deutscher Wohnviertel zum Opfer 
gefallen waren, kam es bedauerlicherweise vor, daß gehetzte Deutsche, am Rande der Verzweiflung angelangt, 
notgelandete alliierte Flieger erschlugen. Diese Taten sind sowenig zu entschuldigen wie die Bombardierung 
deutscher Wohnviertel. 

Nach 1945 wurden in alliierten Fliegerprozessen dafür schuldige und noch mehr unschuldige Deutsche 
verurteilt und auch hingerichtet. 

Im Westfeldzug gab es vom ersten Augenblick an kriegsverbrecherische Ermordungen deutscher Flieger. 

Das Deutsche Nachrichtenbüro brachte in seiner Ausgabe vom 1. Juni 1940 folgende Meldung: 

»Kriegsberichter von Heinze schreibt am 14. 5.1940: Am 12. Mai haben Franzosen einen deutschen 
Flugzeugführer, der leicht verletzt in ihre Hände gefallen war, gefesselt und ermordet. Der deutsche Oberarzt, 
der den Toten untersucht hatte, gab mir folgenden Bericht: "Ich befand mich am 12. Mai gegen Abend mit 
meinem Abteilungskommandeur auf der Rückfahrt von der vorgesetzten Dienststelle auf der Straße zwischen 
Bilzen und Maastricht, als wir feindwärts der Straße Teile einer anscheinend abgeschossenen Maschine sahen, 
die auf einem Feld notgelandet war. Es war ein deutsches Sturzkampfflugzeug mit seinem Staffelwappen. Beim 
Umgehen des Flugzeuges sahen wir auf der rechten Seite des Rumpfes einen toten Soldaten liegen, dessen 
Gesicht mit einem Tuch zugedeckt war. Er lag auf dem Rücken, und mir fiel auf, daß die Hände mit einem 
dünnen Lederriemen gefesselt waren. Ich nahm die Decke auf, um die Todesursache festzustellen. Dabei 
erkannte ich, daß es sich um einen Unteroffizier mit dem EK II und den Flugzeugführer handelte. Das Gesicht 
und der Kopf waren blutüberströmt. Über der linken Augenbraue stellte ich eine Nahschußöffnung fest, deren 
Ränder geschwärzt wären. Das rechte Auge war stark verquollen, der rechte Mundwinkel durch einen tiefen 
Einschnitt aufgerissen. Das rechte Ohr in der Mitte durchgerissen. Der untere Teil hing herab. An der rechten 
Halsseite hatte der Tote eine fünfmarkstückgroße tiefe Stichwunde, die die Halsgefäße bloßlegte und die 
Halsschlagader getroffen hatte." 

-56- 

Aus dem ganzen Befund ging klar hervor, daß der Unteroffizier ohne besondere Verletzungen in die Hände der 
Franzosen gefallen war und in gemeinster Weise erst gefesselt und dann hingemordet worden war.« 

Der Kriegsberichter Dr. L. Schulte- Strathaus schreibt am 18. Mal 1940: 

»Unweit La Capelle - en Thierache hat sich in den Abendstunden eine Greueltat französischer Kolonialtruppen 
ereignet, die an Abscheulichkeit nicht zu überbieten ist. Zwei deutsche Flieger, die das Unglück hatten, in die 
Gefangenschaft marokkanischer Truppen zu geraten, wurden in gemeinster Weise mißhandelt und 
niedergemacht. Der Vorfall spielte sich nach den Berichten einer deutschen Panzerbesatzung und nach 
Gefangenenaussagen wie folgt ab: Die notgelandete Maschine war sofort das Ziel heftiger Infanterieangriffe. 
Die Insassen halfen sich zuerst dadurch, daß sie ein Rad blockierten und den Motor laufen ließen, so daß sich 
die Maschine im Kreise drehte. Trotzdem wurden sie bald überwältigt und fortgeführt. Inzwischen trafen 
deutsche Panzer ein, die versuchten, den Marokkanern ihre Gefangenen wieder abzujagen. Bei dem sich nun 
entwickelnden Gefecht gelang es, den Feind auseinanderzuschlagen. Die beiden deutschen Flieger aber wurden 



kurze Zeit danach ermordet aufgefunden. Der eine hatte einen Genickschuß, der andere wurde von den 
Marokkanern vor seinem Tod bestialisch mißhandelt; man hatte seinen Unterleib mit Bajonetten durchbohrt 
und ihn dann erschossen. 

Am 18.5.1940 wurde eine zweimotorige He 111, Kennzeichen B-3-JT im Luftkampf von englischen Maschinen 
so schwer beschädigt, daß sie beim Dorfe Vlmy, rechts der Straße Arras - Lens notlanden mußte. Die Besatzung 
stieg mit hocherhobenen Händen aus. Französische Soldaten und Gendarme eröffneten trotzdem das Feuer und 
erschossen drei Mann der Besatzung. 

Ein überlebender Unteroffizier wurde 400 Meter weitergeführt, dort schwer mißhandelt und auch erschossen. 

Die Obduktion der vier Leichen wurde am 2. Juni durch Oberstabsarzt Professor Dr. Klinge und zwei 
Unterärzte durchgeführt und dabei laut Befund festgestellt: 

a) Der Unteroffizier wurde durch einen Nahschuß (Brennschuß) in die rechte Hüfte geschossen. Der Ausschuß 
befindet sich am rechten Schlüsselbein. Außerdem weist der Kopf starke blutunterlaufene Stellen auf, die von 
Mißhandlungen herrühren. 

b) Die Leiche des Obergefreiten weist einen Schädelschuß auf, der von hinten mittels einer Pistole abgegeben 
wurde (Brennschuß). Blutunterlaufene Stellen an Kopf und Körper weisen ebenfalls auf Mißhandlungen hin. 

c) Die Leiche des Gefreiten weist einen Pistolenschuß in der Bauchgegend auf. Auch in diesem Falle sind am 
Körper der Leiche blutunterlaufene Stellen festgestellt, die auf Mißhandlungen zurückzuführen sind. 

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d) Die Leiche des Soldaten weist einen Kopfschuß auf. Es handelt sich ebenfalls um einen Nahschuß 
(Brennschuß).« 

Engländer schössen Deutschen nieder 

Am 5. Juni 1940 war der deutsche Unteroffizier Paul Weinholz bei einem Friseur in Charleroi. Dort teilte ihm 
der belgische Arzt Dr. Arbalestrie, 316, Rue de la Motte, Courcelles-Motte, mit, daß er mit ansehen mußte, wie 
englische Soldaten einen abgeschossenen deutschen Jagdflieger, der notlanden mußte, niederschossen, so daß er 
durch einen Brustschuß und zwei Beinschüsse schwer verletzt wurde. 

Dr. Arbalestrie barg den Schwerverwundeten, der angab, Otto Tesmann aus Berlin- Weißensee zu sein, und 
überführte ihn in seine Klinik. Als die Engländer sich am 29. Mai absetzten, erschienen sie in der Klinik und 
nahmen den Schwerverletzten mit sich fort. 

In der Ortschaft Semuy fand der Assistenzarzt Dr. Eugen Binder am 11. Juni 1940 eine völlig verbrannte 
Leiche. In seiner Meldung vom 1 1 . Juni heißt es darüber: 

»Die Leiche lag auf dem Rücken, auf einem Lager von Sackleinwand und Pappe. Der Rumpf, Arme und Beine 
waren mit Sackleinwand umwickelt. Zwischen den Beinen lag in Richtung des Körpers eine Eisenschiene, um 
den Bauch lagen Reste eines Lederriemens mit Ringen. Der Körper wies keine Stich- oder Schußverletzungen 
auf. Es waren einwandfrei größere Reste feldgrauer Uniform an der Leiche noch festzustellen. 
Erkennungsmarke fehlte. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß hier ein deutscher Soldat mit Sackleinwand 
umwickelt und bei lebendigem Leibe verbrannt worden ist. Der Tod dürfte etwa vor einigen Tagen (zwei bis 
vier Tagen) erfolgt sein.« 

Kriegsberichter Jürgen Sp. sagte aus, daß er nach Notlandung an der Straße Hirson - La Capelle beobachtete, 
wie die Franzosen zwei deutsche Flieger einer zweiten notgelandeten Maschine packten und in den Wald 
schleppten. 



»Beide Soldaten fand man ermordet auf. Der eine, ein Leutnant, war durch zwei Genickschüsse umgebracht 
worden, der zweite, ein Unteroffizier, war an mehreren Schüssen durch die Brust und zahlreichen Stichen in 
den Unterleib verblutet. Ein Arzt stellte die Todesursache fest.« 

Unteroffizier Matzenbacher wurde mit Sanitätsunteroffizier Theodor Schroiff von der l./K. 6 und Gefreiten 
Penz von Franzosen gefangengenommen. Am 17. Mai 1940 wurden bei Guise Matzenbacher und Penz 
schwerverwundet wieder befreit. Sie waren mit Gewehrkolben und Stiefelabsätzen übel zugerichtet worden. 
Unteroffizier Schroiff war dabei erschlagen worden. 

Gefreiter Bernd K., der verwundet in Gefangenschaft gefallen und wieder befreit worden war, gab am 1. Juni 
1940 im Feldlazarett Bolsleux bei Arras 

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an, daß er während der Kämpfe an der Somme am 24. Mai mit Unteroffizier B. und weiteren 1 1 Soldaten in 
Gefangenschaft geriet. Ein französischer Unteroffizier befahl »den 13 deutschen Gefangenen, in einer Reihe 
niederzuknien, dann bezeichnete er die Soldaten, die mit dem EK ausgezeichnet worden waren, und rief seinen 
Soldaten zu: »Die Dekorierten sind sofort zu erschießen.« So wurden sechs deutsche Soldaten, die 
Tapferkeitsauszeichnungen trugen, kurzerhand erschossen. 

Kriegsberichter Dr. Schulte-Strathaus schreibt am 3. Juni 1940: 

» ... ein verwundet liegengebliebener deutscher Unteroffizier einer Schützenkompanie wurde, als wir beim 
Gegenstoß Boden gewannen, mit durchschnittener Kehle aufgefunden.« 

Am 2. Juni 1940 berichtete die »Nation Beige«: 

»Ein Bauer mit Namen Rene Duprete erzählte, daß südwestlich von Lilie heftige Kämpfe zwischen 
französischen und deutschen Soldaten stattgefunden hätten. Senegalesische Truppen haben daran 
teilgenommen. Auf unserem Rückzug kamen wir eines Nachts nach Ariches. Gewöhnt an die Verheerungen 
und Zerstörungen, suchten wir nach einem Ort, an dem wir uns verbergen konnten. Wir wurden von Schreck 
ergriffen: Im Keller lagen zwölf bis vierzehn deutsche Soldaten mit durchgeschnittenen Kehlen.« 

Der verwundete Gefreite Heinz Herrmann vom Flak-Regiment 1.4./29 gab im Lazarett Avesnes am 1. Juni 1940 
an, daß er am 27. Mai in Gefangenschaft geraten war und gesehen hatte, wie schwarze französische Soldaten 
sich ergebende deutsche Soldaten und Verwundete, die um Hilfe schrien, erschossen haben. 

Von den zahlreichen alliierten Übergriffen während des Westfeldzuges bewiesen die angeführten Fälle 
eindeutig, daß nicht nur die Polen, sondern auch die Franzosen und ihre britischen Verbündeten 
Kriegsverbrechen begangen haben. 

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Holländer ohne Gnade 411 Deutsche mußten sterben 

Am 9. Mal 1940 saßen die Deutschen und die Holländer noch friedlich in ihren Klubs der Societe, der 
Concordia und ließen die Becher kreisen. Die Frauen tauschten ihre Küchen- und Dienstbotenerfahrungen 
miteinander aus, und es war so wie immer auf den Inseln von Königlich NiederländisA-Indien, 

die heute Indonesien heißen. 



Am 10. Mai aber wurden alle Deutschen in ganz Indonesien mit einem Schlag Freiwild. Holländische 
Kolonialtruppen, die hauptsächlich aus Ambo-nesen und Minadonesen bestanden, verhafteten Männer, Frauen 
und Kinder. Haftgrund: ein Deutscher zu sein. 

Die Arretierung ging je nach der charakterlichen Eigenschaft der ausübenden Holländer vor sich. Hier wurden 
die Verhafteten mit kühler, aber menschlicher Höflichkeit behandelt, was bedauernswerterweise recht selten 
vorkam, da hohnvoll und schadenfroh, dort brutal und unmenschlich. Hochverdiente Ärzte, die ihr Leben lang 
für die Kolonie gearbeitet hatten, Missionare, Beamte der Regierung, Geschäftsleute und Pflanzer wurden sogar 
dabei zum Teil tagelang an Händen und Füßen krummgeschlossen. 

Der deutsche Missionar Gottlob Weiler, den das Schicksal seiner Landsleute auf Borneo ereilte, wurde in 
Bandjarmasin mit allen anderen deutschen Männern verhaftet, zunächst in der Kaserne eingesperrt und, wie er 
in dem Buch des englischen Missionsverlages Stuttgart »Auf den Straßen der Welt« beschreibt, wie ein 
Verbrecher behandelt. Wenn ein Holländer die Räume betrat, in denen die Deutschen lagen, wurde er von 
Soldaten begleitet, die entweder mit gezogenem Säbel oder mit schußbereitem Karabiner vor den Deutsdien 

standen. 

Am 11. Mai wurden die Deutschen von Bandjarmasin auf ein Lastauto verladen, das ganz mit Stacheldraht 
umwickelt war. Jeder Deutsche wurde einzeln zum Auto geführt, jedesmal von zwei Polizisten mit gezogenen 
Waffen begleitet. Als die Deutschen alle auf dem Lkw saßen, glich das Ganze einem Raubtierkäfig. So wurden 
sie schließlich der nun angesammelten Menge der Eingeborenen präsentiert, die eine Stunde lang sich an 
diesem Schauspiel ergötzen konnte. Dann wurden sie 135 Kilometer in das Innere Borneos nach Kandan-gang 
gebracht und wiederum mit anderen zuerst in einer Markthalle, dann in 

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einer Schule eingesperrt. Erst am 17. Oktober 1940 wurden die deutschen Gefangenen unter denselben 
Umständen nach Bandjarmasin zurücktransportiert und zuletzt nach Java verschifft. 

Die 1200 Deutschen von Batavia kamen auf die Insel Unroest. Wie sie dort behandelt wurden, zeigt der Fall 
»Frühstück«. Dieser, ein deutscher Konsulatsbeamter aus Singapur, flüchtete bei Kriegsausbruch auf einer Prau 
nach Java, wo ihn sein Schicksal ereilte. Er stand in der Nähe des Stacheldrahtes und sah den Kameraden zu, als 
er völlig grundlos von einem holländischen Sergeanten niedergeschossen wurde. Deutsche Ärzte, die dem 
schwer in die Lunge Getroffenen beistehen wollten, wurden mit angelegten Gewehren zurückgetrieben. Der 
Kommandant von Unroest, ein Herr De Vries, stürzte mit der Pistole in der Hand aus seinem Büro, und alles, 
was er zu diesem beispiellosen Vorfall zu sagen hatte, war seine Frage an den Sergeanten: »Haeb je hem 
neergelegd?« Hast du ihn umgelegt? - 

Der arme Frühstück bekam keine Hilfe. Er blieb stundenlang allein liegen, obwohl viele hilfsbereite Ärzte 
fieberten, ihm zu helfen. Als er verblutet war, wurde er eiligst verscharrt. Später wurde daraus die »Meuterei 
von Unroest«. 

Von dieser Elendsinsel, wo es keinerlei sanitäre Anlagen gab, keine Matte, nicht einmal genügend Trinkwasser, 
ging es in verschiedene Lager. Ihre Namen sind zahlreich. Die Behandlung und die Zustände waren überall 
nahezu gleich. In Ambarawa, in Mangelang oder gar in dem berüchtigten Ngavi, der früheren gefürchteten 
Strafgarnison des holländischen Militärs. Hier, im Bereiche des holländischen Obersten Siereveld, tobte sich 
der Kolonialsadismus hemmungslos aus. Fünfzehnjährige wurden wegen geringfügiger Dinge mit Dunkelhaft 
bis zu drei Monaten bestraft, um dann ins grellste Sonnenlicht hinausgestoßen zu werden. Korrektionsstrafen 
wurden wegen jeder Kleinigkeit verhängt. Das Essen bestand fast nur aus Reis, und es war so wenig, daß die 
Gefangenen beinahe verhungerten. Trinkwasser war nahezu nicht vorhanden. All das wurde zur unvorstellbaren 
Qual. 

Als der Sprecher der Gefangenen bei Oberst Siereveld vorstellig wurde, um eine Erleichterung zu erreichen, 
antwortete dieser kurz: »Sie bekommen das gleiche wie meine Soldaten, die damit Höchstleistungen 
verrichten.« Der Hohn war um so größer, als ja damals bekanntlich - außer gegen wehrlose Gefangene - noch 



kein scharfer Schuß in Indonesien gefallen war. Die japanischen Gefangenen, die in gesonderten Lagern 
interniert waren, erlitten eine noch elendere und brutalere Behandlung. Sie starben scharenweise. Die deutschen 
Frauen und Kinder kamen je nach »Gefährlichkeit« nach Tjibadak bei Batavia oder nach Banjoebiron in 
Ostjava, teilweise auch nach Sindanglaya. Die Verpflegung war auch hier überall elend, und alle litten unter 
Trinkwassermangel. Die Kinder tranken in ihrem Unverstand schmutziges Wasser; die Folge war Ruhr. Ärzte 
waren nicht vorhanden. 

-61- 

Das Vermögen sowie der Besitz der Deutsdien wurden beschlagnahmt und von der holländischen 
Kolonialregierung versteigert. Wer wollte, konnte zu niedrigsten Preisen deutsches Eigentum, manchmal um 
ein Viertel, manchmal um ein Zehntel des Wertes, erwerben. Und natürlich wollten alle, Holländer, Chinesen 
und Indonesier. Der erzielte Erlös wurde für die »Verpflegungs- und Bewachungsspesen« einbehalten. 

Das Erstaunliche dabei war die Tatsache, daß die Holländer auch alle jene ehemaligen Reichsdeutschen, 
Österreicher und selbst Ungarn verhafteten und ebenso behandelten, die schon jahrelang, teilweise vor 
Jahrzehnten, die holländische Staatsbürgerschaft erworben hatten. Das Drama steigerte sich zur Groteske, als 
sogar holländische Offiziere, noch in Uniform, ins Gefangenenlager eingeliefert wurden. Ein englischer Jude, 
dessen Frau eine geborene Düsseldorferin war, wurde mit verhaftet, weil seine Frau in der deutschen Kolonie 
eine gesellschaftliche Rolle spielte, und vielleicht auch, weil er eines der größten Restaurants und sechs Kinos 
in Batavia besaß ... 

Am 17. Oktober 1940 fuhren die deutschen Gefangenen von Borneo ab und wurden per Schiff nach Java 
transportiert, um im Hafen von Surabaja ausgeladen zu werden. Die Deutschen durften nur im Abstand von 25 
Metern, einer hinter dem anderen, das Schiff verlassen, ihr Weg war gesäumt von zahllosen Soldaten, die teils 
ihre Schußwaffen drohend in der Hand hielten, teils mit gezogenen Säbeln dastanden. Mit Bahntransporten ging 
es zum Fort Ngavi. Nach einiger Zeit wurden die Lager aufs neue verlegt. Im August 1940 schon waren die 
ersten Transporte mit deutschen Gefangenen aus ganz Indonesien nach Kotatjana abgesandt worden, wo in der 
Nähe einer verlassenen Slsal-pflanzung ein Interniertenlager für 2400 deutsche Zivilinternierte errichtet wurde. 
Während hier die Verpflegung nicht zu beanstanden war und lediglich die Tatsache, daß das Lager in einer 
völlig malariaverseuchten Gegend errichtet wurde, erschwerend dazukam, herrschten im sumatresischen Lager 
Bangkalan noch erbärmlichere Zustände als auf Java. In Bangkai an sAor man alle DeutsAen trotz der 
glühenden Tropensonne kahl, und Verprügelungen waren an der Tagesordnung. 

Die Katastrophe von Pearl Harbour am 7. Dezember 1941 fuhr den Holländern sAwer in die KnoAen. Sie 
begannen sofort ihre Gefangenen wegzu-sAaffen und braAten sie naA Sibolga an die Westküste Sumatras. Hier 
wurden drei große Transporte zusammengestellt, um die Gefangenen vor einer allfälligen japanisAen Invasion 
naA BritisA-Indien in »SiAerheit« zu bringen. Sie wurden wie Heringe auf den SAiffen zusammengepferAt, 
erhielten pro Tag und Mann einen BeAer Süßwasser, das niAt einmal sauber war, und sAleAtestes Essen. All 
das bei durAsAnittliA aAtunddreißig Grad Hitze. 

Als der holländlsAe Transportoffizier den ersten Transport in Bombay den Briten mit den Worten: »I bring you 
600 German sailors and criminals« (Ich 

-62- 

bringe Ihnen 600 deutsche Seeleute und Kriminelle) übergab, wandten sich die englischen Offiziere schwelgend 
um. Der britische Armeearzt verweigerte schon nach oberflächlicher Besichtigung der zerlumpten, 
halbverhungerten Elendsgestalten die Übernahme, da zunächst die notwendigen Ambulanzwagen 
herangeschafft werden mußten. Das war erst nach zwei Stunden möglich. Die Deutschen wurden zum erstenmal 
ordentlich verpflegt. Da sie bisher stets unter Androhung strengster Strafen gezwungen worden waren, wie 
ehemals die Kontraktkulis in Reih und Glied auf dem Boden zu hocken, kauerten sie sich auch sofort in dem 



Hafenschuppen, wo man sie zum Schutz vor der Sonne vorübergehend untergebracht hatte, auf den Boden 
nieder. 

Die indischen Unteroffiziere, die erstmals in ihrem Leben einen weißen Menschen so gedemütigt sahen, wurden 
ganz nervös und forderten die Gefangenen schreiend auf, sich zu erheben. Auch der zweite Transport kam 
sicher in Bombay an. Die Gefangenen wurden von den Briten nach Ramgarrh bei Kalkutta weitertransportiert. 

Der dritte Transport erfolgte von Kotatjana mit 477 Mann, die in fünfzehn Lkw nach Sibolga transportiert und 
hier auf das Transportschiff »Van Imhoff« eingeladen wurden. Vor Betreten des Schiffes hatte man den Deut- 
schen vorsorglich alle Messer, Scheren und Spiegel abgenommen. Die Unterbringung unter Deck bei 
unerträglichster Hitze der Tropensonne neben dem heißen Maschinenraum war qualvoll genug. Dabei waren 
alle Öffnungen ins Freie mit Stacheldrähten dichtgemacht, sogar die Ladeluken. 

Am 18. Januar 1942 stach das Schiff endlich in See. Unter den Gefangenen befanden sich neun, welche durch 
die Unbilden, die sie erleiden mußten, den Verstand verloren hatten. 

Am 19. Januar um 10 Uhr vormittags sichtete ein japanischer Marineflieger den Transport und hielt ihn für 
einen holländischen Militärtransporter, da das Schiff nicht nach den Vorschriften der Genfer Konvention als 
Gefangenentransport gekennzeichnet war. 

Das japanische Flugzeug griff mit Bomben den Transporter an. Schon durch die erste Bombe wurde das Schiff 
aus dem Wasser gehoben und blieb mit zer-schmetterter Schraube manövrierunfähig liegen. 

Selbstverständlich bemächtigte sich der Gefangenen eine große Unruhe. Da kam der holländische Kapitän an 
die Ladeluke und teilte den Gefangenen offiziell mit, es bestünde kein Grund zur Beunruhigung, er würde ja 
sowieso der letzte sein, der von Bord ginge, wenn etwas los wäre. 

In Wirklichkeit hatte er bereits seiner Mannschaft befohlen, sich auf das Verlassen des Schiffes vorzubereiten. 

Drei weitere Bomben fielen so nahe an das Schiff, daß die Bordwand aufgerissen wurde und die »Van Imhoff« 
sich auf die rechte Seite legte. 

-63- 

In aller Eile ließen nun die holländischen Matrosen und Soldaten die Rettungsboote zu Wasser, bis auf eines, 
und spannten eine Dampfbarkasse vor. 

Die Gefängnisräume unter Deck blieben verschlossen. Der gefangenen Deutschen, die ja bald merkten, was los 
war, bemächtigte sich eine Panik. Sie erbrachen den schwimmenden Sarg und stürmten an Deck. Ein deutscher 
Seemann, der sich noch schnell an einem Seil in eines der Rettungsboote lassen wollte, wurde von den 
Holländern beschossen, verwundet und stürzte ins Wasser. Schließlich zogen ihn die holländischen Matrosen 
aber doch ins Boot. Er war der einzige von den 477 deutschen Gefangenen, der von den Holländern gerettet 
wurde. 

Voller Entsetzen mußten die Deutschen nun feststellen, daß die Holländer vorher die Pumpanlage des Schiffes 
zerstört hatten ... 

1946 gestand ein holländischer Offizier dem Missionar Weiler gegenüber, der sich auf dem Unglücksschiff mit 
befand, es habe ein Befehl vorgelegen, sich bei einem Schiffsunglück nicht mit der Rettung Deutscher zu 
belasten. 

Die Holländer dampften mit ihrer Dampfbarkasse schnell ab und überließen die deutschen Gefangenen ihrem 
Schicksal. An Bord befanden sich noch lediglich zwei Boote, und zwar ein Rettungsboot für 53 Personen und 
eine Arbeitsjolle, ein sogenanntes Viet, für 14 Personen. 

Mit Müh und Not gelang es, die beiden Boote klarzumachen. Zum Bersten überfüllt, so daß sie kaum eine 
Handbreit aus dem Wasser ragten, stießen sie, in Ermangelung der Riemen, die von den Holländern zerstört 
worden waren, mit Bretterpaddeln gerudert, ab. 



Die verzweifelten übrigbleibenden Gefangenen versuchten, Flöße zu zimmern und die Kapokmatratzen als 
Rettungsmittel zu gebrauchen. In den Schotten stieg ununterbrochen das Wasser. Einer der Geisteskranken 
hatte sich eines zurückgelassenen holländischen Revolvers bemächtigt und schrie auf der Kommandobrücke 
wirre Befehle, bis er endlich entwaffnet werden konnte. Immer mehr der teilweise Schwimmunkundigen 
ertranken in den Fluten. Viele gaben es auf. Einige erhängten sich, als sie sahen, daß das Schiff immer weiter 
sank. Andere öffneten sich die Pulsadern. Ein Arzt, der im Besitz von genügend Veronaltabletten war, 
vergiftete sich. Andere wieder hatten die Kantine erbrochen und betranken sich mit Genever. Und das Schiff 
sank und sank. Sieben Stunden lang. 

Unterdessen waren die beiden Boote, nur mit einem einzigen Taschenkompaß ausgestattet, in die Richtung der 
Insel Nias gerudert. Am nächsten Morgen wurden sie von einem holländischen Militärflieger überflogen. 
Wenig später kam das niederländische Motorschiff »Boelongan« heran, und mit Tränen in den Augen sanken 
die Todgeweihten einander in die Arme. 

Die Boelongan stoppte, und der Schiffsführer fragte mit schallender Stimme: »Sind Holländer oder Engländer 
unter euch?« 

-64- 

Der Gefangenen bemächtigte sich ein eisiger Schauer. Vielleicht hatte die Stimme ein wenig gezittert, als sie 
antwortete: »Nein, nur deutsche Gefangene.« Aber sie gab die Antwort mutig im Glauben an die 
selbstverständliche Hilfsbereitschaft auf See. 

Der holländische Kapitän wünschte eine rasche Himmelfahrt und verweigerte sogar ein Nachfüllen eines leeren 
Wassereimers, der ihm mit der Bitte um Wasser entgegengehalten wurde. Die Boelongan drehte ab und fuhr 
davon. 

Halb verhungert und verdurstet wurde in glühender Sonnenhitze weitergepaddelt. Es verging der 21. Januar, 
man wickelte sich nasse Lappen um den Kopf und ruderte mit wunden, zerrissenen Händen weiter. 

Es verging der 22. Januar. Manche spülten vor wahnsinnigem Durst den Gaumen mit salzigem Seewasser und 
kamen vom Regen in die Traufe. 

Am 23. wurden viele bewußtlos. Aber in der Ferne sichteten sie, wie einen Nebelstreifen, Land. Mit dem Mut 
der Verzweiflung paddelten sie weiter. 

Am 24. Januar ließ sich das Land deutlich erkennen. Doch erst am 25. waren sie so weit. In der hohen 
Brandung zerschellte das Boot, wobei neuerlich zwei Gefangene ertranken. An Land sanken sie in einen 
todähnlichen Schlaf. 

Sie waren auf Nias gelandet. Die eingeborenen Bataks versorgten die Deutschen sofort mit Süßkartoffeln, 
schlachteten ein Schwein und bereiteten ihnen ein Festessen. Die Bataks sind ein Stamm, welcher größtenteils 
aus Heiden besteht. 

Die »christlichen« Holländer erhielten bald Kunde und kamen heran. Sie nahmen die 65 Geretteten wieder fest 
und brachten sie nach dem 60 Kilometer entfernten Gunungsitoli, wo sie neuerlich im Gefängnis eingesperrt 
wurden. Die anderen 411 Deutschen waren ertrunken. 

Das war der letzte Transport. Die noch im Land befindlichen deutschen Gefangenen blieben, wo sie waren, und 
wurden schließlich von den Japanern befreit. 

Über die ganze traurige »Van-Imhoff«-Affäre gibt es obendrein ein amtliches Dokument, das der 
»Interessenverband der vertriebenen Hollanddeutschen im Bundesgebiet e. V., Düsseldorf« abschriftlich 
versandt hat. Das Dokument lautet: 



Abschrift 



»Verhandelt zu Bielefeld am 20. Juni 1949. Vor mir, dem unterzeichneten Notar im Bezirk des 
Oberlandesgerichts zu Hamm, Bernhard Grünewald, mit dem Amtssitz zu Bielefeld, erschien heute, persönlich 
bekannt, der Pflanzer Albert Vehring aus Bielefeld, Friedrich-Ebert-Straße 8. 

Der Genannte übergab dem Notar die diesem Protokoll als Anlage beigefügte Schrift und erklärte: 

-65- 

Die übergebene Schrift ist von mir verfaßt. Die darin gemachten Angaben entsprechen der Wahrheit. Ich mache 
sie zum Inhalt meiner heutigen Erklärung vor dem Notar. - Auf die Bedeutung einer eidesstattlichen Erklärung 
hingewiesen, versichere ich vor dem Notar an Eides Statt, daß die Angaben zutreffen und daß mir nichts 
bekannt ist, was der Richtigkeit meiner in der Schrift enthaltenen Angaben entgegensteht. - Das Protokoll und 
die Anlage wurden dem Beteiligten vorgelegt, von ihm ausdrücklich genehmigt und wie folgt eigenhändig 
unterschrieben: 

gez. A. Vehring, gez. Bernhard Grünewald, Notar.« 

Anlage zum Protokoll vom 20. Juni 1949 (Urk. Rolle Nr. 61/49) (Siegel) gez. Bernhard Grünewald, Notar. 

»Der Transport von uns ging am 18. 1. 42 von Sibolga auf Sumatra mit total 477 Mann Zivildeutschen an Bord 
der »van Imhoff« in See, um uns, damals uns noch unbekanntem Ziel, nach Bombay zu bringen. Die 
Unterbringung von uns war die denkbar schlechteste. Man stelle sich das Zwischendeck unseres ca. 1500-2000 
t Schiffes vor, die Höhe wohl ungefähr 2,20 Meter. Diese Höhe war mit Planken in 2 Teile geteilt, es blieb also 
als Höhe für jede Lage gut 1,- Meter übrig. Die Breite unseres Käfigs war ungefähr 2,- Meter. Vor diesem ging 
in seiner ganzen Länge Stacheldraht her, um alle ca. 12-15 Meter eine Öffnung zu lassen, die in einen schmalen 
bewachten Gang mündete. So war das ganze Hinterschiff-Zwischendeck aufgeteilt. Mußte man seine Bedürf- 
nisse machen, so mußte der eine über den anderen weg krabbeln. Das Schiff war nur im Hinterschiff mit 
Gefangenen belegt, die Luken waren offen, aber mit Stacheldraht überzogen. Auch war das Achterdeck 
nachträglich noch mit 100 Mann belegt worden, die erst zurückbleiben sollten, aber dann doch noch 
eingeschifft wurden. 

Am 29. 1. wurde das Schiff auf 97 Grad östlicher Länge und 20 Min. südliche Breite vom jap. Flugzeug mit 
3maligem Bombenabwurf belegt. Die letzte Bombe war für das Schiff verderbbringend. Das Schiff zitterte 
hierbei gewaltig. Die Bombe war aller Wahrscheinlichkeit neben dem Vorschiff ins Wasser gegangen und unter 
Wasser explodiert. Hierbei war das ganze Schiff wohl leck geschlagen. Von unserer Seite war keine Panik, 
denn wir wußten im Augenblick noch nicht, wie groß der Schaden war. Auch kam sehr bald der I. Offizier des 
Schiffes und teilte uns mit, daß dem Schiff nichts Wesentliches passiert wäre, aber trotzdem wäre um Hilfe 
telegrafiert. Kurz darauf wurden alle in den Davits hängenden Boote zu Wasser gelassen. Die Besatzung und 
Bewachung verließ das Schiff und ließ uns in unserem Gefängnis zurück. Ein Deutscher Walkowiak, der sich 
am Manntau nun ins Wasser ließ, wurde von den Holländern durch die Hand geschossen. Dies ist der einzige, 
den die Holländer dann 

-66- 

aufnahmen. Die Deutschen erbrachen dann ihr Gefängnis. Man sah sich auf dem Schiff um. Von weitem konnte 
ich noch die holl. Rettungsboote sehen. Sie entfernten sich aber immer mehr, da sie von einer Motorpinasse 
geschleppt wurden. Es waren sehr große, sogenannte Landungsboote, je 60 bis 70 Mann fassend. Das Schiff 
war mir sehr gut bekannt, da ich vor dem Kriege oft an Bord war. Wir Deutschen hätten bei der z. Z. ruhigen 
See mit den Holl, alle gerettet werden können, wenn die Rettungsabsicht vorgelegen hätte. Als ich auf das 
Vorschiff kam, fanden wir das Arbeitsboot an Deck liegend, und mit einigen Leuten brachten wir es ohne Mühe 
zu Wasser. Leider war es sehr klein. Es faßte nur 14 Mann. Auf dem Achterschiff befand sich mittschiff noch 
ein kleines Rettungsboot. Wohl hatten die Holländer versucht, es zu Wasser zu lassen, aber es ging ihnen wohl 
nicht schnell genug, denn es saß fest in den Krampen. Axtschläge in den Krampen zeugten von dem Versuch, 



auch hatte man alle Ruder aus dem Boot entfernt. Das Boot war als Rettungsboot gemerkt und konnte laut 
Anschrift 42 Mann fassen. Es wurde aber mit 53 Mann besetzt. Die anderen Deutschen bauten Flöße, denn wir 
wußten, daß das Schiff langsam voll Wasser lief. Vor allem das Vorschiff, aber auch der Heizraum und der Ma- 
schinenraum liefen voll Wasser. Nachdem das Rettungsboot mit 53 Mann auf Richtung Nias abgefahren war, 
ging unser Boot an Backbord Fallreep, um uns für die Fahrt auszurüsten. Es ging gegen Abend, als wir 
fürchteten, daß das Schiff unterging, und hielten uns nun auf ca. 100 Meter Abstand vom Schiff. Mittlerweile 
kamen auch einige Flöße zu uns, und bald darauf ging auch die "van Imhof ' plötzlich unter. Ein großer Teil 
Menschen war auf den Flößen, ein Teil noch an Bord. Hinter unserem Boot hatten sich viele Flöße versammelt. 
Es wurde verabredet, die Nacht beisammen zu bleiben, da wir im Glauben waren, daß Hilfe käme. Am anderen 
Tag hatten wir aber nur noch 2 Flöße hinter uns, davon ein sehr großes, die anderen waren abgetrieben. Am 20. 
Januar gegen 8 Uhr früh kam ein holl. Flugzeug und winkte uns zu, zeigte nach Norden, woraus wir entnahmen, 
daß ein Schiff käme, und tatsächlich dauerte es nicht lange, als wir was aufkommen sahen. Es stellte sich dann 
heraus, daß es ein K. P. M. Motorschiff war, wahrscheinlich die "Bodeleng". Es kam bis auf ca. 100 Meter an 
uns heran und rief uns zu, seid ihr Holländer? Wir verneinten es. Vom Floß war einer von uns zum Schiff 
geschwommen, aber als er bis auf 10 Meter heran war, wurde er zurückgewiesen. Es war uns nun allen klar, daß 
wir von den Holländern keine Hilfe zu erwarten hatten. Das Schiff fuhr nun noch etwas weiter bis zur 
Unglücksstelle ca. 1 Seemeile von uns. Es kam wieder ein jap. Fluzzeug und bombardierte es, aber ohne ersicht- 
lichen Erfolg. Nun kam eine Regenbö auf, und wir hatten genug mit uns selbst zu tun, um uns über Wasser zu 
halten. 

Am 21. 1. mittags mußten wir uns von den Flößen trennen, weil wir nicht von der Stelle kamen. Dies war der 
traurigste Augenblick für uns alle, denn 

-67- 

wir ahnten, was dies bedeutete. - Wir teilten unseren vorhandenen Wasser- Vorrat und Proviant, versprachen so 
schnell wie möglich für Hilfe zu sorgen, und schieden. 

Am 23. 1. nachmittags erreichten wir die Insel Nias. Wir waren völlig erschöpft. Die Niasser an der Westküste 
sind Bergbewohner und haben keine Boote. Es war uns nicht möglich, den Zurückgebliebenen Hilfe zu senden. 
Am 24. 1. morgens wurden wir wieder interniert von den Holländern, und diese dachten nicht daran, den 
Deutschen Hilfe zu leisten. Wir wurden in Goe-noeng Sitoli auf Nias interniert. Nach einigen Wochen mußte 
ich auf die Wachstube kommen. Hier traf ich den Controlleur der Insel Poel Tello Herrn Winkel, den ich von 
früher her kannte. Ich mußte ihm den Vorgang des Schiffs-unglückes erzählen und teilte ihm auch mit, daß wir 
die Vorgänge schon zu Protokoll gegeben hätten. Er bestätigte dies auch und sagte mir: "Ja, das stimmt aber 
nicht, unser Prozeßverbaal (Protokoll) lautet anders. Sie haben nach der Bombardierung gemeutert, und deshalb 
hat man sie nicht gerettet." Ich sagte darauf, daß der I. Offz. uns sogar belobigt hätte für unser ruhiges 
Verhalten. Er erwiderte darauf: "Ja, hier auf der Insel Poel Tello ist die Schiffsbesatzung und ein Deutscher 
gelandete Er hätte selbst das Protokoll aufgenommen über den Untergang, auch hätte der Deutsche es mit 
unterschrieben. Der Deutsche war der Matrose Walkowiak. Dieser hat später in Padang die Aussage gemacht, 
daß er von den Holländern zu dieser Unterschrift gezwungen war. Damals wußte man auf Poel Tello noch nicht, 
daß andere Deutsche gerettet waren, und so schien vor der Hand ihr Protokoll auch glaubwürdig. Uns war das 
klar und deutlich geworden, als wir am 20. 1. das Motorschiff trafen, daß von oben herab der Befehl bestand, 
keinen Deutschen zu retten. 

Bei diesem Unglück gingen 411 Zivil-Internierte aus Niederländisch Indien unter, 67 retteten sich in die beiden 
Boote. Hiervon kam noch einer bei der Landung auf Nias zu Tode, und einer beging kurz nach der Landung 

Selbstmord durch Erhängen. 

gez. A. Vehring« 

»Die vorstehende unter Nummer 61 der Urkundenrolle für 1949 eingetragene Verhandlung wird hierdurch 
ausgefertigt und als erste Ausfertigung Herrn Albert Vehring in Bielefeld, Friedrich-Ebert-Straße 8, erteilt. 



Bielefeld, den 22. Juni 1949 
(Siegel) 



gez. Bernhard Grünewald, Notar.« 



Kosten: 



Gebühr § 43 RKO 16,- DM 



Wert: 3000,- DM 



Umsatzsteuer 



-,48 DM 
16,48 DM 



gez. Grünewald, Notar. 



-68- 



Erbarmungsloser Krieg im Osten 
So führten die Sowjets ihren Kampf gegen deutsche Landser 



Vom ersten Tag des Rußlandfeldzuges an wurden schwere, nahezu unaussprechliche Kriegsverbrechen 
begangen. Ausnahmslos von den Rotarmisten der Sowjetarmee an wehrlosen deutschen Gefangenen. 

Lange, ehe die gräßlichen Aktionen der SD-Einsatzkommandos anliefen, folterten und meuchelten die Sowjets 
auf ganzer Front die in ihre Hände gefallenen Offiziere und Soldaten. 

Erst dieses sowjetische Massenmorden bestimmte die erbarmungslose Härte des Kampfes an der Ostfront. Die 
Rote Armee, in der der Mord an Wehrlosen offiziell befohlen und gehandhabt wurde, mußte von vornherein mit 
scharfer Reaktion der Kameraden der Ermordeten rechnen. So allein ist vieles Bedauerliche zu erklären und zu 
verstehen, das auch deutscherseits im Osten geschah. Die Reaktion auf die sowjetischen Kriegsverbrechen 
immer aufs neue anzuprangern, die entsetzlichen Ursachen dagegen systematisch zu verschweigen, die dann zu 
harten Vergeltungsmaßnahmen führten, ist nicht nur blanke Heuchelei, sondern auch ein betrügerisches 
Versuchen, der Nachwelt ein einseitiges, tendenziöses Geschichtsbild zu vermitteln. 

Die Meldungen, Tatberichte von Einheitsführern, Protokolle von Zeugenaussagen vor Feldgerichten, der 
Wehrmachts-Untersuchungsstelle für Verletzungen des Völkerrechts beim Oberkommando der Wehrmacht, die 
Berichte an das Auswärtige Amt sowie Unterlagen in den sogenannten Kriegsverbrecherprozessen gegen 
deutsche Heerführer in Nürnberg zeigen dokumentarisch, daß die Sowjets vom ersten Tag an gegen die 
Deutschen an vielen Orten einen Krieg der Mörder und nicht der Soldaten führten. 

Über den verbrecherischen Kampf der Partisanen, die unter Vermeidung des offenen Kampfes all ihre 
Operationen im Prinzip nur aus dem Hinterhalt führten, soll vorerst nicht gesprochen werden. In diesem Kapitel 
handelt es sich ausschließlich um Verbrechen der offiziellen Roten Armee. 

Die Sowjetunion war weder der Haager Landkriegsordnung von 1899 und 1907 noch dem Genfer Abkommen 
über die Behandlung von Kriegsgefangenen vom 29. 7. 1929 beigetreten. Sie weigerte sich schon lange vor 
Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, auf diesem Gebiet irgendwelche menschlichen Verpflich- 



tungen einzugehen, um ihren Einheiten im Ernstfall keinerlei Beschränkungen auferlegen zu müssen. 

Infolge des begrenzten Raumes, der dafür vorhanden ist, kann hier nur ein winziger Auszug aus den 
Unterlagen, die mir vorgelegen haben, publiziert werden. Aus dem Munde der kleinen Gefreiten, der 
Unteroffiziere und Feldwebel, der Offiziere, Truppenärzte und Feldpfarrer ersteht vor uns das erschütternde 
Bild der nackten, brutalen Wahrheit, wie die Rote Armee den Krieg führte. 

Alle Aussagen sind amtlichen Unterlagen entnommen. Die Sprache, die sie sprechen, ist überdeutlich. Eines 
weiteren Kommentars bedürfen sie nicht. 



-69- 



Meldung 

Ortsunterkunft 26. Juni 1941 

Beim Grenzübergang erreichte die 6. Kompanie am 22. Juni 41 um etwa 4.10 Uhr den Punkt 38 und die 
Gehöfte nördlich davon mit Anschluß an das III. Bataillon. Hier erhielt die anfahrende Kompanie heftiges 
Feuer von Baumund Heckenschützen, 1 Unteroffizier und 3 Mann fielen in der Zelt von 4.50 bis 5.00 Uhr. Etwa 
um 8.00 Uhr beobachteten und stellten der unterzeichnete Kompanie-Chef, Oberleutnant Hundwieser, und 
Feldwebel Tratzki durch eigene Beobachtung und eigene Überprüfung fest, daß die Hecken- und Baumschützen 
liegengebliebene Verwundete der 7. und 5. Kompanie des Infanterie Regiments mit Kolbenschlägen 
Bajonettstichen töteten, und einem die Hosen herunterrissen, in der Absicht, dem Verwundeten die Genitalien 
abzuschneiden. Nur durch den befohlenen Angriff der 6. Kompanie wurden weitere Verstümmelungen 
verhindert. 

Tatbestand: 

2 Verwundete, mit eingeschlagenem Schädel, getötet; 3 der Verwundeten mit Bajonettstichen aufs schwerste 
verletzt. Alle anderen hatten schwere Kolbenschläge davongetragen. Da die Kompanie den Vormarsch sofort 
fortsetzen mußte, erhielt Leutnant A. B. der 6. Kompanie den Befehl, mit drei Gruppen den Schutz der 
Verwundeten zu übernehmen, gesehen 

gez. Tratzki, Feldwebel gez. Hundwieser 

Oberleutnant und Kompanie-Chef 

Protokoll 

Berlin, den 5. Februar 1942 

Zur Person: Ich heiße Peter Klick, bin 21 Jahre alt, Gefreiter, 3. /Pionier-Bataillon ... 

Zur Sache: Am 24. Juni 1941 wurde meine 3. Kompanie einem Infanterie-Regiment im Angriff zugeteilt. Der 
Angriff erfolgte in der Gegend von Suraz, 

70 

westlich von Bialystok, hinter dem Narew. Da die Übermacht der Russen zu groß war, mußten wir zurückgehen 
und ließen dabei zwölf Verwundete zurück. Diese Verwundeten gehörten den anderen Angriffstruppen, nicht 
aber meiner Pionier-Kompanie an. Als wir am nächsten Tage mit Verstärkungen zum Angriff vorgingen, kamen 
wir an dieselbe Stelle, wo wir die Verwundeten zurückgelassen hatten. Diese waren von den Russen in der 
schrecklichsten Weise verstümmelt und ermordet worden. Einer von ihnen war an einem Baum angenagelt 
worden, und zwar derart, daß man seine Arme nach hinten um den Baum geschlungen und Nägel 
durchgetrieben hatte. Ihm waren die Augen ausgestochen und die Zunge abgeschnitten worden. Außerdem stak 
ihm ein deutsches Seitengewehr in der Brust. Den anderen Kameraden waren ebenfalls zum Teil die Augen 
ausgestochen und die Zunge sowie auch der Geschlechtsteil abgeschnitten worden. Einer hatte auch noch ein 
Seitengewehr in der Brust stecken. Ein kleiner Teil von ihnen hatte auch einen Halsschuß bekommen. 

v. g. u. 
gez. Peter Klick 

Der Zeuge leistet den Zeugeneid. 

gez. Dr. Schöne gez. Aust 



Protokoll 



Standort, den 17. März 1942 

Zur Person: Ich heiße Adalbert Podzelny, geboren am 8. Mai 1916 zu Rotthausen bei Gelsenkirchen, ledig, 
Beruf: Bäcker und Konditor, wohnhaft in Wuppertal-Barmen, Gefreiter bei der 4. Panzer-Abteilung zur Zeit 
im Reservelazarett... 

Zur Sache: Am Mittwoch, dem 25. Juni, nachmittags, rückte ich mit der 2. Kompanie meines Panzer-Regiments 
...in Erzwilke ein. Unsere Kompanie erhielt den Auftrag, die Sicherung der Straße von Erzwilke in Richtung 
Ro-sinny zu übernehmen. Rechts von der Straße Erzwilke-Rosinny befand sich ein Waldgelände. Von diesem 
Waldgelände aus waren am Nachmittag Pioniere, die zu uns gehörten, überfallen worden. Ein Kradmelder hatte 
sich aus diesem Pionierzug, von welchem die meisten gefallen waren, zurückgerettet. Er hatte unserem 
Kommandeur gemeldet, daß der Wald von feindlichen Truppen besetzt sei, welche unsere Truppen auf dem 
Wege anfielen. Der Kradmelder hatte außerdem gemeldet, daß besonders das Kuschelgelände abgesucht 
werden sollte, weil sich dort Tote befänden. 

Unsere Kompanie erhielt deswegen den Befehl, den Wald soweit zu säubern, wie es bis zum Einbruch der 
Dunkelheit möglich war. Wir wurden zu die- 

-71- 

sem Zweck in einzelne Gruppen eingeteilt. Ich kam zu der Gruppe, welche aus dem Kompaniechef, 
Oberleutnant Zerny, Feldwebel Langheinrich, Unteroffizier TurlaA und Soldat Sommer bestand. Rechts und 
links waren wir angelehnt an Nachbargruppen unserer Kompanie, die im einzelnen die gleiche Stärke hatten 
wie wir. Auf dem vor uns liegenden und zu säubernden Gelände stand Hochwald. Links vom Hochwald war das 
KusAelgelände. Ich ging mit den vorbezeichneten vier Vorgesetzten bzw. Kameraden in dieses Kuschelgelände 
hinein. 

In einer Lichtung, die nur Heidekraut aufwies, und deren Größe im Geviert nach meiner Erinnerung höchstens 4 
mal 4 Meter betrug, bot sich uns folgendes Bild: 

Fünfzehn Kameraden lagen vollständig nackt, teils auf dem Boden, teils übereinander. Sie waren sämtlich tot. 
Der Tod muß etwa 4 bis 5 Stunden vor unserer Ankunft eingetreten sein. Der Arzt hat kurz darauf festgestellt, 
daß bei einigen von ihnen noch dünnes Blutgerinnsel zu sehen war. Ich weiß dies, da Feldwebel Langheinrich 
und Unteroffizier Turlach mir dies anschließend erzählt haben. 

Von den fünfzehn Kameraden hatten zehn Kameraden je ein Bajonett im Halse stecken. Von diesen zehn 
Kameraden waren sechs Kameraden mit dem Bajonett im Halse, das Gesicht teilweise nach oben, teilweise 
seitlich in die Erde gespießt. Die übrigen vier Kameraden hatten die Bajonette noch im Halse stecken, waren 
aber nicht mehr in die Erde gespießt. Ob sich diese vier im Todeskampf von der Erde losgerissen und mit dem 
Bajonett im Halse noch einmal aufgestanden sind, ist nicht mit Sicherheit zu erkennen gewesen, es ist aber 
möglich. Bei etwa sechs Kameraden waren die Geschlechtsteile einschließlich der Hoden weggeschnitten ... 
Nach meiner Erinnerung waren bei sämtlichen 15 Kameraden - mindestens jedoch bei fast sämtlichen 
Kameraden - die Ohren und Zungen herausgeschnitten. ... [Die grausigen Verstümmelungen sind kaum 
wiederzugeben.] 

Kopfschüsse waren nach meiner Erinnerung etwa bei fünf oder sechs Kameraden vorhanden. Da nicht alle 
Toten einen Kopfschuß aufwiesen, ist mit Sicherheit anzunehmen, daß bei den nicht mit einem Kopfschuß 
Getroffenen der Tod auf qualvolle Weise, vermutlich durch die Bajonettstiche in den Hals eingetreten ist. 
Einige Leichen lagen gestreckt, andere ineinandergekrümmt mit in die Erde eingekrallten Fingernägeln, was auf 
besonders heftige Todesqualen schließen läßt. 



Die einzelnen Blätter der Soldbücher lagen im Umkreis von etwa 15 Metern von der Lichtung entfernt zerstreut 
am Boden. Ebenso einzelne schwarze Röcke und Hosen. Wir haben die Leichen bis auf vielleicht drei Mann 
wiedererkannt. Wußten auf Grund dieses Wiedererkennens, daß es sich zweifellos um Angehörige unseres 
Panzer-Regiments... handelte. Wir haben den Befehl erhalten, 

-72- 

die Leichen liegenzulassen, bis der Arzt eintreffen konnte. Einige Leute wurden als Wache bei den Leichen 
zurückgelassen. 

v. g. u. 
gez. Podzelny, Gefreiter 

Der Zeuge leistet den Zeugeneid. 

g. w. u. 

gez. Möller Feldkriegsgerichtsrat 
Meldung 

Divisions-Gefechtsstand, den 11. Juli 1941 
Betrifft: Erschießung deutscher Soldaten in russischer Gefangenschaft 

An das 

Armeeoberkommando ... — Abt. I c 

Beifolgend wird eine Meldung des Artillerie-Regiments ... vom 10. Juli 1941 nebst den Niederschriften über die 
Vernehmung des Wachtmeisters Röhrig und der Unteroffiziere Johannes Flux und Wilhelm Jany, überreicht. 

Am 28.6. 1941 gerieten etwa 50 Soldaten der 2. Batterie des... Artillerie-Regiments, nachdem sie sich bis zum 
Äußersten verteidigt hatten, viele von ihnen auch verwundet waren, bei einem Durchbruch der Russen durch 
die deutsche Stellung in russische Gefangenschaft. Die russischen Soldaten aller Dienstgrade, einschließlich der 
Offiziere und politischen Kommissare, machten sich sofort daran, den Gefangenen sämtliche Sachen, 
insbesondere Ringe (sogar Trau-und Verlobungsringe), Uhren und Geld wegzunehmen. Sie machten auch An- 
stalten, die Gefangenen sogleich zu erschießen; dies wurde jedoch angeblich durch das Hinzukommen eines 
russischen Generalmajors (Sutchi?) zunächst verhindert. Als die deutschen Gefangenen zum Abtransport 
antreten mußten, schoß einer der sie bewachenden russischen Soldaten einen Unteroffizier der 5. Batterie aus 
kürzester Entfernung in den Fuß. Die von den Deutschen geäußerte Bitte, die zum Teil schwer verwundeten 
Kameraden ärztlich zu behandeln und sie auf einen Wagen mitführen zu dürfen, wurde abgelehnt. Im 
Einverständnis mit den Russen legten die deutschen Gefangenen einen verwundeten Kameraden, nachdem sie 
ihn mehrere Kilometer getragen hatten, unter einen Baum nieder, nachdem die Russen ihnen versichert hatten, 
daß dem Verwundeten nichts geschehen würde. Kaum hatten die deutschen Gefangenen ihren Kameraden 
verlassen, als der Verwundete durch einen russischen politischen Kommissar mit drei Schüssen niedergestreckt 
wurde. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die russische Truppe nicht im Kampfe mit irgendwelchen deutschen 
Verbänden. 

-73- 

Erst später, und zwar im Laufe des Nachmittags, wurden die Russen während eines Halts durch ein deutsches 
Pak-Geschütz und Maschinengewehr-Feuer beschossen. Die russischen Soldaten flüchteten sofort in den Wald 
und schössen dabei auf die von ihnen gemachten Gefangenen. Hierdurch wurden sechs deutsche Gefangene 



getötet. Nachdem das Pak-Geschütz das Feuer eingestellt hatte, auch deutsches Maschinengewehr-Feuer nicht 
mehr zu hören war, kehrten die Russen zu den von ihnen gemachten deutschen Gefangenen zurück und warfen 
auf sie mehrere Handgranaten, wodurch wiederum fünf der Kameraden getötet bzw. verwundet wurden. Auch 
schössen sie jetzt erneut mit Karabinern aus kürzester Entfernung auf die Gefangenen, und zwar auf die unter 
ihnen befindlichen Dienstgrade. Dabei fielen zwei Unteroffiziere, darunter Unteroffizier D., der auf Befragen 
zugegeben hatte, der HJ anzugehören und als Deutscher in Spanien gekämpft zu haben. 

Für das Divisions-Kommando: 

der 1. Generalstabsoffizier a. B, gez. Musmans Oberleutnant 
Protokoll 

Standort, den 10. Sept. 1942 

Ich heiße Heinz Jurack, bin 32 Jahre alt, evangelischen Glaubens, (Dienstgrad - Beruf) Obergefreiter, 
Infanterie-Ersatz-Bataillon ... (Buchbindermeister. Truppenteil, Wohnort)... verneine die übrigen 
Glaubwürdigkeitsfragen. 

Ich erkläre zu dem Gegenstand meiner Vernehmung: 

7.ur Sache: Am 28. Juni 1941 war das I. Bataillon/Infanterie-Regiment... (mot) bei Dünaburg eingesetzt. Ich 
gehörte der 4. Kompanie des I. Bataillons an. Wir hatten bereits die Düna überschritten und standen bei 
Kockiny (Dorf) in schwerem Gefecht mit den Russen. Die 4. Kompanie war auf die Schützen-Kompanie 
verteilt worden. Ich war mit meiner Granatwerfergruppe bei der 3. Kompanie eingesetzt. Wir lagen in einer 
Sandgrube von etwa 20 Meter Durchmesser und verteidigten diese gegen eine Übermacht des Feindes. In dieser 
Sandgrube lagen etwa 50 Mann in Stellung. Im Laufe des Gefechts wurde der größte Teil davon verwundet. Als 
der Druck des Feindes gegen Abend so stark wurde, daß wir die Stellung nicht mehr halten konnten, bekamen 
wir Befehl die Sandgrube zu räumen. Während wir uns zurückzogen, wurde ein weiterer Teil der 
Bedienungsmannschaften der Maschinengewehre und Granatwerfer verwundet, so daß schließlich auch diese 
Waffen zurückgelassen werden mußten. Vor allem mußten wir sämtliche Verwundeten in der Sandgrube 
zurück- 

-74- 

lassen. Als ich die Sandgrube gegen 20 Uhr mit dem Rest der Unverwundeten Kameraden verließ, lagen dort 
etwa 30 Verwundete. Diese waren alle noch am Leben. Sie waren alle im wesentlichen nur leicht verwundet, 
jedenfalls nicht tödlich, aber so, daß sie nicht mehr mit uns zurückgehen konnten. Sie hatten hauptsächlich 
Beinschüsse und Schüsse in den Körper, wodurch sie an der Bewegung verhindert waren. Die Verwundeten mit 
Armschüssen nahmen wir mit. Auch die Kameraden, die auf dem Rückmarsch verwundet wurden, mußten wir 
liegen lassen. Als wir uns etwa 3 km rückwärts wieder sammelten, waren von den Verteidigern der 
vorerwähnten Sandgrube im ganzen nur etwa 10 bis 15 Mann übriggeblieben. 

Am selben Abend wurde die geräumte Stellung vom 3. Bataillon mit Unterstützung von Panzern wieder 
genommen. 

Am Morgen des nächsten Tages, des 29. Juni 1941, früh gegen 4 Uhr, ging ich mit weiteren 9 Mann unter 
Führung unseres Kompaniechefs, Oberleutnant P., der inzwischen gefallen ist, in die alte Stellung nach vorn, 
um die zurückgelassenen schweren Waffen zu holen. Als wir in die Sandgrube kamen, in der wir am Abend 
vorher die Verwundeten zurückgelassen hatten, stellten wir fest, daß keiner von ihnen mehr am Leben war. Ich 
habe alle Verwundeten genau angesehen und untersucht und dabei folgendes festgestellt: Sämtliche am Vortage 
zurückgelassenen Verwundeten war der Schädel eingeschlagen worden. Die Schädel waren bei allen flach 
geschlagen worden. Der Schlag war immer auf die Stelle des Schädels geführt worden, die nach oben gekehrt 
war. Die Schläge müssen mit stumpfen Gegenständen, wahrscheinlich mit Gewehrkolben oder Stiefelabsätze 
geführt worden sein, denn man sah an den Köpfen keine scharfkantigen Wunden. Von diesen mit den 
eingeschlagenen Köpfen daliegenden Leuten hatten etwa 10 Mann das eigene Seltengewehr im Körper stecken. 
Sie waren mit dem Seitengewehr auf die Erde festgenagelt worden. Einigen steckte das Seitengewehr mitten in 



der Brust bis zum Griff, anderen steckte das Seitengewehr ebenfalls bis zum Griff im Auge. Auch die 
Verwundeten, die beim Rückzug aus der Stellung auf dem Wege nach hinten verwundet worden waren und 
zurückgelassen werden mußten, fanden wir mit eingeschlagenen Schädeln vor. 

Schon auf dem Vormarsch in die Stellung am 28. Juni 1941 früh, als wir die Sandgrube besetzten, kam ich an 
einer Gruppe von Verwundeten vorbei, die am Wege und auf dem Felde daneben lagen. Es waren ein Leutnant 
und elf Mann von dem Kradschützenzug des Regiments... Diesen war ebenfalls ausnahmslos der Schädel 
eingeschlagen worden. Wir untersuchten sie und stellten fest, daß sie vorher nur angeschossen waren, so daß sie 
meiner Meinung nach noch gelebt haben müssen. Sie waren nur bewegungsunfähig. Es handelte sich um die 
Spitzengruppe der Aufklärungsabteilung. Diese waren von den Russen verwundet worden, dann erschlagen 
worden und blieben liegen, bis wir 

-75- 



hinterherkamen und die Stellung besetzten, von der ich vorher gesprochen habe. 

Diese von mir geschilderten Vorfälle habe ich mit eigenen Augen gesehen. Ich habe damals den Vorsatz gefaßt, 
lebend niemals in nissische Hände zu fallen. Von den Kameraden, mit denen ich damals am 29. Juni früh nach 
vorn gegangen bin und die ebenfalls Augenzeugen dieser Vorgänge gewesen sind, lebt keiner mehr. Sie sind 
sämtlich später gefallen. Ich versichere, daß die vorstehenden Angaben der Wahrheit entsprechen, und bin 
bereit, meine Aussage zu beschwören. 

v. g. u. 
Heinz Jurack 

Der Zeuge leistete den Zeugeneid. 

Geschlossen 

gez. Dr. Hertel gez. Schneider 



Am 27. Juni 1941 belegte die Werkstattgruppe einer Panzerdivision ein Grundstück im Nordteil der Stadt Luck, 
etwa 100 Meter von der linken Seite des Marktplatzes entfernt. 

Morgens um 6 Uhr kam ein Ukrainer und teilte den Kriegsverwaltungsräten Merz und Brügmann mit, daß auf 
dem Grundstück die NKWD deutsche Kriegsgefangene ermordet habe. Sofortige Nachforschungen ergaben den 
schaurigen Fund von Leichen von vier deutschen Fliegern - eines Oberleutnants, eines Leutnants und zweier 
Soldaten. Nur beim Leutnant waren Papiere zu finden, aus denen hervorging, daß das unglückliche Opfer ein 
Leutnant E. S., geboren 1910 in Passau, war. Offensichtlich handelte es sich um eine abgeschossene 
Flugzeugbesatzung. 

Im weiteren Verlaufe des Ostfeldzuges erwies es sich, daß die Sowjets nahezu alle notgelandeten deutschen 
Flieger ermordeten. 

In diesem Falle wurde Kriegsverwaltungsrat Brügmann vom Gerichtsoffizier der Division, Leutnant 
Schönfelder, vernommen. 

Vernehmung 

Ortsunterkunft, den 28. Juni 1941 

Zur Person: Ich heiße Hans Herbert Brügmann, bin 41 Jahre alt, ev., bin seit dem 3. Januar 1940 wieder bei der 
Wehrmacht. 



Zur Sache: Die erste Leiche war ohne Füße. Diese waren meines Erachtens abgehackt. Zu dieser Ansicht kam 
ich, da die Knochen des Unterschenkels mehrere Zentimeter aus dem Fleisch herausragten. Einen Fuß habe ich 
noch im Schuh steckend vorgefunden. Der Körper wies Brandwunden, etwa in Größe eines 5-Mark-Stückes 
auf. 

-76- 

Bei einer weiteren Leiche zeigte der Oberkörper sowohl an der Brust, als auch an der Rückenseite etwa 4 
Zentimeter tiefe keilförmige Einbrände. Ich nahm an, daß sie von einem spitzen Gegenstand herrühren. Ein 
später aufgefundener Lötkolben läßt die Vermutung aufkommen, daß diese Einbrände mit diesen vorgenommen 
wurden. 

Bei einer weiteren Leiche war am linken Fuß oberhalb des Knöchels, um den Unterschenkel herum, ein 
Brandring etwa 6 bis 7 Zentimeter breit zu sehen. Der Geschlechtsteil war erhalten, der Hoden war vollkommen 
zerquetscht. 

Die vierte Leiche war vollkommen unbekleidet und absolut verstümmelt. Es fehlte ein Unterschenkel, der 
später im Grab gefunden wurde. An der rechten Bauchseite war eine eßtellergroße tiefe Wunde zu sehen. 
Brandwunden habe ich bei dieser Leiche nicht bemerkt. 

Sämtliche Leichen wiesen starken Verwesungsgeruch auf. Ich bin nicht in der Lage, Angaben über den 
Zeitpunkt des Todes zu machen. Die Leichen waren höchstens ein Meter tief eingegraben. Das Erdreich war nur 
leicht aufgeschüttet worden. 

gez. Brügmann 



Protokoll 

Standort, den 17. Juni 1942 

Zur Person: Ich heiße Otto Hufnagel, bin 24 Jahre alt, ledig, Oberleutnant, 3./A.-R...., zur Zeit 
Reservelazarett... 

Zur Sache: Ende Juni 1941 war die ...Panzer-Division nach der Grenzüberschreitung von Busk auf der Rollbahn 
(gegen Tarnopol zu) vorgezogen. Auf dem Marsche sah ich neben der Straße von Russen niedergemachte 
Infanteristen einer deutschen Infanteriekompanie, und zwar etwa 80 Mann, darunter drei Offiziere. Die Leichen 
waren schwerstens verstümmelt. Einzelnen Soldaten waren die Augen ausgestochen, die Ohren abgeschnitten, 
anderen die Nase abgerissen oder der Schädel eingeschlagen. Einzelnen Soldaten war auch der Geschlechtsteil 
abgeschnitten. . . . [Die grausigen Verstümmelungen sind kaum wiederzugeben.] Die Toten gehörten einer 
Infanterie-Division an. Zu weiteren Feststellungen hatten wir keine Zeit. 

Anfang Oktober 1941 sah ich bei Rylsk (bei Kursk) zwölf Angehörige einer Schützen-Division, die 
anscheinend vom Wege abgekommen und hierbei in die russischen Linien geraten waren, mit schweren 
Verstümmelungen liegen. Einzelnen Soldaten war der Schädel eingeschlagen oder die Augen ausgestochen. 

v. g. u. 

gez. Hufnagel 



Der Zeuge wurde vereidigt, 
gez. Dr. Hofmann 



gez. D. R. K.- Schwestern-Helferin 
Else Bohr 



-77- 



Protokoll 

Berlin, den 26. Januar 1942 

Zur Person: Ich heiße Klaus Henninger, bin 20 Jahre alt, ledig, Panzerjäger, 1. Panzer- Jäger- Abteilung..., zur 
Zeit Reservelazarett, Berlln-Dah-lem. 

Zur Sache: Zwei oder drei Tage nach dem Fall von Bialystok geriet ein Zug der 3. Kompanie unserer 
Panzerjäger- Abteilung, der beim Vormarsch die Vorausabteilung bildete, bei Suprasi in einen Hinterhalt der 
Russen. Der Zug hatte gerade eine Brücke passiert, als er aus dem Wald, der sich nach der Brücke zu beiden 
Seiten der Straße erstreckt, heftig aus beiden Flanken angegriffen und von dem übrigen Teil unserer Abteilung 
vorübergehend abgeschnitten wurde. Als -wir später an die Stelle dieses Kampfes kamen, stellten wir fest, daß 
etwa über zwanzig Mann des Spitzenzuges der dritten Kompanie tot auf dem Kampf feld lagen: Der 
überwiegende Teil dieser Leute war bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, so daß es nur Kameraden, die die 
einzelnen Toten näher kannten, möglich war, diese wiederzuerkennen. Einzelnen Toten waren die Augen 
ausgestochen, anderen die Geschlechtsteile abgeschnitten. Wieder anderen fehlten Finger. Besonders ist mir 
noch in Erinnerung, daß die Russen einem meiner Kameraden, den ich gut kannte, ein Seitengewehr durch ... 
[die grausigen Verstümmelungen sind kaum wiederzugeben]. 

v. g. u. 

gez. Henninger, Panzerjäger 

Der Zeuge wurde vereidigt. 

gez. Dr. Hofmann gez. Heinz Apitz, Sanitäts-Uffz. 



Protokoll 

Im Felde, 1. Juli 1941 

Zur Person: Ich heiße Kurt Schäfer, geb. am 3. Mai 1920 in Dägerschlag. Ich bin erst seit dem 3. Oktober 1940 
Soldat. 

Zur Sache: Beim Zurückgehen von Klewan nach Broniki wurden wir von einer russischen Übermacht, die uns 
umgangen hatte, gefangengenommen. Wir wurden von allen Selten auf die Straße getrieben. Ich sah, wie meine 
Kameraden ihr Koppel abnahmen. Ich wollte meines auch abnehmen, es blieb aber am Haken hinten hängen. 
Darauf kam gleich ein Russe auf mich zu und riß es mir herum. Dann mußten wir den Hock, Hemd, Stiefel 
und Strümpfe ausziehen. Die Russen befahlen uns dies durch entsprechende Handbewegungen. Deutsch hat von 
ihnen meines Wissens keines gesprochen. Es waren hauptsächlich junge Leute. Diejenigen, die ihr Hemd nicht 
sofort auszogen, wurden grob mißhandelt. Ich habe zum Beispiel gesehen, wie einer einen Rippenstoß mit dem 
Gewehrkolben bekam. Andere wurden gestochen. Ich habe dies zwar selbst nicht 

-78- 

gesehen, sah aber dann die Wunden, die bluteten. Ich sah, wie ein Russe einen am Boden liegenden 
Verwundeten mit dem Gewehrkolben auf den Kopf schlug. Man sah immer einen Russen bei einem 
Verwundeten. Diese schrien. Wir wurden nun auf das Feld getrieben, und dann wurden zwanzig Mann die 
Hände auf den Rücken gebunden. Warum dies geschah, weiß ich nicht. Dann wurden sie zusammengeknallt 
mit Gewehr, Pistole und Maschinenpistolen. Im selben Augenblick begannen andere um uns herumstehende 
Russen auf uns, die wir getrennt von den 20 Gefesselten standen, zu schießen. Wie die ersten umfielen, sprang 



ich zwischen zwei Russen durch auf das 3 m entfernte Kornfeld zu und flüchtete durch dieses. Eine Reihe 
anderer Kameraden sprang auch weg. Hinter uns wurde nachgeschossen. Unterwegs traf ich keine Russen 
mehr. Nach 6 km stießen wir auf Leute vom Kradschützenbataillon. 

v. g. u. 

gez. Dr. Heinrich gez. Kurt Schäfer gez. Döss 

Bericht 

über die Besichtigung des Tatorts auf der Höhe westlich Broniki 

Divisions-Gefechtsstand, den 2. Juli 1941 

Um etwa 13 Uhr begab ich mich an die Stelle, wo Soldaten des 2. Bataillon Infanterie -Regiments..., nachdem 
sie gefangengenommen wurden, gestern von den Russen erschossen wurden. Ich erhob folgenden 
Tatbestand: I. Auf dem westlichen Teil der Straße und im westlichen Straßengraben lagen auf einer Strecke 
von etwa 200 Meter 34 tote Soldaten, darunter ein Offizier. Die Toten waren bekleidet und im Besitz ihrer 
vollen Ausrüstung. Einzelheiten bezüglich der Verletzungen wurden nicht festgestellt. Es handelt sich hierbei 
wahrscheinlich um die Soldaten, die verwundet in die Hände der Russen fielen und nach den Zeugenaussagen 
von ihnen sofort erschossen bzw. erstochen wurden. Über die ganze Straße ausgedehnt und besonders auch ost- 
wärts der Straße fanden sich zahllose Ausrüstungs- und Bekleidungsstücke deutscher Soldaten, auch zahlreiche 
Karabiner und Seitengewehre, nicht jedoch Maschinengewehre und Maschinenpistolen. 

II. Etwa 60 Meter ostwärts der Straße in einem senkrecht auf die Straße stoßenden Kleeacker eine Gruppe von 
durcheinanderliegenden 26 Leichen. Bei sämtlichen Leichen waren die Oberkörper entblößt. Die meisten 
trugen als Bekleidung nur noch ihre Hosen, teilweise hatten sie noch Stiefel an. Bei allen waren zahlreiche 
Schußverletzungen am Oberkörper festzustellen, teilweise fanden sich auch Zertrümmerungen des 
Schädeldachs mit Gehirnverletzungen. 

III. Etwa 50 Meter ostwärts auf demselben Kleeacker eine weitere Gruppe 
-79- 

von 16 Leichen, mit Hemd und Hose bekleidet, ohne Stiefel, teilweise ohne Strümpfe, Schuß Verletzungen wie 
bei 

II. 

IV. Etwa 50 Meter nördlich der Gruppe unter Nr. III 19 Leichen mit ebenfalls unbekleidetem Oberkörper und 
zahlreichen Schußverletzungen. Sie waren, mit Ausnahme von drei, durch Zusammenbinden der Hände auf dem 
Rücken gefesselt. 

V. Etwa 40 Meter ostwärts der eben beschriebenen Gruppe eine solche von 19 Toten, die mit Hemd und Hose, 
teilweise mit Stiefeln bekleidet waren. 

VI. Südlich des eben beschriebenen Kleeackers befanden sich einzeln verstreut im hohen Korn zwölf Tote, in 
einem daran anschließenden Kartoffelacker weitere zwei unweit der Straße. 

VII. Im ostwärtigen Straßengraben lagen nochmals zehn Tote in voller Ausrüstung. Einer trug einen stark 
durchbluteten Kopfverband und ist wahrscheinlich verwundet in die Hände der Russen gefallen, ein Teil kann 
im Kampf getötet worden sein. Genaue Feststellungen über die Zeit des Todes ließen sich nicht treffen. 

VIII. Etwa 20 Meter westlich der Straße ebenfalls vier Mann in voller Ausrüstung. 

IX. Etwa 80 bis 100 Meter westlich der Straße in einem Acker zwei Offiziere und ein Mann. Einer der 
Offiziere, ein Oberleutnant, lag mit Hose, Hemd und Stiefeln bekleidet, mit dem Gesicht auf dem Boden. Die 



vordere Gesichtshälfte war unkenntlich, weil die ganze vordere Kopfseite durch Spaten- oder Kolbenhieb 
zertrümmert war. Der Oberleutnant wies außerdem einen Einschuß im Rücken auf. Der andere Offizier, ein 
Leutnant, hatte eine schwere Kopfschußverletzung. Etwas abgesetzt von dieser Gruppe fand sich ein weiterer 
Toter, ein Gefreiter, noch mit Hemd und Hose bekleidet. 

X. Etwa 10 Meter westlich der Straße, 60 Meter südlich der unter Nr. I beschriebenen Gruppe sieben Tote, 
darunter ein Offizier, alle bekleidet, teilweise noch mit Ausrüstung versehen. 

Einer davon muß schwer verwundet gewesen sein, er hatte einen stark durchbluteten Verband am linken 
Oberarm. 

Es ist möglich, daß außer diesen von mir festgestellten 153 Leichen, bei weiteren Suchaktionen der Truppe, die 
in Vorbereitung waren, noch weitere Leichen gefunden werden. 

gez. Dr. Heinrich, Kriegsgerichtsrat 

Protokoll 

Standort, den 18. Juni 1942 

Zur Person: Ich heiße Rudi Ebert, bin 26 Jahre alt, ledig, Feldwebel. 12,/Infanterie-Regiment..., zur Zeit 
Reservelazarett... 

Zur Sache: Um den 1. Juli 1941 mußte sich unser 2. Bataillon bei den 
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Kämpfen in den Rokitnosümpfen, als die Russen mit Übermacht aus einem Hinterhalt angriffen, zurückziehen 
und die schwerer Verwundeten an Ort und Stelle zurücklassen. Am nächsten Tage machte mein Bataillon 
zusammen mit dem 2. Bataillon einen Gegenstoß und warf die Russen wieder zurück. Als wir wieder an die 
Stelle kamen, an der die Verwundeten des 2. Bataillons am Vortage liegengeblieben waren, waren unsere 
Kameraden sämtlich tot. Ich sah etwa 20 bis 30 Leichen dort liegen. Die Uniformstücke der Kameraden waren 
verbrannt, A um Teil waren auch die Körper angebrannt. Das Bild, das sich uns bot, ließ keinen Zweifel daran, 
daß die Körper der Kameraden vom 2. Bataillon mit einem Brennstoff Übergossen und dann angezündet worden 
sind. Dabei sind auch die Kameraden von den Russen angezündet worden, die in verwundetem Zustande in 
russische Gefangenschaft geraten waren. Zum Teil staken auch in den Wunden unserer Kameraden verkohlte 
Holzstücke. Die Russen hatten also Holzpflöcke in die Verwundungen hineingetrieben. Unter den Leichen 
erkannte ich die des Leutnants P., der mir näher bekannt war, wieder. Einige Leichen waren von den Russen so 
zugerichtet, daß es den Leuten des 2. Bataillons nicht möglich war, ihre eigenen Kameraden zu Identifizieren. 

v. g. u. 

gez. Rudi Ebert 

Der Zeuge wurde vereidigt. 

gez. Dr. Hofmann gez. Sigird Müller 

Protokoll 

Standort, den 17. Juni 1942 

Zur Person: Ich heiße Willi Kemper, bin 26 Jahre alt, ledig, Unteroffizier 13. /Infanterie-Regiment..., zur Zeit 
Reservelazarett... 

Zur Sache: Anfang Juli 1941 war meine Division, die... bei der Kesselschlacht von Bialystok vorgeschobene 
Division. Die Spitze bildete das Infanterie-Regiment ... Eines Nachts wurde das zweite Bataillon dieses 



Regiments, das an der Spitze marschierte, von motorisierten russischen Truppen überraschend angegriffen und 
hatte hierdurch erhebliche Verluste. Noch in der Nacht wurde unser Regiment zum Gegenstoß angesetzt. 
Hierbei kamen wir auch an die Stelle des Überfalls. Ich sah dort etwa 15 bis 20 deutsche Soldaten, die keinerlei 
Schußwunden hatten, ermordet liegen. Sie waren schwerstens zugerichtet. Teilweise war ihnen der Schädel 
zertrümmert. Einzelnen war auch das Gesicht eingetreten. Bei der Beerdigung am folgenden Tage habe ich mir 
diese Leichen nochmals genau betrachtet. Auch hierbei habe ich festgestellt, daß die Leichen keinerlei 
Schußverletzungen aufwiesen. Nach dem Einsatz ist unsere Division bis zur Vormarschstraße wieder eine 
Strecke zurückmarschiert. Auf diesem Wege stießen wir bei einer Rast in dem Waldgelände neben der Straße 

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auf die Leichen von zwei Unteroffizieren. Die beiden Leichen waren mit einem Gasmaskenband 
zusammengeschnürt. Die beiden Soldaten sind mit diesem Band erdrosselt worden. Im übrigen wiesen die 
Leichen keinerlei Verletzungen, insbesondere keine Schuß Verletzungen auf. 

Ende Juli 1941 wurde unsere 11. Kompanie, die sich auf dem Marsch von der Vorausabteilung zum Regiment 
befand, am Sosch (etwa 80 km südlich von Smolensk) gegen Abend in unübersichtlichem Waldgelände von 
russischen Truppen überfallen. Unsere 11. Kompanie hat bei diesem Überfall insgesamt 68 Mann Verluste 
gehabt. Davon sind etwa elf Mann infolge von Schußverletzungen gefallen. Alle anderen hatten entweder 
überhaupt keine oder keine tödlichen Schußverletzungen, wurden aber von den Russen bestialisch ermordet, als 
sie sich nach Ausgehen der Munition den in Übermacht angreifenden Russen ergeben hatten. Den Kameraden 
war fast durchweg von den Russen der Schädel eingeschlagen worden. Einzelnen Soldaten war der Sowjetstern 
mit Bajonettstichen auf die Brust gezeichnet. Anderen Kameraden waren die Ohren abgeschlagen oder die 
Augen ausgestochen. 

v. g. u. gez. 
Willi Kemper 

Der Zeuge wurde vereidigt. 

gez. Dr. Hofmann gez. D. R. K.-Schwesternhelferin Else Bohr 

Protokoll 

Divisions-Stabsquartier, den 9. Juli 1941 

Auf Befehl erscheint Dr. Erich Koch, Assistenzarzt und Abteilungsarzt, geboren am 13. 9. 1906 in Dillenburg 
(Hessen-Nassau), und gibt nach Wahrheitserinnerung und Belehrung über die Bedeutung des Eides an: 

Kurz vor Brzezany befanden sich am 3. 7.1941 die Russen im Rückmarsch. Der Aufklärungsabteilung... war 
befohlen worden, die rechte Flanke der Division zu schützen. Bei Durchführung dieses Befehls geriet unsere 1. 
Schwadron in unmittelbare Feindberührung. Die Schwadron wurde zum Teil von den Russen abgeschnitten. Bei 
diesem Unternehmen sind im ganzen 17 Angehörige der gleichen Schwadron gefallen. Von diesen 17 wurden 
sechs in arg verstümmeltem Zustande aufgefunden. Im einzelnen wiesen diese sechs Gefallenen folgende 
Verletzungen auf: 

Zwei Gefallene hatten die Hände auf dem Rücken gefesselt. Dem einen war das rechte Auge ausgestochen und 
das Gesicht mit stumpfer Gewalt, wahrscheinlich mit einem Gewehrkolben, zerschlagen. Dem zweiten war die 
Zunge abgeschnitten und der Hals in Höhe des Kehlkopfes abgeschnitten. 

Auch die anderen vier waren verstümmelt. Einem war die rechte Hand und der rechte Ellbogen abgehackt, und 
zwar so, daß die Hand und der Unterarm 

-82- 



nur noch an einzelnen Hautpartien hingen. Einem anderen war der rechte Arm mit dem Seitengewehr oder einer 
anderen Stichwaffe mehrfach durchstochen. Der Arm sah aus wie ein Sieb. Weitere zwei Soldaten wiesen am 
ganzen Körper Stichwunden auf, die ihnen mit einem Seitengewehr zugefügt wurden. Alle sechs 
Verstümmelten waren auch gänzlich ausgeplündert, zum Teil fehlte sogar das Soldbuch und die 
Erkennungsmarke. Die beiden gefesselten Soldaten sind unverwundet in die Hände des Feindes gefallen. Die 
anderen vier Soldaten waren vor der Verstümmelung offenbar verwundet worden, einer davon war bereits von 
unseren Leuten verbunden worden. 

Sohin wird der Zeuge gesetzlich vereidigt und bestätigt unter Eid die oben gemachten Angaben. 

v. g. u. gez. 
Dr. Erich Koch 

Geschlossen: 
gez. Dr. Pranger, Heeresrichter 



Protokoll 

Berlin, den 26. Januar 1942 

Zur Person: Ich heiße Heinz Schröter, bin 18 Jahre alt, 1.1 ... 

Zur Sache: Anfang Juli 1941 sind Teile meines Bataillons zwischen Rowno und Ostrog eingesetzt worden, um 
ein Dorf wieder zu nehmen, das vorher schon von einer Radfahrschwadron des Heeres besetzt gewesen war. In 
dem Dorf selbst haben wir etwa 80 Angehörige der Radfahrschwadron tot aufgefunden. Ich selbst habe 15 bis 
20 Mann gesehen. Fünf davon lagen in einem Pferdestall, die anderen in den Straßen und Gräben des Dorfes. 
Bei den toten Soldaten der Radfahrschwadron, die ich gesehen habe, waren zum Teil die Augen ausgestochen, 
die Ohren und der Geschlechtsteil abgeschnitten, zum Teil auch der Bauch aufgeschlitzt worden. Bei manchen 
waren mehrere Verstümmelungen zugleich vorgenommen worden. Die Toten hatten größtenteils nur Un- 
terhosen und Hemden an. Jedenfalls waren sie nur mangelhaft bekleidet. Wie wir von zwei überlebenden 
Unteroffizieren der Schwadron gehört haben, ist die Schwadron nachts überfallen worden. 

v. g. u. gez. 

Heinz Schröter 

Der Zeuge leistet den Zeugeneid. 

gez. Dr. Schöne gez. Stutzke 

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Protokoll 

Standort, den 18. Juni 1942 

Zur Person: Ich heiße Jakob Deigentasch, bin 22 Jahre alt, ledig, Gefreiter, 10. /Infanterie-Regiment... zur Zeit 
Reservelazarett... 

Zur Sache: Etwa am 5. Juli 1941 hatte mein Regiment den Auftrag, das erste Regiment der... Infanterie- 
Division abzulösen. Wir lagen damals südlich von Smolensk. Der Vorposten des ersten Regiments hatte in 
einem Dorfe Stellung bezogen. Er stand unter Führung eines Feldwebels. Ihm gehörten außerdem noch 6 Mann 
an. Da die Russen durchgebrochen waren, konnte dieser Vorposten nicht von unserem Regiment, wie es 
vorgesehen war, abgelöst werden. Als wir am nächsten Tage das Haus erreichten, in dem sich der Vorposten 



des 1. Regiments eingerichtet hatte, fanden wir alle 7 Mann tot auf. Der Feldwebel und ein weiterer deutscher 
Soldat waren kopfüber in eine etwa mannshohe Grube bei dem Hause gestürzt worden. Die anderen fünf 
Leichen lagen im Hof vor dem Haus. Ich habe mir dieselben genau betrachtet und festgestellt, daß diesen 
sämtlich beide Hände abgehackt waren. Ferner waren diesen Kameraden die Nasen abgeschnitten, ebenfalls die 
Ohren. Die Leichen waren so zugerichtet, daß es vollkommen unmöglich war, sie wiederzuerkennen. 

v. g. u. gez. Jakob Deigentasch Der Zeuge wurde beeidigt. 

gez. Dr. Hofmann gez. Sigird Müller 

Protokoll 

Divisions-Gefechtsstand, den 8. Juli 1941 

Es erscheinen die nachbenannten Geistlichen der ... Infanterie-Division und erklären nach Eidesbelehrung: 

Zur Person: Ich heiße Simon Sindersberger, bin 45 Jahre alt. Kriegspfarrer bei der ... Infanterie-Division. 

Zur Sache: Im Juli 1941 haben mein Kollege Klinger und ich gefallene Wehrmachtsangehörige der ... 
Infanterie-Division gesucht und beerdigt. Im Räume um Porzecze haben wir dabei folgende Greueltaten der 
Bolschewisten an deutschen Wehrmachtsangehörigen festgestellt: 

Wir fanden den Leutnant S. vom Feldersatz-Bataillon..., dessen Beine bis zum Unterleib vollkommen verkohlt 
waren. Es waren noch Reste von Stiefeln und Fleisch vorhanden. 5 bis 6 weitere Wehrmachtsangehörige waren 
bis zur Unkenntlichkeit verkohlt und konnten nicht identifiziert werden. Die Russen müssen die Verwundeten 
oder Gefallenen mit Kraftstoff Übergossen und angesteckt haben. Bei Leutnant S. haben wir an den 
übriggebliebenen Körperteilen jedenfalls keine Schuß Verletzungen feststellen können. Bei den anderen 
Gefallenen waren derartige Feststellungen nicht möglich. 

84 

Den Unteroffizier P. vom Infanterie-Regiment ... fanden wir mit eingeschlagenem Schädel. Er muß vorher 
verwundet gewesen sein. Etwas abseits hing im Gebüsch ein abgerolltes Verbandpäckchen, so daß anzunehmen 
ist, daß er sich hat verbinden wollen und dabei von den Russen erschlagen worden ist. 

Ein Sanitätssoldat mit Roter-Kreuz-Armbinde lag ebenfalls mit eingeschlagenem Schädel da. 

An einer anderen Stelle wurden die Leichen folgender Wehrmachtsangehöriger aufgefunden: 

1. Oberarzt Dr. A., Stab ... Infanterie-Division 

2. Assistenzarzt Dr. H., Feldersatz-Bataillon ... 

3. Unteroffizier K., Feldgendarmerie-Trupp... 

4. Kraftfahrer P., 2. Krankenkraftwagenzug ... 

5. Gefreiter K, 2. Krankenkraftwagenzug ... 

6. Obergefreiter L., von einer Sanitätseinheit. 

Die Gefallenen lagen in einer Reihe auf den Gesichtern, bis auf den Unteroffizier K, der etwa 1 m abseits lag. 
Daraus ergibt sich, daß die Gefallenen in russische Gefangenschaft geraten und hinterrücks erschossen worden 
waren. Insbesondere wiesen Oberarzt Dr. A. einen Schuß in die rechte Schulter und zwei Hüftschüsse auf, 
Unteroffizier K. hatte drei Genickschüsse erhalten. Den anderen Gefallenen waren Hüft- und Rückenschüsse 
beigebracht worden. Hervorzuheben ist, daß Oberarzt Dr. A. die Rote-Kreuz-Binde trug. Diese sechs 
Gefallenen waren nicht beraubt. 

Dagegen hatten wir bei anderen Gefallenen, wie z. B. bei dem Leutnant W., Stab ... Infanterie-Division, dem 
Gefreiten R., Unterstab ... Infanterie-Division und anderen festgestellt, daß diese ihrer Stiefel beraubt worden 
waren. Bei einigen Toten waren auch die Taschen entleert. 

v-g- 



Zur Person: Ich heiße Erich Klinger, bin 34 Jahre alt, Wehrmachtspfarrer bei der 161. Infanterie-Division. 

Zur Sache: Die Aussage des Kriegspfarrers Sindersberger vom 8. 7. 41 ist mir vorgehalten worden. Sie ist 
richtig. Ich mache sie zum Gegenstand meiner Vernehmung. 

v- g. 

Die Zeugen Sindersberger und Klinger wurden daraufhin beeidigt. 

Geschlossen: 

gez. von Mülmann, Stab gez. Schmitz, Gefreiter 

gez. Sindersberger, Kriegspfarrer 
gez. Klinger, Wehrmachtspfarrer 

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Protokoll 

Ortsunterkunft, den 30. Oktober 1941 

Zur Person: Ich heiße Rudolf Zaborowski, bin am 26. Juni 1916 in Schanzenort, Kr. Ebenrode/Ostpr., geboren, 
ledig, evangelisch, nicht bestraft. 

Zur Sache: Am 29. Juli 1941 lag meine Batterie in dem Orte Are in Estland. Am Morgen dieses Tages um 6/4 
Uhr wurde ein Stoßtruppunternehmen befohlen, zu dem von meiner Batterie außer mir der Leutnant F. und der 
Funker S. kommandiert waren. Der ganze Stoßtrupp fuhr auf Fahrrädern von Are in Richtung auf das Dorf 
Jaagupi. Während wir auf der Fahrt waren, bekamen wir plötzlich überraschend Maschinengewehr-Feuer und 
Feuer aus Pak-Geschützen. Darauf sprangen wir sofort in die neben der Straße befindlichen Gräben. Während 
alle meine Kameraden sofort Verwundungen erlitten hatten, war ich der einzige, der zunächst unverwundet war. 
Ich versuchte daher, seitlich mich in den dort liegenden Wald in Deckung zu bringen. Als ich ein paar Schritte 
gemacht hatte, erhielt ich einen Schuß in die rechte Kniekehle und stürzte infolgedessen zur Erde. Der Schuß 
muß, wie ich annehme, aus einem Pak-Geschütz gekommen sein, denn das Bein war vollständig zertrümmert, 
und der Unterschenkel hing nur noch mit ein paar Fleischfetzen am Oberschenkel. Etwa in drei Meter 
Entfernung von mir lag ein Infanterist, dessen Name ich nicht kenne. Diesem waren beide Beine 
weggeschossen und er stöhnte und jammerte vor Schmerzen. Ich rief ihm noch zu, er solle still sein, denn die 
Russen kämen. Gleich daraufkamen 30 bis 40 russische Soldaten an uns heran. Meiner Meinung nach waren es 
alles Frauen. Sie hatten Uniformen an und trugen auch Gewehre mit Bajonetten. Daß es Frauen waren, erkannte 
ich daran, daß sie lange Haare hatten, die hinten unter der Mütze vorkamen. Außerdem hatten sie eine vollere 
Brust. Zu welcher Formation sie gehörten, weiß ich nicht. Bevor sie an mich herangekommen waren, hatte ich 
meine Hand in mein Blut getaucht und damit mein Gesicht beschmiert, denn ich wollte mich tot stellen. Das tat 
ich denn auch und schloß die Augen. Nur ab und zu öffnete ich sie ein wenig und konnte daher beobachten, was 
um mich her geschah. Zunächst kamen mehrere dieser weiblichen Soldaten an mich heran, versetzten mir 
Kolbenstöße in die Magengegend und Fußtritte mit ihren Stiefeln ins Gesicht. Auch meine Finger versuchten 
sie rückwärts überzubiegen, ohne daß sie mir aber gebrochen wurden. Dann wurde meine Tasche durchsucht, 
wobei sie mich auch herumdrehten. Sie nahmen mir mein Soldbuch weg, in dem sich 60,- RM in Papiergeld 
befanden, ferner mein Koppel, an dem sich meine Pistole, Seitengewehr, Kartentasche, Brotbeutel und Flasche 
befanden. Weitere Mißhandlungen haben die russischen Soldatenweiber an mir nicht vorgenommen, offenbar, 
weil sie mich für tot hielten. Dagegen konnte ich beobachten, daß sie an den vorher von mir erwähnten, in drei 
Meter Entfernung vor mir liegenden Infanteristen herantraten, der noch lebte und schrie und jammerte. 

-86- 

Zunächst erhielt er einen Stich mit dem Bajonett in den Hals, während er auf der Erde auf dem Rücken lag. 
Dann sah ich, daß eins von den Soldatenweibern ein gebogenes Messer etwa in Höhe seines Brustbeins ansetzte 



und ihm mit einem Schnitt den Leib aufschlitzte, nachdem sie ihm die Bluse geöffnet hatte. Ob darauf seine 
Eingeweide herausgetreten sind, habe ich nicht gesehen. Ob er in diesem Augenblick noch gelebt hat, weiß ich 
nicht. Er gab nur, als er den Stich in den Hals bekam, einen röchelnden Laut von sich und war danach still. Die 
russischen Soldaten sind mit Unterbrechung von 7 bis 11 Uhr an uns geblieben. Als sie sich dann 
zurückgezogen hatten, schleppte ich mich in einen nahegelegenen Wald und wurde am Abend durch 
Sanitätsmannschaften gefunden und nach rückwärts gebracht. 

v. g. u. 

gez. Rudolf Zaborowski, Unteroffizier 

Der Zeuge wurde sodann beeidigt. 

gez. Milthaler gez. Palm, Unteroffizier 

Protokoll 

Berlin, den 3. Februar 1942 

Zur Person: Ich heiße Willi Nüsse, bin 25 Jahre alt, ledig, Unteroffizier der 9. /Infanterie-Regiment..., zur Zeit 
Reserve-Lazarett. . . 

Zur Sache: Ende Juli 1941 geriet die Spitze unserer Marschkolonne, bei der auch mein Regiment marschierte, 
in der Gegend von Witebsk in einen Hinterhalt der Russen, die von beiden Seiten der Straße aus der Flanke die 
Spitze unserer Kolonne angriffen und umzingelten. Hierbei fielen, wie ich später an Ort und Stelle selbst 
feststellen konnte, eine größere Anzahl Angehöriger der 1. und 2. /Infanterie-Regiment... 

Spätere genaue Nachzählung ergab 81 Gefallene von der 1. Kompanie und 53 Gefallene von der 2. Kompanie. 
Ich habe mir die Leichen größtenteils angesehen und dabei festgestellt, daß viele gefallene Kameraden an den 
Händen mit ihren eigenen Koppelriemen gefesselt worden waren. Die Leichen wiesen durchweg 
Stichverletzungen auf und waren in der Mehrzahl schwerstens verstümmelt. 

An jede Einzelheit kann ich mich heute nicht mehr erinnern. Ich weiß aber noch bestimmt, daß dem Leutnant V. 
von der 3. /Infanterie-Regiment... beide Augen ausgestochen waren, und daß ein Sanitätsdienstgrad mehrere 
Bajonettstiche in den Unterleib erhalten hatte. Außerdem waren auch diesem Sanitätsdienstgrad beide Augen 
ausgestochen und der Hinterkopf eingeschlagen. 

-87- 

Ende November 1941 lagen wir in einer Feldstellung etwa 30 km östlich Stariza (bei Kalinin). Ein Troßwagen 
des I. /Infanterie-Regiments... wurde in dieser Gegend von Russen überfallen. Hierbei wurde der Fahrer 
erschossen und der begleitende Unteroffizier vollkommen nackt ausgezogen und ermordet. Er wurde von 
Angehörigen des I./Infanterie-Regiments... in diesem Zustand aufgefunden. Später sah ich in dem Ort 
Martinovo, in dem wir in Stellung lagen, die Leiche dieses Unteroffiziers und stellte fest, daß er eine Stich- 
verletzung am Halse und eine weitere Stichverletzung in der Magengegend hatte. 

Schußverletzungen wies die Leiche nicht auf. 

v. g. u. 
gez. Nüsse, Willi 



Unteroffizier Der Zeuge wurde beeidigt. 

gez. Dr. Hofmann 



gez. Margot Behnke 



Protokoll 



Standort, den 29. Juni 1942 

Zur Person: Ich heiße Rudolf Schneider, 23 Jahre alt, Gefreiter, Stab \.l Infanterie-Regiment... 

Zur Sache: Am 6. August 1941 haben wir bei der Ortschaft Kosaky auf der Autobahn von Smolensk nach 
Moskau etwa 70 km östlich Smolensk in einem Waldstück 25 Angehörige der Vorausabteilung der ... 
Infanterie-Division ermordet aufgefunden. Diese Vorausabteilung ist bis auf ein Pakgeschütz in russische 
Gefangenschaft geraten. Unter den 25 Mann befanden sich vier bis fünf Offiziere. Alle 25 waren etwa 500 m 
rechts der Rollbahn (nach Moskau zu gesehen) im Umkreis von etwa 15 bis 25 m an Bäumen aufgehängt 
worden. Alle hingen mit dem Kopf nach unten, die Köpfe etwa in Schulterhöhe. Sämtlichen Offizieren waren 
beide Augen ausgestochen und beide Hände abgeschnitten oder abgehackt worden. Man konnte deutlich sehen, 
daß die Augen ausgestochen waren. Die Köpfe waren sonst unverletzt, nur die Augenhöhlen blutverschmiert. 
Bei den übrigen Leuten waren entweder die Augen ausgestochen oder die Hände oder die Finger abgeschnitten 
oder abgehackt. Die Russen hatten allen Ermordeten die Stiefel ausgezogen. Abzeichen und Ehrenzeichen 
abgerissen und die Taschen ausgeplündert. Der Überfall auf diese Vorausabteilung ist in der Nacht zum 6. 
August erfolgt. 

v. g. u. 

gez. Rudolf Schneider, Gefreiter 

Der Zeuge leistet den Zeugeneid. 

gez. Dr. Schöne gez. Kunisch 

-88- 

Protokoll 

Standort, den 10. Februar 1942 

Zur Person: Ich heiße Karl Zernia, bin 32 Jahre alt, ledig, Feldwebel, 9. /Infanterie-Regiment... zur Zeit 
Reservelazarett... 

Zur Sache: Anfang August 1941 war mein Regiment in dem Kessel um Uman eingesetzt. Wir lagen etwa 20 km 
nördlich Perwomaisk. Das I. Bataillon wurde hierbei von starken russischen Kräften überfallen und hatte große 
Verluste. Als wir die Verbindung zum Regiments-Gefechtsstand aufnehmen wollten, kamen wir an der Stellung 
des I. Bataillons vorbei. An einem Bahndamm lagen etwa 30 bis 40 Leichen von Kameraden der I. /Infanterie- 
Regiment... Ich sah mir einzelne Leichen näher an. Einigen Kameraden waren beide Augen ausgestochen, 
sämtliche Leichen wiesen fast einheitlich Stichverletzungen im Gesicht auf, manche Leichen waren bis zur 
Unkenntlichkeit verstümmelt. 

Im September 1941 kamen wir bei der Kesselschlacht um Kiew in ein Dorf und fanden dort bei der 
Durchsuchung der Häuser in einer Scheune, unter Stroh verdeckt, die Leichen von einem Leutnant und vier 
deutschen Soldaten auf. Allen fünf Kameraden war die Kehle durchschnitten. Weitere Verletzungen, 
insbesondere Schuß Verletzungen, waren nicht festzustellen, so daß ich mit meinen Kameraden davon überzeugt 
war, daß diese fünf deutschen Soldaten in russische Gefangenschaft geraten sind und dann viehisch ermordet 
wurden. Diese fünf Soldaten sind von meinem Regiment an dem gleichen Ort beigesetzt worden. 

v. g. u. 

gez. Karl Zernia, Feldwebel 

Der Zeuge wurde beeidigt. 

gez. Dr. Hofmann gez. Ruth Frenzel 



Protokoll 



Standort, den 8. September 1942 

Zur Person: Ich heiße Franz Lörner, bin 24 Jahre alt, ledig, Unteroffizier, 10 ./Infanterie-Regiment..., zur Zelt 
Reservelazarett... 

Zur Sache: Am 10. August 1941 führte ein verstärkter Zug des III. Bataillons Infanterie-Regiment... eine 
gewaltsame Erkundung des Vorgeländes bei dem Ort Rekta (in der Nähe von Rogatschew) durch. Dieser 
Stoßtrupp wurde von den Russen abgeschnitten und hatte große Verluste. Es gelang nur drei Mann, sich wieder 
zu den deutschen Linien durchzuschlagen. Die anderen Kameraden sind entweder im Kampf gefallen oder 
gerieten verwundet in russische Gefangenschaft. Am Morgen des 12. August 1941 haben wir die Ortschaft 
Rekta erobert und fanden dort vor dem Dorf die Leichen von etwa 25 

-89- 

Angehörigen unseres Bataillons. Die Toten gehörten fast durchweg unserer 11. Kompanie an. Bei den meisten 
Leichen war der Bauch aufgeschlitzt. Etwa 7 bis 8 Kameraden war der Hals durchschnitten. Die Leiche des 
Unteroffiziers H. von der 1 1 . habe ich mir besonders genau betrachtet, da dieser ein guter Freund von mir war. 
Die Leiche des H. wies keine Schuß Verletzung auf. Dagegen hatte er eine klaffende Stichverletzung am Bauch. 
In der Gegend der Wunde waren die Kleidungs- und Uniformstücke stark durchblutet. Bei den anderen 
Gefallenen stellte ich zum Teil neben den Stichverletzungen Schußwunden fest. 

Am 10. Oktober 1941 wurde ich am linken Unterarm verwundet und kam am 19. Oktober 1941 in das 
Kriegslazarett in Kaluga. Am 2. November 1941 wurde eine größere Anzahl Verwundeter (etwa 120 Mann), die 
in diesem Lazarett untergebracht waren, auf zwei Omnibusse und auf einen Lastkraftwagen verladen, um weiter 
nach rückwärts geschafft zu werden. In die Omnibusse wurden die leichter Verwundeten, die sitzen konnten, 
verladen, während die Verwundeten, die auf Tragbahren transportiert werden mußten, auf den Lastkraftwagen 
gestellt wurden. In den beiden Omnibussen waren nach meiner Schätzung rund 100 Verwundete untergebracht. 
Die Omnibusse fuhren etwa eine halbe Stunde vor dem Lastkraftwagen ab. Ich war auf einer Tragbahre auf dem 
Lastkraftwagen untergebracht. Als wir auf die Rollbahn kamen, stießen wir etwa 15 Kilometer hinter Kaluga 
auf unsere beiden Omnibusse. Diese waren umgeworfen und lagen noch glimmend im Straßengraben. Die 
Omnibusse sind offensichtlich von versprengten russischen Truppenteilen auf der Rollbahn überfallen, 
umgeworfen und dann angesteckt worden. Sämtliche Verwundeten sowie die Fahrer und die begleitenden 
Sanitäter sind von den Russen umgebracht worden. Das Bild, das sich uns bot, war so, daß ein Teil der Verwun- 
deten offenbar versuchte, nach dem Überfall zu fliehen. Diese Kameraden wurden aber ebenso von den Russen 
niedergemacht wie die Verwundeten, die nicht mehr aus den Omnibussen herauskamen. Die letzteren sind in 
den Omnibussen mitverbrannt. Viele Leichen wiesen starke Brandwunden auf. Die beiden Omnibusse waren 
durch große Rote -Kreuz-Zeichen zu beiden Seiten deutlich als Sanitätsfahrzeug gekennzeichnet. Als wir 
gesehen hatten, welches Schicksal die beiden Omnibusse ereilt hatte, fuhr unser Lastkraftwagen wieder nach 
Kaluga zurück. 

v. g. u. 

gez. Franz Lörner, Unteroffizier 

Der Zeuge wurde vereidigt. 

gez. Dr. Hofmann gez. Irma Schmidt 

-90- 

Protokoll 

Standort, den 27. Oktober 1941 

Zur Person: Ich heiße Friedrich Meteling, geboren am 20. Juli 1910 in Hünxe, verheiratet, evangelischen 
Glaubens. 



Zur Sache: Am 14. August 1941 marschierte unsere Veterinär-Kompanie durch den russischen Ort Mogulowo, 
südlich Smolensk, in Richtung Schiliwit-schi. Nachdem wir etwa 700 Meter hinter dem Dorf waren, erhielten 
wir auf einmal starkes Feuer. Wir gingen von den Wagen herunter in Deckung. Ein Teil meiner Kameraden, die 
noch rechtzeitig ihren Karabiner fassen konnten, schössen gegen die angreifenden Russen. Als ich einem 
verwundeten Kameraden Beistand leistete, erhielt ich einen Steckschuß in den rechten Oberarm. Meine 
Kameraden waren zum Teil gefallen, andere hatten sich infolge der starken russischen Übermacht nach 
rückwärts in Deckung begeben. Nachher gerieten wir in russische Gefangenschaft. Die Russen führten uns 
wieder in die Gegend, wo unsere Fahrzeuge standen. Dort nahmen sie uns Uhren, Taschenmesser, Feuerzeuge 
und andere Gegenstände weg. Dann mußten wir uns in zwei Gliedern aufstellen - wir waren etwa noch 15 bis 
20 Mann, darunter Unteroffizier K. und Unteroffizier J. Auf einmal fielen Schüsse. Ich ließ mich instinktiv 
hinfallen. Zwei getroffene Kameraden kamen auf mich zu liegen. Dann traten die Russen noch mit Stiefeln 
gegen meine Kameraden. Zum Teil hatten diese vorher noch schreiende Laute von sich gegeben. Ich selbst 
bekam auch einen Tritt gegen den Hinterkopf. Da ich mich tot stellte, ließen die Russen dann wieder von mir 
ab. Dieser ganze Vorgang mag etwa zehn Minuten gedauert haben. Schließlich wurde noch eine Handgranate 
auf uns geworfen. Dadurch wurde ich am linken Arm verletzt. Ich erhielt eine Zertrümmerung des linken 
Ellenbogengelenks . 

Die anderen Kameraden gaben kein Lebenszeichen mehr von sich. 

Inzwischen kamen die deutschen Truppen vor. Nach etwa zwanzig Minuten wurde ich von Kameraden 
gefunden. Bei den Kameraden, die von den Russen erschossen wurden, befanden sich auch einige von einer 
anderen Einheit. Diese hatten sich schon vor uns in Mogulowo befunden. 

v. g. u. 

gez. Meteling, Obergefreiter 
Der Zeuge wurde vorschriftsmäßig vereidigt. 

gez. Dr. Brauns gez. Emmerich 

Protokoll 

Standort, den 17. März 1942 

Zur Person: Ich heiße Unteroffizier Johann Reiser von l./Geb.Pi..., bin 27 Jahre alt. 
-91- 

Zur Sache: Es kann etwa Mitte August 1941 gewesen sein, als meine Division von Winniza aus im Vorgehen 
gegen Uman begriffen war und an der großen Einkreisungsschlacht teilnahm. Der zweite Zug der 2. Kompanie 
meines Bataillons hatte unter Führung des Leutnants R. den Auftrag, aufzuklären. Dieser Zug war in zwei Teile 
geteilt, von denen der erste von den Russen umzingelt worden ist, während sich der zweite retten konnte. Am 
nächsten Tage wurde mein Zug eingesetzt um nach den liegengebliebenen Verwundeten zu suchen. Ein 
Unteroffizier der ersten Abteilung war entkommen und hatte gemeldet, daß der übrige Teil der Abteilung von 
den Russen umzingelt worden sei. Nach seinen Angaben war bei seinem Weggehen niemand auf deutscher 
Seite gefallen. Als wir an die Stelle kamen - es handelte sich um eine freie Stelle und Straße zwischen Mais- 
und Sonnenblumenfeldern -, haben wir die 22 Kameraden des zweiten Zuges der 2. Kompanie sämtlich 
ermordet aufgefunden. Dem größten Teil von ihnen war der Schädel mit einem stumpfen Gegenstand 
eingeschlagen worden. Die anderen hatten offensichtlich aus nächster Nähe Kopfschüsse erhalten. Die so 
Ermordeten hatten faustgroße Löcher an der Stirn oder Schläfe. Leutnant R. lag auf dem Rücken und hatte 
einen Verband um die Brust. Über ihm lag ein Sanitätsunteroffizier, der noch den Verband in der Hand hatte. 
Ihm war der Schädel eingeschlagen worden. 

v. g. u. gez. 
Johann Reiser, Unteroffizier 



Der Zeuge leistete den Zeugeneid. 

gez. Dr. Schöne 



gez. Draeger 



Bericht 

Standort, den 5. September 1941 

Bericht über den Panzerangriff auf den Hauptverbandplatz in Lysowka am 2. September 1941 

Am 25. August übernahm die 1. Sanitäts-Kompanie ... den Hauptverbandplatz Lysowka als Ablösung für die 2. 
Sanitäts-Kompanie, die dort bereits seit 14 Tagen ohne sonderliche Vorkommnisse gearbeitet hatte. Es wurde 
dort der 2. Zug der Sanitäts-Kompanie (Hauptverbandplatz-Zug) eingesetzt. Diesen Zug führte in meiner 
Vertretung Assistenzarzt Dr. Krautberger, während ich mit der Vertretung des erkrankten Kompanie-Chefs 
betraut war und mich als Chirurg auf dem Hauptverbandplatz betätigte. 

-92- 

Das Dorf Lysowka ist ein langgestrecktes gerades Straßendorf. In einem Hause in der Mitte des Dorfes war in 
der Aufnahme der Verbinde- und Operationsraum sowie der Raum der Sanitäts-Offiziere untergebracht. Hinter 
dem Gebäude waren die beiden Verwundetenzelte und ein Teil der Mannschaftszelte aufgeschlagen, während 
die Verwundeten mit chirurgisch größeren Eingriffen in einem etwa 60 m entfernten Nachbarhause 
untergebracht gewesen sind. Die mit den aufgemalten roten Kreuzen und einer Rot-Kreuz-Flagge 
gekennzeichneten abgestellten Krankenkraftwagen des 1. Kranken-Kraftwagen-Zuges waren an der Straße 
gegenüber den Häusern getarnt aufgestellt. 

Der Hauptverbandplatz selbst war durch zwei mit dem roten Kreuz gekennzeichneten Tafeln und vor allem 
auch durch eine unmittelbar an der Straße aufgestellte und mit der Rot-Kreuz-Flagge versehene Stange als 
Sanitäts-Ein-richtung deutlichst erkennbar. 

Trotz des starken Verwundetenanfalles wurde der Hauptverbandplatz auch am Vorabend des Überfalles also am 
1. September, wie bisher ins Feldlazarett Baltutino entleert. Der letzte Krankenabtransport erfolgte um 23 Uhr 
mit dem Krankenkraftwagen des Gefreiten Hahn. Es erfolgten während der Nacht noch weitere Aufnahmen von 
Verwundeten, so daß im Operationsraum bis gegen 4.00 Uhr morgens gearbeitet wurde. 

Um etwa 5.15 Uhr betritt der Gefreite Meitzner, welcher als Außenposten eingeteilt war, unseren Schlafraum 
und weckte mich mit dem aufgeregten Rufe, im Dorfe werde mit MG. geschossen. Assistenz-Arzt Dr. 
Krautberger und ich erheben uns sofort und laufen vor das Haus. Wir hörten Gewehr- und Maschi- 
nengewehrfeuer und Explosionen von größeren Geschossen vom Ortseingange her, wo auch ein Haus in 
Flammen stand. Plötzlich hörte ich den Ruf: »Russische Panzer fahren ins Dorf«. Ich laufe zum 
Verwundetenzelt und gebe den Befehl, die Verwundeten sofort zu verladen und in Sicherheit zu bringen. Assi- 
stenz-Arzt Dr. Krautberger und ich beginnen sogleich mit Hilfe inzwischen herbeigelaufener Kompanie- 
Angehöriger die Verwundeten zu bergen. Den hinzukommenden Unterarzt Dr. Hartke beauftragte ich, 
unverzüglich mit dem Ortskommandanten, welcher etwa 200 Meter von uns entfernt wohnte, Verbindung 
aufzunehmen. 

Das Gewehr- und Maschinengewehrfeuer näherte sich unmittelbar dem Hauptverbandplatz, gemischt mit 
nunmehr deutlichen Detonationen von Panzergeschossen. Auch das Nebenhaus mit einem dort abgestellten 
Krankenkraftwagen war durch einen Treffer in Brand geschossen. In den weiteren Minuten wurden Kranken- 
Kraftwagen herbeigeholt, Verwundete verladen und abgefahren, während die feindlichen Panzer den 
Hauptverbandplatz-Komplex unter heftiges Feuer nahmen. Assistenz -Arzt Dr. Krautberger lief auf die Straße, 
um von gegenüber einen weiteren Krankenkraftwagen herbeizuholen, was aber nicht mehr möglich war, da der 
erste Panzer bereits auf etwa 40 Meter heran- 



-93- 



gekommen war und die Straße unter starkem Beschuß hielt. Es handelte sich um 32-t-Panzer, auf denen je 5 bis 
6 Infanteristen mit Gewehren und Handgranaten bewaffnet lagen. Das unmittelbare Feuer dieser Infanteristen 
auf Männer des Hauptverbandplatzes wurde jetzt von einigen unserer Leute durch Gewehrschüsse erwidert. 

Zu dieser Sekunde standen wiederum zwei Krankenkraftwagen voll beladen abfahrbereit. Noch nicht verladene 
Verwundete wurden in dem Augenblick noch in Splittergräben geborgen, als der erste Panzer schießend um die 
Hausecke bog und ich volle Deckung befahl. Alles versuchte sich jetzt nach verschiedenen Richtungen in 
Sicherheit zu bringen. Ich lief mit einigen Männern in Richtung der Ortskommandantur, um dort die Lage zu 
erfragen. Dort stieß auch Assistenzarzt Dr. Krautberger zu mir, der inzwischen durch einen Schuß am rechten 
Oberschenkel verwundet wurde. Auch Unterarzt Dr. Hartke und einige weitere Kompanie-Angehörige traf ich 
dort wieder. Die Panzer, die nach dem Überfall auf den Hauptverbandplatz noch einige hundert Meter durch das 
Dorf gerollt waren, kehrten wieder um und hielten die ganze Umgegend wahllos unter Beschuß, so daß ich mit 
den mit mir zusammengetroffenen Kameraden in einem nahen Waldstück Deckung nehmen mußte. 

Nach Abrollen der Panzer kehrten wir zum Hauptverbandplatz zurück, wo sich uns ein gräßliches Bild 
blindwütiger Zerstörung bot. Ein beladener und durch das rote Kreuz gekennzeichneter LKW der Kompanie, 
der bereits, wie vorher erwähnt, schon im Abfahren begriffen gewesen ist, war durch direkten Schuß aus der 
Panzerkanone von rückwärts getroffen, wobei die daraufliegenden, auf Krankentragen gelegten Verwundeten so 
schwer verletzt wurden, daß drei sofort tot waren und der vierte auf dem Transport zum Feldlazarett verstarb. 
Nicht genug damit, hatte der Panzer den Wagen auch noch gerammt und auf einen neben ihm stehenden LKW 
hinaufgeschoben, so daß ein Toter hinter einem Hinterrad und dem zersplitterten Aufbau eingeklemmt wurde, 
während die anderen Toten und der Schwerverwundete mit gräßlichen Verletzungen auf dem blutüberströmten 
Aufbau umherlagen. Der Fahrer des Wagens lag knapp neben seinem Wagen mit geborstenem Schädel. Hierzu 
muß noch bemerkt werden, daß auf dem Wagen auch noch abgeschossene Gewehrkugeln gefunden wurden, so 
daß anzunehmen ist, daß mit allen den russischen Panzermännern zur Verfügung stehenden Waffen auf diesen 
Verwundetenwagen geschossen wurde. Neben dem Wagen lag noch ein russisches Gewehr mit aufgepflanztem 
Seitengewehr. Dem zweiten abfahrbereiten Krankenwagen, der nicht mehr abfahren konnte, da er mit dem um 
die Hausecke kommenden Panzer zusammengestoßen wäre, war der Panzer mit einer Raupe über den Motor 
gefahren und hatte diesen völlig zertrümmert. Unser neben diesem Wagen stehenden PKW wurde vom Panzer 
gegen die Hauswand gedrückt und der ganzen Länge nach zusammengequetscht. Ein Mannschaftszelt war 
durch Über- 

-94- 

fahren platt gewalzt, ein weiteres von der auf den Panzern liegenden russischen Infanterie, die auf dem 
Hauptverbandplatz zum Teil abgestiegen war, durch Stiche mit dem aufgepflanzten Seitengewehr zerstochen. 
Die Verwundetenzelte waren mehrfach durchschossen und aus einem die Verpflegung für die Verwundeten 
geraubt worden. Neben einem Zelt lag einer unserer Sanitätsdienstgrade, der bis zum Schluß uns beim Verladen 
der Verwundeten geholfen hatte, durch Kopfschuß getötet. Hinter dem Zelt lag ein Leichtverwundeter, der sich 
wohl selbst in dem um das Zelt gezogenen Graben in Sicherheit bringen wollte, ebenfalls erschossen. Weiter 
wurde während des Überfalles von den Bolschewisten nach Verwundeten, die durch Verbände deutlich als 
solche gekennzeichnet waren und die in ihrer Angst aus den Splittergräben, in denen man sie geborgen hatte, 
weiter flüchten wollten, geschossen. Außerdem wurden noch vier weitere teils LKW der Sanitätskompanie, teils 
Krankenkraftwagen durch Rammung oder Inbrandsetzung zerstört. Einer der Fahrer, der sich flüchtend in 
Sicherheit bringen wollte, wurde hinterrücks durch Herzschuß getötet. 

Das Hauptverbandplatzgebäude selbst, welches zur Straßenseite hin durch eine neben dem Eingang befestigte 
Schultafel mit dem roten Kreuz gekennzeichnet war, ganz abgesehen von einer unmittelbar an der Straße quer 
stehenden zweiten Tafel mit dem roten Kreuz und der Rot-Kreuz -Flagge, war auch noch unter direkten Beschuß 
genommen worden. Man sah Einschläge in den Hausbalken, und im Operationsraum und dem Aufenthaltsraum 
der Sanitätsoffiziere lagen Gewehr- und Maschinengewehrprojektile umher. 

Nach diesem schrecklichen Überfall auf den Hauptverbandplatz wurden die im Nebenhaus liegenden und zum 
Glück von den Russen übersehenen Schwerverwundeten sowie die restlichen Verletzten, von welchen sechs 



durch den Überfall neu und zum Teil sehr schwer verwundet waren, raschestens abtransportiert, da mit einer 
Rückkehr von Panzern gerechnet werden mußte. 

Wie schon anfangs erwähnt wurde, war der Gefreite Hahn tags vorher um 23.00 Uhr mit dem letzten 
Verwundetentransport abgeschickt worden. Nach dem Panzerüberfall traf er in Lysowka wieder ein und 
berichtete, daß nach seiner Abfahrt etwa 1 km aus dem Dorfe an beiden Seiten des Wagens und vor ihm 
insgesamt 5 Granaten eingeschlagen wären. Er hielt es für feindlichen Artilleriebeschuß und fuhr rasch weiter. 
Bei seiner Rückfahrt am nächsten Morgen schlug an derselben Stelle vor Lysowka ein Geschoß hinter seinem 
Wagen ein, dessen Mündungsfeuer er entfernt vor sich wahrnehmen konnte. Da alles ruhig blieb, fuhr er gegen 
das Dorf weiter. Etwa 200 Meter vor dem Dorfe bemerkte er wiederum ein Mündungsfeuer vor sich, von 
welcher Granate der Hinterteil des Wagens quer durchschlagen wurde. Auch dieser Wagen war durch eine 
wehende Rot-Kreuz-Flagge als Sanitätswagen deutlich gekennzeichnet. Gefreiter Hahn bemerkte in diesem 
Augenblick auch die Umrisse von drei russischen Panzern, die neben den ersten Häusern am Ortseingang 
standen. 

-95- 

Frauen des Dorfes schrien mit den Händen gestikulierend auf die neben den Panzern stehenden russischen 
Soldaten ein, und Gefreiter Hahn (er versteht etwas Russisch) hörte, daß sie den Soldaten immer wieder 
klarmachen wollten, daß sich im Dorfe nur ein Lazarett befände, und sie nicht hineinfahren sollten. Die Russen 
ließen sich aber nicht beeinflussen, zwei Panzer setzten sich gegen das Dorf in Marsch, während ein Teil der 
Besatzung des dritten Panzers auf seinen Wagen zukam. Hahn konnte sich im Kornfeld in Sicherheit bringen, 
während die Russen seinen Wagen durchstöberten und auf einen Ruf hin zu ihrem Panzer zurückkehrten, um 
den anderen beiden ins Dorf zu folgen (siehe beiliegende Vernehmung des Gefreiten Hahn). Diese Tatsache 
erfährt vom Gefreiten Plocharski (der sich ebenfalls russisch zu verständigen vermag) insofern eine 
Bestätigung, als ihm nach dem Überfall Dorffrauen diesen Vorfall erzählten (siehe Vernehmung des Gefreiten 
Plocharski). 

Aus diesem Tatsachenbericht geht deutlich hervor, daß die Bolschewiken den in jeder Weise und nach allen 
Richtungen hin deutlich als Sanitäts-Einrich-tung gekennzeichneten Hauptverbandplatz unter gröbster 
Verletzung des Genfer Abkommens, ohne vorher unsererseits irgendwie beschossen oder sonstwie angegriffen 
worden zu sein, mit Waffen, wie Gewehren, Maschinengewehren und Panzern absichtlich hinterrücks 
überfallen und in bestialischer Weise hilflose Verwundete, Sanitäts-Dienstgrade und Sanitäts-Material 
gemordet und vernichtet haben. Die russischen Panzermänner wurden von den Dorffrauen vorher aufmerksam 
gemacht, daß sich im Dorfe nur ein Lazarett befände, aber die Panzer unternahmen den Überfall trotzdem oder 
vielleicht deshalb in der Überzeugung, hier einmal rauben und morden zu können, ohne auf irgendwelchen 
militärischen Widerstand zu stoßen. 

Und wie verhalten sich deutsche Sanitäts-Einrichtungen? Wir versorgen unsere verwundeten Gegner ärztlich 
genau so wie deutsche Soldaten. Zur Zeit des Überfalles befand sich in einem unserer Verwundetenzelte auch 
ein gefangener Sowjet-Soldat, dem wir tags zuvor durch eine Beinamputation das Leben gerettet haben. 
Mehrere andere verwundete Bolschewisten waren bei uns in den letzten Tagen ebenfalls versorgt und in das 
Gefangenenlazarett abgefahren worden. 

Abschließend möchte ich nicht unterlassen, das mutige Verhalten des Hauptverbandplatz -Zuges, aus dem allein 
auf dem Hauptverbandplatz zu Lysowka 11 Männer als Blutspender für schwerverwundete Kameraden 
eingetreten sind, zu betonen. Durch tatkräftige Unterstützung von Seiten des Assistenz-Arztes Dr. Krautberger, 
mit Hilfe der Unterärzte, des Hauptfeldwebels und der übrigen Männer des Zuges und des Kranken- 
Kraftwagen-Zuges, die im Bewußtsein der sich nahenden und wild um sich schießenden Panzer in eiserner 
Disziplin so lange gearbeitet haben, bis der erste Panzer feuernd um die Hausecke bog, gelang es in diesen 
kaum 5 Minuten soviel zu erreichen. Drei unserer Männer 



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blieben dabei tot auf dem Platze, aber durch diese Tat wurde der größte Teil der zu dieser Zeit auf dem 
Hauptverbandplatz liegenden 41 Verwundeten abtransportiert oder sonstwie in Sicherheit gebracht. 

gez. Dr. Allmeling 

Oberarzt und stellvertretender Kompanie-Führer 

Oberarzt Dr. Allmeling leistet den Eid, soweit es seine eigenen Wahrnehmungen betrifft. 

Unterschrift 

Kriegsgerichtsrat 

10. September 1941 

Protokoll 

Standort, den 27. Juni 1942 
Zur Person: Ich heiße Otto Schippa, 24 Jahre alt, Feldwebel, 3, /Infanterie-Regiment.... 

Zur Sache: Am 14. Oktober 1941 war ich als Hauptfeldwebel-Diensttuer beim Kompanietroß, der in 
Bogdanowka lag. Vormittags gegen 1 1 Uhr sollte der Troß zur Kompanie nachgezogen werden. Dabei mußten 
wir durch ein Waldstück und sind dort von den Russen überfallen worden. Bei dieser Gelegenheit mußten wir 
acht verwundete Kameraden zurücklassen. Als wir etwa eine Stunde später im Gegenstoß an dieselbe Stelle 
zurückkamen, fanden wir die acht Kameraden ermordet auf. Sie waren von den Russen im Gesicht bis zur 
Unkenntlichkeit verstümmelt worden. Es waren ihnen Augen ausgestochen, Ohren, Nase und Zunge 
abgeschnitten worden. Einige hatten noch Stiche im Leib. Außerdem hatten die Russen sie völlig 
ausgeplündert. 

Im März 1942 ist etwa 30 km südlich Wjasma bei dem Ort Gorby ein Zug der ersten Kompanie meines 
Regiments in einem Waldstück von den Russen aufgerieben worden. Es waren insgesamt 21 Mann. Ich habe 
diese Leute am nächsten Tag gesehen, als sie beerdigt wurden. Wenigstens die Hälfte von ihnen waren 
ebenfalls im Gesicht verstümmelt worden. Auch ihnen waren die Augen ausgestochen, Zunge, Nase und Ohren 
abgeschnitten worden. 

v. g. u. gez. 
Otto Schippa, Feldwebel 
Der Zeuge leistete den Zeugeneid. gez. Dr. Schöne 

gez. Wetti Schaffhaubt 

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Protokoll 

Standort, den 8. April 1942 

Zur Person: Ich heiße Bernhard Noky, bin 35 Jahre alt, l./Flak ... 

Zur Sache: Mitte Oktober 1941 wurde ich von Leutnant E. von meiner Batterie zu einer Erkundungsfahrt zur 
Vorbereitung des Stellungswechsels der Batterie befohlen. Leutnant E. und zwei Gefreite außer mir fuhren in 
einem Kübelwagen auf der Straße Pawlowa - Gshatsk, als wir durch ein mit Gestrüpp bewachsenes Gelände 
kamen, sahen wir seitwärts der Straße drei deutsche Soldaten tot liegen. Leutnant E. stieg vom Wagen und trat 
an die Toten heran. Wie sich aus den Notverbänden, die sie trugen ergab, handelt es sich um verwundete 
Soldaten; zweien von ihnen waren die Augen ausgestochen, einem dritten waren die Beine abgehackt. Bei 
einem von den dreien waren auch die Unterarme abgeschlagen. Nicht weit entfernt von dieser Stelle befand sich 
ein einzeln stehendes Gehöft, aus dessen Schornstein Rauch aufstieg. Als wir näher herankamen, sahen wir 
einige russische Soldaten aus dem Gehöft flüchten. Leutnant E. und die beiden Gefreiten durchsuchten das 



Haus, während ich mit einem leichten Maschinengewehr den Feuerschutz übernahm. Sie fanden in einer Art 
Keller drei Russen versteckt und nahmen sie gefangen. In dem Wohnzimmer des Hauses lagen zwei verwundete 
deutsche Soldaten, denen die Augen ausgestochen waren; die beiden lebten noch, lagen aber in den letzten 
Zügen. Wir schafften die drei gefangenen Russen zur Truppe zurück und lieferten sie ab. 

v. g. u. 

gez. Bernhard Noky, Gefreiter 
Der Zeuge wurde auf seine Aussage vorschriftsmäßig vereidigt. 

gez. Dr. Heinemann gez. Voige 

Protokoll 

Berlin, 13. Februar 1942 

Zur Person: Ich heiße Herbert Wagner, bin 21 Jahre alt, 5. /Infanterie-Regiment ... 

Zur Sache: Bei Mologinow waren am 18. Oktober 1941 zwei Bataillone meines Regiments vorgegangen und 
hatten sich in der Nacht im Walde verschanzt. Sie wurden nachts von den Russen eingekreist und mußten sich 
am frühen Morgen zurückziehen. Da sie freie Felder überqueren mußten, waren sie dem Feuer der Russen 
besonders ausgesetzt und hatten starke Verluste. Es war unmöglich, die Verwundeten mitzunehmen. 

Nach einigen Tagen stieß eine Division, die zur Unterstützung herangezogen war, wieder vor; mein Regiment 
folgte dieser Division. Wir fanden jetzt die Verwundeten, die zurückgelassen worden waren, als Leichen vor. 
Alle Leichen waren ausgeraubt; vielen waren die Ohren abgeschnitten, anderen die Au- 

-98- 

gen ausgestochen und die Münder aufgeschnitten, auch Entmannungen konnten wir feststellen. 

Es handelte sich um ungefähr 60 Mann, von denen der größte Teil verstümmelt war. Vermutlich sind noch mehr 
Kameraden verstümmelt worden, denn viele Leichen waren schon verscharrt worden. 

Die Verwundeten wiesen Schuß Verletzungen auf, durch welche sie offenbar bewegungsunfähig geworden 
waren. Sie müssen also im lebenden Zustand von den Russen verstümmelt worden sein. 

Ich habe die verstümmelten Leichen selber gesehen. 

v. g. u. 
gez. Herbert Wagner 

Der Zeuge wurde beeidigt. 

gez. Dr. Richter gez. Schwester Peregrina Redmann 

Protokoll 

Ortsunterkunft, den 9. November 1941 

Es erscheint der Stabsarzt Dr. Sachs, Kradschützen-Bataillon... und erklärt nach Hinweis auf die Bedeutung des 
Eides: Ich heiße Rudolf Sachs, bin am 7. August 1911 in Jößnitz bei Flauen i. V. geboren, aktiver 
Sanitätsoffizier, evangelisch. 

1. Zu Beginn des Russenfeldzuges war ich Bataillonsarzt beim II. Bataillon Infanterie-Regiment (mot)... 
Während der Kämpfe um den Brückenkopf bei Dzisna an der Düna wurden am 8. Juli 1941 zwei Züge der 
Z. /Infanterie-Regiment (mot.)... bei der Durchkämmung eines unübersichtlichen Waldes abgeschnitten und 
anscheinend umzingelt. Die Kompanie meldete am Abend 1 Offizier, 8 Unteroffiziere und 65 Mann als vermißt. 



Bei der Durchkämmung des Waldes am 9. Juli 1941, die die Aufsuchung der Vermißten zum Zwecke hatte, 
wurden 61 Vermißte tot aufgefunden. Ich begab mich an den Auffindungsort. Ich habe mir etwa 60 Leichen 
angesehen. Bei diesen konnte ich einwandfrei feststellen, daß sie entweder als Verwundete, oder als 
Unverwundete Gefangene ermordet worden waren. Die Ermordung war bei dem größten Teil durch einen 
typischen Nackenschuß erfolgt, bei anderen durch Stiche mit dem Seitengewehr in den Brustkorb und durch 
Kolbenschläge auf Gesicht und Schädeldecke. Die Einschußöffnungen der Nackenschüsse waren zum großen 
Teil mit Pulverschmauch umgeben, so daß einwandfrei festgestellt werden konnte, daß es sich um Nahschüsse 
handelte. Bei einem Toten war das Gesicht mit dem Kolben zertrümmert worden. Der Abdruck der 
Kolbenplatte war deutlich zu sehen. Das Gesicht muß von oben zerstampft worden sein, während der Ermordete 
am Boden lag. Eine andere Verletzung war nicht zusehen. Das Zertrümmerungsfeld zeigte typisch 
blutunterlaufene 

-99- 

Stellen, so daß anzunehmen ist, daß der Tote als unverletzter Gefangener durch diesen Kolbenschlag ermordet 
worden ist. Ein anderer Teil der Aufgefundenen zeigte Seitengewehrstiche in den Brustkorb. Ähnlich den 
Nackenschüssen wurden zwei Schüsse aus nächster Nähe in die Unterkiefer festgestellt. Das Gesamtbild der 
aufgefundenen Toten erweckte den Eindruck, daß sie planmäßig auf gegebenen Befehl ermordet worden waren. 

2. Nach dem am 18. Oktober 1941 ostwärts Staritza erfolgten Angriff des Kradschützen Bataillons gegen den 
von den Russen südlich der Wolga gebildeten Brückenkopf wurden nach Beendigung der Kampfhandlungen 
vom Bataillon außer den Toten und Verwundeten 34 Vermißte gemeldet. Am 19. Oktober 1941 konnte der 
größte Teil der Vermißten wieder als Tote aufgefunden werden. Auf Grund eingehender Untersuchung, die ich 
persönlich an Ort und Stelle unternommen habe, mußte ich feststellen, daß ein Teil der während des Gefechtes 
Gefallenen nachträglich mit Seitengewehrstichen durchbohrt worden war. Außerdem fand ich Leichen, bei 
denen angenommen werden muß, daß sie als Leichtverwundete mit dem Seitengewehr ermordet waren, da sie 
außer den Stichen keinerlei Verwundungen auswiesen, die ihren Tod zur Folge gehabt haben konnten. 

Selbst gelesen, genehmigt und unterschrieben. 

gez. Dr. Rudolf Sachs, Stabsarzt 

Dr. Sachs leistete den Zeugeneid. 

gez. Dr. Jeremias gez. Kempe, Unteroffizier 

Protokoll 

Standort, den 26. Juni 1942 

Zur Person: Ich heiße Ernst August Feuerhake, 28 Jahre alt, Wachtmeister, L/Schwere Artillerie -Abteilung ... 

Zur Sache: Im November 1941 mußten wir vorübergehend eine Stellung bei Selisharowa räumen. Dabei sind 
etwa 30 bis 40 verwundete Soldaten auf einem Verbandsplatz zurückgeblieben. Am nächsten Tage schon sind 
wir wieder auf dieselbe Stelle zurückgekommen und mußten feststellen, daß die Russen die Verwundeten auf 
einen Haufen zusammengetragen, mit Benzin Übergossen und verbrannt hatten. Ich habe nur noch die 
verkohlten Leichen gesehen. 

v-g. 

Der Zeuge leistet den Zeugeneid. 

Er konnte wegen Verletzung beider Hände das Protokoll nicht unterschreiben. 

gez. Dr. Schöne gez. Hau, Ludwig 

-100- 



Protokoll 



Ortsunterkunft, den 11. Dezember 1941 

Zur Person: Ich heiße Martin Rehfeld, 18 Jahre alt, evangelisch, ledig, Schütze im Pionier-Zug Infanterie- 
Regiment..., nicht vorbestraft. 

Zur Sache: Am 1. Dezember 1941 nahm ich als Infanterie-Pionier an dem Angriff über die Nara, etwa 60 
Kilometer westlich Moskau, teil. 

Am Abend des 1. Dezember 1941 gelangten wir in ein Dorf, ohne noch vom Russen behelligt zu werden. Es 
wurden Sicherungen ausgestellt. Die nicht eingesetzten Soldaten legten sich in eine halb in die Erde versenkte 
Scheune. 

In der Nacht zum 2. Dezember hatten wir mehrfach Alarm, weil der Russe mit Infanterie und Panzern angriff. 
Wir wiesen jeden Angriff ab. Gegen Morgen wurden die Angriffe aber stärker. Jetzt griff der Russe mit fünf 
Panzern an, von denen wir drei erledigten. Die letzten zwei konnten wir nicht kriegen, zumal immer mehr 
russische Infanterie angriff. Diese Panzer hielten auch den einzigen Ausgang aus der Scheune unter ständigem 
Feuer. 

Die Russen schössen die Scheune in Brand. Durch Granateinschläge hatten wir viele Tote und Verwundete in 
der Scheune. Ich selber wurde durch Granatsplitter am linken Unterarm und am rechten Unterschenkel 
verwundet und konnte mich kaum noch rühren. 

In dieser Lage gab der Bataillons-Kommandeur den Befehl, daß er sich zum II. Bataillon durchschlagen wolle 
und daß die, die es sich zutrauten, mitkommen sollten. Er stellte es jedem anheim, ob er den Durchbruch 
mitwagen wolle. Er stellte auch in Aussicht, daß er Hilfe heranbringen werde. 

Es blieben in der Scheune gegen 30 Schwerverwundete und Tote und etwa 30 Leichtverwundete und Gesunde 
zurück. 

Der Brand griff immer mehr um sich. Unsere Munition ging aus. Die russische Infanterie kam auf etwa 100 
Meter an die Scheune heran. In dieser Lage schickte ein Unteroffizier zwei russische Gefangene, die wir bei uns 
hatten, mit weißen Tüchern zu den Russen zum Zeichen, daß wir uns ergeben wollten. Gleich darauf erschienen 
die Russen am Eingang der Scheune. Alles, was laufen konnte, mußte die Scheune verlassen. Zu uns 
Verwundeten kamen Russen unter der Führung unserer Gefangenen herein, nahmen uns unsere Waffen ab und 
begannen, unsere Taschen nach Wertsachen zu durchsuchen. 

Während die Russen uns durchsuchten, kam ein russischer Offizier in die Scheune. Ich erkannte ihn als Offizier 
daran, daß er Befehl gab und auch sonst nach seinem Auftreten den Eindruck eines Offiziers machte. Er ging 
einige Male in der Scheune auf und ab und musterte uns. Die russischen Soldaten fuhren fort, unsere Taschen 
nach Wertsachen zu durchsuchen. 

Einer meiner Kameraden konnte polnisch sprechen. Er unterhielt sich einen Augenblick mit den russischen 
Soldaten. Er sagte uns dann, er habe die Russen 

-101- 
gefragt, ob wir erschossen würden; sie hätten geantwortet, uns würde nichts geschehen, wir würden verbunden 
und zurückgebracht werden. 

Inzwischen verließ der Offizier die Scheune. Da sah ich, daß ein russischer Soldat, der an dem Ausgang der 
Scheune stand, sein Gewehr anlegte und einen von uns an der Erde liegenden Verwundeten erschoß. Darauf 
gingen die Russen durch unsere Reihen und erschossen einen Verwundeten nach dem anderen. Ich lag zwischen 
zwei Schwerverwundeten und hatte schon vorher wegen der vom Dach herabfallenden Glut den Stahlhelm ins 
Gesicht gezogen. Als das Erschießen losging, rührte ich mich nicht mehr. Die Russen hielten mich offensicht- 
lich für tot, denn sie übergingen mich. 



In mehreren Fällen schössen sie schlecht, denn ich hörte meine Kameraden aufschreien. Auch mein linker 
Nachbar wurde nicht gleich tödlich getroffen; er schrie furchtbar auf. Erst der zweite Schuß löschte sein Leben. 

Als das vorbei war, verließen die Russen die Scheune. 

Ich hatte die Hoffnung an Hilfe immer noch nicht aufgegeben. Wenn ich aber nicht verbrennen wollte, mußte 
ich versuchen, ins Freie zu gelangen. Nach einer Weile wälzte ich mich zum Ausgang, der aber inzwischen 
durch herabfallende Trümmer verschüttet war. Mit Hilfe eines Fernsprechkastens, auf dem ich den gesunden 
Fuß aufsetzen konnte, gelang es mir, den Schutt so weit wegzustoßen, daß ich das Freie gewann. Ich mußte 
dabei allerdings noch eine ganze Weile in der Scheune verharren, weil sich der Russe noch draußen zeigte. 

Draußen wälzte ich mich hinter einen Holzstoß, als ich auch schon deutsches MG. -Feuer vernahm. Ich wurde 
dann von meinen Kameraden gefunden. 

v. g. u. 

gez. Martin Rehfeld, Schütze 

Der Zeuge leistete den Zeugeneid. 

Geschlossen: 

gez. Müther gez. Göhler 

Protokoll 

Standort, den 24. Juni 1942 

Zur Person: Ich heiße Alfred Funke, bin 27 Jahre alt, ledig, Sanitäts-Un-teroffizier. 2,/SAützen-Regiment... Zur 
Zeit Reservelazarett... I. 

Zur Sache: Am 6. Dezember 1941 kamen wir auf dem Marsch von Wenew nach Tula durch ein Dorf, das von 
durchgebrochenen russischen Truppenteilen besetzt war. In diesem Dorf lag in der vorhergehenden Nacht ein 
Bataillon des Infanterie-Regiments... im Quartier. Die Russen haben dieses Bataillon in der Nacht überraschend 
angegriffen und machten dabei etwa 30 bis 40 Angehörige des Bataillons zu Gefangenen. Nach kurzem 
Feuergefecht räumten die Russen fluchtartig das Dorf. Da mir mein Kompaniechef erzählt hatte, daß in 

-102- 

dem bei dem Dorf liegenden Teich deutsche Soldaten, die auf Leitern und Schlitten festgebunden waren, durch 
eigens dazu in das Eis geschlagene Löcher in den Dorfteich hineingesteckt und dann erfroren seien, ging ich 
selbst an den Dorfteich, um mich zu vergewissern. Ich stellte dann auch an dem Dorfteich fest, daß drei oder 
vier Angehörige vom Infanterie-Regiment... von den Russen an Händen und Füßen auf Leitern bzw. auf 
russischen Handschlitten regelrecht angenagelt waren. Die Russen hatten in das dicke Eis Löcher geschlagen 
und dann die aufgenagelten Kameraden in das Wasser gesteckt, und zwar etwa bis zur Hälfte. Die Kameraden 
schauten mit der Brust und dem Kopf noch aus dem Wasser heraus. Als ich diese unglücklichen Opfer 
aufsuchte, waren sie in Folge der damals herrschenden starken Kälte (etwa 40 Grad minus) in dem Eis 
eingefroren. Nach meiner Beobachtung haben die so zu Tode gekommenen Kameraden des Infanterie- 
Regiments ... gelebt, als sie auf die Leitern angeschlagen und in das eisige Wasser gesteckt wurden. Denn die 
Stellen, an denen die Nägel durchgeschlagen waren, hatten geblutet. Außerdem war bei allen Leichen der 
Gesichtsausdruck und der Blick der Augen so vor Schmerz verzerrt, daß man den Gesichtern dieser Kameraden 
deutlich ansah, daß sie vor ihrem Tode unmenschlichen Torturen ausgesetzt waren. Weiter erzählte mir ein 
Gefreiter des Infanterie-Regiments..., dem es gelungen war, bei dem russischen Überfall auf das Dorf zu fliehen 
und in einem Keller Schutz zu finden, daß er von seinem Versteck aus beobachtet habe, wie die Russen Kame- 
raden von ihm, die auf Leitern befestigt waren, davongetragen haben und daß diese Kameraden dabei 
fürchterlich geschrien hätten. 



In der Nähe des Dorfes fand ich auf freiem Felde auch noch die Leiche eines Majors des Infanterie-Regiments... 
Diese Leiche wies schwerste Verstümmelungen auf. So waren die beiden Augen ausgestochen und die Zunge 
abgeschnitten. 

v. g. u. 

gez. Alfred Funke, Unteroffizier 

Der Zeuge wurde vereidigt. 

gez. Dr. Hofmann gez. Ursula Guntram 

Protokoll 

Standort, den 10. September 1942 

Zur Person: Ich heiße Josef Heck, bin 23 Jahre alt. Obergefreiter, 5. /Infanterie-Regiment zur Zeit 
Reservelazarett I... 

Zur Sache: Im Dezember 1941 befand ich mich mit noch anderen Kameraden in der Gegend von Kaluga auf 
dem Marsch zur 5. /Infanterie-Regiment..., der wir zugeteilt worden waren. Im Waldgelände stießen der 
Obergefreite Albert und ich zufällig und abseits vom Waldweg beim Austreten auf einen 

-103- 

rassischen Panj eschlitten. Auf demselben war die Leiche eines deutschen Soldaten, die auf dem Rücken lag, 
durch die Hände und durch die Füße angenagelt. An den Stellen, durch die die Nägel getrieben waren, haben 
wir Blut festgestellt. Die Leiche war nur noch mit einem deutschen Militärpullover und einer deutschen 
Uniformhose bekleidet. Der Uniformrock und die Stiefel fehlten. Diese Gegenstände haben die Russen offenbar 
nutgenommen. 

v. g. u. gez. Josef Heck Der Zeuge wurde beeidigt, 
gez. Dr. Hofmann gez. Arno Geyer 

Protokoll 

Ortsunterkunft, den 21. März 1942 

1. Zeuge Schaer. Ich heiße Bruno Schaer, bin 27 Jahre alt, evangelischen Glaubens, Oberfeldwebel bei der 
S ./Infanterie-Regiment. . . 

Das Bataillon hatte beim Angriff am 30. Dezember 1941 Verluste erlitten. Nachdem der Ort Jamky durch 
andere Truppen am 8. Januar eingenommen worden war, erhielt ich am 11. Januar 1942 von meinem 
Kompaniechef den Auftrag, nach den Toten der Kompanie vom Angriff am 30. Dezember 1941 
nachzuforschen. Ich habe mich in Jamky bei dem Bataillons-Gefechtsstand eines anderen Bataillons gemeldet. 
Dort wurde ich in eine Mulde verwiesen, in der etwa 20 Leichen deutscher Soldaten zusammengetragen waren. 
Die dort liegenden Soldaten waren mit einer Ausnahme bis auf die Wäsche entkleidet, teilweise waren sie 
völlig nackt. Bei mindestens vier Leichen waren die Beine in Kniehöhe abgehackt worden. Es handelte sich um 
glatte Durchschnitte, die Beine müssen mit einem scharfen Instrument abgehackt worden sein. Die Beine lagen 
einige Hundert Meter weit weg verstreut umher, teilweise waren die Stiefel abgestreift. 

Unter den toten Kameraden befanden sich einige, die mir als verheiratet bekannt waren, nämlich Unteroffizier 
J., 6,/Infanterie-Regiment... Unteroffizier K, 6. /Infanterie -Regiment..., Gefreiter P., 8. /Infanterie-Regiment... 
und Schütze B., 8, /Infanterie -Regiment... Bei diesen waren die Ringfinger herausgebrochen, offensichtlich um 
den Trauring mitzunehmen. Auch bei anderen Leichen habe ich gesehen, daß die Ringfinger herausgebrochen 
waren, zum Teil waren auch die Hände zur Hälfte abgehackt. Bei mehreren Leuten habe ich auch festgestellt, 
daß die Gesichter eingeschlagen waren. Es handelte sich um Zertrümmerungen des Schädels mittels stumpfer 



Gewalt. Die Zertrümmerungen rühren offenbar von Kolbenhieben her. Ferner habe ich gesehen, daß einem 
Soldaten ein Auge ausgestochen war. 

-104- 

In allen vorstehenden Fällen handelt es sich nicht um Verwundungen, sondern um absichtlich beigebrachte 
Verstümmelungen. 

v. g. u. 
gez. Bruno Schaer 

2. Zeuge Schaal. Ich heiße Gerhard Schaal, bin 22 Jahre alt, katholischen Glaubens, im Zivilberuf Landarbeiter, 
zur Zeit Gefreiter bei der 8, /Infanterie-Regiment... 

Der Zeuge erklärte dasselbe, was in der Aussage des Vorzeugen Schaer niedergelegt ist. Diese Aussage wurde 
ihm vorgelesen. Er erklärte daraufhin: 

Diese Aussage ist richtig, ich mache sie zum Gegenstand meiner eigenen Aussage. 

Der Zeuge fügte noch hinzu: Ich habe damals zu dem Suchkommando gehört, welches Oberfeldwebel Schaer 
geführt hat. 

v. g. u. 
gez. Gerhard Schaal 
Die Zeugen Schaer und Schaal leisteten den Zeugeneid. 

Geschlossen: 

gez. Dr. Eßner gez. Flessel 

Protokoll 

Standort, 26. Juni 1942 

Zur Person: Ich heiße Alfred Henneberger, bin 20 Jahre alt, ledig, Schütze, 1 1. /Infanterie-Regiment..., z. Z. 
Reserve-Lazarett. . . 

Zur Sache: Am 16. Januar 1942 mußten wir uns bei Novo-Pekrowka (in der Nähe Feodosia), als die Russen in 
starker Übermacht angriffen, zurückziehen und dabei 4 bis 5 Mann verwundet zurücklassen. Am übernächsten 
Tag eroberten wir im Gegenstoß das Gelände wieder zurück und fanden unsere Verwundeten tot auf. Der Soldat 
von meiner Kompanie war besonders schwer zugerichtet. Ihm waren beide Augen ausgestochen und die Ohren 
abgeschnitten. Außerdem hatte er Bajonettstiche im Bauch und sein Geschlechtsteil war abgeschnitten. Bei den 
übrigen Leichen meiner Kameraden waren meistens die Augen ausgestochen. 

Am 28. Februar 1942 waren wir auf der Krim am Südwestufer des Asowschen Meeres eingesetzt. Gemeinsam 
mit uns kämpften dort rumänische Truppenteile. Auf diesem Abschnitt sah ich einmal nach einem russischen 
Angriff die Leichen von etwa 50 rumänischen Soldaten, die Schuß Verletzungen hatten und außerdem mehrfache 
Bajonettstiche im Bauch und in der Brust aufwiesen. Wir hatten beim Zurückgehen festgestellt, daß diese 
rumänischen Soldaten nur 

-105- 



verwundet waren. Sie sind also in wehrlosem Zustand von den Russen durch Bajonettstiche ermordet worden. 



V. g. u. 
gez. Alfred Henneberger 



Der Zeuge wurde vereidigt. 

gez. Dr. Hofmann 



gez. M. Weiland 



Protokoll 



Standort, den 2. Mai 1942 



Zur Person: Ich heiße Karl Schneider, 4,/Infanterie-Regiment..., bin 22 Jahre alt. 

Zur Sache: Am 31. Januar 1942 standen wir in der Gegend südlich Charkow nordwestlich Isjum. Das Bataillon 
schickte eine Sicherung in Stärke eines Zuges aus, von der einige Zeit später nur ein einziger Mann zurückkam 
und berichtete, daß die Sicherung von den Russen überfallen worden sei. Als wir dann vorgingen und an die 
Stelle des Überfalles kamen, fanden wir 35 tote Kameraden, von denen eine größere Zahl schwerste 
Verstümmelungen aufwies. Bei drei Unteroffizieren waren die Augen ausgestochen, bei anderen Leuten waren 
die Ringfinger abgeschnitten. Einem Soldaten war sein Seitengewehr vom Kinn aus durch den Kopf gestoßen, 
so daß die Spitze aus dem Schädeldach heraussah. Ein Toter war völlig entkleidet und war am Boden 
angefroren. Den Toten waren auch Orden und Ehrenzeichen weggenommen. Übrigens waren die Träger des 
Eisernen Kreuzes von den Russen besonders schwer zugerichtet worden. Einige der toten Soldaten wiesen 
schmerzverzerrte Gesichter auf, so daß anzunehmen ist, daß die Verstümmelungen an ihnen, als sie noch lebten, 
vorgenommen worden sind. 

v. g. u. 
gez. Karl Schneider 
Der Zeuge wurde hierauf vorschriftsmäßig beeidigt. 



Zur Person: Ich heiße Robert Decken, bin 28 Jahre alt, 9. /Infanterie-Regiment... 

Zur Sache: Ende Januar 1942 nahm ich an einem Spähtrupp meiner Kompanie in Richtung auf Put-Niza teil. 
Wir gingen zwischen Surasch und Welisch über die Düna. In einem Walde fanden wir fünf deutsche Soldaten 
an Bäumen aufgehängt vor. Es waren Infanteristen eines anderen Regiments. Da wir 



schnell weiter mußten, haben wir uns nicht die Leichen daraufhin angesehen, ob sie Schuß- oder 
Stichverletzungen hatten. 

Einige Tage später, auch noch im Januar 1942, habe ich in einem Walde zwischen Surasch und Put-Niza eine 
Überfallene deutsche Schlittenkolonne gesehen, bei der etwa 20 deutsche Soldaten tot lagen. Die Toten wiesen 
Verstümmelungen auf. Bei einigen waren die Augen ausgestochen, bei anderen waren die Hände abgeschnitten. 

v. g. u. 

gez. Robert Decker 

Der Zeuge leistete darauf den Zeugeneid vorschriftsmäßig ab. 



gez. Dr. Heinemann 



gez. Momsen 



Protokoll 



Standort, den 29. April 1942 



-106- 



gez. Dr. Heinemann 



gez. Martha Häberle 



Protokoll 



Korps-Hauptquartier, den 31. Januar 1942 

Es erscheint Herr Leutnant Döring und gibt auf Befragen und zur Wahrheit ermahnt sowie auf die Bedeutung 
des Eides hingewiesen, folgendes an: 

Zur Person: Ich heiße Hans-Friedrich Döring, bin Leutnant, Korpsnachschubführer ... 23 Jahre alt, gottgläubig. 

Auf Befragen: IA bin am 23. Januar 1942 in Feodosia gewesen. Ich habe die Kämpfe um Feodosia mitgemacht 
und bin dort verwundet worden. 

Gestern habe ich folgendes mit meinen eigenen Augen gesehen: 

Zur Sache: In dem früheren deutschen Lazarett, welches in einem moscheeähnlichen Gebäude untergebracht 
war, liegen in zwei großen Räumen die Leichen von etwa 50 deutschen Soldaten. Es sind meiner Ansicht nach 
Schwer verwundete, die bei der Räumung von Feodosia wegen ihres Zustandes nicht mitgenommen werden 
konnten, oder solche Verwundete, die den Russen sonst in die Hände gefallen waren. Einige tragen den roten 
Lazarettzettel, bei einigen sieht man, daß ihnen ein Bein amputiert worden war. Die Leichen sind alle, zum Teil 
grauenhaft, verstümmelt. Bei einigen ist der Kopf zu einer unförmigen Masse mit stumpfen Gegenständen, 
wahrscheinlich Kolbenhieben, zerschlagen. Einigen sind die Ohren abgeschnitten, anderen die Nase. . . . [Die 
grausigen Verstümmelungen sind kaum wiederzugeben.] Bei vielen zeigen sich mehrere der bezeichneten 
Verstümmelungen. Einige Leichen sind völlig unbekleidet, andere sind mit einem Hemd bekleidet. Einige 
haben volle Uniform an. 

Unmittelbar neben dem Lazarett, und zwar rechts vom Hauseingang, befindet sich eine Mauernische, die nach 
oben zu offen ist. In dieser liegen die Leichen einer Anzahl deutscher Soldaten, zum Teil nackt, zum Teil mit 
einem Hemd bekleidet. Die Leichen liegen genau nebeneinander in mehreren Reihen. Einigen von ihnen sind 
die Hände und Füße mit Verbandstoff gefesselt, anderen sind die Hände durch eine über den Leib 
hinweggebundene Fessel an 

-107- 

den Körper festgebunden worden. Die Leichen befinden sich unter einer Eisschicht. Offensichtlich sind die 
Verwundeten lebend dorthingelegt, dann mit Wasser Übergossen worden. Der Tod ist dann durch Erfrieren 
eingetreten. An diesen Leichnamen waren Verstümmelungen, wie sie oben beschrieben sind, nicht zu sehen. 
Der Anblick war grauenerregend. 

Ich habe die reine Wahrheit gesagt, nichts verschwiegen und nichts hinzugesetzt. 

v. g. u. 

gez. Hans-Friedrich Döring 
Herr Leutnant Döring wird vorschriftsmäßig vereidigt. 

gez. Dr. Wilhelm gez. Janssen, Unteroffizier 

Kriegsgerichtsrat 

Protokoll 

Armeehauptquartier, 2. Februar 1942 

Es erscheint der Stabsarzt Rudolf Burkhardt und erklärt, mit dem Sachverhalt vertraut gemacht, zur Wahrheit 
ermahnt und auf die Bedeutung des Eides hingewiesen, auf Befragen folgendes: 

Zur Person: Ich heiße Rudolf Maximilian Kossuth Burkhardt, 31 Jahre alt, Stabsarzt bei der Dienststelle 
Feldpostnummer..., evangelischen Bekenntnisses. 



Zur Sache: Am Tage nach der Wiederbesetzung Feodosias kam ich nach Feodosia. Ich war bereits vor der 
Besetzung Feodosias durch die Russen mit meinem Lazarett, dem Lazarett der Sanitätskompanie in 
Feodosia. Bei der Besetzung Feodosus durch die Russen war ich selbst nicht anwesend, da ich zu dieser Zeit 
dienstlich vor Sewastopol war. Durch meinen Oberarzt, Dr. Schwerin, habe ich erfahren, daß bei der Besetzung 
Feodosias durch die Russen zirka 60 bis 70 Schwerverwundete im Ortslazarett Feodosias zurückgelassen 
werden mußten. Als ich nach der Wiederbesetzung Feodosias durch deutsche Truppen dorthin zurückkam, 
befanden sich im Ortslazarett keine deutschen Verwundeten mehr. In dem Ortslazarett waren früher elf 
kriegsgefangene Russen beschäftigt gewesen. Diese waren bei der Räumung des Lazaretts ebenfalls zu- 
rückgeblieben. Von den elf Russen traf ich noch fünf an. Diese erzählten mir folgendes: Den deutschen 
Schwerverwundeten, die im Lazarett zurückgelassen werden mußten, sei an den beiden ersten Tagen der 
russischen Besetzung Feodosias nichts geschehen. In der Nacht vom zweiten zum dritten Tage seien betrunkene 
russische Matrosen gekommen und hätten in dem Lazarett wild herumgeschossen. Dabei seien sechs der 
russischen Kriegsgefangenen erschossen worden. Die restlichen fünf seien geflohen und hätten sich versteckt. 
Während sie 

-108- 

sich entfernt hätten, hätten sie noch fürchterliches Geschrei der deutschen Verwundeten gehört. Was mit den 
deutschen Verwundeten zunächst weiter geschehen sei, hätten sie nicht beobachten können. Am Morgen des 
übernächsten Tages seien sie am Strand gewesen und hätten dort die deutschen Verwundeten teils im Wasser 
tot herumliegen sehen. Über die Art der Verletzungen konnten sie nähere Angaben nicht machen. Der eine 
Kriegsgefangene behauptet allerdings, daß die deutschen Verwundeten noch lebend an den Strand in der Nähe 
des Wassers geworfen worden seien. Er hatte das selbst aber nicht gesehen. Inzwischen war mir berichtet 
worden, daß sich am Strand ein großer Hügel befinde. Ich begab mich zu dem Hügel und stellte fest, daß aus 
ihm eine Hand mit einer Cramerschiene herausragte. Ich ließ hierauf den Hügel öffnen. Nach der Entfernung 
einer schmalen, etwa handbreiten Sandschicht stellte ich fest, daß darunter aufeinandergehäufte Leichen lagen. 
Nach Aussagen der Bevölkerung sollten es insgesamt 55 sein, was sich nach den getroffenen Feststellungen als 
richtig erwies. Am folgenden Tage habe ich die Leichen aus dem Hügel herausnehmen lassen. Ich konnte 
einwandfrei feststellen, daß es sich bei den Leichen um Schwerverwundete meines Lazaretts handelte. Ich 
konnte auch einige Leichen infolge der Art ihrer Kriegsverletzungen identifizieren. Die Leichen trugen zum 
großen Teil noch Gipsverbände und Schienen. An einigen Leichen konnte ich sogenannte Waschhaut 
feststellen. Daraus kann man allerdings nicht einwandfrei feststellen, daß die Leichen noch bei Lebzeiten mit 
Wasser in Berührung gekommen sind, weil mitunter Waschhaut durch Wasserberührung auch bei frischen 
Leichen entsteht. Ich schließe aber daraus, daß bei vielen Leichen Erfrierungen ersten, zweiten und dritten 
Grades an den unbedeckten Gliedmaßen festzustellen waren, daß die Schwerverwundeten bei Lebzeiten am 
Strand gelegen haben müssen und der Kälte ausgesetzt gewesen sind. Erfrierungen in diesem Ausmaße können 
meines Erachtens an Leichen nicht entstehen. Die Leichen wiesen zum größten Teil Kopf- und Brustschüsse 
auf. Bei manchen fehlten Stücke des Hinterkopfes infolge des Einschusses auf nahe Entfernung. Bei manchen 
Leichen war der Kopf vermittels eines stumpfen Gegenstandes zertrümmert. Zum Teil ohne Durchblutung, zum 
Teil mit Durchblutung. Daraus, daß die Zertrümmerung mit Durchblutung erfolgt ist, kann man den Schluß 
ziehen, daß die Zertrümmerung des Schädels bei Lebzeiten erfolgt ist. Die Gipsverbände waren zum Teil 
zerbrochen. Aus den Bruchspalten war Blut und Eiter herausgetreten. Daraus ergibt sich ebenfalls der Schluß, 
daß der Schwerverwundete, bei dem diese Merkmale festgestellt wurden, noch gelebt haben muß, als der Bruch 
des Gipsverbandes eintrat. In der Nähe des Hügels lag ein Enterhaken. Ob dieser bei der Erschlagung der 
Verwundeten benutzt worden ist, ließ sich nicht feststellen. Landwärts des Hügels, unmittelbar hinter ihm 
befand sich eine Mauer, an der Blut- und Gehirnspuren deutlich erkennbar waren. Etwa 50 Meter von dem 
Hügel entfernt lag die Leiche eines Ver- 

-109- 



wundeten, die von Sand überspült war. 10 Meter weiter lag eine weitere deutsche Leiche, die durch 
fortgesetztes Überspülen mit Meerwasser in eine Glasschicht gehüllt war. Eine genaue Verletzung war infolge 
ihres Zustandes nicht zu erkennen. Ob die Leiche bei Lebzeiten bereits dorthin gebracht worden war, ließ sich 
nicht feststellen. 

Auf einem russischen Friedhof wurden noch über 100 Leichen deutscher Soldaten gefunden, die in ein Haus 
zusammengetragen und von mir besichtigt wurden. Dabei waren zirka 60 bereits ärztlich behandelte 
Verwundete, was man an den Verbänden und Schienen erkannte. Diese zirka 100 Leichen wiesen deutlich 
Merkmale auf, die den Schluß rechtfertigten, daß sie mit stumpfen Gegenständen erschlagen worden sind. Die 
Zertrümmerung eines Schädels konnte ich hierbei nicht feststellen. Nur bei einigen Leichen konnte ich 
feststellen, daß sie mit scharfen Gegenständen, offenbar mit Spaten, erschlagen worden waren. 

Bemerken möchte ich noch folgendes: Eine deutschsprechende Frau in Feo-dosia erzählte mir, daß während der 
Besetzung Feodosias durch die Russen auf der Straße nahe ihrem Hause, ganz in der Nähe des russischen 
Krankenhauses, ein verwundeter deutscher Soldat mit schwerer Oberschenkelverletzung gelegen hat, dem sie 
ab und zu etwas Wasser gebracht habe. Er habe sich beide Hände erfroren und Tag und Nacht gewimmert. 
Nach drei Tagen sei eine uniformierte Russin vorbeigekommen. Ob das eine Ärztin oder eine Kommissarin 
gewesen sei, wisse sie nicht. Diese Frau habe russischen Matrosen Bescheid gegeben, die den deutschen 
Verwundeten durch Schüsse in das Gesicht getötet hätten. 

Leichen, bei denen ganz einwandfrei festgestellt wurde, daß ihnen die Augen bei Lebzeiten eingedrückt oder 
ausgestochen worden waren, habe ich nicht gesehen. 

Ein deutschsprechender russischer Zivilist, den ich schon früher kennengelernt hatte, erzählte mir auf mein 
Befragen, warum die deutschen Verwundeten erschossen worden seien, folgendes: Er habe den Kommissar des 
9. Schützenkorps gefragt, warum die deutschen Verwundeten erschossen würden. Dieser habe ihm erklärt, das 
sei eine Selbstverständlichkeit auf Grund des maßgeblichen Befehls Stalins vom 6. November 1941. Es sei 
deshalb planmäßig auf seine (des Kommissars) Veranlassung durchgeführt worden. 

gez. Rudolf Burkhardt, Stabsarzt und Kompanie-Chef 

Der Zeuge wird vorschriftsmäßig vereidigt. 

gez. Dr. Jahn, Kriegsgerichtsrat 

gez. Obergefreiter Wanitschek 

-HO- 
Protokoll 

Standort, den 18. Juni 1942 

Zur Person: Ich heiße Gerhard Thieme, bin 27 Jahre alt, verheiratet, Wachtmeister, 5. /Artillerie-Regiment... zur 
Zeit Reservelazarett... 

Zur Sache: Im Februar 1942 drangen wir nach der Wiedereroberung von Feodosia ebenfalls in die Stadt ein und 
richteten dort eine V.B. -Stelle ein. Auf der Suche nach einem geeigneten Platz für die V.B. -Stelle kam ich auch 
in ein moscheeartiges Gebäude. Dort sah ich etwa 130 bis 140 Leichen deutscher Soldaten liegen. Es handelte 
sich um deutsche Verwundete, die die Russen vor der Räumung von Feodosia ermordet haben. Die meisten 
Leichen trugen noch die Verbände, so daß für jeden Beobachter sofort feststand, daß es sich um Verwundete 
handelte, die in diesem wehrlosen Zustand von den Russen vor ihrer Flucht hingemordet worden sind. 
Sämtliche Leichen wiesen mehrfache Stichverletzungen auf. Bei einem großen Teil war der Schädel 
eingeschlagen. Bei mehreren Leichen sah ich, daß die Augen ausgestochen oder der Mund mit dem Bajonett 
seitlich aufgeschlitzt war. In zwei bis drei Fällen war den Verwundeten auch die Zunge herausgeschnitten. 

In der gleichen Zeit wurden an der Küste von Feodosia in der Nähe unserer Stellung mehrere Leichen von 
deutschen Soldaten angeschwemmt, die in derselben Weise wie die Verwundeten durch die Russen 



verstümmelt worden waren. Die in Feodosia eingesetzten Infanterie-Einheiten suchten mit Booten die Küste 
nach Leichen von Angehörigen ihrer Einheit ab, die noch vermißt waren. 

v. g. u. 

gez. Gerhard Thieme, Wachtmeister 

gez. Gefreiter Krone 

Protokoll 

Divisions-Stabsquartier, den 9. März 1942 

Zur Person: Ich heiße Herbert Ziekur, bin 36 Jahre alt, evangelisch. Oberpfarrer beim Stab der ... Infanterie- 
Division, Feldpostnummer ... 

Zur Sache: Am 24. und 25. Februar 1942 besuchte ich das uns damals unterstellte Infanterie-Regiment... Der 
Adjutant eines Bataillons (um welches es sich handelt, kann ich mit Bestimmtheit nicht mehr sagen) wies mich 
darauf hin, daß in der Nähe des Bahnhofs Ras Troitsdiatyj Gefallene des Regiments liegen sollten, die noch 
nicht beerdigt seien. - Ich bin der Gräberoffizier der Division. Er machte mich darauf aufmerksam, daß ein Teil 
der Gefallenen nicht zu identifizieren sei, weil es sich dabei um Ersatz handele, der erst wenige Tage vorher 
gekommen sei, und weil die Gefallenen keinerlei Papiere bei sich 

-111- 

hätten. Ich hatte daraufhin sofort die Absicht, mich mit dem Bahnhof bzw. den dort befindlichen Eisenbahnern 
wegen der Beerdigung in Verbindung zu setzen, mußte mich jedoch vorher noch einmal kurz zum 
Divisionsgefechtsstand in Be-reka begeben. Als ich beim Ic der Division war, kam zufällig auch ein Anruf des 
Stabsfeldwebels Neubauer von der Feldeisenbahn aus Ras Troitschatyj wegen der Beerdigung an. Das war am 
26. Februar 1942. Ich fuhr am selben Tag mit dem Schlitten nach Ras Troitsdiatyj (dieses liegt an der 
Bahnstrecke Charkow - Losowaja, Luftlinie etwa 60 km südlich Charkow). Hier empfing mich der 
Stabsfeldwebel und führte mich zu der Stelle zirka 2 km südlich des Bahnhofs an der Bahnstrecke, wo die 
Leichen von 42 deutschen Soldaten zusammengetragen waren. Der Stabsfeldwebel sagte mir, daß die Leichen 
in der ganzen Umgebung, insbesondere am Bahndamm, verstreut gelegen hätten. 

Der erste Eindruck war erschütternd, well ich sofort sah, daß sehr viele der Kameraden in übelster und rohester 
Welse verstümmelt waren. 

So stellte ich fest, daß einem Unteroffizier der linke Arm ausgekugelt und gewaltsam abgerissen war. Man 
konnte deutlich sehen, daß es sich nicht um eine Schuß Verletzung handelte. Einem anderen Dienstgrad - ich 
glaube mit Sicherheit sagen zu können, daß es auch ein Unteroffizier war - war die vordere Schädeldecke 
mindestens in Handtellergröße so eingeschlagen, daß das Gehirn herausgetreten war. Das war unverkennbar auf 
stumpfe Gewalt zurückzuführen. 

Bei mehreren waren die Nasen abgeschnitten und die Augen ausgestochen. Bei sehr vielen Soldaten war der 
Ringfinger abgeschnitten. Man konnte mit Sicherheit feststellen, daß offenbar allen Soldaten mit Ausnahme 
eines einzigen, die Ringe trugen, die Finger abgeschnitten und die Ringe geraubt waren. Einem Soldaten waren 
sämtliche Finger der linken Hand abgeschnitten, so daß die Sehnen sichtbar waren. 

Bei einer Anzahl von Soldaten stellte ich weiterhin fest, daß diesen die Hosen und Unterhosen heruntergezogen 
und das Glied verstümmelt war. Ich glaube, auf Befragen angeben zu können, daß diesen Soldaten ein Stück 
des Gliedes abgeschnitten worden war. 

Bei allen Leichen mußte man konstatieren, daß sie ausgeplündert und ihnen alles weggenommen war. Das 
führte dazu, daß zwei Leichen, bei denen nichts an Bekleidungsstücken, Papieren oder sonstigen 
Erkennungsmerkmalen vorhanden war, nicht identifiziert werden konnten. 



Der Zeuge wurde vereidigt, 
gez. Dr. Hofmann 



17 der Gefallenen konnten mit Hilfe der Erkennungsmarke identifiziert werden. Bei den anderen fehlten zwar 
die Erkennungsmarken, jedoch war zu sehen, daß es sich um einen Leutnant mit E. K., zwei Feldwebel mit E. 
K. und im übrigen um Unteroffiziere und Schützen mit E.K. handelte. 

Ich habe hierbei auch festgestellt, daß die Dienstgrade vom Unteroffizier aufwärts arg zugerichtet waren. 
-112- 

Der Stabsfeldwebel sagte mir auch noch, daß die russischen Ortseinwohner, die zur Herrichtung des Grabes von 
ihm herangezogen waren, über diese Verstümmelung entsetzt und empört gewesen seien. 

v. g. u. 

gez. Herbert Ziekur Wehrmachtspfarrer 

Der Zeuge wurde beeidigt. 

gez. Dr. Nagel gez. Münnich, Gefreiter 

Protokoll 

Ortsunterkunft, den 16. Juli 1942 

Zur Person: Hans Heinrich Weber, Leutnant, 28 Jahre alt, verheiratet, Kompanieführer 7, /Infanterie-Regiment... 
Zur Sache: Ich erhielt am 1 1. Juli 1942 den Auftrag, mit meiner Kompanie den Ort Krutoi (ostwärts des Aidar- 
Flusses gelegen) zu nehmen. Auf Höhe 196,9 ließ ich halten, teilte meine Kompanie ein, nachdem ich 
festgestellt hatte, daß der Ort feindbesetzt war. Nachdem die Kompanie etwa 150 Meter vorangekommen war, 
trat eine Stockung ein: 

Meine Männer waren auf gefallene deutsche Soldaten gestoßen. Unter den Leichen wurde ein 
Schwerverwundeter — Hüftschuß - aufgefunden, der seine Freude zum Ausdruck brachte, von deutschen 
Soldaten aufgefunden zu sein. Dieser berichtete mir wörtlich: »Wenn ich mich nicht tot gestellt hätte, hätten sie 
mich auch totgeschlagen.« Er war von den Russen völlig ausgeplündert worden und erklärte, während der 
Plünderung habe er sich tot gestellt. Er wurde von den Russen für tot angesehen. Ein zweiter 
Schwerverwundeter wurde noch aufgefunden. Gemeldet wurde mir von Angehörigen der Kompanie, daß auch 
noch ein dritter Schwerverwundeter geborgen wurde. 

Nachdem ich meine Aufgaben im Dorf Krutoi erledigt hatte, begab ich mich zu einer Baumgruppe inmitten des 
Dorfes, wohin auf Grund meines schon früher gegebenen Befehls alle aufgefundenen Leichen zur Bestattung 
zusammengetragen waren. Ich zählte 28 Gefallene. Dabei mußte ich folgende Feststellungen machen: 

1 . Bei einer Leiche war der Schädel von oben bis unten gespalten. 

2. Bei einem Gefallenen war der Schädel zertrümmert; ich hatte den Eindruck, daß in den zertrümmerten 
Schädel noch mit den Fuß getreten war. 

3. Bei einer dritten Leiche stellte ich fest, daß der Unterleib... [die grausigen Verstümmelungen sind kaum 
wiederzugeben]. 

4. Bei einem Mann waren die Geschlechtsteile abgeschnitten. 

5 . Vier Männer waren die Augen ausgestochen. 
-113- 

6. Einem Mann waren die drei letzten Finger der linken Hand abgehackt. Unter den Leichen befand sich eine 
Reihe mit frischen Verbänden. Auch befand sich unter den Leichen ein Sanitäter mit einem Brustschuß. 

Die mit der Bergung beauftragten Männer meldeten mir, daß die Leichen ausgeplündert waren. 

v. g. u. 
gez. Weber 

Der Zeuge wurde vorschriftsmäßig beeidigt. 

gez. Köhler gez. Baumann 

Protokoll 

Standort, den 6. Oktober 1942 
Zur Person: Ich heiße Martin Stark, bin 30 Jahre alt, Gefreiter, Lw. -Bau-Bataillon... 



Zur Sache: Es kann etwa Anfang Juli 1942 gewesen sein, als ich bei Polozk, nordwestlich von Witebsk, 7 bis 8 
Flaksoldaten gesehen habe. Sie lagen 30 bis 50 Meter von der Straße entfernt, auf der ihr LKW stand. Dieser 
Wagen war von Schüssen durchlöchert. Die Flaksoldaten waren völlig ausgezogen und ihrer sämtlichen Sachen 
beraubt. Einer von ihnen wurde mir von einem Flaksoldaten als Feldgeistlicher bezeichnet. Ihm war ein großes 
Kreuz über die Brust eingeschnitten worden. Außerdem hatten sie ihm den Geschlechtsteil abgeschnitten und 
auf die Brust gelegt. Den anderen Soldaten waren zum Teil die Augen ausgestochen oder die Nase 
abgeschnitten worden. Auch im Körper hatten sie eine Menge Stiche. Einigen von ihnen waren die Hände 
abgehackt oder abgeschnitten worden. Da damals die Front schon bei Welish verlief, können die Soldaten nur 
von russischen Banden überfallen worden sein. 

Etwa drei bis vier Wochen später war meine Einheit bei Witebsk zum Flugplatzbau eingesetzt. Wir holten aus 
einem Walde Baumstämme. Als wir einmal mit den Stämmen zum Flugplatz gefahren waren, hatten wir vier 
Mann im Walde zurückgelassen. Nach etwa zwei Stunden kamen wir an dieselbe Stelle zurück und fanden alle 
vier Kameraden von russischen Banden ermordet vor. Sie waren alle vier nackt und ihrer sämtlichen Sachen 
beraubt. Einem von ihnen hatten sie den Geschlechtsteil abgeschnitten, dem zweiten beide Augen ausgestochen, 
dem dritten sowohl die Augen ausgestochen wie die Nase abgeschnitten. Der vierte war am Körper völlig 
zerstochen. Auch die anderen drei hatten im Körper Stiche. 

v. g. u. 
gez. Martin Stark 

Der Zeuge leistete den Zeugeneid. 

gez. Dr. Schöne gez. Heinz Goslar 

-114- 

So also führten die Sowjets ihren Krieg vom ersten bis zum letzten Tag. Im Prozeß gegen General der Infanterie 
Wöhler wurde das Kriegstagebuch Nr. 3, Ia des AOK VIII. vom 18. 1.1944 vorgelegt, in dem General Offenba- 
cher um 19.20 Uhr eingetragen hatte: 

»21 Deutsche befreit, darunter drei Verwundete, 15 Hiwi. Aufgefunden: 25 verstümmelte deutsche Leichen.« 
Wer aber glaubt, daß es sich bei diesen Ermordungen ausschließlich um beklagenswerte Übertretungen und 
Verbrechen einzelner Rotarmisten handelt, irrt. Es wurde im Laufe des Krieges eine Reihe offizieller Befehle, 
Meldungen und Operationsberichte der Roten Armee erbeutet, die unwiderlegbar beweisen, daß das Ermorden 
deutscher Gefangener während des Krieges von den Sowjets ganz offiziell gehandhabt wurde. 
Nachstehend zwei Beispiele: 

Meldung 

(Übersetzung aus dem Russischen) 
Vom 1. Dezember 1941 bis zum 6. Dezember 1941 einschließlich wurden 15 kriegsgefangene Soldaten der 
deutschen Armee aufgebracht. 

1 . 7 Mann - 29. Mot. Inf. 3. Mot. Div. - 1. »GM.«-Sdiützen- Div. 

2. 5 Mann - 478. Inf-Reg. 258. Inf. -Div. - von einem Ski-Batl. 

3. 2 Mann - 478. Inf-Reg. 258. Inf. -Div. - 136. oder 140. Panzer-Batl. 

4. 1 Mann-351. Inf-Reg. 183.-Div. - 110. Schützen-Div. insgesamt 15 Mann. 

Anmerkung: 100 Kriegsgefangene, die von der 1. »G.M.«-Schützen-Divi-sion gemacht wurden, wurden in 
Anbetracht der komplizierten Lage auf Befehl der Kommissare der Division erschossen. 

3 Mann wurden der 43. Armee übermittelt. 

8 Mann wurden von dem Ski-Bataillon erschossen. 

4 Mann wurden von der 222. Schützen-Division erschossen. 
Im ganzen wurden 115 Mann erschossen. 

Der Chef der Aufklärungs- Abteilung des Stabes der 3 3. Armee 

8. Dezember 1941 

gez. Hauptmann Potapow 

-115- 



Telegramm 

Der Vertreter des Auswärtigen Amtes 
beim Oberkommando des Heeres 
An das Auswärtige Amt 

12. August 1941 

Im erbeuteten Operationsbericht Nr. 11* vom 13. vorigen Monats, 10 Uhr, des Stabes der 26. Division, 1 km 
westlich Slastjena, im Walde nördlich Opuschka, heißt es: »Auf dem Schlachtfeld ließ der Gegner ungefähr 400 
Tote zurück; ungefähr 80 Mann hatten sich ergeben, die erschossen wurden.« Gez. der Chef des Stabes der 26. 
Panzerdivision, Oberstleutnant Kimbar, der Leiter der 1. Abteilung Major Chrapko. 
gez. v. Etzdorf Rittmeister 
-116- 

Anlage 

Operationsbericht Nr. 11, 13. Juli 1941, 10 Uhr, Stab der 26. Division, nördlicher Waldrand, 1 km westlich von 
Slastjena, Karte 50 000. 

(Übersetzung aus dem Russischen) 

1. Im Laufe des 7. bis 9. Juli 1941 beendete der Gegner die Einkreisung der Division mit einer Öffnung in den 
Abschnitt Chonowo-Ugolje. 

2. Als Kampfergebnis der Aufklärungsorgane wurde festgestellt, daß sich der Gegner vor der Front der Division 
am Fluß Dutj während der Zeit vom 7. bis 9. Juli passiv verhalten hat und durch einen Ausfall in die Flanken 
die Abmarschwege nach Chonowo-Ugolje abgeschnitten hat. 

Am 9.7.1941, um 12 Uhr, wurde eine starke Abteilung mit dem Auftrag ausgeschickt, die Aufklärungstruppen 
des Gegners im Abschnitt Chonowo zu vernichten. Beim Ausfall aus Chonowo stieß die Abteilung auf Gewehr- 
und Maschinengewehrfeuer aus dem Abschnitt der Waldränder nordöstlich von Chonowo aus vorbereiteten 
Stellungen. Es entspann sich ein Kampf, dessen Ergebnis folgendes war: 

Auf unserer Seite zwei Rotarmisten und der Kommandeur der Panzerabwehrbatterie verwundet. 

Auf selten des Gegners ein Maschinengewehrwagen und etwa drei leichte Maschinengewehre vernichtet. 

Bis zum Eintritt der Dunkelheit hielt der Gegner hartnäckig den Verteidigungsabschnitt. 

Am 9. 7. 1941, um 4 Uhr, wurde durch unsere Aufklärung eine Bewegung der SS-Division nach Nordosten in 
Richtung Chonowo-Wendorosh festgestellt. Durch eine Aufklärungsabteilung wurden auf dem Marschweg der 
SS-Division Minen gelegt, die 3 Tanks des Gegners zur Explosion brachten. Gleichzeitig wurde durch eine im 
Abschnitt Richtung Chonowo-Ugolje operierende Infanterieaufklärungsabteilung das Vorrücken der 
motorisierten Infanterie und der Tanks des Gegners nach Nordosten festgestellt. 

Um 19.30 Uhr wurde durch Aufklärung festgestellt, daß der Gegner die Abmarschwege der Division 
abgeschnitten hatte, indem er vor allem die Punkte Ugolje, Perwomajskij, Chonowo-Kotzne und Kakatowka 
besetzte. 

Um 19 Uhr traf Befehl des Korpsstabes ein, wonach die Division neuen Verteidigungsabschnitt auf der Linie 
Guslischtsche-Saltanowka zu beziehen habe. 

Um 22.30 Uhr trat die Division in Durchführung des Korpsbefehls den Marschweg: Staraja Ljada, Bokatowka, 
Kurgan, Demaschkowka, Sabolotj, Shabin, Guslischtsche an. 

Am 10.7. 1941, um 3.45 Uhr, wurde der Divisionsstab, der unter der Deckung des 51. Panzerregiments 

marschierte, beim Dorfe Kurgan plötzlich 

-117- 

mit gegnerischem Gewehr-, Maschinengewehr- und Minenwerferfeuer beschossen. Der Gegner hatte rechtzeitig 
die vorbereitete Stellung am östlichen Waldrand 1 km westlich Kurgan eingenommen. 

Durch ausgesandte Aufklärungstruppen wurde festgestellt, daß der Gegner in Stärke von höchstens einem 
Infanterie-Bataillon mit Artillerie und Minenwerfer eine Verteidigungsstellung am östlichen Waldrand, 1 km 
westlich Kurgan-Nisowka, bezogen hatte. 



Um 5.00 Uhr begannen das 52. Panzerregiment und das motorisierte Schützenregiment nachzurücken, denen 
die Aufgabe gestellt war, mit einem Vorstoß in südostwärtiger Richtung und in Zusammenwirken mit dem 5 1 . 
Panzerregiment den Gegner im Abschnitt Nisowka zu vernichten und sodann den Marschweg gemäß dem 
Divisionsbefehl anzutreten. 

Das Ergebnis des Kampfes im Abschnitt Kurgan-Nisowka war die Vernichtung eines Bataillons des 
Pionierregimentes, eines Verbindungsbataillons sowie anderer nachrückender Teile der deutschen Division, 
eines Pionierregimentes und anderer kleiner Unterabteilungen sowie Nachhuten. Mit Flak-Maschinengewehren 
wurden zwei leichte Bomber des Gegners abgeschossen. 

Auf dem Schlachtfeld ließ der Gegner ungefähr 400 Tote zurück. Etwa achtzig Mann hatten sich ergeben, die 
erschossen wurden. 

Der Angriff des 52. und des motorisierten Schützenregimentes auf die Flanke und in den Rücken des Gegners 
traf diesen völlig unerwartet, so daß die übrigen Truppenteile des Gegners sich in südwestlicher Richtung gegen 
Sa-brodje (5 bis 7 km südwestlich Kurgan) zurückzogen. 

Außerdem wurden durch Artilleriewirkung vernichtet: 2 Tanks, eine Radiostation, etwa 50 
Maschinengewehrwagen und 30 Lastkraftwagen mit Pioniergerät. Besonders bewährte sich die 
Haubitzenartillerie, die durch ihr Feuer die Minenwerfer und die in Richtung Kutschin (6 km südwestlich 
Kurgan) wirkende Artillerie des Gegners völlig zum Schweigen brachte. 

Auf ihrem weiteren Marsch wurde die Division am 10. 7. 1941 von 9 bis 16 Uhr von der feindlichen Luftwaffe 
schwer bombardiert. 

Als Ergebnis der Kämpfe und des Luftangriffs erlitt die Division folgende Verluste: an Toten 7 Mann, an 
Verwundeten 1 1 Mann. 

3. Im Verlauf des 11./12. Juli 1941 übernahm die Division planmäßig die Verteidigung des Abschnitts 
Tumanowka-Golynetz und machte sich in den Wäldchen östlich und südlich Kotschurino wieder kampffähig. 
Am 13. 7. 1941, um 5 Uhr, übernahmen Abteilungen der Division den Verteidigungsabschnitt auf der Linie 
Choroschki, Klein-Buschkowo laut anliegendem Plan. 

Kommandeur des Stabes der 26. Panzerdivision Kommandeur der 1. Abteilung Kimbar, 

Oberstleutnant Chrapko, Major 

-118- 



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Zahlreiche sowjetische Kriegsgefangene meldeten 
sich in der Gefangenschaft und bezeugten, daß 
besonders die Kommissare den Rotarmisten den 
offiziellen Befehl gaben, die deutschen Gefangenen 
zu ermorden. 

Von den zahlreichen Unterlagen jene Aussage des 
Wassilij Kisilow: 

Ich Wassilij Kisilow, geboren 1913, aus dem Dorf 
Kotsdiegorowka im Gebiet Kursk, Angehöriger des 
Schützen-Regiments 406, I. Bataillon, 2. Kompanie, 
3. Zug, sage hiermit aus, daß der Zugführer, 
Unterleutnant Kolesnitschenko, 
-120- 

am 17. Januar 1942 in Schachowo in der Unterkunft 
des Zuges bei einer Besprechung vor dem Angriff 
am 18. Januar auf Leski folgendes sagte: 
»Der Regiments-Kommissar hat befohlen: Es werden 
keine Gefangenen gemacht, alle Deutdien werden 
erschlagen. Keiner darf am Leben bleiben.« 



-121- 



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500 000 deutsche Soldaten gemeuchelt 
Partisanenkampf in der Sowjetunion 

Am 3. Juli 1941 rief Josef Stalin über den Moskauer Rundfunk die Zivilbevölkerung der UdSSR zum 
Widerstand gegen die Deutsdien auf und führte unter anderem aus: 

»In vom Feind besetzten Gebieten müssen Partisaneneinheiten zu Fuß und zu Pferd und Ablenkungstrupps 
gebildet werden, um den Feind zu bekämpfen, überall den Partisanenkrieg zu entfachen. Brücken und Straßen 
zu sprengen, Telefon- und Telegrafenleitungen zu zerstören und die Wälder, Vorratslager und Eisenbahnzüge in 
Brand zu stecken. In besetzten Gebieten müssen die Bedingungen für den Feind und seine Helfer unerträglich 
gemacht werden, sie müssen verfolgt und vernichtet werden, wo immer sie sich aufhalten, und alle ihre 
Maßnahmen müssen vereitelt werden.« 

Stalin rief die Zivilbevölkerung zum Kampf auf und begann damit eines der blutigsten und verbrecherischsten 
Kapitel des Zweiten Weltkrieges. Der Partisanenkampf wurde nicht aus dem Widerstandswillen der russischen 
Völkerstämme geboren, sondern anfänglich sehr mühsam durch einen zentralen Partisanenbewegungsstab, der 
sich sofort nach der Rede Stalins am 3. Juli 1941 in Moskau bildete, organisiert. 

Marschall Woroschilow übernahm das Oberkommando, Generalleutnant P. K. Ponomarenko leitete die 
gesamten Operationen als Stabschef. Alle Partisanengruppen standen unter dem Kommando der 
Kommunistischen Partei, die ihre besten Agitatoren und Organisatoren von Moskau und Leningrad aus über die 
Frontlinien in das Hinterland sandte. Auch Worosdiilow gehörte dem Polit-Büro der Kommunistischen Partei 
an, und Ponomarenko war Sekretär des ZK der KP von Weißrußland. 
Dem zentralen Partisanenbewegungsstab in Moskau unterstanden: 

Der ukrainisdie Partisanenbewegungsstab unter der Leitung Nikita Chru-sditsdiows, dem als Stabsdief 
Generalmajor Strokatsdi zur Seite stand. 

Der weißrussisdie Partisanenbewegungsstab, geführt von Generalleutnant Ponomarenko selbst. 

Der Kuban-Partisanenbewegungsstab, der von P. K. Ignatow geleitet wurde. 

-122- 

Alle diese Stäbe säßen aber nicht bei den Partisanen im Operationsgebiet, sondern in Moskau. Die 
Partisaneneinheiten selbst wurden ausschließlich zentral per Funk geführt. 

Gleichzeitig mit der Aufstellung und Organisierung der Partisanengruppen wurde eine Untergrundbewegung 
der Kommunistischen Partei geschaffen, die engstens mit den Partisanen zusammenarbeitete. Die Mitglieder 
der kommu-nistischen Untergrundorganisation blieben befehlsgemäß zurück und flüchteten nicht nach dem 
Osten, sondern ließen sich vom deutschen Vormarsch überrollen. Es bildeten sich gewisse Partisanenzentren, 
die im Sdmeeballsystem überall Spionage-, Sabotage- und Mordgruppen errichteten. Im Süden hinter der deut- 
schen Front entstand im Raum Tschernigow (Ukraine) etwa 110 Kilometer süd-lich Gomel unter der Führung 
des Sekretärs des Gebietskomitees der KP, Generalleutnant Aleksej Feodorowitsch Fedorow, das erste 
Partisanenzentrum. Schon am 4. Juli 1941 während des ungestümen deutschen Vormarsches ernannte 
Chruschtschow Fedorow zum Sekretär der Ukrainischen Untergrundbewegung und gab ihm den ausgebildeten 
Partisanenspezialisten Burmistrenko zur Unterstützung bei. 

Nur aktive Parteikommunisten folgten den Befehlen und zogen sich in die Sumpfgebiete und Wälder zurück, 
wo sie vorsorglich Verpflegungslager angelegt hatten. Im Anfang waren es nur wenige, in Cholm 240, im 
Bezirk Ostersk 35, in Tschernigow 70, aber trotzdem stieg in der Ukraine die Bewegung bald auf 900 Mann. 
Ihre Aktionen richteten sich anfänglich ausschließlich gegen antikommunistische Ukrainer, die in der Nacht 
überfallen und ermordet wurden. 

Nach sowjetischen Angaben bildeten sich in Leningrad im Juli/ August 1941 191 Partisaneneinheiten zu je 30 
bis 50 Mann, mit einer Gesamtstärke von etwa 9500 Mann. 

Allmählich wagten sich die Partisanen an einzelne deutsche Soldaten heran. Wachtposten, Meldefahrer, 
Nachschubfahrer, Sanitätsfahrzeuge oder kleinere Einheiten wurden überfallen. Jene unglüdchchen deutschen 
Soldaten, die den Partisanen in die Hände fielen, wurden ausschließlich ermordet. 

1945 erschien in London und in New York ein Bericht des Generalleutnants Ponomarenko unter dem Titel 
»Behind the Front Line«, 1961 in Moskau die offizielle Geschichte des sowjetischen Partisanenkampfes 
»Sowetskie Partisani«. In beiden Publikationen wird berichtet, daß die sowjetischen Partisanen rund 500 000 



deutsche Soldaten und Offiziere, Polizeibeamte sowie russische und ukrainische Antikommunisten vernichtet 
haben. 

Diese Hunderttausende wurden in keinem ehrlichen Kampf getötet, sondern in ihrer Masse heimtückisch aus 
dem Hinterhalt ermordet. 

Feldmarschall Küchler erläuterte 1946 vor den amerikanischen Militärrich-tern in dem Prozeß gegen 

Feldmarschall Leeb und andere die Situation: »Es 

-123- 

war dies eine außerordentlich einseitige Kampfführung, denn der deutsche Soldat war leicht erkenntlich, nicht 
aber der Partisan, denn er trug Zivilbekleidung.« 

Der sowjetische Rundfunk übertrug täglich am Morgen und am Abend während des ganzen Krieges 
»Partisanenlehrgänge«, in denen genaue Anweisungen gegeben wurden, wie die Mordüberfälle durchzuführen 
seien. 

Brigadier C. Aubrey Dixon und Otto Heilbrunn veröffentlichten in ihrer 1956 erschienenen Studie »Partisanen« 
eine dieser Rundfunkanweisungen, die von deutschen Abwehrstellen aufgefangen wurde: 

»Wie beseitigt man einen deutschen Wachtposten? Die Jagd auf einen deutsdien Soldaten geht ähnlich vor sich 
wie auf ein Rebhuhn. Man schleicht sich an das Rebhuhn heran, wenn es ruft, und man versteckt sich, wenn es 
seinen Kopf dreht. Die gleiche Methode wendet man auf den Wachtposten an. Mit einem Beil schleicht man 
sich an ihn in der Dunkelheit heran. Wenn er auf und ab geht, oder Ausschau hält, muß man stillstehen. Falls er 
in Gedanken vertieft ist, kriecht man langsam an ihn heran. Bist du auf Greifnähe heran, so schlägst du ihn mit 
voller Kraft mit dem Beil auf den Schädel. Sei schnell, daß er nicht erst aufschreien kann.« 
Die Partisanen trugen bei ihrem mörderischen Geschäft weder Uniformen noch sonstige Kennzeichen; im 
Gegenteil. Oftmals zogen sie den Erschlagenen die Uniformen aus und operierten in deutschen und später in 
rumänischen, italienischen, ungarischen und slowakischen Uniformen. Damit verletzten sie eindeutig den 
Artikel 1 der Haager Landkriegsordnung, der bestimmt, daß auch Freischärler ein bestimmtes aus 
Gewehrschußweite erkennbares Zeichen tragen, ihre Waffen offen führen und die Gesetze und Gebräuche des 
Krieges beachten müssen. 

Sie hatten kein Recht, zu verlangen, als Kriegsgefangene behandelt zu werden. Das erkannte sogar die alliierte 
Rachegerichtsbarkeit nach 1 945 an. Im Verfahren gegen Feldmarschall Erich von Manstein faßte der britische 
Justice Collingwood diese Tatsache in der Feststellung zusammen: 

»Wer immer der Franctireurtätigkeit überführt werden konnte, war nicht zur Behandlung als Kriegsgefangener 
berechtigt.« 

Das amerikanische Militärgericht führte im Verfahren gegen die deutschen 
Südost-Generäle aus: 

»Sie [die Partisanen] hatten keine einheitliche Uniform. Meistens trugen sie Zivil kleidung, aber auch deutsche, 
italienische und serbische Uniformstücke, falls sie ihrer habhaft werden konnten. Meistens wurde der 
Sowjetstern als Abzeichen getragen. Aber die Beweisaufnahme hat ergeben, daß er aus der Entfernung nicht 
wahrgenommen werden konnte. Sie führten auch ihre Waffen nicht offen, außer wenn es zu ihrem Vorteil war. 
Es ist nicht überzeugend nachgewiesen worden, daß die hier in Frage stehenden Banden die Anforderungen 
-124- 

[rechtmäßiger Kriegführung] erfüllt haben. Das hat natürlich zur Folge, daß die Mitglieder dieser 
rechtswidrigen Verbände nicht beanspruchen können, als Kriegsgefangene behandelt zu werden. Die 
Angeklagten haben sich keines Verbrechens schuldig gemacht, wenn sie derartige Gefangene der Widerstands- 
bewegung getötet haben, da sie Freischärler gewesen sind.« 

In eigens errichteten Partisanenschulen in Moskau und Leningrad sowie in anderen Städten wurden die 
Partisanenführer in allen Raffinessen des Mordes, der Sabotage und Spionage ausgebildet. Daneben unterhielt 
die sowjetische Geheimpolizei NKWD noch eigene Sabotage-, Spionage- und Agentenfunkschulen. Noch nie 
wurde ein Unternehmen von Mördern sorgsamer vorbereitet und ausgestattet. 



Die Partisanen im Gebiete von Leningrad töteten in den ersten acht Monaten des Ostfeldzuges bis zum März 
1942 16 000 deutsche Soldaten, 629 Offiziere, darunter 11 Obersten und drei Generäle und erschossen 67 V- 
Männer und 163 Angehörige der russischen antikommunistischen Sicherungsverbände. 

Im Abschlußbericht brüsteten sich die Partisanen des Leningrader Gebietes, insgesamt ca. 100 000 deutsche 
Offiziere und Soldaten umgebracht zu haben. 

In Pleskau wurden von nur drei Partisanengruppen schon im Winter 1941 mehr als 1000 deutsche Offiziere und 
Soldaten als liquidiert gemeldet. Im Gebiet Brjansk meldeten die Partisanen bis zum 1. Mai 1942 19 845 
ermordete deutsche Soldaten, darunter 237 Offiziere, 1 General und 2090 russische Polizisten, die mit den 
Deutschen zusammenarbeiteten. Ponomarenko prahlt mit folgenden Spitzenerfolgen: »Unter den zahlreichen 
Besatzungstruppen, die von ukrainischen Partisanen in Charkow vernichtet wurden, befand sich das Haupt- 
quartier einer deutschen Infanteriedivision, einschließlich des Generals Braun, Partisanen aus Leningrad 
zerstörten eine Zahl feindlicher Lastwagen und töteten General R. von Wirtz mit seiner Leibwache. 
Partisanen aus Weißrußland vernichteten das deutsche Divisionshauptquartier unter General Jakoby in 
Borowoya... Fabian Akintschitz, ein wichtiger deutscher Verbindungsmann, wurde in seinem Minsker 
Arbeitszimmer getötet. Der Kommandant der Stadt Baranowitschi, Friedrich Wentsch, wurde von Partisanen 
getötet. Immer wieder wurden deutsche Bezirks- und Kreiskommandanten, Beamte der Besatzungsbehörden 
und die für die Entsendung russischer Bürger zur Skavenarbeit nach Deutschland zuständigen Bevollmächtigten 
getötet. « 

Dies ist aber nur ein Bruchteil der blutigen Erfolge dieses verbrecherischen Kampfes aus dem Hinterhalt. 
Dixon/Heilbrunn schreiben in ihrer Studie »Partisanen«: »Aus deutschen Quellen ist bekannt, daß der 
Oberstleutnant v. Boddien von Partisanen erschossen wurde, daß der Chef des Stabes der 9. Armee von 
Partisanen verwundet wurde und daß viele andere höhere Offi- 
-125- 

ziere niemals an ihrem Bestimmungsort ankamen, weil sie auf dem Weg Partisanen in die Hände gefallen 
waren.« 

Ponomarenko behauptet, daß es den sowjetischen Partisanen schon in den ersten beiden Kriegsjahren gelungen 
wäre, auf diese Art 30 deutsche oder verbündete Generale, 6336 deutsche oder verbündete Offiziere und allein 
1520 Flieger aller Dienstgrade zu töten. 

Erst gegen Ende des Kriegs traten die Partisanen im offenen Gefecht auf. Vorher stellten sie sich nur zum 
Kampf, wenn sie gestellt bzw. umzingelt wurden. Ansonsten legten sie in den Nächten auf den Straßen Minen 
aus - ohne Rücksicht darauf, daß dadurch auch ihre Landsleute mit den Panjefahrzeugen in die Luft gingen -, 
auf die dann Nachschubfahrzeuge und Sankas fuhren. Zehntausende Deutsche, aber auch Ukrainer und Russen 
gingen durch diese feige Kampfweise zugrunde. 

Die Partisanen überfielen lautlos kleinere Außenposten, Nachschublager, Verbandsplätze, Lazarette, 
Feldpoststellen oder Landwirtschaftsführer mit starker Obermacht und meuchelten die Überfallenen. Sie legten 
sich mit Vorliebe an den Straßen, die durch Wälder führten, in den Hinterhalt, erschossen aus dem Dickicht 
heraus einzelne Melder oder Fahrer, und wenn sie sich stark genug fühlten, auch kleinere Kolonnen. Sie führten 
ihren Kampf nicht wie Soldaten, sondern wie Verbrecher. Oftmals bedienten sie sich junger Mädchen, alter 
Frauen, kleiner Kinder, die Sprengladungen transportierten, Kundschafterdienste leisteten und sogar auch 
Anschläge durchführten. 

Die Partisanengruppe Jalta forderte im Februar 1942 die anderen Partisanengruppen zu einem Wettbewerb 
heraus, dessen Punkt 1 lautete: 

»Jeder Partisan muß wenigstens fünf Faschisten (gemeint sind deutsche Landser) oder ähnliche Verräter 
ausrotten.« 

Mord als Wettbewerb! Das hatte es bis zu diesem Augenblick in der Geschichte noch nie gegeben. 
Der Partisanenkampf begann schlagartig mit dem Ausbruch des Krieges. Die kommunistische Partei Rußlands 
hatte genauso, wie die Rote Armee ausgebildet wurde, sehr sorgsam ihre Partisanenführungskader geschult. 
In der IC- Abendmeldung der 7. Panzerdivision vom 24. 6. 1941 heißt es: 

»Am 22. 6. etwa vier Kilometer südlich Kalvaiya, am 23. 6. etwa drei Kilometer westlich Olita, 2,5 Kilometer 
ostwärts Olita und weiter ostwärts griffen Freischärler (Zivilisten) einzelne deutsche Soldaten an, die Fahrzeuge 



reparierten oder sich bei der Nacht abgesondert hatten, um zu schlafen. Dabei wurden, soweit bisher bekannt, 
zwei Angehörige der Division erschossen und mehrere verletzt.« 

1941 aber vermochten die Partisanen ihre Gruppen noch nicht so auszubauen und arbeiteten sozusagen mit 

halber Kraft. 

-126- 

Feldmarschall Ritter von Leeb sagte in Nürnberg am 20. 4. 1948 unter anderem aus: 

»Im Juli wurde die Korps-Nachrichtenabteilung des XXVIII. Armeekorps von einer Partisanengruppe 
überfallen, und als man dann diesen Ort säuberte, fand man 92 zu Tode gemarterte deutsche Soldaten.« 
Gegen Herbst 1941 verstärkten die Partisanen ihre Überfälle dermaßen, daß das Generalkommando XXX AK 
Abteilung la in seinem Korpsbefehl Nr. 55 für die untergebenen Einheiten festhalten mußte: 
»Es ist wiederholt vorgekommen, daß Sanitätseinheiten nicht nur auf dem Vormarsch, sondern auch bei Fahrten 
zum Verwundetenabschub von Feindkräften überfallen wurden. Dabei wurden trotz Gegenwehr bis zum 
Verschuß der Munition bei einem Überfall zehn Mann Sanitätspersonal verwundet und 33 Mann 
Sanitätspersonal getötet. Der größte Teil der Verwundeten wurde durch Handgranatenwurf in die 
Krankenwagen bzw. nach Herausreißen aus dem Krankenkraftwagen durch Kolbenschläge und Bajonettstiche 
getötet. Es sind sofort durchgreifende Maßnahmen für einen ausreichenden Schutz der Sanitätseinheiten und 
aller Verwundetentransporte zu treffen.« 

Im Prozeß gegen General von Salmuth gab General a. D. Walter Botsch nachstehende eidesstattliche 
Versicherung ab: 

»Die Partisanentätigkeit im Jaila-Gebirge (Krim) nahm auch noch nach Erlaß des Befehls des XXX. 
Armeekorps la/Ic vom 21. 11. 1941 erheblich zu. Es gab bei den deutschen und rumänischen Truppen viele 
Tote und Verwundete durch feige Überfälle. Ich habe zwei Fälle in Erinnerung: 

Überfall auf einen Sanitätskraftwagen bei Nacht, wobei Fahrer und vier hilflos Verwundete ermordet wurden. 
Überfall auf Meldefahrer des Generalkommandos des XXX. Armeekorps am hellen Tag, wobei der Beifahrer 
getötet wurde, dessen Beisetzung am 26. 11.41 stattfand. Bei diesem Überfall gab es zehn Tote und 
Verwundete. Es wurden fünf Kraftfahrzeuge zerstört.« 

Trotzdem richteten sich die damaligen Aktionen der Partisanen hauptsächlich gegen einzelne Deutsche und im 

wesentlichen gegen jene Ukrainer, Krimtataren und Russen, die antikommunistisch waren und mit den 

deutschen Truppen zusammenarbeiteten. Sie spürten den Mordkrieg am härtesten. 

Wie dieser Krieg geführt wurde, beweisen nachstehende Dokumente. 

Das Generalkommando des XXXIX. A. K. trug am 6. 2. 1942 ins Kriegstagebuch ein: 

»Feind zieht gefangenen deutschen Soldaten Stiefel, Mäntel, Röcke usw. aus und macht sie dann nieder.« 
(Aussage eines in Alexandrowka entflohenen Unteroffiziers der 6. A. R. 168, dann auch Auffinden von 40 toten 
deutschen Soldaten ebendort.) 
-127- 

Die protokollarischen Aussagen des Gefreiten Großhauser und des Gefreiten Schilling lassen an Deutlichkeit 
nichts zu wünschen übrig. 

Protokoll 

Standort, den 7. September 1942 

Zur Person: Ich heiße Karl Großhauser, bin 30 Jahre alt, Gefreiter, 12./ LR. -, z. Z. Reserve-Lazarett III... 
Zur Sache: Am 21. Januar 1942 wurde ich wegen erfrorener Füße auf dem Truppenverbandplatz Molvoditzi bei 
Star. Russa eingeliefert. Am gleichen Tage wurde ein Krankentransport zusammengestellt, der in einem 
Omnibus wahrscheinlich nach Demjansk verbracht werden sollte. Ich wurde ebenfalls mit abtransportiert. In 
dem Omnibus befanden sich rund 40 Schwerverletzte. Der Omnibus selbst war durch Rotekreuzzeichen zu 
beiden Seiten des Fahrzeuges und durch eine Rotekreuzflagge über dem Kühler deutlich als Sanitätsfahrzeug 
gekennzeichnet. Außerdem waren auf den beiden Kotflügeln über den Vorderrädern kleine Rotekreuzfahnen 
angebracht. Unterwegs wurde dieser Omnibus im Waldgelände von russischen Partisanen in Stärke von minde- 
stens 50 Mann von allen Seiten angegriffen. Da der Überfall vormittags stattfand und klares Wetter herrschte, 



besteht kein Zweifel daran, daß die russischen Partisanen ohne weiteres erkennen mußten, daß sie ein 
Sanitätsfahrzeug angriffen. Auf den Angriff hin verließen die noch gehfähigen Verwundeten den Omnibus, 
darunter auch ich. Wir schlugen uns bis zu unserem Verbandplatz in Molvoditzi durch. Später wurde die Straße 
durch eine Infanterieeinheit freigekämpft. In der Zwischenzeit wurden durch einen Sanka 7 oder 8 Leichen der 
Schwerverwundeten zurückgebracht, die von den Russen im wehrlosen Zustand in dem Omnibus ermordet 
worden sind. Eine dieser Leichen habe ich mir etwas betrachtet, ich stellte fest, daß diesem Kameraden die eine 
Kopfseite seitlich direkt aufgespalten war. Später fuhren wir an der Stelle des Überfalles wieder vorbei und 
sahen, daß unser Omnibus in den Straßengraben umgekippt war. 

Unter der Partisanenbande befanden sich auch einzelne russische Soldaten. Im übrigen hatten diese Leute eine 

recht zusammengewürfelte Uniform an. 

v. g. u. gez. Großhauser 

Der Zeuge wurde beeidigt. 

gez. Dr. Hofmann 

gez. Betty Prell 

-128- 

Protokoll 

Standort, den 10. September 1942 

Zur Person: Ich heiße Kurt Schilling, bin 28 Jahre alt, ledig, Gefreiter S. /Infanterie-Regiment... zur Zeit 
Reservelazarett... 

Zur Sache: Um den 10. Februar 1942 sollten wir bei Welisch (im Mittelabschnitt) ein russisches Dorf von 
Partisanen säubern. Beim Vorgehen auf dieses Dorf kamen uns von allen Seiten Soldaten einer bayerischen 
Einheit entgegen, die uns zu Hilfe riefen und erzählten, daß ein Verwundetentransport mit Verwundeten von 
ihrer Einheit vor dem Dorf von russischen Partisanen überfallen worden sei. Infolge zu starken Feuers kamen 
wir nur bis an das Dorf heran und mußten wieder zurückziehen. Wir konnten jedoch noch die Leichen der Ver- 
wundetenkolonne bergen und mit zurücknehmen. Wie ich gehört habe, haben wir insgesamt zwölf Leichen 
nach rückwärts gebracht, darunter auch die Leiche des Major B. Ein Teil der Leute, die schwer verwundet 
waren, ist erst auf unserem Rücktransport gestorben. Ich persönlich habe nur die Leiche eines Kameraden näher 
betrachtet. Das Gesicht dieses Soldaten war zerschnitten, und am Hinterkopf hatte derselbe eine tiefklaffende 
Wunde. Ich hatte den Eindruck, daß diese Wunde mit einem Meißel oder einem scharfen Hammer ausgeführt 
worden ist. Die Verwundeten waren auf russischen Panj eschlitten untergebracht. Da die Verbände weithin zu 
erkennen waren, mußten die Partisanen ebenfalls bei dem Überfall sehen, daß es sich um einen 
Verwundetentransport handelte. Am 26. Februar 1942 wurde ich vor Welisch durch ein russisches 
Explosivgeschoß verwundet. 

v. g. u. gez. Kurt Schilling Der Zeuge wurde vereidigt, 
gez. Dr. Hofmann gez. G. Boegler 

Am 2. September 1942 überfielen Partisanen bei Rschawez eine kleine Gruppe deutscher Soldaten und 
russischer Selbstschutzleute. Drei Deutsche wurden an Ort und Stelle erschossen, sieben Deutsche und zwei 
Russen mitgeschleppt. Unter der Führung des Partisanenkommissars Schelisin wurden alle neun Gefangenen 
gefoltert, ihnen die Augen ausgestochen, Ohren, Nasen und Geschlechtsteile abgeschnitten. Den beiden Russen 
wurden obendrein die Hände und Füße abgehackt. 

Generalleutnant d. R. a. D. Friedrich Seizinger sagte in Tübingen am 19. April 1948 im Prozeß gegen General 
v. Salmuth eidesstattlich unter anderem aus: 

»Bei einem Partisanenunternehmen zwischen Rylsk und dem Brajanskcr Wald wurden zehn Feldgendarmen 

durch Partisanen gefangengenommen. 

-129- 

Nachher fand man sie in einem Dorf vor dem Schulhaus tot liegen, und zwar völlig nackt mit abgeschnittenen 
Geschlechtsteilen und Ohren und ausgestochenen Augen. Kurz darauf wurde der Führer einer Kompanie dieses 



Bataillons, der ebenfalls in Gefangenschaft geriet, durch die Partisanen in ähnlicher Weise verstümmelt. Diese 
unmenschlichen Bilder waren bei den Soldaten dieser Abteilung noch in lebhafter Erinnerung. Überhaupt hat 
man nie gehört, daß deutsche Soldaten, die in Partisanengefangenschaft gerieten, mit dem Leben davonkamen.« 
Generalmajor Siegfried Heine gab im Prozeß gegen General v. Salmuth in Neubiberg am 4. 5.1948 eine 
eidesstattliche Versicherung ab, in der er unter anderem erklärte: 

»Anfang März 1942 griffen russische Partisanen nordwestlich der Straße Roslaw - Juchnow die Unterkünfte der 
Trosse der im Kampf stehenden 137. Infanteriedivision im Rücken an und setzten sich in den Dörfern dicht 
hinter der Front fest. Bei der deutschen Gegenaktion sollte unter anderem das Dorf Tinowka angegriffen und 
wieder in deutschen Besitz gebracht werden. Dies gelang beim ersten Angriff nicht, aber die Russen räumten 
das Dorf am nächsten Tag. Wir fanden die im Angriff Gefallenen und Verwundeten: 1 Offizier und etwa 25 
Mann in Tinowka von den Russen völlig entkleidet, die Verwundeten durch Kolbenhiebe und Messerstiche 
umgebracht, alle verstümmelt, auf. Die Leichen waren beraubt, zum Teil waren die Ringfinger abgeschnitten.« 
Der Ic des XXXXVIII. Panzerkorps meldete am 1 1.1 1. 1943 in seiner Tagesmeldung: 

»Ein befreiter deutscher Kriegsgefangener des Pz.Gren.Rgts. 146 (25. Pz. Div.), in Gefangenschaft geraten in 
Gegend Trylissy, gibt an, daß sie nach anfänglich guter Behandlung zur Bewachung Partisanen übergeben 
wurden und bei einem deutschen Angriff vierzig Mann erschossen wurden. Ihm selbst gelang die Flucht durch 
Totstellen.« 

In dem Prozeß gegen Feldmarschall von Küchler erklärte Dr. jur. Freiherr Ernst von Dörnberg eidesstattlich am 
9.3.1948: 

»Am 13. 11. 1943 fand auf das vollbesetzte Kino in Porchow (an der Bahnstrecke Pleskau - Staraja - Russa) ein 
Sprengstoffattentat statt. Mein Quartier lag unweit des Kinos. Das Attentat ereignete sich kurz vor 20 Uhr. An 
Opfern waren 178 deutsche Soldaten tot und 53 schwerverwundet zu beklagen.« 

Im Prozeß gegen v. Salmuth sagte der Hauptmann d. R. a. D. Otto Hent-zelt am 2. April 1948 in Gütersloh 
unter anderem eidesstattlich aus: »Im allgemeinen kann ich sagen, daß die Maßnahmen, die bei der 
Bekämpfung der Partisanen von der 2. Armee getroffen wurden, als sehr milde angesehen werden mußten, 
besonders wenn man die grausame Führung des Kampfes von selten der Partisanen berücksichtigt. So war z. B. 
die Abbrennung eines Dorfes, auch wenn die Unterstützung durch die Bewohner nachgewiesen werden konnte, 
ver- 
-130- 

boten. Ich weiß, daß dieser Befehl bei einigen Angehörigen meiner Kompanie als unverständlich milde 
empfunden wurde, da die grausamen Methoden der Partisanen, die an Sadismus grenzten, allgemein bekannt 
waren. Besonders große Erregung rief nicht nur bei den Soldaten, sondern auch bei der Zivilbevölkerung der 
Fall mit ca. 10 in die Gefangenschaft geratenen Angehörigen der Feldgendarmerie, Abt. 581 hervor. Die 
Leichen dieser Soldaten wurden im Dorf auf der Straße mit ausgestochenen Augen und abgeschnittenen Ohren 
und Geschlechtsteilen gefunden. Ähnliche Grausamkeiten wurden von den Partisanen auch an dem von der 
Wehrmacht eingesetzten Dorfbürgermeister (Starosten) und anderen Gemeindefunktionären oder deren Frauen 
ausgeübt.« 

Je länger der Krieg dauerte, desto mehr wurde der verbrecherische Kampf perfektioniert. Laut Valdis Redelis, 
einem lettischen genauen Kenner der Sachlage, bestanden Anfang Juli 1941 auf ukrainischem Boden bereits 
über 33 organisierte Partisanenbanden. Am 4. 7. 1941 erhielten diese Banden von Chruschtschow persönlich 
den Befehl zur Aufstellung von Kampfeinheiten. Gegen Ende des Jahres 1941 erfaßten die ukrainischen 
Partisanen mehr als 33 000 Menschen für die kommunistische Untergrund- und Partisanenarbeit. 
In Moskau erschien 1961 von P. P. Werschigora das Buch »Woennoe Twortschestwo Narodnich Mass«, in dem 
erklärt wird, daß 1944 in der Ukraine 220 000 Partisanen, in Weißrußland 360 000 Partisanen, um Leningrad 40 
000 Partisanen im Einsatz standen und 250 000 Partisanen in Reserve gehalten wurden. 

Werschigora behauptet, daß hinter der deutschen Front gegen Ende des Krieges rund 700 000 Partisanen unter 
der zentralen Führung des Stabschefs P. K. Ponomarenko standen. Nach seinem eigenen Bekenntnis haben 
diese Partisanen aus dem Hinterhalt rund 500 000 deutsche Soldaten ermordet. 
-131- 



Der Bombenkrieg gegen die deutsche Zivilbevölkerung Der verbrecherische Lindeman-Plan 
Durch die sorgsam geplante und rücksichtslos durchgeführte Inbrandsetzung deutscher Wohnviertel und 
Innenstädte durch die Engländer und Amerikaner wurden viele Hunderttausende Deutscher, vor allem Frauen, 
Greise und Kinder, erschlagen, verbrannt, erstickt oder durch zerrissene Wasserrohre in den Luftschutzkellern 
ertränkt. Für die meisten war es ein langsames, qualvolles Sterben. 

Über die Zahl der Deutschen, die diesem alliierten Massenvernichtungsun-ternehmen zum Opfer fielen, gibt es 
keine historisch einwandfreie Angabe. Zehntausende Familien wurden buchstäblich mit Urahne, Ahne, Mutter 
und Kind ausgerottet, so daß niemand mehr Nachforschungen nach ihrem Verbleib anstellte. Gar nicht zu reden 
von Verwundetenzügen, Truppentransporten, Kindergruppen, die in KLV-Lager fuhren, Fremdarbeitern, 
Gefangenen, Reisenden, die vom Bombensturm erfaßt und mit auf dem deutschen Scheiterhaufen verbrannt 
wurden. Dazu kommt, daß in vielen Städten und Orten die Meldekarteien mit vernichtet wurden und deshalb 
über die Bewohner gar keine Unterlagen mehr vorhanden waren. Ein Großteil der Leichen konnte oftmals nicht 
mehr aufgefunden werden: Sie waren verglutet oder aus der eingeebneten Tiefe nicht zu bergen. 
Studienrat Hanns Voigt, Leiter der »Abteilung Tote« der Dresdener Vermißtenzentrale, schilderte die Zustände 
wie folgt: 

»Nie habe ich geglaubt, daß der Tod in so verschiedener Form an den Menschen herantreten kann, nie habe ich 
für möglich gehalten, daß der Tote in so vielen Gestalten den Gräbern übergeben werden könnte: Verbrannte, 
Verkohlte, Zerstückelte, scheinbar friedlich schlafend, schmerzverzerrt, völlig verkrampft, gekleidet, nackt und 
als ein kümmerliches Häufchen Asche. Und über allem der beizende Rauch und der unerträgliche 
Verwesungsgeruch. Über die Zahl der Toten kann natürlich auch ich keine verbindlichen Angaben machen, da 
manche Meldung verlorengegangen ist, mich nicht erreichte oder gar nicht abgegeben wurde. Die Zahl der 
Toten, die als bekannt oder unbekannt registriert worden ist, liegt nach meiner Erinnerung bei 80 000 bis 90 
000. Ich meine, daß man mit 135 000 Toten ungefähr die richtige Zahl hat.« 
-132- 

Die Wahrheit war noch viel furchtbarer: Die Verluste von Dresden allein betrugen etwa 250 000 bis 400 000 
Menschen. 

Darum stellt die vom Statistischen Bundesamt überaus vorsichtig genannte Gesamtzahl von 539 000 deutschen 
Zivilisten, die dem alliierten Luftmord zum Opfer fielen, die kaum glaubwürdige unterste Zahl der Verluste 
deutscher Zivilbevölkerung dar. 

Die Züricher Zeitung »Die Tat« bezifferte die Toten der alliierten Flächen-bombardierung in Deutschland am 
19. Januar 1955 mit 2050000. Diese Zahl wird der Wahrheit leider weit näherkommen. 

Es kann nicht den geringsten Zweifel daran geben, daß jeder alliierte Flieger, gleich welche Verwendung er bei 
diesem teuflischen Unternehmen fand, ein Kriegsverbrecher im Sinne der Nürnberger Gesetzgebung ist. Er ist 
genauso mitschuldig an diesem grauenvollen Massenmord wie die Angehörigen der SD-Einsatzkommandos 
oder ähnlicher Vernichtungsorganisationen. Der einzige Unterschied zwischen etwa dem britischen Marschall 
Arthur Harris, der die Flächenbombardierung Deutschlands befehligte, und seinem Kollegen Adolf Eichmann 
besteht nur darin, daß der erstere pensioniert und der letztere gehenkt wurde. Den Befehl zu ihrem Beginnen 
erhielten beide allerdings von ihren Vorgesetzten. Das schaurige Resultat ihrer Einsätze war jedoch das gleiche. 
Man pflegt, wenn dieses traurige Kapitel der Menschheitsgeschichte zur Sprache kommt, ebenso heuchlerisch 
wie auch historisch falsch zu erklären: 

Dies sei das Strafgericht für die Luftangriffe der Deutschen Luftwaffe auf England. Coventry habe all das 
ausgelöst. 

Das klingt zeitgenössisch sehr brauchbar, aber es ist unrichtig. Die Wahrheit Ist anders: 

England begann seinen Angriff auf deutsche Wohnviertel in der Nacht vom 10. zum 11. Mai 1940 in 
Mönchengladbach. 

Deutschland ertrug volle fünf Monate lang die systematische Ermordung seiner Bürger aus der Luft, ohne 
britische Wohnviertel vergeltend anzugreifen. Die Deutsche Luftwaffe bombardierte in dieser Zeit in England 
nur ausgesprochen militärische Ziele. Erst am 7. September 1940, nachdem Churchill wiederholt Berlin hatte 
angreifen lassen, begann Deutschland zurückzuschlagen. Im übrigen gehörte Coventry, wie der britische 



Historiker David J. Irving schreibt, »mit 380 Toten zu den kleinen Unternehmen, wenn man den Maßstab des 
britischen Bomberkommandos anlegt«. 

Wenn diese Tatsachen, die nicht bestritten werden können, geklärt sind, dann behauptet man: Deutschland 

begann trotzdem den Luftkrieg gegen Zivilisten; wohl nicht gegen England, doch am 14. Mai 1940 gegen 

Rotterdam. 

Auch das ist falsch: 

Rotterdam war keine freie Stadt, es wurde von der holländischen Armee unter Oberst Scharroo wie eine 

Festung zäh verteidigt. Die gelandeten deut- 

-133- 

sehen Fallschirmjäger wurden hart bedrängt und erbaten dringend Luftunterstützung. 

Dennoch hatte der Kommandierende General des deutschen XXXIX. Armeekorps, Generalleutnant Rudolf 
Schmidt, von der 18. Armee den ausdrücklichen Befehl erhalten, jedes unnütze Blutvergießen unter den 
Holländern zu vermeiden, und er bemühte sich darum nach besten Kräften. 

General Schmidt sandte Hauptmann Hoerst mit zwei Mann und einer weißen Fahne als Parlamentäre zu den 
Holländern. Diese bedrohten die Parlamentäre, rissen ihnen die Pistolen ab und zwangen sie mit hocherhobenen 
Händen zum holländischen Gefechtsstand, wo Hauptmann Hoerst dem holländischen Oberst Scharroo das 
Ultimatum übergab: 

»An den Kommandanten von Rotterdam, an Bürgermeister und Stadtverordnete und Vertreter des Staates in 
Rotterdam. Der Widerstand, der in der offenen Stadt Rotterdam gegen die Offensive der deutschen Truppen 
geleistet wird, zwingt mich, sofern Ihr Widerstand nicht augenblicklich eingestellt wird, die nötigen und 
zweckmäßigen Maßnahmen zu ergreifen. Das kann die vollständige Zerstörung der Stadt zur Folge haben. Ich 
ersuche Sie als einen Mann, der Verantwortungsgefühl besitzt, darauf zu dringen, daß der Stadt dieser schwere 
Verlust erspart bleibt. Zum Zeichen der Übereinstimmung ersuche ich Sie, sofort einen Parlamentär zu 
schicken, der die nötigen Vollmachten besitzt. Falls ich innerhalb von zwei Stunden nach der Überreichung 
dieser Mitteilung keine Antwort erhalte, bin ich gezwungen, schärfste Zerstörungsmaßnahmen anzuordnen.« 
Scharroo informierte den holländischen Oberbefehlshaber General Winkel-man, der sich daran stieß, daß das 
Ultimatum von General Schmidt nicht unterschrieben war. Der holländische Hauptmann Backer wurde nun zu 
den Deutschen geschickt. General Schmidt unterfertigte nun auch das Ultimatum. 

Durch dieses Hinausziehen und Hinausschieben der Kapitulation wurde aber viel Zeit verloren. General 
Schmidt ließ an das Luftflottenkommando 2 funken »Angriff wegen Verhandlungen aufgeschoben«. Leider 
erreichte diese Nachricht nicht alle bereits auf Anflug befindlichen Maschinen, da sie zum Teil ihre 
Schleppantennen bereits eingezogen hatten. Darauf ließ Generalleutnant Schmidt von der Norderinsel aus rote 
Stopleuchtkugeln schießen. Da die Maschinen nur den Auftrag hatten, militärische Ziele zu bombardieren und 
die Zivilbevölkerung zu schonen, flogen sie sehr tief. Gerade deshalb bemerkte die rechte Gruppe des 
Geschwaders die Stopsignale nicht und warf, während die linke Gruppe abschwenkte, befehlsgemäß die 
Bomben. 

So starben bedauerlicherweise 900 Holländer als Opfer der holländischen Verzögerungstaktik. Jedoch: Nach 
der Haager Landkriegsordnung verhielten sich die Deutschen korrekt. Der Angriff auf Rotterdam galt keiner 
freien, sondern einer festungsartig verteidigten Stadt. 
-134- 

Alle Kriegführenden hielten sich bis zum 10. Mai 1940 streng an die Regel, keine freien Städte und keine 
Zivilbevölkerung anzugreifen. An diesem Tage aber übernahm in London Sir Winston Churchill die britische 
Regierung. Noch in derselben Nacht begann - erstmalig in der Geschichte - der Luftangriff gegen 
Zivilbevölkerung. 

Die Perfektion dieses Massenmordes aus der Luft verdankt die Menschheit indessen Professor Frederick 
Alexander Lindeman, dem wissenschaftlichen Berater Churchills in allen Fragen der Luftkriegführung. Im 
schroffen Gegensatz zu allen anderen Wissenschaftlern stellte Lindeman die These auf, daß der Bombenkrieg 
gegen die deutsche Zivilbevölkerung den Sieg der Alliierten herbeiführen würde. 



Anfang 1942 forderte Lindeman, der unterdessen Lord Cherwell geworden war, vom britischen Kabinett in 
einem Memorandum die Verschärfung des Bombenkrieges gegen Deutschland nach folgenden Grundsätzen: 
»Die Bombenangriffe müssen gegen die Häuser der deutschen Arbeiterklasse gerichtet werden. 
Mittelstandshäuser in ihrer aufgelockerten Bauweise führen unvermeidlich zu einer Verschwendung von 
Bomben.« 

»Wenn sich die Bombenoffensive im wesentlichen gegen die Wohnhäuser der deutschen Zivilbevölkerung 
richtet — Fabriken und militärische Anlagen sind zu schwer auszumachen und zu treffen — , dann sollte es 
möglich sein, in sämtlichen Städten mit mehr als 50 000 Einwohnern die Hälfte aller Häuser zu zerstören.« 
Sofort sprach sich Lindemans Vorgänger, Sir Henry Tizard, dagegen aus und erklärte, die Erfolgsaussichten der 
Flächenbombardierung seien »um das Fünffache zu hoch gegriffen«. 

Professor P. M. S. Blackett glaubte sogar, daß die Erfolgsberechnungen Lindemans um das Sechsfache zu hoch 
gegriffen wären. 

Trotzdem beschloß der britische Luftwaffenstab, durch Luftangriffe auf die deutsche Zivilbevölkerung den 

Widerstand Deutschlands zu brechen. Am 14. Februar 1942 billigte die britische Regierung unter dem Vorsitz 

Churchills ausdrücklich diesen verstärkten Massenmord an der deutschen Zivilbevölkerung. 

Als erste Maßnahme löste Churchill den bisherigen Oberbefehlshaber der britischen Bombengeschwader ab und 

betraute damit Marschall Arthur Harris. 

Harris erhielt den Geheimbefehl des Luftwaffenstabes: 

»Es ist beschlossen worden, daß Ihr Hauptangriffsziel von nun an die Moral der feindlichen Zivilbevölkerung, 
vor allem der Arbeiterschaft sein soll.« 

Marschall Harris ging unverzüglich ans Werk. Das erste Opfer, das er auswählte, war Lübeck, das in der Nacht 
des 28. März 1942 mit 234 Bombern angegriffen wurde. Das Ergebnis waren 320 Tote, 785 Verletzte und 1044 
zerstörte Wohnhäuser. 
-135- 

Rostock wurde ab 24. April 1942 angegriffen: 1765 Häuser wurden vernichtet, 60 % der Altstadt zerstört. So 
begann der Totentanz der deutschen Städte, gegen den alle bisherigen Luftangriffe beinahe ein Kinderspiel 
waren. 

In der Nacht vom 30. zum 31. Mai 1942 flogen 900 Bomber gegen Köln, Bevor die Maschinen mit ihrer 
todbringenden Last abflogen, sandte der Oberbefehlshaber der Royal Airforce, Marschall Sir Charles Portal, 
eine Aktennotiz an Marschall Harris: »Ich hoffe, es ist klar, daß die Angriffspunkte die Wohngebiete sein sollen 
und nicht zum Beispiel Docks oder Fabriken, selbst wenn diese im Anfang besonders erwähnt werden. Das muß 
jedem ganz klargemacht werden, falls es noch nicht verstanden worden ist!« 

Mit diesem ersten Riesenangriff, an dem sich 900 Bombenflugzeuge beteiligten, flog als Leiter des Einsatzes 
Marschall J. E. A. Baldwin. Es wurden 19 370 Wohnungen zerstört, 469 Menschen getötet, 5027 verletzt. 
Kalt versicherte, laut Generalmajor J. F. C. Fulles, Marschall Arthur Harris am 31. Mai 1943: »Was 
Deutschland in der Vergangenheit zu spüren bekommen hat, war nur Hühnerfutter im Vergleich zu dem, was es 
nun bekommen wird ... « 

So wurde eine Stadt nach der anderen angeschlagen oder gar ausradiert. 

Nachstehende Statistik über die Bombenwürfe auf deutsche Städte, entnommen dem britischen Werk Richards 
und Saunders, »Royal Airforce«, zeigt am deutlichsten, was geschah: 
In der Zeit vom 3. 9. 1939 bis 31. 12. 41 fielen 25 bis 1000 t Bomben auf: 

Emden, Bremerhaven, Vegesadk, Wilhelmshaven, Cuxhaven, Flensburg, Lübeck, Wismar, Warnemünde, 
Rostock, Stettin, Osnabrück, Münster, Wesel, Sterkrade, Sottrop, Homberg, Emmerich, Krefeld, M. -Gladbach, 
Essen, Wanne -Eickel, Gelsenkirchen, Schwerte, Dortmund, Lünen, Kamen, Aachen, Bonn, Mülheim, Koblenz, 
Frankfurt, Karlsruhe, Stuttgart, München, Nürnberg, Kassel, Pader-born, Soest, Brauschweig, Magdeburg, 
Merseburg (Leuna); 1000 bis 3000 t auf: 

Duisburg, Mannheim, Hannover, Bremen, Kiel, Hamburg, Berlin; über 3000 t auf: Köln. 
In der Zeit vom 1. 1.1942 bis 31.12. 1943 50 bis 5000 t auf: 

M. -Gladbach, Krefeld, Oberhausen, Bochum, Dortmund, Hagen, Wuppertal, Remscheid, Leverkusen, Mülheim, 
Bonn, Münster, Osnabrück, Emden, Wilhelmshaven, Cuxhaven, Vegesack, Kiel, Lübeck, Rostock, 



Warnemünde, Stettin, Braunschweig, Münster, Kassel, Leipzig, Mainz, Darmstadt, Saarbrükken, Karlsruhe, 

Friedrichshafen, München, Pilsen; 5000 bis 10 000 t auf: 

Düsseldorf, Duisburg, Hannover, Bremen, Frankfurt, Nürnberg, Mannheim; 

-136- 

10 000 bis 22 000 tauf: 
Köln, Essen, Hamburg, Berlin. 

In der Zeit vom 1.1.1944 bis 5.5.1945 2000 bis 5000 t auf: 

Cleve, Wesel, Bottrop, Oberhausen, Homberg, M. -Gladbach, Neuß, Düren, Bonn, Castrop-Rauxel, Hagen, 
Münster, Osnabrück, Wangerooge, Helgoland, Wilhelmshaven, Harburg, Nordhausen, Leuna, Leipzig, 
Dresden, Bohlen, Chemnitz, Stettin, Pölitz, Magdeburg, Saarbrücken, München; 
5000 bis 10 000 tauf: 

Düsseldorf, Neuß, Homberg, Wanne-Eickel, Frankfurt, Mannheim, Nürnberg, Bremen, Hannover, 
Braunschweig, Hamburg, Merseburg; 
10 000 bis 23 000 tauf: 

Köln, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Dortmund, Kiel, Berlin, Stuttgart. Dabei wurde bei dieser Aufstellung 

Pforzheim vergessen. 

Der Tod hatte viele Gesichter 

Hamburg wurde ab 24. Juli 1943 angegriffen. Das Unternehmen war teuflisch geplant und wurde teuflisch 
durchgeführt. Es war befohlen, auf eine Luftmine 20 Sprengbomben und 120 Brandbomben abzuwerfen. Selbst 
die Reihenfolge des Abwurfes war ganz genau festgelegt. Erst fielen die Minen und deckten die Häuser ab, so 
daß die leichtbrennbaren Dachgeschosse den Brandbomben hilflos ausgeliefert waren. Dann zerstörten die 
schweren Sprengbomben die Wasserleitungen, und erst jetzt brausten die Brandbomben herunter. 
Harns hatte genau festgelegt: Der erste Angriff wird geflogen, um die Feuerwehrkräfte und Löschmöglichkeiten 
zu erschöpfen. 

Bald brannte die Hafenstadt lichterloh. Die Menschen, die aus den Kellern ins Freie taumelten, gerieten in den 
kochenden Asphalt und kamen darin zu Tausenden um. Andere wieder konnten aus den Kellern nicht heraus, 
weil die Häuser über ihnen zusammengestürzt waren. Der Feuerorkan raste und raste; die Menschen, halb 
irrsinnig vor Angst von einer Panik ergriffen, sprangen in die Kanäle und Wasserstraßen, wo sie ertranken. 55 
000 Hamburger gingen auf diese Weise zugrunde. Nahezu die Hälfte konnte nie geborgen werden. 
Über die vernichtenden Angriffe auf Hamburg schrieb Kurt Detlev Möller in seinem Buch »Das letzte Kapitel« 
wie folgt: 

»Der Stadtteil Barmbek und die ihn umgebenden Teile am linken Alsterufer, vor allem Hoheluft und 
Eimsbüttel, dazu der Hagenbecksche Tierpark in Stellingen, Altona, St. Pauli und die Hamburger Innenstadt 
vernichtend getroffen. Großbrände brachen aus, die an einem Tage nicht mehr zu löschen 
-137- 

waren. In der Mittagsstunde dieses Sonntages lastete über der Stadt eine riesenhafte, unheimliche Rauch- und 
Staubwolke, die trotz des klaren wolkenlosen Sommerwetters die Sonne nicht zum Durchbruch kommen ließ. 
Die Zahl von 1500 festgestellten Gefallenen war im Vergleich mit früheren Angriffen bereits außerordentlich 
hoch, die Absicht des Feindes, einen vernichtenden Schlag zu führen, schon jetzt deutlich erkennbar. Dennoch 
hielten sich die eingetretenen Verluste und Schäden an diesem Tag und selbst nach den zweiten, dritten und 
vierten Angriffen, die unter anderen Gebieten auch Harburg und Wilhelmsburg trafen, bis zum 27. Juli noch 
einigermaßen in den erwarteten und befürchteten Grenzen. 

Erst der in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli mit mindestens achthundert Maschinen geflogene Großangriff (es 
war der fünfte der im Verlauf dieser Gesamtaktion gegen die Stadt geführten harten Schläge) schuf eine Lage, 
angesichts der sich alle Vorausberechnungen als menschliches Stückwerk erwiesen. Der Schwerpunkt lag 
diesmal in den Stadtteilen links der Alster, in Rothen-burgsort, Hammerbrook, Hohenfelde, Borgfelde, Hamm, 
Eilbek und zum Teil erneut in Barmbek und in Wandsbek. Durch einen Bombenteppich von unvorstellbarer 
Dichte wurde eine fast völlige Vernichtung dieser Gebiete in kürzester Zeit erreicht. Ausgedehnte Teile wurden 
in kaum einer halben Stunde in ein einziges Flammenmeer verwandelt. Als in der übernächsten Nacht vom 29. 



auf den 30. Juli durch den, gemessen an der Zahl der eingesetzten Flugzeuge und der abgeworfenen Munition 
schwersten und sechsten Angriff die Stadtteile Harvestehude, Rotherbaum, Eppendorf, St. Georg, Uhlenhorst 
und Win-terhude und nochmals Barmbek das gleiche Schicksal traf, da schien es, als sei die Hölle über der 
Millionenstadt entfesselt. Der sonnenklare Tag war fast zur Nacht geworden. Grauen und Verzweiflung packte 
die Menschen, die sich in wenigen Tagen in allen ihren Hoffnungen und Plänen übermeistert sahen. Das 
Schicksal, das Hamburg damals erlitt, übertraf an Umfang und Auswirkung - von der durch ein Erdbeben 
hervorgerufenen Feuersbrunst Tokios im Jahre 1923 abgesehen - jede Brandkatastrophe vergangener Zelten. 
Der Hamburger Brand von 1942, so heißt es in dem Geheimbericht des hamburgischen Polizeipräsidenten vom 
1. Dezember 1943, muß, selbst unter Berücksichtigung der damaligen Verhältnisse, ein schwaches Abbild des 
Hamburger Brandes von 1943 bleiben. Die Brandkatastrophen von Chicago und San Francisco, der Brand der 
Pariser Oper, alle diese Ereignisse, über die durch Zeltgenossen Schreckensszenen phantastischer und grausiger 
Art übermittelt wurden, verblassen vor dem Ausmaß und dem Einmaligen des Hamburger Brandes von 1943. 
Seine Furchtbarkeit offenbart sich in dem Heulen und Toben der Feuerstürme, dem Höllenlärm der 
krepierenden Bomben und den Todesschreien gemarterter Menschen, wie in dem eisigen Schweigen nach den 
Angriffen. Die Sprache versagt vor der Größe des Grauens, das zehn Tage und Nächte die 
-138- 

Menschen schüttelte und dessen Spuren unauslöschlich in das Gesicht der Stadt und der Menschen geschrieben 
wurden. 

Nach gewissenhaften amtlichen Schätzungen sind in jenen Tagen mehr als 1200 Minenbomben, 25 000 
Sprengbomben, 3 Millionen Stabbrandbomben, 80 000 Phosphorbrandbomben bzw. amerikanische 100-lbs- 
Flüssigkeitsbrand-bomben, 5000 Flüssigkeitsbrandbomben von 250 lbs. und 500 Phosphorkanister über 
Hamburg abgeworfen worden. Ein Stadtteil nach dem anderen sank mit unersetzlichem Kulturgut in Schutt und 
Asche. Die sich in der sommerlichen Hitze und Dürre und durch den raschen Ausfall der Wasserversorgung in 
kurzer Zeit bildenden Flächenbrände wuchsen sich bald zu riesenhaften Feuerglokken, in denen alles Leben wie 
in einer Falle gefangen war, aus. Über und in ihnen heulten, durch die sich jetzt steigernden 
Temperaturunterschiede von 600, 800 oder gar 1000 Grad Celsius entfacht, tosende Feuerstürme, die endlich zu 
einem einzigen Orkan zusammenschlugen. 

Vor ihm ward jede Rettungsmöglichkeit zunichte. Was menschlicher Vernichtungswille begonnen, vollendete 
die entfesselte Natur. Dicke Bäume bis zu einem Meter Durchmesser wurden glatt entwurzelt, glühende Balken 
flogen, neue Brandherde legend, schaurig durch die Luft. Kinder, durch die Naturgewalten von der elterlichen 
Hand gerissen, sah man wie Ast- und Laubwerk in das Feuer wirbeln. 

Menschen wie Fackeln, auf dem Asphalt brennend! Frauen, Männer und Kinder, die sich nach oft furchtbarem 
Kampf noch aus der Hölle der glühend heiß gewordenen Keller und Bunker zu befreien vermocht hatten und 
sich nun auf der Straße gerettet glaubten, fielen von der alles vernichtenden Gewalt der Hitze betäubt zu Boden 
und starben in Augenblicken. Bald waren die Straßen mit Hunderten von Leichen bedeckt. Was sich an 
Schreckensszenen in den in großer Zahl verschütteten Luftschutzräumen abspielte, das zu ermessen oder zu 
beschreiben wird keiner menschlichen Phantasie jemals gelingen. Auch in den wenigen nicht vom Feuer 
heimgesuchten Gebieten herrschte das Grauen. Alle Farben der mit feinstem Aschenstaub bedeckten Vegetation 
waren wie erstorben. Brandgeruch erfüllte die ganze Stadt. Als sich nach dem siebenten, infolge eines Gewitters 
mit wolkenbruchartigem Regen nicht voll zur Auswirkung kommenden letzten Angriff in der Nacht vom 2. auf 
den 3. August das große Schweigen endlich auf die in weiten Teilen verödete Stadt herabsenkte, waren von 
rund 556 000 Einzelwohnungen mehr als 250 000 vollständig zerstört, hatten rund 48 000 Menschen ihr Leben 
gelassen. Fast eine Million, das war mehr als das Zehnfache der Zahl, auf die man sich vorsorglich im äußersten 
Falle eingestellt hatte, befand sich alsbald auf der Flucht. Zahlen können eine auch nur annähernd richtige 
Vorstellung von der Größe dieser Katastrophe nicht vermitteln. Sie erlangen jedoch ein gewisses Leben, wenn 
man weiß, daß die Verluste der britischen Insel durch Bomben und V- Waffen auf 60 000 Personen 
-139- 



geschätzt werden. Danach hatte Hamburg allein in dieser einen Schlacht in wenigen Tagen vier Fünftel aller 
Toten zu beklagen, die das gesamte englische Mutterland während des ganzen Krieges durch Luftangriffe und 
V-Waffen-Beschuß verlor.« 
Nicht genug Särge für Hannover 

Walther Lampe berichtet im Heft 9/12 des Jahrgangs 1943 der Niedersächsischen Zeitschrift »Heimatland«: 
»Erst im Jahre 1943 konzentrierten sich die Luftangriffe bewußt auf Hannover. Der große Tagesangriff vom 26. 
Juli 1943 nahm uns den Marktkirchenturm, das Leineschloß, das schöne Hoftheater und das alte Cafe Kröpcke. 
Wem stand da nicht bereits das Herz still! Am 22. und 27. September 1943 folgten die schweren Angriffe, von 
denen die Südstadt, Grasdorf, Laatzen, Wülfel, Döhren, die Liststadt und die nordöstlichen Vororte, vor allem 
Langenhagen, Buchholz und Bothfeld getroffen wurden. 

So sehr uns auch das Schicksal derer am Herzen lag, die von diesen Angriffen auf das schwerste betroffen 
wurden und Gut und Leben dabei verloren, nichts griff uns so ans Herz und erschütterte uns so bis aufs Mark 
wie der vierte große Luftangriff auf Hannover im Oktober 1943. Der Abend des 8. Oktober 1943 war einer der 
letzten schönen, fast sommerlichen Abende. Ich befand mich auf dem Herdabend des Heimatbundes 
Niedersachsen in der alten traulichen Weinstube von Ahles Sohn in der Mittelstraße. Wir brachen wegen des 
möglichen Alarms früher auf, und ich fuhr noch einmal mit dem Fahrrad ganz gemessen die Calenberger Straße 
hinunter mit ihren herrlichen Fachwerkhäusern, vor allem dem Vezinsdien- und Wallmoden-Haus, bog in die 
Rote Reihe ein mit dem köstlichen harmonischen Gebäude des ehemaligen Britischen Hotels und der schönen 
Neustädter Kirche, kam an den Häusern Am Berge mit dem zierlichen, mit Weinlaub umrankten Hause von 
Karl Philip Moritz, dem Freunde Goethes, vorüber. In allen höchst anmutig aufeinander abgestimmten 
Fachwerkhäusern mit ihren bündig eingesetzten Fenstern spiegelte sich der Mond und warf ein eigentümlich 
bleiches Licht zurück. Wie kannte ich jede alte schöne Barocktür, jedes Oberlicht, jede wohlgeformte Türklinke 
an diesen Häusern! Links war der respektvolle Bezirk der barocken Clemenskirche. So kam ich zum Clevertor, 
erfreute mich noch einmal des stattlichen Simonschen Palais, der Rosenbergschen Villa mit ihrem schönen Park 
und des alten Fachwerkhauses der Fröbelschule. So zog ein guter Teil des alten Hannover, mit dem Tausende 
von Erinnerungen verbunden waren, für immer unvergessen noch einmal an meinem Auge vorüber. 
Zunächst kam blinder Alarm, nach Mitternacht nochmals. Die Flieger schienen Hannover zu überfliegen, 
wurden in Gardelegen und Stendal gemel- 
-140- 

det, drehten plötzlich, und was dann geschah, erfüllte jeden mit Entsetzen. Was im weiten Bezirk der Stadt, vor 
allem in der Altstadt, in jenen Schreckensstunden vor sich ging, konnte man nur ahnen. Denn jeder hatte mit 
sich, den Seinen und seiner Habe zu tun und war dabei oftmals völlig auf sich allein gestellt. Aber aus der 
Tatsache, daß man sich vor einem undurchdringlichen Rauchring befand, der kaum die Feuerröte des Himmels 
erkennen ließ, hinter dem aber ein Feuermeer wütete, und aus der Tatsache, daß in meiner Wohngegend die 
Reste vom alten Traindepot am Schneideberg brannten und die Zeug- und Wollballen wie glühende Körper 
durch den Sog in der Luft herumwirbelten, konnte man schließen, daß sich im Zentrum des alten Hannovers die 
Hölle aufgetan hatte. 

Beim ersten Morgengrauen - die Stadt selbst war in einen schwer lastenden Rauchmantel gehüllt, durch den 
auch die schönste und klarste Herbstsonne sich keinen Weg bahnen konnte - machte Ich mich wiederum zu Rad 
auf in die Stadt. Bis zum Königsworther Platz kam ich noch einigermaßen durch. Von da aber eröffnete sich ein 
Bild des Grauens und der völligen Zerstörung. Nicht nur, daß die ehemalige Königsulanen-Kaserne eingestürzt 
war, die stattlichen Häuser ringsum aus dem Beginn unseres Jahrhunderts loderten, der Palm, das Restaurant an 
der Ecke mit seiner Terrasse brannte, nein, es war auf der Straße ein Gewirr von Schienen, herabgefallenen 
Drähten, und Dachziegeln, umgestürzten Laternen, aufgerissenem Pflaster, heruntergebrochenem Gesims aller 
Art, daß ich mein Rad nur mühsam vorwärtsschieben konnte. Entgegen kam mir ein Strom von Menschen, die 
das Freie suchten, mit Sack und Pack, mit Kinderwagen, Karren und anderem Gefährt, mancher nur mit Mantel 
und Schal bekleidet, mit bleichen, verstörten, leidvollen Gesichtern, das Haar zerzaust, rauch- und 
brandgeschwärzt, hier und da bereits verbunden. Männer, Frauen, Greise und Kinder, alles schleppte sich ab mit 
der letzten geretteten Habe, manche zerlumpt, andere in vollem Staat, Frauen, die nur den kostbarsten Mantel, 
den Pelz gerettet hatten. Die Menschen mit Koffern, Kisten und Kasten sahen aus wie fahrendes Volk. 



Durch dieses Knäuel von Menschen und Gegenständen schob ich mich nur langsam hindurch. Allenthalben 
brannte es. Manche Häuser waren schon im Innern völlig ausgebrannt, der Rest verkohlte. Bei anderen setzte 
sich der rote Hahn gerade oben auf das Dach. Ich suchte Bekannte in der Gerberstraße auf. Hier waren die 
Wasserschläuche der Feuerwehr bis ins oberste Stockwerk gelegt. Ich wollte zupacken, man rief mir aber zu, es 
sei völlig nutzlos. So zog ich weiter über die Glocksee- und Humboldtstraße, die völlig verwüstet aussah, in die 
Dachenhausenstraße. Vom Friederikenstift stand äußerlich noch das meiste. Aber das schöne, von Laves 
erbaute Haus Nr. 2 in der gleichen Straße war nur noch zum Teil vorhanden. Ich eilte die Freitreppe hinauf in 
die offenen Räume des Erdgeschosses - ein Haushalt, der mir vertraut war - rettete noch 
-141- 

einige Zinngefäße, persönliche Bilder und Kleinigkeiten aus der Wohnstube. Ich glaubte, noch einmal 
umkehren zu können, um erneut die Hände zu füllen, da brach kurz nach meinem Verlassen des Hauses der 
hohe Balken über der Tür brennend hinter mir ein und hätte mich beinahe erschlagen. Ich verstaute das 
Gerettete, eilte zum Neustädter Markt. Da war das Gebäude des Landeskirchenamtes hell in Flammen und 
bereits bis zum Hochparterre abgebrannt. Der Hausmeister mit Familie saß neben geretteter Habe auf dem 
Markt am Duvebrunnen. Die Söhne hatten vom Brande völlig verquollene gerötete Augen. Die Feuerwehr 
löschte mit vollem Strahl. Ich hoffte, daß sich Keller und Hochparterre noch retten ließen, wohin wenige Tage 
zuvor wertvolles Archivgut zusammengetragen war, das ausgelagert werden sollte. Ich feuerte die Wachen an, 
die auch ihr Möglichstes taten, aber auch hier war letzten Endes alles zwecklos. Welche Erinnerungen hingen 
an diesem Hause! 

So ging es ringsum mit allen Fachwerkbauten der schönen alten Schloß-und Hirsch-Apotheke mit ihren 
historisch emmaligen Einrichtungen, dem Geburtshaus von Leisewitz - sie waren nicht mehr! 
Inzwischen war es Tag geworden. In das Innere der Altstadt konnte man nicht. Die engen Straßen waren durch 
Trümmer und durch Brandwachen versperrt. Überall der gleiche beizende, schwelende Geruch. Ich selbst vom 
Zupakken geschwärzt, durch das Mitfühlen und den Schmerz und den Gedanken an die Not der Mitmenschen 
und an den Verlust all dessen, was man an Kunst-und Kulturwerten geliebt hatte, zu Tode müde und 
zerschlagen! Das Herz fing an zu versteinern. 

Ich hielt mich am Rande der Altstadt, aber auch da war nichts mehr vorhanden. Man ahnte nur dumpf die 
ungeheuren Ausmaße der Verluste. Alles war noch nicht faßbar. Ich sah nur in der Friedrichstraße, daß die alten 
Fachwerkhäuser gegenüber dem Rathaus nicht mehr standen, die Aegidienkirche bereits ausgebrannt war; die 
ganze Gegend bis zum Aegidientorplatz war wie weggefegt, der Loccumer Hof ebenfalls. Ich eilte zum 
Wilhelm-Busch-Haus, am Georgsplatz. Auch da hatte die Nacht schon ihre Tat vollbracht, es stand brennend in 
den letzten Mauerresten; ebenso völlig ausgehöhlt mein liebes Schulgebäude, das Schillerdenkmal davor noch 
heil. Ich sah in den Schiffgraben und entdeckte das Haus, in dem der Heimatbund Niedersachsen seine Ge- 
schäftsstelle hatte. Auch sie war mit ihrem reichhaltigen wertvollen Material restlos vernichtet. Die Häuser in 
der Georgsstraße waren dahin, vor allem die schönen alten Häuser, wie die von Weitz und Lahmeyer. Einsam 
stand die Kröpcke-Uhr. So ging es fort bis zum Steintor. Die Passage war zur Hälfte zerborsten. An dieser Ecke 
loderte das Feuer. Hier wie allenthalben brannte und flackerte es. Man schmeckte förmlich diesen Rauch, der 
über das Leichenhafte hinzog. Ja, noch nach 8 Tagen schwelte es fort. Sie ging es mit der ganzen Langen 
Laube. Immer konnte man sich nur sagen: "Auch das, also auch das!" 
-142- 

1 

i 

Das Haus der Väter war nicht mehr, der Neustädter Friedhof durchwühlt. So erreichte ich wieder, mit etwas 
freierem Atem, die Herrenhäuser Flur. Aber in mir und außer mir war eine Trostlosigkeit und Traurigkeit über 
die Not der Bevölkerung und die Zerstörung all dessen, was seit Jahrhunderten gestanden und uns erfreut hatte, 
die nicht zu beschreiben war. Es war des Schmerzes zuviel. Wie dem Sarg eines geliebten Menschen, den man 
in die Erde gesenkt hatte, sah ich auf dem Nachhauseweg nach der Stadt zurück. Die Sonne brach während des 
ganzen Tages nicht durch Rauch und Qualm hindurch. 



Als ich nach vielen Hilfeleistungen und mit zerschundenen Händen zu Hause ankam, waren schon Bekannte 
eingetroffen, die auf dem Wege über Hannover waren, aber vor den Toren Hannovers den Zug hatten verlassen 
müssen, da der unmittelbare Verkehr gesperrt war. Weiter kamen Bekannte, die Zuflucht bei mir fanden, 
solange ich noch im Besitz einer heilen Wohnung blieb. 

Sehr schwer lastete die Frage auf der Seele, wo die vielen Bewohner aus den vollständig ausgebombten 
Häusern geblieben waren. Hatten sie, mit feuchten Tüchern um Kopf und vor allen Dingen vor Mund und Nase, 
ja mit völlig angefeuchteten Kleidern, um sicher durch die Glut kommen zu können, rechtzeitig das Freie 
erreicht? Waren sie in die Maschwiesen, in die Ohe- und Leineniederung und in den Georgengarten entkommen 
und gerettet? Mancher hat es nicht schaffen können, mancher war vor Entsetzen erstarrt, war elendiglich im 
Rauch erstickt oder in den Flammen umgekommen. Ich weiß, wie Menschen sich im Keller sicher fühlten, dann 
aber doch beim Ausbrennen des Hauses von den Flammen erfaßt wurden, sich an die nicht recht durchgefeilten 
Stäbe der Kellerfenster klammerten und dort grausam wie lebende Fackeln verbrannten und bis zur völligen 
Unkenntlichkeit verkohlten. Die Reste wurden später auf den Rasen der Friedhöfe gebettet, und dort konnten 
die Angehörigen nur mühsam an einer Kette oder an sonstigen Merkmalen die Ihrigen erkennen. 
Wie viele Familien waren wohl auf Wochen und Monate auseinandergerissen! Manche waren gleich vor den 
Toren der Stadt aufgefangen und auf Wagen aller Art gepackt und ohne Zusammenhang in die nächsten Dörfer 
und heilen Städte gebracht. Niemand wußte, wohin ihn das Schicksal verschlug. Er entging wohl dem Tode, 
ging aber einem völlig Ungewissen Leben entgegen, oftmals buchstäblich mit einem Nichts behaftet. Größeres 
Gepäck hatte er nicht mehr mitschleppen können, oder es war ihm unterwegs abhanden gekommen. Manche 
waren kaum bekleidet und mußten von Kopf bis Fuß wieder neu ausgestattet werden. Erst lange Zeit danach 
fanden sich Zerstreute wieder und glaubten, einigermaßen wieder in Verhältnisse zu kommen, um notdürftig 
fortleben zu können.« 
-143- 

Ich werde nie vergessen 

In demselben Heft schildert ein Junge, wie er den alliierten Bombenmord erlebte: 

»Am Himmel fliegen leuchtende Geschosse auf, und mit einem Male ist das Dunkel erfüllt von brüllenden 
Geschützen. Meiner Sinne nicht mehr mächtig, greife ich nach meinem Mantel, der neben mir liegt. Die Mutter 
reißt die Türe auf, und ich stürze und stolpere hinaus, die Treppe hinunter. An den Wänden flammen Irrlichter 
auf, der Schein der explodierenden Granaten. Mein Körper ist ganz das Werkzeug meiner unfaßbaren Angst. 
Ich habe den Keller erreicht, ich falle nieder auf mein Ruhebett. Ich höre der Mutter Stimme. Ich besinne mich. 
Bei ihr fühle ich mich sicher. Ich sehe, daß ich nur im Schlafanzug bin, und bekleide mich. Hier unten hören 
sich die Geräusche furchtbar an. Es ist, als brülle eine gewaltige Stimme durch einen Trichter. Es hallt alles 
wider in den Gewölben der Keller: Das Sausen und Heulen der Bomben, das Brummen der Flugzeuge, beides 
übertönt von wütendem Geschützdonner. 

Der Vater schließt die schwere Eichentür. Innere Unruhe steigt wieder in mir auf. Bei der Mutter will ich mich 
trösten. Sie sitzt da, vorgebeugt, jeden Augenblidt bereit, auf mich zuzustürzen und mich mit ihrem Körper zu 
beschützen. Meine Augen treffen auf ein schredsverzemes Gesicht. Hilfesuchend blicke ich in des Vaters 
Antlitz: Die Lippen zusammengepreßt, die Augen starr auf die Tür - das Licht verlöscht mit einem furchtbaren 
Schlag. Es ist die Hölle. 

Fest halten wir uns umschlungen, keiner spricht. Die schwere Tür scheint offen zu sein: schrilles Klirren, 
dumpfe Schläge. Der Vater tastet sich nach dem schweren Hammer und beginnt, die Mauer durchzuschlagen. 
Man hilft uns von drüben, und die Lebensnot macht den Vater stark: Es ist ein Loch in der Mauer. 
Auch hier liegt das furchtbare Dunkel, durchdrungen von Wimmern, verhaltenem Schluchzen. Jemand betet. 
Fest hält mich die Mutter zu sich. Es will nicht enden. Minuten scheinen mir Stunden. Ein Mann kommt in den 
Keller. "Alles ist vorüber, die Flieger sind weg." 

Aber was donnert und braust? - "Es sind explodierende Bomben und das Knattern der Flammen." Wir gehen 
hinaus in den Garten. Viele Menschen stehen, liegen hier, mit wenigen geretteten Habseligkeiten. Taghell 
beleuchten Flammen das Elend. Dort eine junge Mutter über ihr Kind gebeugt, ein Greis liegt da, nur mit Hose 
und Hemd bekleidet. 



Wir sehen über die Mauer: Zwischen den Bäumen unseres Gartens erhebt sich das Haus, es scheint unversehrt. 
In wilder Freude eilen wir durch den Keller zurüdt. Die Eichentür ist aus dem Schloß gesplittert. Oben an der 
Straße 
-144- 

liegt auf den Stufen der offenen Haupttür eine Gestalt lang ausgestreckt. Eine alte Frau. Sie will nicht herein. 
Welches Schicksal mag sie dort hingetrieben haben? Endlich haben wir sie doch so weit, daß sie uns folgt. 
Mächtiger Sturm hat sich draußen entwickelt und treibt Funken durch die Luft. Die schwere Haupttür droht 
immer wieder aufzufliegen, denn das Schloß ist ebenfalls zerbrochen. Ich stelle mich dagegen. Durch das Gitter 
sehe ich draußen halbbekleidete Menschen vorbeilaufen, von Flammen beleuchtet, ihre wenige Habe tragend. 
Die Eltern gehen hinauf in die oberen Stockwerke. Ich schäme mich der Freude, daß unser Haus nicht zerstört 
ist. Habe ich mehr Recht als die da draußen? Weinend kommt die Mutter, auf dem Arm ein Bündel mit 
Bettwäsche. "Was ist?" "Das Feuer greift über!" Es ist ein verzweifelter Schrei. 

An der Türe kann ich nicht mehr stehen bleiben. Ich haste die Treppe hinauf. Das Nebenhaus brennt, wir hatten 
es nicht bemerkt. Es greift über auf unser Dach, und wir können doch nicht gegen das starke Element, das unser 
Haus ergreift, ankämpfen, wir wenigen. Wasser! - Zuwenig! 

Es geht nicht! Die oberen Zimmer füllen sich bereits mit Rauch. Noch einmal will ich die Orte sehen, wo ich 
froh und glücklich war. Irrend haste ich durch das Haus: Türen und Fenster sind herausgerissen. Schränke 
geöffnet, Bücher, Wäsche herausgestürzt. Dekorationen wehen zerfetzt nach draußen. Bilder liegen am Boden. 
Der große Spiegel über dem Kamin ist zertrümmert. Engelköpfe und Stuckblumen liegen auf der Erde. 
Verwüstung, Zerstörung. - Wir können nichts retten, alles muß verbrennen, wir können keine Möbel tragen, sie 
müssen verbrennen, denn das Treppenhaus sperren Trümmer. Dieser oder jener leichte Gegenstand, das 
Notwendigste, wird herabgeschleppt, aber auch das hört auf. 

Da, die Mutter eilt noch einmal in den Rauch, wir können sie nicht halten. Ich starre dorthin, wo sie 
verschwand. Mutter, komme wieder! Komm zurück! Minuten vergehen, mir ist es eine Ewigkeit. Mutter! - Sie 
kommt zurück, wankend. Sie hat eine Kassette in der Hand. Ich weiß nicht, was das ist. Der Vater stützt sie, 
und wir müssen endlich weichen. Zum letzten Mal überschreiten wir diese Schwelle. Wie schwer muß das den 
Eltern sein! 

Was ich fühle? - Ein erneuter Schock trifft mich: Ein herzzerreißender Schrei kommt an mein Ohr. Er kommt 

aus den Flammen. Ich kann kein Wort verstehen, aber es liegt in dieser Stimme: ein Verbrennender. 

Wir langen an der anderen Straßenseite an. Wir lassen uns auf einen Stein nieder zwischen Weinenden, 

Verzweifelnden. "Gott, rette uns aus dieser Not!" -»Es gibt keinen Gott. Ließe er das zu?" 

Und einer teilt mit dem anderen das letzte Stück Brot. 

"Kommt", sagt der Vater. Ein letzter Blick nach dem verbrennenden Hause, ein letzter Blick. - 
-145- 

Wir schleppen uns zwischen den Menschen und ihrer letzten Habe hindurch. Feuerfunken fliegen um unsere 
Köpfe. Wir ziehen durch flammende Straßen, der Schrei der Verbrennenden gellt in meinen Ohren, und nie 
wird er verhallen. Nie!« 

Hannover wurde sogar noch am 25. und 28. März 1945 schwer angegriffen, etwa 7000 Hannoveraner wurden 
durch die alliierte Flächenbombardierung unter den Trümmern ihrer Stadt begraben; die Einwohnerzahl von 
Hannover war bei Kriegsende von 472 200 auf 217 000 abgesunken. 
Die offiziellen Protokolle der Stadtverwaltung sprechen eine erschütternde Sprache: 

Dezernenten-Besprechung vom 14. Oktober 1943 Die erste nach dem 9. Oktober 

» .. .Der Stadtbaurat berichtete, auch die Frage wegen der Beschaffung der Särge sei nunmehr gelöst. 
Ursprünglich habe er 3000 Särge über die Tischlerinnung in Auftrag gegeben. Dann sei aber eine Anordnung 
von oben her gekommen, wonach die Beschaffung der Särge dem Bestattungsgewerbe übertragen worden sei. 
Zu diesem Zweck sollten 10 000 Särge in der Provinz bereitgehalten werden. Diese Verpflichtung sei nicht 
eingehalten worden. Durch den Reichsinnungsverband des Tischlergewerbes würden heute 600 Särge aus der 



Umgebung mit Lastkraftwagen herangeholt; außerdem würden morgen durch Vermittlung der Reichsstelle in 
Berlin 2000 Särge auf dem Bahnhof in Wülfel ankommen. Femer seien 100 Särge aus Lage in Lippe 
herangeholt und noch weitere 500 Stück in Auftrag gegeben. 

... Der leitende Regierungsdirektor teilte mit, der Gauleiter habe gestern entschieden, nicht identifizierte 
Leichen laufend einsargen zu lassen ... « 

Dezernenten-Besprechung vom 15. Oktober 

» ... Der Stadtbaurat berichtete, daß bis jetzt 240 Särge eingetroffen seien. Er habe die Firma M. heute 
veranlaßt, nochmals bei den Reichswerken Hermann Göring wegen der 2000 Särge nachzufragen, die angeblich 
abgeschickt sein sollten. Auf die Frage des Leit. Reg. Direktors, wie viele Leichen noch un-eingesargt seien, 
wurde erwidert, daß es sich schätzungsweise um 600 handeln könne. 

Der Stadtmedizinalrat teilte weiter mit, daß die Zahl der Schwer- und Schwererverletzten mit etwa 6000 

anzunehmen sei. Medikamente und pharmazeutische Artikel seien genügend vorhanden.« 

-146- 

Dezernenten-Besprechung vom 17. Oktober 

» ... Es wurde berichtet, daß inzwischen 350 Särge eingetroffen seien. Ein Waggon sei in Langenhagen 
angekommen. Außerdem seien 400 Särge aus Magdeburg unterwegs, so daß morgen genügend Särge 
vorhanden sein würden. Die Zahl der beim letzten Luftangriff Gefallenen habe sich bislang auf 1002 erhöht ... « 

Dezernenten-Besprechung vom 18. Oktober 

» ... Es solle festgestellt werden, wieviel Wohnraum in der Stadt zerstört sei. Die Schätzungen schwankten 
bisher zwischen 50 und 60 v. H. ... « 

Dezernenten-Besprechung vom 19. Oktober Nach einem neuen Angriff am Abend des 18. Oktober 
»... Der Stadtbaurat führte aus, daß er noch keinen vollständigen Überblick habe gewinnen können. Bei der 
Hanomag sei allerlei getroffen. In Linden und Limmer sowie im Gebiet der Königsworther Straße und im 
Herrenhäuser Stadtteil seien viele neue Schäden entstanden, unter anderem seien getroffen die Pumpstation an 
der Königsworther Straße, die Technische Hochschule, das Schloß in Herrenhausen sei abgebrannt, auch das 
Parkhaus sei zerstört. Ferner seien das Krankenhaus Nordstadt und die Landesfrauenklinik getroffen. Auch im 
Lister Viertel seien wieder neue Zerstörungen angerichtet. Von neuem seien Isernhagen und Langenhagen 
getroffen. Besonders sei das Alters- und Pflegeheim in Langenhagen in Mitleidenschaft gezogen. 
... Dort sei alles bis auf das Haus I zerstört; auch die Küche sei nicht mehr vorhanden. Bei dem letzten Angriff 
habe es dort vier Tote gegeben; augenblicklich habe man in dem Heim 210 Obdachlose, die aber heute abend 
noch fortgebracht werden sollten. Er brauche dazu sofort zwei Lastwagen und morgen wahrscheinlich vier... 
... Stadtrat Seh, berichtete, daß von 233 Bäckerelen 111 ausgefallen seien; 

von 140 Schlachtereibetrieben seien 44 ausgefallen. In der Umgebung Hannovers sei viel Vieh getötet worden. 
Man müsse sehen, daß dieses Vieh möglichst zum Schlachthof gebracht würde.« 

In der Beratung mit den Ratsherren am 26. Oktober 

»Der größte Teil der Krankenhäuser sei zerstört... In der ersten Zeit nach dem Luftangriff vom 8./9. Oktober 

habe die Beerdigung der Gefallenen Schwie- 

-147- 

rigkeiten bereitet. In der Zwischenzeit habe man aber so viele Särge bekommen, daß die Gefallenen sämtlich 
hätten beigesetzt werden können. Die genaue Zahl der Gefallenen stehe noch nicht fest. Bisher seien 1 162 Tote 
gemeldet worden. 1500 Gefallene seien bislang auf den städtischen Friedhöfen beigesetzt worden. Leider müßte 
damit geredinet werden, daß unter den Schuttmassen noch Verschüttete liegen.« 



Tod durch Ersticken 



Vom 22. Oktober 1943 an wurde Kassel angegriffen. Die Toten der Stadt mußten mit 45 Lastwagen zu den 
Massengräbern gebracht werden, die von Baggern ausgehoben wurden. Im Bericht des Polizeipräsidenten hieß 
es unter anderem: »Als Todesursache wurde festgestellt: bei 70 % Tod durch Ersticken; 

bei 15% Tod durch äußere Gewalteinwirkung; bei 15% Verkohltgeborgener konnte die eigentliche 
Todesursache nicht mehr festgestellt werden.« 

Die Toten mußten, da nicht mehr genügend Platz zur Verfügung stand, in zwei Schichten übereinander 
beigesetzt werden. 

Darmstadt wurde in der Nacht vom 11. zum 12. September 1944 vernichtet. Die Zahl der hier Verbrannten wird 
auf 12 000 bis 15 000 geschätzt. 

Das »Darmstädter Tagblatt« brachte am 26. Februar 1964 eine Dokumentation über die Ursachen, die im 
besonderen zur Bombardierung Darmstadts führten. Professor Dr. Alwin Walther, Leiter des Instituts für 
praktische Mathematik an der Technischen Hochschule Darmstadt, hielt auf der Jahrestagung der Vereinigung 
von Freunden der Technischen Hochschule Darmstadts schon 1962 eine Rede, in der er sich mit den Gründen, 
die zum Angriff auf Darmstadt führten, auseinandersetzte. Professor Dr. Walther sagte: 

»Nach dem Krieg entstand das Gerücht, der vernichtende Bombenangriff auf Darmstadt sei durch die Tätigkeit 
der Hochschule für Peenemünde verschuldet worden. Diese Vermutung wurde von der Royal Airforce, die den 
Angriff ausgeführt hatte, auf Anfrage nicht bestätigt. Gemäß der Antwort gehörte der Angriff vielmehr zu einer 
systematischen Bombardierung des Hinterlandes, um die britische Arnheim-Nymwegen-Offensive durch 
Fallschirmtruppen zur Erzwingung des Rheinüberganges zu unterstützen.« 

Das »Darmstädter Tagblatt« brachte in der Nummer auch Aufklärung, wie der Plan für den Luftangriff auf 
Darmstadt entstand: 

»Auf Band aufgenommen und aufbewahrt hat der britische Schriftsteller und Militärhistoriker David J. Irving 
ein Telefongespräch mit Geschwaderkommodore M. K. Sewell in Horsham, Sussex, Padwick Road 10, 
Danehurst-Park. In dieser Unterredung, die am 2. Oktober 1962 geführt worden ist und die sich hauptsächlich 
mit der Bombardierung Dresdens beschäftigte, wird auch die Frage aufgegriffen, warum der Luftangriff auf 
Darmstadt erfolgt ist. 
-148- 

Der Geschwaderkommodore berichtet, daß er 1944 in einem Hause wohnte, in dem auch geflüchtete Opfer des 
nationalsozialistischen Regimes untergekommen waren. "Sie waren vor 1938 hierhergekommen. Sie fragten 
mich eines Tages, warum wir nicht Darmstadt bombardiert hätten." 
Irving: "War das wegen der V-2-Arbeiten?" 

Sewell: "Nein, nein, es war die normale Stadt gemeint; sie hatten gedacht, herausfinden zu können, was dort 
vorgegangen ist, und ich war zu jener Zeit im Luftfahrtministerium für Bombertaktik; ich erwähnte einem der 
Leute des Zielauswahlkomitees gegenüber: Warum haben wir Darmstadt noch nicht bombardiert? - Er 
antwortete: Wir wissen gar nichts von dort! - So ging ich zurück zu meinen Nachbarn und erfuhr von ihnen, daß 
- wenigstens 1938 -viel Vorbereitungen für die Herstellung optischer Geräte - Unterseeboot-Op-tik - und solche 
Sachen - Linsen - gemacht wurden. Ich gab diese Auskunft an das Luftfahrtministerium weiter; und innerhalb 
von ein paar Monaten wurde der Angriff festgesetzt.. ."« 
Pforzheim wird sogar noch am 23. Februar 1945 angegriffen. 

Die »Pforzheimer Zeitung« veröffentlichte am 23. Februar 1960 einen Bericht über jene grauenhaften 22 
Minuten, in denen 17 000 Pforzheimer ermordet wurden. 

»Dem Angriff, der am 23. Februar 1945 um 19.48 Uhr begann, ging ein Tag, wie sie damals üblich waren, 
voraus. Seit dem frühen Morgen bestand Luftgefahr, die sich von Zeit zu Zeit in "akute Luftgefahr" wandelte, 
zur "Vor-warnung" und nur in den frühen Abendstunden zur "Entwarnung" wurde. So konnten Gott sei dank 
Tausende von Berufstätigen die Betriebe verlassen, die Züge und Omnibusse die Auswärtigen aus der Stadt 
bringen. Meist kreisten während des Tages Einzelflieger über der Stadt, am Nachmittag wurde sie von einem 
kleinen Verband in Ost- West-Richtung überflogen, Bomben fielen keine. 

Dann ertönte im Radio der gefürchtete Kuckucksruf. Der Einflug einiger Flugzeuge aus dem Raum Hagenau, 
dann eines kleinen Verbandes mit Flugrichtung Stuttgart wurde gemeldet. Es wurde »öffentliche Luftwarnung" 
gegeben. Als starke Verbände ebenfalls mit Flugrichtung Stuttgart angekündigt wurden, ertönte kurz nach 19.45 



Uhr die Sirene "Akute Luftgefahr". Starkes Motorengeräusch einzelner Flugzeuge, die den Angriffsraum durch 
"Christ-bäume" absteckten, wurde hörbar. Dann erfolgte ungefähr um 19.50 Uhr der Großangriff, in dem über 
17 000 wehrlose Menschen den Tod fanden, Unzählige zu Krüppeln, Waisen, Heimatlosen und Bettlern 
wurden. Die Vernichtung wurde von Osten in mehreren Wellen von 368 Maschinen der britischen Luftwaffe 
herangeflogen, 361 Lancasters und 7 Mosquitos waren von Flugplätzen in Yorkshire, Lincolnshire und East 
Anglia gestartet. 
-149- 

22 Minuten lang wurden auf Pforzheim Luftminen, Sprengbomben und Brandbomben, Phosphorkanister, 
Flammstrahlbomben mit einem Gesamtgewicht von rund 1575 Tonnen geworfen. Darunter waren 330 
Luftminen bzw. Sprengbomben zu je 36 Zentner. Die Angaben über die Zahl und Art der eingeflogenen 
Bomber, über die Startplätze, über das Gewicht der abgeworfenen Spreng- und Brandmassen beruhen auf einer 
Mitteilung des britischen Luftfahrtministeriums. Die erste Sprengbombe fiel in das Gaswerkgelände. Dann 
blieb in einer Länge von drei Kilometern kein Stein auf dem anderen. Die Brandbomben wurden noch weit 
hinausgestreut, so daß auch viele an und für sich abgelegene Häuser abbrannten. Verschont blieben die 
Siedlungen am Stadtrand, vor allem im Norden und Westen. Es entwickelte sich ein riesiger Flächenbrand, der 
zum Feuerorkan wurde. Schon nach zehn Minuten hatte er seinen Höhepunkt erreicht. Es ist bezeichnend für 
seine Gewalt, daß in Stutt-gart-Degerloch z. B. Briefbogen eines Pforzheimer Arztes gefunden wurden. Die 
Menschen, die ihr Leben nicht gleich beim Bombenhagel durch einen Volltreffer lassen mußten, erstickten in 
den Kellern oder auf der Flucht durch das Feuermeer. Wenige konnten sich aus dem Stadtinnern an die Enz 
retten. Manchen glückte es, doch drohte ihnen dort von den entfesselten Wassern des beschädigten 
Nonnemühlwehres der Tod. Während des Angriffes war an eine Hilfeleistung nicht zu denken. Auch gleich 
danach konnte keine systematische Bekämpfung im Innern durchgeführt werden. Löschwasser war keines 
vorhanden, der Einsatz von Löschfahrzeugen war nicht möglich, da Schuttmassen von zwei bis drei Metern 
Höhe sämtliche Straßen deckten. Man mußte sich auf das Löschen am Stadtrand beschränken. 
Im Wehrmachtsbericht vom 24. Februar 1945 hieß es kurz über das Geschehene: "In den frühen Abendstunden 
richtete sich ein schwerer britischer Angriff gegen Pforzheim." 

In einer vom Statistischen Amt aufgestellten Bevölkerungsbilanz der Jahre 1939 und 1945 werden die einzelnen 
Stadtteile einander gegenübergestellt. Da werden z.B. 1939 im Viertel Marktplatz 4112 Personen angegeben, 
im Jahr 1945 lebte dort überhaupt niemand. Im Viertel Altstadt 5109 Personen, demgegenüber 1945 zwei 
Personen. Im Viertel Leopoldplatz 4416, im Jahre 1945 dreizehn. Im Sedanviertel 4220, im Jahr 1945 dagegen 
582 Personen. Die Bevölkerung der Stadt betrug im Jahr 1939 insgesamt 79 011 Personen, im Jahr 1945 noch 
42 226 Personen.« 

Selbst als der Krieg sichtbar entschieden war, wurde rücksichtslos welter bombardiert. Nicht nur am Rhein und 
im Westen, in der Nacht vom 17. zum 18. März wurde Würzburg zu drei Vierteln zerstört, am 22. März 
Hildesheim, in der Nacht vom 3. zum 4. April Nordhausen, am 14. April Potsdam. Erst am 26. April erging an 
das Bomberkommando die Weisung, das strategische Bombardement einzustellen. 
-150- 

Vorher aber, vom 13. zum 14. Februar 1945, wurde der Scheiterhaufen in Dresden aufgerichtet. Was hier 
geschah, ist praktisch unbeschreibbar. In dieser Stadt, in der sich Hunderttausende Ostflüchtlinge mit ihren 
Trecks, mit Pferd und Wagen drängten, in der Hunderttausende Versehrte in den Lazaretten un-tergebracht 
worden waren, hat sich die alliierte Grausamkeit selbst übertroffen. Sieben Tage, sieben Nächte brannte die 
Stadt. Axel Rodenberger hat in seinem Bericht über das Sterben einer Stadt »Der Tod von Dresden« 
beschrieben, wie man versuchte, mit den Leichenbergen fertig zu werden: 

»Gegenüber dem Kaufhaus Renner wurden Roste aus Eisenträgern errich-tet. Sie erhoben sich ein halbes Meter 
über dem Erdboden, Krematorien unter freiem Himmel. 

Man legte die Toten übereinander. Eine Schicht nach der anderen, so, wie man sie eben angefahren brachte. 
Wie wenig Platz ein toter Mensch doch beansprucht! Hunderte wurden zu Haufen getürmt. Ein Scheiterhaufen 
enthielt 450 bis 500 Menschen. Es schie-nen viel weniger zu sein. 



Jede Schicht wurde mit Benzin getränkt. Brennmaterial lag unter den Rosten. Ein Streichholz, ein winziges 
kleines Streichholz, entfachte das Feuer. Und dann loderten die Flammen empor. 

Alle jene jetzt unkenntlichen Menschen hatten auch ihr Schicksal gehabt und ihr Leben gelebt. Wahllos lagen 
sie übereinander. Soldaten in Uniformfetzen — in wie vielen Schlachten mochten sie ihren Mann gestanden 
haben? Männer in einst eleganter Kleidung, die noch den erstklassigen Schneider verrieten. Sicher hatte es das 
Schicksal bisher gut mit ihnen gemeint. Alte Männer und Frauen! Sonnenschein und trübe Wolken werden ihre 
Begleiter gewesen sein. Einfache Frauen, blonde Mädchen, Männer in Arbeitskleidung, Buben in kurzen 
Hosen, Mädel mit langen Zöpfen, Kleinkinder, Säuglinge. 

Fast behutsam wurden die Kinder von rauhen Fäusten hochgehoben und zu den Erwachsenen gelegt. Ihr 
Anblick erschütterte jeden, ganz gleich, ob Angehöriger einer feindlichen Nation oder Deutscher. Der Tod, der 
unbarmherzige Tod, hatte wahllos zugepackt. Er hatte nicht danach gefragt, als er die Leben an sich riß, ob 
jung, ob alt, ob sie vollendet oder unvollendet waren. Der Tod und die Bomben hatten gnadenlos Ernte 
gehalten. Eine traurige, eine furcht-bare Ernte. Nun waren sie alle, ohne Ansehen der Person, ohne Unterschied 
der Klasse oder Kaste, im Tode vereint. Zur gleichen Stunde hatten sie ausgelitten, und zur gleichen Stunde 
gingen sie gemeinsam in Flammen und Rauch auf. 

Kaum waren sie sich im Leben begegnet, und nun lagen sie still und dicht beieinander. Keine Blume würde 

jemals ihr Grab schmücken, kein Angehöriger konnte an ihren Gräbern weinen. 

-151- 

Helmkehrende Männer werden unter den Trümmern Dresdens ihre Frauen und Kinder suchen. Kinder ihre 
Eltern, Mütter vergeblich auf die Rückkehr ihrer Söhne warten. 

Dresden, das Massengrab unzähliger Flüchtlinge, wird niemals die Zahl und die Anonymität seiner Toten 
enthüllen können. Generationen wurden ausgelöscht, geflüchtete Einwohner ganzer Dörfer vom Tode 
überrascht. Keine Verwandten -werden nach ihnen fragen, weil auch sie sich unter den Opfern befinden. 
Die Scheiterhaufen loderten Tag und Nacht. Kilometerweit roch es nach verbranntem Fleisch, nach brennender 
Kleidung. Hügel von Knochenresten und Asche türmten sich auf. 

Man konnte die Stadt nur mit einer Gasmaske oder mit einem nassen Tuch vor Mund und Nase betreten. Der 
süßliche penetrante Geruch erzeugte Übelkeit und Erbrechen. 

Die Flammen loderten ohne Unterbrechung Tag und Nacht und Nacht und Tag. Und immer fanden sie neue 
Nahrung. Die Zufuhren wollten kein Ende nehmen. 

Die deutschen Einsatztrupps wurden laufend abgelöst. Die Grenzen des Erträglichen, des Zumutbaren waren 
weit überschritten.« 

Zynisch erklärte der britische Generalleutnant C. M. Grierson am 17. Februar 1945 in Paris in einer 
Pressekonferenz im Obersten Hauptquartier der Alliierten Expeditionsstreitkräfte in Europa: 
»Die Chefs der alliierten Luftwaffen haben endlich die seit langem erwartete Entscheidung getroffen, daß 
rücksichtslose Terrorbombardierungen der großen deutschen Bevölkerungszentren durchgeführt werden sollen, 
um damit Hitlers Schicksal schneller zu besiegeln.« 

Offener konnte das Verbrechen des alliierten Luftmordes gar nicht eingestanden werden! 

Freilich gab es auch in diesen schicksalhaften Jahren in England Männer, die sich mit all ihren Mitteln dieser 
verbrecherischen Flächenbombardierung deutscher Wohnviertel entgegenstellten. Es waren dies vor allem 
Bischof Bell von Chichester und der Unterhausabgeordnete der Labour Party Richard Rapier Stokes, die sich 
aber gegen die Taktik Mr. Lindemans und insbesondere gegen Premierminister Churchill und Luftmarschall 
Harris nicht durchsetzen konnten. 

Mit dem Massenmord in Dresden war allerdings die Grenze des Verbrechens erreicht. Nur der BBC bekannte 
sich in der Nachrichtensendung von 18 Uhr am 14. Februar 1945 zu der Vernichtung Dresdens mit folgendem 
Wortlaut: 

»Britische und amerikanische Bomber führten in der vergangenen Nacht 
-152- 

und an diesem Morgen einen jener schweren Schläge gegen Mitteldeutschland, die die alliierten Führer den 
Russen in Jalta versprochen haben. Während der Nacht sandte die RAF 800 Maschinen nach Dresden, der 



Hauptstadt von Sachsen, die vor dem Frontabschnitt der angreifenden russischen Truppen von Marschall 
Konjew liegt. Es handelte sich um den ersten schweren Angriff des Bomberkommandos auf diese große 
Industriestadt. Im Zentrum der Stadt wurden Brände von vernichtender Konzentration hervorgerufen.« 
Merkwürdigerweise stellt diese BBC-Meldung bis heute die einzige offizielle britische Erklärung zu der 
Vernichtung Dresdens dar. 

Man verdankt dem schon zitierten britischen Historiker Irving die Kenntnis, daß selbst Marschall Harris über 
den Befehl, Dresden zu vernichten, stutzig wurde. Er gab seinem Stellvertreter, Marschall Sir Robert Saundby, 
den Auftrag, festzustellen, warum Dresden plötzlich so wichtig sei. Aber Saundby konnte nur melden, daß die 
Abwehrabteilung über Dresden nichts wüßte als das, daß Dresden zur Zeit mit Hunderttausenden Flüchtlingen 
aus dem Osten überfüllt sei. 

Auf Grund dieser Nachricht rief Harris das Luftfahrtministerium an und verlangte Auskunft, warum Dresden 
denn bombardiert werden sollte. 

Als er den Hörer ablegte, sagte er zu Marschall Saundby: »Churchill selbst hat den Befehl gegeben.« 
Als sich Harris daraufhin auch noch mit Premierminister Churchill in Verbindung setzte, bestätigte dieser 
ausdrücklich den Befehl und erklärte, er müsse den Sowjets die britische Hilfsbereitschaft, jedoch zugleich auch 
die anglo-ameri-kanische Stärke demonstrieren. 

US-Generalmajor Edmund B. Hill unterrichtete in Moskau als Leiter der Luftwaffenabteilung der 
amerikanischen Militärmission den sowjetischen Generalstab offiziell, daß die 8. amerikanische Bomberflotte 
Dresden angreifen würde. 

Bevor die Piloten und ihre Kommandeure abflogen, erklärte Marschall Harris trocken: »Heute nacht werden wir 
Dresden angreifen, Gentlemen, ich selbst kann keinen Grund für diesen Angriff erkennen, aber er ist mir mit 
höchster Dringlichkeitstufe befohlen worden.« 

In der offiziellen »Geschichte der strategischen Luftoffensive gegen Deutschland« wird bestritten, daß die 
Sowjets von Churchill gefordert hätten, Dresden zu zerstören. Es heißt in der amtlichen britischen Darstellung 
kühl: »Es sind keine Beweise bekannt geworden, daß die Russen ausdrücklich um die Bombardierung von 
Dresden ersucht hätten.« 

Es steht also mit historischer Sicherheit allein nur fest, daß die Hunderttausende von Dresden sterben mußten, 

weil Churchill den Befehl zur Bombardierung der Stadt gab. 

-153- 

Wenige Wochen später, als das Kriegsende schon vor der Tür stand, wollte Churchill die Verantwortung dieses 
Massenmordes von Dresden schnell der Royal Airforce zuschieben, indem er am 23. März 1945 in einem 
Memorandum an Luftmarschall Sir Charles Portal schrieb: 

»Die Zerstörung von Dresden bleibt ein ernstes Fragezeichen in der alliierten Bombenkriegs-Politik. Mir 
scheint, daß der Augenblick gekommen ist, in dem die Frage der Luftangriffe auf deutsche Städte, die nur der 
Erhöhung des Terrors dienen, wenn wir uns auch anderer Vorwände bedienen, überprüft werden sollte.« 
Das war selbst Luftmarschall Portal zuviel. Er forderte kategorisch, Churchill, auf dessen ausdrücklichen Befehl 
der ganze Luftangriff auf die deutsche Zivilbevölkerung im allgemeinen und auf Dresden im besonderen 
durchgeführt worden war, solle dieses unzumutbare Memorandum zurückziehen. Darauf zog Churchill auch 
tatsächlich das Memorandum schweigend zurück. 

Mr. R. Crossman, während des Krieges Chef der politischen Kriegführung gegen Deutschland, schrieb über 
Dresden am 3. Mai 1963 im »New States-man«: »Diese Zerstörung von Dresden war eines jener Verbrechen 
gegen die Menschlichkeit, deren Urheber man in Nürnberg vor Gericht gestellt hätte, wäre dieses Gericht nicht 
in ein reines Instrument alliierter Rache verdreht worden.« 

Als die alliierte Flächenbombardierung deutscher Städte eingestellt wurde, waren über 13 Millionen Deutsche 
durch die alliierten Luftangriffe obdachlos geworden. Berlin verlor 43 % an Wohnraum; Hamburg 53,5 %; 
Essen 50,5 %; 

Düsseldorf 50,9 %; Bremen 51,6 %; Köln 70 %; Duisburg 64 %; Darmstadt 61,6 %; Dortmund 66 %. 

Zur Illustrierung der Vernichtung mag die Stadt Hamburg angeführt werden. Sie allein beklagte doppelt so viele 

Tote wie der ganze deutsch- französische Krieg 1870/71 an Gefallenen gefordert hatte. 



Trotzdem erfüllte diese gigantische Vernichtung die Erwartungen ihres teuflischen Erfinders, Mr. Lindeman, 
nicht. Der britische Wissenschaftler C. P. Snow berichtete darüber kurz: »Die Erfassung der Bombenschäden 
nach dem Krieg brachte zu Tage, daß sie nur ein Zehntel der Lindemanschen Schätzung betrugen.« 
Im wesentlichen wurde die deutsche Kriegsmaschinerie dadurch nicht getroffen, wohl aber die deutschen 
Mütter und die deutschen Kinder. 

Snow verdanken wir auch den einzigen Hinweis auf die Persönlichkeit des Erfinders dieses Massenmordes, 
Lindeman: »Es scheint, daß bis heute noch niemand weiß, welche Staatsangehörigkeit sein Vater besaß. Er 
kann Deutscher oder Elsässer gewesen sein. Möglich auch, daß er Jude war, doch bezweifle ich das.« 
-154- 

Als Churchill 1945 von der politischen Bühne abtreten mußte, hatte auch die Stunde Lindemans geschlagen. Er 
zog sich auf seinen Lehrstuhl nach Oxford zurück. 

Da das schaurige Werk getan war, wollte niemand die Verantwortung tragen, ja, der Versuch des 
Sichdistanzierens ging so weit, daß Marschall Harris nicht einmal in die offizielle Kriegsehrenliste 
aufgenommen wurde. 
-155- 

Meuchelmord von Frankreich bis Griechenland 
Partisanen schufen den Verbrecher-Krieg 

Partisanenbanden gab es keineswegs nur in der Sowjetunion. Vor allem auf dem Balkan, aber auch in 
Frankreich und in Italien operierten Partisanengruppen, die nahezu ausschließlich von Kommunisten geführt 
oder zumindest von ihnen gelenkt wurden. Dieser Mordkrieg provozierte raffiniert immer aufs neue jene 
deutschen Vergeltungsmaßnahmen, von denen heute noch jeder spricht. Die gemeuchelten Landser aber, deren 
meist qualvolles Sterben die Voraussetzung der deutschen Vergeltungsaktionen war, werden totgeschwiegen. 
Einige wenige Beispiele für diesen Mordkrieg in Frankreich: 

Im Februar 1944 fiel der Major der Ordnungspolizei W. bei Pontarlier südlich Saone verwundet in die Hände 
von Terroristen und wurde durch Genickschuß getötet. 

Am 10. Mai 1944 wurden drei deutsche Eisenbahner in Decazeville durch Genickschuß getötet. 

Am 1. Juni 1944 wurden in Figeac (Region Toulouse) mehrere deutsche Soldaten und zwei deutsche 

Eisenbahner erschossen aufgefunden. 

Am 6. Juni 1944 wird ein deutscher Soldat in Capdenac durch Genickschuß getötet. 

Um die gleiche Zeit wurden auf dem Bahnhof Mussidan (Dordogne) sechzehn Fähnriche der Luftwaffen- 
Erdkampfschule La Courtine überfallen und vierzehn von ihnen getötet; ihre Leichen wurden "aufs grausamste 
verstümmelt und geschändete 

Am 9. Juni fanden deutsche Truppen bei der Wiedereinnahme der Stadt Tülle die Leichen von 40 deutschen 
Soldaten mit eingeschlagenem Schädel und ausgestochenen Augen auf. Nach Augenzeugenberichten waren die 
Partisanen über die noch lebenden deutschen Soldaten mit schweren Lastwagen hinweggefahren und hatten sie 
bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Bei einem Toten wurde festgestellt, daß ihm beide Fersen durchbohrt und 
durch die Löcher ein Strick gezogen war. Offenbar war er auf diese Welse zu Tode geschleift worden. Bei 
vielen Toten wurden bis zu sechs Durchschüsse durch die Fußsohlen festgestellt. Die Begleiterinnen der 
Mörder hatten die Leichen besudelt, die zum Teil durch die geradezu unglaublichen Verstümmelungen gar 
nicht mehr identifiziert werden konnten. An der Friedhofsmauer von Tülle waren darüber hinaus 12 deutsche 
Soldaten von den Partisanen erschossen worden. 

Am nächsten Tag wurden in einem Wäldchen bei Naves, zehn Kilometer 
-156- 

nördlich von Tülle, weitere 62 tote deutsche Soldaten aufgefunden, darunter Sanitäter und Eisenbahner, die von 
den Partisanen mit Genickschüssen erledigt worden waren. 

Rudolf Krachmer schildert nachstehend, wie die französischen Partisanen deutsche Gefangene behandelten: 
»Ich gehörte als Unteroffizier und Funktruppführer der Korps-Nachrichten-Abteilung 466 an. Während der 
Rückzugskämpfe in Frankreich wurde ich mit meinem Funktrupp der Kampfgruppe des Oberst Krappmann in 



Chatillon/ Seine unterstellt. Die gesamte Kampfgruppe geriet am 10. September 1944 in Gefangenschaft der 
Chatilloner Partisanen und wurde in der Flugzeughalle von Chatillon als provisorisches Gefangenenlager 
untergebracht, zwei Wochen später in ehemaligen deutschen Wehrmachtsbaracken am Seineufer. Der Führer 
jener Partisanenabteilung war ein gewisser Barras (oder Barres) aus Chatillon, Schnaps- und 
Sprudelwasserfabrikant, der mit "Oberstleutnant" angesprochen werden mußte. 

Am 18. September etwa wurden auf Befehl dieses Partisanenführers und in seinem Beisein ungefähr 55 
Gefangene, darunter der verwundete Oberst Krappmann, zwei Hauptleute, ein Oberleutnant, ein Leutnant 
(Feldgendarmerie), Stabsfeldwebel, Oberfeldwebel, Feldwebel, Unteroffizier und Mannschaften, ausgesondert 
und abgeführt, angeblich in ein Straflager. Zwei Wochen später erfuhr ich von dem Bürgermeister des Dorfes 
Asniere-en-Montagne, wo ich bei einem Bauern arbeitete, daß in Chatillon 50 Allemands erschossen worden 
wären. Die Bestätigung darüber erhielt ich von Kameraden, die im Lager verblieben waren. Einer der 
ermordeten Hauptleute wurde einige Tage vorher gezwungen, einen geflohenen und wieder gefaßten 
Kameraden vor unseren Augen mit einer Maschinenpistole zu erschießen. 

Der Oberstabsarzt der ehemaligen Kampfgruppe Krappmann verbrannte Anfang Oktober verborgen gehaltenes 
Geld in der Offiziersbaracke. Er wurde dabei von einem Wachtposten beobachtet, der es dem 
Lagerkommandanten, einem französischen Feldwebel, meldete. Dieser kam sofort in die Baracke, untersuchte 
den Ofen, befahl dem Oberstabsarzt, mit hinauszukommen, stellte ihn vor einen der Uferbäume und erschoß ihn 
mit seiner Pistole vor den Augen unserer Kameraden. 

Ein Unteroffizier, der zu einem Arbeitskommando in dem Dorfe St. Vio-let bei Chatillon gehörte, äußerte sich 
gegenüber einem schikanösen Bauern, daß die Deutschen bald wiederkämen und er dann zur Rechenschaft 
gezogen würde. Der Bauer fuhr nach Ch. und meldete diese Äußerung dem obenerwähnten 
Lagerkommandanten. Dieser begab sich am nächsten Tag in das Dorf, stellte den Unteroffizier zur Rede und 
erschoß ihn dann auf dem Hofe des Bauern im Beisein der fünf übrigen Kameraden. 
Der als Dolmetscher und Arbeitsverteiler im Lager tätige ehemalige Adju- 
-157- 

tant der Kampfgruppe, Oberleutnant May, müßte hierüber Auskunft geben können, falls er noch lebt. Zeuge bei 
der Erschießung des Oberstabsarztes war der jetzige Finanzbeamte Erwin Gaber.« 

In Italien begann der Partisanenkampf mit der Landung alliierter Truppen, besonders nach dem Sturze Benito 
Mussolinis. Jedoch die Operationen waren bis zu Beginn des Juni 1944 militärisch bedeutungslos, auch wenn 
Hunderte deutsche und italienische Soldaten den Mordanschlägen zum Opfer fielen. Erst der Aufruf des 
Verrätermarschalls Badoglio, der vom britischen Feldmarschall Alexander gegengezeichnet war und zu dieser 
Zelt über die alliierten Rundfunkstationen verlautbart wurde, ließ den Partisanenkampf auch in Italien 
aufflammen. 

In diesem Aufruf hieß es unter anderem: »Greift die Kommandostellen und die kleinen militärischen Zentren 
an! Tötet die Deutschen von hinten, damit ihr euch der Gegenwehr entziehen könnt, um wieder andere töten zu 
können.« 

Der britische Historiker F. J. P. Veale schildert die damalige Situation in seinem Werk »Der Barbarei entgegen« 
wie folgt: 

»Als die Wahrscheinlichkeit einer deutschen Niederlage zur Gewißheit wurde, verstärkte sich der zuerst 
schüchterne Widerhall auf diese Aufrufe sehr schnell. Anscheinend kam er jedoch weniger von Badoglios 
Anhängern als von selten der italienischen Kommunisten. Tausende deutscher Soldaten wurden erstochen oder 
aus dem Hinterhalt erschossen, fielen Bomben oder Landminen zum Opfer. Die Italienischen Partisanen 
machten sich all die Überlieferung der geheiligten Methoden der spanischen Heckenschützen in ihrem Kampf 
gegen Napoleons Armeen zu eigen. Dazu kamen Neuerungen, wie Fallen, die aus den abgeschlagenen und auf 
Pfähle gesteckten Köpfen ermordeter Gefangener bestanden und bei Berührung eine verborgene Landmine 
auslösten.« 

Feldmarschall Albert Kesselring schrieb in seinem Buch »Soldat bis zum letzten Tag« dazu von deutscher 
Seite: 

»Die Individualität konnte sich austoben, das südländische Temperament tat das Seinige dazu. Wo die an sich 
überspitzt konstruierte vaterländische Auf-gabe" noch Hemmungen bestehen ließ, wußten sich die 



verbrecherischen Instinkte der Kriminellen in solchen zusammengewürfelten Haufen weitgehend 
durchzusetzen. So konnte die verabscheuungswürdige, hinterhältige Kampfführung Orgien feiern, zu der sich 
die Struktur des italienischen Raumes geradezu anbot. In kleineren Gruppen oder auch einzeln auftretend, 
wüteten die Banden hemmungslos; sie übten überall, im Gebirge wie in der Poebene, in den Wäldern wie auf 
den Straßen und bei Nacht oder Nebel - aber nie offen - ihre lichtscheue Tätigkeit aus. Diesen Gruppen sind in 
der Hauptsache die vielen Sabotageakte an Wehrmachtseinrichtungen, Lagern, Bahnen, Straßen, Brücken, 
Nachrichtenanlagen und die ebenso häufigen, gegen die Menschlichkeit verstoßenden Roheitsverbrechen 
zuzuschreiben. Es gibt in der Skala vom heimtücki- 
-158- 

sehen Abschießen, Erhängen, Ertränken, Verbrennen, Erfrieren, Kreuzigen, Martern jeder Art, Attentaten gegen 
einzelne und Gemeinschaften bis zu Brunnenvergiftung keines, das nicht einmal oder viele Male, ja laufend 
vorgekommen wäre. Der immer wiederkehrende Mißbrauch des "Roten Kreuzes" muß hier betont werden. 
Dies wurde erleichtert, da die Bandenangehörigen fast durchweg keine Abzeichen und ihre Waffen verborgen 
trugen oder auch völkerrechtswidrig deutsche oder faschistische Uniformen benutzten. Das Verpflichtende der 
"Uni-form" fehlte. 

Durch all das entstand auf der deutschen Seite erhebliche Unruhe, da der deutsche Soldat in den 
"bandenbesetzten" Zonen in jedem Zivilisten beider Geschlechter einen fanatischen Meuchelmörder vermuten 
mußte und aus jedem Haus angeschossen werden konnte. Daneben vollzog sich der Späh- und Alarmdienst 
unter Mitwirkung oder Duldung der gesamten Einwohner, wodurch die stete Gefährdung des deutschen 
Soldaten überhaupt erst möglich wurde. 

Zum offenen Kampf stellten sich die Banditen nur in ganz seltenen Ausnahmefällen; hatten sie ihre 
heimtückische Aufgabe aus dem Hinterhalt erfüllt oder mußten sie aus dem Gefühl der Unterlegenheit den 
Kampf abbrechen, so verschwanden sie als Bürger unter den Bürgern, oder als harmlose "Wald-läufer" im 
Gelände.« 

Die Überfälle aus dem Hinterhalt mehrten sich. Dank der ständigen aufhetzenden Ermunterungen Marschall 
Badoglios und seines Beraters Oberst Graf Montezemolo wuchsen die Partisanenbanden auf rund 100 000 
Mann an. 

Auf Grund der Meldungen der Heeresgruppen fielen ihnen allein vom Juni bis August 1944 in Italien 5000 Tote 
und rund 30 000 Verwundete und Verschleppte zum Opfer. 

Die furchtbarste und unmenschlichste Form des Partisanenkrieges überhaupt wurde in Jugoslawien erreicht. 
Hier hatte Tito mit der kommunistischen Partei Jugoslawiens in dem Augenblick, als der deutsch-sowjetische 
Krieg losbrach, die ersten Mord- und Sabotageüberfälle organisiert. Am 7. Juli 1941 proklamierte Tito den 
Untergrundkrieg gegen die deutschen Truppen und die antikommunistischen Kroaten, Serben und Slowenen. 
Tito gelang es sehr schnell, die weißen Partisanen, die hier mit den königstreuen Serben unter Draza Mlhallovic 
ebenfalls den Kampf gegen die Deutschen führten, in den Hintergrund zu drängen, und dank der Unterstützung 
vor allem durch das britische Königreich übernahm schließlich er den Mordkampf gegen die Deutschen auf 
dem Balkan. 

Nachstehende eidesstattliche Erklärungen ehemaliger Soldaten und Offiziere geben einen tiefen Einblick in die 
Methoden der Titopartisanen. Die meisten dieser Erklärungen wurden vor alliierten Militärgerichten im 
Verlaufe von Prozessen gegen deutsche Heerführer abgegeben. 
-159- 

Johann Kerbler, am 8. November 1947: 

»Ich gehörte dem A. N. R. 521 an, welches nach Beendigung des Balkanfeldzuges zum Instand- und 
Aufrechterhalten des Fernsprechnetzes in Jugoslawien eingesetzt wurde. Störtrupps in Stärke von einem 
Unteroffizier und 6 Mann waren in einer Entfernung von je 50 km auf der Strecke Belgrad - Nis aufgeteilt. Am 
29. 9. 1944 wurde der Störtrupp in Usce von Partisanen überfallen und verschleppt. Da Suchaktionen von 2 
Infanterieeinheiten ohne Erfolg verliefen, wurde durch unsere Kompanie ein Suchkommando in Stärke von dem 
Komp. -Chef, einem Lt., dem Hauptfeldwebel und 42 Mann zusammengestellt. Am 2. 10. um 5 Uhr früh fuhren 
wir auf 3 Lkw und zwei schweren Horch-Kübelwagen aufgeteilt von Belgrad ab. Kurz nach 1 1 Uhr durchführen 



wir Topola. Ungefähr 15 km nach Topola in Richtung Kragujevac führte die Straße in Serpentinen bergan. 
Selbe war sehr unübersichtlich, linker Hand von Maisfeldern, rechter von Busch- und Waldbeständen umsäumt. 
Im ersten Wagen saß der Komp. -Chef, der Lt., der Hptfw. und der Fahrer, dann folgte der erste Lkw, auf 
welchem ich mit 12 Kameraden saß. Anschließend kamen die zwei weiteren Lkw, und den Schluß bildete 
wieder ein Horch-Kübelwagen. Wir hatten eine Kurve hinter uns, als ein Schuß von links aus dem Maisfeld fiel. 
Nach ungefähr 5 Sekunden setzte dann schlagartig von beiden Straßenseiten schweres MG- und Gewehrfeuer 
ein. Unser Fahrer verriß den Wagen und fuhr in den rechten Straßengraben. Geschoßgarben durchbohrten die 
Bordwände. Ich spürte auf einmal glühendes Brennen im Rücken. Neben mir brach ein Kamerad von 
Gewehrkugeln getroffen zusammen. Andere rührten sich nicht mehr. Ich wollte über die rückwärtige Bordwand 
herunterspringen, bekam jedoch dabei einen Schuß in den rechten Oberarm. Somit war ich vom Anfang an 
kampfunfähig. Die anderen Kameraden, die den Wagen verlassen konnten, eröffneten das Feuer auf die 
Partisanen und schössen bis zur letzten Patrone. Inzwischen hatten sich die Partisanen im Schutz ihres MG- 
Feuers so weit herangearbeitet, daß es für sie ein leichtes war, die restlichen Überlebenden gefangenzunehmen. 
Ich wurde, da ich nicht gehen konnte, in eine Decke eingewickelt und von 4 Kameraden über einen Bergabhang 
talwärts getragen. Die Partisanen führten uns zu einer Waldlichtung, durch welche ein Bach floß. Wir mußten 
uns, 14 Mann waren wir nur mehr stark, auf der drü-beren Bachseite ins Gras setzen. Auf der anderen Seite 
standen auf der Böschung die Partisanen, mit der Teilung der uns und den Gefallenen abgenommenen 
Wertgegenstände beschäftigt. Auf Befehl eines Hauptmannes in serbischer Uniform, welcher anscheinend den 
ganzen Überfall geleitet hatte, verließen die Partisanen bis auf zwei und den Hauptmann die Lichtung. Die 
beiden Partisanen luden zwei 1. MG und brachten sie in Stellung. Die Laufmündung zeigte auf uns. Somit 
wußte jeder, was uns bevorstand. Unser Komp. -Chef, welcher auch mitgefangen wurde, trat zur Böschung vor 
und machte dem serbi- 
-160- 

sehen Hauptmann den Vorschlag, uns gegen gefangene Partisanen in Belgrad auszutauschen. Ein Mann von uns 
sollte mit mehreren Serben als Bewachung dazu nach Belgrad. Der serbische Hauptmann ging jedoch darauf 
nicht ein, auch dann noch nicht, als der Komp. -Chef ihm sein Ehrenwort gab, daß er durchsetzen würde, für uns 
14 Mann 140 Mann Partisanen freizubekommen. Als der Komp. -Chef weitersprechen wollte, wurde er mit 
vorgehaltener Pistole die Böschung hinab auf seinen Platz zurückgetrieben. Als er neben uns saß, nahmen die 
beiden Partisanen auf einen Wink des Bandenführers die MG auf. Unser Komp. -Chef forderte uns auf, wir 
sollten uns ruhig verhalten, es würde rasch vorbeigehen. In einer Entfernung von kaum 4 m brachten die beiden 
die MG gegen uns in Anschlag und rissen den Abzug durch. Ich ließ mich nach rückwärts fallen. Zwischen 
Belfern und Hämmern der MG-Garben tönten die immer lauter werdenden Schreie der getroffenen Kameraden. 
Geschosse surrten an meinem Kopf vorbei. Auf einmal fühlte ich einen harten Schlag an der rechten Hüfte und 
spürte, wie das Blut warm über den Schenkel lief. Der Hauptfeldwebel lag dicht neben mir, und ich verspürte 
sein Zusammenzucken, wenn er von einer Kugel getroffen wurde. Ich war bei vollem Bewußtsein und sah, wie 
sich meine Kameraden vor Schmerzen krümmten und wanden. Als die Partisanen die Magazine leer geschossen 
hatten, kamen sie die Böschung herunter, gingen von Mann zu Mann und setzten denjenigen, welche sich noch 
rührten, die Pistole an die Schläfen. Ich lag als letzter in der Reihe. Es ist mir nicht möglich, das Gefühl zu 
beschreiben, welches ich damals empfand, als der Kopf des Hauptfeldwebels herumgerissen wurde, der 
Pistolenlauf sich senkte, ein Schuß krachte und das Gesicht des Hauptfeldwebels auf einmal blutüberströmt 
neben mir ins Gras fiel. In mir kroch die Todesangst immer höher, und ich meinte, das Herz stünde still. Da 
verspürte ich einen harten Tritt an meiner äußeren Ferse. Mit meiner letzten Willenskraft hielt ich mich starr. 
Die Partisanen hielten mich für tot und entfernten sich. Erst nach geraumer Zelt, nachdem ich mich etwas erholt 
hatte, schleppte ich mich zur Straße hinauf. Die anderen 13 Kameraden waren tot. Ich hatte drei Schuß 
Verletzungen im Rücken, den Oberarmdurchschuß und eine Handgranatensplitterverletzung an der Wirbelsäule. 
Um 5 Uhr nachmittags traf eine Infanteriekompanie aus Kragujevac ein, welche mich nach Durchsuchung des 
Geländes mit ins Kriegslazarett Kragujevac nahm. Von dort wurde ich mittels Fieseier-Storch nach Belgrad 
gebracht.« 



Professor Dr. Eberhard Tangi, am 22. August 1947: 



Etwa im August 1941 wurde bei dem Dorfe Skela westlich von Belgrad ein Bautrupp einer Nachrichteneinheit 
in Stärke von etwa 20 Mann überfallen und überwältigt. Die gefangenen deutschen Soldaten wurden 
niedergemacht. Ein Unteroffizier, Bildberichter meiner Einheit, hat die Leichen nach Weisungen der mit der 
Untersuchung beauftragten militärischen Kommission photo- 
-161- 

graphiert. Ich habe die Bilder gesehen. Die Leichen wiesen neben vielen Verletzungen auch grauenhafte 
Verstümmelungen auf. Mit Rücksicht auf die Gräßlichkeit der Bilder wurde von einer Veröffentlichung 
abgesehen.« 

Theodor Jestrabek, am 11. August 1947: 

»Im September 1941 wurden 3 Soldaten meiner Gruppe, und zwar: der Gefreite Strelka, der Gefreite und 
Kraftfahrer Glaser, beide aus Wien, und der Gefreite Wagner aus dem Sudetenland, mit einem Lkw von Athen 
nach Belgrad in Marsch gesetzt mit dem Auftrag, Verpflegung für den Stab AOK 12 zu empfangen und nach 
Athen zu bringen. Der Lkw mit 3 Soldaten ist nicht mehr zurückgekehrt. Nach monatelangen Suchaktionen 
über die beteiligten Kreis- und Ortskommandanturen in Serbien erreichte meine Dienststelle etwa Mitte 1942 in 
Saloniki, wohin der Stab inzwischen verlegt worden war, ein Bericht der Kreiskommandantur Kragujevac 
folgenden Inhaltes: 

Der in Belgrad auftragsgemäß beladene Lkw mit den obengenannten 3 Soldaten hatte sich im September 1941 
von Belgrad in Richtung Kragujevac in Marsch gesetzt. Zufolge der bereits bestehenden Partisanengefahr 
schloß sich der Lkw einer Krankentransportabteilung an. In der Nähe von Kragujevac wurde die Kolonne von 
Partisanen überfallen, ein Teil abgesprengt, und laut Bericht von Augenzeugen, die sich während des Kampfes 
durchschlagen konnten, wurden insgesamt 21 Mann, darunter meine 3 Soldaten, überwältigt, von den 
Partisanen gefangengenommen und verschleppt. Nach wochenlangem Herumziehen wurden schließlich 20 
Mann, darunter ein Oberarzt und meine 3 Männer, bis aufs Hemd entkleidet, mußten sich selbst das Grab 
schaufeln und wurden von den Partisanen erschossen. Einem der gefangenen deutschen Soldaten gelang es, 
knapp vor der Exekution zu entfliehen. Auf Grund seiner Angaben bei der Kommandantur wurden dann später 
durch eine deutsche Abteilung der Ort der Exekution und die Gräber gefunden, die Leichen einwandfrei 
identifiziert und auf dem Heldenfriedhof bei Kragejuvac beerdigt.« 

Dr. Fritz Voigt, am 1. August 1947 

»Mehrfach erlebte ich Greueltaten der Partisanen. Ungefähr im Juli 1943 wurde ein Zug der Strecke Paracin — 
Zajecar von einer Partisanengruppe angehalten und sämtliche darin befindlichen deutschen Soldaten und 
russischen Werkschutzmänner herausgeholt. Der größte Teil von ihnen wurde aufs grausamste verstümmelt 
(Geschlechtsteile herausgerissen, Gesichter zerschlagen). 

Am 31. 10. 1944 wurden Essenholer und Krankenträger von meiner und der 15. Kompanie des Jag. Reg. 724 
von Angehörigen der 1. Proletarischen Befreiungsbrigade bei Cacak überfallen und gefangengenommen. Einige 
Tage später fanden wir die Leichen der Gefangenen in der Partisanenstellung wieder. Den Leichen sah man an, 
daß die Gefangenen ungeheuer gequält worden waren. Sie waren so zerschlagen, daß wir große Mühe hatten, 
sie zu identifizieren.« 
-162- 

Walter Meyer-Hübner, Hauptmann a. D. 
ehemaliger Kommandeur der II./A.R. 236 (162.1. D.) 
am 28.7.1947: 

»So erinnere ich mich an die bestialische Ermordung eines deutschen Soldaten meiner Abteilung in der Nähe 
des Klosters Pribic (Raum Karstadt - Laibach), dessen Leiche wir später auf das grausamste verstümmelt 
(Augen ausgestochen, Nase und Zunge abgeschnitten und mit zahllosen Dolchstichen massakriert) fanden. Zu 
99 % Wahrscheinlichkeit wird es zwei weiteren Kameraden, die mit ihm überfallen wurden, genauso gegangen 
sein, jedoch fanden wir ihre Leichen nicht. Besagtes Partisanenopfer fanden wir 2 oder 3 Tage später in einem 
Weinberg verscharrt. Vorgang war folgender: Das III./I. R. 303 hatte im Vorrücken ein Dorf auf einer 



Bodenwelle überschritten, ohne Feindberührung gehabt zu haben. Der vorgeschobene Beobachter meiner 1. 
Batterie konnte nicht gleich welter mit vorgehen, da er m. W. Befehl von der Feuerstellung bekam, die 
Fernsprechleitung abzubauen. Ein Störungssucher, der von der Feuerstellung zum V. B. geschickt wurde oder 
von einer Störungssuche wieder zu seinem V. B. zurückkehren wollte, wurde, da er ungesehen in Deckung 
einer Buschgruppe herankam, Zeuge eines grausam hinterlistigen Überfalls. 

20 bis 30 bewaffnete Männer verließen plötzlich, wie auf ein Signal, mehrere Häuser, die in unmittelbarer Nähe 
des letzten Standortes des V. B. lagen, und überrumpelten die ahnungslosen deutschen Soldaten. Der Zeuge 
hörte einzelne Schüsse und dann nur grauenhaftes Geschrei der Opfer. Ohnmächtig, seinen Kameraden helfen 
zu können, beobachtete er den Vorgang, in Deckung; 

atemlos vor Entsetzen kam er dann einige Stunden später in der Feuerstellung seiner Batterie an und meldete 
den Vorgang.« (Bei dem Ermordeten handelte es sich um den Unteroffizier Lohmann der l./A. R. 236.) 

Kurt Engelschall, am 22. Dezember 1947 

»Mir ist heute noch in Erinnerung, daß im Bereich der 173. Reserve-Division ein Offizier aus einem 
Eisenbahnzug herausgeholt, ermordet, nackt ausgezogen und verstümmelt wurde. Nach meiner heutigen 
Erinnerung sind diesem Offizier die Hoden abgeschnitten worden.« 

Gottfried Annuss, Oberstleutnant a. D. 
am 20. September 1947: 

»Zu Beginn unseres Unternehmens zur Säuberung der Lika Anfang September 1943 erfolgte ein Überfall auf 
einen Fernsprechbautrupp unserer Division im Raum SO Bihac, bei dem die Leichen der gefallenen Soldaten 
grausam verstümmelt wurden. Beim Stellungwechsel des Divisionsstabes habe ich diese Opfer am Tage darauf 
selber gesehen.« 
-163- 

Karl Winkelbrandt berichtete am selben Tag: 

»Die Grausamkeit der Kampfmethoden der Banden war für unsere Begriffe unvorstellbar. Beim Einsatz von 
Cazin Sommer 1944 wurden Leichen deutscher Soldaten aufgefunden, die nach Verwundung durch 
Kolbenschläge auf den Hinterkopf getötet, vollständig entkleidet und aller ihrer Wertsachen beraubt waren. In 
der Nähe von Bugojno wurde im Sommer 1943 ein kroatischer Angehöriger der Division, der von der Truppe 
abgekommen war, einige Stunden später auf häßlichste Art und Weise verstümmelt, durch Aufklappung der 
Bauchwand und Abziehen der Haut, aufgefunden.« 

Gerhard Volkert, am 16. September 1947: 

»Häufig wurden Lazarette und Lazarettzüge angegriffen, auf Sanitätskraftwagen geschossen, gefallene und 
schwerverwundete deutsche Soldaten, wie auch Kroaten, ihrer Uniform und persönlichen Gegenstände beraubt 
und durch Abschneiden der Ohren, Nasen, Finger oder der Geschlechtsteile verstümmelt.« 

Adolf Schmitzhübsch, Oberleutnant a, D. (Jäger-Regiment 721) 
am 22. September 1947: 

»Einen Einblick in die unmenschliche Kampfesweise der Banden konnte ich während meiner vorübergehenden 
Funktion als Begräbnisoffizier des Regiments gewinnen. Als solcher habe ich mindestens 30 Leichen deutscher 
Soldaten gesehen, die augenscheinlich vor ihrer Ermordung auf das greulichste verstümmelt worden waren 
(abgeschnittene Ohren, ausgestochene Augen, Tötung durch langsames Verbrennen, lebendiges Begraben, 
Einrammen von angespitzten Pfählen in Unterleib und After usw.). Beraubt wurde jeder gefangene und 
gefallene deutsche Soldat. Das Rote Kreuz wurde von den Banditen nicht geachtet, ich selbst habe Überfälle auf 
Sanitätskraftwagen, Verbandplätze und Verwundetentransportflugzeuge erlebt.« 

Otto Witscher, Hauptmann a. D. am 18. September 1947: 

»Gelegentlich des Überfalles auf Banja Luka in der Silvesternacht 1943/44 befand sich ein Mann meiner 
Kompanie grippekrank in der Krankenstube in Banja Luka. Alle Insassen der Krankenstube wurden von den 



Banden aus ihren Betten geholt und in einem anliegenden Hof erschossen bis auf einen, der sich nach einer 
erhaltenen Verwundung tot stellte und kurz darauf befreit wurde. Die Vernehmung dieses Mannes habe ich 
seinerzeit selbst einsehen können.« 
-164- 

Hermann Wissmann (Gebirgsjäger-Feldersatzbataillon 79) 
am 8. Oktober 1947: 

»Am 8. Oktober 1944 früh machte ich einen Ausbruch nach Westen. Dabei waren über 300 Schwerverwundete 
auf 20 Lkw verladen. Diese verließen hinter der Angriffsgruppe die Stadt. Selber übernahm ich die 
Rückendeckung und folgte hinter den Schwerverwundeten drein. Durch heftiges feindliches Feuer auf die 
Ausbruchstelle wurden verschiedene Lastkraftwagen getroffen und blieben auf der Straße, als Hindernis für die 
folgenden Lkws, stecken. Diese ereilte ein bitteres Los, denn hinter der Angriffsspitze entstand eine Lücke, in 
welche sich der Feind sofort hineindrängte. Der dichte Nebel verschleierte diese Vorgänge. Bis zu meinem 
Erscheinen, eine halbe Stunde später, hatte der Feind unmenschlich gegenüber den Schwerverwundeten 
gehandelt. Ein deutscher Soldat z. B. lag nackt ausgezogen in einem Lkw, mit den Händen an den Boden des- 
selben festgenagelt. Er war bereits schwer verwundet und ist wahrscheinlich an den Folgen dieser Mißhandlung 
gestorben. Infolge des Gefechtes konnte ich weitere Einzelheiten nicht feststellen. Aber es wurden mir an 
diesem Tage von verschiedenen Soldaten ähnliche Grausamkeiten berichtet.« 

Der frühere Gefreite Otto Frankenreuther (Sicherungs-Bataillon 812) schreibt: 

»Am 24. 2.1944 wurde ein Sicherungstrupp der 1. Kompanie in Stärke von einem Offizier und 7 Mann von 
Partisanen umringt, gefangengenommen, entwaffnet, bis aufs Hemd ausgezogen und dann durch Kopfschüsse 
getötet. Der Offizier wurde verschleppt und konnte nicht mehr gefunden werden. Die Leichen meiner 
Kameraden habe ich mit begraben. 

Ende Juni des gleichen Jahres wurde ein Holzkommando der 2. Kompanie in der Nähe von Mitrowitz in einem 
Maisfeld von Partisanen überfallen. Sämtliche Angehörige des Kommandos wurden ermordet, teilweise durch 
Zerspalten des Kopfes. 

Die Leichen meiner Kameraden habe ich mit begraben und liegen auf dem Soldatenfriedhof in Mitrowitz.« 

Der ehemalige Unteroffizier Otto Lips (Panzergrenadier-Brigade 92) 

am 18. September 1947: 

»Beim Rückzug der letzten Gefechtsgruppen aus dem Raum Belgrad - Sme-derevo (1. Gebirgs-Div., Teile Div. 
Brandenburg, SS-Div. "Prinz Eugen", Panz. Gren. Brigade 92 usw.) Mitte Oktober 1944 in Richtung Belgrad 
fanden wir an der Rückzugsstraße ungefähr 20 km südlich Belgrad ca. 20 Leichen deutscher Soldaten, die in 
einer Reihe nebeneinander lagen. Sie waren völlig entkleidet, ohne Erkennungsmarken und offenbar von vorn 
erschlagen worden. (Reste von deutschen Uniformstücken lagen einige Meter daneben). Schädel und Gesicht 
waren zertrümmert. Da wir während des Rückzuges laufend von 
-165- 

Tito-Partisanen verfolgt und angegriffen wurden, ist anzunehmen, daß von diesen die Morde ausgeführt 
wurden. Es handelte sich bei den Getöteten offenbar um Angehörige einer deutschen Nachschubkolonne, die 
von Belgrad kommend auf dem Marsch nach Süden war. Die Leichen konnten nicht identifiziert werden.« 
Der Band 1/1 »Die deutschen Kriegsgefangenen in Jugoslawien 1945 bis 1949«, herausgegeben von der 
Wissenschaftlichen Kommission der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges in München, 
berichtet auch über den Partisanenkampf auf dem Balkan: 

»Ähnliche Vorfälle ereigneten sich auch in Albanien und Griechenland. In seiner Eidesstattlichen Versicherung 
vom 13. 6. 1947 berichtet der ehemalige Kommandeur der 100. Jäger-Division u. a. (Amerikanischer 
Militärgerichtshof Nr. V, Dokumenten-Buch II für v. Weichs, Dokument Nr. W 614, Seite 4 ff): 
Im Herbst und Winter, schon kurz nach dem deutschen Einmarsch in Albanien beginnend, war folgende Art 
von Straßenüberfällen durch albanisch kommunistische Partisanen an der Tagesordnung: Einzelne oder zu 
zweit fahrende Kraftfahrzeuge wurden zum Halten gebracht, entweder dadurch, daß Kinder mitten auf der 



Straße standen und winkten, oder durch Hindernisse (Baumstämme und ähnl.) oder durch Schüsse in den 
Motor. Die Insassen wurden dann gezwungen auszusteigen, ins Gebüsch beiseite geführt, dort vollständig nackt 
ausgezogen und dann durch Genickschuß getötet. Die geraubte Bekleidung zogen die Partisanen an. Das 
Gepäck führten sie mit sich weg. Dieses Verfahren wiederholte sich monatelang fast täglich auf den 
verschiedensten Straßen. 

Ein Pionier-Oberleutnant meiner Division, namens W. oder ähnlich, wurde bei der Erkundung eines Weges im 
September 1943, ca. 15 km südwestlich El-basan, überfallen und gefangen. Er wurde von den Partisanen vor 
die Alternative gestellt, sich den Banden als Führer zur Verfügung zu stellen oder zu sterben. Er erklärte, er sei 
deutscher Offizier und könnte nicht gegen Deutsche kämpfen. Er wurde daraufhin erschossen. 
Der Reiterzug des Regiments 54 machte, aus Valona kommend, eine Aufklärungsstreife in das Bergland 
ostwärts Valona, rastete in einem Dorf, wo die Bevölkerung ihm sehr freundlich entgegenkam und ihm Milch, 
Brot und Käse freiwillig anbot. Als die Pferdestaffel dieses Zuges mit etwa 15 bis 20 Mann allein dort 
zurückgelassen war, während die anderen Leute die befohlene Aufklärung durchfühnen, fielen dieselben 
Dorfbewohner bewaffnet über die Zurückgelassenen her und machten sie nieder. 

Waren Partisanen in Gefahr, von Deutschen erwischt zu werden, so versteckten sie die Waffen, sobald diese 
kamen, gebärdeten sich wie Bauern und Einwohner, waren freundlich und bewirteten die Deutschen wie ihre 
Gäste. Kaum waren diese weg, so waren sie wieder Partisanen und überfielen die Deutschen, sobald diese in der 
Minderzahl waren. 
-166- 

Deutsche Gefangene wurden nicht gemacht. Mir sind nur zwei Fälle davon bekannt, daß Gefangene lebend 
zurückkamen. 

Ein N. O. des Divisionsstabes namens S., ein gebürtiger Wiener, wurde im September 1943 mit seinem 
Kraftwagen auf der Straße Elbasan - Ochrida-See überfallen, als er in einen Überfall hineinfuhr, der einer nach 
Osten abmarschie-renden italienischen Infanterieabteilung galt. Sämtliche Italiener wurden nie-dergemacht und 
deren Uniform und Gepäck geraubt. S. selbst wurde, weil er Wiener war, von dem Bandenführer, der in Wien 
studiert hatte und deutsch sprach, mitgeschleppt und als Leibdiener verwendet. Es gelang ihm erst im No- 
vember, zu entfliehen, und er wurde in einem jämmerlichen Zustand in der Nähe von Elbasan erschöpft auf der 
Straße liegend aufgefunden. Er erzählte mir: "Die Bande, bei der ich war, machte nie Gefangene. Fast täglich 
wurden deutsche Soldaten ins Waldlager gebracht, nackt ausgezogen und erschossen. Selbst die Jüngsten mit 17 
Jahren, die oft herzergreifend um ihr Leben flehten, wurden nicht geschont. Wäsche und Uniformen der 
Erschossenen wurden von den Partisanen in Gebrauch genommen. Ich habe entsetzliche Dinge mitan-sehen 
müssen."« 

Zur Charakterisierung der Situation in Griechenland diene ein Auszug aus der Eidesstattlichen Versicherung 
des ehemaligen Kommandeurs des 22. Luftwaffen- Jägerregiments der 11. Luftwaffen-Feld-Division, Erhard 
Glitz, vom 13. Oktober 1947 (Amerikanischer Militärgerichtshof Nr. V, Nürnberg, Do-kumentenbuch III für 
Felmy, Dokument Nr. 71, Seite 16). Darin heißt es unter anderem: »Zu den Anklagepunkten 1 und 2 ist mir 
nichts bekannt. Ich weiß mich aber zu erinnern, daß Ende 1943 eine motorisierte Sanitätsabteilung in Stärke 
von etwa 60 bis 80 Mann an einer Straße bei Tripolis überfallen wurde. Die Partisanen hatten an einer 
Brückenenge eine Schafherde als Sperre angehalten, so daß die Kolonne halten mußte. Sie wurde von den 
Höhen ringsum zusammengeschossen. Danach wurden alle niedergemetzelt, woran sich Frauen und Kinder 
beteiligt haben sollen. Man stach den Leuten die Augen aus, schnitt ihnen den Penis ab und steckte ihn den 
Toten und Verwundeten in den Mund. Dieser Überfall mag in Zusammenhang mit Anklagepunkt 1 bis 5 n) 
stehen. 

Ferner ist mir bekannt, daß anläßlich des Befreiungsversuches von etwa 70 Soldaten durch die 117. Jäger- 
Division, die in Mantinea (Peloponnes) gefangengehalten wurden und nach Einwohneraussagen grausam 
behandelt worden sind, diese Gefangenen bei Annäherung der Truppe von den Partisanen ermordet wurden. 
Man fand sie verstümmelt in den Hängen und Felsen eines Abhanges, in den sie hinabgestürzt worden waren. 
Zeit etwa Ende Dezember 1944. Zusammenhang mit Anklagepunkt 2 bis 9 k). 

Zur Entwicklung der Lage in meinem Raum und bei der Division: Bis zum Oberfall auf die 5/21 im Herbst 
1943 war uns von der Tätigkeit der Partisa- 



-167- 



nen so gut wie nichts bekannt. Die Division Drum lag in den nördlichen Vororten Athens und war vollauf mit 
Ausbildung beschäftigt. Die 5/21 öffnete uns erstmalig die Augen über das Vorhandensein der Partisanen, die 
wir von da ab nur Banditen nannten. Die Kompanie war auf einem Erkundungsmarsch in das Skurtagebiet, etwa 
20 km nordwestlich Athen, da Klagen über zunehmende Erpressung und Zwangsrekrutierungen seitens der 
Bevölkerung aus den Grenzorten laut geworden waren. Die Kompanie geriet beim Kloster Ajos Me-litios in 
einen Hinterhalt, wurde stark dezimiert und ließ etwa 20 Gefangene, darunter mehrere Verwundete in der Hand 
der Banden zurück. Diese Leute erhielten bis zu ihrer Hinrichtung weder zu essen noch zu trinken. Nach zwei 
Tagen, soweit ich mich erinnere, im Bericht gelesen zu haben, trat ein Richtertribunal zusammen, das den 
Soldaten zur Auswahl eine Anzahl von Messern vorlegte, mit dem jeder erstochen zu werden wünschte. 
Sie wurden einzeln unter dem Gejohle der Banditen durch den berüchtigten "Schächtstich" zwischen Hals und 
Brust von oben erdolcht. Die nicht sofort tot waren, ließ man mit Schlägen und Fußtritten versehen liegen. Ein 
Gefreiter stellte sich tot und entkam in der Nacht und nach über 20stündigem Umherirren zu einer deutschen 
Eisenbahnwache und gab den authentischen Bericht. 

Dies war der Auftakt in unserem Bereich zu einer Unzahl von übelsten Verbrechen an deutschen Soldaten und 
der griechischen Bevölkerung. 

Organisation, Ausbildung und Schulung der Banden war ganz nach sowjetrussischem Muster. Nach Angabe 
übergelaufener Partisanen hatten maßgebenden Einfluß Kommissare, von denen eine Anzahl Bulgaren und bei 
den Stäben ab und an auch Russen seien. 

Die Banden arbeiteten eng zusammen mit der EAM, die ihre Agenten in allen Ortschaften hatte und die die 
wahren Regierenden waren. Vermittels der berüchtigten Terrororganisation "Opla" hielten sie die größten Teile 
der Bevölkerung in Furcht und Gehorsam. Vertrauensleute und Verfolgte berichteten laufend über Repressalien 
an Geld, Lebensmitteln, und Mütter beklagten die zwangsweise Rekrutierung ihrer Söhne. 
Wer sich passiv oder aktiv widersetzte, wurde über kurz oder lang liquidiert. Auf Alter und Geschlecht kam es 
den Banditen dabei gar nicht an. Selbst Kinder wurden getötet, deren Eltern in irgendeiner Weise den 
Wünschen der Banditen nicht folgsam waren. 

Beispiele von vielen: In Megara wusch eine Frau mit Tochter für einen dort befindlichen Bataillons-Stab 
Wäsche. Zuerst wurde die Tochter nach dem Schlupfwinkel entführt und dort zu Tode gemartert. Die Mutter 
wurde einige Zeit später nachts an ihrer Schlafzimmertür in Gegenwart ihres 17jährigen Jungen mit einer 
Anzahl Messer festgesteckt und verstarb kurz darauf. 

In Aspropyrgos sind auf ähnliche Art und Weise, zum Teil am hellen Tage auf den nahen Feldern, ganze 

Familien liquidiert worden, meist reiche Bauern, 

-168- 

die den laufenden Erpressungen nicht mehr nachkommen wollten oder konnten. Es verging nicht ein Tag in der 
Woche, wo nicht irgendeine derartige Nachricht von leidtragenden Griechen der Truppe mit Bitte um Hilfe - 
oder Nachsuchen nach Entführten, zukam. Wenige Bewaffnete (EAM) beherrschten in abgelegenen Dörfern 
völlig die Bevölkerung, die oft zu meist mißlungener Selbsthilfe schritt, da die deutsche Besatzung nicht in der 
Lage war, auch nur im entferntesten den nötigen Schutz zu gewähren. General Felmy gab mir seinerzeit 
nachträglich gegen höhere Weisung die Erlaubnis, an zuverlässige Griechen in abgelegenen Orten Waffen 
auszugeben, eine Maßnahme, die mit dem zunehmenden Terror der Banditen immer dringender wurde. So ist 
manchen Griechen und ihren Familien das Leben geblieben, da die braven Bauern, meist ehemalige Soldaten, 
sich zu Selbstschutzverbänden zusammentaten und auch mit der Truppe und den Evzonen zu Unternehmungen 
gingen. 

Gleichzeitig mit dem Terror gegen die Bevölkerung stieg die bewußt geleitete und geführte Aktivität gegen die 
Truppe an. Nur aus wohlvorbereitetem Hinterhalt und wenn sie sich in der Mehrzahl wußten, griffen die 
Banditen die Truppe an. In der Regel sahen sie es auf kleine Transporte, Wachen und Einzelgänger ab, die 
immer auf grausamste Weise getötet wurden. 

Beispiele: Deutsch-griechisches Holzfällerkommando von sechs Deutsdien und elf Griechen wurde Ende März 
1944 nordostwärts Megara überfallen. Das 11/22 fand zunächst nur einen Soldaten, dessen Bauch und Hals 



mehrfach aufgeschlitzt und dessen Geschlechtsteil abgeschnitten war. Der Soldat wurde der Bevölkerung von 
Megara gezeigt. - Die elf Griechen wurden einige Tage später bei einer Suchaktion in Mirini dicht unter dem 
Boden verscharrt gefunden. Nach Aussagen der später in deutsche Dienste getretenen Banditen Bapadimi-triu 
und Kostas - ersterer aus Eritrea bei Theben - waren sie über Stunden gliedweise gefoltert worden und zum 
Abschluß in öl geröstet. B. und K. traten in deutsche Dienste, weil sie nicht mehr als anständige Soldaten bei 
Verbrechern Dienst tun wollten. 

P.S.: Grundsätzlich hatten sich die Griechen bei Zusammenarbeit mit der deutschen Truppe nur zum Einsatz 
gegen die Banden verpflichtet. Dies gilt auch für die Evzonen, die, soweit mir bekannt, ehrenwörtliche 
Zusicherung hatten, daß sie im Falle von Kampfhandlungen mit alliierten Truppen zu keiner Dienstleistung 
mehr verpflichtet waren. 

Ende Mai 1944 wurde ein von einem anderen Überfall herrührender Verwundetentransport von 11 Soldaten an 
der Straße von Theben nach Megara zum Halten gebracht. Alle Soldaten fand man mit ausgestochenen Augen 
und zum Teil abgeschnittenen Geschlechtsteilen im Chausseegraben aufgereiht. 

Es war beabsichtigt gewesen - General Speidel weiß darüber wohl Genaueres -, eine Ausstellung mit 
Bilddokumenten von Greueltaten der Banden zu veranstalten. Wegen der befürchteten Rückwirkung auf die 
Angehörigen im 
-169- 

Reich und auf die Familien der griechischen Mitkämpfer wurde diese nicht ausgeführt. Der hohen griechischen 
Geistlichkeit, u. a. einflußreichen Personen, ist aber meines Wissens ein Teil der Bilder gezeigt worden. 
Das Ziel der Partisanen und Banditen mit dieser Kampfführung war, durch immer mehr sich steigernde 
Überfälle und Greueltaten die deutsche Truppe und Führung zu schärferen Maßnahmen zu verleiten. Einige 
Versuche, sie zu anständiger Kampfführung zu bewegen, wurden hohnvoll beantwortet und als Schwäche sowie 
als gutes Zeichen für erfolgreiches Verfahren gewertet. 

Innenpolitisch war das Ziel, was auch in weiten Bezirken erreicht wurde, die griechische Bevölkerung 
gewaltsam und unter Anwendung aller Mittel des geheimen Terrors in die Reihen der EAM zu zwingen. Die 
meisten Banditen hatten unter ihrer Uniform - sofern sie eine besaßen - Zivilkleider oder waren von vornherein 
als harmlose Hirten, Bauern pp. getarnt. Überfälle in der Nähe der Truppe wurden fast immer in Zivil 
ausgeführt. Die Angst der Bevölkerung vor den Banden war überall erkennbar.« 
-170- 

Der Russeneinmarsch im deutschen Osten »Befreiung« und Vertreibung durch die Sowjets 
Dicht hinter den zurückweichenden deutschen Truppen, welche die sowjetische Übermacht nicht mehr stoppen 
konnten, drangen die Rotarmisten in Westpreußen, in Ostpreußen, in Schlesien und schließlich auch in 
Pommern und Brandenburg ein. 

Das Eigentum der Deutschen, deren rechtzeitige Evakuierung oftmals durch die Dienststellen 
verantwortungslos verzögert worden war, war verloren. Männer, Frauen und Kinder wurden augenblicklich zu 
rechtlosen Sklaven und Eigentum der roten Sieger. Durch die Haßgesänge der kommunistischen intellektuellen 
Propagandisten vom Schlage eines Ilja Ehrenburg aufgehetzt, warfen sie alle Hemmungen und alle Regungen 
der Menschlichkeit über Bord. 

In seinem Buch »Woina« faßte Ilja Ehrenburg seine Aufrufe an die Rote Armee zusammen. Die 
Originaldokumente befinden sich im Bundesarchiv Koblenz. Man muß sie kennen, um zu begreifen, was durch 
den Einmarsch der Roten Armee an unermeßlichem Leid über deutsche Menschen kam. Hier nur einige 
Beispiele: 

»Wir sagen nicht mehr Guten Morgen oder Gute Nacht! Wir sagen morgens: "Töte den Deutschem und abends: 
"Töte den Deutschen! !« 

»Es geht jetzt nicht um Bücher, Liebe, Sterne, es geht jetzt nur um den einzigen Gedanken: die Deutschen zu 
töten. Sie alle zu töten. Sie zu vergraben ... Es gibt nichts Schöneres für uns, als deutsche Leichen. Schlag den 
Deutschen tot! - bittet Dich die alte Mutter. Schlag den Deutschen tot! - so fleht Dich das Kind an.« 



»Deutsche sind keine Menschen, Deutsche sind zweibeinige Tiere, widerliche Wesen, Bestien.« »Sie haben 
keine Seele. Sie sind einzellige Lebewesen, seelenlose Mikroben, die mit Maschinen, Waffen und 
Minenwerfern ausgerüstet sind.« 

»Wenn Du einen Deutschen erschlagen hast, schlage noch einen anderen tot; 
es gibt für uns nichts Lustigeres als deutsche Leichen!« 

Die Wirkung dieser Mordhetze waren Massenmord, Massenvergewaltigung und totale Beraubung. 

Die rote Führung wußte obendrein längst, daß der deutsche Osten zerrissen und zerstückelt werden sollte und 

der Raub des gesamten deutschen Besitzes beschlossene Sache war. Schon am 4. Oktober 1942 schlug der 

Exilpole K. Prus- 

-171- 

zcynski in der Zeitschrift »Wiadomosci Polskie«, London, vor: »Polen sollte Gebiete im Osten an die 
Sowjetunion abtreten und dafür aus ostdeutschen Gebieten entschädigt werden.« Am 18. Dezember 1942 
forderte Sikorski auf einer Pressekonferenz in Chikago: »Erweiterten Zugang zur Ostsee, deutsche Grenz- 
gebiete im Westen Polens sowie polnische Besetzung aller deutscher Gebiete östlich der Oder.« 
Diese polnischen Raubforderungen fanden insbesondere beim amerikanischen Präsidenten F. D. Roosevelt ein 
williges Ohr. Am 14. März 1943 erörterte Roosevelt in Washington bereits mit dem britischen Außenminister 
Eden die Überlassung Ostpreußens an Polen und die Ausweisung der Ostpreußen. 

Lächelnd beobachtete der Kreml die Entwicklung. Am 1. Oktober 1943 veröffentlichte der sowjetische 
Spitzenfunktionär Eugen Varga in Moskau den sowjetischen Plan für die Nachkriegsbehandlung Deutschlands. 
Er beinhaltete Aufteilung, Zerstückelung, Gebietsabtrennung und Reparationen. Im weiteren Verlauf wurde 
Vargas Plan zur Grundlage der gesamten alliierten Deutschlandpolitik in der Nachkriegszeit. Vor allem in 
Amerika wurde der Sowjetplan sehr interessiert studiert und regte Henry Morgenthau jun. seinerseits zu Plänen 
für die Behandlung des Nachkriegsdeutschlands an. 

Vier Tage nach der Moskauer Erklärung, am 5. Oktober 1943, bestätigte Roosevelt die Abtrennung 
Ostpreußens von Deutschland und sprach sich dabei dafür aus, daß alle »gefährlichen Elemente der 
Bevölkerung« zwangsweise ausgesiedelt werden sollten. 

Zwanzig Tage danach, am 25. Oktober 1943, stimmten die drei alliierten Außenminister in Moskau überein, 
daß Ostpreußen von Deutschland abgetreten werden sollte. 

In Teheran schlug am 1. Dezember 1943 Winston Churchill die Oder-Neiße-Linie als polnische Westgrenze und 
die Abtretung ganz Oberschlesiens an Polen vor. Nach London zurückgekehrt, informierte Churchill den 
damaligen Exilpräsidenten Mikolajczyk über das Ergebnis von Teheran mit den Worten: »Im Westen werden 
sieben Millionen Deutsche, die zwischen der deutsch-polnischen Grenze leben, in das eigentliche Deutschland 
ausgewiesen.« 

Erst nach einem Monat, am 22. Februar 1944, informierte Churchill das Unterhaus über die Ausweisungs- und 
Zerreißungspläne und stieß dabei auf mancherlei Bedenken. 

In Washington versprach Roosevelt am 12. Juni 1944 dem polnischen Exilpräsidenten Mikolajczyk feierlich 
Schlesien und Ostpreußen. Solchermaßen ermuntert, beschloß die polnische Exilregierung am 30. August 1945 
in London die Ausweisung aller Deutsdien nach dem Kriege. 

Im kanadischen Quebec unterfertigten Roosevelt und Churchill am 11. /I 2. September 1944 den 
Deutschlandplan von Henry Morgenthau jun., der neben der totalen Verelendung und Versklavung 
Deutschlands unter anderem auch 
-172- 

die Abtretung Ostpreußens an die Sowjetunion und Polen sowie Schlesiens bis zur Katzbach an Polen vorsah. 
Vor dem britischen Unterhaus billigte Churchill am 15. Dezember 1944 ausdrücklich die Austreibung der 
Deutschen aus den an Polen fallenden Gebieten. 

In Jalta auf der Krim wurde vom 5. bis 11. Februar 1945 die Oder-Neiße-Grenze mit solcher Gründlichkeit 
festgelegt, daß sich bei der Debatte über diesen für Deutschland so entscheidenden Punkt im Sitzungssaal der 
Alliierten nicht einmal eine Landkarte befand. So passierte denn auch die »Verwechslung« zwischen der 



Görlitzer Neiße und der Glatzer Neiße, wodurch auch noch Gu-ben, Forst, Görlitz, Grünberg, Sagan, Glogau, 

Liegnitz, Hirschberg, Schweid-nitz und Teile von Breslau, Neiße und Glatz verlorengingen. 

Als Winston Churchill seine Befürchtung ausdrückte, die Ausweisung von über sechs Millionen Deutschen 

könnte das britische Volk entsetzen, entgegnete ihm Stalin gelassen: »Wo die Rote Armee hinkommt, sind 

sowieso keine Deutschen mehr zu finden. Die sind alle längst von selbst davongelaufen.« 

Churchill erwiderte darauf lakonisch, das vereinfache natürlich das Problem. 

Leider wollten oder konnten nicht alle Deutschen vor ihren sowjetischen Befreiern davonlaufen. 

Zu Zehntausenden und Zehntausenden wurden sie in den langsamen Trecks von den Panzerrudeln der Roten 

Armee überrollt, Millionen fielen in die Hände der gnadenlosen Sieger. Tragischerweise weilten im deutschen 

Osten zusätzlich noch zahlreiche Luftevakuierte aus West- und Mitteldeutschland. In Ostpreußen 200 000, in 

Ostpommern 100 000, in Ostbrandenburg 75 000 und in Schlesien sogar 45 000. 

All diese Massen kamen zur einheimischen Bevölkerung hinzu, die nun zum großen Teil um ihr Leben rannte. 
Aus Ostpreußen gelang es, mit Trecks oder mit der Eisenbahn 250 000 zu retten, über das Haff im Raum 
Danzig und Pommern 450 000, von Pillau über die Nehrung, ebenfalls nach Danzig und Pommern wieder 450 
000. Von Pillau aus konnten noch 450 000 über See mit Schiffen gerettet werden; in Ostpreußen selbst blieben 
500 000 Deutsche zurück. 

Allein aus der Danziger Bucht fuhr die Kriegsmarine rund 90 000 aus. Obwohl Heia bereits im Hagel 
sowjetischer Bomben und Artilleriegeschosse lag, glückte es der Kriegsmarine bis zum 6. Mai, 427 000 
Flüchtlinge und Landser zu retten. 60 000, in der Masse Soldaten, mußten zurückbleiben. 

Aber ein großer Teil der flüchtigen Ostpreußen, rund zwei Millionen, konnte aus Ostpommern, dem Danziger 
Raum und Westpreußen nicht mehr weggebracht werden. Sie blieben zurück. Allein in Schlesien wurden 
eineinhalb Millionen von der Roten Armee überrollt. 
-173- 

1,6 Millionen gelang aus Schlesien die Flucht nach dem Westen. Doch eben-soviele flohen zu ihrem Unglücks 
in das Gebiet der Tscheche!. 

Alle waren wehrlose Geiseln in den Händen der siegesberauschten, entmenschten sowjetischen Soldateska. 
Deutsch sein hieß Freiwild sein. Rund drei Millionen deutscher Frauen wurden vergewaltigt - die sich wehrten, 
wurden erschossen. Erschossen wurde überhaupt ganz nach Belieben. 

Aus der großen Auswahl erschütternder Erlebnisberichte seien hier nur wenige angeführt, die Kunde darüber 
geben, wie mit den deutschen Menschen verfahren wurde. 
Sofje Jesko aus Penczniew, Kreis Turek i. Polen: 

»Am 18. Januar 1945 erhielten die Bewohner der Umgegend von Turek den Befehl, sofort nach Westen 
abzurücken. Zurückflutende Wehrmachtsteile, untermischt mit Flüchtlingen aus dem Gouvernement, hatten 
entsetzliche Greueltaten der Sowjets berichtet und hierdurch die allgemeine Panikstimmung noch erhöht. 
Deshalb verließen wir ebenfalls fluchtartig unsere Heimat. Auf völlig vereisten, verstopften Straßen war nur 
noch im Schritt vorwärts zu kommen. 

Westlich von Schroda wurde unser Treck plötzlich von deutschen Lkws mit vermummten Zivilisten darauf: 
Männern, Frauen, Kindern überholt und wir zum Verlassen der Straße und Auffahren auf dem seitlich 
gelegenen Acker aufgefordert. 

Sehr bald stellte es sich heraus, daß dies alles russisch-polnisch-jüdische Partisanen waren, die unseren 
unübersehbaren Wagenpark sofort umstellten und zu plündern begannen. 

Kurz darauf trafen sowjetische Panzer ein. Ein General - ich selber spreche fließend Russisch und Polnisch - 
fragte nach der Zahl der vorhandenen deutschen Offiziere und gab den Befehl zur sofortigen Liquidierung aller 
irgendwie Verdächtigen. 

Durch Abwerfen von Nebelbomben entstand eine entsetzliche Panik. In diesem künstlichen Nebel begann nun 
ein allgemeines Abschlachten, Plündern, Vergewaltigen. Man hörte die Schreie der Erschlagenen, Schießen, 
das Kreischen der geschändeten Frauen, die Hilferufe der Kinder und alten Leute. 

Auf einem Lkw - uns gelang es im Gegensatz zu unseren nächsten Bekannten, einer Frau Natalie Lange mit 
ihrem Sohn und reichen polnischen Flüchtlingen, die hierbei ebenfalls erschlagen wurden, aus dem allgemeinen 
Hexenkessel zu entkommen, da wir allen Sowjets usw. erklärten, wir wären verschleppte Ostarbeiter - saß im 



offnen Pelz mit weißen flatternden Haaren eine alte Furie. Zu ihr stießen rohe Soldaten usw., junge verzweifelte 
schreiende Frauen mit ihren kleinen Kindern auf dem Arm. Diese alte Furie ergriff die Kinder und schlug sie 
mit dem Kopf an die Kante des Lkws. "Engelchen!" Die zusammenbrechenden Mütter wurden weggeschleppt. 
-174- 

Die Nacht verbrachten wir zitternd in einem abseitsgelegenen Waldwärterhaus. Nachts kam der Sohn, ein Pole, 
beladen mit Beute und erzählte, wie sie die zusammengeschleppten Leichen der Ermordeten hätten mit Benzin 
übergießen und anstecken müssen: "Wir nicht so dumm wie Hitler, meinte er grinsend. 

Wir zogen dann langsam zu Fuß in unsere Heimat zurück. Überall in den Waldstücken stießen wir auf 
niedergemachte Soldaten und Zivilisten, überall trafen wir Trupps von polnischen Bengeln, die mit deutschen 
Gewehren bewaffnet Jagd auf Versprengte machten und sich rühmten, wie viele sie schon ermordet hätten und 
wie sie sie gequält hätten. 

Zu Hause angekommen, gingen die Verfolgungen der Deutschen, die hier geblieben oder leichtsinnigerweise 
zurückgekehrt waren, weiter. Die kleinste Kleinigkeit genügte, um erschossen oder nach schweren 
Mißhandlungen verschleppt zu werden. Das Denunziantentum blühte. Kein Deutscher hatte auch nur das 
geringste Recht mehr. Nacht für Nacht schleppten polnische Bengel betrunkene Russen in die Häuser, in denen 
sich deutsche Frauen und Mädchen befanden, oder verrieten diese in ihren noch so geschickt ausgesuchten Ver- 
stecken.« 

Frau F. M. aus Gr. Ottenhagen, Kreis Samland (Ostpr.) 

»Gemeinsam irrten wir am 29. Januar 1945 nun weiter bei tiefem Schnee und großer Kälte und wurden von 
kleinen Truppen Russen überholt, die immer Uhr und Stiefel verlangten. Dabei ist der 80jährige Herr B. 
Mahnsmühle beim Austreten im Walde erschossen worden. 

In Angst und Aufregung ging es weiter bis zu einem größeren Gut, das schon von Russen besetzt war, dort 
mußten wir unseren Wagen verlassen. Zu Fuß ging es nun weiter, bis wir einen andern Wagen trafen, dem wir 
uns anschlössen, zusammen waren wir 19 Personen und 4 Kinder. Es kamen immer wieder Russen, die Uhren 
usw. verlangten. Plötzlich kamen zwei Personenautos mit Russen, die blitzschnell alles nahmen, Handtaschen, 
Koffer, Gepäckstücke, Pelze, was sie sahen und wertvoll war. Dann - ein schnelles Aufstellen zum Erschießen. 
Der Überfall kam so schnell, daß niemand wagte, etwas zu sagen. Mein Mann, einer der ersten, hatte 
Kopfschuß vor meinen Augen. Da wir gleich am Anfang standen, habe ich nur Schreien und Schießen gehört, 
der Schmerz hat mir das Bewußtsein genommen, und ich fiel hin. Von 19 Personen war ich allein ohne 
Verletzung übriggeblieben. Herrn Rehfeld, Deputant Wagner hatten fünf Schuß schwer verletzt, und drei 
Personen waren leicht verletzt. Sogar die halbgelähmte Frau Rehberg wurde vom Wagen gehoben und auch 
erschossen. - Mit letzter Kraft hatten wir uns zusammengetan und sind weitergefahren, wurden dann aber von 
Russen angehalten und ins Lager Schönmohr gebracht, das war ein Sammellager. Ob sich dort jemand um die 
Verletzten ge- 
-175- 

kümmert hat, kann ich nicht sagen, da ich selbst mit einigen andern Frauen ausrückte aus Angst vor 
Vergewaltigungen der Russen. 

Zu Fuß im tiefsten Schnee kamen wir nach Fuchsberg, dort war es wie überall, vergewaltigt wurden fast alle 
Frauen, besonders die jungen. Am nächsten Tag wurden wir in langer Kolonne nach Löwenhagen geführt und 
in Siedlungen untergebracht, auch Polen waren darunter. In aller Frühe ging es am andern Tag weiter über 
Hohenhagen nach Groß Barthen, dort wurden viele Männer nach dem Pregel transportiert, alle andern gingen 
weiter über Groß Ottenha-gen ins Lager Seewalde. 

In Seewalde wurde eine Leibesvisitation vorgenommen, und was noch übriggeblieben war, wurde nun 
gefunden, so daß man nur noch die Kleider behielt. Des Nachts kamen dann die Soldaten mit Taschenlampen 
und suchten sich Frauen aus, wenn sich dieselben sträubten, bekamen sie Schläge, bis sie mitgingen. Ältere 
beherzte Frauen, die Russisch sprachen, haben dann für das Essen gesorgt, das man dort noch reichlich vorfand. 
Nach vier Tagen wurden wir, immer in Kolonnen, nach Gr. Lindenau geführt, wo wir in Schweineställen und 
Holzställen untergebracht wurden, später dann in Häusern. In Gr. Lindenau sind viele Erschießungen 



vorgenommen worden, die im Walde ausgeführt wurden. Die Flüchtlinge mußten sich sehr oft versammeln, und 
dabei wurden von den Russen immer wieder bestimmte Personen gesucht, die dann des Nachts geholt wurden 
und nicht mehr wiederkamen. Die größeren Jungen wurden den Müttern fortgenommen und sind nicht 
wiedergekommen. Der Aufenthalt dauerte 14 Tage. 

Während dieser Zeit herrschten schon Krankheiten und viele Sterbefälle und große Angst und Aufregung unter 
den Flüchtlingen. Frauen verschwanden des Nachts und kamen auch nicht wieder. Vergewaltigungen waren an 
der Tagesordnung, und man hörte in den Häusern oft Schießereien. Um Verpflegung mußte sich jeder selbst 
kümmern. 

Anfang März wurden wir von Gr. Lindenau auf sechs offenen Lastwagen über Insterburg, Budwethen nach 
Tilsit gefahren, bei 20 Grad Kälte. Es gab viele Erkrankungen und zwei Todesfälle. In Schillen wurden wir in 
engen Räumen untergebracht, ein Elend war es für jeden, der dabei war. Es waren Menschen in jedem Alter 
dabei, viele ältere haben die Strapazen nicht ausgehalten und blieben unterwegs am Wege liegen. 
Gewehrschüsse sagten uns dann, daß die russischen Posten diese armen Menschen erschossen hatten. 
In Lengwethen wohnten wir in der Johanna-Ambrosia-Schule ungefähr acht Tage. Wir gingen in Gruppen auf 
Suche nach Lebensmitteln und fanden tote Mädchen, im Alter zehn bis zwölf Jahre, vergewaltigt in Ställen und 
Scheunen, auch junge Mädchen waren mit zerrissenen Kleidern verblutet, die Spuren waren deutlich. 
Überall, wo wir hinkamen, fanden wir tote Personen. Dann wurden wir 
-176- 

wieder auf abgelegene Ortschaften verteilt und kamen in die Nähe von Breitenstein, wo eine Kommandantur 
war. Es sollte immer ärger mit Angst und Aufregungen werden, wir wurden zu allen möglichen Arbeiten geholt 
(Tote beerdigen usw.). Auch hier war es am besten, wenn man nicht aus dem Hause ging, da immer die Gefahr 
der Vergewaltigung und Plünderung war. So haben meistens die älteren Männer alles herangeschafft, was nötig 
war. 

Nach einigen Tagen ging es weiter über Breitenstein, Fußmarsch nach Budwethen und weiter nach Schloßberg 
mit einmal Übernachten. Fast jeder Flüchtling hatte einen kleinen Handwagen, und es war sehr schwer für 
Frauen mit Kindern, auf eisglatter Straße vorwärtszukommen bei großer Kälte ohne Essen. In Schloßberg 
wurden wir in einem gebombten, verschmutzten Krankenhaus untergebracht, dann wurden wir registriert und 
von den Russen Ansprachen an uns gehalten (etwa in dem Sinn, daß die Zeit für uns jetzt vorbei sei, nur immer 
auf den Klingelknopf zu drücken, jetzt wird gearbeitet, das hatte sich dann auch bewahrheitet). 
Wir wurden nach Küssen verteilt, auch Fußmarsch, das für uns die Hölle bedeutet hat. Die Ernährung schlecht, 
da dort nichts mehr zu finden war, die Russen gaben nur wenig Mehl an Frauen, die arbeiteten. Das Ungeziefer 
nahm überhand, und viele Personen sind dort verhungert. Trotzdem mußten alle Personen arbeiten, jeden 
Morgen in aller Frühe antreten, und dann ging es in Gruppen aufs Feld. 1 8 bis 20 jüngere Frauen wurden an den 
Pflug gespannt und mußten täglich den Pflug ziehen, und wehe, wenn sie (es) nicht zwangen! 
Es war entsetzlich, wenn die Frauen versagten, dann kam es immer zu Prügelstrafen, da die Russen immer 
dabei waren und drohten. Die älteren Frauen wurden an die Eggen gespannt. Frau Förster May, Löwenhagen, 
ist oft ohnmächtig geworden. Ich hielt dieses auch nicht aus, und wir durften uns dann im Gemüsegarten 
beschäftigen.« 

G. Fieguth aus Tiegenhof, Kreis Gr. Werder (Westpr.): 

»Unsere Trecks wurden Ende Januar auseinandergeschlagen, und alles drängte zur Stadt. Danzig war nun 
buchstäblich vom Keller bis zum Dach mit Menschen vollgestopft. Von drei Seiten wurde die unglückliche 
Stadt durch schwere Artillerie beschossen, große Bombengeschwader griffen pausenlos aus der Luft an, und in 
wenigen Tagen war das Schicksal dieser stolzen, schönen Stadt besiegelt. 

Zu der ungeheuren Zahl von Menschen, die unter den Trümmern verschüttet, auf den Straßen zerschmettert 
wurden, gehörten auch viele Bewohner unseres Kreises. Nie wird man die Zahl feststellen können. Groß war 
die Zahl derjenigen, die um Danzig und in den Vororten vom Russen überrannt und verschleppt wurden. Leider 
sind von diesen Unglücklichen bis heute viele nicht zurückgekehrt, und auch ihre Namen sind nie festzustellen. 
Mit einem Drama 
-177- 



von ungeheurem Ausmaß fand hier in diesen letzten Tagen des März unser Treck ein schreckliches Ende. Doch 
das Drama des Einzelschicksals ging weiter. Auch von denen, die mit dem Schiff zu entrinnen suchten, fanden 
viele, oft ganze Familien, den Tod in den Wellen. 

Groß war leider auch die Zahl der Männer unseres Kreises, die zur Waffe, zum Gift griffen und für ihre 
Familien und für sich den Freitod suchten. Bei Beginn der Flucht konnte oder wollte wohl manche Familie 
ihren Hof, ihre alte Heimat nicht verlassen. Auf der Flucht verloren Familien die Nerven, und wie groß die Zahl 
der Familien ist, die bei der Besetzung und Verschleppung durch die Russen dem Drama ein Ende machten, 
wird nie festgestellt werden. 

Ich will nur einige Familien erwähnen. Der Ortsbauernführer W. B., Groß Montau, brachte den Treck seines 
Dorfes sowie seines Hofes in tadelloser Ordnung auf den Weg, dann erschoß er seine Frau, seine Tochter, sein 
Enkelkind und sich. Der Bauer J. W., Schönsee, fuhr mit den Wagen seines Hofes die kurze Strecke bis zur 
Weichsel, dort drehte er den alten Landauer, in dem er selber, auf dem Kutschbock sitzend, seine Familie fuhr, 
herum, fuhr auf seinen Hof zurück, erschoß dort seine Frau, seine drei Töchter im Alter von 17 bis 21 Jahren 
und sich. Der Bauer M. P., Fürstenau, fuhr bis auf das westliche Ufer der Weichsel, dort am Straßenrand, im 
Schneesturm der Nacht, erschoß er seine Frau und sich. Der Bezirksbauernführer v. R., Rosenort, brachte seine 
Trecks in bester Ordnung bis zur Danziger Niederung, doch weiter wollte er seine Heimat nicht verlassen und 
wählte mit seiner Frau den Freitod durch Gift.« 

Frau Frida Volckmann aus Dambitzen, Kreis Elbing 

»Im dritten Dorf wurde Ende Januar mein Mann gefangengenommen und abgeführt. Mein Mann konnte mir 
noch zurufen: "Geht nach Occalitz zurück!" 

Wir sind dann mit dem Bauern aus Pr. Holland weitergefahren. Auf dem Wagen lag die Tochter des Bauern, die 
die Russen während der Fahrt und beim Halten in den Dörfern mehrfach vergewaltigt hatten, und ihr, als sie 
sich wehren wollte, in den Rücken geschossen hatten. Der Mutter der Schwerverwundeten, die ihrer Tochter zu 
Hilfe kommen wollte, wurde durch die Hand geschossen. Meine Schwiegertochter und die Frau eines Danziger 
Kaufmanns, die sich uns angeschlossen hatten, wurden während der Fahrt von aufspringenden, jungen, 
russischen Soldaten mehrfach vergewaltigt, und das in Gegenwart der sterbenden jungen Frau, der erwachsenen 
Tochter der älteren Danziger Dame und der anderen Personen. - 

In Occalitz konnten wir nicht auf den Gutshof, da dort die Russen hausten. Wir fuhren deshalb nach der ca. 1 km 
entfernten Revierförsterei, wo wir den alten Revierförster Täger mit Frau und zwei verheirateten Töchtern und 
deren Kinder sowie eine Menge Flüchtlinge und Frauen und Mädchen aus dem Dorf antrafen. Die Russen 
erschienen jeden Abend, holten sich mehrfach eine 
-178- 

Anzahl Frauen und Mädchen bis zu den jüngsten herunter, die mehrfach täglich geschändet wurden. Am vierten 
Tage erschienen plötzlich vier deutsche versprengte Soldaten, die sich Lebensmittel holen und sich verbergen 
wollten. Unglücklicherweise kam zur gleichen Zeit eine russische Patrouille, die einen der Deutschen sofort 
erschoß und die andern gefangennahm. Nun wurden die Russen noch rabiater, und die zahlreichen Frauen und 
Mädchen waren vor Angst vor den Gewalttaten der Russen halb irrsinnig. Ein Teil der jüngeren Frauen und 
Mädchen beging bereits Selbstmord. 

Dem Revierförster wurde, da er sich nach Ansicht der Russen stark spionageverdächtig gezeigt habe, mit 
Räumung des Hauses und Schlimmerem gedroht, so daß er alle Anwesenden aufforderte, die Försterei zu 
verlassen, zumal er und seine Familie beschlossen hätten, in den Tod zu gehen. Die eine Tochter, eine Ärztin, 
habe sich bereits mit ihren beiden Kindern vergiftet. Wer sich erschießen lassen wolle, für den sei eine Kugel 
auch da. Andernfalls müsse das Haus sofort geräumt werden. Es sind in der Försterei allein 62 Menschen von 
dem Gut und Dorf Occalitz daraufhin durch Ertränken in dem See, durch Erschießen durch den Revierförster 
Täger, durch Gift und durch Erhängen in den Tod gegangen.« 



Frau Klara Seidler aus Danzig: 



»In Gruppen von fünf bis sechs Russen kamen Ende Januar die Soldaten und nahmen uns unser bißchen Essen 
und was ihnen sonst noch gefiel, und dann hieß es wieder: "Frau komm!" Wer nicht gleich mitging, wurde 
grausam geschlagen und letzten Endes doch gezwungen mitzugehen, meistens im Treppenflur oder auf der 
Treppe oder auch in den oberen zerstörten Stockwerken wurden die Frauen mißbraucht, tierisch die Brüste 
zerbissen und furchtbar gequält, gleich immer von vielen hintereinander. Besonders unsere Frau Mietke, eine 
67jährige, wurde immer wieder geholt. Sie hatte ein Capottmützchen auf und große Brille und hat immer so 
kläglich gebeten, nichts half. 

Frau Brückmann wollte ihre Tochter von 12 Jahren nicht vor ihren Augen schänden lassen. Sie hielt ihre Inge, 
ein hübsches Mädel mit langem Kraushaar, im Arm. Der enttäuschte Russe knallte beide runter. 
Frau Paaps Tochter, Frau Lemke, wurde von einem Russen überwältigt, ein alter Offizier wartete als nächster 
darauf. Als sie sich sträubte und ihre Mutter anflehte, erschoß sie der Russe, die Mutter kam mit einem 
Rückenschuß davon. 

Auf dem Trinitatsfriedhof war die Leichenhalle mit Menschen bewohnt. Zwischen den Gräbern wurden die 
Frauen vorgenommen, ins Gärtnerhaus hineingeschossen, dadurch die Leute, die sich verkrochen hatten, 
getötet. 

Dies alles spielte sich vor unseren Augen ab.« 
-179- 

Frau Johanna Mrowka aus Ebenrode (Ostpr.) 

»Einige Frauen, mein Sohn und ich machten uns Ende Januar auf den Weg (zurück) nach Stallupönen. Fast 
jeden Tag legten wir 20 Kilometer zurück. 

Zur Nacht suchten wir uns dann eine Unterkunft. Überall auf den Straßen trieben sich noch Russen herum, 
diese paßten auf, wo die Deutschen hingingen. In der Nacht drangen sie dann in unsere Unterkunft und haben 
uns alle vergewaltigt. Ich wurde auf dem Fußmarsch nach Stallupönen oft von den Russen vergewaltigt. In 
einer Nacht holten mich die Russen fünfmal. Viele Frauen wurden bis zu 15 Mal von den Russen geholt. Es 
sind sehr viele kurz darauf verstorben. 

Unterwegs sahen wir an den Straßen junge und alte Frauen liegen, die einfach zu Tode gequält waren. Diesen 
Frauen hatten die Russen dann die Röcke über den Kopf geschlagen. Wir konnten dann sehen, daß Unterwäsche 
und Unterleib vollkommen blutig waren. In einem Bunker fanden wir ein junges Mädchen mit ihrem alten 
Vater, die beide von den Russen ermordet waren. Dem Mädchen waren ebenfalls die Röcke hochgeschlagen, 
und wir konnten sehen, daß auch ihre Unterwäsche blutig war. Auf dem Marsch nach Stallupönen haben wir 
während der ganzen Zeit jede Nacht solche Schreckensbilder gesehen oder sogar selbst erlebt. Wir sind dann 
schon gar nicht mehr in die Häuser gegangen, sondern hielten uns während der Nacht im Freien auf.« 

Frau Editha Müller aus Drossen, Kreis Westernberg (Brandenbg.): 

»Der Flüchtlingszug, der uns am 1. Februar 1945 um 12 Uhr fortbringen sollte und in dem sich der größte Teil 
der Drossener Einwohner befand, wurde ungefähr nach 300 m am Zeuschtsee von russischen Panzern 
beschossen. Es gab über 200 Tote. Alles drängte ins Freie. Meine 14jährige Tochter sprang zum Abteilfenster 
hinaus und lief in den nahen Wald, wo wir sie erst nach vielem Rufen und Suchen später wiederfanden. Meine 
74jährige Mutter, mein 12jäh-riger Sohn, meine 5jährige Tochter und ich strebten im Zug dem Ausgang zu. Wir 
mußten durch Blutlachen und an blutbespritzten Kinderwagen vorbei. Aus dem Fenster eines Abteils hing ein 
Soldat, dem von einem Geschoß der Kopf abgerissen war. Im Walde suchten Eltern ihre Kinder, und Kinder 
schrien nach der Mutter. Eine Frau lief mit einem Kopfschuß irr umher, und einer jungen Frau waren sämtliche 
Finger zerschossen. In aller Augen Grauen und Entsetzen. 

Den ganzen Nachmittag lagen wir im Schneematsch im Walde, der dauernd beschossen wurde. Wir sahen, wie 
der alte Herr Birkholz aus Drossen, Breite Straße, zusammenbrach und starb. Gegen Abend gingen wir, denn 
der Zug lag zerschossen auf der Strecke, in unser Haus am Röthsee zurück und verbrachten des Beschüsses 
wegen die Nacht im Keller. Am nächsten Morgen gingen wir mit Nachbarn in ein abgelegenes Bauerngehöft, 
da unsere Stadt noch unter Beschuß 
-180- 



lag. In unser Haus, Drossen, Weinbergsweg 9, kamen wir nicht mehr zurück. Die Polen plünderten es und 
steckten das Nachbargrundstück an, dieses brannte vollständig nieder. Frau Dr. Walther erzählte mir selbst, daß 
sie beim Einmarsch der Russen in Gegenwart ihres Mannes sechsmal hintereinander von Russen vergewaltigt 
worden sei und daß sie Gift nehmen würde, was sie auch später getan hat. Hundert Einwohner etwa nahmen 
sich im Gaswerk das Leben, viele andere durch Erschießen und Gift.« 

Frau Marie Buchholz aus Alt-Felicjanow, Kreis Tomaszow (Polen): 

»Am 3. Februar 1945 aber wurde mein Mann in unserer Wohnung von polnischer Polizei und russischen 
Soldaten verhaftet und in Koluszki in Gewahrsam genommen. Mein Ehemann verließ die Wohnung allein mit 
der Polizei und den russischen Soldaten. Wie ich am anderen Tage feststellte, wurde mein Ehemann von der 
polnischen Polizei zu Arbeiten verwendet. Seitdem habe ich von meinem Ehemann nichts mehr gehört, bis mir 
am 6. Februar 1945 von polnischen Zivilisten berichtet wurde, daß mein Ehemann vier Kilometer westlich von 
Felicjanow tot aufgefunden worden sei. Ich begab mich daraufhin an den bezeichneten Ort im Walde und fand 
meinen Mann erschossen, neben zwei anderen bis zur Unkenntlichkeit zugerichteten Deutschen, liegen. Es 
waren dies der Stellvertreter meines Mannes Fr. Tierling, und der Bierverleger Edmund Baum. Ein paar Schritte 
von ihnen entfernt lagen die Leichen von neun ermordeten deutschen Soldaten. Am gleichen Tage, nachdem ich 
beim polnischen Kommandanten die Genehmigung erhalten hatte, begaben sich mein Schwager und mein 
jüngster Sohn mit einem Handwagen an den Ort des Grauens und holten den Leichnam meines Ehemannes ab. 
Wir wollten ihn nach Hause bringen und schnell noch einen Sarg zusammenzimmern, aber da kam die 
polnische Miliz dazwischen und erlaubte es nicht. So begruben wir den Leichnam so auf unserem Friedhof. Das 
war am 8. Februar 1945. 

Im allgemeinen war es bei uns so, daß die polnische Intelligenz sich nicht recht traute, der Pöbel aber wütete 
und mordete. Ob schuldig oder nicht, danach fragte man nicht. Die vermögenden Deutschen oder diejenigen 
unter uns, die bei einer deutschen Dienststelle beschäftigt waren, wurden erschossen oder langsam zu Tode 
gequält. Aber auch die anderen Volksgenossen blieben nicht verschont.« 

Karl Tiffert aus Lassen, Kreis Brieg (Niederschlesien): 

»Am 4. Februar 1945, Sonntag, nachdem die Russen über die Oder gesetzt waren, kam es in und um Lossen zu 
Gefechten, welche sich in der Richtung Grottkau weiter entwickelten; hinter Grottkau stand die deutsche Front. 
Als die ersten russischen Panzer mit Infanterie ankamen, waren wir sofort Uhren, Ringe und andere Sachen los. 
Kurz daraufkam Infanterie an, und da war der 
-181- 

Teufel los. Sofort wurden die ersten Frauen vergewaltigt, von Kindern von 12 Jahren bis zur Greisin über 80 
Jahre, was ich selbst aus nächster Nähe gesehen habe. Mein zweites Dienstmädchen, Helene T., wurde von den 
Russen dreizehnmal hintereinander gebraucht. Es verging kein Tag, wo es ruhig war. Die jungen Mädchen und 
Frauen lagen meistens die Nächte im Garten unter den Sträuchern. Setzte sich ein Mann für sie ein, wurde er 
erschossen oder erschlagen, wie Bauer Hermann Wende erschossen mit Frau und Tochter, Kaufmann Theodor 
Ruscher und Max Leesch, Max Peisker erschossen. Rentner Scholz mit Frau mit dem Spaten erschlagen. Ein 12 
Jahre altes Mädchen wurde von der Mutter geschützt, Mutter erschossen, Mädchen gebraucht. Es gab fast keine 
Frau, die nicht geschändet wurde. Eine Greisin, Frau Rahn, viermal gebraucht. Frau Schneidermeister Pfeifer 
aus Jeschen erhängte aus Verzweiflung ihre drei Kinder im Alter von acht bis dreizehn Jahren und sich dann 
selbst. 

Aus dem Dorf Jeschen wurden fast restlos alle männlichen Personen verschleppt und sind verschollen, ebenso 
aus Lossen, die da waren. Die meisten sind verschollen. Ob Partei oder nicht. In der Villa Buchs war GPU, wo 
ich selbst vernommen wurde, von 30 Mann sind wir nur 4 Mann, ich auf meine russische Sprache, 
freigekommen, die andern verschleppt, nichts mehr von ihnen gehört. Das Vieh war im ganzen in einigen 
Stunden alles raus, so daß alle Wirtschaften bis auf einige Katzen leerstanden. Sämtliches Inventar wurde 
demoliert. Die evangelische Kirche war total ausgeräumt, in der katholischen Tabernakel erbrochen, und 
sämtliche kirchlichen Sachen lagen verstreut im Park und Dorf im Dreck. Viele Gebäude angezündet. 



Die toten Deutschen lagen, ebenso Vieh, bis zur Ernte rum. Es konnte sich ja niemand auf die Straße wagen, 
wollte er nicht verschleppt werden.« 

Frau Dora Mietzko aus Elbing (Westpr.): 

»Am 9. Februar 1945 erreichten die Russen unseren Stadtteil, Königsstraße/ Hochstraße, in meiner Heimatstadt 
Elbing. Nachdem die furchtbaren Kämpfe vorüber waren (es ist bekannt, daß Elbing zu den meistzerstörten 
Städten im Osten zählt), glaubten wir aufatmen zu können und ahnten noch nicht, daß erst jetzt die viel 
größeren Schrecken über uns kommen würden. 

Kaum hatten uns die ersten Russen in unserem kleinen, selbstgebauten Bunker unseres Gartens (Hochstraße 5) 
entdeckt, begannen sie, uns auszuplündern. Uhren, Schmuck, alle Wertgegenstände wurden uns genommen. 
Das alles berührte uns aber wenig, denn wir alle (wir waren etwa 1 8 Menschen, Miteinwohner) waren nach dem 
tagelangen Beschuß unseres Stadtteiles total erschöpft und ausgehungert, da wir den Bunker während dieser 
Zeit nicht verlassen konnten. Unser Wohnhaus war längst abgebrannt. 

Da kam ein betrunkener Russe hinzu und verlangte "Schnaps" von uns, den wir natürlich nicht hatten. Voller 

Wut darüber nahm er eine Handgranate und 

-182- 

warf sie in den Bunker, der unweigerlich in die Luft gegangen wäre und uns alle begraben hätte, wenn nicht — 
sei es Fügung — gerade am Bunkereingang ein Wassereimer gestanden hätte. In diesen Wassereimer fiel die 
Granate. Es zischte, der Bunker war voller Rauch, und so wurden nur die, die dem Bunkereingang am nächsten 
saßen, verletzt, zwei von ihnen schwer, sie wurden von den Russen erschossen, darunter mein Onkel, Bernhard 
Harwardt, 56 Jahre alt. Sie wurden einfach erschossen, well sie nicht mehr die Kraft besaßen, weiter zu gehen, 
als wir anschließend herausgetrieben wurden, schlimmer wie Vieh. So begann der Leidensweg für viele, viele 
Tausende von Menschen, alt und jung. 

Von allen Straßen, aus allen Häusern wurden die Menschen zusammengetrieben und eingesperrt, sei es im 
Gefängnis oder in anderen öffentlichen Gebäuden. Wir z. B. wurden in die Bergschule getrieben und mußten 
dort die Nacht verbringen. Es war grauenvoll. Zusammengepfercht lag alles neben- und aufeinander, alles 
erschöpfte, ausgehungerte Menschen. Einige aßen noch etwas, die meisten hatten aber nichts, denn man hatte ja 
keine Gelegenheit gehabt, sich noch etwas zu beschaffen. 

Noch glaubten wir, vielmehr hofften wir, daß das bald vorüber sein und wir wieder in die Häuser 
zurückgeschickt würden. Man hatte uns schon "warmes Essen" versprochen! Welch ein Hohn, wie lange sollten 
die meisten von uns das nicht mehr sehen, viele gar nicht mehr. Das Gejammere der Kleinen und Großen, die 
Hunger und Durst hatten, und der eigene Hunger war schon unerträglich. Wenn ich an die vielen weinenden 
Kinder denke, meine eigenen zwei-und dreijährig (es gibt wohl nichts Herzzerreißenderes, als die Kinder vor 
Hunger weinen zu sehen), an eine Gebärende (ohne irgendwelche Hilfsmittel), dann packt mich heute noch das 
Grauen. 

Und dann begann wohl das Schlimmste, was uns Frauen zustoßen konnte. Es war entsetzlich, als wir das 
Unfaßbare erkannten. Die Bestien kamen ohne Unterbrechung, leuchteten mit ihren Laternen in dem Raum 
umher und nahmen sich eine nach der andern. Es gab keine Hilfe. Und es gab wohl kaum eine Frau, der dieses 
Schicksal der rohen Vergewaltigung erspart geblieben ist, auch ich bin ihm nicht entgangen. Meine armen 
Schwestern, jung und unerfahren, und die vielen, vielen Frauen und Mädchen, die sich fügen mußten, wenn sie 
nicht erschossen werden wollten. Sofern sich jemand weigerte mitzugehen, wurde die Pistole gezeigt. So verlief 
die erste Nacht der "Befreiung" durch die Russen. 

Am frühen Morgen wurde die ganze Menschenmasse zur Stadt hinausgetrieben. Frauen und Kinder in großen 
Trupps, ebenso Männer gesondert. Das war der Morgen des 10. Februar 1945, der für alle Zeiten in mein 
Gedächtnis eingegraben ist. Ich sehe alles vor mir, heute wie damals. Die herzzerreißenden Szenen, die sich da 
abspielten, kann man nicht wiedergeben. Meine beiden Schwestern im Alter von 16 und 26 Jahren, die meine 
damals schwerkranke 
-183- 



Mutter geführt hatten, wurden von ihrer Seite gerissen. Wie konnten wir nur ahnen, daß wir sie niemals 
wiedersehen würden, ebenso meinen Vater, der weiter hinten in der Reihe der zusammengetriebenen Männer 
stand. 

Erst viel später, als wir Elbing verlassen hatten, haben wir durch zurückgekehrte Freunde und Bekannte von 
dem Leidensweg unserer armen Toten erfahren. Einige von ihnen, die mit ihnen in Sibirien waren, konnten uns 
nur noch mitteilen, daß sie alle starben, besser gesagt verendeten. Die zu Skeletten abgemagerten Toten wurden 
laut Bericht nackt in Massengräbern verscharrt. Was diese Armen erleiden mußten, kann wohl keiner ermessen. 
Ich selbst entging der Verschleppung, weil ich meine beiden Kinder fest umklammert hielt, als die Russen an 
mir zerrten. Es war ein Glückszufall; denn auch das war kein Hinderungsgrund. Wie viele Mütter wurden von 
der Seite ihrer Kinder gerissen! Eine junge Mutter, die mir ihren Kinderwagen überließ, nachdem sie ihren 
verhungerten Säugling im Kissen an den Straßenrand gelegt hatte, damit ich mein schwerkrankes, 
halbverhungertes eineinhalbjähriges Mädchen hineinlegen konnte (es starb ein Jahr später an Hungerskorbut), 
wurde in demselben Augenblick von den Russen mitgezerrt. Sie rief wie alle noch nach ihrer Mutter, die ihr zu 
Hilfe eilen wollte, aber mit Kolbenstößen wurde auch sie weggetrieben. Alle diese jungen, blühenden 
Menschen, die da weinend und klagend standen, andere auch vollkommen apathisch, sich kaum noch aufrecht 
haltend, werde ich mein Lebtag nicht vergessen können. 

Nachdem von unserem Trupp alle jungen Mädchen und Frauen herausgerissen waren, wurden wir, ein kleiner 
Rest, in die brennende Stadt zurückgetrieben. Es gelang uns, bis in die Stadtmitte zu kommen, wo ich bei 
meiner Freundin, Frau Edith Kämmer, in deren Wohnhaus, Traubenstraße 18, Unterkunft fand. Die dauernden 
Belästigungen, Vergewaltigungen, will ich nur nebenbei erwähnen. Das sollte auch vorläufig kein Ende finden. 
Wir waren nun eine Menge Leute in diesem Haus und lebten die nächsten Wochen zunächst in den Kellern 
unter den denkbar primitivsten Verhältnissen, schutzlos, rechtlos, der Brutalität und Willkür der Russen Tag 
und Nacht ausgesetzt. Die andauernden Plünderungen berührten uns gar nicht mehr, aber die anhaltende Angst 
vor immer neuen Vergewaltigungen lähmte uns vollkommen. 

Die Verschleppungen hielten an, täglich hörte man die Hilfeschreie der Frauen, die von überall weggeholt 
wurden, aus den Häusern, auf der Suche nach Nahrungsmitteln (man war doch darauf angewiesen, sich etwas 
Eßbares aus den leerstehenden Kellern und Wohnungen zu suchen), beim Wasserholen am Brunnen (Licht- und 
Wasserleitungen waren doch völlig zerstört). Ich selbst lebte immer in Todesangst, denn der Gedanke, von den 
Kindern weggerissen zu werden, war wohl das Schlimmste, was einem zustoßen konnte. Und der Gefahr, 
verschleppt zu werden, war man immer und überall ausgesetzt. 
-184- 

Ich will nachstehend berichten, wie die Russen diese Verschleppungsaktion vornahmen: Es war am Karfreitag - 
sie hatten eine besondere Vorliebe, solche und ähnliche Feiertage oder Sonntage auszuwählen — , als unsere 
Straße plötzlich abgeriegelt wurde. Es pfiff und schrie von allen Seiten, und innerhalb weniger Minuten waren 
alle Häuser sowie Gärten umstellt. An ein Entkommen war also nicht zu denken. Alle Häuser wurden vom 
Boden bis zum Keller durchsucht. Es gelang mir, mich in letzter Minute in einem - schon für diesen Zweck 
hergerichteten - Versteck zu verkriechen (denn es war nicht das erste Mal). Dort wartete ich zitternd und halb 
von Sinnen, ob es mich diesmal ereilen würde, aber es ging auch diesmal an mir vorüber. Aus unserem Haus 
allein wurden damals vier Frauen (darunter auch eine Mutter von kleinen Kindern) mitgenommen. (Zwei davon 
kamen später wegen Alter und Krankheit zurück). Ich sah nur kurz - als die Russen das Haus so schnell 
verlassen hatten, wie sie vorher gekommen waren, denn eine Straße reihte sich an die andere und wurde 
anschließend abgeriegelt — einen langen Zug von Frauen und Mädchen mitten auf der Straße, weinend und 
klagend, einige mit Bündeln bepackt, andere mit Decken und wieder andere nicht einmal mit Mänteln bekleidet. 
Und es war kalt. Diesen traurigen Zug werde ich auch nicht vergessen. Mit den Gewehrkolben der rohen Kerle 
wurden sie vorangetrieben. 

Dann kam der 20. April, auch solch ein Schreckenstag. Schon vorher erreichten uns alle möglichen Gerüchte. 
Aber der Tag verlief ruhig, und wir waren zuversichtlich und legten uns schlafen. Allerdings in Kleidern, denn 
anders kannten wir keine Ruhe mehr. Im Ernstfall mußte man wenigstens angekleidet sein. Und dann wurde es 
doch eine schlimme Nacht. Sieben groß angelegte Brände habe ich in dieser Nacht allein gesehen. Wieder war 
das Haus plötzlich voller Russen. Trotzdem wir Haustüren mit Brettern vernagelt und auf jede nur mögliche 



Weise verrammelt hatten, waren sie plötzlich da, und diesmal gelang es auch mir nicht, mich zu verstecken. 
Todmüde und ausgehungert, wie man schon war, fehlte es an Kräften, sich auch noch zu wehren und 
aufzulehnen. Es regnete in Strömen, als wir Frauen alle - die Kinder zurücklassend - herausgetrieben wurden, 
bis auf einige alte Leute, darunter auch meine Mutter. So blieb mir dieser eine Trost, daß meine beiden kleinen 
Kinder wenigstens in der Obhut meiner Mutter zurückblieben. Sie waren durch den Lärm wach geworden und 
schrien fürchterlich und riefen nach mir, während die Russen schon an mir zerrten. Damals glaubte ich nicht, 
daß ich noch einmal zurückkommen würde. 

Es war furchtbar und läßt sich in Worten nicht wiedergeben. Aber es war bezeichnend für die Russen, wie sie 
uns in dieser Nacht quälten, nur aus bloßer und wilder Freude. Sie trieben uns an mehreren Brandstellen 
vorüber, an jeder Brandstelle einen Trupp zurücklassend. Wir waren ein langer Zug, aus einem ganzen Stadtteil 
zusammengeholt. Und man wunderte sich, daß überhaupt immer noch so viele da waren. 
-185- 

Ich selbst befand mich unter einem Trupp, der in der Petristraße zurückbleiben mußte. Es brannte dort ein 
großes Haus, und wir mußten uns dicht davor aufstellen. Einmal der strömende Regen, zum andern die hohen 
Flammen, das Knistern, die unerträgliche Hitze, die Todesangst, daß das Haus über uns zusammenstürzen 
könnte. Und plötzlich schrien die Russen, wir würden abgezählt, jeder zehnte sollte vortreten, die sollten 
erschossen werden, weil die Deutschen diese Brände alle angelegt hätten! Welch ein Wahnsinn, als ob auch nur 
ein Deutscher es gewagt hätte, nachts die Straße zu betreten, er wäre sofort unweigerlich erschossen worden 
von den Streifen. 

Während diese Bestien zählten, schössen andere über unsere Köpfe hinweg, es pfiff und knallte überall, und es 
entstand ein wirres Durcheinander. Wir versuchten wegzulaufen, aber das war natürlich aussichtslos, denn die 
Russen hatten uns sofort umzingelt. Dieses Grinsen von ihnen, diese teuflischen Fratzen, sehe ich heute noch 
vor mir. So weideten sie sich an unserer Todesangst, wußten sie doch, daß wir hilflos waren. 
Dann stießen sie uns plötzlich mit ihren Gewehrkolben und riefen, wir sollten alle laufen, sonst würden wir 
noch alle erschossen. Wir sind dann - so schwach wir waren - doch um unser Leben gelaufen, bis wir in der 
Dunkelheit uns etwas sicherer fühlten. Das war um 3.00 Uhr morgens, um 12.00 Uhr hatten sie uns 
herausgeholt. Einige wenige von ihnen brachten uns dann zurück in unsere Straße und taten uns nichts mehr. 
Jedesmal nach solch einem oder ähnlichem Erlebnis brach man erschöpft zusammen. 

Von diesen und ähnlichen Erlebnissen war man im Laufe der Monate vollkommen zermürbt und abgestumpft. 
Dann kam etwas anderes, was uns von neuem so erschüttern sollte. Wenigstens erging es mir so. Unter der 
"Führung" einer deutschen Kommunistin und deren Mann, die sich mit mehreren Russen wohl angefreundet 
haben mußten, wurden wir gezwungen, die vielen toten, noch in allen Straßen, Häusern und Kellern 
herumliegenden deutschen Soldaten zu beerdigen, d. h. zu verscharren. Ich wäre heute noch in der Lage, überall 
dort hinzugehen, wo wir sie hingelegt haben. Es war uns streng verboten, irgendwelche Papiere an uns zu 
nehmen. Nicht einmal diesen letzten Dienst durften wir diesen Armen erweisen. Wie vielen heute noch 
Wartenden hätte man Nachricht geben können! Ich besitze heute noch ein kleines Soldatenbuch - leider ohne 
Namen -, das ich an mich nahm, als wir dabei waren, wieder einige Soldaten so menschenunwürdig zu 
begraben. Man befahl uns, den Pferdekadaver mit ihnen zu verscharren. Man war manchmal halb ohnmächtig 
vor Mitleid mit diesen Toten und deren Angehörigen, die man nicht einmal kannte. 

Eines sei besonders erwähnt: In dem Hof der Pestalozzischule (Logenstraße) haben wir etwa 25 Soldaten zur 
Ruhe gebettet. Diese armen Soldaten waren alle schwer verwundet gewesen und lagen im Keller der Schule, die 
als Hilfslazarett eingerichtet gewesen sein muß, wie im Todeskampf teils umklammert, 
-186- 

teils über- und nebeneinander. Es war entsetzlich anzusehen. Manche trugen untrügliche Zeichen von 
Verstümmelung und Erschießung. Es packt mich heute noch das Grauen, wenn ich das Bild vor mir sehe, diese 
Blutlachen und Klumpen. Sie alle waren von den Russen bestialisch ermordet worden. 

Bei zwei Frauen, die wir einmal beerdigten, war klar erkenntlich, daß sie erst vergewaltigt und dann erschossen 
worden waren. Sie lagen halb entkleidet da, ein Bild des Jammers. Sie mögen sich auch gewehrt haben und 
dabei erschossen worden sein.« 



Paul Thiel aus Freystadt (Niederschlesien): 

»Zunächst erschien am 10. Februar 1945 nun ein anständig aussehender Sowjet an der Kellertür - wir waren in 
den Kellern der Villa Schröter, da diese mehrere Ausgänge hatten - und fragte sehr höflich auf deutsch, ob sich 
noch deutsche Soldaten im Keller befänden, ob wir noch Waffen hätten, was wir ehrlichst verneinen konnten. 
Dann riet er uns dringendst an, alle noch jüngeren Frauen und Mädchen von jetzt versteckt zu halten, da diese 
auf Befehl von Stalin den sowjetischen Soldaten zur Verfügung zu stehen hätten ... 

Nun folgten pausenlos durchziehende, singende, johlende Truppen, total betrunken, die Folge der leider nicht 
rechtzeitig vernichteten ungeheuren Vorräte an Spiritus aus den umliegenden großen Dominialbrennereien. Die 
Sowjets drangen in die Häuser ein, verlangten Uhren und Ringe, plünderten im Vorbeiziehen, zerstörten und 
warfen schon das meiste an der nächsten Straßenecke wieder fort, da sie ja im Kampfeinsatz doch nichts davon 
gebrauchen konnten. 

Unser netter Sowjet versprach, sich alle paar Stunden um uns kümmern zu wollen, was er auch gehalten hat. 
Aber er war ja machtlos diesem Treiben, diesen Mengen gegenüber. 

Anfangs glaubten wir in unserem Optimismus noch, daß das Gros der Russen vielleicht ähnlich sein würde. Wir 
nahmen an, daß unser Hierbleiben im Gegensatz zu der Flucht der meisten unserer Mitbürger doch das 
Richtigere gewesen sei, aber die bittre Erkenntnis, daß dies alles nur blanker Selbstmord war, sollte nur allzu 
bald in uns aufgehen. 

Rudel von Verbrechern, sowjetischer Nachschub, Deserteure, Polen usw. folgten der Kampftruppe, ergossen 
sich in die Häuser, kehrten das Unterste zuoberst. Die unglücklichen Deutschen wurden in rohester Weise von 
ihrem Eigentum weggerissen, mißhandelt, verschleppt, Frauen aus jedem noch so gut getarnten Versteck 
gezerrt und von der 12jährigen bis zur 80jährigen unbekümmert um Zuschauer in rohester Form vergewaltigt. 
Es war daher kein Wunder, wenn zur Hilfe eilende Ehemänner, Väter, Frauen, Kinder einfach über den Haufen 
geschossen wurden, wenn weitere aus Verzweiflung, Schande ihrem Dasein ein Ende machten. 
-187- 

Etwa 130 Personen: Männer, Frauen, Kinder und einige 'Wehrmachtsangehörige wurden in den ersten Tagen 
beerdigt... 

Die, wie überall, der Truppe auf dem Fuß folgende NKWD richtete ihre Vernehmungskeller ein, und im Hause 
des Herrn Hein erpreßte man in nächtlichen mittelalterlichen Vernehmungen jedes gewünschte Geständnis. 
Die Gerechtigkeit erfordert aber, an dieser Stelle zu bemerken, daß trotz all dem das Verhalten der Sowjets 
nicht diesen Grad barbarischen Sadismus annahm wie später bei den Polen, die ihren GPU-Keller im Gebäude 
der Kreisbank eingerichtet hatten. Was hier geschehen ist, ist einfach nicht mit Worten wiederzugeben! 
Trotzdem darf aber nicht der nochmalige Hinweis auf die schändliche Anordnung oberster sowjetischer Stellen 
unterlassen werden, nach der jedes weibliche Wesen dem brutalen Sieger zur Verfügung zu stehen hatte! 
Etwa 300 Frauen und Mädchen wurden unter der fadenscheinigen Tarnung eines Arbeitseinsatzes aus Stadt und 
Land zusammengetrieben und unter unmöglichen Bedingungen im Hause des Kaufmanns Matzke geschlossen 
festgehalten, um Nacht für Nacht durch Wochen hindurch der sowjetischen Truppe zur Verfügung zu stehen. 
Hier spielte Alter, Schwangerschaft, Krankheit nicht den geringsten Hinderungsgrund! 

So wurde ferner im katholischen Krankenhaus der Zaun geschlossen und die unglücklichen Nonnen demselben 
Schicksal unterworfen, bis ich sie später woanders sicherer unterbringen konnte.« 

Frau Selma Deckwart aus Possen, Kreis Bunzlau (Niederschlesien): 

»Am 13. Februar 1945 morgens gegen 8.00 Uhr rückten die russischen Kampftruppen in unseren Heimatort 
Possen ein. Gemeinsam mit den russischen Landarbeiterinnen, die damals im Dorf zur Landarbeit eingesetzt 
waren, plünderten die Kampftruppen die einzelnen Häuser durch und nahmen alles an wertvollen Bekleidungs- 
und Wertgegenständen mit. Durch die herrschenden Kampftätigkeiten waren wir gezwungen, mit mehreren 
Dorfbewohnern den Keller aufzusuchen. 

Am Abend bezogen die russischen Soldaten Quartier im Dorf. In unser Haus rückten ca. 30 Mann ein. 
Inzwischen mußten wir den russischen Soldaten Dienste leisten und wurden während dieser Zeit laufend 
verhört. Zur gleichen Zelt mußte ich einige Male Vergewaltigungen über mich ergehen lassen. In den späten 



Abendstunden, etwa gegen 21.00 Uhr, mußte ich mit meinem Mann und der jungen Frau Embschen (21 Jahre) 
einer Anzahl russischer Soldaten auf die Straße folgen, und sie trieben uns etwa 100 Meter die Dorfstraße 
entlang. Alsdann mußten wir mit ihnen wieder umkehren, und vor dem meinem Gehöft gegenüberliegenden 
Häuschen der Frau Borrmann mußten wir drei uns aufstellen, und die zum Teil stark angetrunkenen Russen 
vollführten ein Freudenge- 
-188- 

heul, wobei sie laufend mit Erschießen drohten, jedoch aber in die Luft schössen. Kurze Zeit darauf zerrten sie 
Frau Embscher in den Stall. 

Unter den Anrufen "dawei" trieb man mich jetzt in ein Zimmer des ersten Stockwerkes. Sechs Russen fielen 
jetzt wie Bestien nacheinander über mich her, nachdem sie mir vorher die Kleider vom Leibe gerissen hatten. 
Es würde zu weit führen, wenn ich auf Einzelheiten dieser bestialischen Behandlung eingehen wollte, jedenfalls 
mußte ich in dieser Nacht etwa 25 dieser Vergewaltigungen über mich ergehen lassen, unbeschreiblich war 
mein Zustand. In der gleichen Nacht brachte mich anschließend ein Russe in mein Haus zurück. Meinen Mann 
fand ich nicht vor daheim. In banger Sorge, daß sie meinen Mann erschossen haben (denn ich hatte einen nahen 
Schuß fallen hören, während sie mich vergewaltigten), konnte ich keinen Schlaf finden; sobald es grau wurde, 
suchte ich meinen Mann und fand ihn auch an der Stelle, wo ich ihn verlassen mußte, mit tödlichem Kopfschuß. 
Am 18. Februar 1945 habe ich dann meinen Mann mit Hilfe eines Nachbarn auf unserem Grundstück begraben. 
In der folgenden Zeit darauf mußte ich fast täglich sieben bis acht Vergewaltigungen über mich ergehen lassen. 
Unvergeßlich werden mir diese häßlichen mongolischen Gesichter bleiben. All dies ist nicht spurlos an mir vor- 
übergegangen; ich bin heute seelisch krank, auch körperlich. Jedesmal beim Wechsel der Truppen steckten die 
Abrückenden einige Häuser in Brand.« 

Kurt Lachmann aus Possen, Kreis Bunzlau (Niederschlesien): 

»Wir hielten uns am 13. Februar 1945 im Keller auf (viele Frauen und junge Mädchen, die ebenfalls bei uns im 
Keller Schutz suchten, waren zugegen), als gegen Mittag erstmalig die Russen unser Haus durchplünderten und 
dabei alles, was für sie gerade brauchbar erschien, insbesondere Uhren, Schmuck und Trauringe, entrissen. Am 
Abend stürmten, wie eine Horde, russische Soldaten in unseren Keller und holten alle Frauen und Mädchen in 
die Wohnung hinauf. Vom Keller aus konnte man dann das Aufschreien von den Frauen und Mädchen hören. 
Erst gegen Morgen kamen sie, teilweise blutend, zurück. Dieser Zustand dauerte etwa zwei Wochen an, und 
täglich wiederholten sich die gleichen Szenen. 

Während dieser Zeit waren auch mein Onkel und meine Tante Berta Kremse aus Bunzlau dabei. Eines Tages 
war ich mit Onkel und meiner Tante auf dem Wege zum Nachbarhaus, als ein Russe uns entgegenkam und 
meine Tante mitschleifen wollte. Sie setzte sich zur Wehr, worauf der Russe sie mit der Maschinenpistole in 
den Leib schoß. Mein Onkel holte einen Handwagen herbei und fuhr die Schwerverletzte zum Nachbarhaus. 
Der russische Soldat folgte uns und schoß meine Tante nochmals in den Leib. Als sie daraufhin noch lebte, 
schlug der Russe mit der MP. auf den Kopf. Im Gehöft des Bauern Gustav Otte angekommen, trug mein Onkel 
unter Stöhnen und Aufschreien die Schwer- 
-189- 

verletzte in den Hausflur. Wiederum hatte uns dieser Russe bis hierhin verfolgt und gab jetzt nochmals vier 
Schuß auf sie ab. Als meine Tante immer noch schrie, schlug er sie nochmals mit der MP. auf den Kopf. Ihr 
Gesicht war sowie ihr Kopf vollkommen entstellt. Sie war damals 50 Jahre alt. Durch Androhung der Russen, 
daß mein Onkel am nächsten Tag weggeholt werden sollte, begingen mein Onkel, meine Mutter und jüngerer 
Bruder Selbstmord durch vorzeitiges Schließen des mit Kohle geheizten Ofens. Auch ich sollte mein Leben mit 
lassen, bin jedoch, als es mir unerträglich wurde, davongelaufen. 

Mein Onkel August Lachmann (33 Jahre), schwer beinverletzt durch Unfall, wurde am ersten Tage vor 
Einmarsch der Russen von der Nachbarin Selma Engmann gebeten, zu ihr zu kommen, da sie mit ihrer Tochter 
allein im Hause war. Mein Onkel kehrte von da nicht mehr zurück. Erst zehn Wochen später fand man ihn etwa 
einen Kilometer von zu Haus entfernt ohne Bekleidung mit Stichwunden in der Brust liegend auf. 



Die bereits angeführten Massenvergewaltigungen erfolgten sehr oft im Beisem von Kindern aller Jahrgänge. Ich 
selbst, damals 13 Jahre, mußte in zahlreichen Fällen ebenfalls zusehen.« 

Frau G. B. aus Birstonischken, Kreis Pogegen (Memelland): 

»Am Vormittag des 17. Februar 1945 waren dann die Russen da. Was nun innerhalb einer Stunde geschah, kam 
mir erst_ später zum Bewußtsein. Unsere letzte Habe, die auf einen Leiterwagen geladen war, wurde restlos auf 
Lastwagen verladen; nur was wir anhatten, durften wir behalten. Wurden wie das Vieh In die Scheune 
getrieben, später dann in das nächste Gehöft gebracht. Nun wurden alle Personen einzeln vernommen. Es waren 
Russen, Zivilgefangene, Polen, Franzosen und Deutsche. Dem Weißrussen, der bei uns viereinhalb Jahre 
gearbeitet hatte, wurde auch die Uhr genommen. Man wollte ihm auch die Stiefel und die Lederjacke 
ausziehen; er ließ es sich aber nicht gefallen. Dann hat man ihn gefragt: "Hast du für die Deutschen gearbeitet?" 
Als er diese Frage mit "Ja" beantwortete, schlug man ihn in das Gesicht. Dem treuen Menschen standen ob 
dieser Schmach, von seinen eigenen Landsleuten geschlagen zu werden, die Tränen in den Augen. 
Nun wurden sämtliche Frauen mit Kindern und Leute über 60 Jahre entlassen und Richtung Landsberg 
geschickt. Die Männer, darunter auch mein Mann, der 1940 eine schwere Lungenoperation durchgemacht hatte 
(Vollplastik), wurden alle dabehalten und sollen später nach dem Ural verschleppt worden sein. Die erste Nacht 
in Landsberg werde ich nie vergessen. Begannen doch hier die ersten Vergewaltigungen. Fest hielt ich die 
Kinder an mich gepreßt, in der Hoffnung, so der Drangsal zu entgehen. Ich ließ es darauf ankommen und sagte 
zu dem Posten, der die Maschinenpistole auf uns gerichtet hielt: "So 
-190- 

schieße doch!" Er tat es aber nicht, sondern sagte auf gut deutsch: "Du bist ja bekloppt !" 

Am anderen Morgen ging es dann in Richtung Korschen weiter. In Eichhorn machten wir halt, denn alle hatten 
Hunger und froren. Wir suchten ein leeres Haus, um etwas zu kochen. Überall zerstörter Hausrat und 
dergleichen. Die Höfe und Wege standen voll verlassener Flüchtlingswagen. Überall lagen Betten, Wäsche und 
Lebensmittel umher, die bei der Witterung bald verdarben. Und doch haben die Menschen von diesen 
Lebensmitteln, die neben toten Menschen und Vieh lagerten, essen müssen, um ihr Leben zu fristen. 
Acht Tage lang hielten wir uns in Eichhorn auf (ca. 16 Personen). Eines Morgens holte uns ein russischer 
Posten nach Dirsen zur Arbeit. Hier war einiges Vieh, das wir betreuen mußten. Hier wurden wir regelmäßig 
verpflegt. Anfang März 1945 wurden vier Frauen, darunter auch ich, nach Eichhorn geholt. Hier sollten wir die 
Wohnungen säubern. Diese Arbeit hatten wir bis zum Spätnachmittag getan. Nun brachte uns ein Posten in 
einen Keller, in dem ca. 14 Leichen lagen. Als Anfang Februar 1945 die Front näherkam, hatten sich diese 
Menschen in den Keller geflüchtet. Sie alle waren durch Maschinenpistolen getötet worden. Nun sollten wir 
diese Toten, die unter Gerumpel schon vier Wochen lagen, aus dem Keller hochschaffen und hinter der Scheune 
in eine nur einen halben Meter tiefe Kalkgrube bringen. Eine Tragbahre gab man uns. Mit umwickelten Händen 
faßten wir die Toten an, es war ein furchterregender Anblick, und ich konnte ihn lange nicht vergessen. Später 
gewöhnte man sich auch daran.« 

Frau Hedwig Rosemann, aus Breslau: 

»Frau Josef gebar am 18. Februar einen Sohn im Keller. Da die Hebamme nur einige Häuser entfernt wohnte, 
war sie gleich zur Stelle. Es war furchtbar in dem nassen Keller. Das Kind schrie fortwährend. Die Mutter 
mußte mit ihren zwei Kindern nach zwei Tagen ans Tageslicht, und sie kam mit ihrer Mutter in den zweiten 
Stock. Aber auch sie blieb nicht verschont vor den Vergewaltigungen, trotzdem doch jeder das kleine 
Würmchen neben der jungen Mutter sah. 

Nach zehn Tagen mußten wir die Altstadt räumen, und wir wurden von den Russen in die Villenstadt in zwei 
Straßen, Kaiser-Friedrich-Straße und Bis-marckstraße, angewiesen. Wir wohnten in der Bismarckstraße 9 in der 
Lehrerwohnung von Herrn Spangenberg im ersten Stock. Im zweiten Stock lag ein Kunstmalerehepaar mit 
seiner Tochter erschossen in den Betten. Die Gesichter waren schon schwarz. Mein Mann mußte sie mit Herrn 
Flicker runtertragen, eingewickelt in die Bettlaken, wo sie auf einem Rasenplatz dann noch einige Tage lagen, 
ehe sie beerdigt wurden. 



Die Bewohner der beiden Straßen aus der Altstadt mußten sich das Wasser zum Kochen aus einer kleinen 

Pumpe auf der Kaiser-Friedrich-Straße holen. 

-191- 

Dort standen wir stundenlang Schlange an, denn das Wasser war oft sehr schnell alle. Die elektrischen Anlagen 
waren zerstört. 

Eine 45jährige Lehrerin erzählte mir, daß sie die dauernden Vergewaltigungen der Russen - täglich 20- bis 30 
mal - nicht mehr aushalten könne. Die Russen vergewaltigten sie, unbekümmert darum, daß sie mit ihrer 81 
jährigen Mutter in einem Bett schlief! Es war eben furchtbar, keine Frau blieb verschont!« 

Frau E. S. aus Rössel (Ostpreußen): 

»Etwa am 20. Februar 1945 kamen feste Verbände nach Rössel. Damit wurden wir Garnisonstadt. Tag und 
Nacht wurde geplündert. Die Vergewaltigungen nahmen kein Ende. Viele Frauen, z. B. Frau B., baten Dr. N. 
vom Krankenhaus um Gift. Er gab es nicht. Unter den von wüsten Männern viehisch Mißhandelten befanden 
sich Kinder von 13 bis 14 Jahren, so die 14jäh-rige Tochter von W. F. und die 13 jährige Tochter von 
Kaufmann V. M. Meine Freundin E. W. wurde von russischen Soldaten zu ihrer Mutter gebracht, sie konnte vor 
Schwäche nicht mehr gehen und war lange krank. Ein Mädel aus der Siedlung konnte die Vergewaltigungen 
nicht mehr ertragen, nahm Essigessenz und starb unter furchtbaren Schmerzen. Ein anderes Mädel hängte sich 
aus demselben Grunde auf, eine Flüchtlingsfrau ebenfalls. Wenn ein Russe an der Tür erschien, flohen Frauen 
und Mädchen durch die Fenster. Dann umstellten die Russen die Häuser und holten sich ihre Beute. 
Gleich in den ersten Tagen mußten sich die Männer bis zu 50 Jahren melden. Sie wurden verschleppt. Darunter 
war auch Peter Bock. Er ist inzwischen verstorben. Später nahm man auch die älteren Männer. Einige Namen: 
Mein Vater (60 Jahre), Kaufmann Kellmann, Fleischermeister Jekosch, Fleischermeister Nieswandt, Kaufmann 
Klimmeck, Stadtbaumeister Krekel, Kaufmann Hoepfner, Postassistent Zimmermann, Schlachthofaufseher 
Naujoks, Tischler Hermann Orlowski, die Fleischer Luhmann und Bagahn, Polzien (von der Ermländischen 
Genossenschaft), Bäckermeister Prill und seine Frau, Stadthaupt-kassenrendant Wolff, Kaufmann Hünemohr 
(im Lager Archangelsk verstorben), Rechtsanwalt Dorsch (70 Jahre, im Lazarett Archangelsk 1. April 45, acht 
Tage nach Einlieferung, laut Nachricht von Pfarrer Lic. Braun [jetzt englische Zone], verstorben), Apotheker 
Pessara (kam zurück, starb auf der Flucht in Deutschland), Installateur Radtke (kam zurück), Postobersekretär 
Lingnau mit drei Töchtern, Polizeiwachtmeister Kroll mit zwei Töchtern, Tischlermeister Schmidt und Tochter, 
Lehrer Buchholz mit zwei Töchtern, Frau Masuhr (Frau des Bürgermeisters — hatte falschen Paß), Frau F. 
(Kind oben erwähnt ~ Vater W. F.), Lilly Peto, Gertrud Käse, Frau Sistermanns (kam zurück), Fräulein Maria 
Wirdel (kam zurück, wohnt mit ihrer Mutter in Westfalen), Fräulein Gitta Harwardt (kam zurück, wohnt in 
Westfalen), Frau Lowitsch, Frau Schwark, Tischlermeister Dedner und zwei Töchter.« 
-192- 

Frau I. K. aus Eichfier, Kreis Deutsch Krone (Pommern): 

»Am 28. Februar 1945 nach ungefähr einer Stunde kam unser Mädchen Anna Zutauska, eine Ukrainerin, zu mir 
in den Keller und sagte: "Frau K, kommen Sie, Sie brauchen keine Angst zu haben, die Russen tun Ihnen 
nichts." Ich zitterte am ganzen Körper, sie nahm meinen Arm, wir gingen auf die Straße. Es kam ein Panzer, ich 
sah zum ersten Mal Russen. Anna Z. winkte, der Panzer hielt, sie begrüßten sich händeschüttelnd. Anna Z. 
meinte zu mir: "Nun ist alles, alles vorbei, nun ist alles gut." 

Ich war etwas ruhiger geworden und dachte an mein Kind, das bei meinen Eltern war, die 3 km vom Dorf 
entfernt wohnten. Anna Z. war bereit, nach einer kurzen Unterredung mit einem russischen Vorgesetzten, der 
die Erlaubnis gab, auf meinen Wunsch zu meinen Eltern zu fahren, um zu sehen, ob sie wohl alles gut 
überstanden hatten. Anna Z. fuhr mit Pferd und Schlitten dem Dorfende zu. Bald darauf brachte ein 
Dorfbewohner mir unser Pferd und Schlitten zurück. Unser Mädchen Anna Z. aber war von Russen erschossen 
worden. 

Mehrmals am Tage visitierten uns Russen und ließen Uhren und Ringe und dergleichen Schmucksachen 
mitgehen. Ich hatte nur noch meine Handtasche mit Geld und Wertpapieren. Die Russen musterten uns genau, 
und schon am Abend kamen einige zu uns ins Zimmer, »visitierten aufs neue und schoben (uns) einzeln, ob 



Mann oder Frau, zur Tür hinaus. Hinter mir wurde die Tür zugeknallt. Zwei junge Mädchen und eine junge 
Frau, hochschwanger, Flüchtlinge aus dem Wartheland, mußten zurückbleiben. Ein Schuß fiel im Zimmer, ein 
Mädchen schrie auf. Wir andern, wohl so 15 Personen, wurden durch ein dunkles Zimmer bis auf die Straße 
gedrängt, wo ein russischer Posten mit gehobener Maschinenpistole vor uns Wache hielt. Wir alle glaubten, daß 
jetzt wohl unser Ende gekommen sei. Aber nach ungefähr 30 Minuten durften wir wieder in das Zimmer 
zurück. Ich staunte sehr, als ich außer den Russen auch die zwei jungen Mädchen und die junge Frau sitzen sah. 
Eines der Mädchen kam zu mir und sagte: "Wir haben für euch gelitten. Ich hatte in dieser Zelt drei Russen." 
Ich konnte zuerst nicht recht verstehen. Aber als ich nach geraumer Zeit bemerkte, wie ein Russe eines der 
Mädchen aufforderte "Komm mit" und mit ihr in der Nebenkammer verschwand, wußte ich, was los war. 
So ging es denn die ganze Nacht. Die beiden jungen Mädchen und die junge Frau hatten besonders unter den 
Vergewaltigungen der Russen zu leiden. Die junge, schwangere Frau stand schon keuchend auf einen Sessel 
gestützt, eine Haarsträhne hing ihr ins Gesicht. Wer sollte sie schützen, ein jeder fürchtete dann die Brutalität 
der Russen. Folgte man nicht ihrer Aufforderung, zögerten diese auch nicht, das Gewehr auf einen zu richten. 
Des Morgens zog dann dieser Trupp Russen ab. Da nun etwas Ruhe auf den Straßen war, benutzten wir schnell 
die Gelegenheit, um zu sehen, wie es wohl den anderen ergangen war. Bei meiner Schwägerin Erna Redemann 
hatte 
-193- 

ein Russe ein Mädchen, das aus dem Warthegau zu ihr geflüchtet war, erschossen, da es nicht der Aufforderung 
des Russen gefolgt war. Meine Freundin Margarete Redemann, die Tochter des erschossenen Gustav 
Redemann, hatte sich vergiftet. Man hatte die Leiche in Tücher gewickelt auf die Scheunentenne gelegt. Die 
Mutter aber und die beiden Schwestern, Liselotte 20 Jahre alt und Ruth 17 Jahre alt, sowie die Tante Ottilie 
Redemann, Frau Neugebauer mit drei kleinen Kindern, Frau Patoneck mit Schwiegertochter und Enkel und an- 
dere, insgesamt 17 Personen, verbrannten mit dem Haus. Die Ursache und der Vorgang dieses Schicksals ist 
uns allen noch heute unbekannt. Auch den etwas schwachsinnigen Arbeiter des Bauern G. Redemann, Paul 
Krause, fand man im Kuhstall unter der Kuhkrippe tot mit aufgeschnittenem Bauch. 

Viele Bewohner verließen das Dorf, und so flüchteten auch meine Schwägerin und ich zu meinen Eltern, die 3 
km vom Dorf eine Landwirtschaft besaßen. Wir fanden alles gesund vor. Die Russen waren auch bei ihnen 
gewesen, hatten unter Mitnahme von Schmucksachen und einigen Kleidungsstücken nichts angerichtet. In der 
Nachbarschaft waren sieben Mann erschossen worden. Da lag hinter dem Stall der Bauer Paul Reetz und Sohn 
Leo sowie der Bauer Walter Manthei und Degner. In seinem Garten lag der Bauer Georg Nowack mit 
abgesägtem Kopf. Zu der Familie Seck kamen angeblich des Abends Russen und der bei dem Nachbarn 
arbeitende Pole ins Zimmer, erschossen die Frau und nahmen Herrn Seck bis zum Dorf mit und erschossen ihn. 
Auch der Bürgermeister Willi Tarn aus Eichner lag dort tot.« 
K. W. aus Tempelburg, Kreis Neustettin (Pommern): 

»Am folgenden Morgen, am 5. März 1945, wurde vom Hauswirt um 8 Uhr Haus und Torweg geöffnet, 5 
Minuten darauf hatten die Russen schon mein Pferd abgeführt. Andere hockten auf dem Wagen, um zu 
plündern. Alle 10 Minuten öffnete sich die Stubentüre. Es erschienen Russen, einzeln und in kleineren Trupps, 
die MPs immer auf unsere Brust gerichtet, um uns immer wieder erneut von oben bis unten abzutasten nach 
Uhren, Messern und sonstigen Wertgegenständen. Die letzten mitgenommenen Sachen wurden vom Wagen 
geraubt. Bald erfuhr man auch Einzelheiten aus der Stadt. Im Laufe des Vormittags kam der Hauswirt aus 
seinem Garten zurück ins Zimmer und erzählte, daß im Garten unter einem Baume vier Leichen (Männer und 
Frauen) lägen, während drei Leichen im Baum hingen. In dieser Nacht hat es in Polzin zwischen 200 bis 300 
Leichen gegeben. Genaues war nicht zu erfahren. 

Erschießungen fanden während der ersten Zeit alltäglich statt. Eine ganze Arztfamilie wurde erschossen, weil 
der Arzt bei der Behandlung der Kranken die Deutschen bevorzugt behandelt haben soll. Der Vater einer 
Hauseinwohnerin bei uns wurde erschossen, weil er nachts heimlicherweise im Keller den Rundfunk gehört 
haben soll.« 
-194- 



Herr G. ]. aus Rackow, Kreis Neustettin (Pommern) »Im Laufe des Vormittags des 4. März 1945 kam 
russischer Befehl: Trecks zurück. Von meinem Treck waren nur noch zwei Wagen beisammen. Die übrigen 
waren zerstreut und vernichtet. Auf dem Rückweg mußten wir über Schi-velbein. Im Ort brannte es noch, und 
dadurch waren die Straßen gesperrt. So machten wir vor Schivelbein auf einem kleinen Gut (Neu-Schivelbein) 
halt. Hier lagen wir bis zum 6. März 1945. Dann erfolgte auch hier ein kurzer Beschuß. Nach diesem kamen 
russische Soldaten auf den Hof, und alle Deutschen mußten den Hof räumen. Es lagen dort noch mehrere 
Familien. Nun ging es nach Schivelbein. Hier mußten alle Fuhrwerke auf einem Schulhof haltmachen. Vor der 
Schule mußten sämtliche Flüchtlinge antreten, und auf Befehl ging alles in die Schule. Am Eingang kam neuer 
Befehl: Männer nach oben in ein Zimmer, Frauen mit Kindern unten in einen Raum und junge Mädchen in 
einen Nebenraum. 

Jetzt folgte eine Schreckensnacht! Die Klassenräume waren ursprünglich als Lazarett eingerichtet, nun aber 
ohne Beleuchtung. Ein Zivilpole, am Arm mit einer rotweißen Binde, kam öfter mit einer brennenden Kerze 
oder Taschenlampe in den Raum der Frauen und Mädchen, suchte einige junge Frauen und Mädchen aus und 
forderte sie auf, mitzukommen. Wenn sie sich weigerten, wurden sie energischer aufgefordert und mit der 
Pistole bedroht. Daraufhörte man aus einem anderen Raum Geschrei. Nach Aussagen Zurückgekehrter mußten 
die Frauen und Mädchen in einen Kellerraum gehen und wurden von feindlichen Soldaten vergewaltigt, öfter 
kam der Pole auch mit zwei oder drei russischen Soldaten, hatten Alkohol bei sich, tranken und sangen und 
nahmen dann auch einige Frauen und Mädchen mit. Zu diesen Unglücklichen zählten auch zwei bekannte 
Frauen aus Tempelburg. Eine hatte nach ihrer Aussage am vergangenen Tage ihren 12jährigen Sohn beim 
Beschuß auf Schivelbein verloren und stand mit ihrem kleinen Töchterchen allein ihrem Schicksal überlassen. 
Sie zitterte vor Hunger und Kälte, bat meine Frau um ein Paar Handschuhe, die diese ihr glücklicherweise noch 
geben konnte und ebenfalls etwas Brot. Diese arme Frau in ihrem Elend und Schmerz um das verlorene Kind 
wurde mit ihrer Freundin in der Nacht oft fortgeholt. Bei einer Rückkehr rief die Freundin händeringend aus: 
"Eine Bombe könnte mich nur noch erlösen." So ging es nun die ganze Nacht. Augenzeugen hiervon waren 
meine Frau, meine Schwiegermutter sowie meine Schwägerin und verschiedene andere Frauen aus unserem 
Dorf. Die übrigen Frauen waren unbekannt. 

Auch wir Männer hatten keine Ruhe. Die ganze Nacht wurden wir nach Uhren und Wertsachen durchsucht. 
Unter uns befand sich auch der Rittergutsbesitzer von Kölpin. Dieser war wohl über 70 Jahre alt. Er wurde von 
russischen Soldaten aus unserem Zimmer geholt. Nach kurzer Pause fiel ein Schuß. Nach Aussagen meiner 
Frau lag am nächsten Morgen ein alter Mann mit wel- 
-195- 

ßem Bart und langen Stiefeln sowie einer Joppe bekleidet tot auf dem Korridor. Nach dieser Beschreibung kann 
man annehmen, daß es wohl der alte Herr war. Als wir Männer von oben geholt wurden, war die Leiche mit 
einer Zeltbahn bedeckt.« 

Pfarrer Barckow aus Lauenburg (Pommern): 

»In Rudeln standen sie vor jedem Haus, bis zu 45 vergewaltigten sie eine deutsche Frau, ohne Rücksicht, ob sie 
schließlich im Sterben lag. 78jährige Frauen, 9jährige Kinder fielen ihnen zum Opfer — es ist zu verstehen, 
wenn in jener schrecklichen Nacht etwa 600 Einwohner freiwillig in den Tod gingen. 

Am Sonntagmorgen Fortsetzung von Plünderung und Vergewaltigung. »Frau, komm!" - wer nicht Folge 
leistete, wurde erschossen.« 

Frau E. H. aus Luggewiese, Kreis Lauenburg (Pommern): 

»Plötzlich am 10. 3. 1945 kam eine Nachbarin schreiend angelaufen, die Russen wollten sie mitnehmen. Da 
kamen auch schon zwei Russen bei uns rein und sagten: "Frau, komm!", und griffen zwei Frauen bei den 
Händen. Diese schrien und baten soviel, so daß die Russen sie losließen und weitergingen. 
Gleich darauf kam ein großer Russe rein. Er sagte kein Wort, guckte sich im Zimmer um und ging bis nach 
hinten durch, wo alle jungen Mädchen und Frauen saßen. Er winkte nur einmal mit dem Finger nach meiner 
Schwester. Als diese nicht gleich aufstand, trat er dicht vor sie hin und hielt seine Maschinenpistole gegen ihr 
Kinn. Alle schrien laut auf, nur meine Schwester saß stumm da und vermochte sich nicht zu rühren. Da krachte 



auch schon der Schuß. Ihr Kopf fiel auf die Seite, und das Blut rann in Strömen. Sie war sofort tot, ohne nur 
einen Laut von sich zu geben. Der Schuß war vom Kinn aus bis zum Gehirn gegangen, die Schädeldecke war 
völlig zertrümmert. 

Der Russe guckte uns alle an und verließ, ohne ein Wort zu sagen, das Zimmer. Auf dem Friedhof in Gr. 
Damerkow haben wir meine Schwester zur letzten Ruhe gebettet.« 

Hauptlehrer i. R. Waldemar Birkhoven aus Eichhagen, Kreis Cosel (Oberschi.): 

»Der Russe stieß am 15. 3. 45 bis in den Kreis Neustadt O/S durch. In Eichhagen erschossen sie eine Frau, die 
Wasser holte. Der Landwirt Ferdinand Garbas hatte sich im Keller versteckt und wurde in bestialischer Weise 
ermordet. Der Landwirt Johann K. wurde aus dem Hause geführt, mußte sich in einen Straßengraben legen und 
bekam einen Genickschuß. Seine 69 Jahre alte Mutter, die im Keller war, wurde vergewaltigt. Frau Anna 
Maicher, 66 Jahre alt, wurde mit dem Gewehrkolben bearbeitet. Verschiedene Frauen und Mädchen wurden 
vergewaltigt. In Medmitz ging es ähnlich zu. 
-196- 

Die Bauern Pollak und Kioltyka mit Sohn wurden im Luftschutzkeller erschossen aufgefunden. August 
Thomas, Valentin Miotzek lagen am Weg erschossen. Agnes Grzezista lag im Straßengraben erschossen. Im 
Schwesternhelm lag die Oberin im Bett tot in ihrem Blute. Auch zwei alte Herren aus Berlin, die hier Schutz 
gesucht hatten, lagen tot in ihren Betten. In Mechnitz sind über 30 Personen umgebracht worden. 
Bei dem Dorf Deutsch Rasselwitz im Kreise Neustadt O/S schloß der Russe den Ring ... 

Die Trecks im Kessel schickte der Russe nach Haus. Die guten Pferde nahm er weg und gab schlechte dafür. 
Manche Leute fingen frei herumlaufende Pferde ein und konnten damit zurückfahren. 

Von den nach Eichhagen zurückgekehrten Männern wurden am 7. April 1945 20 Mann nach Rußland 
verschleppt, von denen einer zurückkam ... « 

Frau Charlotte Hederich aus Rospitz, Kreis Marienwerder (Westpreußen): 

»Mitte März mußten wir schwer arbeiten, Russenwäsche waschen und erhielten dafür die Speisereste der 
Russen. Drei Wochen furchtbaren Erlebens brachten wir dort zu, von Ungeziefer gepeinigt, ohne Trinkwasser 
und nachts ohne Schlaf. Türen und Fenster wurden eingeschlagen, und wir waren rettungslos diesen Bestien 
ausgeliefert. Nie werde ich das Wehgeschrei einer jungen Lehrersfrau vergessen, die unterwegs ihr erstes Kind 
geboren und an der Brust operiert war. Immer wieder rissen die Russen ihr den Verband ab, da sie Tarnung 
vermuteten, trotzdem die Schwiegermutter kniefällig um Gnade bat. Ein Bauer aus Ostpreußen, dessen Frau 
unterwegs verstorben war, hatte drei Töchter. Die jüngste Tochter war 13 Jahre alt. Er warf sich immer wieder 
den Russen entgegen, um seine Kinder zu schützen. Da beseitigten ihn diese Unmenschen, wir sahen ihn nie 
wieder. Die Frauen wurden besinnungslos geschlagen, um sie gefügig zu machen, sogar alte Frauen über 80 
Jahre waren dabei. Eines Nachts kamen 30 Mongolen, total betrunken - es ist nicht wiederzugeben, was sich da 
abspielte.« 

Frau Brigitte Pajain aus Danzig - Langfuhr 

»Gegen 5 Uhr früh am 27. 3. 45 wurde es endlich ruhiger. Die Russen waren schlafen gegangen, und ich wagte 
mich aus meinem Versteck. Die stickige Kellerluft trieb uns ins Freie. Ein unvergeßliches Bild bot sich uns: 
Unser Haus war ein Feuermeer! Ergriffen, verstört, ja verständnislos sahen wir in die Glut. Nur Augenblicke, 
dann begannen wir vor Kälte zu zittern trotz der ungeheuren Hitze, die uns entgegenstrahlte. Wir gingen zurück 
in den Keller. 

Später begann auch das Schwesternhaus zu brennen, die Russen vertrieben uns aus der kleinen Kapelle, in der 
wir auf unser Ende warten wollten. Im Nu waren wir ein endloser Menschenzug, der sich vorwärtswälzte, 
begleitet von 
-197- 

Russen, die mit Schießen und Brüllen zur Eile antrieben. Alle Männer wurden aus dem Zug herausgesucht, sie 
wurden gesammelt und später in Lager gebracht. So waren wir nur noch Frauen, Kinder und Greise. Ich hatte 



weder einen Rucksack noch eine Tasche oder irgendwelches Gepäck, so wie ich aus unserer Wohnung 
davongeeilt war, über dem Kleid eine Schürze und dann den alten langen Mantel, den mir die Schwester 
gegeben hatte, so zog ich mit meiner Mutter in diesem Elendszug mit. Viele der Flüchtenden schleppten noch 
einige Habseligkeiten mit, welche sie aber von Zeit zu Zeit fortwarfen, weil sie zu schwer wurden. Je länger wir 
gingen, desto mehr schrien die Kinder und blieben Greise liegen, von den Russen getreten und geschlagen. Wir 
zogen oft nur durch brennende Straßen, es sah so aus, als ob manche Straßenzüge gewaltsam angesteckt worden 
waren, denn die Häuser brannten gleichmäßig und zur gleichen Zeit. Ich sah auch Kabelschnüre, die von Haus 
zu Haus gezogen waren. 

Wir kamen bis Oliva, dann ging's nicht weiter, und es hieß: Zurück. Es kamen immer mehr Menschen hinzu, 
Tausende waren wir. Bis zur Dunkelheit wanderten wir auf unbekannten Pfaden, durch Wälder. An uns vorbei 
rollten Geschütze, Panzer. Es fing an zu regnen, vielleicht war es 23 Uhr, keiner von uns hatte ja eine Uhr. Wir 
mußten uns auf der Stelle niederlegen. Der Waldboden war naß und kalt, jedoch keiner widersetzte sich. Dann 
kamen unzählige Russen, unsere Begleitposten. Sie traten über unsere Körper und suchten sich mit Lampen ihre 
Opfer aus. Schreie gellten durch die Nacht, wenn die Frauen zum Lagerfeuer gezerrt wurden. Zwischendurch 
schössen die Russen durch die Luft, wenn sie sich wehrten. Ich wurde wie durch ein Wunder wieder nicht ent- 
deckt, obgleich die Stiefel der Russen auf Kopf und Arme drückten. 

Ich weiß nicht, wie viele Tage dieser Marsch gedauert hat, uns schien er eine Ewigkeit. Immer mehr Frauen, 
Kinder und Alte blieben liegen, immer wieder kamen Lastautos, in welche junge Mädchen hineingestoßen 
wurden, um sie für Sibirien zu sammeln. Grausam die hilflosen Schreie dieser Mädchen.« 

Das war Königsberg 

Beim Einmarsch der Roten Armee lebten in Königsberg über 80 000 Zivilisten, vorwiegend alte Männer, 
Frauen und Kinder. Im Juni 1947 waren nur noch 15 000 Königsberger in der Stadt. Kaum an die 1000 hatten 
sich durch Flucht über die grüne Grenze retten können. Nach offiziellen Schätzungen der sowjetischen 
Verwaltung wurden an die 5000 erschossen. Ein Teil, der auch für die sowjetischen Behörden nicht mehr 
erfaßbar war, wurde 1945/46 zur Zwangsarbeit nach dem Osten verschleppt. Es dürfte sich um ca. 10 000 
gehandelt haben. Die anderen Königsberger sind verhungert. 

Die Sowjets, die vom Osten her gegen Königsberg vorstießen, umgingen die Stadt im Norden und riegelten im 
Westen am Frischen Haff ab. Als er- 
n- 
ster Teil Königsbergs geriet der Vorort Metgethen in ihre Hand. Die ganze Zeit hindurch lag schwerstes 
Artillerie-, Werfer- und Stalinorgelfeuer auf der Stadt, die noch zusätzlich mit Bomben aller Kaliber belegt 
wurde. Am Sonntag, dem 8. April, gelang es den Sowjets, mit starken, überlegenen Kräften die HKL an 
mehreren Stellen zu durchbrechen. Das Schicksal von Königsberg war besiegelt. Am 9, April übergab General 
Lasch, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden, die wehrlose, zertrümmerte Hauptstadt Ostpreußens. 
Der nachstehende Erlebnisbericht von Frau Elisabeth F. ist wie kaum ein anderer dazu angetan, das Schicksal 
der Deutschen im Osten zu schildern. Ihr Name und ihre Adresse sind dem Autor bekannt. 
»Schon Ende Januar war der Kessel von Königsberg geschlossen. Auch ich hatte gleich vielen anderen trotz der 
großsprecherischen Plakate des Gauleiters Erich Koch "Ostpreußen kann nicht geräumt werden !" vor, nach 
Westen zu flüchten. Jedoch wollte mein Vater seinen kleinen Betrieb nicht aufgeben, meine alte Mutter wieder 
den Vater nicht allein zurücklassen, Vater, der immer gut zu mir gewesen war, sagte, als ich mich 
verabschieden wollte: "Wollt Ihr uns alle allein lassen? So schlimm wird es schon nicht werdend Nun brachte 
ich es einfach nicht fertig, die alten Leute im Stich zu lassen. So blieb ich mit meinem 12jährigen Sohn Klaus in 
Königsberg. Erst später erfuhr ich, daß auch von meinen beiden Schwestern eine geblieben war. 
Tag und Nacht hagelten die Bomben, und bald krachten die Einschläge der Artillerie und der Werfer in allen 
Straßen. Man wußte nie beim Einholen, ob man überhaupt noch einmal nach Hause kam. Ich wohnte im großen 
Wohnblock Alter Graben 37/38. Schließlich fürchtete ich mich so sehr, daß wir, mein Sohn und ich, in den 
Bunker Unterhabersberg flüchteten. Dieser Bunker galt als besonders verläßlich, da in der Nähe die schwere 
Flak am Horst- Wessel-Platz stand, die von den russischen Fliegern anscheinend sehr gefürchtet war. Der Weg 
dorthin war erschütternd. Wir liefen, nachdem wir uns mit nassen Tüchern die Gesichter umwickelt hatten, 



durch die Straßen. Die Häuser standen in Flammen. In der Cranzer Allee brannten die Kasernen lichterloh, 
ebenso wie die in Ponarth. 

Jede Verbindung mit meinen Eltern und meiner Schwester war schlagartig abgerissen. In den Bunkern 
entwickelte sich bald ein eigenes Leben. Dicht an-einandergedrängt mit dem Wenigsten der Habe, lebten 
Hunderte und Tausende Frauen mit ihren Kindern, auf engstem Raum zusammengepfercht. Die Luft war kaum 
erträglich. Eine schwangere Frau gebar in der Menge, ohne ärztliche Hilfe, ein Kind, andere bekamen 
Schreikrämpfe, und ein alter Mann starb an Herzschlag. Draußen aber dröhnte die Erde unter den Einschlägen 
der schweren sowjetischen Waffen. 

Heute vermag ich es nicht zu verstehen: Wir alle hofften noch immer auf Rettung. Wenn einer gewagt hätte zu 

erklären, daß Königsberg auf keinen Ent- 

-199- 

satz hoffen könne, ich fürchte, wir hätten ihn totgeschlagen. Ein Gerücht jagte das andere. Und wie klammerten 
wir uns an jedes Gerücht! Nur mühsam konnten wir die oft gestörten Rundfunknachrichten abhören. Sie 
wurden-von uns immer nur optimistisch ausgelegt. Und die Wahrheit hat uns doch keiner gesagt. 
Im Februar erhielt die Flak am Horst- Wessel-Platz eine Reihe sowjetischer Bombenvolltreffer und fiel aus. Die 
meisten liefen nun aus dem Bunker, auf den sich die sowjetischen Bomber mit aller Kraft konzentrierten. Auch 
ich rannte mit Klaus in einer kurzen Pause zwischen zwei Angriffswellen ins Freie, und wir suchten über die oft 
noch glühenden Trümmer, durch die brennenden Straßen unseren Weg. Meine Wohnung war zwar ohne 
Fensterscheiben und schwer beschädigt, aber erstaunlicherweise stand der Wohnblock noch. Nach einer Nacht 
erkannte ich, daß trotzdem hier kein Bleiben war, und flüchtete nun mit dem Kind in den Bunker von "Beton- 
und Monierbau" am Alten Graben. Wieder hausten wir Tag für Tag, Nacht für Nacht, eng aneinandergedrängt, 
aber wir fühlten uns einigermaßen in Sicherheit. Es war ein entsetzlicher Irrtum. Am 7. April war Klaus trotz 
meines Verbotes und meiner Bitten, wie Kinder schon einmal sind, mit anderen Buben losgelaufen. 
Wir litten alle schon schweren Hunger, und in unserem Bunker hatten lediglich noch französische Gefangene, 
die als Arbeiter eingesetzt waren, einigermaßen zu essen. Sie teilten aber, was sie hatten, mit uns und benahmen 
sich recht anständig. Plötzlich wurde ich von einer unsichtbaren Macht hochgehoben und an die Wand 
geschleudert. Einen Moment lang war es totenstill. Eine Wolke von Staub, Rauch und Gestank erfüllte den 
Bunker. Er hatte einen Volltreffer erhalten. Der eine Teil war vollkommen zertrümmert. Die Wirkung zu be- 
schreiben geht über mein Vermögen. Hunderte von Menschen waren buchstäblich zermalmt und zerrissen 
worden. Plötzlich schreien wir alle wie die Irrsinnigen. Ich dachte, nun müßten wir alle sterben. Dazu war das 
Wasserrohr geplatzt, und das Wasser stieg von Minute zu Minute erschreckend. Von dem Einschlag bis zu dem 
Augenblick, wo ich überhaupt begriff, was geschehen war, waren einige Minuten vergangen, trotzdem erreichte 
das Wasser schon meine Waden. Es gab noch einen einzigen Ausgang. Zu diesem drängten sich nun all die 
Hunderte Überlebenden, halb irrsinnig vor Angst und Entsetzen. Wer stolperte und stürzte, blieb liegen. Über 
ihn hinweg quoll die Menschentraube. 

Da ertönte vom Eingang her der erste Verzweiflungsschrei. Polnische Arbeiter, die den Einschlag beobachtet 
hatten, waren herangerannt und hatten Fahrzeuge und alles mögliche vor den Ausgang geschoben und so 
unseren Rettungsweg verbarrikadiert. Sie wollten uns wie die Ratten absaufen lassen. 

Aber die Kinder, die zu unserem großen Glück draußen waren, darunter mein Klaus, hatten diesen 
Schurkenstreich gesehen und waren zu einer deutschen Pioniergruppe gelaufen, die sich mühte, eine Rollbahn 
für die Fahrzeuge 
-200- 

in einer Straße in der Nähe freizuarbeiten. Diese stürmten nun unter dem Kommando eines Feldwebels 
wutentbrannt herbei, und wer von den Polen nicht schnell genug weg war, wurde an Ort und Stelle erschossen. 
Obwohl die Sowjetflieger zu neuen Angriffen ansetzten, ließen die Pioniere nicht locker und räumten den 
Eingang frei. Mehr tot als lebendig taumelten wir ins Freie. Ich weiß nicht, wie viele zurückgeblieben sind. 
Mehr als die Hälfte bestimmt. Die Frauen flüchteten nun durch die brennenden Straßen. Ich lief mit einer 
größeren Gruppe zum Bunker der Spulenfabrik Rathshof. Hier erlebten wir erstmalig, was Not und 



Verzweiflung aus Menschen machen können. Da der Bunker schon überfüllt war, wollte man uns den Einlaß 
verwehren. So mußten wir ihn, im wahren Sinne des Wortes, erstürmen. 

Die Russen sind da! 

Zu Tausenden standen wir nun, wie die Heringe aneinandergepreßt, im Bunker. Ununterbrochen brüllten die 
Detonationen. Wenn man sich bis zum Bunkereingang durchkämpfte, konnte man schon deutlich das Gewehr- 
und Maschinengewehrfeuer hören. Manche hofften auch jetzt noch, daß Entsatztruppen sich herankämpfen 
würden. In Wirklichkeit waren die Bolschewiken schon innerhalb der Stadt. Wieder verging eine Nacht und ein 
Tag. Gegen Mittag des 9. April drangen polnische Zivilarbeiter ein und schrien: "Die Russen sind da. Gepäck 
drinnen lassen, alle heraus !" 

Wir blickten einander an. Alles, was der Rundfunk und die Zeltungen geschrieben hatten, fiel uns mit einem 
Schlag ein. Es sollte allerdings durch die Wirklichkeit weit übertroffen werden. 

Vom Eingang peitschten Schüsse. Die Russen, die sich nicht in den Bunker hereinwagten, schössen einfach 
herein. Die Frauen weinten und schrien und begannen, wie Marionetten die Bunkertreppen aufwärts zu 
drängen. Mitten unter ihnen schritt auch ich, meinen Sohn krampfhaft an mich gepreßt, nach oben. Meine Knie 
zitterten. Ehe ich mich an das helle Tageslicht gewöhnen konnte, riß mir ein Russe meine Armbanduhr herab. 
Die Sowjets drängten sich rechts und links wie zum Spalier, durch das wir gehen mußten. Immer wieder 
klangen die Fragen auf: "Ur jest?" Wer sich wehrte bei der Abnahme von Uhren, Ringen und sonstigen kleinen 
Schmuckgegenständen, verlor augenblicklich sein Leben. 

Es begannen nun in aller Öffentlichkeit die Szenen, die ich nicht vergessen kann, und wenn ich hundert Jahre 
alt würde. Ich weiß, es gilt nicht als fein, darüber zu reden. Desto feiner die Damen und Herren im Westen sind, 
desto weniger wollen sie davon hören. Jede der Frauen, und wir waren allein an dieser Stelle ungefähr 3000, die 
nur halbwegs nach etwas aussahen, wurde ver- 
-201- 

gewaltigt. In aller Öffentlichkeit und bei hellem Tageslicht. Die Kinder weinten und schrien. Wer von den 
Frauen sich wehrte, wurde einfach erschossen. Auch ich habe mich nicht gewehrt. 

Als es aber kein Ende nahm und immer neue russische Haufen herbeiströmten, versuchten viele zu flüchten, 
denn in der Nähe stand eine Menge Gebüsche. Doch erst jetzt merkten wir, daß sowjetische Flieger ständig über 
dem Gebiet kreisten. Als ich mich mit einigen Frauen in einer Gebüschgruppe verstecken wollte, feuerten sie 
sofort mir Bordkanonen und belegten die Flüchtenden mit kleinen Bomben. Viele brachen blutüberströmt 
zusammen. Die anderen aber liefen wieder zum Haufen zurück. Unter denen war auch ich mit meinem Kind. 
Nun wurden wir zu einer Kolonne zusammengetrieben und mußten einen Fußmarsch antreten. Wir dachten 
nicht mehr und nicht weniger, als daß wir nun nach Sibirien transportiert werden sollten. Das war aber nicht so. 
Wir befanden uns nur auf einem der berüchtigten Propagandamärsche, den nicht nur die restlichen Bewohner 
Königsbergs mitmachen mußten, sondern zu dem auch unsere Landsleute aus der Provinz zusammengetrieben 
wurden. Wer noch irgend etwas von Wert hatte, wurde dessen beraubt. Die Reihen wurden systematisch 
"gefilzt". Später stand in russischen Zeitungen, Stalin habe darüber in Moskau folgendermaßen berichtet: "Die 
dankbare Bevölkerung beschenkte ihre Befreier mit Ringen, Uhren und Schmuckstücken. " Man trieb uns über 
den Bahnhof Holländer Baum zur Eisenbahnbrücke. Dort lag eine große Menge Frauen in wirren Haufen, es 
waren Tausende, genau vermag es kein Mensch zu sagen. Sie waren tot. Ob sie erschossen worden waren oder 
durch Bombenvolltreffer getötet, weiß ich nicht. Wir nahmen an, daß sie hier zusammengetragen worden 
waren. 

Der ganze Pregel schwamm voller toter Frauen. In dem Wasser bildeten die Kleider und die gelben, roten und 
blauen Schlüpfer ein grausiges Bild. Wie diese vielen Leichen in den Pregel kamen, kann ich nicht sagen und 
mir auch nicht erklären. 

Die neue Eisenbahnbrücke war gesprengt. Daneben war eine Pionierbrücke erbaut, und über diese 
schwankenden Balken wurden wir getrieben. Wer von uns noch irgendwie einen Wertgegenstand trotz allem 
hatte retten können, warf die Sachen nun in den Pregel. Viele Frauen trennten sich mit erstarrten Gesichtern von 
ihren Eheringen. Im Hafenbecken 3 wurden wir in ein dunkles Haus getrieben, das früher offenbar dem 
Hafenbetrieb gedient hatte. Es war vollkommen dunkel. Wir sahen einander nicht, trotzdem wir dicht gedrängt 



standen, und glaubten, die Russen würden das Haus in die Luft sprengen. Aber Schritt für Schritt ging es 
vorwärts, und da erkannten wir, daß wir durch einen langen Korridor gedrängt wurden. Ich weiß nicht, wie 
lange ich mich dort befunden habe. Es war uns allen auch völlig gleichgültig. Ich weiß 
-202- 

nur, daß ich auf einmal vor einem schmalen Korridorfenster stand, das durch Hindenburglichter erleuchtet war. 

Lieben Sie Hitler? 

Hinter dem Fenster saßen eine Frau und ein Mann, aber in Zivil. Offensichtlich waren es Polen oder 
Ostarbeiter, aber sie sprachen fließend Deutsch. Vielleicht waren es auch deutsche Kommunisten. Sie fragten 
jeden und jede von uns, ob wir Hitler lieben würden. 

Wir schüttelten wortlos die Köpfe. Ich glaube nicht, daß eine der Frauen anders gehandelt hat. Schließlich 
wurden wir aufgefordert, Gold, Geld oder Ringe herzugeben, aber die beiden haben kaum mehr etwas erhalten. 
Dann wurden wir weitergetrieben. Wir kamen wieder ins Freie und wurden über den Nassen Garten, an der 
Kraftfahrkaserne vorübergeführt. Ober der Straße lagen Bäume, die offenbar deutsche Pioniere als 
Panzersperren umgesprengt hatten. Einige der Frauen rissen sich nun los, turnten auf den Stämmen umher, 
ritten auf ihnen und lachten, schrien und weinten. Sie waren irrsinnig geworden. Rechts von der 
Kraftfahrkaserne waren die ganzen Wiesen unter Wasser gesetzt worden, und während im Pregel hauptsächlich 
Frauen getrieben hatten, schwammen hier Hunderte und aber Hunderte tote deutsche Soldaten, aber auch Zivi- 
listen und sogar Kinder im Wasser. 

Russische Offiziere mit breiten Achselstücken durchstreiften die Uferränder des Überschwemmungsgebietes. 
Sie hatten Stangen und dicke Knüppel in der Hand, zogen die Toten an das Ufer, drehten sie um und 
durchsuchten sie nach Uhren oder Ringen. Wir aber zogen weiter. Manche der Frauen wollten austreten. Aber 
unser Zug zog wie hypnotisiert immer größere Russenkolonnen an, und jede Frau, die austrat, wurde 
vergewaltigt. Im Zug selbst war man noch einigermaßen sicher. So kam es, daß die Frauen nicht mehr 
auszutreten wagten, und bald stank unser Zug fürchterlich. 

Irgendwie wurde es Nacht. Wir waren über Ponarth-Schönbusch gekommen. Die Gruppe, in der ich mich 
befand, wurde in ein riesiges Glashaus einer dortigen Gärtnerei gedrängt, sitzen konnte kein Mensch, dazu hatte 
man viel zu viel hineingepreßt. Das Glashaus selbst wurde die ganze Nacht von russischen Soldaten belagert, 
und jede der Frauen wollte mit aller Gewalt zur Mitte, denn dort hatte sie noch am ehesten Ruhe. Die Bilder 
dieser Nacht sind nicht wiederzugeben. 

Am nächsten Morgen ging es über Godrienen nach Löwenhagen. Soviel ich weiß, waren wir nun an die 35 
Kilometer gezogen. Selbstverständlich hatte uns niemand etwas zu essen gegeben. Immer wieder versuchten 
wir, aus den nahen Mieten Wruken, Futterrüben und Kartoffeln zu ergattern, die wir in rohem Zustand 
verschlangen. Die Folge war wenige Stunden später eine ent- 
-203- 

setzliche Dysentherie. Nun rissen uns die immer wieder ankommenden neuen Sowjetkolonnen, da wir keinen 
Schmuck mehr hatten, Kleider und Mäntel herunter. Wer das Unglück hatte, besseres Schuhwerk zu tragen, 
dem wurde es ausgezogen. Viele von uns marschierten barfuß. Einige waren splitternackt, nur notdürftig mit 
Decken, in die man Löcher geschnitten hatte, umhüllt. 

Es begannen die ersten Selbstmorde. Zu Dutzenden ertränkten sich dann die Frauen in den Wasserleichen der 
Schönfiießer Allee. In einem Wald bei Löwenhagen durften wir endlich ausruhen. Mein 12jähriger Junge, der 
das alles gleich den anderen Kindern mitangesehen hatte, blickte mich mit Augen an, die keinem Kinde 
angehörten. Das erste, was er sagte, war eine Bitte: "Mutti, erschieß mich!" Weinend versuchte ich dem Jungen 
klarzumachen, daß ich doch keine Pistole hatte. Dann ging es wieder weiter. Unser Elendszug passierte 
Steinbeck, den Flugplatz Gutenfeld, Krausenhof, Jerusalem, bis zur Schönfiießer Allee. Links der Jerusalemer 
Straße wurde haltgemacht. Wir wurden einzeln in einem Schrebergartenhäuschen von Offizieren, 
wahrscheinlich NKWD, vernommen. Klaus und alle Kinder wurden von uns getrennt. 

Ich hatte mein Spiegelbild im Wasser der Teiche der Schönfiießer Allee gesehen und mich beinahe nicht mehr 
erkannt. War ich das noch? Waren wirklich kaum 48 Stunden vergangen, seitdem das Inferno über uns 



hereingebrochen war? Eine alte Frau sagte neben mir: "Du mußt dein Gesicht mit Dreck verschmieren. " Ich tat 
es. Der Offizier, der mich vernahm, war erstaunlich gut angezogen und roch auf Meter nach Kölnisch Wasser. 
Er fuhr mich an: "Wie alt?" Da erkannte ich, daß wir aussortiert werden sollten. Ich blickte ihm mit dem Mut 
der Verzweiflung ins Gesicht und log: "75 Jahre." Er ließ mich links heraustreten. Die Jüngeren, das heißt, die 
ihr Alter richtig angaben, wurden nun zu irgendeiner Zwangsarbeit eingeteilt. Ich kam zu einer Gruppe von 28 
Frauen, denen ein Raum in der Autowerkstatt Büssing, Ecke Schönfließer Allee, Pr.-Eylauer-Straße, zugeteilt 
wurde. Der Raum war so klein, daß jeder Mutter mit ihren Kindern nur ein Platz von zweieinhalb qm zur 
Verfügung stand. Wir versuchten nun, uns, so gut es nur ging, einzurichten. 

Aber unser Elend riß nicht ab. Schon in der Nacht schlugen die Russen die Türfüllungen ein, und als wir uns 
gegen die Tür warfen, schössen sie, daß wir es sein ließen. Die 14 jährige Anni, deren Eltern in der Käferstraße 
eine Bäckerei gehabt hatten, wurde in der ersten Nacht 48mal vergewaltigt, so daß sie sich wochenlang nicht 
mehr setzen konnte. Ihr Vater war als Kapitalist sofort erschossen worden, ihre Mutter ist später verhungert. 
Wir versuchten uns zu helfen, indem wir die ganz alten Mütter in Sesseln vor die Tür setzten, die den Russen 
den Eintritt zu verwehren trachteten. Aber auch das half wenig. 

Niemand gab uns etwas zu essen. Die paar alten Frauen gingen weg, um etwas zu organisieren. Ein paar alte 
Kohlstrünke oder irgendwelche Futterrüben brachten sie immer wieder, die wir zu einer Suppe kochten. Mehl 
und Fett 
-204- 

hatten wir nicht. Die ersten von uns verhungerten. Es ging alles sehr schnell. Die Ältesten, die Kranken und die 
Schwächsten nahm ein gütiger Tod. Meist schliefen sie still und wortlos ein. Wir begruben sie neben dem Haus. 
So wie uns ging es wohl der erdrückenden Mehrheit der Königsberger. Vielleicht hatte der oder jener in kluger 
Vorsicht etwas vergraben oder in den Ruinen versteckt. Wer aber etwas hatte, barg es wie einen kostbaren 
Schatz. Fast einen Monat verbrachte ich in dieser Elendsgemeinschaft. Wir alle hatten Läuse, und bald gesellte 
sich ein neuer Gast zu uns: die Krätze. 

Auf der Straße niedergeschossen 

In diesen Tagen begegnete ich dem ersten Russen, der ein Mensch war. Eines Tages stand er im Raum und 
blickte uns schweigend an. Wir dachten an das Übliche und starrten ihm wortlos entgegen. Er aber griff in seine 
Aktentasche und gab uns zwei Brote. Die Kinder begannen zu zittern, und zum ersten Mal weinten wir nicht 
aus Verzweiflung. Es war der russische Arzt, Oberleutnant Nikolas Boris. Er kam immer wieder, aber ganz 
unregelmäßig. Wenn er nicht gewesen wäre, wären wir vielleicht alle dort verhungert. Denn nirgendwo gab es 
Lebensmittel. Jede Versorgung der Stadt hatte aufgehört. 

Die Russen hatten vor dem Einmarsch behauptet, daß sie alle Menschen versorgen würden. Aber das war ein 
Schwindel. Es gab auch keine ärztliche Betreuung. Am 11. April, als die Kampfhandlungen längst vorbei 
waren, hatten die Russen das große Krankenhaus der Barmherzigkeit, das dem Königsberger 
Diakonissenmutterhaus gehörte, niedergebrannt. Man konnte auch nicht in der Stadt herumgehen, wie man 
wollte. Immer wieder wurden Menschen völlig grundlos erschossen. Ich wußte nichts von meinen Eltern und 
nichts von meiner Schwester. Zu dieser Zeit war mein alter Vater schon als "Kapitalist" erschossen worden. 
Im August erzählte mir ein älterer Russe, der uns nichts tat, von einer Atombombe in Japan. Trotz unseres 
furchtbaren Elends waren wir sehr aufgeregt, und ich lief über die Straße zu Frau Margarethe Pilger, mit der ich 
bekannt war, um ihr das zu erzählen. Kaum aber war ich bei ihr, kam eines ihrer Kinder und erzählte, auf der 
Straße stehe die GPU und treibe die Frauen zusammen. Es war streng verboten, sich in einem anderen Quartier 
aufzuhalten als in dem, das einem zugewiesen worden war. Frau Pilger geriet in furchtbare Aufregung und bat 
mich zu gehen, damit wir nicht bestraft würden. 

Ich verließ sofort den Raum und lief über die Straße, es waren ja höchstens 40 bis 50 Meter von meinem 
Quartler. Ein NKWD-Soldat schrie: "Stoj!" Ich dachte mir, ich würde es schaffen, denn ich war ja unmittelbar 
vor dem Eingang unseres Quartiers. Da sprang er auf mich zu und stach mich mit seinem Bajonett in den 
Rücken. Ich wußte nicht, was ich tun sollte, blieb stehen, der NKWD- 
-205- 



Mann riß michherum und rannte mir das Bajonett, das er in der Hand hatte, von oben in die rechte Brust. Ich 
stürzte zusammen und blieb mitten auf der Straße liegen. Die Wunden schmerzten mich, und ich fühlte, wie 
überall das Blut an mir herunterrann. Es kamen noch zwei oder drei NKWD-Männer hergelaufen, die mich nun 
mit ihren Stiefeln in die Seite, Nase und ins linke Auge trafen. Ich erlitt neuerlich schwere Verletzungen und 
verlor fast das Bewußtsein. Dabei spuckten sie mich ununterbrochen an. 

Frauen meines Quartiers sahen die Szene vom Fenster, und eine lief in den Hof, wo sich mein Junge aufhielt. 
Sie schrie ihm zu: "Deine Mutter verblutet auf der Straße !" 

Klaus rannte zu einem russischen Marineoffizier, für den er gelegentlich kleinere Arbeiten wie Schuheputzen 
und ähnliches verrichtete und von dem er, well er meinen Jungen leiden mochte, gelegentlich etwas zu essen 
bekam. Er ging darum auch mit Klaus mit und wollte begütigend auf die NKWD-Männer einreden. Aber sie 
verjagten ihn. Ich war inzwischen bewußtlos geworden. Als sie genug Frauen gesammelt hatten, prügelten sie 
mich wieder wach, rissen mich hoch. Sie luden mir eine Kiste mit Nägeln auf, die wohl 20 Pfund schwer war, 
und zwangen mich, die Kiste zu schleppen. Ich konnte es nicht und brach zusammen. Als ich aber immer 
wieder aufs neue geschlagen wurde, schaffte ich es doch. Wie, weiß ich nicht. Schließlich warfen sie mich in 
einen zum Brechen überfüllten großen Keller im Stadtgarten Schönmeß. 

In dem Raum befanden sich lauter Frauen. Ich war am Ende. Trotzdem war kein Platz, daß ich mich hinlegen 
konnte. Ich mußte in der dichtgedrängten Menge stehen. Endlich erbarmte sich das Schicksal meiner, ich sackte 
zusammen und verlor das Bewußtsein. Zwei Tage und zwei Nächte wußte ich nichts von mir. Als ich wieder zu 
mir kam, verfluchte ich den Herrgott, an den ich von Kindheit an mit solcher Inbrunst glaubte. Niemand konnte 
in dem Raum austreten. Es war zum irrsinnig werden. Am Eingang war in der Türfüllung ein Loch. Dort stand 
ein Posten mit der angeschlagenen Maschinenpistole, und niemand durfte ein Wort sprechen. Ich erfuhr, daß in 
einem Nebenraum Eisenbahner, Postler und Soldaten eingesperrt waren. 

Schließlich erreichten die Frauen doch, daß etwas wegen mir unternommen wurde, denn alle fürchteten, daß ich 
unter ihnen sterben würde. Mitten in der Nacht wurde ich herausgeschafft und von vier Russen, die ihre 
Bajonette aufgepflanzt hatten, und einem polnischen Dolmetscher abgeführt. Ich war nur halb bei Besinnung. 
Ich weiß nur, daß wir fast eine halbe Stunde dahinzogen, aber wohin, weiß ich heute noch nicht. 

Die Sowjetoffiziere begannen zu lachen 

Am Ende standen wir in einer ehemaligen Leichenhalle. Über die Totenbahren waren Bretter genagelt. Sie 

dienten offensichtlich als Schreibtische. Ein 

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Sowjetoberst schrie mich an, ich hätte Widerstand gegen die Sowjetmacht geleistet. Ich zeigte schweigend 
meine Wunden. Die Sowjetoffiziere fingen alle laut zu lachen an, als hätte ich einen guten Scherz gemacht. 
Schließlich sagte der Oberst, "Was treiben Sie sich auf der Straße herum, wenn sie keinen ,Pravka' haben." Das 
ist ein Schein, der zum Betreten der Straße berechtigt. Ich wußte nichts zu antworten. 

Schließlich mußte ich wieder den ganzen Weg mit den fünf Männern zurückgehen und taumelte mehr tot als 
lebendig in den Keller hinunter. Ich kam aber nicht in den alten Raum zurück, sondern zu den Eisenbahnern 
und Soldaten. Die hatten in ihrem Raum ein grünes Schlafsofa, betteten mich darauf, und da ich bereits stark 
fieberte, gössen sie auf meine schon vereiterten Wunden kaltes Wasser. Sie haben es sicher gut gemeint, aber 
mir mehr geschadet als genützt. Trotzdem konnte ich endlich liegen. Nach einem Tag wurde ich in ein 
Wachzimmer geführt, erhielt dort mein Pravka, einen gelben Zettel, auf dem mit Kopierstift in cyrillischer 
Schrift etwas stand, was ich nicht lesen konnte. Da ich vor Fieber und Schwäche nicht gehen konnte, entließen 
die Russen kurzerhand zwei der festgehaltenen Frauen, die mich nun in mein Quartier schleppten. Als mich dort 
die Frauen und Kinder sahen, fingen sie an zu weinen. Der Vorfall hatte sich herumgesprochen, und so hatten 
sich meine Mutter und Klaus wiedergefunden. Meine Mutter hatte inzwischen ihr Quartier in Mühlenhof 
TEstocq-Straße 12 erhalten, und mein Sohn war bei ihr. 

Ich lag nun hilflos in meinem Quartier, aber die Frauen waren rührend um mich besorgt und halfen mir in 
wunderbarer Kameradschaft. Auch der russische Arzt hatte erfahren, daß ich zurückgekehrt war, und nun 
brachte er Brot und, was für mich viel wichtiger war, versorgte mich zum ersten Mal ärztlich. Ich muß ehrlich 
sagen, daß ich ohne diesen Russen verreckt wäre wie ein Tier. Er brachte Verbandszeug und Jod, und meine 



robuste Natur half mir, so daß meine Wunden allmählich hellten. Die Narben allerdings werde ich mein Leben 
lang behalten. Ich konnte nun in dem Quartier nicht mehr bleiben. Die Krätze hatte von allen Besitz ergriffen, 
und ich fürchtete, auch von ihr befallen zu werden. So holten mich meine Mutter und Klaus zu sich, aber das 
ganze Haus war so überbelegt, daß ich nur auf dem offenen Boden, wie wir Ostpreußen sagen, unter den 
"Ukeln", unter Heu und Strohsäcken liegen konnte. Unterdessen aber war es Dezember geworden, und auf dem 
Boden herrschte eine furchtbare Kälte. Meine Schwester hatte meine Mutter in ihre Wohnung nach 
Speichersdorf, Sodenerweg 14, eingeladen. Klaus aber blieb bei mir. Sooft er konnte, brachte er mir etwas zu 
essen, allzuviel war es nicht, und manchmal gaben mir auch die Frauen etwas von ihrem Kümmerlichen ab. 
Der Hunger wurde immer entsetzlicher. Alles was gewesen war, wurde durch den Hunger in den Schatten 
gestellt. Das Gräßlichste war, daß nun diesem Hunger audi die Kameradschaft und die Solidarität der Frauen 
zum Opfer fie- 
-207- 

len. Bisher hatten eigentlich die Frauen in meiner Umgebung, auch in den schrecklichsten Stunden, 
zusammengehalten wie Pech und Schwefel, einander so gut es ging geholfen und gestützt. Nun aber zerfiel 
auch das Letzte, an das wir uns noch halten konnten. Um einen Teller Suppe, um eine Scheibe Brot denunzierte 
eine Frau die andere. Waren es auch nicht alle, so waren es dennoch mehr als genug, deren Seele durch den 
Hunger zerstört wurde. 

Auch mich denunzierte eine Frau an einen Russen, später, als auch diese Frau verhungerte, hat sie mich mit 
Tränen um Vergebung gebeten und starb unter qualvollen Gewissensbissen. 

Am 9. November, ich weiß genau, es war ein Sonntag, konnte ich die Kälte auf dem Boden nicht mehr ertragen. 
So beschloß ich, nach unten in die Wohnung zu ziehen, da meine Mutter nicht mehr hier war, ohne Rücksicht, 
was wieder mit mir geschehen würde. Ich war zum Skelett abgemagert. Ich konnte mich nur auf zwei Krücken, 
die mir ein mitleidiger alter Mann angefertigt hatte, mühselig fortbewegen. 

Aber ich wollte nicht sterben. Ich hatte all das überlebt. Ich hatte mein Kind bei mir. Ich wußte nichts von 
meinem Mann, der als Flieger bei der Luftwaffe war. Ich grübelte verzweifelt nach, was ich nun beginnen 
konnte. Da erzählte mir eine Frau Meson, daß in den Forts bei Godrienen und bei Ponarth Vorratslager der 
ehemaligen deutschen Wehrmacht waren, in denen sich in Kisten und Tonnen Tubenvaseline befände. Es waren 
die Gefriersalben, die für die deutschen Soldaten als Schutz bei Erfrierungen bestimmt gewesen waren. Um 
diese Vaseline kreisten nun unser beider Gedanken. Die Russenweiber, die sehr schnell ihren Männern gefolgt 
waren, verkauften auf dem Schwarzen Markt Kartoffelschalen und ähnliche Abfälle, zehn Rubel die 
Waschschüssel. Wir konnten diese Kartoffelschalen oder Salatblätter und Kohlstrünke nur kochen. Die 
Vaseline aber war Fett. Mit dem Fett könnten wir die Suppe verbessern, und die Kartoffelschalen sogar braten. 
Tag und Nacht dachten wir nur an die Tubenvaseline. Die Vorratslager waren aber von den Russen streng 
bewacht, und niemand kam auf normale Weise hinein! 

Die letzte Rettung: Irrsinn 

Nach langem Überlegen kam mir eine Idee. Ich mußte an jene Frauen denken, auf unserem Elendsmarsch am 9. 
April bei Nasser Garten. Da sie irrsinnig geworden waren, ließen die Russen sie in Ruhe. Im Gegenteil. Sie 
drückten sich sogar scheu an ihnen vorbei. Bei allen primitiven Völkern werden die Irrsinnigen irgendwie 
verehrt. In alter Zelt glaubten die russischen Muschiks, daß aus den Irren die Dämonen sprächen. So beschloß 
ich, irrsinnig zu werden. Nur wenige Frauen, vor allem meine 72jährige Mutter und Frau Meson, weihte ich ein. 
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Zwei Mädchen, die in der Werksküche des Sägewerks Richard Anders in Mühlenhof arbeiteten, beschafften 
eine Waschwanne. Deshalb waren sie mit von der Partie. Zu fünft zogen wir los. Auf einem Handwagen lag die 
Waschwanne, und in der Waschwanne saß ich. Wir fuhren nach Rosenau und über Ponarth nach Godrien. 
Jedesmal, wenn die russischen Patrouillen kamen oder auch einzelne Russen und uns anhielten, fuhr ich 
kreischend aus der Wanne hoch, zeigte auf das nächste kaputte Haus, es war ja sowieso alles kaputt, und schrie 
wie am Spieß. Die Russen erschraken heftig und zogen sich fluchend zurück. Bei allem Elend vermochten sich 
die vier Frauen das Lachen kaum zu verbeißen. So kamen wir bis an das halbzerstörte Fort heran. 



Ich kroch durch das Loch eines schweren Artillerietreffers, und dann blieb mir das Herz stehen. Zu Tausenden 
lagen die Tuben mit Vaseline offensichtlich von den Russen auf große Haufen zusammengeworfen. Ich warf 
durch das Loch hinaus, was ich nur schaffen konnte. Als wir die Wanne halb voll hatten, schrie uns ein Posten, 
der daherschlenderte, an und verscheuchte uns. Gottlob kam er nicht so nahe heran, um zu sehen, was wir in der 
Wanne hatten. Wir fuhren zurück. Ich saß auf der Vaseline und verdeckte sie so gut es ging mit meinem Rock. 
In der Speichersdorfer Straße ging plötzlich eine der hölzernen Straßensperren, die die Russen überall errichtet 
hatten, dicht vor uns herunter. Die Frauen begannen mutlos zu weinen. Scheinbar war alles verloren. Nur meine 
alte Mutter verlor den Kopf nicht. "Jetzt Kind", flüsterte sie mir zu, "jetzt spiel die Verrückte wie noch nie." 
Die Russen kamen mit bösen Gesichtern und vorgehaltenen Maschinenpistolen auf uns zu. Wir waren direkt in 
eine ihrer berüchtigten Straßenfallen hineingerannt. Ich verdrehte die Augen, raufte mir die Haare und schrie 
und tobte dazu im schrillsten Diskant. Der russische Offizier und seine Männer prallten zurück. Sie riefen: 
"Mnoge messerschla!", das soviel heißt wie: eine große Verrückte! Sie blieben in achtunggebietender 
Entfernung von uns stehen. Und dann geschah das große Wunder. Russinnen liefen aus dem nahen Hause und 
brachten uns in Kochgeschirren ihre berühmte Kohlsuppe, die aber sehr fett und mit Fleisch zubereitet war. 
Meine Fahrerinnen begannen sofort hastig das Essen hinunterzuschlucken, und da ich nie gehört hatte, daß 
Verrückte nichts essen, verdrückte ich auch ein Kochgeschirr voll, aber nicht, ohne immer wieder schrill 
aufzuschreien oder blöde vor mich hinzukichern. Die Russen und ihre Frauen starrten uns schweigend an und 
ließen uns ziehen, ohne uns zu belästigen. 

Dies war um so bedeutsamer, als die russischen Frauen uns nach Möglichkeit ansonsten noch mehr 
drangsalierten als die Männer. Nie zuvor hatte ich gesehen, daß eine russische Frau einer deutschen Frau auch 
nur eine Krume Brot schenkte. Auf den Schutthalden suchten wir die von den Russen weggeworfe- 
-209- 

nen Kartoffelschalen, Kohl- und Kohlstrünke und anderen Abfall. Wir waren reich. Wir hatten Hunderte Stück 
von deutscher Frostsalbe. Und die Frostsalbe war für uns Fett, und Fett war Leben. Wir wiederholten dieses 
Theater wohl ein dutzendmal. Und immer gelang es. Unsere kleine Eßgemeinschaft war selig. Ich aber begann 
mit Erschrecken zu merken, daß ich diese Rolle der Wahnsinnigen schon fast zu gut beherrschte. Ich ertappte 
mich wiederholt, auch wenn ich allein war, dabei, daß ich blöde vor mich hinkicherte oder die Augen verdrehte, 
und bald erkannte ich, daß ich ein Spiel trieb, das nahe an die Grenzen führte, die den Normalen vom Irren 
trennen. 

Es war nicht möglich, alle zu begraben 

Natürlich waren diese Kartoffelschalen und der ganze Abfall keine wirkliche Nahrung. Darum verhungerte 
meine Mutter trotz all der Mühe. Sie starb am 28. November 1945. Ich stand neben dem Grab auf dem Luther- 
Friedhof in Schönfließ und hörte nicht, was der Pastor Ernst Müller von Ponarth sprach. Ich hatte meinen Eltern 
nicht helfen können, weder dem Vater noch der Mutter. Trotzdem glaube ich, daß ich recht getan hatte zu 
bleiben. Wenn die alten Leute allein geblieben wären, und ich wäre irgendwo in Sicherheit, im Westen gewe- 
sen, ich hätte es nicht ertragen. Ich hatte meiner Mutter Wochen vor ihrem Tod den Hunger stillen können. 
Nun, da sie tot war, wußte ich, daß mir eine große Gnade vom Schicksal geworden war. 

Der Totengräber war der Zahnarzt Dr. Baumann aus der Vorstadt, der Friedhofsinspektor, der ihm half, dessen 
Name mir entfallen ist, war ein Professor unserer berühmten Albertina. Mir schien dies wie ein Zeichen der 
Zelt. 

Obgleich ich gedacht hatte, daß es nichts mehr geben könnte, was mich zu erschüttern vermochte, hatte mich 
doch der Tod meiner Mutter förmlich aus der Bahn geworfen. Trotzdem nahm ich den Kampf um das bißchen 
Leben erneut auf. Ich zog mir einen weißen Frisierkittel an und versuchte nun mein Glück als private 
Krankenschwester. Da aber alle Medikamente in den Apotheken und Drogerien von den Russen geplündert 
worden waren und ich mir keine Heilmittel verschaffen konnte, mußte ich diesen Versuch bald wieder 
aufgeben. Um diese Zeit hatte das Sterben in Königsberg das bisher größte Ausmaß erreicht. Es war bald nicht 
mehr möglich, die Toten in Friedhöfen zu begraben, sondern man verscharrte sie einfach in den Schrebergärten 
und Wiesen. Unser Pfarrer Müller stand der Totenlawine hilflos gegenüber, obgleich er in aufopfernder Weise, 
man kann schon sagen Tag und Nacht, oft bis zum Zusammenbrechen arbeitete. Von den in Königsberg 



verbliebenen evangelischen Pfarrern war eine Reihe gestorben: Dr. Lubowski, Weihrauch, Flach, Leidreiter, 

Schröter, Dr. Reiß, Knapp und viele andere. Trotzdem die Überlebenden in vorbildlicher 

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Weise ihre seelsorgerische Tätigkeit versahen, mußten viele Hunderte, wenn nicht Tausende, ohne geistlichen 
Zuspruch begraben werden. Da ich mich immer wieder mühte, trotz meines eigenen Elends, den Verzweifelten 
Mut zuzusprechen, traten einige Frauen, als nahe Anverwandte von ihnen starben, an mich heran und baten 
mich, bei den Begräbnissen zu reden. So ging ich nun von einem Grab zum anderen, betete vor und versuchte 
so gut ich es vermochte, Worte der Tröstung zu finden. Wir hatten keine Särge und nicht einmal mehr Säcke. 
Die ersten, die nahezu serienweise starben, waren die alten Frauen. Aber bald waren es die Frauen, so von 20 
bis 40 Jahren, die das Leben einfach nicht mehr haushielten. Und die Kleinkinder. Die, die noch nicht in der 
Lage waren, auf eigene Faust, meist in streunenden Rudeln zusammengeschlossen, ein paar Bissen zu 
verdienen, zu stehlen oder zu rauben. 

Unter einer Ruine hatte ich zufällig ein vollkommen zerschlissenes Gebetbuch gefunden, von dem nur noch die 
Blätter von Seite 34 bis 78 zu lesen waren. Diese Blätter begleiteten mich durch die ganzen Jahre. Manchmal 
bekam ich dafür etwas zu essen. Oft aber mußte ich an ein Sterbebett die letzte Scheibe Brot mitbringen. Ich 
lebte nicht mehr bewußt, sondern in einem förmlichen Hindämmern, und wenn ich heute an die Zeit 
zurückdenke, ist es mir oft, als hätte ich alles nur geträumt. 

Eines Tages, ich war gerade von einem Sammelbegräbnis von sieben Frauen und Kindern aus den 
Schrebergärten von Rosenau zurückgekommen, da erwarteten mich meine Schwester Anna mit einer Russin. Es 
war die Frau des Arztes Pracharin. "Du warst doch unsere beste Tänzerin in der Tanzschule? " sagte meine 
Schwester, "und Frau Pracharin, die mit ihrem Mann bei mir wohnt, erzählte mir, daß sie für das russische 
Offizierskasino eine Tanzlehrerin suchen." Ich wußte nicht, was ich sagen sollte. Die Russin erzählte mir, daß 
es sich keinesfalls um eine schlechte Sache handeln würde. Ich würde als "Artistin" angeschaut werden und als 
solche unter dem Schutz des sowjetischen Oberkommandos stehen. Nach längerem Zögern beschloß ich, mir 
die Sache anzusehen. 

Ich mußte nach der ehemaligen Immelmannkaserne, Jerusalem, wo mir ein Dolmetscher mitteilte, daß ich die 
große Produktenkarte und 300 Rubel im Tag bekäme. Auf meine Frage, was denn meine Aufgabe sei, sagte er 
lächelnd: 

"Tanzen." Ich sollte die russischen Offiziere europäische Tänze lehren. Als ich noch immer zögerte, erklärte 
mir der Dolmetscher, daß ich einen vom russischen General unterschriebenen Pravka bekäme, der mich vor 
jeder Belästigung in Zukunft beschützen würde. Schweren Herzens sagte ich zu. Meine Arbeitsaufgabe war 
tatsächlich Tanzlehrerin. Meine Arbeitszeit täglich von 14 bis 18 Uhr. Ich erhielt eine Bestätigung, auf der mit 
Unterschrift des Divisionsgenerals und Stampiglie bestätigt wurde, daß die Besitzerin des Pravka nicht 
vergewaltigt werden durfte. Ich glaube, ich war die erste Frau in Königsberg, der solches bestätigt wurde! 
-211- 

Täglich um 14 Uhr holte mich nun ein deutscher Beute-Pkw ab, und der tatarische Fahrer Massar brachte mich 
ins Offizierskasino in der Immelmannkaserne. Dort wurde ich erstaunlich behandelt und als "Artistin" genauso 
angesprochen wie auch die russischen Frauen. 

Viel war der Verdienst ja nicht, denn damals kostete ein Brot, das mangels Fett mit Petroleum gebacken wurde, 
150 Rubel. Aber was war das für ein Reichtum: Brot! 

Frieda Schöning aus der "Arbeiterallee" wurde nun bei mir Kochfrau, so daß wir allmählich in einen nahezu 
unvorstellbaren Reichtum gerieten. Jedesmal, wenn ich um 1 8 Uhr nach Hause kam, warteten Tag für Tag oft 
bis zu drei Dutzend hungrige Frauen, und ich vermochte ihnen fast immer aus der Immelmannkaserne etwas 
mitzubringen. Was für die Russen Abfall war, bedeutete für uns größte Glückseligkeit und oftmals das nackte 
Leben. In Königsberg begann um diese Zeit die erste wenn auch schüchterne Räumungsarbeit. Der Steindamm 
wurde von Kolonnen deutscher Frauen aufgeräumt, die Trümmer einfach in die Ruinen geworfen. 
Auf sowjetischen Befehl waren in allen Friedhöfen deutsche Kriegsgefangene dabei, die Grabsteine 
abzubrechen. Aus ihnen wurde mitten in Königsberg das Lenin-Stalin-Denkmal errichtet. Aber die 
Lebensverhältnisse für die große Masse hatten sich nicht geändert. Im Gegenteil, wenn eine Steigerung möglich 



war, erfolgte sie. Der Bürgermeister unseres Bezirkes, den die Kommunisten und Sowjets aufgestellt, ein 
Beinamputierter des ersten Weltkrieges, namens Behrend, der in einem Schrebergartenhäuschen in Mühlenhof 
lebte, versuchte vergebens etwas zu erreichen. 

Mir persönlich ging es nach den damaligen Verhältnissen erträglich. Ein großer Kummer war es für mich, daß 
mein Sohn Klaus, der nun 13 Jahre alt geworden war, durch Vermittlung des Oberst Pracharin Dolmetscher in 
der Immelmannkaserne geworden war. Der Junge war sehr fix und konnte sich bald mit den Russen sprachlich 
sehr gut verständigen. Während ich auf der einen Seite selig war, daß er nun einigermaßen verpflegt wurde, 
konnte ich auf der anderen Seite wieder kaum schlafen, weil ich wußte, daß der gute Oberst Pracharin den 
Knaben in der Hauptsache nicht als Dolmetscher benutzte, sondern auch zum Schmierestehen. Der sowjetische 
Oberst brach nämlich, sooft er konnte, des Nachts in das Vorratslager seines eigenen Regimentes ein, um dort 
hauptsächlich Leder und Käse zu stehlen oder sonstige Waren, die auf dem schwarzen Markt verschoben 
wurden. Mein kleiner Junge schleppte dann die gestohlenen Sachen in die Wohnung des Oberst, der in der 
Nähe mit dem Auto herfuhr. Er mußte für das bißchen Essen buchstäblich Kopf und Kragen riskieren, denn die 
russische Militärpolizei machte nicht viel Federlesens. 
-212- 

Es fing wieder von vorne an 

Im August 1946 war alles aus. Eines Tages wurde mir der Vergewakigungspravka mit der Generalsunterschrift 
abgenommen und mir vom Dolmetscher mitgeteilt, daß es den sowjetischen Truppen streng verboten worden 
wäre, deutsche Hiwis zu haben. Selbstverständlich flog auch Klaus aus dem Dolmetscherposten. Nun fing das 
Hungern wieder an. Ich hatte das, was ich über hatte, jenen geschenkt, die es dringend brauchten. Dadurch hatte 
ich von einem Tag auf den anderen keine Reserven und war wieder genauso dran, wie zuvor. Ich verschmierte 
mir das Gesicht und durchstöberte, als alte Frau getarnt, die Schutthalden nach Kartoffelschalen und 
Kohlblättern, die die russischen Küchen wegwarfen. Ich war wieder Freiwild. 

Als ich am 27. Januar 1947 von der Arbeitsuche nach Hause kam, erwartete mich eine furchtbare 
Überraschung; während ich weg war, hatten deutsche Kommunisten meinen Wohnraum völlig ausgeplündert. 
Ich besaß nichts mehr als das, was Ich auf dem Leibe hatte. Vollkommen niedergeschlagen und verzweifelt 
legte ich mich auf den blanken Boden nieder, um zu schlafen. Ich wußte, mir konnte keiner helfen. Auch die 
nicht, denen ich geholfen hatte. Denn in ihnen war jeder Wille zum Leben gestorben und kein Funken Mut 
mehr vorhanden. Ich machte mir keine Illusionen mehr. Und es ist keine Phrase, wenn ich sage, ich war zum 
Sterben bereit. Denn auch mein Kind konnte mir nicht mehr helfen, so wenig, wie ich ihm helfen konnte. Für 
ihn als Jungen war es doch noch leichter, irgend etwas aufzutreiben. Ich war auch zu müde, um noch 
irgendeinen Entschluß zu fassen. 

Am nächsten Morgen ging ich noch einmal, wie von einem seltsamen Drängen getrieben, auf den Boden, auf 
dem ich vor über einem Jahr, als meine Mutter noch gelebt hatte, in der Kälte mich verborgen hatte. Ich weiß 
nicht, wollte ich mich dort erhängen oder Abschied nehmen. Auf einmal fiel mein Blick auf eine Truhe, die an 
den Schornstein gelehnt stand. Ich machte sie gedankenlos auf. Zu meinem Erstaunen waren drinnen eine 
Smokingweste und ein Damenhut aus Stroh. Sofort faßte ich den Entschluß, diesen Hut zu verscheuern. Ich trug 
ihn auf den schwarzen Markt in Schönfließ, gegenüber der Jerusalemer Straße. Tatsächlich sprach mich bald 
darauf eine russische blonde Kapitänsfrau, eine sogenannte Spekulantin, an. 

Ich verlangte 30 Rubel. Sie erhob ein Geschrei, wie unverschämt die Deutschen die Russen ausbeuten wollten, 
und als sie mir 15 Rubel gab, ließ ich ihn ihr. Für diese 15 Rubel erstand ich eineinhalb Scheiben Brot. Die 
halbe Scheibe aß ich, hungrig wie ich war, sofort auf, die ganze brachte ich für meinen Sohn nach Hause. 
Gerade als ich mich umdrehte, rief die Russin mir nach: "Frau, kannst Wäsche waschen?" Ich ging sofort mit 
ihr in ihr Quartier, wo ich ein paar Löffel Kascha bekam, und nachdem sich die Russin von meinem Pravka, den 
-213- 

ich ihr zeigen mußte, Name und Adresse aufgeschrieben hatte, gab sie mir zwei Kissenbezüge vollgestopft mit 
schmutziger Wäsche. 

Mit dem Aufgebot aller Kräfte schleppte ich mich mit der Wäsche wieder nach Hause, wo mich mein Sohn 
niedergeschlagen und hungrig erwartete. Es war ihm nicht gelungen, etwas Eßbares aufzutreiben. Ich gab ihm 



das Brot und machte mich sofort dran, die Wäsche zu waschen. Aber ich war durch dieses erneute Hungern 
wieder so schwach, daß mir schon nach ein paar Minuten schwarz vor den Augen wurde. So sandte ich Klaus 
zur Kapitänsfrau und bat sie, etwas Geld oder Produkte vorauszuzahlen, damit ich die Wäsche sauber waschen 
könnte. 

Kurze Zeit danach kam mein Sohn wieder und brachte ein kleines aufgebrochenes Glas mit eingelegtem 
Sauerkraut, das bereits in Gärung war. Er sagte zu mir: "Mutti, von der kriegst du nichts." Wir blickten uns 
schweigend an. Dann fuhr er fort: "Winde die Wäsche aus." 

Ich wußte genau, was er wollte. Trotz allem, was das Schicksal uns zum Tragen aufbürdete, hatte ich 
niemandem etwas weggenommen. Jetzt stand mein hungerndes Kind als Versucher vor mir. Automatisch ging 
ich zum Waschzuber und wand ohne nachzuschauen ein paar Stücke der eingeweichten Wäsche heraus. "Hab 
dich nicht so!" sagte der Knabe. »Schau doch das an, das ist ohnedies deutsche Wäsche." Ich gab ihm keine 
Antwort, und er zog mit den paar Wäschestücken ab und brachte in kurzer Zelt dafür drei Wassergläser Mehl, 
aus dem wir eine Mehlsuppe kochten. Wir hatten dabei Glück, es war wirklich Mehl, denn oft verkauften die 
Russenweiber Schlämmkreide statt Mehl und betrogen uns auch noch in unserer Tiefe. 

So war der Anfang gemacht. Für ein paar Mehlgläser hatte ich mein Schicksal verspielt. Ich war zur Diebin an 
den Räubern geworden. Kurze Zeit danach besuchte mich Frau W., die vormals Kochfrau auf dem Rosenauer 
Schlachthof gewesen war. Die riet mir, sofort meinen Pravka zu vernichten und unter einem anderen Namen zu 
leben. Sie erbot sich auch, mir beim weiteren Verkauf der Wäsche behilflich zu sein. Wir nahmen einen Teil der 
nassen Wäsche und trugen sie auf den Luisenmarkt. Ich bekam dafür an die 1000 Rubel. Dafür kaufte ich Brot. 
Eines aßen wir auf der Stelle auf, das andere brachte ich meinem Kind. Es war uns klar, daß wir nun das 
Quartier verlassen mußten. Ich zog mir alles an, was ich noch hatte, und wir gingen zu dritt auf den schwarzen 
Markt, in die Wachtelgasse, und legten unsere "Ware" aus. 

Wie ich dort stehe, legte sich plötzlich eine Hand auf meine Schulter, und als ich herumfuhr, sah ich entsetzt 
einen Russen mit aufgepflanztem Bajonett. Ich dachte sofort, daß mein Diebstahl aufgeflogen sei. Aber der 
Russe kümmerte sich nicht um die Wäsche, bei der Frau W. und Klaus zurückblieben. Er zerrte mich in einen 
Hausflur und sperrte mich dort ein. Meine erste Sorge waren die restlichen Rubel, die ich bei mir hatte und die 
ich in Ermangelung anderer Mög- 
-214- 

lichkeiten in die Schuhe steckte. Immer mehr Frauen wurden herangeschleppt. Dann stellten die Russen uns zu 
einer Kolonne zusammen und führten uns nach Ponarth-Barbarastraße. Dort wurden wir einer deutschen 
Vorarbeiterin, einer Kommunistin, die Maria hieß, aber sich Maruschka nannte, zugeteilt. Wir mußten die 
Zimmer aufwischen und Fenster putzen, sowie die völlig verdreckten Keller säubern. Als es Abend war, waren 
wir fertig, und zu unserem Erstaunen konnten wir wieder gehen. Eine Bezahlung oder gar zu essen bekamen wir 
natürlich nicht. 

Das Schicksal nahm seinen Lauf 

Auf der Straße wußte ich nicht, was ich anfangen sollte, aber meine beiden Mitverschworenen warteten auf 
mich bei der Brauerei Schönbusch. Klaus hatte schon erfahren, daß die ganze Sache ungefährlich war. Die 
beiden hatten alles verkauft und dafür Kartoffeln eingehandelt. Wir gingen nun, da es in der Dunkelheit sehr 
gefährlich war, sich auf der Straße zu befinden, zum Verschiebebahnhof Ponarth, weil man dort am besten Brot 
erwerben konnte. In der Nähe des Bahnhofes überfiel ein jugendlicher russischer Bandit, die in ganzen Rudeln 
der Roten Armee nachgezogen waren, meinen Sohn und wollte ihm den Rucksack wegreißen. Klaus wehrte 
sich aber tüchtig. Ehe wir heran waren, hatte der jugendliche Gauner Klaus mit einem Messer in den Kopf 
gestochen. Die Wunde blutete zwar sehr, aber war gottlob nicht lebensgefährlich. Wir vertrieben den Räuber 
mit Steinwürfen, verloren darüber aber sehr viel Zeit. 

Es war tiefe Nacht geworden. Jeden Augenblick konnte uns eine Patrouille aufgreifen. Unsere Furcht war 
grenzenlos. Wir versuchten, in der Barbarastraße in die wenigen erhaltenen Häuser zu gelangen, aber niemand 
nahm uns auf. Jeder fürchtete sich, fremde Menschen aufzunehmen, denn es war nicht nur von den Russen 
streng verboten. Allmählich hatten sich ganze Räuber- und Mörderbanden gebildet, die vor allem auf dem 
Lande, aber auch in Königsberg mit der Bitte um Quartier sich einschlichen, um am Schluß ihre Quartiergeber 



zu berauben und mitunter gar zu ermorden. Endlich, als wir schon ganz verzweifelt waren, nahm uns eine Frau 
auf, da wir ihr unsere Lebensmittel zeigten. Ihr Kind hatte einen riesigen Wasserkopf und war schon halb 
verhungert. Der Mann der Frau war in Rußland als Obergefreiter gefallen. Wir kochten eine Mehlsuppe, die wir 
zu fünft aßen, und durften dafür die Nacht über in der Küche sitzen. Die Frau hatte selbst nur eine schmale 
Liegestatt, auf der sie mit dem Kinde schlief. 

Am Morgen gingen wir wieder nach dem alten Verschiebebahnhof Ponarth. Erstens wollten wir das letzte Geld 
in Brot anlegen und zweitens prüfen, ob es uns nicht gelingen konnte, mit einem der ausfahrenden Frachtzüge 
die Stadt zu verlassen. Diesen Tag habe ich mir gemerkt. Es war der 18. April 1947. In gro- 
-215- 

ßen Massen belagerten Frauen und Kinder den ganzen Bahnhof. Sie alle versuchten, auf den Puffern und auf 
den Dächern der ausfahrenden russischen Militärzüge der Königsberger Hölle zu entrinnen. Die russische 
Militärpolizei schlug die Frauen und Kinder mit Gewehrkolben von den Dächern und stieß mit Bajonetten nach 
denen, die sich auf den Puffern und Trittbrettern anklammerten. Viele stürzten unter die Räder und schrien 
fürchterlich. Manche waren gleich still. Wir legten unser ganzes Geld in Brot an, und das war unser größtes 
Glück im Unglück. 

Plötzlich fuhren überfallartig von allen Seiten russische Lkw heran. Sowjetsoldaten sprangen ab und machten 
ihre Gewehre und Maschinenpistolen schußbereit. Ich erkannte, daß wir unglücklicherweise mitten in eine 
Razzia hineingeraten waren. Vergeblich versuchten wir auszubrechen und so unserem Schicksal zu entgehen. 
Die Russen hatten uns umzingelt. Die ganze Menschenmasse - viele Hunderte - wurde nun in schon 
bereitgestellte Waggons gezwungen, die fest verschlossen wurden. Es war ein ganz langer Zug, in den wir 
kamen. Angerührt hatte uns niemand. Zu wehren wagte sich ja sowieso keiner. Nach einer Weile setzte sich der 
Zug in Bewegung. 

Es sollte viele viele Jahre dauern, bis ich die Heimat wiedersah und unter deutschen Menschen in Freiheit leben 
konnte.« 

Ein Dokument seltener Eindringlichkeit: Die Landkarte des Todes aus Jugoslawien. Allein hier wurden 80 000 

deutsche Kriegsgefangene unter kaum zu schildernden Umständen vom Leben zum Tode gebracht. 

-216- 

Deutsches Massensterben in Jugoslawien 
Eine Volksgruppe wurde fast ausgerottet 

Noch grausamer und sadistischer gingen die Titopartisanen gegen alle Deutschen vor, die in Jugoslawien in ihre 
Hände fielen. Fast ist man außerstande, diese blutige Wahrheit wiederzugeben. 

Dr. Wilhelm Neuner, vormals Oberlandesgerichtspräsident in Betschkerek und Abgeordneter im Belgrader 
Parlament, der das erschütternde Schicksal seiner Landsleute mit erleiden mußte, berichtete: 
»Die Volksdeutschen, die bis gegen Kriegsende in Jugoslawien lebten, waren beim Rückzug der deutschen 
Truppen in ihrer Mehrheit der Meinung, daß kein Grund zum Verlassen der Heimat bestehe. Daher sind auch, 
als die Sowjettruppen in das Land einrückten, gegen 300 000 deutsche Zivilpersonen in Jugoslawien geblieben. 
Auch ich gehörte zu diesen. 

Zunächst schien es, als hätten wir richtig gehandelt. Die ersten Sowjettruppen, die ins Banat und am 2. Oktober 
1944 in dessen Hauptstadt Groß-betschkerek einmarschiert sind, haben die deutsche Zivilbevölkerung anfangs 
im allgemeinen nicht schlechter behandelt als die übrigen Nationalitäten. Am gleichen Tag bildete sich unter 
der Bezeichnung "Volksbefreiungsausschuß" in der genannten Stadt auch schon eine jugoslawische Behörde, 
welche, da Belgrad und der größte Teil des übrigen Jugoslawien noch von den deutschen Truppen besetzt war, 
die lokalen Regierungsgeschäfte in die Hand nahm, mit den Russen zu verhandeln begann und von diesen 
anerkannt wurde. Dieser Behörde gehörten auch angesehene serbische Bürger an, von welchen wir wußten, daß 
sie keine Kommunisten, sondern Anhänger des Königs seien. In diesem Ausschuß befanden sich auch Vertreter 
der ungarischen, rumänischen und slowakischen Minderheit. Als deutscher Vertreter wurde der einstige 



Obmann des "Schwäbisch-deutschen Kulturbundes" Johann Keks, dessen demokratische Gesinnung noch aus 
der Vorkriegszeit allgemein bekannt war, in den Ausschuß berufen. 

Leider dauerte die friedliche Zusammenarbeit nicht lange. Am 10. Oktober 1944, nach dem Abzug und 
weiteren Vormarsch der russischen Kampftruppen, schickten die obersten kommunistischen Machthaber 
Verbände kommunistischer Partisanen ins Land. Mit dem Erscheinen dieser rissen die Kommunisten überall die 
ganze Macht an sich. Die nationalen Jugoslawen, die Anhänger des Königs Peter, wurden ausgeschaltet und 
zum Teil auch eingesperrt. Es wurde eine kommunistische Diktatur eingeführt, womit auch das bisherige erträg- 
liche Verhalten der Serben uns Deutschen gegenüber sein Ende fand. 
-217- 

Diese kommunistischen Partisanen haben schon gleich am ersten Tag ihrer Militärdiktatur im ganzen Land 
Massenerschießungen von Deutschen durchgeführt. In der Hauptstadt Großbetschkerek, wo gegen 12 000 
Deutsche lebten, ging dies so vor sich, daß sie zuerst den westlichen Stadtteil, wo hauptsächlich die deutschen 
Bauern wohnten, umstellten. Sie drangen in jedes Haus ein und legitimierten alle Männer. 
Wo sie hierbei einen deutschen Mann antrafen, wurde er sofort in den serbischen Stadtteil getrieben, worauf 
alle zusammen - ohne Verfahren und grundlos - noch am selben Tag erschossen worden sind. 
Nur verhältnismäßig wenige deutsche Männer blieben damals verschont. Auch ich war mit einem 84jährigen 
Nachbarn zur Liquidierung abgeführt worden. Nur durch einen glücklichen Zufall kam ich dabei mit dem 
Leben davon. Jedoch mein Schwiegervater und fünf weitere Verwandte, alles Landwirte, welche in meiner 
Nachbarschaft wohnten und gerade mit der Einbringung der Ernte beschäftigt waren oder in ihren Wirtschaften 
arbeiteten, wurden ahnungslos von der Arbeit weggetrieben und mit allen übrigen erschossen. Die damals am 
Leben gebliebenen Deutschen wurden einige Zeit danach, der eine früher, der andere später, geholt und ins KZ 
gebracht. Ins Großbetschkereker Lager brachte man auch täglich Leute aus den umliegenden deutschen 
Ortschaften. Fast täglich fanden dann Erschießungen von Gruppen deutscher Menschen statt. Im ganzen Banat 
betrug die Zahl der deutschen Zivilpersonen, die in jenen ersten Tagen der kommunistischen Diktatur 
erschossen wurden, gegen 10 000. 

So hat das neue jugoslawische Regime seine Herrschaft begonnen. Erst am 21. November 1944 trat dann in 
Belgrad der "Antifaschistische Rat der nationalen Befreiung" (Avnoj) als die oberste Regierungsbehörde des 
neuen Jugoslawien zusammen. Bei dieser Gelegenheit wurde der Beschluß erbracht, daß allen Personen 
deutscher Volkszugehörigkeit die Bürgerrechte und das gesamte Vermögen entzogen werden. Dies geschah 
ohne Rücksicht darauf, ob diese Deutschen in Gebieten lebten, welche während des Krieges unter ungarischer, 
kroatischer, italienischer, bulgarischer oder deutscher Verwaltung standen. 

Die Behandlung der Deutschen wurde in einer Verfügung zusammengefaßt, die von dem politischen 
Kommissar Titos, Moscha Pijade, in Jajce veröffentlicht wurde und seither die »Verfügung von Jajce" heißt. 
Die drei Punkte der Verfügung lauteten: 

1. Alle in Jugoslawien lebenden Personen deutscher Abstammung verlieren automatisch die jugoslawische 
Staatsbürgerschaft und alle bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte. 

2. Der gesamte bewegliche wie unbewegliche Besitz aller Personen deutscher Abstammung gilt als vom Staat 
beschlagnahmt und geht automatisch in dessen Eigentum über. 

-218- 

3. Personen deutscher Abstammung dürfen weder irgendwelche Rechte beanspruchen noch ausüben, noch 
Gerichte oder Institutionen zu ihrem persönlichen oder rechtlichen Schutz anrufen. 

Mit diesem Beschluß wurde die gesetzliche Grundlage für die Liquidierung aller Deutschen geschaffen, und die 
bereits geschehenen Gesetzwidrigkeiten und Massenerschießungen wurden damit sanktioniert. Daß dieses 
Gesetz auch so aufzufassen sei, wurde uns später in den Lagern auch immer und immer wieder nachdrücklichst 
betont bzw. unter Beweis gestellt. 

Für diese ungeheuerlichen Maßnahmen hat man ursprünglich nicht einmal versucht, eine plausible Begründung 
zu geben. Auf der Sitzung, auf welcher der erwähnte Beschluß über die Ausbürgerung der Deutschen am 21. 
November 1944 in Belgrad erbracht worden ist, hat der jugoslawische kommunistische Minister Zarko 



Veselinoo eine Rede gehalten, in welcher er als Regierungssprecher lediglich ausführte, daß die Deutschen das 
Land verlassen müßten, weil man mit ihnen nicht mehr zusammenleben wolle. "Svabama medja nama vise 
nema mesta! " (Deutsche haben unter uns keinen Platz mehr!) lautete die betreffende Stelle in seiner durch das 
Belgrader Radio übertragenen Rede. 

Auch diese Regierungserklärung wurde überall so verstanden, daß ohne Rücksicht auf ihre Staatsbürgerschaft 
alle Deutschen vogelfrei seien und liquidiert werden könnten. Darum wurden ohne Rücksicht auf die 
Staatsbürgerschaft auch die letzten Deutschen, welche noch in Freiheit lebten, also auch diejenigen, von 
welchen man wußte, daß sie keine "Faschisten" waren, von Haus und Hof vertrieben und in Lager gebracht. 
Gegen 50 Lager wurden für die annähernd 300 000 im ganzen Land noch lebenden Deutschen errichtet. Wo 
aber in den Lagern die Lagerkommandanten oder einzelne Kommunisten oder Partisanen Lust hatten, 
Menschen umzubringen, konnten sie ungehindert Deutsche liquidieren. 

In Großbetschkerek, in dessen KZ auch ich zuerst gehalten worden war, gab es abgesehen von unzähligen 
Einzelliquidierungen, bei denen auch der einstige Präsident des Kulturbundes, Johann Keks, den Tod gefunden 
hat, gegen zehn Massenerschießungen, bei welchen insgesamt etwa 750 deutsche Menschen getötet worden 
sind. Die Anzahl derer, welche jeweils gemeinsam zu liquidieren waren, wurde sowohl für dieses wie auch für 
die übrigen Lager jedesmal von der Regierung bzw. von einer von ihr bestellten Stelle anbefohlen. Wie unselig 
leichtsinnig darauf die untergeordneten Stellen bei der Auswahl der Opfer vorgegangen sind, ist aus einigen 
Beispielen ersichtlich: 

Einmal sollten in unserem Lager auf höheren Befehl 150 deutsche Lagerleute liquidiert werden. Der 
Lagerkommandant hat darauf alle Lagerleute antreten lassen und hat, ohne sich um die Namen der einzelnen 
Opfer zu kümmern, ganz einfach diejenigen, welche in der aufgestellten Kolonne zufällig 
-219- 

vorne standen, zur Erschießung bestimmt und an Stelle der verlangten 150 sogar 154 ausgezählt und in zwei 
Gruppen erschießen lassen. 

Ein großer Teil der Erschossenen war damals schwäbische Landsleute aus dem rumänischen Banat. Diese 
waren auf der Flucht vor den Russen aus ihrer Heimat schon am 2. Oktober 1944 durch das jugoslawische 
Banat bis an die Theiß gekommen, über welche sie wegen Zerstörung der Brücke nicht mehr weiter konnten. 
Sie sind von den jugoslawischen Partisanen in das Großbetschkereker Lager gebracht worden. Auch der frühere 
deutsche Parlamentsabgeordnete Prof. Peter Weinrich aus Hatzfeld in Rumänien wurde in dieser Gruppe 
erschossen. 

Als ein andermal wieder der Befehl eintraf, daß 70 Deutsche zu liquidieren seien, wurden nur alte Leute und 
solche, die kränklich waren, umgebracht. Diese ausgewählten Opfer wurden damals nicht erschossen, sondern 
in kleinen Gruppen aus der Baracke in den Lagerhof geführt und dort von Partisanen erschlagen. 
Dabei machten andere Partisanen auf einer Ziehharmonika Musik. Auch der pensionierte Gerichtsrat Dr. Karl 
Lux aus Großbetschkerek wurde bei dieser Gelegenheit im Lagerhof erschlagen. Die 70 verstümmelten Leichen 
wurden von italienischen Kriegsgefangenen, die während der Liquidierung auf Befehl der Partisanen laut 
italienische Lieder singen mußten, auf Wagen weggeschafft. 

Als eines Tages die Liquidierung von 30 Deutschen anbefohlen worden war, wurden hierfür meist Kaufleute 
und solche Männer ausgesucht, welche Intelligenzberufe hatten. 

Auch solche Gruppenerschießungen, von welchen eine fertige Liste mit den Namen der ausgewählten Opfer 
von der Regierung mit dem Auftrag, dieselben zu liquidieren, einlangte, sind vorgekommen. Auf diese Weise 
war auch bezüglich des einstigen deutschen Abgeordneten Dr. Julius Ellmer die Anweisung eingetroffen, daß er 
mit einer Gruppe namentlich genannter angesehener deutscher Männer zu töten sei. Da ihn aber der 
Lagerkommandant in einer Gruppe von 70 Landsleuten schon früher hatte liquidieren lassen, wurde diesmal ein 
anderer an seiner Stelle genommen und erschossen, damit die für den betreffenden Tag vorgeschriebene Zahl 
voll wurde. 

Auffallenderweise war zur selben Zeit im Lager Pantschowa, wo insgesamt in jenen Tagen 1666 deutsche 
Lagerleute, in mehreren Partien gefesselt, fortgeführt worden und für immer verschwunden sind, auch die 
Erschießung des früheren deutschen Abgeordneten Dr. Simon Bartmann auf Grund einer Liste von der 
Regierung ausdrücklich verfügt worden. Er ist darauf in einer Gruppe von 84 Deutschen, unter welchen sich 



auch elf Frauen befunden hatten, gefesselt aus dem Lager hinausgeführt und am nördlichen Stadtrand 

Pantschowas erschossen worden. Als eines Tages die kommunistischen Partisanen der Banater 

-220- 

Ortschaften Menlenci und Baschaid ein Fest feierten, wurden hierzu aus dem Großbetschkereker Lager 30 
deutsche Lagerleute dorthin gebracht. 

Alle dreißig wurden während dieses Partisanenfestes bei Musik und Wein erschossen. 

Bei einer anderen Gelegenheit wurden wieder 35 deutsche Männer und vier Frauen den Partisanen in die 
Gemeinde Ernsthausen geschickt. Diese Lagerleute wurden dort sogleich nach der Ankunft in einem Tanzsaal 
des dortigen Wirtshauses Georg Schiitter eingesperrt und in der Nacht darauf während einer 
Partisanenunterhaltung von den betrunkenen Partisanen auf grausamste Weise umgebracht. Deutsche 
Lagerleute haben danach den Partisanen bei der Wegschaffung der verstümmelten 39 Leichen noch helfen 
müssen. 

Wieder einmal war die Liquidierung von 70 Deutschen befohlen worden. Der größte Teil der Volksdeutschen 
Männer war jedoch schon zeitig in der Frühe aus dem Großbetschkereker Lager als Arbeitssklaven für den 
betreffenden Tag an freie Menschen und Unternehmungen verkauft oder sonst auf Zwangsarbeit weit außerhalb 
des Lagers geschickt worden. Der Lagerkommandant hat daraufhin die auf die Zahl 70 fehlenden 26 
Volksdeutschen Männer in der Weise ergänzt, daß er aus der "Abteilung Kriegsgefangene" reichs-deutsche 
Wehrmachtsangehörige nahm und sie an Stelle der Volksdeutschen Zivilpersonen erschießen ließ. Ein 
Österreicher, der noch heute in der Steiermark lebt, hat den Kommandanten bei dieser Gelegenheit ausdrücklich 
darauf aufmerksam gemacht, daß es sich hierbei um Kriegsgefangene und österreichische bzw. deutsche 
Staatsbürger handle. Die verächtliche Bemerkung "Svaba je Svaba" (alle Deutschen sind gleich) war das 
einzige, womit der Kommandant reagierte. 

Am 15. Mai 1945 wurden wir alle gezwungen, der mutwilligen Erschießung eines deutschen Kindes zuzusehen. 
Ungefähr 300 deutsche Männer waren an jenem Tage im Großbetschkereker Lager nicht auf Arbeit. Dazu 
brachte man noch 700 Frauen aus der Frauenabteilung. Wir mußten je einen Halbkreis bilden, auf der einen 
Seite die Männer, auf der anderen die Frauen. Der im Lager erschienene Chef der "Ozna" hieß den deutschen 
Knaben Walther Minges aus Detta in Rumänien, also einen rumänischen Staatsbürger, welcher seine Mutter auf 
der Flucht verloren hatte und als Waise auch in unserem Lager gehalten wurde, in die Mitte des Kreises treten. 
Das Kind mußte niederknien und wurde vor unser aller Augen von einem Vertreter der Ozna durch zwei 
Pistolenschüsse in das Genick getötet. Wir alle aber waren gezwungen worden, ganz nahe heranzutreten und 
genau zuzuschauen, wie man Deutsche umbringe. Die Frauen, welche sich schluchzend abwendeten, wurden 
von den hinten stehenden Partisanen mit Gewehrkolbenstößen zum Zuschauen gezwungen. 
Der höchste Ozna- Vertreter hielt uns danach eine serbische Rede, in welcher er darlegte, daß er das Recht habe, 
jeden einzelnen von uns auf genau dieselbe Weise liquidieren zu lassen, denn wir Deutsche hätten keine 
Bürgerrechte, für 
-221- 

uns gäbe es keine Freiheit mehr, und wir hätten nur noch zu arbeiten und im Lager zu sterben. Damit wir uns 
dies ja gut einprägten, mußte ein Landsmann, der heute in Reutlingen in Westdeutschland lebt, diese serbische 
Rede des höchsten behördlichen Vertreters uns noch einmal Wort für Wort ins Deutsche übersetzen. Gegen 50 
Zeugen dieses ganzen Vorganges leben noch heute. 

Auch noch bei späteren Gelegenheiten sind die Lagerkommandanten zur Härte gegenüber den Deutschen 
immer wieder von Vertretern der Regierung angespornt worden. So war z.B. auch im Lager Großbetschkerek 
am 15. Juli 1945 eine größere Zahl von hohen Regierungsvertretern eingetroffen. Wir haben daher wieder alle 
antreten müssen. Der Sprecher dieser Kommission verkündete uns dann im Namen der neuen jugoslawischen 
Regierung, daß bei den Besprechungen der Großmächte in Jalta die Aussiedlung der Deutschen aus Ju- 
goslawien nicht beschlossen worden sei. Das neue Jugoslawien habe dort vielmehr das Recht erhalten, mit 
seinen Deutschen zu machen, was es wolle. Man könne uns alle erschießen lassen. Wir seien vogelfrei. Auch 
erklärte er ausdrücklich, daß wir aus dem Lager nie mehr entlassen würden und hier sterben müßten. 



Es ist daher kein Wunder, wenn einzelne Lagerkommandanten angesichts der geschilderten Einstellung der 
höchsten staatlichen Stellen die schnelle Liquidierung der deutschen Zivilpersonen sogar als patriotische Tat 
ansahen. 

Im Lager Rudolfsgnad an der Theiß, wohin man mich im Jahre 1946 gebracht hatte, gab es damals außer 
einigen wenigen arbeitsfähigen Männern auch 23 000 deutsche Frauen und Kinder. Diese Zahl wurde, sobald 
einige Tausend hinwegstarben und wieder Platz war, durch neue Transporte aus anderen Lagern, welche auf 
diese Art nach und nach "aufgelöst" werden konnten, immer wieder ergänzt. Auch aus der Untersteiermark 
brachte man nach Auflösung der dortigen Lager 400 überlebende Deutsche, unter denen ein großer Teil 
österreichische Staatsbürger gewesen sind, hierher. Diese Leute haben das ihnen ungewohnte Sumpfklima an 
der Einmündung der Theiß in die Donau, wo eben das KZ Rudolfsgnad errichtet worden war, nicht ertragen, 
und es sind viele von ihnen bald umgekommen. 

Im übrigen hat man in diesem Lager hauptsächlich durch Aushungern die Zahl der Deutschen zu vermindern 
getrachtet. Man hat den dortigen KZ-Häftlingen an vielen Tagen überhaupt nichts zu essen gegeben. Im Jänner 
1946 verabreichte man den Lagerleuten an fünf unmittelbar aufeinanderfolgenden Tagen keinen Bissen 
Nahrung. 

Auch die kleinen Kinder bekamen nichts, desgleichen auch gar nichts vorher, an den vier unmittelbar 
aufeinanderfolgenden Weihnachtstagen, nämlich vom 24. bis 27. Dezember. Daher sind dort in einigen 
Wintermonaten auch 7400 deutsche Kinder und Frauen gestorben. 
-222- 

An einem einzigen Tag wurden 113 verhungerte Kinder und Frauen aus dem Lager hinausgeführt und, wie alle 
Opfer dieses KZ, auf der Hutweide in einem langen Graben eingescharrt, weil auch noch zwei und drei Jahre 
nach dem Krieg auf ausdrückliche Verfügung der Regierung Deutsche als Menschen ohne Bürgerrechte nicht 
wie freie Menschen auf einem Friedhof begraben werden durften. Auch der einstige deutsche Abgeordnete des 
rumänischen Parlamentes in Bukarest, Dr. Peter Kausch aus Modosch, ist hier verhungert und liegt in so einem 
Massengrab. 

Ein Lagerkommandant aber, welcher nur drei Monate hier sein Amt versah und danach versetzt wurde, hat am 
Ende dieser seiner Tätigkeit sogar offen mit den Worten geprahlt, er sei stolz darauf, daß es ihm im Lager 
Rudolfsgnad durch seine Methode gelungen sei, ohne Schuß in ganz kurzer Zeit 5000 "Schwaben" unter die 
Erde zu bringen.« 

Aus den offiziellen Dokumentationen einige wenige Zeugenaussagen: 
Johann Wann aus Startschowa (Starcevo), Bezirk Pantschowa im Banat: 

»Am 1. Oktober 1944 traf die erste russische Patrole in Startschowa ein. Ein Offizier der Patrole hat eine Rede 
gehalten. Alle Deutschen wurden fortgetrieben, damit sie nicht anhören können, was der Befreier spricht, wo 
die Serben und Kroaten doch auch nur ganz wenig davon verstanden haben. 

Schon am 2. Oktober holten die einheimischen Serben, Kroaten und Zigeuner aus unserem Haus Heu, Stroh, 
Hafer, Mais und alles, was sie brauchten. Alles, was weggeholt wurde, wurde im Namen der Partisanen und des 
Volksbefreiungs-Ausschusses gefordert. Als mein Vater eine Bestätigung verlangte, sagten sie ihm, er soll 
seinen Mund halten, wenn er sein Leben liebhat. Tag für Tag, unter Drohung, wurde das Haus leer gemacht und 
die Sicherheit schwieriger. Tag für Tag - unter Vorgabe, man suche Waffen und Militärausrüstung - folgten 
Hausuntersuchungen. Wo so etwas nicht gefunden wurde, fragten sie halt, was ihnen lieb war. Auch 
Kinderschuhe wurden als Militärausrüstung behandelt und fortgetragen. Damit sie den Deutschen noch mehr 
Angst eintrieben, wurden auf den deutschen Häusern Parolen angeschrieben, so z. B. auf dem Hause der Brüder 
Müller: "Alle schwäbischen Schweine müssen aufgehängt werden!" - "Tod für den Schwaben!" Bei uns am 
Hause stand es: "Hier wohnt der Hitler, er muß totgeschlagen werden!" (Mein Vater wurde noch vor dem Krieg 
"Hitler" gespottet.) Und: "Alle deutschen Huren müssen sterben." 

Damit die Parolen kein totes Wort bleiben sollen, holten sie die ersten Deutschen in der Nacht am 18. Oktober 
und trieben sie ins Gemeindehaus. Dort wurden sie geprügelt, verstochen, die Hände gebrochen und dann in 
den Ortspark geschleppt und erschossen. Mein Vater mußte sie auf den Pferdefriedhof 
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führen, wo er sie beerdigen mußte. Die Partisanen drohten ihm, er solle ja nicht verraten, wo sie begraben sind! 
Unter den Opfern waren: Ulrich Hans, Jehl Josef, Beck Josef und noch vier Personen, denen ihre Namen ich 
vergessen habe. Unter den Mördern befand sich ein Angehöriger der russischen Armee und einer des ersten 
Volksbefreiungs-Ausschusses, ein gewisser Kljukalo (Spottname), der auch heute noch in Startschowa lebt. 
Am 21. Oktober traf eine Einheit der Sremer Brigade im Dorfe ein. Erst später haben wir es auf der eigenen 
Haut erfahren, daß es eine Liquidierungsab-teilung war. Von denselben ist mein Vater auf gefordert worden, er 
soll nachmit-tags gegen 15 Uhr einige Partisanen mit den Wagen nach den Gütern Omoljica und Ban. Brestovac 
führen. Wo wir ohne Pferde geblieben sind, konnte er die Aufforderung nicht gut machen. So blieb er halt zu 
Hause. Die Angewohnheit der lärmenden Partisanen hat in unserer Familie schlechtes Gefühl geweckt. Doch 
die Nacht ist gekommen, und wir gingen schlafen. 

Wir waren kaum eingeschlafen, und schon klopfte jemand an der Küchentür. (Das Haustor wurde nie gesperrt, 
weil der Volksbefreiungs-Ausschuß solchen Befehl ausgegeben hat.) Es war ungefähr 21 Uhr. Mein Vater 
fragte, wer so spät klopft. Die Antwort darauf war: "Im Namen des Volkes, macht die Tür auf! " Als mein Vater 
die Tür aufgeschlossen hat, traten drei bewaffnete Partisanen in die Küche. Sie fragten, ob er der Hausherr ist. 
Mein Vater sagte ja. Der eine Partisan fragte, ob wir Waffen oder militärische Sachen haben. Mein Vater soll 
nur richtig Antwort geben, weil wenn sie das Haus durchsuchen und etwas finden, so geht es der ganzen 
Familie schlecht. Mein Vater versicherte sie, daß wir nichts haben und daß in den letzten Tagen schon vielmals 
Untersuchung war. Da fragte der Partisan, ob noch ein Mann im Haus wäre. Ja, es war noch mein Bruder, der 
als Mann gerechnet werden kann, weil er 21 Jahre alt ist. Ob noch ein Mann im Haus ist, fragte derselbe 
Partisan. Meine Mutter, die auch aus dem Zimmer in die Küche kam, sagte nein, es wäre nur noch ein Kind von 
15 Jahren. Also, auch er soll kommen. Als ich auch in die Küche gekommen bin, sagte der eine Partisan ganz 
froh: "Auch er ist gut für den Kopf " Mutter, Großmutter und Schwestern fingen an zu weinen. Einer der 
Partisanen beruhigte sie mit den Worten: "Sie brauchen ja nicht weinen. Sie sollen sich nur gut anziehen, weil 
sie nicht die Möglichkeit haben werden, bald zurückzukommen A Wir haben das Beste angezogen und alles 
doppelt. Als wir fertig waren, gingen wir in den Hof hinaus. Erst da sahen wir, daß das ganze Haus mit 
Partisanen und einheimischen Zivilisten ringsum bewacht war. 

Mein Vater, Bruder und ich waren die ersten, die von den Partisanen in unserer Gasse ausgehoben wurden. Mit 
ungefähr zwanzig bewaffneten Partisanen und einigen Zivilisten gingen wir durch unsere Gasse. Als wir in die 
Nähe eines deutschen Hauses gekommen sind, mußten wir stehenbleiben. Einige Partisanen blieben bei uns, die 
anderen machten es ebenso wie bei uns. Unsere Ko- 
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lonne wuchs langsam. Als wir schon sechs Personen waren, durften wir nicht mehr sprechen. 
Als wir an das Ende unserer Gasse kamen, blieb noch ein Haus, wo Deutsche wohnten. Es war das Haus der 
Familie Großecker. Als wir näherkamen, hörten wir Lärm im Hof. Im Hause wohnten nur Frauen und der Sohn 
Fritz. Er war erst 14 Jahre alt und ging noch in die Volksschule. Wie die Partisanen ihn zu uns gebracht haben, 
fragte der eine Partisan, warum sie so großen Lärm machten, wenn der Befehl doch lautete: Alles in größter 
Ruhe durchführen. Da sagte eine Partisanin: "Ja, der Rotzkerl wollte davonlaufen, und erst im Stall haben wir 
ihn gefangen. Da hat er mich auch noch gebissen." 

Ihn haben sie gleich gefesselt. Wie sie uns in der Kolonne zurechtgebracht haben, da sagte einer der Partisanen: 
"Ich bin ein Offizier; hier habe ich meine Pistole und meinen Dolch, mit welchem ich schon viele deutsche 
Schweine geschlachtet habe. Wer nur ein Wort spricht, den schlachte ich; wenn nur einer aus der Kolonne 
tretet, der stirbt - und jetzt los! " 

Sie haben uns der Gasse entlang getrieben. Auf vielen Plätzen hörten wir Parolen zurufen. Daraus wurde uns 
klar, daß der ganze Ort belegt war mit Partisanen. 

Erst als wir vor das Gasthaus Stimac gekommen sind, fingen sie uns an zu schlagen mit Riemen, Gabeln, 
Stöcken und Gewehrkolben. Als wir durch die Tür geschoben worden sind, sahen wir im Gasthaus unser 
Schicksal beendet. Bei einem gewöhnlichen Gasttisch saßen drei Angehörige des Volksbefreiungs-Aus- 
schusses. In der Mitte saß der Sekretär, Namens Zivulj Lazar, ein ewiger Student, der Sohn eines Bauern aus 
Startschowa, Er fragte nur nach den Namen, und schon schoben sie uns weiter von dem Tisch. Da warteten 



einige Partisanen, bewaffnet mit Stöcken, und befehlten, uns auszuziehen, aber die Unterhose können wir 
anlassen. Ja, deutlich gesagt, aber schwer ausführbar. Wie sich einer rührte, schlagten sie mit den Stöcken. Als 
ich mir die Schuhe ausziehen wollte, haute mir einer mit dem Stock über den Rücken, daß ich hingefallen bin. 
Mit Füßen haben sie mich getreten und fluchten. Meine Schuhe waren doch eine schöne Kriegsbeute -, da 
lasten sie mir zuletzt doch Zeit, daß ich sie ausziehen kann. Als ich nur in der Unterhose war, bekam ich von 
neuem an Prügel. Als ich schon genug spürte von der Befreiung, schoben sie mich gegen die Wand. Dort waren 
schon einige Deutsche, manche auch ganz nackt, aufgestellt. Weh dem, der in der ersten Reihe war! Mit 
Gewehrkolben oder Stöcken schlugen sie uns über Bauch und Gesicht. Auch mit Messern wurden einige ge- 
stochen, wie Franz Hirschl, der über 70 Jahre alt war. Der Hintermann war auch nicht in viel besserer Lage, 
weil die Partisanen den Reihen nach gegangen sind und mit Gewehren und Ketten über die Reihen schlagten. 
Einige wurden so hart geprügelt, daß sie bewußtlos zamgebrochen sind, dann aufgewaschen wurden (mit 
Wasser überschüttet wurden), nur damit sie nochmals geschlagen 
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werden, wie z. B. Ellinger Paul, Sturm Franz und Wann Stefan. Der letzte hat Brillen getragen. Einer der 
Partisanen hat ihn so übers Gesicht geschlagen, daß er das Augenlicht verloren hat von den Glassplittern seiner 
Brille. 

Als wir schon genug geprügelt, getreten und gestochen worden sind, mußte jeder, wer hatte, den Ehering vor 
sich hinwerfen; dann zu zwei antreten. Jetzt wurden wir gefesselt. Die Jüngeren mußten vor. Wo ich der 
kleinste war, mußte ich mit Großecker Fritz als erster antreten. An der Türe zählten sie uns. Wenn der Partisan 
gut gezählt hat, dann waren wir insgesamt 82 Personen. Darunter war auch ein Reichsdeutscher, Angehöriger 
der Wehrmacht. - Also, am 22. Oktober 1944 sind insgesamt 82 Deutsche von den Partisanen erschossen 
worden, von welchen der jüngste 14 Jahre alt war und der älteste über 70 Jahre. 

Als die Partisanen uns auf die Gasse getrieben haben, unter ständigem Prügeln und Fluchen, ist Wann Stefan 
bewußtlos zamgebrochen. Zwei Martierer mußten ihn tragen. Der Schuster Blaznek Paul starb am Wege. Sie 
haben uns durch den Ortspark getrieben, hinunter in den Ried. Als wir in den Ried angekommen sind, mußten 
wir uns alle in das kalte Wasser eines Baches legen. Nur der brauchte es nicht tun, der laut "Es lebe der Tito!" 
schreit. Keiner machte es! Es war sehr finster, und ich sagte zu Großecker: "Komm, wir laufen!" Er traute sich 
nicht, ich wieder konnte ihn nicht mitschleppen. So ging ich halt mit. Nicht weit vom Dorfe, am Bache 
Ponjavic, mußten wir halten. Auf der einen Seite des Baches haben die Zigeuner schon einen knietiefen Graben 
ausgegraben und warteten auf uns mit einer Wetterlampe. Fritz Großecker, ich, Josef Rupp und Franz Pichner 
wurden als erste an den Graben geschoben. Ohne ein Wort, ohne Urteil schoß ein Partisan mit der 
Maschinenpistole auf 
uns. 

Ich weiß heute noch nicht, ob ich vor Angst zamgebrochen bin, oder hat mich Großecker Fritz mitgerissen, nur 
ich fiel in den Graben. Erst als der Partisan schrie: "Wenn einer von euch deutsche Schweine noch lebt, so soll 
er auf-stehn!" Erst dann denkte ich: »Wenn ich auf steh', so schießt er wieder. Also bleibst liegen." Ich schaute, 
wie es die anderen machten, die getroffen worden sind, und machte es halt auch so. Auch ich streckte mich und 
zuckte mit den Gliedern. Wieder knallte es! Vier Deutsche sind auf mich gefallen. Der eine, namens Laban 
Stefan, drückte mir den Kopf so fest an die Wand des Grabens, daß ich meinte, er reißt mir den Kopf ab. Als der 
Graben voll war, treibten sie die überbliebenen Deutschen über den Bach, wo mein verlassener Ziegelofen war. 
In die Löcher des Ziegelofens schössen sie die anderen hinein. 

Als es meinerseits des Baches still geworden ist, löste ich die Fessel und wollte davonlaufen. Da sah ich zwei 
Partisanen kommen. Ich kroch schnell nochmals unter die Toten und wartete. Wie sie in die Nähe des Grabens 
gekommen sind, schmeißten sie drei Granaten auf die Toten und gingen zurück. 
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Erst als ich hörte, daß sie auf der anderen Seite des Baches wieder schießen, kroch ich aus dem Graben und 
laufte davon. Es war ungefähr 3 Uhr, den 22. Oktober 1944. 



Die Nacht war finster. Ich laufte ohne Ziel und traf wieder ins Dorf ein, sprang über Zäune und blieb bei 
Verwandten im Hof stehen. Das Haus war leer. Es ist mir nichts übriggeblieben, wie nach Kleiderstücken zu 
suchen. Leider war das ganze Haus leer. Ich frierte in der blutfeuchten Unterhose und fand nichts, was ich 
anziehen könnte. Mein Leib, mein Haar war von Blut überron-nen, und da suchte ich Wasser. Als ich mir Leib 
und Haare ein wenig abwaschte, durchsuchte ich das Haus nochmals. Ein großes Glück! Ich habe einen alten 
Frauenrock gefunden, der mir als Hemd diente, und eine alte Hose, die ich später mit einer Schnur flickte und 
zurechtmachte. Wo die Hausuntersuchungen häufig waren und auch hier eintreffen können, blieb mir nichts 
übrig, als in den Misthaufen ein Loch zu graben. Ich kroch ins Loch und deckte es zu. Die Wärme des Mistes 
brachte es, daß ich eingeschlafen bin. 

Spät nachts bin ich aufgewacht. Zur Mutter traute ich mich nicht. Ich ging wieder über Zäune und blieb bei 
einem Bekannten stehen. Ich wollte, daß er mich versteckt.« 

Landwirt H. B. aus Sartscha (Sarca), Bezirk Alibunar im Banat: 

»Am 2. Oktober früh wurde durch Trommelschlag verlautbart, daß alle Waffen und Uniformstücke sowie 
Radioapparate in deutschem Besitz abgeliefert werden müssen. Dieser Befehl wurde von den Deutschen 
bereitwillig befolgt. Wer den Russen bei der Ablieferung dieser Sachen mißfiel, wurde eingesperrt. 
Der Dorflehrer Edmund Geist, der hätte flüchten können, blieb daheim, weil er sich sagte, daß ihm durch die 
Russen gewiß nichts geschehen werde, war er doch während des ersten Weltkrieges in russischer 
Kriegsgefangenschaft, woher er der russischen Sprache mächtig war. Geist wurde bereits am ersten Tag 
festgenommen, mißhandelt und verhört über die Deutsche Mannschaft. Da er keinerlei Aussagen machte, wurde 
er gefoltert und eingekerkert. 

Die Frau des Arztes Dr. Massong wurde über einen Tag lang gefoltert, da man bei ihr die Kleiderbestände der 
Frauenschaft - die in Wirklichkeit gar nicht existierten — erfahren wollte. Ihr Sohn Richard begleitete Frau 
Massong ins Gefängnis und ließ sich auch dort nicht von seiner Mutter trennen. Er mußte daher alle 
Mißhandlungen, die seiner Mutter widerfuhren, mit ansehen. 

Ein gewisser Dengel Johann wurde bei der Ablieferung seines Radioapparates ohne eine Ursache verprügelt 
und daraufhin eingekerkert. Die Frau des Johann Eck folterte man ebenfalls, um von ihr den Aufenthaltsort 
ihrer Tochter zu erfahren, die aber geflüchtet war, so daß sie keinerlei Angaben machen konnte. Auch sie wurde 
eingekerkert. Anna Neuhaus, 30 Jahre alt, wohnte 
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allein im Hause, in dem zehn Russen einquartiert waren. Sie ging ins Gemeindehaus und bat, man möchte die 
Russen anderwärts einquartieren, da es unschicklich wäre, wenn die Russen bei ihr als alleinstehender Frau 
blieben. Sie wurde dafür verspottet, mißhandelt und eingesperrt. Der Kaufmann Sotrell Matthias wurde mit 
seiner Frau festgenommen, gefoltert und eingesperrt, da man von ihm das Versteck seines Geldes erfahren 
wollte. Dem Molkereibesitzer Josef Wagner und seiner Frau wurde ein gleiches Los zuteil. - Bis zum Abend 
des zweiten Tages waren 19 Personen eingekerkert worden. 

Am 3. Oktober, um 4 Uhr morgens, hörte ich einen Trupp an meinem Hause vorübergehen. Später hörte ich 
viele Schüsse aus der Richtung des Bahnhofes. Ich konnte mir nicht vorstellen, was da geschehen ist. Später am 
Morgen kam der Gemeindediener zu mir und beauftragte mich, mit Schaufel und Hacke in das Gemeindehaus 
zu kommen. Als ich dort ankam, fand ich bereits sieben andere Ortsbewohner mit gleichen Werkzeugen vor. 
Dann kamen noch vier Partisanen mit schußbereiten Waffen und sagten, wir sollten in der Richtung des 
Bahnhofes vorausgehen. Als wir auf unserem Wege zum Friedhofstor kamen, befahl ein Partisan: rechts auf den 
Friedhof schwenken. Als wir auf den Friedhof kamen, sahen wir gleich links einen Menschenhaufen, das heißt 
einen Haufen von Leichnamen, die aneinandergebunden waren. Sie waren erschossen worden. Da befahlen uns 
die Partisanen, die Leichen in das bereits vorbereitete Loch zu geben und sie dort zu verscharren. Ich wurde 
dazu bestimmt, die Opfer auseinanderzuschneiden. Die anderen begruben sie. Da sahen wir, daß es sich um die 
am Vortag eingekerkerten 19 Personen handelte: Wagner Josef und Wagner Magdalena, Sotrell Matthias und 
Sotrell Maria, Massong Anna und ihr Kind Massong Richard (15 Jahre), Metzger Georg, Geiser Josef, Neuhaus 
Anna, Kimmel Josef, Eck Elisabeth, Lehn Nikolaus, Dekreon Michael, Lefrang Stefan, Dengel Johann, 
Hermann Peter, Geist Edmund, Kaip Wilhelm, Krieger Michael. 



Als die russischen Soldaten nach lOtägiger Besatzung abgezogen, blieb ein russischer Leutnant, namens Arthur, 
bei uns zurück. Diesem gaben die Partisanen und Rumänen schöne Frauen im Orte an. Jede Nacht wurden dann 
solche Frauen von ihm vergewaltigt. Oft führte er auch nächtliche Verhöre durch, wobei er seine Opfer 
eigenhändig durch Genickschuß ermordete. Folgende Ortsbewohner sind ihm auf diese Weise zum Opfer 
gefallen und erschossen worden: Weißmann Josef, Wiume Franz, Pfeiffer Matthias, Christmann Jakob, Mayer 
Nikolaus. 

Eines Vormittags Ende Oktober kamen in das Haus des Nikolaus Silier einige Russen und wollten vor den 
Augen des Vaters die Tochter vergewaltigen. Der Vater ließ das nicht zu und beschimpfte die Russen. 
Daraufhin erschossen sie den Vater und riefen zwei Nachbarn, Merle Adam und Schäffer Johann, um Silier in 
den Friedhof zu tragen. Dort war ein Knabe von 16 Jahren, namens 
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Georg Engeldinger, der zu den Russen sagte, daß die beiden Mitglieder der Deutschen Mannschaft waren. Auf 
das hin erschossen sie auch Merle und Schäffer. Den Knaben Engeldinger erschossen sie ebenfalls. 
Im Oktober gingen zwei Männer, Johann Christmann und Josef Schneider, gegen die Bahnstation, da kamen 
Russen und Partisanen des Weges. Ein Partisane sagte zu den Russen, daß die beiden Männer bei der Deutschen 
Mannschaft gewesen sind. Die beiden Deutschen begannen dann zu laufen, wurden von den Russen verfolgt, im 
Garten des Josef Steier eingeholt, erschossen und auch begraben. 

Am 24. Dezember 1944 wurden von Sartscha ca. 30 junge Frauen und Mädchen nach Rußland verschleppt. Es 
handelte sich dabei um arbeitsfähige und kinderlose weibliche Personen. - Damals glaubte man, daß von diesen 
niemand mehr zurückkehren werde. Glücklicherweise kamen alle bis auf eine nach Deutschland zurück. - 
Lediglich ein Mann wurde nach Rußland deportiert. 

Im März 1945 wurden abermals 25 Frauen und Mädchen nach Sremska Mitrovica geführt. Da sagten wir, die 
haben Glück, daß sie nicht so weit kommen; die werden gewiß am Leben bleiben. Es kam jedoch anders, denn 
21 starben davon.« 

Frau Margarethe Themare aus Deutsch-Zerne, Bezirk Modosch im Banat: 

»Am 3. Oktober 1944 kamen Partisanen in unsere Ortschaft. Russische Turppen erschienen am 5. Oktober. Am 
4. Oktober kamen noch einmal deutsche Truppen gegen Zerne, aber nur bis zum Schwabenhof, dem Gute des 
damaligen Obergruppenführers Neuhausen, ansonsten auch Juliamajor genannt, und holten von dort Vieh und 
Lebensmittel, worauf sich die Partisanen wieder zurückzogen. Es waren keine regulären Partisanen, sondern die 
Ansiedler aus den umliegenden Kolonistendörfern, die teilweise in den letzten Tagen zu den Partisanen 
geflüchtet waren, teilweise aber bis zum Abzug der Deutschen ihrer ordentlichen Beschäftigung nachgegangen 
sind. Die Anführerin war eine Batschkaer Serbin namens Ljubica. - Sie hatte dann ihre Wohnung in der katholi- 
schen Pfarrwohnung, da der Pfarrer schon am 5. Oktober erschossen worden war, mit noch 6 anderen deutschen 
Männern. Der Pfarrer hieß Franz Brunet, gebürtig aus Modosch, die anderen waren: Nikolaus Neumayer, 
Maurer; Bela Köstner, Holzhändler; Josef Dekreon, Riemermeister; Michael Wurmlinger, Schmied; Anton 
Krettler, Windmühlenbesitzer und Matthias Schleimer, Bauer. Diese Männer wurden festgenommen, gleich 
nachdem die Russen eingezogen waren. Sie wurden im Gemeindehaus erschossen. Begraben wurden sie am 
Schinderplatz. 

Bevor die Russen da waren, geschah nichts Auffallendes. Die Serben hatten sich aber gleich nach dem Abzug 

der Partisanen geeinigt mit den Deut- 

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sehen und im Orte verlautbart, daß auf keinen Fall jemandem was geschehen darf. Kommt wieder die 
Wehrmacht, so soll keinem Serben was geschehen, wofür sich die Deutschen einzusetzen haben, kommen 
Partisanen oder Russen, so sollen die Serben dafür sorgen, daß keinem Deutschen was geschieht. Je ein 
Deutscher und ein Serbe gingen von Haus zu Haus und gaben dies zur Beruhigung bekannt. Bei uns ging Hans 
Jost mit einem mir unbekannten Serben. Diese Vereinbarung wurde am 4. Oktober getroffen, da kein Militär im 
Orte 



war. 

Tags darauf wollten die Serben die Russen bei ihrem Einmarsch erwarten und waren dazu versammelt. Gegen 9 
Uhr, da diese noch versammelt waren, kam deutsches Militär in den Ort und schoß in die auseinanderlaufenden 
Serben. Dabei kamen 1 1 Serben ums Leben. Die Deutschen kamen mit Autos, und da auch die Partisanen in 
den verschiedensten Uniformen herumliefen, dachten die Serben von den kommenden Autos, es seien 
Partisanen, liefen ihnen mit russischen Fahnen entgegen, worauf die Schießerei begann. 

Um 1 1 Uhr kamen die Russen, und gleich nachher nahmen sie die sieben Mann fest, die dann gegen Abend 
erschossen wurden. Ob die Männer vorher verhört wurden, weiß ich nicht, bezweifle es aber schon nach dem, 
was sich später alles zugetragen hat. 

Am Tage sind die Russen nur durchgezogen. In der Nacht fielen sie aber in deutsche Häuser ein und plünderten. 
Die Serben plünderten aber schon vorher. Es hat sich dabei aber niemand widersetzt. Die Russen haben schon 
in der ersten Nacht Frauen vergewaltigt. Die ortansässigen Zigeuner haben am Anfang nicht geplündert, aber 
auch Frauen geschändet. Zu uns ins Haus kamen auch die erste Nacht Russen. Ich aber war bei der Nachbarin 
im Stroh versteckt. In der Wohnung war niemand, sondern in der Spenglerwerkstätte meines Mannes. Von dort 
nahmen sie die vorhandenen Lebensmittel und Bettwäsche von einem dort stehenden Bett. Die restlichen 
Sachen wurden alle durcheinandergeworfen. Daß es die Russen waren, sagte mir meine andere Nachbarin, E. 
S., bei der sie auch waren, plünderten und die Frau vergewaltigten. Es waren zwei Russen, die beide die Frau 
mißbrauchten, wozu sie sie mit vorgehaltener Waffe zwangen. 

Nächsten Tag, Freitag, kamen mit den Russen die Einwohner der umliegenden Kolonistendörfer, welche 1921 
auf dem ehemaligen Gute des Grafen Csekonich angesiedelt waren. Sie begannen unter russischer Assistenz zu 
plündern, wobei aus manchen Häusern buchstäblich alles weggeschleppt wurde. In den betreffenden Häusern 
haben sie die Pferde vor die Wagen eingespannt und damit alles weggeführt. Die ortsansässigen Serben haben 
sich dabei nur sehr schwach beteiligt. Angeblich auf Intervention ortsansässiger Serben wurden die 
Plünderungen noch am selben Tage eingestellt. 
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Am selben Tage wurden deutsche Männer weggeführt und im Gemeindehaus erschossen. - In der Nacht waren 
die Vergewaltigungen seitens der Russen wesentlich geringer. 

Samstag nachmittag kamen zwei ortsansässige Serben, bewaffnet mit Gewehren, mit einer Frau aus der 
Nachbarschaft und nahmen uns drei Frauen, die wir im Hofe waren, mit in das Gemeindehaus. Als wir dort 
hinkamen, waren bereits 1 1 Frauen anwesend. Gerade als wir hinkamen, brachten sie den ersten Toten aus dem 
Keller heraus, welcher auf den Wagen geschmissen wurde. Ein etwa 17jähriger Serbe und ein Zigeuner 
forderten uns auf, zu singen, widrigenfalls werden wir erschossen. Daraufhin sangen wir ein Lied, dann sangen 
wir ein zweites, und das wiederholten wir, bis alle Toten auf dem Wagen verladen waren. Es waren 5 Mann. 
Wir durften aber nicht schauen, wer sie sind, und haben erst nachher gehört, beim Rückweg, von einem 
Begleitmann, daß sich darunter auch Josef Hoffmann, Schlosser, befand. Später, daß die anderen vier Heinrich 
Tides, Arbeiter (erschossen, well er Geschworener war), Anton Schulz, Bauer, Heinrich Schulz, Bauer, und 
Stefan Bischof, Bauer, waren. 

Als die Toten aufgeladen waren und wir mit dem Gesang aufhörten, zwangen die beiden uns, hinter dem Wagen 
in die Hände zu klatschen; kam ein Serbe, schlug dem jungen Serben ins Gesicht und schob ihn weg, gegen den 
Ausgang, ohne ein Wort zu sagen. Ein anderer, in brauner Uniform, forderte uns auf, aufzuhören. Sieben 
Frauen mußten auf den Wagen klettern, die anderen mußten die Blutspuren im Hofe beseitigen. Ich war auf 
dem Wagen. Zwei Serben und ein Zigeuner gingen neben dem Wagen, am Wagen waren nur die Toten und wir 
Frauen. Wir fuhren auf den Schinderplatz, wo die Kadaver der Pferde früher eingegraben wurden, luden die 
Toten ab und fuhren zurück, wobei die Begleiter wieder neben dem Wagen gingen, bis in das Gemeindehaus. 
Draußen hatten wir gesehen, daß schon wahrscheinlich drei Vergrabungen stattgefunden haben müssen, was 
sich an der Erde deutlich zeigte. Als wir die Toten abluden, war eine ganze Meute Zigeuner draußen, mit 
Schaufeln, von welchen einer gleich einen Toten entkleiden wollte. Als ein Begleitmann ihn daran hinderte, bat 
er, nur für sich eine Hose nehmen zu dürfen, was dieser verweigerte. — Daß die Toten aber nackt eingegraben 
wurden, wird wohl niemand bezweifeln, da unsere Begleiter mit uns wieder weggingen.« 



Schlossermeister Mathias Wehner aus Heufeld, Bezirk Modosch im Banat: 

(Protokoll im Original mit allen Fehlern übernommen.) 
»In der Nacht vom 20. Oktober 1944 wurte [sie] ich mit noch 29 Mann von den Partisanen verhaftet, man sagte 
uns, wier gingen auf Arbeit und sollen uns auf zwei Tage zu essen mitnehmen; auch 7 Frauen und Mädchen 
wahren unter uns. Über Nacht wurten wier im Gemeintehaus eingesbert, in der Früh wurten wier mit noch zirka 
30 Mann von der Schwestergemeinte Mastort über St. Hubert, 
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woh noch zirka 30 Mann St. Huberter zu uns kahmen, mit Wägen nach Kikin-da abgeführt (unter den St. 
Huberter wahren schon Männer darunter, die Schwarz und Blau verhauen waren). 

In Kikinda wüsten uns die Partisanen scheinbar nicht los zu griegen, fuhren uns von einem Blatz aufs antere 
(Lager wahr noch keines und die Erschieser wahren sicher nicht zur Stelle), bis wier am Abend in der Kuria 
lanteten; dort nahm man uns alles ab und wurten wier eingespert, 20 - 30 Mann in eine Zelle. 
Dann ging's los: Die ersten Schläge bekahmen wier, als Sie uns fragten, wehr bei der SS-"PrinzEugen" wahr. 
Ich meldete mich auch und bekam auch meine ersten Schläge. Da sah ich, das man sich zu nichts melten darf; 
die sich nicht melteten, bekahmen keine Schläge. - Neben uns in einer Zelle wahren uns bekante Kikindaer 
reiche Serben eingesbert, bekahmen auch Schläge und musten krähen wie die Hähne. - Da kahmen sie mal 
herein in unsere Zelle und suchten sich 15 Mann heraus (die nicht bei der SS oder Polizei wahren) und führten 
sie ab, die gingen das zukünftige KZ (Lager) herrichten ... 

Nach drei Tage Qual (wier durften nicht mal hinaus aufs Glo) musten wier Abens alle hinunter in den Hof; wier 
dachten, nun geht's zum erschiesen, dort lagen auch die Manilla Schnür (Hanfseile) für uns hinten, wier wurten 
aber nicht gebunten, sontern unter schwerbewafneter Eskorte in die Milchhalle (von uns Bluthalle getauft) 
abgeführt, woh wier als die ersten das Kikindaer Konzentrationslager eröffneten. (Dort trafen wier auch wieter 
unsere 15 Kameraten.) So lagen wier zum erstenmahl am 23. 10. 44 im KZ Velika Kikinda auf wenig Stroh am 
Aspfalt; und wir sahen am Stroh, das vor uns schon viele auf dem Stroh gelegen wahren. - Das grose neie 
Mllchhallen-Gebäute wahr ganz unterkellert, und wier staunten uns antern Tags nur so, als am 24. 10. 44 Nach- 
mittags 220 Mann Reichsdeutsche Soldaten aus dem Keller heraufgeführt wurten, mit Hilfe von einem 
Dolmetscher (von uns) aufgeschrieben und abgeführt wurten; einige Italienische Gefangene lies man zurück in 
der Milchhalle. Was mit den Gefangenen geschah, wüsten wier nicht. Ob sie noch leben? 

Nun ging das grose Elend für uns an. Am 25. 10. 44 kahmen die ersten Bestien in Menschengestalt an (4-5 
Mann Licsaner). Sie suchten sich (wallos) zirka 20 Mann von uns raus, nahmen Sie einen nach dem andern in 
die Mitte der Halle und hieben und stiesen Sie mit Gewehrkolben, sogar mit Gewehrlauf sties man den 
Männern in den Leib. - Das keiner Tot liegenblieb, wuntert mich Heute noch, und wen die meisten nicht später 
erschossen werten währen, hätte sicher mancher ein Leiten davongetragen. - Nur wenige kahmen diesmal ohne 
Haue davon, unter den wenigen wahr ich, aber schon das zuzusehen wahr furchtbar. Und so ging die Qual nun 
alle Tage fort. 

Antern Tags kamen Einheimische Partisanen, diese kannten auch einige von uns und suchten sich Ihre Opfer 

unter uns heraus. Es wahren mittlerweile 

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auch Männer aus Seiesch und Kikinda zu uns gekommen; da wahr Herr Weber aus Seiesch, der Vater von 
Anton Weber (des Polizeiführers in Kikinda in der Hitlerzeit). Herr Weber wurte so geschlagen (mit 
Ochsenzentner), das seine Rückenhaut total blau wahr; es wahr furchtbar, das zuzusehen (ich sas drei Meter 
davon), und fast unglaublich, das die Haut eines Menschen 50 Hiebe mit Ochsenzentner aushelt, ohne 
aufzublatzen (Weber bekahm zweimal 25 Hiebe). Dann wahr als zweiter (mir bekanter) Pitinger Franz aus 
Mastort. Er wahr Polizist (Wache) gewesen in der Hitlerzeit im Internierungslager Csoga, man hatte Ihn in 
Kikinda erkannt. Der wurte so geschlagen und mit Füsse getreten, bis Er wie Tot liegen blieb, dan warfen sie 
ihm eine Rübe hin und sagten: Da fress! Das sahen wier alles zu; es wurten auch noch mier unbekannte 
geschlagen, es wahr furchtbar. - Pitinger erholte sich wieder, so das er mit Krankentransbort abgehen konnte. - 
Es wahren in paar Tagen zirka 500 Mann ins KZ gekommen. Da suchte man die Alten, die Kranken und die 



sich noch melteten heraus. Man sagte Ihnen, Sie kommen auf ein leichten Blatz, so gingen zirka 80 Mann ab. Es 
wahren viele Bekannte darunter, so auch mein Bruder, auch Herr Weber und Pitinger wahren dabei sowie auch 
mein 81 jähriger, in Kikinda lebenter Pensionierter Volgsschullehrer Mathias Mayer (aus Heufeld). Man sah 
Sie alle niemals wieter; wier hörten aber gleich, das Sie erschossen werten wahren. 

Die wütenste Schlägerei wahr nun vorrüber, wier gingen alle Tage hinaus auf die Bahnstrecke arbeiten. Küche 
hatten wier die ersten 14 Tage keine, bekah-men als alle Tage einmal ein Stück Brot und Wurst; nach 14 Tage 
bekamen wier Abens eine lere Suppe und Brot. 

In der Nacht vom 1. November kahm wieter ein großer Transbort zirka 100 Personen, Männer und Frauen, im 
KZ an aus Heufeld, Mastort und St. Hubert, darunter wahr auch meine 18jährige jüngste Tochter Lene Wehner. 
Die Milchhalle wahr umsäumt mit einem hohen Drahtzaun und Stacheldraht. Hinaus durfte in der Nacht 
niemant. Man kann sich vorstellen, über 500 Menschen in einem Gebaute, kein Glo und drinnen alle Ihre Not 
verrichten in Eimer; es wahr schrecklich. - Die Frauen wahren in einem Nebengebäute untergebracht und 
wurten Menschlicher behandelt. 

In der Nacht vom 2. November schos ein Posten von ausen durchs Fenster herein; er sagte, es wollte einer 
durchgehn. Für das wurten am 3. November Abens 20 Mann herausgesucht und öffentlich drausen vor der 
Milchhalle erschossen; wir wahren trinnen und hörten drausen die Schüsse, es wahr zwischen Tag und Nacht. 
Nach dem Erschiesen kahmen einige Partisanen herein, schauten herrüber und hinnüber in den Reihen; ich 
dachte gleich, die suchen welche heraus für die Toten fortzuschaffen. So wahr es auch. Sie suchten 4 junge 
Burschen aus, mier gegenüber, kahmen dan zu mier und nahmen auch mich, führten uns hinaus. 
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Und da lagen die 20 Mann in zwei Reihen, nackt, erschossen durch Genickschuß; ein Bauernwagen stand hier, 
woh wier die Toten hinauf luten. Unter den Toten wahr ein bekannter Mastorter (Namens Deni), der wog zirka 
250 Pfd, den zwangen wier nicht; da sagte ich zu den Burschen, verlangt noch einen starken Mann (ich konmte 
nicht Serbisch); nun brachten sie noch Peter Heidenfelder aus Seiesch als sechsten Mann. Nun luten wier 10 
Mann auf und fuhren sie hinaus auf ein leeres Gelänte neben dem rö. k. Friedhof, warfen die Toten in ein 
Zimmergroses Massengrab und fuhren zurück. Wier gingen zwei und zwei (eingehengt) hinter dem Wagen her, 
neben uns und hinter uns Partisanen mit MP. Ich hatte meinen Neffen Hans Schneider aus Mastrot (Student) im 
Arm hängen. Als wier gegen die Milchhalle kahmen, ging meinem Neffen die Schuhsohle los vom Schuh (es 
regnete fürchterlich, und man hatte uns auch das gute Fußzeig abge-nommen und schlechtes gegeben), Hans 
Schneider blieb stehen, um den Schuh zu richten; ich wollte Ihn nidht lassen, aber er riss sich aus meinem Arm 
los und blieb stehen. - Ich wußte, das man hier keinen Fehltritt machen durfte. - Ich hatte sowieso wenig 
Hoffnung, das wier bei dem Begräbnis mit dem Leben dafon kommen. - Also, H. Schneider blieb stehen, der 
Partisaner machte Krach und trieb H. Schneider vor. Als wier an Ort und Stelle wahren, trug d«er Postenführer 
den Hinten gewesenen Posten, was da hinten wahr. Der Posten sagte, H. Schneider wollte durchgehen. H. 
Schneider (mein Neffe) muste sich sofort auf Bauch legen (ein Schritt von mier) und be-kahm von dem 
Postenführer mit Karabiner zwei Schüsse ins Genick. Nun luden wier die Toten, H. Schneider als elften, auf 
und fuhren sie hinaus. Auf dem Wege trug mich Heide nfelder (leise), ob ich glaube, das wier mit dem Leben 
da von kommen; ich sagte: Wenn nicht ein Wunter geschiet, nein. Ich dachte, nach dem Begräbnis werten wier 
ins Loch geschossen. Als es so weit war, schaute ich: 

na? Sie schiesen nicht, sagten aber, alle hinunter ins Loch (wahr ein 2meter tiefes Loch). Als wier umten 
wahren, schaute ich hinauf: na, schiesen noch immer nicht? Sie sagten, die Toten alle in eine Ecke schichten; 
dann sagten Sie, alle wieter heraus. Ich wahr nun fertig, die Kameraten musten mich an den Hänten 
hinaufziehen. Zu Heidenf eider sagte ich am Heimweg: Siehst, es geschehen noch Wunder! - Nun blieb mier 
noch zu sagen meinem Schwager Anton Frauen-hoffer, woh sein Enkelbu H. Schneider geblieben ist (Anton 
Frauenhoffer wahr auch bei mier im KZ seit 1.11. 44). 

Am anteren Tag, 4. 11. 44, gings - so blutbeschmiert, wie wier wahren -auf Arbeit auf der Bahnstrecke. Als 
wier am Abend heimkamen, ankamen in der Bluthalle, musten wier uns aufstellen; und Sie fragten: Wer hatt bei 
der "Prinz-Eugen" getient, austreten! Ich trat nicht aus, mein Kamerat Peter Wehner neben mier trat ams, es 



traten zirka 100 Mann aus. Sie zählten vom End an 50 Mann ab, die übrigen konnten zurücktreten, mein 

Kamerat auch. Die 50 Mann von der "Prinz -Eugen" wurten am Abend erschossen, wier sahen durchs 

-234- 

Fenster zu, 12 Heufelder Kameraten wahren dabei. Um nicht wieter helfen zu müssen begraben die Toten, 
versteckte ich mich im Keller bei Kameraten. Da kahm wieder ein Partisaner in Keller und suchte was; ich sas 
neben einem Heufelder Kameraten, Peter Stüber, der kante gut Serbisch, glaubte gut zu machen, indem er zu 
dem Partisanen sagte: Hier sind lauter Alte Leute! Na, dan komm! sagte der Partisane, und Stüber wurte gleich 
noch erschossen. -Die 50 Toten fortschaffen und begraben thaten Ungarn, die sich auch bei uns im KZ 
befanten; die sagten auch, dass das Loch, woh wir am Abend vorher die 21 Mann hineinwarfen, noch in jener 
Nacht voll gemacht wurte und Sie für 50 Mann ein frisches Loch gruben. 

Am antern Tag, Sontag, den 5. 1 1. 44, musten wier von früh bis Abend im Hof am Aspfalt sitzen; gegen Abend 
kamen die Mörterbande angefahren und schrien: Wehr bei der Polizei wahr, austreten! Es traten viele aus und 
gingen in die Reihen der Totgeweiten. Neben mier sas ein junger St. Huberter Mann, er stand auf. Ich frage Ihn: 
Was thust du? Er sagte: Ich wahr doch bei der Polizei. Ich sagte: Setz dich doch, es ruft dich doch niemant. Er 
setzte sich wieter, in einer Weile hob er sich witer und trat in die Reihe der Zuerschiesenten. Es wurten auch 
viele ausgesucht, aber in meiner Nähe keiner (und der junge Mann lebte vieleicht Heute noch, wenn er gute 
Nerven gehabt hätte und nicht aufgestanden währe). An dem Abend wurten 110 Mann erschossen, Sie wurten 
aneinander gebunten und musten selbst hinausmarschieren ans Grab. 

Wier gingen nun alle Tage auf Arbeit. Am 6. 1 1.44 wahren wier 20 Mann eingetheilt für auf dem Bahnhof den 
Treck der Durchziehenten Russen wek-putzen, ein noch junger St. Huberter Mann wahr auch bei uns 20 Mann, 
ich hörte an seiner Rede, das er Lebensmüde wahr, ich wollte Ihm's ausreten. Er sagte, wier werten doch alle 
erschossen. Er warf sich unter einen herankommenten Zug, 4 leere Wagons gingen über Ihn. Der uns 
beigegebene Posten lief hinzu uns schoss ihm noch eine Kugel in den Kopf. — Wier wahren immer auf- 
merksam gemacht: wenn einer durchgeht, werten die antern alle erschossen. Man wollte uns auch gleich alle so 
ins Lager führen, aber der Russische Unter-ofizier, dem wier unterstellt wahren, lies es nicht zu, sonst währen 
wier 19 Mann erschossen werten. - Der Tote wurte von uns neben den Bahngeleise eingeschalt. 
Am nächsten Freitag, 10. 11. 44, wurten wieter 100 Mann ausgesucht und erschossen. - Am 11. 11. 44 wurten 
wieter 160 Mann ausgesucht, unter denen wahr auch ich. 

So ging es zu: Wier wahren gegenseitig in zwei Vierer-Reihen aufgestellt, in der Mitte der beiten Reihen liefen 
die Mörter hin und her und suchten sich Ihre Opfer (Wahllos) heraus, mit Vorliebe die besser angezogenen. 
Diejenigen, welche Sie heraussuchten, wurten von Partisanen ans End der breiten Reihe geführt, woh die zum 
Tode verurtheilten aufgestellt wahren; auf dem Wege in 
-235- 

die Totesreihe wurten alle gleich durchgehauen. So ging das schon eine ganze Weile, da rief man auch Mich 
heraus; ich sagten zu meinem neben mier stehenten Schwager (Anton Frauenhoffer) Gute Nacht und ging, 
bekahm auch gleich zwei Hiebe mit Ochsenzentner über den Kopf, hatte aber eine gute Pelzkappe auf. Ich 
marschierte auf die Totesreihe zu, als ich am Ende der Vierer-Reihen ankam, schaute ich mich mal um, well 
alle bisher bis in die Totesreihe gehauen wurten und ich nur zwei über den Kopf bekam, da sah ich, das kein 
Partisaner hinter mier ist. Kurz entschlossen sprank ich am End wieter in die Viererreihe hinein. Ich dachte: So 
bin ich Tot, und wenn sie mich sehen, bin ich auch nur Tot. Ich zog meine Kappe tief in Kopf, schlug mein 
Rockkragen um und wurte nicht erkannt, obwohl man auch noch einen neben mier herausrief. Nachtem sie 1 60 
Mann hatten, durften wier wieter hinein in Bluthalle. - Mein Schwager hatte den Kameraten schon gesagt, das 
ich nicht mehr sei (auch meiner Tochter); als ich später unter die Kameraten trat (denn idi hielt mich eine Weile 
versteckt), trugen Sie: Woh kommst du her - was wahr - wie wahr's? Als ich Ihnen sagte, wie es wahr, sagte ein 
Kamerath: Gott hatt Matz den guten Gedanken gegeben. - Nein, sagte Michael Wehner (Heufeld), Matz hatte 
den richtigen Gedanken im richtigen Moment. Beim Nachtmahl sagte meine Tochter durchs Küchenfenster: Na 
Vater, bist du noch da! 

Antern Tags, am 12. 11.44, Sontags, sasen wier wieter den ganzen Tag im kalten Hof. Am Abend kahmen die 
Mörter angerast (mit Motorrath). Wier dachten nun gehts wieter los, und ich wunterte mich, als man uns 



hineintrieb in Bluthalle. Man hatte 112 Mann gebracht aus Baschahit, und diese wurten an dem Abend 
erschossen. Darunter wahren zwei mier bekannte, Mathias Beierle (geb. in Heufeld) und Jakob Konrad aus 
Topola. Diese wurten drausen neben der Milchhalle erschossen und auch auf dem Gelänte der Milchhalle 
bekraben. Die Männer wurten zuerst durchgehauen, wier hörten die Schreie der Männer, dan fiel in kleinen 
Abständen immer ein Schuß, ich zählte bis 72 Schüsse, dan schlief ich ein. - Andern Tags in der Früh kam ein (1 
2 jähriger) Bub unter uns und trug ängstlich: Darf man mit Euch reden? O ja, sagte ich, woh kommst denn du 
her? Ei, sagte er, ich bin von den Baschahitern Gestern Abend allein übriggeblieben. 

Diejenigen welche kräng wahren oder Arbeitsunfähig, wurten unter Tags, wenn wier Andern auf Arbeit wahren, 
Zuhause erschossen; so wurten am 7. 11. 1944 Nachmittags ein Transport erschossen, darunter wahren 4 
Heufelder: 

Johann Wehner, Nik. Blocher, Josef Hari und Franz Leutner. Sie wurten auf den Bluthallengelände erschossen 
und auch begraben (meine Tochter, die an dem Tage gerate nicht auf Arbeit wahr, schaute dem erschiesen 
durchs Fenster zu). 

Das wahren so die grosen Erschiesungen im KZ Kikinda, aber auserhalb wahren auch noch welche... Hier im 

Lager wurten nur noch die Krangen alle 

-236- 

paar Abende hinausgetragen und erschossen. Und eines Abens wurten aus einem gemischt-sprachigen Dorf 
(Sanad) 28 Frauen erschossen, wier sahen die Frauen und hörten die Schüsse. 

An Weihnachten 1944 wahren wier nicht auf Arbeit, aber da suchten sie heraus die Männer von 18-45 Jahre 
und die Frauen von 18-30 Jahre, darunter wahr auch meine Tochter Lene Wehner. - Die aus den KZ Jugosla- 
viens kommenten wurten in Rusland für schweren Dienst verwendet, meine Dochter wahr 5 Jahre in Rusland in 
Kohlengrube 800 m tief unten. 

So ging das Leben im KZ Kikinda weiter. Ich kahm nun als Schlosser in die Eisenbahn-Werkstätte, wurten 
jeden Abend abgeholt und Morgens hingeführt, das rettete mich vor den Strabazen des Winters. Es kahm auch 
die Ruhr ins Lager, viele starben daran, die ganze Nacht wurte Reihe gestanden für auf die grose Noth, das ist 
unvorstelbar wie das wahr; erst im Frühling kahm eine Latrine im Hof, woh man dan hingehen konnte.« 
Lehrerin Frau A. E. aus Mastort: 

»Am Allerseelentag 1944 durfte kein Mensch seine Wohnung verlassen. Fremde Partisanen zogen durchs Dorf. 
Als sie bei uns eindrangen, war ihre Begrüßung: "Bas smo ubili vasu komsinicu!" (Eben haben wir Ihre 
Nachbarin ermordet!) 

Es war Frau Schwarz, die im Hause ihrer Mutter von rückwärts erschossen wurde, weil sie sich den Zorn eines 
Arbeiters zugezogen hatte. - Ich mußte mit ins Gemeindehaus zum Verhör! Meine Tasche war schon gepackt, 
seitdem viele Männer, unter ihnen auch Lehrer Schneider und zwei Mädchen, nachts geholt und nach Kikinda 
ins Lager gebracht wurden. - Zum Gemeindehaus wurden außer mir die angesehensten Mädchen, viel Männer, 
eine der reichsten Bäuerinnen, ihr 14jähriger Sohn und unser Arzt, Dr. Gerhardt, getrieben. (Dr. Gerhardt durfte 
wieder nach Hause. Er war der einzige Arzt in der Umgebung. Einige Dobrovoljci setzten sich für ihn ein.) 
Fräulein Jasper, die Kindergärtnerin, wurde auf der Straße erschossen. Über die Schwester des Jungen fielen 
einige Partisanen her. Vom Gemeindehaus in Mastort trieb man uns, etwa 20 bis 25 Personen, darunter zwei 
14jährige (zwei schüchterne, stille Jungen, die in der Jugend überhaupt keine Rolle spielten), nach Heufeld ins 
Gemeindehaus. Unterwegs mußten wir laufen, "Ziveo Tito!" und "Ziveo Stalin!" rufen. Im Hofe des 
Gemeindeamtes in Heufeld wurden wir gezwungen, uns auf die Erde zu setzen, obzwar es regnete. Durch einen 
Mauervorsprung war mir die Sicht zum Eingang des Hofes versperrt; plötzlich hörten wir dumpfe Schläge und 
eine Stimme, die hochdeutsch sprach: "Was hab ich denn getan?" Darauf einen Partisanen: "Pucaj, ubij ga!" 
(Feuer! Töte ihn!) Einige Schüsse, ein schwerer Fall, ein paar Seufzer. - Da schlugen die Glocken an, es läutete 
zu Mittag. - Vier 
-237- 

starke Männer mußten vortreten und den Erschossenen wegschaffen. Es war unser Pfarrer Adam Steigerwald 
(über 70 Jahre alt). 



Am Nachmittag brachte man uns, zusammen mit den Heufeldern, nach St. Hubert zur Bahnstation. Auf dem 
Wege stellten uns einige Partisanen mit hämischen Worten die größten Erniedrigungen in Aussicht. Abends 
kamen wir erst in Kikinda an. Als Lager war die große Käsefabrik und Molkerei, in der Nähe des Bahnhofs, 
eingerichtet. Der ganze Bau war mit unseren Menschen überfüllt. In den Fabrikräumen lagen die Männer 
eingepfercht, die Mädchen und Frauen in den Wohnräumen. In diesem Lager verbrachte ich die grauenvollste 
Zeit meines Lebens.« 

Das Gefangenenmassaker 1945 

Gegen Kriegsende begannen die Titopartisanen überall die deutschen Kriegsgefangenen, aber auch die 
antikommunistischen Kroaten, Serben und Slowenen, die ihnen in die Hände gefallen waren oder die der 
britische Marschall Lord Alexander auf Befehl der Churchill-Regierung den Titopartisanen auslieferte, 
abzuschlachten. 

200 000 Mann der Deutschen Wehrmacht, Polizei, Waffen-SS, des Arbeitsdienstes fielen in die 
Partisanengefangenschaft. Über 80 000 gingen zugrunde. Dabei sind diese Zahlen wahrscheinlich sehr 
vorsichtig und überaus optimistisch. 

Als die verzweifelte deutsche Garnison von Belgrad, die eingeschlossen war, am 18. Oktober 1944 ausbrach, 
fielen allein hier etwa 30 000 Mann zum Teil verwundet in Gefangenschaft. Über ihr Schicksal berichtet unter 
anderem der Band 1/1 »Die deutschen Kriegsgefangenen in Jugoslawien 1945 bis 1949«: 

»Während der ersten Tage meiner Gefangenschaft waren wir sogenannten Reichsdeutschen vogelfrei (16. 
Oktober bis 20. Oktober 1944)«, berichtet einer der Gewährsmänner. »Unzählige Kriegsgefangene und auch 
Volksdeutsche wurden in Belgrad während dieser Tage erschossen. Ich habe im Hof der Tobcider-Kaserne, wo 
unser Lager war, vom Fenster aus mehrere Reihen Massengräber gesehen. Wenn Erschießungen stattfanden, 
durften wir uns an den Fenstern nicht blicken lassen.« Ein anderer hat gehört, die deutschen Gebirgsjäger seien 
in die Panzergräben im Vorort Topcider getrieben, dort erschossen und verscharrt worden. Mehrere andere 
haben von jugoslawischen Zivilisten gehört, daß 1944 etwa 25 000 bis 30 000 Mann erschossen worden sind. 
»Nach Angaben von Kameraden sollen auf einem Vorplatz des Lagers 3 Belgrad zu Anfang 5000 Kameraden 
erschossen worden sein.« Über diesen Vorgang sagt ein anderer, die Kriegsgefangenen seien jeweils zu 100 
Mann füsiliert worden, »bis der Russe eingegriffen« habe. Die Höhe, wo dies geschehen sei, wurde von den 
Kriegsgefangenen »Berg des Leidens« genannt. Der Aussagende war selbst nicht dort. Der größte Teil scheint 
im Gefängnis Banjica und am Avala-Berg, 
238 

aber auch auf »einer naheliegenden Insel« (gemeint ist vermutlich die sogenannte Zigeuner-Insel, auf der später 
auch ein Kriegsgefangenenlager stationiert war) ums Leben gekommen zu sein.« ... 

... Einen besonderen Hinweis gibt der Heimkehrer, der berichtet, bei der Einnahme Belgrads seien »mehrere 
Hundert deutsche Soldaten erschossen und verscharrt« worden, »dort, wo im Jahre 1956 der Ortsausschuß 
erbaut wurde. Die bei den Erdarbeiten gefundenen Skelette bestätigen die Tatsache.« Die Angaben hat er von 
einem Bekannten, der erst nach 1956 aus Jugoslawien in die Bundesrepublik gekommen ist. Er sagt ferner, »im 
Oberteil der Straße Juzni Boulevar in Belgrad wurden ebenfalls . . . ungefähr 100 Soldaten der Wehrmacht bei 
ihrer Gefangennahme auf der Straße erschossen«. »Wie mir ein jugoslawischer Augenzeuge vor meiner 
Entlassung erzählt hat, sollen bei der Einnahme Belgrads durch die Russen und Partisanen Hunderte von 
deutschen Nachrichtenhelferinnen und Soldaten auf spitzen Pfählen aufgespießt worden sein, ebenfalls 
Hunderte wurden als Zielscheiben aufgestellt und erschossen.« Ein anderer Heimkehrer weiß aus Schilderungen 
von Kameraden, die bei dem betreffenden Vorfall selbst dabei gewesen seien, daß die Wehrmachtshelferinnen 
und Rotkreuz- Schwestern teilweise nackt in Schaufenster gestellt, später mit einem Boot auf die Donau 
hinausgeführt und dort ins Wasser geworfen worden sind. Oft wird betont, sowjetische Offiziere hätten 
schließlich den Erschießungen Einhalt geboten. In den Wällen der burgartigen Befestigungsanlagen 
Kalemegdan sollen — wiederum nach Angaben Belgrader Zivilisten - etwa 10 000 ermordete deutsche 
Soldaten verscharrt worden sein. Die Kriegsgefangenen wurden häufig durch Maschinengewehrsalven »ganz 
planmäßig« erschossen. Eine Rotkreuz-Schwester hat einem anderen Gewährsmann erzählt, bei der Einnahme 
Belgrads sei auf dem Hauptbahnhof ein vollbesetzter Lazarettzug »vollkommen mit Messern niedergemacht« 
worden. Eine weitere Einzelheit befaßt sich mit dem Tod von etwa 150 bis 180 deutschen Soldaten, von denen 



gesagt wird, die Partisanen hätten sie nach ihrer Erschießung »durch Sprengung einer Lehmwand verschüttet... 
Das Massengrab befindet sich an der Ziegelei zwischen der Sternwarte auf dem Friedhof, ca. 3 km von der 
Sternwarte.« 

Diejenigen, die den Erschießungen entgingen, wurden nahezu insgesamt in die Sowjetunion abtransportiert, 
was indessen nicht bedeutet, daß sie ihre Zielorte auch tatsächlich erreichten. So blieben z. B. auf einem Marsch 
nach Calafat in Rumänien, das neben Focsani als Durchgangsstation für die Transporte nach dem Osten 
eingerichtet war, von 6000 Kriegsgefangenen unterwegs ca. 3000 zurück. Sie waren den Strapazen nicht 
gewachsen, da viele von ihnen barfuß, nur mit Hemd und Unterhose bekleidet, marschieren mußten. 
Entkräftung, Verwundungen, Ruhr und Erschießungen der Marschunfähigen durch die Be- 
wachungsmannschaften (bis zur bulgarischen oder rumänischen Grenze Partisa- 
-239- 

nen, danach Rotarmisten) forderten weitere Opfer. Von Calafat ging es meist nach Vidin in Bulgarien und von 
dort (teilweise) per Schiff nach Reni in Bessarabien. Auch die in Velika Plana versammelten Kriegsgefangenen 
aus dem Kampfraum Belgrad kamen später in die Sowjetunion. Etwa 350 von ihnen, die krank oder 
schwerverwundet waren, blieben zurück. Die Fußmärsche betrugen oft bis zu 800 km. Von einer ursprünglich 
5000 Mann starken Marschgruppe kam nur die Hälfte in Vidin in Bulgarien an. Ein anderer berichtet, im Lager 
Sofia (Bulgarien) seien schließlich noch 700 Mann übrig gewesen. Die Marschverpflegung erreichte nicht das 
Existenzminimum und beschleunigte daher den physischen Zusammenbruch vieler Kriegsgefangener. »Die 
Zurückbleibenden wurden von der Begleitmannschaft erschossen.« 

Am stärksten betroffen hiervon waren die Angehörigen der Waffen-SS-Division »Prinz Eugen«, der Division 
»Handschar«, der Polizei, der Feldgendarmerie und ein Teil der deutschen Offiziere. In Reichenburg 
(Brestanica) »mußten wir im Juni 1945 300 deutsche Soldaten, welche in dem Bach im Wald erschossen 
wurden - wahrscheinlich von Partisanen - ausgraben und in ein Sammellager umbetten. Einige hatten noch 
Erkennungsmarken umhängen. Eine Feststellung der Personalien wurde durch die Posten verhindert.« Ein 
anderer Gewährsmann sagt hierzu: »Auf dem rechten Sawe-Ufer bei Reichenburg befindet sich ein Massengrab 
mit 450 erschossenen deutschen Soldaten, die immer 6 Mann stark mit einem Telefondraht an den Armen 
zusammengebunden waren. Sämtliche waren durch Genickschuß erschossen worden, und zwar am 
Pfingstsonntag 1945.« Ähnliche Beobachtungen wurden in Rann (Brezice) gemacht. Dort »habe ich im Park ... 
Leichen in deutscher Uniform ohne Rangabzeichen, ohne Papiere in Splittergräben beerdigt. Waren in Gruppen 
zu 2-5 Personen, mit Draht Hände gefesselt, in den Morgenstunden am Splittergraben erschossen worden. Nach 
meiner Ansicht Gefangene des Ortskommandos Rann und auf dessen Befehl erschossen. Insgesamt waren es 15 
bis 20 Leichen, erschossen (Genickschüsse MP) an 5 bis 6 verschiedenen Tagen im Sommer 1945. Leichen 
sollten später wieder umgebettet worden sein, weil Verwesungsgeruch durch die Faschinen der Splittergräben 
in den Park drang. Vor meiner Tätigkeit war der Graben schon zum Teil verschüttet und vermutlich mit Leichen 
gefüllt.« Ein zweiter Heimkehrer aus Rann gibt an, in der Zeit vom 20. 5. 1945 bis 19. 6. 1945 seien täglich 5 
bis 10 Mann erschossen worden. Ferner wird festgestellt, daß bei Rann 1945 etwa 1800 Volksdeutsche Soldaten 
der Division »Prinz Eugen« aus den Gemeinden Lazarfeld, Enrsthausen, Setschan, Molidorf und anderen 
erschossen worden seien. Nur Kraftfahrer und einige junge Kriegsgefangene seien herausgezogen worden. 
Einer der Augenzeugen berichtet: »Vielleicht ist... schon bekannt..., daß eine Gruppe von ungefähr 1600 Mann 
am 18. 5. 1945, Angehörige der Waffen-SS, 7. SS-Division "Prinz Eugen", 
-240- 

erschossen sind von Partisanen der I. Armee, II. Partisanen-Brigade, im Ort Sveti Georg (Sv. Jurij), das ist 
zwischen Cilli und Agram. Bei diesem Haufen war ich auch dabei und wurde auch mit fortgeführt zum 
Erschießen, aber uns paar Männer gelang es durchzugehen und kam so glücklich in Kriegsgefangenschaft, in 
Lager Kragujevac.« Die Erschießung von Angehörigen der SS-Division »Prinz Eugen« und anderer Einheiten 
wird auch aus Krusevac gemeldet. Dort sollen bereits nach der Einnahme der Stadt etwa 2000 Mann füsiliert 
worden sein, von denen etwa 400 bis 500 Deutsche gewesen sind. Die Toten wurden westwärts der Stadt auf 
dem Hügel Bagdala bestattet. Zwischen Unter-Kötsch (Sp. Hoce) und Marburg (Maribor) gibt es einen 6 km 
langen Panzergraben, »in dem einige Nächte lang Erschießungen stattgefunden haben. SS-Angehörige, 



Wehrmachtsangehörige und Zivilisten. Laut Angaben von Partisanen sollen es ca. 20 000 gewesen sein.« An 
Titos Geburtstag wurden in Neu Cilli (Novo Celje) »ca. 20 bis 25 verwundete SS-Männer aus den Betten geholt 
und in der nächsten Waldgegend ohne jedes Urteil umgelegt. Man hat die Salven im Krankenhaus gehört, und 
die beiden Lkw kehrten in ca. einer halben Stunde leer in das Krankenhaus zurück.« Ein Untersteiermärker, 
»der alles miterlebt hatte«, erzählte einem Kriegsgefangenen 1947, in Marburg seien viele Soldaten »durch 
MG-Feuer an den Panzergräben vernichtet worden, am laufenden Band... Die Gräben sind alle voll von Toten, 
man schätzt auf 20 000 bis 30 000.« Ebenfalls auf die Vorgänge in Marburg bezieht sich ein Heimkehrer, der 
sagt: »Auch kann ich mitteilen, daß Tausende von SS und Polizei in Felsenbunker einbetoniert und gesprengt 
oder in Panzergräben geschossen wurden, die wir dann auffüllen mußten. Alles nach Berichten von Kameraden 
und selbst mitgemacht.« Auch in Reichenegg (Rifnik) »hatten Partisanen unsere Gefangenen in einen Bunker 
getrieben und dann den Bunker gesprengt. Aus dem gesprengten Bunker kam ein sehr starker 
Verwesungsgeruch. Wir mußten deshalb vom Lager... dorthin und Erde vom Berg graben, damit wir den 
Bunker besser mit Erde decken konnten.« Nach Aussagen eines Heimkehrers ereignete sich am 22. Mai 1945 in 
Podsused folgendes: 

»Gegen 22 Uhr abends wurden in Abständen von je 10 Minuten jedesmal 15 Deutsche, zusammen 90 Mann, 
aus der Lagerhalle geholt, mit der Begründung, es gäbe Essen und sie würden dann in das Lager Samobor 
befördert... Die herausgetretenen Soldaten wurden über die Sawebrücke geführt, links am Flußrand aufgestellt, 
sie mußten sich entkleiden und Gepäck ablegen. Hinter jeden Soldaten trat ein Partisan und erschoß den 
Deutschen durch Genickschuß. Die Leichen wurden dann in die Sawe geworfen, die an dieser Stelle ver- 
hältnismäßig tief und reißend ist. (Die Sawe ist nicht reguliert und bildet viele Sandinseln an dieser Stelle.) Von 
den gesamten 90 Mann konnten 8 durch vorher in das Wasser springen sich retten. Einige wurden noch durch 
Schüsse der Partisanen verletzt. Diese Leute habe ich später persönlich nach meiner Über- 
-241- 

führung in das Lager Precko, ca. 3 km westlich von Zagreb, gesprochen... Während des Herausforderns der 
Leute aus der Lagerhalle wurden wir aufmerksam, da einer der Angeschossenen in die Halle zurückkam, uns 
den Vorfall schilderte, wir daraufhin vom Dach des Lagers aus die weiteren Vorgänge beobachteten. Der bei 
uns anwesende Stabsarzt Dr. M. aus Düsseldorf forderte uns auf, im Sprechchor zu protestieren, andernfalls zu 
versuchen, gemeinschaftlich, ca. 330 Mann, auszubrechen. Daraufhin hörten die Partisanen mit den 
Erschießungen auf. Am nächsten Morgen wurden wir dann in das Lager Precko gebracht, wo die vorerwähnten 
8 Geretteten mit Schuß Verletzungen und ohne Kleidung ankamen.« 

90 Mann einer Sanitätssammelstelle wurden von der Brückenwache der Partisanen bei Susedgrad (8 km 
westwärts von Agram) »am 22. 5.1945 entkleidet und beraubt in die Sawe gejagt. Drei Mann - darunter ich - 
entkamen lebend.« Im Sammellager Laufen (Ljubno), am Fuße der Karawanken, »wurden alle Offiziere und 
Beamten gesammelt, einem strengen Verhör unterzogen und nach einigen Tagen des Nachts erschossen. Zeuge 
dafür war ein junger Leutnant, der sich befreit hatte und später wieder unter uns war. Der Name ist mir nicht 
bekannt.« Im Hafen von Fiume (Rijeke) sind »400 Mann abgetrennt worden und so aufgestellt, daß sie 
abgeschossen gleich in die Adria fielen.« Am 4. April 1945 wurden »etwa 45 Soldaten - Kranke und 
Verwundete - auf der Insel Pag erschossen und sehr wahrscheinlich auf dem Friedhof der Stadt Pag in einem 
Massengrab beerdigt«. In der Nähe von Ilirska Bistrica, dem früheren Villa del Nevoso, sind »am 7. 5. 1945 
nach der Gefangennahme 17 bis 20 Offiziere der 237. 1. D. von Partisanen erschossen worden«. Ein anderer be- 
richtet: »Nach der Gefangennahme wurde ich einem Partisanenführer in Susak zum Verhör vorgeführt. Auf 
dem Wege dorthin mußte ich längere Zeit auf der Straße warten. Während dieser Zeit wurde aus dem Hof ein 
Flachwagen mit toten Kameraden beladen vorbeigefahren. Auf diesem Wagen erkannte ich die obenliegenden 
erschossenen Soldaten meines Zuges wieder. Denselben waren die Hände mit Draht auf dem Rücken 
zusammengebunden. Ich war überzeugt, daß dies alle Kameraden meines Zuges und auch die vom 
Magenkranken-Bataillon waren.« Am 21. April 1945, morgens 8.00 Uhr, wurden »die Angehörigen der 3. 
Batterie in St. Anna/Kroatien erschossen«. Am 22. 4. 1945 sollen 9 km südostwärts Raamanders 1400 Mann 
erschossen und dort begraben worden sein. Unter den Toten befindet sich ein großer Teil der ehemaligen SS- 
Division »Handschar«. Im Lagerbereich 101 Agram (Zagreb) gibt es nach Aussagen eines Heimkehrers 6 



Massengräber, die durch Erschießungen nach dem Kriege entstanden sind. Einwohner dieser Gegend schätzen 
die Zahl der Erschossenen auf 800 Mann. Drei dieser Massengräber liegen »10 m links vom Schloß Kerestinec, 
zwei Massengräber 350 m vom Schloß am Wege zum Flugplatz (rechts), ein Massengrab 120 m hinter der 
Serumfabrik Kalinovatsch«. 
-242- 

In Smederevo wurden 1945 »20 Kameraden vom Partisanen-Kommando erschossen. Wurden unter Vorwand, 
zur Arbeit eingesetzt zu werden, abgeholt und im Blutrausch erschossen. Muß noch bemerken, daß es sich um 
Kameraden handelte, die mehr oder weniger krank und verwundet waren.« Wiederholt wird aus Dubrovnik 
(Ragusa) berichtet, dort seien etwa 200 Mann »wahllos herausgegriffen und abtransportiert« worden. »Diese 
jungen kräftigen Männer bis zu 35 Jahren waren nur mit einer Hose bekleidet... und durften Gepäck nicht 
mitnehmen. Nach Aussagen eines Partisanenfeldwebels sollen sie erschossen worden sein.« Nach Aussagen 
von Zivilisten »befand sich auf der Insel Krk ein Marinestützpunkt von 420 Mann, welche eines Morgens um 
10 Uhr kapitulierten und am selbigen Tage des Abends restlos erschossen wurden«. Nach einem Bericht der 
Bewachungsmannschaften sollen in den Luftschutz gräben auf dem Flugplatz Zirklach (Cerklje) etwa 2500 
Mann erschossen worden sein. In einer Schlucht bei Windisch Feistritz (Slovenska Bistrica) sollen 10 000 Tote 
liegen. Die Schlucht wurde später gesprengt. Weitere 250 Soldaten sind vermutlich in einer Schlucht bei 
Eisenkappel an der steierischen Grenze liquidiert worden. Nach Mitteilung der italienischen Bevölkerung auf 
der Insel Cherso (Cres) sind die Überlebenden des Marine-Nachrichten-Offizier Triest der Außenstelle Cherso 
nach ihrer Gefangennahme »umgebracht worden«. 

»Ich war ehemaliger Angehöriger der Feldpost-Nr. M 53 183 (1 1. Sich. Div. der Marine) mit dem Sitz in Triest, 
Div.-Stab. Über das Schicksal der Besatzung der Festung Pola kann ich nur insoweit Auskunft geben, wie mir 
zu Beginn der jugoslawischen Gefangenschaft ein entronnener Augenzeuge von der schrecklichen Bluttat in 
Pola folgendes erzählt hat. Dieser Augenzeuge ist mir heute namentlich nicht mehr bekannt und somit auch 
nicht seine Anschrift. 

Nach Aufgabe der Festung von Pola wurden alle Soldaten und Angehörige der Marineeinheiten geschlossen in 
einem Sammellager zusammengepfercht. Die Offiziere wurden von den Mannschaften gesondert und kamen in 
ein anderes Lager. Etwa 2 bis 3 Tage lang hat man kurz darauf während der Nacht Arbeitsgruppen in Stärke 
von ca. 100 Mann hieraus mit Lastkraftwagen geholt mit dem Bemerken, sie andererorts zur Arbeit besser 
einsetzen zu können. In Wirklichkeit wurden sie nur bis zu einer tiefen Schlucht in Nähe von Pola gefahren und 
wurden dort hinterrücks (mit dem Gesicht zur Schlucht) erschossen. Dies wiederholte man bis zum 20fachen, d. 
h., bis ca. 2000 Mann ihr Leben lassen mußten. Hierbei dürften in erster Linie die Offiziere erschossen worden 
sein. Eine Aufzeichnung der Personalien der Erschossenen durch einen unserer Gefangenen war ganz 
ausgeschlossen ... « 

1957 unternahmen die italienischen Behörden Versuche, verschiedene zugemauerte Höhlen im Karstgebirge der 
Halbinsel Istrien zu öffnen, die 1945 von den Titopartisanen vierzig Tage lang im Besitz gehalten worden 
waren. 
-243- 

Die in Innsbruck erscheinende katholische Wochenzeitung »Der Volksbote« schrieb damals darüber: 
»Bekanntlich wurde die noch von deutschen Truppen gehaltene Hafenstadt Triest in den letzten Apriltagen des 
Jahres 1945 fast gleichzeitig von Partisanenverbänden Titos und einer neuseeländisch-alliierten Division 
besetzt. Den Oberbefehl über die Stadt übernahm jedoch nicht der Kommandant der neuseeländischen Division, 
General Fryberg, sondern die militärische und zivile Verwaltung wurden den jugoslawischen Partisanen 
überlassen. Erst nach 40 Tagen mußten sich die Verbände Titos wieder von Triest auf eine inzwischen 
festgelegte Demarkationslinie zurückziehen. 

Während der 40 Tage aber übten die Titopartisanen ein unvorstellbar grausames und blutiges Regiment der 
Rache und Vergeltung. Innerhalb weniger Wochen verschwanden über 7000 Italiener und Deutsche, über deren 
Schicksal man bis heute noch nicht genau Bescheid weiß. Der größte Teil dieser Opfer der blindwütigen 
Rachejustiz der Titopartisanen, darunter auch nach den bisherigen Erhebungen über 1100 deutsche 



Kriegsgefangene, wurde bestialisch ermordet und in die nur wenige Kilometer von Triest entfernten 
Karsthöhlen geworfen. 

Während in der Zwischenzeit aufgrund privater Initiative der Angehörigen schon aus zahlreichen kleineren 
Höhlen die Leichen der Ermordeten herausgeholt, identifiziert und bestattet wurden, blieben 
merkwürdigerweise die beiden größten Massengräber, nämlich die "Foiba 149" bei Opicina und die "Miniera" 
bei Basovizza, unberührt. In der ersteren befinden sich schätzungsweise die Leichen von 1300 Ermordeten, 
darunter 350 deutschen Soldaten, die gesamte Belegschaft des von den Titopartisanen "übernommenen" 
deutschen Feldlazaretts von Triest. In der "Foiba Miniera" hingegen dürften sich nach bisherigen Ermittlungen 
die sterblichen Überreste von etwa 3600 Italienern und 800 deutschen Soldaten befinden. 

Schon seit jenen Tagen bis zum Jahre 1954 wurde von italienischer Seite bei der anglo-amerikanischen 
Militärregierung des "Freistaates Triest" immer wieder auf die Öffnung dieser Höhlen gedrängt. Die anglo- 
amerikanische Triest-Regierung widersetzte sich jedoch dieser Forderung mit der Begründung, daß man über 
dieses grausige Geschehen der ersten Nachkriegswochen am besten das Gras des Vergessens wachsen lassen 
solle, um die gespannte politische Atmosphäre an der oberen Adria nicht zur Explosion zu treiben. Die anglo- 
amerikanische Triest-Regierung ordnete darüber hinaus noch an, daß jahrelang über die Leichen der ermordeten 
Italiener und deutschen Soldaten die Müllabfuhr der Stadt Triest geschüttet wurde.« 
Das Geheimnis dieser Massengräber ist bis zum heutigen Tag bewahrt worden. 
-244- 

Das Inferno in der Tschechoslowakei 
Die Massenverbrechen geschahen in aller Öffentlichkeit 

Die erbärmlichsten Verbrechen, die 1945 an Deutschen begangen wurden, geschahen in der Tschechoslowakei. 
Was hier vor sich ging, ist über alles Maß. Über 3 200 000 Sudetendeutsche wurden all ihrer Habe beraubt, 
rund 250 000 unter unvorstellbaren Qualen gefoltert und ermordet, von den Überlebenden 2 814 000 aus ihrer 
Heimat hinausgetrieben. Obendrein wurden etwa 500 000 deutsche Soldaten, die sich gefangengaben, auf der 
Flucht befindliche Schlesier, Ostpreußen und Pommern, die tragischerweise auf tschechisches Gebiet auswi- 
chen, umgebracht. Die Masse von ihnen gilt heute noch als vermißt. 

Keinesfalls handelte es sich bei den grauenhaften Vorfällen in der Tscheche! um den spontanen Ausbruch der 
Volksseele. Die einzige Erklärung für das entsetzliche Geschehen ist die Tatsache, daß die Tschechen das 
treueste Kollaborantenvolk Hitlerdeutschlands waren, in einem solchen Umfang, daß man selbst im Britischen 
Unterhaus erbittert feststellen mußte: »Die Tschechen haben sich selbst aufgegeben und nicht einmal eine Geste 
gegen die Okkupation vollbracht.« 

Die tschechischen Beamten waren ausnahmslos auf ihren Posten geblieben. Die Deutschen fanden es nicht 
einmal nötig, eine grundsätzliche Säuberung des Beamtenapparates durchzuführen. 

Für den Krieg arbeitete die gesamte tschechische Wirtschaft reibungslos. Das tschechische Erzeugungspotential 
stand durch die fortlaufenden Investitionen Anfang 1945 bedeutend höher als 1939. 

Die tschechische Landwirtschaft steigerte im Protektorat ihre Leistungen derart, daß auf die Einfuhr verzichtet 
werden konnte. Ihre einzige Schwierigkeit war die unerhörte Landflucht der tschechischen Landarbeiter, die, 
ohne dazu aufgefordert oder gar gezwungen zu werden, in solchen Scharen in die für die Deutschen arbeitenden 
Rüstungsfabriken nach Österreich und Deutschland strömten, daß der offizielle Anbauplan zeitweise in Gefahr 
war. 

Einen aktiven Widerstand gegen die deutsche Besatzung in der Art, wie ihn Russen, Franzosen, Belgier oder 
Serben führten, haben die Tschechen niemals, an keinem Ort und zu keiner Zeit, geführt. 

Am 15. März 1939 begrüßte General Sirovy, legendäre Figur aus den glorreichen Tagen der tschechischen 
Legion in Serbien, mit ergebenem Lächeln und Handschlag die Deutschen, die soeben Prager Boden betreten 
hatten. 
-245- 

Am 5. Mai 1945, als die deutsche Niederlage auch für Schulkinder schon kein Geheimnis mehr war, als die 
amerikanischen Panzer bereits in Pilsen und die bolschewistischen Divisionen vor Bodenbach standen, an 
diesem Tag und keine Stunde früher, brach jener tschechische Aufstand in Prag aus, der mit Barrikaden in 



einigen Straßen, mit Überfallen auf deutsche Passanten und Kämpfen um einzelne Häuserblöcke der einzige 
Versuch des tschechischen Volkes war, der deutschen Besatzung mit der Waffe in der Hand entgegenzutreten. 
In den sechs Jahren, die zwischen diesem Versuch und den devoten Verbeugungen des einäugigen Generals auf 
der Prager Burg lagen, geschah im böhmisch-mährischen Raum buchstäblich nichts, was die Bezeichnung eines 
aktiven nationalen Widerstandes verdiente. Während der Krieg fast über alle Länder Europas zog und während 
in Polen wie in Frankreich, in Rußland wie in Jugoslawien, in Griechenland wie in Belgien sich die 
Widerstandskräfte des Landes zu Partisanenverbänden und Sabotagegruppen organisierten, blieb Böhmen und 
Mähren eine Insel der Ruhe und des inneren Friedens. Kein einziger Straßenüberfall auf deutsche Kolonnen 
erfolgte, keine einzige Eisenbahn wurde in die Luft gesprengt, keine Eisenbahnschiene aufgerissen, keine 
einzige Brücke zerstört. 

Der einzige Versuch zur Bildung einer geheimen Widerstandsorganisation, der unmittelbar nach Errichtung des 
Protektorates von Offizieren und Unteroffizieren der tschechoslowakischen Armee unternommen wurde, wurde 
von Tschechen an die deutsche Staatspolizei verraten. Die ganze Organisation wurde erfaßt, zerstört, bevor sie 
irgendwie wirksam werden konnte. 

Die hohe tschechische Ministerialbürokratie, die von den Deutschen fast unverändert übernommen wurde, 
arbeitete ohne Anzeichen einer passiven Resistenz und ohne sich für etwas anderes zu exponieren als für die 
eigene Position. Die Verwaltung des Protektorats lag, vornehmlich nach der von Reinhard Heydrich 
durchgeführten Verwaltungsreform, fast ausschließlich auf tschechischen Schultern. Sie funktionierte bis 
unmittelbar vor Kriegsende tadellos. Sie führte die von Reichsstellen kommenden Anordnungen und Weisun- 
gen reibungslos durch. Sie gab mit keinem nennenswerten Akt zu erkennen, daß sie nicht ein verläßliches 
Instrument in den Händen der deutschen politischen Führung wäre. 

Das gleiche gute Zeugnis im Betragen kann ohne Skrupel dem disziplinierten Korps der tschechischen 
Gendarmerie und dem der tschechischen Polizei ausgestellt werden. Es war kein Kuriosum, sondern höchst 
bezeichnend für die tschechische Einstellung zu den gegebenen Verhältnissen, daß es ausgerechnet der 
tschechische Polizeipräsident von Prag war, der immer wieder besorgt und vergeblich warnend auf die 
Gefährlichkeit jener Straßenecke hinwies, an der schließlich das Attentat auf Heydrich erfolgte. 
-246- 

So für die deutsche Führung verläßlich wie Beamtenschaft und polizeiliche Exekutive war die tschechische 
Arbeiterschaft im ganzen, waren die tschechischen Industriekapitäne und Finanzgewaltigen im einzelnen. Nach 
einer Statistik des Prager Zentralverbandes der Industrie lag im Jahre 1944 der Leistungsgrad der tschechischen 
Arbeiter auf dem Rüstungssektor, besonders in der metallverarbeitenden Industrie, im Durchschnitt 15 bis 18 
Prozent über dem Reichsdurchschnitt - eine Tatsache, die durch keinen Zwang und keine Gewalt der Welt zu 
erklären ist. Die Zahl der Sabotagefälle im Protektorat blieb im Jahresdurchschnitt unter jener der im Reich 
durchgeführten Sabotageakte. Die Bergarbeiter von Ostrau und Karwin fuhren in ihre Gruben, als im April 
1945 der Russe nur noch 10 km vor Ostrau stand. 

Aber es wuchs nicht nur in den Jahren von 1939 bis 1945 der Leistungsanteil der tschechischen Industrie an der 
gesamten Rüstungsproduktion des Reiches bis zu 33 Prozent, es erzeugten die Skodawerke in Pilsen, die 
Waffenwerke in Brunn und die Witkowitzer Eisengewerkschaft in von Jahr zu Jahr steigendem Maße 
Werkzeugmaschinen, Maschinengewehre und Material, das für die Kriegführung des dritten Reiches einfach 
unentbehrlich wurde, weil durch den Luftkrieg der Alliierten immer mehr Rüstungsbetriebe im Reich ausfielen 
oder in ihrer Kapazität beschränkt wurden. 

Schließlich wurden geheimste Fertigungsprogramme tschechischen Betrieben mit tschechischen Ingenieuren 
und tschechischen Arbeitern anvertraut. Und tschechische Arbeiter arbeiteten mit der gleichen Präzision, mit 
der gleichen Verläßlichkeit und dem gleichen Fleiß wie ihre deutschen Kollegen im Reich an der Herstellung 
von Düsenjägern und Raketenflugzeugen, an der Erzeugung von Treibstoffen für die V- Waffen selbst. 
Die tschechische Landwirtschaft stand in ihren Beiträgen für die deutsche Kriegführung der tschechischen 
Arbeiterschaft nicht nach. Es genügt, ein Beispiel unter vielen hervorzuheben: Während in den deutschen 
Sprachgebieten des Protektorats die Milchablieferung pro Kuh sich auf 4,5 Liter belief, betrug sie in den rein 
tschechischen Gebieten über 8 Liter. 



Allein mit Hilfe des britischen Secret Service konnten die tschechischen Benesch-Emigranten während des 
Kriegs aus England mit britischen Flugzeugen ein paar Dutzend Saboteure und Attentäter mit Fallschirmen in 
die Tschechei absetzen. Ihr ausschließlicher Auftrag war, die gute Zusammenarbeit zwischen den Tschechen 
und Deutschen zu zerstören. So wurde die Ermordung des damaligen Reichsprotektors Reinhard Heydrich 
geplant und schließlich durchgeführt. Der britische Publizist Alan Burgess bekennt in seinem Werk »Seven 
Men at Daybreak« offen die echten Hintergründe, die zur Ermordung Heydrichs führten: 

»Heydrich war der Architekt, dem die Nazis das Gebäude ihres Erfolges in der Tschechoslowakei verdankten. 

War er aus dem Weg geräumt, so mußte das 

-247- 

Gebäude zusammenstürzen. Alles würde sich ändern. Das Reich würde solch einen Schlag ins Gesicht erhalten, 
daß eine Fortsetzung der Kollaboration unmöglich und jede Versöhnung äußerst schwierig würde.« 
Die beiden Heydrich-Mörder, Jan Kubic und Josef Gabcik, wurden für ihren Mordanschlag in England sorgsam 
ausgebildet, mit Waffen versehen und durch eine englische Maschine mit englischen Fallschirmen über der 
Tschechei abgeworfen. 

Nach der Ermordung Heydrichs reagierte die Reichsregierung genau so, wie man in London im Hauptquartier 
der Benesch-Emigration und des Secret Service erhofft hatte. Im harten Durchgreifen wurde Lidice, ein Dorf 
bei Kladno, in dem verschiedene Secret Service- Agenten Unterstützung erhielten, zerstört und dabei nach 
tschechischen Angaben die männlichen 184 Einwohner erschossen. 135 Frauen wurden in KZ eingewiesen und 
die Kinder staatlichen Anstalten übergeben. 

Die Masse der Tschechen reagierte aber auch jetzt nicht. Es blieb vollkommen ruhig in der ganzen Tschechei. 
Erst als die amerikanischen und sowjetischen Heere tschechischen Boden betraten und der Krieg für 
Deutschland unrettbar verloren war, erhoben sich die Tschechen und versuchten mit dem schlechten Gewissen 
eines Kollaborantenvolkes auf das bestialischste den Widerstand nachzuholen, den sie seit 1939 versäumt 
hatten. 

Die tschechische Exilpolitik hatte die Beraubung und Vertreibung der Deutschen jahrelang sorgsam vorbereitet. 
Exilpräsident Dr. Benesch forderte schon im September 1941 in einem Artikel »New order in Europe« die 
Ausweisung der Sudetendeutschen. Der exiltschechische Außenminister Jan Masaryk bestätigte in einem Brief 
vom 5. Juni 1942 an Max Weinrich, Yiddish Scientific Institute, New York, daß die Sudetendeutschen aus der 
CSR ausgewiesen werden sollten. 

Im September 1942 teilte die britische Regierung der tschechischen Exilregierung in London mit, daß sie im 
Prinzip nichts gegen eine Ausweisung der Sudetendeutschen einzuwenden habe. 

Am 5. Dezember 1942 forderte Dr. Benesch in einem Vortrag vor der englischen Universität Manchester: 
»Ausweisung der Sudetendeutschen!« 

Am 12. Mai 1943 gab Präsident Roosevelt in Washington Dr. Benesch -der den amerikanischen Präsidenten 
anlog, indem er behauptete, Stalins Zustimmung bereits zu haben - die amerikanische Zustimmung zur 
geplanten Ausweisung der Sudetendeutschen. 

Am 29. Mai 1943 verlangte Hubert Ripka von der tschechischen Exilregierung in London vom sowjetischen 
Botschafter Bogomolow die sowjetische Zustimmung zur Ausweisung der Sudetendeutschen. Nach Rückfrage 
in Moskau erklärte Bogomolow im Namen der Sowjetregierung am 6. Juni 1943 sein Einverständnis. 
-248- 

Die politische Überzeugung spielte bei dem Massaker, das die tschechische Meute 1945 unter den 
Sudetendeutschen anrichtete, sowenig eine Rolle wie bei der späteren Ausweisung. Es gab keine Hilfe und 
keinen Schutz mehr für die wehrlosen Deutschen. 

Nachstehende eidesstattliche Aussagen zeugen von dem »anderen Lidice«. 
Marianne Klaus: 

»Am 9. Mai 1945 war mein Mann Gotthard Klaus, 66 Jahre alt, in der Polizeidirektion in Prag zu Tode 
geprügelt worden. Ich sah ihn am 10. Mai um 4 Uhr früh zum letzten Mal, sein Gesicht hatte faustgroße Beulen, 
Mund und Nase waren eine blutige Masse, seine Hände dick angeschwollen. Ich habe ferner gesehen, wie man 



2 SS-Leute mit Peitschen so lange ins Gesicht schlug, bis sie blutüberströmt zusammenbrachen, dann wurden 
sie mit Füßen in den Bauch getreten, daß das Blut hervorquoll, und wurden schließlich an den Füßen gepackt 
und eine Treppe heruntergeschleift. Ich sah, wie eine 'Wehrmachtshelferin gesteinigt wurde, bis sie 
zusammenbrach. Dann wurde sie an einem Rollbalken eines Geschäftes aufgehängt. Ich sah einen SS-Mann mit 
einem Fuß an einen Kandelaber aufgehängt und vom Kopf heraufbrennen. Das war am 9. Mai 1945 in Prag.« 

Hermine Pytlik: 

»Ich war vom 4. 6. 45 bis 10. 6. 46 im Lager Olmütz-Hodolein und wurde dort Zeuge, wie die Insassen des 
Olmützer Altersheimes, die Anfang Juli ins Lager gebracht worden waren, ungefähr 15 Personen, in zwei 
Gruppen mit Pistolen von der Nationalgarde aus allernächster Nähe erschossen wurden. Die Erschießung fand 
in den Abendstunden vor den Fenstern meiner Baracke statt. Es waren durchwegs alte, kranke Leute, im Alter 
von 65 bis 80 Jahren.« 

Hedwig Hlavica; 

»Ich wurde 5 Monate im Kaunitzkolleg, 8 Monate im KZ Miatkau und drei Monate in Bohonitz 
gefangengehalten. Ich wurde Zeuge unzähliger schwerer Mißhandlungen und wurde auch selbst geschlagen. 
Sehr viele Kinder im Alter unter 14 Jahren waren eingesperrt und sind zum großen Teil infolge Unterernährung 
und Mißhandlungen umgekommen. Im Kaunitzkolleg starben täglich gegen 10 Personen, die anfangs gar nicht 
registriert wurden.« 

Alois Stenzel: 

»Ich wurde am 3. 8. v. J. mit ungefähr 30 anderen Jungen im Alter von 1 1 bis 18 Jahren nach Olmütz verschickt 
und 10 Wochen in dem berüchtigten Lager Hodolein festgehalten. Dort wurden wir täglich schwer geprügelt. 
Wir kä- 
m- 
men nie vor halb 12 Uhr zum Schlafen, da wir jeden Abend mehrmals aus den Baracken gejagt wurden. Um 
vier Uhr früh war schon wieder Wecken. Während des Tages mußten wir schwer arbeiten. Entweder 
Ausladearbeiten am Bahnhof, Straßenarbeiten oder Kanalarbeiten usw. Die Verpflegung bestand früh aus einem 
Viertelliter schwarzem ungesüßten Kaffee mit einer Scheibe Brot und abends einer dünnen Suppe, Kaffee und 
einer Schreibe Brot. Einige Jungen sind dort auch gestorben.« 

Manha Wölfel: 

»Ich war 15 Monate in dem Internierungslager Klaidovka, wo viele Hunderte untergebracht waren. Das Lager 
war verlaust und verwanzt. Die Verpflegung bestand nur aus Wasser und Brot. Auch viele Frauen mit Klein- 
kindern waren dort interniert. Sämtliche Kleinkinder bis zu vier Jahren starben an Unterernährung. Das waren 
sicher 100 Kinder. Auch mein Kind starb dort am 12. 4. 1946 mit 15 Monaten. 3 bis 4 Tage vorher war das 
Kind in das Kinderspital geschafft worden, wo selbst die Tschechen über den Zustand dieses Kindes entsetzt 
waren. Ich wurde im Lager verständigt, als das Kind starb. Doch als ich fragte, wo es begraben werde, erhielt 
ich vom Posten einen Schlag auf den Kopf, daß ich bewußtlos zusammenbrach. Ich weiß heute noch nicht, wo 
mein Kind begraben liegt. Den anderen Frauen ging es ebenso. Ich kann diese Aussage beeiden.« 

Franz Stix: 

»Ich war in den Maitagen mit meiner Frau beruflich in Prag tätig und wurde von den Tschechen ins Lager 
Hagibor verschleppt, wo wir in ehemaligen Judenbaracken untergebracht wurden. Wir wurden von dort bei 
schlechtester Verpflegung täglich von tschechischen Unternehmern weggeholt, die uns wie auf einem 
Sklavenmarkt jeweils aussuchten und ohne Entgelt tagelang für sich einspannten. Meine Frau Hildegard war in 
den Maitagen hochschwanger. Trotzdem wurde sie genauso rücksichtslos behandelt wie alle anderen Frauen, 
denen man die Haare abschnitt und die man zu schwerer Arbeit beim Einreißen der Baracken heranzog. Die 
hygienischen und ernährungsmäßigen Verhältnisse waren im Lager so schlecht, daß unser Kindlein nach 



wenigen Wochen an Hunger starb. Wir wissen nicht einmal, wo es begraben liegt, weil täglich 4 bis 5 Klein- 
kinder verschieden, die in Massengräbern verscharrt wurden.« 

Elfriede Hanke: 

»Am 2. 6. 1945 wurde ich in das Lager Troppau eingeliefert. Dabei wurde ich zuerst einmal geschlagen, 
gewürgt und mit der Pistole bedroht, da ich sagte, daß ich nicht bei der Partei war und auch nichts von Munition 
wisse, was man mir nicht glauben wollte. Am 6. 7. 1945 wurde ich in das Gefängnis des 
-250- 

Lagers gebracht und dort aufs schwerste mißhandelt. Ich wurde gleich bei der Einlieferung geohrfeigt, mit 
Füßen getreten und mit Gummiknüppeln geschlagen. Das wiederholte sich durch 13 Tage täglich. Am 13. Tag 
kam Fitzek mit mehreren anderen Tschechen. Sie warfen mich auf die Pritsche in meiner Zelle, zogen mir die 
Hose ab und schlugen mich mit Gummiknüppeln von der Hüfte bis zu der Wade beider Beine, so daß ich 
abends ins Krankenzimmer gelegt werden mußte, wo ich vier Wochen lang auf dem Gesicht liegen mußte, da 
ich am Gesäß und auf beiden Beinen große eiternde Wunden hatte. Ich mußte auch mehrmals geschnitten 
werden. Ich war vier Monate lang krank. Dann wurde ich zwar nicht mehr geschlagen, aber wie alle anderen 
angebrüllt, gestoßen und schikaniert. Am 8. 2. wurde ich entlassen.« 

Elfriede Brookelt: 

»Nach dem Tode meines Vaters führte ich mit meinem Sohn die Landwirtschaft meiner Mutter in Niemes 
weiter. Am 1. Juni 1945 wurde ich von den Tschechen von Denis aufgefordert, nach Denis in meine Wohnung 
zurückzukehren. Ich kam dieser Aufforderung sofort nach und wurde mit meinem Mann, ohne Angabe von 
Gründen, verhaftet und ins Gefängnis von Grottau eingeliefert. In Grottau wurde ich schwer mißhandelt. Wir 
wurden täglich, früh vor der Arbeit und am Abend nach der Rückkehr ins Lager mit Gummiknüppeln und 
Fäusten geschlagen. Mein Mann wurde von mir getrennt, und ich habe ihn nie mehr gesehen. 
Am 13. Juni 1945 wurden wir, ungefähr 30 Personen, ins Kreisgericht Reichenberg eingeliefert. Die Männer 
mußten sich bei der Einlieferung im Gang nackt ausziehen und wurden mit Gummiknüppeln und Peitschen 
geschlagen. Wir 5 Frauen des Transportes wurden in die Frauenabteilung geführt und dort schwer mißhandelt. 
Jede Frau mußte sich nackt ausziehen und wurde dann von 4 tschechischen Soldaten mit Gummiknüppeln und 
Peitschen, über ein Bett gebeugt geschlagen. Als ich als Letzte an die Reihe kam, weigerte ich mich, mich 
auszuziehen, da ich unwohl war. Ein Wachtmeister schaute nach, ob das wahr sei, und erklärte, das sei gleich. 
Da ich michtrotzdem nicht auszog, zog mir ein Wachtmeister das Hemd hoch und ein anderer die Hose 
herunter, und es schlugen mich vier Männer mit Gummiknüppeln und Peitschen über Rücken, Gesäß, Beine 
und Füße. Es waren bestimmt 25 bis 30 Schläge. Als ich zurückgehen wollte, brach ich zusammen. Nach einer 
Viertelstunde wurden wir in die Aufnahmekanzlei geholt, dort wurde ich wieder mit der Peitsche bedroht. Als 
ich in die Zelle zurückkehrte, wurde ich von einem Wachtmeister geohrfeigt und an den Haaren in die Zelle 
geschleift, weil ich "auch Kinder" habe. Am 10. Oktober 1946 wurde ich plötzlich entlassen, ohne daß ich dazu 
etwas unternommen hätte oder daß man mir einen Grund angegeben hätte.« 
-251- 

Richard Knarre: 

»Ich war am 5. Mai in Prag beim Zentralverband der Industrie, wo ich geschäftlich zu tun hatte. Aus den 
Büroräumen weg wurde ich von tschechischen Gardisten verhaftet und unter Schlägen mit vielen anderen 
Deutschen zusammen in das Lager der Leihamtsgassenschule getrieben. Dort bekamen wir tagelang nichts zu 
essen und wurden ständig mißhandelt. Wir mußten Leichen sammeln und Straßen kehren. Ich mußte mich am 
Oberkörper entkleiden, bekam ein Schild mit der Aufschrift "Nemec" umgehängt und wurde damit zum Stra- 
ßenkehren auf den Wenzelsplatz getrieben. 

Ich selbst war Augenzeuge, wie man am Wenzelsplatz deutsche Soldaten mit den Füßen nach oben auf 
Gaskandelaber aufhängte und darunter Feuer anzündete. Unter furchtbaren Qualen gingen die Opfer dabei 
zugrunde. 



Ich selbst wurde Mitte Mai in das NKWD-Gefängnis gebracht, aus dem ich mit Hilfe eines russischen 
Feldwebels entkommen konnte. Auf der Flucht wurde ich wiederum verhaftet und mit vielen anderen 
Deutschen in das Lager "Dvur Tejnice" bei Böhmisch-Brod gebracht. Dort waren ungefähr 3000 Deutsche, 
Männer und Frauen, denen man die Haare schor und die in einem Getreidesilo monatelang ohne 
Waschgelegenheit schlafen mußten. Es gab nichts zu essen als Dörrgemüse-Suppe. Fast alle Babies, die im 
Lager waren, und auch ein Großteil der älteren Lagerinsassen sind in Dvur Tejnice gestorben. 
Als ich den Lagerkommandanten, den Gutsbesitzer und tschechischen Leutnant Karel Kadecabek bat, eine 
Frau, die bei der Entbindung starke Blutungen bekommen hatte, einem Arzt zuzuführen, antwortete er mir: 
»Hinein in den Teich mit ihr, was brauchen die Deutschen noch Kinder!« 

Marie Seckl: 

»Ich bin 80 Jahre alt, meine Schwester 74. Trotzdem wurden wir gezwungen, den Todesmarsch nach Pohrlitz 
mitzumachen. Unterwegs wurden wir mit Gewehrkolben und Knüppeln oft geschlagen und gestoßen. Wir fielen 
oft hin und hatten blutige Knie. In Pohrlitz lagen wir 17 Tage lang auf blankem Beton. Durch fünf Tage 
erhielten wir keine Verpflegung und dann ungenießbare Suppen. Von Pohrlitz kamen wir mit ruhrartigem 
Durchfall zu einer Bäuerin in Preskowitz, von wo meine Schwester mit einem kranken Fuß ins Krankenhaus 
nach Brunn geschafft wurde. Ende Juli kamen wir in die völlig ausgeraubte Wohnung zurück und erhielten von 
unseren Sparkassen nur 500 Kronen monatlich zusammen, bei einem Brotpreis von 10 Kronen das Kilogramm, 
daß wir buchstäblich betteln gehen mußten. Auf der Gasse wurden wir ständig angepackt und beschimpft.« 

Maria Benatzky: 

»Am 30. Juli 1945 hörte ich gegen 16 Uhr 30 eine starke Detonation in der Richtung Schön-Priesen. 

Gleichzeitig flog aus derselben Richtung ein Flugzeug 

-252- 

gegen die Stadt. Ich befand mich zu dieser Zeit in einem Friseurgeschäft am Marktplatz in Aussig, von wo ich 
den größten Teil des Platzes übersehen konnte. Kurz darauf sah ich, wie tschechische Eisenbahner in Uniform 
und auch tschechische Zivilisten die Deutschen, die ja alle weiße Armbinden tragen mußten, jagten. Zu 30 und 
40 stürzten sie immer auf ein Opfer, schlugen es zu Boden und traten es mit Füßen, bis es liegen blieb. Der 
Kopf und das Gesicht waren dann nur mehr eine blutige, unförmige Masse. Ich selbst sah mindestens 12 
Deutsche im so zugerichteten Zustand. Unter den Opfern befanden sich auch Frauen und Mädchen. Ich selbst 
hörte die Todesschreie eines Mädchens und sah, wie es niedergetrampelt wurde. Um dieselbe Zeit kamen die 
Arbeiter aus den Schichtwerken über die neue Brücke, auf die in derselben Weise Jagd gemacht wurde. Es 
wurden 30 bis 50 deutsche Arbeiter auf den Brückenplatz geworfen und von tschechischen Soldaten mit 
Maschinengewehren in die Grube geschossen, wenn sich noch immer einer rührte. Viele Deutsche wurden im 
schwerverletzten Zustand in die Elbe geworfen und beschossen, wenn sie aus dem Wasser auftauchten. Die 
Leute, die dem Blutbad entgingen, wurden wahllos in das Lager Lerchenfeld getrieben. Schätzungsweise haben 
an diesem Tage 600 Deutsche in Aussig ihr Leben verloren. 

Viele Anzeichen deuten darauf hin, daß dieses Blutbad planmäßig vorbereitet war. Eine halbe Stunde nach der 
Detonation haben die tschechischen Soldaten in der Körnerschule ihre Waffen ergriffen und haben sich ohne 
besonderen Befehl an der Straßenjagd beteiligt. Ein gutmütiger tschechischer Arbeiter schickte um 3 Uhr 
nachmittags einige deutsche Arbeiter, denen er gut gesinnt war, aus dem Munitionslager, das später explodierte, 
vorzeitig nach Hause, trotzdem sie selbst eingewendet hatten, daß noch nicht Arbeitsschluß sei.« 

Ehrenhart Adam: 

»Am 12.6.1945 wurde ich in Aalen bei Stuttgart aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen und begab 
mich, mit einem amerikanischen Grenzübertrittschein versehen, in die Tschechoslowakei, um meine Familie zu 
suchen. Beim Grenzübertritt hatten mir die tschechischen Grenzorgane sämt-liche Lebensmittel, die ich bei 
meiner Entlassung von der amerikanischen Lagerkommandantur für die Reise bekam, sowie mein Geld, Decken 
und Mantel abgenommen. In Warnsdorf wurde ich trotz meiner Entlassungspapiere verhaftet und ins 
Kriegsgefangenenlager eingeliefert. Dort war ich vom 24. 7.1945 bis 28. 5. 1946. Bei meiner Entlassung 



befanden sich dort noch gegen 2000 deutsche Kriegsgefangene, trotzdem sie schon früher aus amerikanischer 
oder russischer Kriegsgefangenschaft entlassen wurden. Sie lebten unter denkbar schlechtesten Verhältnissen, 
unterernährt, und wurden ohne Lohn zur gröbsten Arbeit verwendet. 
-253- 

Besonders in meinem Lager wurden wir alle von einem Arzt aus Prag auf das SS-Blutgruppenzeichen 
untersucht und dabei ungefähr 200 SS-Angehörige festgestellt. Diese wurden dann in das Brauhaus in Nachod 
gebracht und wurden der Zivilbevölkerung zur Mißhandlung ausgeliefert. Ich war selbst Augenzeuge, wie 
sämtliche 200 Mann von der Zivilbevölkerung aufs grausamste ermordet wurden. Tschechische Frauen, 
darunter eine gewisse Frau Zinke aus Nachod-Komenskeho 233, haben sich dabei besonders hervorgetan. Frau 
Zinke rühmte sich, sie würde noch mehr umbringen, wenn sie könnte. Die SS-Leute wurden von den Frauen mit 
Messern und Dolchen erstochen, mit Knüppeln und Gewehrkolben erschlagen. Körper, die noch Leben zeigten, 
wurden mit Benzin Übergossen und verbrannt. Ich selbst habe mitgeholfen, die Leichen auf Autos zu verladen 
und sie in 3 Massengräber im Schloß von Nachod zu begraben. 

Die Kriegsgefangenen wurden täglich verprügelt. Mehrere haben Kieferbrüche und Messerstiche erlitten. 
Einigen wurden auch Augen ausgeschlagen. Am 8. 5. 1946 wurden am Marktplatz von Nachod um 5 Uhr 
nachmittags bei alliierter Beflaggung alle Deutschen von der Zivilbevölkerung schwer mißhandelt. Die 
Deutschen wurden ungefähr 500 m weit durch eine Staffel tschechischer Zivilisten einzeln durchgejagt und 
dabei - Männer und Frauen und Kinder - von der tschechischen Zivilbevölkerung mit Stöcken geschlagen. 
Vielen wurde ein Bein gestellt; wenn sie fielen, wurden sie mit Füßen getreten. Sie wurden namentlich zur 
Mißhandlung aufgerufen. Die tschechischen Polizisten sahen zu, ohne einzugreifen.« 

Alfred Gebauer: 

»Ich wurde als Deutscher am 6. 5. 1945 in Prag verhaftet und war der Reihe nach in den Lagern 
Schulministerium, Scharnhorstschule, Wehrmachtsgefängnis, Stadion und Arbeitsanstalt bis Ende September 
untergebracht, von wo ich in das Gerichtsgefängnis Troppau eingeliefert wurde. Von dort wurde ich am 12. 6. 
1946 zur Aussiedlung entlassen. Ich bin Schwerkriegsbeschädigter und wurde bei der Verhaftung von 
Wlassowsoldaten geohrfeigt und sämtlicher Sachen beraubt. 

Ich sah mit eigenen Augen: In der Scharnhorstschule mußten sich weibliche SS-Angehörige ohne Kleider, die 
ihnen vom Leib gerissen wurden, in einem Wassertümpel wälzen. Dann wurden sie mit Fußtritten und 
Gewehrkolben mißhandelt, bis sie bewußtlos waren. Am Stadion wurde auf SS-Soldaten vor 5000 Häftlingen 
mit Maschinenpistolen eine Hasenjagd veranstaltet. Dabei wurden 20 SS-Soldaten erschossen. Einige mußten in 
die Latrine springen, wo sie mit Maschinenpistolen erschossen wurden. Sie blieben in der Latrine liegen, und 
die Häftlinge mußten die Latrine weiter benützen. Frauen wurden beim Abtransport so mit Gummiknüppeln 
geschlagen, daß sie blutüberströmt zu- 
-254- 

sammenbrachen. In der Reitschule wurden vor den Augen anderer Häftlinge einige wahllos herausgegriffen und 
so geschlagen, daß sie blutüberströmt zusammenbrachen. Dann wurden sie herausgeschleppt, man hörte einige 
Schüsse fallen. Auch viele tschechische Kollaborateure wurden dort erschlagen; die ersten fünf Tage nach 
meiner Verhaftung bekamen wir Häftlinge außer einem Kübel Wasser für 600 Mann keine Verpflegung. Am 6. 
Tag wurde ein Würfel Zucker und ein Keks ausgegeben. Vom 7. Tag an bekamen wir eine dünne Suppe, so daß 
täglich 15 bis 20 Leute an Entkräftung starben. Bei der Einlieferung in Troppau wurde ich schwer verprügelt. 
Durch acht Wochen hindurch wurden die Lebensmittelpakete, die mir meine Schwester nach Troppau ins Ge- 
fängnis schickte, von den Aufsehern unterschlagen. Ich kann diese Aussage beeiden.« 

Heinz Girsig: 

»Ich wurde vom Juni 1945 bis März 1946 im Lager Jauernig festgehalten und wurde dort selbst mehrmals 
mißhandelt, wodurch ich auch zwei Zähne verlor. Ich bin auch Zeuge schwerer Mißhandlungen gewesen und 
habe gesehen, wie andere Häftlinge gemartert und erschossen wurden. Die beiden Brüder Hauke, 16 und 18 



Jahre alt, wurden im Juli von dem stellvertretenden Lagerführer Katiorek erschossen, nachdem einen Tag 
vorher von demselben ein Hakenkreuz mit dem Messer in das Gesäß des einen Jungen eingeschnitten worden 
war. Vorher waren sie auch mit Platzpatronen angeschossen worden. Oft wurden wir in der Nacht herausgejagt 
und mißhandelt. Zu Tode geprügelt wurden Meißner aus Krosse, ein Klempner aus Zuckmantel und Hauke aus 
Jauernig. Die letzten Mißhandlungen erlebte ich dort Mitte Februar 1946.« 

Erika Grissmann: 

»Ich wurde am 4. 10. 1927 in Masshaupt bei Kladno geboren und lebte mit meinen Eltern seit dieser Zeit 
ununterbrochen in Kladno. Wir gehören also nicht zu den Reichsdeutschen, die erst nach Angliederung des 
Protektorats nach Kladno gekommen waren. 

Am 5. Mai brach in Kladno der Auf stand der tschechischen Untergrundbewegung aus. Bewaffnete Mitglieder 
der "Narodni Garda" sperrten alle Straßen, räumten die Quartiere der deutschen Wehrmacht und die Lazarette 
und warfen die Verwundeten auf die Straße. Ich sah, wie dieselben von der Menge gesteinigt wurden. Am 6. 
Mai 1945 begannen die sogenannten Hausdurchsuchungen, bei denen wahllos alle deutschen Wohnungen 
ausgeplündert wurden. Mein Vater, ein Beamter bei der Poldihütte, wurde am Abend desselben Tages verhaftet 
und blieb seitdem verschwunden. Ich selbst bekam bei der ersten Hausdurchsuchung von einem tschechischen 
Soldaten eine Ohrfeige, weil ich angeblich nicht angegeben hätte, wo wir unseren Schmuck vergraben hätten. 
-255- 

Am darauffolgenden Montag gingen die Wogen der Deutschenverfolgung besonders hoch. Wir sahen vom 
ersten Stock unseres Hauses aus zahllose deutsche Männer über die Felder laufen, die ihren Verfolgern 
entgehen wollten, die aber wie Hasen mit Maschinengewehren abgeschossen wurden. Dieses Schicksal traf 
jeden Deutschen ohne Unterschied, ob er Zivilist oder Soldat, ob er Parteimitglied war oder nicht. 
Am Mittwoch zogen die Russen in Kladno ein, und zur selben Stunde wurden alle deutschen Siedlungen 
geräumt. Unsere tschechische Nachbarin hörte ich auf der Straße weinen. Sie sagte mir, jetzt kämen wir, die 
Grissmanns, auch bald dran, und niemand könne uns helfen. Nach einer Viertelstunde kamen Angehörige der 
Revolucni Garda in unser Haus. Der Anführer, ein großer mit Blut besudelter Kerl, warf eine Handgranate 
durchs Fenster. Als er michmit meiner Mutter und meinem 15jährigen Bruder allein im Haus antraf, warf er 
mich auf die Ottomane und sagte: " Vergewaltigen tue ich dich nicht, das werden schon die Russen besorgen." 
Während die Tschechen unter ständigen Bedrohungen unser Haus plünderten, entkamen meine Mutter und 
mein Bruder durch das Haustor, während ich durch ein Fenster entfloh. Durch unsere eigene Straße, die Wras- 
Gasse, mußten wir Spießruten laufen. Die tschechische Menge stürzte sich auf uns und schlug uns mehrmals 
zusammen. Nur einen Teil unserer ehemaligen Nachbarn sah ich weinend aus den Fenstern schauen. 
Ohne jedwede Habe, so, wie wir aus unserem Haus geflüchtet waren, schlössen wir uns hierauf einem 
Flüchtlingshaufen an, der aus der Gegend von Unhozd kam. Die meisten von ihnen bluteten, denn die 
Tschechen warfen Handgranaten in den traurigen Zug. 

Auf einem Fabrikplatz mußten wir uns mit erhobenen Händen gegen eine Wand stellen. Zuerst wurde mein 
fünfzehnjähriger Bruder mit Striegeln geschlagen. Dann fielen mehrere Tschechinnen über mich und meine 
Mutter her. Meine Mutter blutete am ganzen Kopf. Mir selbst nahmen sie Ohrringe und Haarschleifen ab, dann 
wollten sie mir die Zöpfe abschneiden. Während dieses Treibens erschien ein Tscheche und rief laut über die 
Menge hinweg: "Die Schönsten kommen zu den russischen Offizieren." 

Wir wurden daraufhin weitergetrieben und immer wieder geschlagen. Endlich erwischte mich einer und zog 
mich bei den Haaren in ein Auto. Ich wurde ohnmächtig. 

Als ich aufwachte, lag ich auf einem Sofa, am Kopf und an den Händen verbunden. Etwa fünf hohe russische 
Offiziere standen um mich herum. Einer fragte mich, ob ich Hunger hätte und wohin ich wolle. Ich erklärte 
ihm, daß ich zu meiner Mutter möchte. Er ließ mich hierauf mit einem Auto auf den Fußballplatz fahren, wo ich 
meine Mutter und meinen Bruder gleich am Tore traf. 
-256- 



Als mich meine Mutter in diesem Zustand sah, fiel sie auf die Knie und schrie laut, man möchte uns doch nicht 
weiterquälen und endlich erschießen. Sie brach hierauf ohnmächtig zusammen. Das alles spielte sich am 
Vormittag des 9. Mai 1945 in Kladno ab. Kurz nach Mittag wurden wir vor eine Grube getrieben und es hieß, 
da würden wir nun erschossen werden. Es erschien aber ein tschechischer Offizier und sagte, so weit sei es noch 
nicht. 

Wir wurden zusammen mit vielen anderen Deutschen in ein Lastauto verladen und auf den Marktplatz von 
Masshaupt gebracht. Nachdem wir dort von der Menge bespien wurden und mit Steinen beworfen worden 
waren, schaffte man uns wieder auf den Fußballplatz von Kladno zurück. 

Viele deutsche Soldaten lagen mit Kopf- und Bauchschüssen auf dem Boden herum, und keiner kümmerte sich 
um die Schwerverwundeten. Da brach meine Mutter neuerdings zusammen. Ein deutscher Arzt, den ich bat, ihr 
zu helfen, wurde von den tschechischen Wachen verprügelt. Wir mußten uns dann auf dem freien Platz bis auf 
das Hemd ausziehen und wurden von den Tschechen durchsucht. Hierauf wurden wir wieder in Autos verladen 
und in die Kaserne von Kladno gebracht. 

Dort sah ich Furchtbares: Zivilisten und Soldaten lagen in Blutlachen herum, und niemand konnte ihnen helfen. 
Überaus groß war die Zahl der Selbstmörder, die auf kurzem Wege den Qualen entkommen wollten. 
Ich sah eine Menge kleiner Kinder, denen die Eltern den Hals durchgeschnitten hatten, um sie durch den 
raschen Tod vor weiteren Folterungen zu bewahren. Ein tschechischer Arzt, der mit einer Krankenschwester 
erschienen war, legte einigen von ihnen Verbände an. Zu essen bekamen wir während der ganzen Zeit nichts. 
Am Nachmittag hieß es plötzlich, wir müßten uns alle flach hinlegen, weil in der Nähe gesprengt würde. Man 
hörte eine ungeheure Detonation. Als der Lärm vorbei war, sagte ein Tscheche ganz in meiner Nähe: "Das war 
nicht nahe genug!" 

Am Nachmittag des 10. Mai wurden die Schwerkranken und Schwerverletzten in Krankenautos verladen, die 
Leichtverletzten stellten sich zum Abmarsch bereit. Vor den Kasernentoren hatte sich mittlerweile eine johlende 
Menge angesammelt, die uns mit Steinen bewarf. 

Ein Tscheche verlas von einem großen Blatt Papier einen Aufruf, in dem er alle Deutschen als Verbrecher 
erklärte. Er schrie uns an, wir hätten dies alles jetzt, wenn wir die Kaserne verlassen, zu büßen. Plötzlich flogen 
wieder Handgranaten in die Menge der deutschen Gefangenen, die ein großes Blutbad anrichteten. 
Ein tschechischer Priester erschien und erteilte einer Menge Sterbender die letzte Ölung. Viele Verwundete 
wiesen aber sein Anbieten zurück. 

Dem Betreiben meiner Mutter gelang es, uns mit in die Krankenwagen un- 
-257- 

terzubringen. Ich selbst erhielt von einer deutschen Krankenschwester eine DRK-Haube, wodurch ich mich 
einigermaßen schützen konnte. 

Auf der Fahrt aus Kladno wurden wir von russischen Posten angehalten. Ein Rotarmist öffnete unsere 
Sankawagen und forderte mich auf, mit ihm zu kommen, da ich gar keine Krankenschwester sei. Die 
Verwundeten nahmen aber für mich Stellung. Der Russe erklärte hierauf, sie sollten ihm entweder alle ihre 
Uhren geben oder mich. Die schwerverwundeten deutschen Soldaten lieferten alle ihre Uhren und Ringe ab und 
kauften mich auf solche Weise frei. 

Unsere Kolonne fuhr hinauf gegen den Westen Böhmens. Wir mußten bald die Sanitätswagen verlassen und 
schlössen uns großen Flüchtlingsströmen an, die sich gegen die amerikanische Besatzungszone zu bewegten. 
Zu essen bekamen wir während der ganzen Zeit nichts. Wir schliefen meist auf offenem Feld und wurden des 
öfteren zur Nachtzeit von tschechischen und russischen Soldaten bedrängt. Unter anderem wurden kurz vor 
Petschau mehrere der uns begleitenden DRK- Schwestern von russischen Posten vergewaltigt. Mit meiner 
Mutter und meinem Bruder gelangte ich schließlich zu meinen Großeltern nach Hermannshütte, bei Mies, wo 
ich zunächst auf einem tschechischen Bauernhof Arbeit fand. Im November 1945 nahmen mich die Amerikaner 
bei ihrem Abzüge nach Bayern mit.« 

Sebastian Herr: 

»Ich bin Volksdeutscher aus Rumänien und habe in der SS-Nachrichten-schule in Leitmeritz als Schneider 
gearbeitet. Im Mai 1945 wollte ich nach Rumänien zurück, wurde aber in Prag verhaftet und nach Pankratz 



eingeliefert. Dort mußte ich mit anderen Gefangenen am 22. 5. 1945 SS-Leute ausgraben, die während der 
Revolution umgekommen waren, und diese in Massengräbern beerdigen. Dabei sah ich an den ausgegrabenen 
Leichen, daß Ohren und Nasen abgeschnitten, Augen ausgebohrt und die Hände verbrüht waren. Wir arbeiteten 
dabei 60 Mann und wurden bei der Arbeit furchtbar verprügelt, daß viele bewußtlos wurden. Als wir nach der 
Arbeit an den Leichen uns wuschen, wurden wir mit dem Kopf in das schmutzige Waschwasser hineingestoßen. 
Ich wurde bis Oktober 1946 festgehalten.« 

Frau Hildegard Hurtinger: 

»Am 15. Mai wurde ich in meiner Prager Wohnung vom tschechischen Pöbel abgeführt und unter Prügel- und 
Kolbenschlägen an den Haaren ungefähr 500 m weit in die Scharnhorstschule geschleppt. Dort wurde ich 
vollkommen ausgeraubt, so daß mir nur Strümpfe und das Kleid, das ich am Leib hatte, blieben. Eine 
tschechische Kommissarin verhörte mich und behauptete, ich hätte im Jahre 1942, zu einer Zeit, in der ich gar 
nicht in Prag weilte, sondern in Teplitz, 16 tschechische Personen ins KZ gebracht, die dort umgekommen sein 
-258- 

sollen. Bei jeder Verneinung wurde ich geohrfeigt. Dann wurde ich in die sogenannte Separation gebracht, wo 
ich und meine Mithäftlinge, Männer und Frauen, aufs grausamste mißhandelt wurden. In der Nacht wurden 
wiederholt die Häftlinge auf den Hof geholt, dort zu je zehn Männer, Frauen und Kinder - darunter auch meine 
zwei Brüder mit Familie - abgezählt und vor den Augen der übrigen Häftlinge erschossen. Das jüngste Kind 
meines Bruders war 5 Monate alt. 

Dann mußten wir Gräber schaufeln, die Leichen ausziehen und vergraben. Außer den offiziellen Hinrichtungen 
wurde ständig bei Tag und Nacht wahllos in die Häftlinge hineingeschossen, wobei zahllose wehrlose 
Menschen ums Leben kamen. Bei einer solchen Gelegenheit wurde auch ich durch einen Streifschuß am Halse 
verwundet. Ich blieb einen Tag und eine Nacht unter den Leichen liegen, da ich es nicht wagte, aufzustehen. 
Dann stiegen die Tschechen über die Leichen und stachen blindlings mit den Seitengewehren in die noch 
Lebenden. Dabei erhielt ich einen Bajonettstich in die linke Hand. Ich verbiß aber den Schmerz und rührte mich 
nicht. So "rettete" ich mich wieder in die Separation. Einmal bekam ich 8 Tage lang nicht einen Bissen zu 
essen. Den Kindern wurden die Mahlzeiten in Spucknäpfen verabreicht. Kinder, die diese zurückwiesen, 
wurden erschlagen. 

Schwangere Frauen wurden von bewaffneten Tschechen aus den Zellen geholt, auf den Hof geführt, dort 
ausgezogen und verprügelt, darauf in die Aborte gesteckt und so lange geprügelt, bis die Frucht abging. Ich 
selbst mußte mithelfen, die auf diese Weise umgekommenen Frauen wegzuschaffen. Durch viele Tage waren es 
etwa mindestens 10 Frauen, die so ums Leben kamen. 

Bei Tage wurden Gruppen von 6 bis 8 Frauen in die Sankt Gotthardskirche zur Arbeit geführt. Dort mußten wir 
die schon in Verwesung übergegangenen Leichen küssen, auf Haufen zusammenschichten und den Boden der 
Kirche von dem fließenden Blut reinlecken. Tschechischer Pöbel führte dabei die Aufsicht und verprügelte uns 
dauernd. Ich sah auch, wie deutschen Männern, darunter einem Ing. Färber von der technischen Hochschule, 
mit Kerzen das Hakenkreuz in die Handfläche gebrannt wurde. 

Am 20. Mai 1945 wurden wir zur Arbeit auf den Wenzelsplatz geführt. Dort wurden vor unseren Augen 
deutsche Knaben und Mädchen, und auch deutsche Kriegsgefangene an den Füßen an Kandelabern und 
Bäumen aufgehängt, mit Petroleum Übergossen und angezündet. 

Ich selbst war bis zum 19. 9. in der Scharnhorstschule. Die Grausamkeiten erstreckten sich über die ganze Zeit 
ohne Unterbrechung. Dann wurde ich nach Pankratz überführt und von dort aus in die Philips-Werke zur Arbeit 
eingesetzt. 
-259- 

Am 6. 11. 1945 wurde ich von dem dortigen Lagerführer aufs gemeinste mit dem Gummiknüppel verprügelt, 
weil ich den Wunsch geäußert hatte, in die Kirche zu gehen. Es war mein Hochzeitstag gewesen.« 



Franz Kaupil: 



»Am 13. 5. 1945 begann die Schreckensherrschaft der Tschechen in Iglau. In der folgenden Nacht haben 
ungefähr 1200 Deutsche Selbstmord verübt. Bis Weihnachten gab es etwa 2000 Tote. Am 24. und 25. 5. wurde 
die deutsche Bevölkerung binnen 20 Minuten von Partisanen aus den Wohnungen getrieben und in die Lager 
Helenental und Altenburg eingesperrt. Diese Lager waren offiziell als Konzentrationslager benannt. Im 
Helenental waren 3700 Personen untergebracht. In Altenberg gegen 3000. Es war weder für Trink- noch Nutz- 
wasser hinreichend gesorgt. Klosettanlagen und Waschgelegenheit gab es keine. In den ersten 8 Tagen gab es 
auch keine Verpflegung, später gab es nur dünne Suppe und 100 g Brot täglich. Kinder bekamen nach den 
ersten acht Tagen ein Viertelliter Milch. Jeden Tag starben mehrere ältere Leute und Kleinkinder. Am 8. 6. 
wurden die Insassen von Helenental völlig ausgeplündert und am nächsten Tag im Fußmarsch über Telsch nach 
Stangern 33 km geführt. Das war ein Todesmarsch. Die Leute wurden mit Peitschen angetrieben. Die älteren 
Leute wurden, wenn sie zusammenbrachen, mit Wagen weggeführt. Dieser Marsch kostete 350 Menschen 
infolge Erschöpfung und Hunger das Leben. 

In Stangern wurden 3500 Leute in einem Lager mit einem Fassungsraum von 250 Personen 
zusammengepfercht. Die meisten mußten trotz des Regens im Freien kampieren. Am nächsten Tag wurden die 
Familien getrennt, und in fünf verschiedene Lager, getrennt nach Männern, Frauen und Kindern, untergebracht. 
Verpflegung gab es 8 Tage keine. Dann die üblichen Suppen. Die Behandlung war menschenunwürdig. Im 
Frauenlager wurden einmal mit einem Schuß vier Frauen getötet und eine schwer verletzt. Darunter Frau Friedl 
und Kerpes. Prügelstrafen waren bei Männern und Frauen an der Tagesordnung. Es gab auch eine Prügelzelle. 
Die Lagerinsassen wurden den tschechischen Bauern von der Lagerleitung als Arbeitskräfte verkauft. Im 
August besserten sich die Verhältnisse, doch starben bis Weihnachten in Stangern ungefähr 500 Häftlinge. Im 
Januar wurde das Lager Stangern aufgelöst. Ich selbst wurde am 9. 1. 1946 in Untersuchungshaft gesetzt und am 
7.8. 1946 entlassen. Dort hörte ich von Augenzeugen oder erlebte selbst die furchtbarsten Grausamkeiten. 
Am 10. 6. 1945 wurden 16 Iglauer Häftlinge aus den Zellen geholt und im Ranzenwald erschossen. Darunter 
der alte Stadtpfarrer Honsik, Howorka, Augustin, Biskons, Brunner, Laschka, Martel, Kästier usw. Im 
Gerichtsgebäude wurden noch im Mai 1945 ohne jede Verhandlung erschossen: Krautschneider, Kaliwoda, 
Müller und Ruffa. Ein gewisser Hoffmann wurde zu Tode geprügelt. Der gefürchtetste Aufseher war Rydietzky. 
Der Fabrikant Krebs wurde 
-260- 

skalpiert. Baumeister Lang starb an den Folgen von Mißhandlungen. Der 70jährige Oberst Zobel erhängte sich 
in der Zelle. Viele Leute werden noch heute als Arbeitskräfte in dem Gefängnis zurückgehalten, da sie vom 
Gerichtspersonal zu persönlichen Arbeiten verwendet werden. Viele Leute waren durch grausamste 
Mißhandlungen gezwungen worden, belastende Aussagen zu machen, und werden nun wegen Delikten 
festgehalten, die sie gar nicht begangen haben. 

Ich kann diese Aussage beeiden und auch weitere Zeugen dafür vorbringen.« 
Theresia Lindenmeier: 

»In Trotzau wurde um den 12. 6. 1945 die gesamte Bevölkerung von Partisanen zusammengetrieben. Dann 
wurden die Namen der fünf Leute verlesen, die erschossen werden sollten. Davon hat einer gefehlt, weil er von 
der Wehrmacht noch nicht zurückgekehrt war. Daraufhin zerriß der Anführer der Partisanen das Papier mit den 
Namen und erklärte, er werde sich 20 Mann aus der Menge zum Erschießen heraussuchen. Er bestimmte nun 
wahllos 20 Männer aus der Menge; diese wurden zuerst von der ganzen Bevölkerung blutig geschlagen, dann 
von zahlreichen Kugeln durchsiebt, so daß sie alle auf einem Haufen zusammensanken. Einige Tage vorher 
wurde die gesamte Familie Bartl aus Trotzau, fünf Personen, erschossen. Aus den von der Gemeinde be- 
schafften Särgen wurden sie am Friedhof wieder herausgerissen und an einem Feldrain neben dem Friedhof 
begraben. 

Um dieselbe Zeit wurde in Krottersdorf bei Trotzau eine Bauernfamilie, Mann, Frau und das 9 Monate alte 
Kind, von Partisanen erschossen. Im Nachbardorf wurden Mann und Bruder der Bäuerin erschossen. Die 
Bäuerin mußte selbst im Gemüsegarten des ersten Hofes ein Grab schaufeln und die Personen beerdigen. Es 
war bei Todesstrafe verboten, von diesen Vorfällen zu sprechen. 
Ich kann diese Aussage beeiden und viele Zeugen dafür bringen.« 



Ing. Franz Rösch: 

»Ich war vom 12. 5. bis 15. 5. 1945 bei einem Beerdigungskommando in Wokowitz zur Arbeit eingesetzt. Dort 
sah ich, wie Tausende von deutschen Soldaten und Zivilisten - Frauen und Männer, auch Jugendliche von 10 
Jahren aufwärts - auf die grausamste Art und Weise ermordet wurden. Sie wurden von tschechischen 
Revolutions-Gardisten meist mit Knüppeln erschlagen, zum kleineren Teil erschossen. Die meisten wurden nur 
angeschossen, um sie zu quälen, und dann erschlagen. Die furchtbar zerschlagenen Körper wurden häufig mit 
Salzsäure eingerieben, um sie zu quälen. Ein Dr. Blume aus Berlin war beauftragt, den Tod der Leute 
festzustellen. Es wurden Menschen bei lebendigem Leibe Finger mit Ringen abgerissen. Die Toten wurden in 
einem Massengrab in Wokowitz am Friedhof begraben. Ich habe dann bis 2. 5. 1946 bei Bau- 
-261- 

ern gearbeitet, obwohl ich meinen rechten Arm im Krieg verloren habe. Ich mußte mit dem linken Arm Mist 
laden und andere schwere Arbeiten machen. Als ich die Arbeit nicht mehr leisten konnte, wurde ich am 2. Mai 
ins Straflager Kladno geschickt. Dort sah ich, wie die Häftlinge mit heißem Teer auf der nackten Haut am 
Rücken oder Gesäß eingestrichen und nachher furchtbar verprügelt wurden. Ich selbst wurde in den zwei 
Monaten, die ich dort war, täglich verprügelt. Die rechte Niere wurde mir losgeschlagen, daß ich dann ins 
Krankenhaus Schlan eingeliefert wurde.« 

Josef Röder: 

»Ich wurde am 7. Mai 1945 verhaftet und ins Lager Olmütz-Hodoleln eingeliefert, wo ich bis 30. 6. 1945 
festgehalten wurde. Ich wurde selbst täglich mehrmals schwer mißhandelt, wobei mir unter anderem 3 Rippen 
gebrochen wurden. Ich wurde täglich Zeuge vieler anderer Mißhandlungen. Ich habe gesehen, wie 15 Leute zu 
Tode geprügelt oder erschossen worden sind. Darunter der Buchhändler Große, Kriegsinvalide Leopold Klier, 
Metallwarenhändler Karl Kleibel, Armenpfründner Franz Lehar, Staatsbahnrat Albin Raschovsky, Dr. Zebo 
und andere. Als Mörder haben sich besonders betätigt: Oldrich Vy-tovsky aus ölmütz, Josef Schneider, 
Hochschüler Pospischil, ein Anstreicher Rösner und andere. Als ich ihnen, ermutigt durch eine persönliche 
Rücksprache mit Ministerpräsident Fierlinger anläßlich eines Lagerbesuches, Vorhaltungen machte, wurde mir 
offiziell mitgeteilt, daß diese tödlichen Mißhandlungen auf Befehl des Lagerkommissärs Antonsch geschehen 
waren.« 

Hildegard Reichel: 

»Als ich im Juni 1945 ins Troppauer Lager eingeliefert wurde, wurde ich von dem Tschechen Großmann 
zweimal verprügelt. Im Dezember wurde ich entlassen. Um den ständigen Beschimpfungen und 
Drangsalierungen zu entgehen, wollte ich über die Grenze gehen. In Eger wurde idi festgenommen und y/2 
Monate eingesperrt. Im Mai dieses Jahres war ich dort Zeugin von sechs Hinrichtungen durch Erhängen. Am 5. 
5. 1946 wurde ich entlassen. Als ich nach Troppau zurückkehrte, wurde ich sofort wieder verhaftet und 
verprügelt.« 

Robert Rief: 

»Ich bin bis zum 10. Oktober 1945 in Saaz gewesen und hatte Gelegenheit, alles mitzuerleben, was seit den 
Umsturztagen in meiner Heimatstadt vor sich gegangen ist. Am 7. Mai besetzten die Russen, vom Erzgebirge 
kommend, mit Panzern die Stadt, die von Flüchtlingen aller Art und von den zurückflutenden Kolonnen der 
deutschen Front in Mähren sowie von zahlreichen Verwundeten in den Lazaretten überfüllt war. 
-262- 

Am 3. Juni übernahmen die Tschechen die Verwaltung, verhafteten die gesamte männliche Bevölkerung ohne 
Unterschied der Parteizugehörigkeit und brachten sie in ein Lager nach Postelberg. Dort wurden die Deutschen 
zu Tausenden in den Kasernenhof gepfercht und ohne jede Nahrung gelassen. Am Morgen des vierten Juni 
erschienen Angehörige der Revolutions-Garde und schössen wahllos in die Menge. Neben vielen Verwundeten 
gab es drei Tote, darunter meinen Bekannten Heidenreich. 



Der tschechische Polizist Marek ging durch das Lager und legte mit seinem Revolver, ebenfalls ohne Grund, 
Deutsche um. Fünf 13- bis 15jährige Buben, darunter der kleine Körner, dessen Vater der Exekution zuschauen 
mußte, wurden an die Wand gestellt und ohne jedes vorhergehende Verfahren erschossen. Von den ohne jeden 
besonderen Grund Erschossenen sind mir bekannt gewesen: Baumeister Heinzel, Hauptmann Langer, der 
Chemiker Hausmann. Ich schätze die Zahl der in Postelberg erschossenen Deutschen auf 600. 
Am 13. Juni wurden, nachdem bereits alle Männer weggeschafft worden waren, alle deutschen Frauen in ein 
Lager in Saaz, und zwar in die ehemalige SS-Kaserne, gebracht. Dort herrschten viehische Zustände. Die 
tschechischen Posten traten die Frauen, auch werdende Mütter, mit Füßen und befahlen ihnen wahllos niedrige 
Dienste.. 

Am Abend öffneten sich die Tore des Lagers den russischen Soldaten, die sich wie die wilden Tiere auf die 
Frauen stürzten und sie vergewaltigten. Sie nahmen dabei keine Rücksicht auf ihre Umgebung, sondern taten 
ihren Opfern in aller Öffentlichkeit Gewalt an. Die Tschechen vergnügten sich damit, zuzusehen. Unter 
anderem wurde die Tochter des Kaufmanns Pichen in Anwesenheit ihrer Mutter vergewaltigt, die im Bette über 
ihr liegen bleiben mußte. Ende Juni mußten sich alle Frauen nackt ausziehen. Man gab vor, verborgenen 
Schmuck bei ihnen zu suchen. Auch das geschah in Gegenwart der Kinder ...« 

Else Rotter: 

»Nach Beendigung der Kriegshandlungen plünderten die Angehörigen der Sowjetarmee Landskron tagelang 
aus. Viel schlimmer als sie gingen die Tschechen vor, die nach dem Abzüge der Russen in Landskron eine 
wahre Schreckensherrschaft errichteten. 

Partisanen aus dem Gebiet um Königgrätz veranstalteten unter den Deutsdien ein Massaker, das allgemein unter 
dem Namen "Landskroner Blutge-richt" bekannt wurde. An der Spitze dieser Vorgänge, die sich im Juni 1945 
ereigneten, stand der Mühlenbesitzer Hrabacek, aus Weipersdorf, ein ehemaliger Klient meines Mannes. Unter 
dem Vorwand, nach Waffen zu suchen, stürzte sich die tschechische Meute auf die deutsche Bevölkerung und 
trieb ohne Unterschied des Alters, der politischen Einstellung (Parteizugehörigkeit usw.) alle Männer auf dem 
Marktplatz von Landskron zusammen. Dort mußten sie mit 
-263- 

erhobenen Händen warten, bis alle Opfer beisammen waren Etwa 50 Männer (darunter die mir bekannten Ing. 
Neugebauer, Ing. Dietrich, ein SOjähriger Greis und der Steueramtsleiter Jenisch) wurden hierauf ohne 
Verfahren an den Kandelabern aufgehängt. Die Schreie der Gemarterten waren durch die ganze Stadt zu hören. 
An die hundert ältere Männer wurden in ein zu Luftschutzzwecken errichtetes Wasserbecken geworfen. 
Herbeigetriebene Hitlerjungen wurden gezwungen, zu verhindern, daß die Opfer das Becken verließen. Mein 
Mann, ein Arzt und ein älterer Lehrer entgingen als einzige in unserer Straße dem Blutbad, weil sie von einem 
befreundeten Tschechen, der ihnen beteuerte: "Wir sind auch Men-schen" vor dem Verlassen der Wohnung 
gewarnt wurden.« 

Alfred Schubert: 

»Am Dienstag nach Pfingsten wurden aus der Tischlerwerkstätte, in der ich Lehrling war, die 7 Arbeiter im 
Alter von 16 bis 60 Jahren von den tschechischen Partisanen auf den Marktplatz von Grulich geführt und dort in 
der grausamsten Weise gequält und mißhandelt. Auch andere Deutsche wurden dort zur selben Zeit schwer 
mißhandelt. Drei wurden sofort an Ort und Stelle erschossen - darunter eine Frau. Von unseren Mißhandelten 
ist einer am nächsten Tage seinen Verletzungen erlegen. Geschlagen wurde mit schweren Knüppeln, Ketten und 
Geißeln.« 

Hans Strobel: 

»Am 9. 5. 1945 meldete ich mich gemäß der Aufforderung mit meiner Familie bei der Prager Polizei und wurde 
14 Tage in Pankratz festgehalten. Alle Häftlinge wurden, genauso wie ich, aufs schwerste mißhandelt. Am 26. 
5. 1945 wurde ich mit einem Transport von 6000 Leuten - Männer, Frauen und Kinder - nach Theresienstadt 
gebracht. Bei Ankunft dort wurden wir wahllos mit Knüppeln, Axtstielen, Gewehrkolben usw. aufs grausamste 
verprügelt. 59 Männer wurden dabei erschlagen; es waren meist ältere Männer, die nicht schnell genug laufen 



konnten. Ungefähr 200 Personen sind in der nächsten Zeit an Folgen der Mißhandlungen gestorben. Mir selbst 
wurden dabei die Ellbogengelenke und die Elle und die Speichen gebrochen. Eine ärztliche Hilfe war nicht 
vorhanden.« 

Ernst Schorz: 

»Ich wurde am 27. 8. 1945, wahrscheinlich auf Betreiben des tschechischen Verwalters meines Hofes bei 
Mährisch-Ostrau, ins Lager gebracht. Dort wurde ich als grubenuntauglich befunden und ins Ziegelellager 
Mährisch-Ostrau geschickt. Am Wege dorthin wurden wir alle geschlagen und mit Füßen getreten. In diesem 
Lager wurde ich einer Beerdigungskolonne zugeteilt und arbeitete 
-264- 

drei Wochen in dieser. Während dieser Zelt mußten wir die Verstorbenen des Lagers auf den Palatzky-Friedhof 
schaffen und dort begraben. In den drei Wochen habe ich ungefähr 200 Leichen aus dem Hanke-Lager in 
Mährisch-Ostrau auf den Friedhof geschafft. Sie waren meist verstümmelt. Teilwelse waren die Arme und 
Beine abgehackt, es waren auch viele weibliche Leichen darunter. Die Leichen wurden zuerst am Friedhof 
begraben und nach drei Wochen wieder ausgegraben und im Krematorium verbrannt. Von meinem Freund 
Krischke aus Klantendorf bei Fulnek hörte ich auf seinem Totenbett folgendes, er hatte es als Augenzeuge 
erlebt. Seine Frau, im 8. Monat schwanger, mußte sich im Hanke -Lager nackt an die Wand stellen und wurde 
mit Knüppeln so lange auf den Bauch geschlagen, bis die Frucht abging und sie selbst starb. Krischke, der lange 
Zelt im Hanke -Lager war, hat mir ferner erzählt, daß er Augenzeuge war, wie eine Frau, mit Händen und Füßen 
am Rücken gebunden, an einer Wand hochgezogen wurde und ihr mit einem Messer beide Brüste abgetrennt 
wurden. Ich selbst wurde im Ziegeleilager wie alle Häftlinge schwer mißhandelt. Mir wurden auf der rechten 
Seite alle Zähne ausgeschlagen, und ich erlitt Verstauchungen der Hände und der Arme. Der Lagerführer 
drängte auf Bestrafung von zwei Posten, die mich mißhandelt hatten. Bei der Verhandlung aber erklärte der 
Richter: "Er ist ein Deutscher, sie hätten ihn noch mehr schlagen sollen.« 

Karl Schneider: 

»Ich war 14% Monate im Lager Thomasdorf interniert. Eingeliefert wurde ich am 15. 6. 1945. Mir wurde zur 
Last gelegt, im Jahre 1938 einen Tschechen erschossen zu haben. Ich wurde auf das schwerste und grausamste 
mißhandelt. In vier Wochen wurde ich 16mal einzeln zu verschiedenen Zeiten der Nacht verprügelt. Dabei 
wurden Gummiknüppel, Peitschen, Ketten, Kanthölzer usw. verwendet. Ich bin jedesmal so lange geschlagen 
worden, bis ich bewußtlos war. Durch Fußtritte wurden mir drei Rippen eingetreten, außerdem wurden mir die 
Zähne eingeschlagen, und das Schienbein verletzt. Wenn ich zu Boden fiel, wurde rechts und links von meinem 
Kopf in den Boden geschossen, ein Wolfshund auf mich gehetzt usw. Am 1. 8.1945 wurde ich in das Lager 
Adlersdorf überführt, wo ich ebenfalls mißhandelt wurde. Am 17. 8. mußte mich Franz Schubert aus Niklasdorf 
ohrfeigen. Da er es nicht stark genug tat, erhielt er einen Schlag ins Gesicht, daß er tot umfiel. In derselben 
Nacht wurde auch Kamerad Schiebl zu Tode geprügelt und der 16jährige Knoblich aus Hermannstadt, nach 
grausamen Quälereien die ganze Nacht hindurch, erschossen. Am 20. 7.1946 bereits war durch eine 
Zeugenaussage meine Unschuld erwiesen worden. Mein erstes Verhör fand aber erst am 10. 8. 1946 statt, wor- 
auf ich dann entlassen wurde. In Thomasdorf bin ich auch Zeuge der furchtbaren Marterungen des Dr. 
Pablowsky aus Freiwaldau gewesen, der am 30. 8. 1946 seinen Verletzungen erlegen ist.« 
-265- 

Rudolf Zebisch: 

»Ich kam im Mai 1945 von der Wehrmacht nach Hause, wurde in Leitmeritz von den Tschechen verhaftet und 
in das Lager Theresienstadt eingeliefert. Bei der Verhaftung wurde ich von den Tschechen schwer mißhandelt. 
Fünf meiner Kameraden wurden dabei erschlagen. In Theresienstadt selbst waren Mißhandlungen an der 
Tagesordnung. Bis November 1945 wurden jede Nacht die Häftlinge mißhandelt. Im April 1946 setzten die 
Mißhandlungen abermals ein und wurden bis zu meiner Entlassung im Juni fortgesetzt. Von vier Transporten, 
die im Juni und Juli 1945 aus Prag nach Theresienstadt kamen, wurden jedesmal bei der Einlieferung gegen 200 
Menschen erschlagen. Ein deutscher Sanitäter erzählte mir im Mai, daß die Zahl der registrierten Toten in 



Theresienstadt bis zu dieser Zeit 1500 betrug. Außerdem sind dort viele umgekommen, die nicht registriert 
wurden. Ich selbst habe die ersten sechs Wochen täglich bei der Wegschaffung der Leichen aus den Zellen 
mitgeholfen. Es waren jeden Tag 30 bis 45 Tote, die auf einem Leiterwagen ohne Registrierung ins 
Krematorium geschafft wurden. Ich selbst habe mit eigenen Augen gesehen, wie gegen 50 Leute mit Knüppeln 
erschlagen worden sind. Unter den Erschlagenen waren auch Frauen. Ich selbst habe von Juni 1945 bis zu 
meiner Entlassung Ende Juni 1946 einen Kessel geheizt. Ich wurde wiederholt auch bei der Arbeit geschlagen 
und mit Füßen getreten. 

Ich kann diese Aussagen beeiden und auch andere Zeugen dafür angeben.« 
Namenlos: 

»Am 28. 5. 1945 wurde ich in Weihenitz, Bezirk Bilin, auf dem Hof meines Schwiegervaters verhaftet. Ich 
wurde gefesselt, geschlagen und schließlich mit dem Auto nach Welpet gebracht. Dort wurde ich, an Händen 
und Füßen gefesselt, dreimal hintereinander bewußtlosgeschlagen und dann in einen Einmannbunker geworfen. 
In Welpet waren bereits am 22. Mai 1945 elf sudetendeutsche Bauern von dem Kommando des tschechischen 
Leutnants Cerny erschossen worden. Durch einen Zufall entging ich demselben Schicksal und sah, wie im 
Lager Leute täglich mißhandelt, erschossen oder mit einem Hammer wie das Vieh erschlagen wurden. Leutnant 
Cerny nahm die meisten Erschießungen persönlich vor, und ich habe im weiteren Verlaufe ungefähr 20 
Ermordungen persönlich gesehen. Ich selbst mußte unter anderem dem Leutnant Cerny die mit Blut befleckten 
Stiefel ablecken. Nach ungefähr 14 Tagen wurde ich selbst zur Erschießung nach Prag gebracht. Dort wurde 
festgestellt, daß aber kein Grund zu einer Bestrafung gegen mich vorlag, und ich wurde in das Lager Rusin 
überstellt, wo ich wieder Zeuge zahlloser Mißhandlungen gewesen bin.« 
-266- 

Ein Namenloser erzählt: 

»Am 26. April 1945 war die Schlacht bei Brunn beendet; in den ersten Nachmittagsstunden hielten die Russen 
Einzug in Brunn, der Landeshauptstadt von Mähren. Die hierdurch frei gewordenen nationalen Kräfte der 
Tschechen, insbesondere die Mitglieder der ehemaligen Sokol-Organisationen, geleiteten die russischen 
Soldaten mit ihren kommunistischen Führern in die Wohnungen der Volksdeutschen und auch der 
Kollaborateure und übergaben sie der Plünderung. Es wurden nicht nur Schmuck und Geldwerte, sondern auch 
Sachwerte enteignet und die restlichen Möbel unbrauchbar gemacht. 

Die Bevölkerung deutscher Sprache, besonders Mädchen und Frauen, soweit sie eingefangen wurden, kamen in 
das Kolleg, woselbst sie kaserniert blieben und sich den russischen Truppen zur Verfügung halten mußten. Von 
hier aus wurden viele geschlechtskrank und innerlich zerrissen in Spitäler abtransportiert, wo sie einer 
oberflächlichen Behandlung, in Kellerräumen liegend, übergeben wurden. 

Wiederholt wurden die in den Wohnungen verbliebenen Deutschen häuserblockweise plötzlich 
zusammengestellt, durften nur das Notwendigste mitnehmen und mußten ins Sammellager. Solche befanden 
sich in Obrowitz in einem Eisenbahntunnel, auf der Kleidovka und in Malmeritz, alles Außenbezirke von 
Brunn. Hier wurden sie von kommunistischen Elementen, die für die Bewachung zu sorgen hatten, derart 
verprügelt, daß Fälle von Rippenbrüchen und anderen inneren Verletzungen, ja selbst Todesfälle zu 
verzeichnen waren. Die Toten wurden all ihrer Habe beraubt, die nackten Leichen mit Mistgabeln auf Tücher 
geschaufelt und dann auf der Erde zum nächsten Wald gezogen, woselbst sie verscharrt wurden. 
Zu diesen Arbeiten wurden ebenfalls Volksdeutsche benützt, zur erhöhten Raschheit mit Ruten angetrieben und 
kamen dann selbst verletzt zurück. Diese Vorgänge wiederholten sich mehrere Male während der Monate April 
und Mai und boten den Durchführenden Gelegenheit, die letzten Vermögensreste der leeren Wohnungen 
wegzurauben. Solche Raubzüge wurden behördlich geschützt, und zwar durch die Mitteilung, daß das 
Vermögen der Deutschen in der Tschechoslowakei auf Konto der Reichsdeutschen Reparationen eingezogen 
werden muß. Vor den Mißhandlungen blieb selbst das Alter nicht verschont. Auch über 70jährige Personen 
blieben mit gebrochenen Gliedern verwundet im Straßengraben liegen, wo sie der Erschöpfung erlagen. 
Diese Vorgänge wiederholten sich planmäßig auch in allen anderen Städten der CSR und selbst auf dem flachen 
Lande. Die Streudeutschen, als Einzelfamilien in tschechischen Orten lebend, wurden von den aufgehetzten 
Bewohnern unter Anführung kommunistischer Funktionäre aus ihren Wohnungen vertrieben, die Männer 



vielfach erschlagen und die Frauen und Mädchen des Tages zur Arbeit für die roten Truppen angehalten und 

des Nachts von ihnen verge- 

-267- 

waltigt. Unter diesen Vergewaltigungen befanden sich nicht nur Kinder von 8, 10 und 12 Jahren, sondern auch 
Greisinnen bis zu 80 Jahren, welche letztere sowie viele andere Frauen der geschlechtlichen Überreizung 
erlagen. Viele deutsche Soldaten wurden von den tschechischen Turnern (Sokoin) überfallen, ausgeplündert, 
erschlagen oder erhängt, und es wurden Leichen gefunden, die die unmöglichsten und grausamsten 
Verletzungen aufwiesen. Auch diese Leichen wurden in den Wäldern verscharrt. 

Die Volksdeutsche Lehrerin aus Zinsendorf bei Brünn, 55 Jahre alt, wurde von den Sokoin in die Turnhalle 
geschleift und dort mit dem Gesicht zu Boden gelegt. Unter Anführung und Aufhetzen eines gewissen 
Nowotny, Tscheche aus Zinsendorf, mußte eine Gruppe jugendlicher Sokoin dieselbe mit Füßen bearbeiten, auf 
ihr herumspringen und ihr mit den Schuhabsätzen ins Gesicht schlagen. In schwerverletztem Zustand, mit 
einem verrenkten Unterkiefer, wurde sie mit Eisenruten angetrieben und mit ähnlich bearbeiteten Volksdeut- 
schen 1 0 km weit zu Fuß nach Brünn getrieben, wo sie im Kolleg eingesperrt wurden, bis sie der Erschöpfung 
und den Verwundungen erlagen. 

Die Gleichmäßigkeit und planvolle Durchführung all dieser Verfolgungen bewiesen eindeutig, daß diese Aktion 
von einer einheitlich übergeordneten Stelle angeordnet und eingeleitet wurde. 

In den Abendstunden des 30. Mai 1945 wurden die Volksdeutschen Brünns und auch der Brünner Sprachinseln 
aus ihren Wohnungen durch die Polizei und Gendarmerie herausgeholt und unter Vorspiegelung, daß sie sich 
wieder in ein Lager zu begeben hätten, und dies nur für einige Tage, zusammengeholt, das mitgenommene 
Handgepäck einer erneuten "Revision" unterzogen, mehrfach beraubt, dann wurden die Deutschen unter 
Beaufsichtigung und Antreibung durch Partisanen (Tschechen) aus Brünn auf die Straße nach Wien getrieben. 
Zur Antreibung benützten sie eigens geflochtene Ruten mit eingeflochtenen Stahlstücken. Den Weg bis Wien, 
ungefähr 154 km, mußten diese Emigranten jeden Alters, also auch Kinder, selbst Greise über 70 Jahre, 
zurücklegen. Der Zug kam auch bei dem Zentralfriedhof von Brünn vorbei, wo er Zeuge einer behördlich 
angeordneten Totenschändung des Friedhofes war. Die Monumente waren umgestürzt, und alle deutschen 
Gräber geschändet. Die Straße von Brünn nach Wien wurde für manchen Volksdeutschen eine Todesstraße. 
Viele erlagen den Mißhandlungen, der Erschöpfung und dem Hunger. In den Straßengräben lagen bereits derart 
viel Leichen, daß die angrenzenden Ortschaften außerstande waren, diese zur gegebenen Zeit zu beerdigen. In 
Pohrlitz selbst fanden 4000 Deutsche den Tod, auf dem Muschelberg bei Nikolsburg liegen 800 Brünner 
begraben. Immer neue Opfer forderten der Hungertyphus und die Ruhr. Der Fußmarsch dauerte 8 bis 10 Tage 
und bot ein Bild grenzenlosen Elends und unsagbaren Leidens. Er stellte einen unaussprechlichen Hohn auf alle 
Humanität dar.« 
-268- 

Edeltraut Friedel: 

»Auf ein Telegramm meines Mannes fuhr ich Anfang Mai 1945 nach Prag. Dort wurde ich bei meiner Ankunft 
verhaftet und in die Strafanstalt Pankratz eingeliefert. Gleichzeitig wurden ca. 10 000 Menschen im Pankratz 
eingeliefert. Davon wurden viele erschossen oder erschlagen, viele sind verhungert. Ich selbst wurde dort 
mehrmals schwer mißhandelt, sah selbst, wie viele erschlagen wurden. Ein Mann wurde vor seiner Frau und 
seinen Kindern so lange mit dem Kopf gegen die Wand gestoßen, bis er tot war. Ich sah, wie man Kinder vor 
ihren Müttern auf dem Boden zerschmetterte und wie besonders schwangere Frauen schwer mißhandelt 
wurden.« 

Für all das Entsetzliche, fast Unaussprechliche, gibt es keine Sühne; keine Gerechtigkeit für die Überlebenden 
und Hinterbliebenen dieser Opfer beispielloser Grausamkeit. 

Der eingangs erwähnte Fall des tschechischen Mörders Frantisek Kroupa zeigt im Gegenteil dokumentarisch, 
daß nicht nur der Osten, sondern auch der Westen die Massenmorde der Tschechen an den Deutschen schützt 
und nicht daran denkt, sie zu ahnden. 



Kroupa hat als Kommissar des Bezirks-Nationalkomitees von St. Joachimsthal zahlreiche Verbrechen gegen die 
Menschlichkeit, von Raub bis Mord, begangen. 

Am 12. Mai 1945 übernahm eine Handvoll bewaffneter Tschechen, die sich als National-Komitee (narodni 
vybor) bezeichneten, die Herrschaft in dem weltbekannten Radiumbad St. Joachimsthal. Auf dem 
Bürgermeisteramt erschien ein gewisser Frantisek Kroupa, der bereits früher in der staatlichen Tabakfabrik von 
Joachimsthal als Angestellter gearbeitet hatte. Er stellte sich dem amtierenden deutschen Bürgermeister Franz 
Schmidt als Vertreter der tschechischen Regierung vor und verlangte die Übergabe des Amtes und der Polizei. 
Nach der Zusage, daß die Ordnung und Sicherheit unbedingt aufrechterhalten werde, erfolgte die verlangte 
Übergabe. Kroupa amtierte nun vom 15. Mai an, er erließ alle Befehle, Anordnungen und zeichnete als 
Vorsitzender des tschechischen Bezirks-National-Komitees. 

Einen Tag später, am 16. Mai, wurde das Elternhaus des Emil S., das sich gegenüber der Befehlsstelle Kroupas 
befand, umstellt, Frantisek Kroupa, im sandfarbenen Sportanzug, drang mit über 10 schwerbewaffneten 
Tschechen in das Haus ein. Die Männer verteilten sich auf alle Stockwerke und wollten mit einer gründlichen 
Hausdurchsuchung beginnen. 

Emil S. machte Kroupa darauf aufmerksam, daß das Haus drei Stockwerke mit insgesamt 52 Türen habe, die 
alle verschlossen seien, weil sie von Flucht- 
C- 
lingen, Ausgebombten, Soldaten und Rote -Kreuz-Schwestern belegt seien. Er sei jedoch sofort bereit, jede Tür 
ordnungsgemäß aufzuschließen. Aber Kroupa und seine Kumpane zogen es vor, die Türen mit ihren 
Gewehrkolben einzuschlagen. Dann wurde gestohlen, was nicht niet- und nagelfest war. 

Vor dem Haus »Urania« in Joachimsthal kreischten die Bremsen eines Überfallkommandowagens. Sechs 
Männer und eine Frau unter der Führung von Frantisek Kroupa stürmten in das Haus. »Machen Sie sich fertig«, 
brüllten sie Frau Pohl und ihren Sohn an, »in zwanzig Minuten müssen Sie draußen sein.« Auf die Frage der 
Frau, was denn los sei, hieß es: »Das werden Sie schon sehen.« Herr Pohl, der sich noch als Leiter der 
Ortskrankenkasse von Jo-achimsthal im Amt befand, war noch im Büro. Seine Frau bat deshalb, mit der 
Ausweisung zu warten, bis man ihn geholt habe. Daraufhin fuhr ein junger Gendarm in das Büro Pohls und 
holte diesen in sein Haus, nachdem er ihm vorher die rot-weiße Armbinde mit der Aufschrift »Ochranen 
narodnim vyborem«, das heißt »geschützt durch den narodni vybor«, abgerissen hatte. In fünf Minuten mußte 
die Familie Pohl dann ihr Haus verlassen. Man riß ihnen die Eheringe vom Finger, die Uhren aus der Tasche, 
leerte ihnen die Geldbörsen aus und wies ihnen pro Person nur sieben Mark zu. Frau Pohl nahm man einen 
guten Mantel weg und gab ihr von ihren sieben Mänteln den schlechtesten. Kroupa bemerkte dazu: »Brauchen 
Sie das nicht, werden Sie bekommen blaues Arbeitskleid.« Dann verteilten die Plünderer ihre erbeuteten 
Gegenstände vor den Augen der Familie Pohl. Zum Schluß unterzog man die Pohls noch einer Leibesvisitation, 
die bei dem Sohn noch 5000 Mark zutage förderte. Einer der Männer gab ihm dafür eine Ohrfeige, daß seine 
Brille in die andere Ecke des Zimmers flog. Kroupa kommentierte trocken: »Werden wir ihn an die Wand 
stellen.« 

Während eine Anzahl Joachimsthaler von tschechischen Partisanen im benachbarten Schlackenwerth zu Tode 
gefoltert wurden, behielt sich Kroupa vor, in Joachimsthal eine Hinrichtung vollstrecken zu lassen, deren 
Zeugen zahllos sind. Unter Androhung der Todesstrafe mußte die gesamte Joachimsthaler Bevölkerung am 4. 
Juni 1945 um 15 Uhr vor dem Rathaus erscheinen. Nichts Gutes ahnend, warteten die verängstigten Menschen. 
Plötzlich erschien ein Tscheche auf der Rampe des Rathauses und verkündigte, daß der Sägewerksbesitzer und 
Feuerwehrhauptmann Max Steinfelsner vom Volksgerichtshof zum Tode durch den Strang verurteilt worden 
sei. Ein Schrecken ging durch die Glieder aller Anwesenden, als man den Delinquenten zu einem Baum führte, 
an dem die Hinrichtung vorgenommen werden sollte. Niemand durfte den Platz verlassen, alle mußten die 
grauenvolle Tat mit ansehen. Zwei Deutsche mußten Steinfelsner die Schlinge um den Hals legen. Als die 
Deutschen die Hinrichtung unfreiwillig vollziehen mußten, gellten Schreie 
-270 

in der Menge auf, und viele Menschen mußten vom Schauplatz dieser Schrek-kenstat gebracht werden. Auf den 
am Baum hängenden Hingerichteten wurden noch mehrere Pistolenschüsse abgefeuert. 



Am selben Tag, an dem Joachimsthal Schauplatz dieses erregenden Schau-spiels war, wurde unter persönlicher 
Leitung von Kroupa bei Otto Patek eine Hausdurchsuchung vorgenommen, die nach ausgiebiger Plünderung 
mit der Verhaftung Pateks endete. Auf Befehl Kroupas kam er dann in das berüchtigte Lager Schlackenwerth. 
In dieser Hölle wurde Patek, wie er heute schildert, mit weiteren 37 Deutschen bestialisch mißhandelt. Am 
Tage seiner Einweisung wurde er in den Tanzsaal des ehemaligen »Gasthauses zum Franzosen« geführt. Dort 
standen bereits Inhaftierte blutig geschlagen an den Wänden. Patek mußte sich mit in der Reihe aufstellen. Die 
Tschechen schlössen nun alle Türen und stellten zwei Posten mit Maschinenpistolen auf. Die Unglücklichen 
mußten nun den Oberkörper entblößen und erhielten so lange Schläge mit Gummiknüppeln, Leder- und 
Stahlpeitschen, bis ihnen das Fleisch vom Körper hing und sie blutüberströmt zusammenbrachen. Dann wurden 
sie mit Kübeln kalten Wassers wieder zur Besinnung gebracht, und das grausame Spiel wiederholte sich von 
neuem. Auf diese Weise wurden sie dreimal bei Tage und dreimal bei der Nacht mißhandelt. 
In der Nacht vom 5. zum 6. Juni kamen elf oder zwölf Tschechen in den Tanzsaal und brachten eine Bank und 
Decken, mit denen die Fenster verhängt wurden. Als ersten ergriffen sie den Uhrmachermeister Müller aus 
Joachimsthal, legten ihn auf die Bank und schnitten ihm bei lebendigem Leibe mit einem Messer die Ohren ab, 
stachen ihm die Augen aus, bohrten ihm mit einem Bajonett in den Mund, stießen ihm die Zähne aus und 
brachen ihm durch Überlegen der Arme und der Beine über die Bank die Knochen. Da er noch lebte, banden sie 
ihm Stacheldraht zweimal um den Hals und zogen ihn so lange im Saal herum, bis der Körper kein 
Lebenszeichen mehr von sich gab. Bei diesem Umherziehen hatte sich ein Tscheche auf den Körper Müllers 
gestellt, damit dieser beschwert war. Die Leiche war nur noch ein Fleischklumpen, der in einen Mantel 
gewickelt und in die Mitte des Saales gelegt wurde. Auf diese Weise wurden in dieser Nacht noch sechs andere 
Männer ermordet, davon drei reichs-deutsche Soldaten. »Durch dieses Miterleben wurden drei Inhaftierte 
wahnsinnig und ich selbst dem Wahnsinn nahegebracht«, berichtete Patek. Außer dem Uhrmacher Müller seien 
noch der Förster Kraus und der Tischlermeister Zechel aus Joachimsthal in dieser Nacht umgebracht worden. 
»Sämtliche Verhaftungen und Einweisungen aus Joachimsthal (nach Schlackenwerth) wurden auf Veranlassung 
von Kroupa durchgeführt«, beendet Otto Patek seinen Be-richt. 

»Die grausamen Ermordungen auf Veranlassung des tschechischen Kommissars Kroupa, und zwar an Wilhelm 

Kühn, Inhaber des Hotels "Stadt Wien" 

-271- 

(Schädel bis zur Unkenntlichkeit zertrümmert), an Oberförster Kraus (dem man vorher die Fingernägel mit 
einer Zange herausriß) und an Sattlermeister Viertel (mit einem großen Hammer erschlagen), kann ich ebenfalls 
bestätigen«, erklärte Emil Scheithauer, zuletzt wohnhaft in St. Joachimsthal, Nr. 148, an Eides Statt. 
Scheithauer selbst wurde auf Befehl Kroupas ebenfalls verhaftet und mit anderen 50 Joachimsthalern in ein 
Zwangslager gebracht. 

Später setzte sich Kroupa nach dem Westen ab und wurde von ehemals von ihm Gepeinigten im DP-Lager 
Murnau entdeckt. Als die Sudetendeutschen versuchten, strafrechtlich gegen Kroupa vorzugehen, wurde dieser 
Henker von den Amerikanern außer Landes gebracht... 
-272- 

Der Einmarsch der »Soldaten Christi« 
»Befreiung« durch die Westalliierten 

Leider waren die vorstehend geschilderten Grausamkeiten und Verbrechen, denen deutsche Menschen im Osten 
und Südosten wehr- und hilflos ausgeliefert waren, nicht ein Privileg der Polen, der entmenschten 
bolschewistischen Soldateska der Roten Armee, der Tschechen oder der Titopartisanen. Auch unter den 
Westalliierten, deren Schlachtruf nach Winston Churchills Parole »Vorwärts, christliche Soldaten« hieß, gab es 
viele, die plündernd, stehlend, raubend, vergewaltigend und mordend in die deutschen Lande einrückten. 
Am 16. April 1945 stieß im Verbände des VI. Korps der 7. US-Armee die Armee des Generals Jean de Lattre 
de Tassigny durch den Schwarzwald. Die Spitze bildete das 3. marokkanische Spahi-Regiment unter dem 
damaligen Major Maria Ferdinande de Castries. 

Obgleich sich in Freudenstadt keine einzige kämpfende deutsche Einheit befand und die Stadt über 1500 
Verwundete versorgte, die Oberfeldarzt Dr. Bauer betreute, stellte sich das Regiment zum Angriff bereit und 
begann die wehrlose Stadt mit 15,5-cm-Geschützen zu beschießen. Oberfeldarzt Dr. Bauer raste ins Waldhotel 



Stockinger, wo in jener Zeit ein General v. Alberti sich mit ein paar Stabsleuten befand. General Alberti funkte 
an die angreifenden Franzosen dreimal im Klartext, daß die Stadt bis zu 10 km im Umkreis völlig frei von 
deutschen Truppen sei. 

Die Funksprüche wurden aufgefangen, aber die Franzosen reagierten überhaupt nicht darauf und schössen 
weiter, bis Freudenstadt in Flammen stand. 

Erst am nächsten Tag um 10 Uhr wagten sich die ersten französischen Panzer auf den zerstörten Marktplatz der 
brennenden Stadt Freudenstadt. Der erste Befehl, der gegeben wurde, lautete: Feuerlöscher einstellen! 
Doch nicht genug, die Marokkaner hatten tagelang Plünderungsrecht und jede Freiheit. Der gesamte Stadtkern, 
mindestens 650 Häuser, ging in Flammen auf, unzählige Verwundete kamen mit Dutzenden Zivilisten in den 
Flammen um. Über 500 Frauen und Mädchen meldeten sich nach den grauenhaften Tagen bei den Ärzten, weil 
sie vergewaltigt worden waren. 

»Der Fortschritt«, Düsseldorf, veröffentlichte am 3. August 1951 eine Liste von Vorkommnissen, mit denen die 

Franzosen Deutschland »befreiten«. 

-273- 

In Schramberg (Schwarzwald) wurde am 20. April 1945 Frau Hilde Mall verdächtigt, eine Waffe besessen zu 
haben, ohne daß die Behauptung bewiesen werden konnte. Sie wurde am 20. April von den Franzosen 
abtransportiert. Bis heute haben die französischen Behörden keine Auskunft über ihren Verbleib gegeben. 
(Eidesstattliche Erklärung des ehemaligen Bürgermeisters Beiter, Schramberg) 

In Stuttgart-Bad Cannstatt wurden am 22. April 1945 bei einem kurzen Kampf mit regulärer Deutscher 
Wehrmacht zwei Franzosen getötet und einer verwundet. Der dort in der Nähe wohnhafte 53jährige Arzt, Dr. 
Dipper, nahm sich des verwundeten Franzosen an. Am Tage darauf wurde der Arzt von einem französischen 
Offizier mit der Pistole aus seiner Wohnung geholt und nach kurzem Verhör erschossen. Seine Frau, die zu ihm 
eilen wollte, weil er noch atmete, wurde von den Soldaten zurückgetrieben. Am anderen Tag brachte man ihr 
als letzten Gruß einen Fünfmarkschein, auf den Dr. Dipper vor seinem Tode geschrieben hatte: »Ich bin 
unschuldig.« 

(Aussage Frau Dipper und Drogist Renz vor dem Amtsgericht Stuttgart-Bad Cannstatt) 

Äff städt in Württemberg wurde am 22. April 1945 von den Franzosen besetzt. Vier Tage danach wurden von 
Besatzungssoldaten in einem Haus am Ortsrand aus einem Kreis von elf Personen, die zum Gebet versammelt 
waren, ohne Begründung vier Männer herausgeholt und im Hinterhof durch Kopfschüsse getötet. Unter ihnen 
befanden sich ein Vater von fünf Kindern, ein 21jähriger Kriegsbeschädigter, der ein Bein in Rußland verloren 
hatte, und ein Knabe aus Pforzheim im Alter von 15 Jahren. (Eidesstattliche Erklärung des Bürgermeisters 
Sattler von Affstädt) 

In Engen (Baden) wurde am 24. April 1945 zwei Stunden nach der Besetzung der 68jährige Fregattenkapitän a. 
D. Albert Scheibe, der ein Mädchen rügte, weil es sich den französischen Panzersoldaten würdelos anbot, von 
einem Panzersoldaten, der ihm gefolgt war, geschlagen, in eine Seitengasse gedrängt, durch sieben Schüsse aus 
einer Maschinenpistole erschossen. Der französische Kommandant, der auf einem der nächsten Panzer saß, griff 
nicht ein. (Protokoll der Gendarmerie Engen [Baden]) 

Fornsbach (Kreis Backnang [Württ.]) wurde am 27. April 1945 von französischen Truppen besetzt. Bei der 
Plünderung des Hauses Erdbeer wurde die Ehefrau von einem Offizier belästigt. Er forderte sie auf, ihm in den 
Keller zu folgen. Sie weigerte sich. Der 5 6 jährige Ehemann, Fritz Erdbeer, wurde daraufhin als Geisel 
fortgeführt. Er sollte gegen Schmuck im Werte von zehntau- 
-274- 

send Mark als Lösegeld am anderen Morgen wieder freigelassen werden. Als Frau Erdbeer die Juwelen brachte, 
fand sie ihren Gatten tot. Man hatte den Leichnam auf einen Misthaufen geworfen. Nach den Verwundungen zu 
schließen, war Erdbeer von hinten erschossen worden. (Urkunden des Bürgermeisteramtes Fornsbach) 
Am 30. April 1945 wurden der am 28. 3. 1896 geborene August Vornfett und der am 30. 4. 1900 geborene 
Ernst Kramer aus ihren Wohnungen in Schiltach (Baden) von dem französischen Offizier Alland, der in 
Begleitung des Ungarn Etienne Szakall und des deutschen Antifaschisten Franz Albert Agethen erschien, 
verhaftet. Die Ehefrau Vornfett schilderte später vor deutschen Behörden die Ereignisse wie folgt: 



»In meine Wohnung kamen ein französischer Offizier und ein Ungar namens Szakall, wohnhaft in Schiltach, 
die meinen Mann verlangten. Ich ging in die Küche und wollte ihn rufen, da stießen sie bereits die Küchentüre 
auf und hoben die Gewehre gegen meinen Mann. Dann wurde er abgeführt und in das Gasthaus "Zum Bären" 
gebracht. Von dort ist er nachmittags im Lieferwagen des Agethen aus Schiltach zusammen mit Ernst Kramer 
in Richtung nach Wolfach weggefahren worden. Das Auto hielt dann nach Aussagen der Bewohner des 
Rappensteiner Hofes beim Rappenfelsen. Kurz darauf fielen in dem naheliegenden Wald mehrere Schüsse. 
Beim Nachsuchen wurden die Leichen meines Mannes und des Ernst Kramer gefunden.« 

Erst am 2. Mal erhielt Frau Vornfett die Nachricht von der Ermordung ihres Mannes. Im Krankenhaus wurde 

ihr mitgeteilt, daß der Tod ihres Mannes durch Bauch- und Genickschüsse eingetreten war. 

Aber nicht genug mit der erbärmlichen Ermordung: Das Begräbnis der beiden von dem französischen Offizier 

Alland ermordeten Deutschen mußte auf Befehl der französischen Kommandantur ohne Geleit, ohne 

Glockengeläute und ohne Zuschauer erfolgen. Nur die allernächsten Angehörigen durften dem stillen Begräbnis 

beiwohnen. 

Als sich zwei Jahre danach die deutschen Behörden mit den Helfershelfern Szakall und Agethen befaßten, 
wurden ihnen mit Hinweis auf die Entscheidung der »Direction Regionale du Controle de la Justice 
Allemande« vom 6.12.1946 die Ermittlungen entzogen. Darüber hinaus sprach ein französisches Militärgericht, 
das den Fall an sich gerissen hatte, am 19. 12. 1947 die beiden Komplicen Szakall und Agethen in Freiburg 
(Breisgau) frei. 

Der französische Oberleutnant Deletre und der französische Leutnant Schwab fingen gemeinsam mit dem 
Tschechen Milan Kovar sich im April 1945 zu ihrem Privatvergnügen nach dem Einmarsch 55 
Nationalsozialisten und Angestellte der »Deutschen Öl-Schiefer-Forschungsgesellschaft«, um mit diesen in 
Dormettingen ein Privat-KZ zu errichten. 
-275- 

Die Gefangenen wurden auf das grausamste gefoltert. Der ärztliche Befund des Inhaftierten Arno Schreiber, der 
die Hölle von Dormettingen überlebte, lautete: »25 Wunden am Kopf, teilweise bis auf die Knochen, Gleichge- 
wichtssinn gestört, beide Augen verletzt. Nasenbein gebrochen, aus dem Oberkiefer drei Zähne ausgeschlagen, 
Brustbein und drei Rippen gebrochen. Schulterkapsel links mehrfach gebrochen, Schlüsselbein angebrochen, 
rechtes Hüftgelenk verletzt, beide Hände, beide Knie und Fußgelenk verletzt.« 

Neben endlosen Prügeleien und Quälereien vergnügten sich die beiden französischen Offiziere damit, Flaschen 
auf den Köpfen der Gefangenen zu zerschießen. Manchmal ging der Schuß daneben. Mindestens siebzehn der 
Gefangenen wurden ermordet, andere nahmen sich freiwillig das Leben. Von den Opfern der alliierten 
Umerziehung in Dormettingen, unter denen sich auch zwei namenlose Franzosen und ein Holländer befanden, 
die am 25 . Mai erschossen wurden, sind folgende Namen bekannt: 

Hübner, Schörzingen, 2 .5. 1945, erschossen 
Daniu, Ukrainer, 6. 5. 1945, erschossen 

Maurer, Döttingen, zwischen 6. und 12. 5. 1945 Selbstmord infolge Folterung 

Schneider, Zwickau, ermordet, Schädel eingeschlagen 

Ludwig, Schömberg, ermordet durch Stockschläge über den Unterleib 

Schmid, Schörzingen, etwa 12. 5. 1945 erschossen 

Schosser, Schömberg, etwa 12. 5. 1945 erschossen 

Rebstock, Dotternhausen, 20. 5. 1945 an den Folgen von Mißhandlungen gestorben 
Haas, Dormettingen, 21. 5. 1945 erschossen 
Miller, Augsburg, 25. 5. 1945 erschossen 
Klug, Peter, Gößlingen, 25. 5. 1945 erschossen 
Kirchhardt, Metzingen, 25. 5. 1945 erschossen. 

1951 befaßte sich ein französisches Militärgericht in Rottweil auf Grund deutscher Erhebungen mit den 
Folterungen von Dormettingen. Im Prozeß wurde der ehemalige kaufmännische Leiter der Öl-Schiefer- 
Forschungsgesellschaft als Denunziant entlarvt, der am 24.4.1945 für die Franzosen die Verhaftungsliste 



aufstellte und die Eingelieferten auf der französischen Kommandantur von seiner Liste abhakte. Wegen 
Diebstahls und Teilnahme an Folterungen und Ermordungen in Dormettingen erhielt ein gewisser Helmer- 
Sandmann fünfzehn Jahre Zuchthaus. Die beiden französischen Offiziere und der Tscheche waren angeblich 
nicht auffindbar. 

Der Oberbürgermeister von Freiburg, Dr. Franz Kerber, wurde von den Franzosen in den Maitagen 1945 

verhaftet und in Ketten gefesselt in das 

-276- 

Freiburger Landesgefängnis eingeliefert. Dort wurde er von dem Surete-Offi-zier Goubaud vernommen. Kurze 
Zeit danach wurde Dr. Kerber, der sich stets für ein freundschaftliches Verhältnis zwischen den Deutschen und 
den Franzosen eingesetzt hatte und in der ganzen Stadt als untadelige Persönlichkeit bekannt war, von den 
Franzosen wieder aus dem Gefängnis geholt, um angeblich nach Frankreich gebracht zu werden. Von diesem 
Augenblick an fehlte vorerst jede Spur von ihm. 

Im Herbst 1945 erschien der Generalstaatsanwalt des Landes Baden, Dr. Bader, bei Frau Kerber und legte ihr 
Sandalen und Stoffreste vor, die sie als Eigentum ihres Mannes identifizieren konnte. Daraufhin teilte 
Generalstaatsanwalt Bader Frau Kerber mit, man habe im Freiburger Schaumsland die schrecklich 
verstümmelte Leiche ihres Mannes gefunden, die namenlos in einer Ecke des Freiburger Friedhofs beigesetzt 
wurde. Dr. Bader sagte, daß es ihr verboten sei, darüber zu sprechen, das Grab zu bekränzen, mit einem Kreuz 
zu versehen und Trauerkleider zu tragen. 

Auf die Anfrage eines großen Blattes, das sich um die Aufklärung des Falles bemühte, wurde, wie »Der 
Fortschritt«, Düsseldorf, am 15. Juni 1951 berichtete, vom Oberstaatsanwalt von Freiburg mit Datum vom 14. 
März 1951 mitgeteilt: 

»Auf Ihr Schreiben, das an uns zur unmittelbaren Erledigung übersandt worden ist, beehren wir uns mitzuteilen, 
daß die Staatsanwaltschaft Freiburg i. Br. am 21. November 1945 auf Weisung der französischen 
Besatzungsbehörden das Ermittlungsverfahren eingestellt und an diese zur Weiterverfolgung abgegeben hat. Da 
Dr. Kerber sich in französischer Haft befunden hat, unterliegen die mutmaßlichen Täter nicht der deutschen 
Gerichtsbarkeit. Zur Beantwortung ihrer weiteren Fragen besitzen wir keine Unterlagen.« 
Ebenso wie Dr. Kerber wurde der Kriminalkommissar Traub, aus Freiburg von den Franzosen weggebracht. 
Auch seine Leiche fand man mit Genickschüssen, nur notdürftig verscharrt, wieder auf. 

Zwei Tage nach dem Einmarsch der Franzosen in der Gemeinde Hallwagen verschwanden der stellvertretende 
Bürgermeister Gottlob Dieterle und der Kleinbauer Karl Hofer. Sie waren vorher von den Franzosen 
festgenommen und in einem etwas abgelegenen Haus eingesperrt worden. 

Am 27. April meldete ein Bürger der Nachbargemeinde Lützenhardt aufgeregt auf dem Rathaus Hallwangen, 
daß im Wald, ungefähr 10 Minuten vom Dorf entfernt, zwei Leichen lägen. Sie wurden als die verschwundenen 
Gottlob Dieterle und Karl Hofer Identifiziert. Die Leichen zeigten deutliche Spuren schwerer Mißhandlungen, 
getötet waren die Unglücklichen durch Genickschüsse worden. 

Am 22. April 1945 mittags gegen 12 Uhr wurden alle Kampfhandlungen in und um Reutlingen eingestellt. 

Zwei Tage später wurden vier Reutlinger 

-277- 

Bürger ohne Angabe von Gründen verhaftet. Es waren dies der Chefarzt der Reutlinger Lazarette, Dr. Wilhelm 
Egloff, Vater von drei Kindern, der verwundete Architekt Wilhelm Schmid, der Redakteur Ludwig Ostertag, 
Vater von sieben Kindern, und der Schreinermeister Jakob Schmid, Vater von sieben Kindern. Es wurde ihnen 
lediglich erklärt, sie seien als Geiseln verhaftet, weil in der Stadt ein französischer Offizier niedergeschlagen 
wurde. 

Man brachte sie in ein Privathaus in der Urbanstraße, in dem französische Offiziere im Quartier lagen. Es fand 
keinerlei Untersuchung und keinerlei Kriegsgerichtsverhandlung statt. 

Der katholische Stadtpfarrer von Reutlingen, Keicher, berichtete später, daß er am 24. April gegen 14 Uhr von 
einem französischen Militärgeistlichen aufgesucht wurde. In einem Protokoll gab Stadtpfarrer Keicher an: 
»Dieser Militärgeistliche forderte mich auf, mit ihm zu gehen, um vier Deutschen, die als Geiseln erschossen 
würden, geistlichen Beistand zu leisten. Da ich annahm, daß vielleicht einer der Geiseln der protestantischen 



Kirche angehören würde, habe ich auch den protestantischen Pfarrer benachrichtigt. Ich konnte diesen 
persönlich nicht erreichen; so kam es, daß ich diesen zum Tode Verurteilten, oder besser gesagt, für den Tod 
bestimmten Männern allein den geistlichen Beistand gab und als einziger Deutscher mit den Männern bis zu 
ihrem Tode beisammen war. Ich wurde durch den französischen Geistlichen in ein dem Professor Mautz 
gehörendes Privathaus gebracht. In diesem Haus befanden sich französische Offiziere und die vier Reutlinger 
Bürger, die als Geiseln erschossen werden sollten. Die vier Geiseln zeigten sich meinem geistlichen Zuspruch 
gegenüber sehr aufgeschlossen. Ich veranlaßte, daß die Geiseln Gelegenheit bekamen, ihren Angehörigen ein 
paar letzte Zeilen zu schreiben. Diese Zeilen habe ich den Angehörigen selbst überbracht. Die Angehörigen wa- 
ren vollkommen ahnungslos über das Schicksal, das ihre Ernährer betroffen hatte. Die Geiseln wurden erst in 
den frühen Mittagsstunden des 24. April 1945 aus dem Kreis ihrer Familien heraus verhaftet und bereits 
zwischen 15 und 16 Uhr des gleichen Tages, also wenige Stunden später, erschossen. Ich mußte bestätigen, daß 
alle vier Geiseln aufrecht und tapfer in den Tod gingen. Der unter den Geiseln befindliche Oberfeldarzt der 
Reserve, Dr. Egloff, dem die Reutlinger Lazarette unterstanden, trug die Uniform eines Sanitätsoffiziers der 
Deutschen Wehrmacht. In dieser Uniform wurde er auch erschossen.« 

Weder den Erschossenen noch den Angehörigen noch der Bevölkerung wurde jemals mitgeteilt, wo und wann 
und welcher französische Offizier niedergeschlagen worden war. Als die Angehörigen später von der 
Verteidigung als Zeugen zum Nürnberger Prozeß vorgeladen wurden, bestellte man sie zur französischen 
Sicherheitsbehörde, wo Capitaine Brunei die Angehörigen zwang, ein in französischer Sprache abgefaßtes 
Schriftstück zu unterzeichnen. 

Jahre danach beschloß der Gemeinderat von Reutlingen einstimmig, den 
-278- 

Hinterbliebenen dieser Ermordeten eine Ehrengabe von je 10 000 DM zu überreichen. 

Im berüchtigten französischen Interniertenlager Hüfingen bei Donaueschin-gen starben von 484 Internierten 83. 
Viele nahmen sich selbst das Leben, andere wieder wurden ermordet oder starben an den Folgen der 
»Behandlung« durch die Franzosen und ihrer Helfershelfer. 

Viele waren den überlebenden Internierten namentlich gar nicht bekannt. Es wurden in diesem Lager auch 
zahlreiche Elsässer und Franzosen ermordet. Am 16. Juni 1945 wurden die beiden Volksdeutschen Michael 
Kewaleschka und Gregor Miklosch erschossen. Tags darauf der Franzose Paul Victor Chaussin. Am 15. Juli 
wurden hier Friedrich Wilhelm und Josef Gillmann ermordet. In allen Fällen hieß es »verstorben«. 
Im Gefängnis Überlingen wurde Amtsgerichtsrat Werner ermordet, in der Umgebung von Kißlegg Apotheker 
Bohner, Rendle und viele andere. In Oberlauchringen wurde der Zollsekretär Moosbrugger von den Franzosen 
ermordet. In Blasiwald wurde der Gastwirt Beck ermordet, als er die Vergewaltigung seiner Tochter zu hindern 
suchte. 

Bei Gundelfingen wurden am 5. Mai ermordet: Tschiggfrei, Handloser und Karl Knieß. Auf dem Marsch nach 
Offenburg wurden zwischen Gundelfingen und Denzlingen der Landwirt Fehsenmeier ermordet, in Rastett Dr. 
Riedel, Zahnarzt Höß, Haegele, Klein, Klump und Otto Matt so mißhandelt, daß sie an diesen Mißhandlungen 
sterben mußten. 

In Markdorf im Kreis Überlingen hielt am 2. Mai 1945 eine französische Patrouille von drei Mann einen 
deutschen Zivilisten an und wollte ihn ausplündern. Der Zivilist widersetzte sich der eingehenden 
Leibesvisitation. Daraufhin zog der Zivilist plötzlich eine Pistole, Bei der darauffolgenden Schießerei 
verwundete er zwei Franzosen leicht. Er konnte flüchten. 

Nun befahl der französische Ortskommandant dem Bürgermeister Eugen Grieshaber, der schon zur NS-Zeit 
Bürgermeister gewesen war, und seinem Amtsvorgänger, Wilhelm Kahles, sofort zehn Bürger Markdorfs 
namhaft zu machen, die »zur Abschreckung« standrechtlich erschossen werden sollten. Beide Bürgermeister 
weigerten sich standhaft, diesem Befehl nachzukommen. Grieshaber erklärte dem französischen 
Ortskommandanten: »Ich gebe niemanden an. Erschießen Sie lieber mich!« 

Daraufhin wurde der französische Offizier unsicher. Mitten in der Besprechung wurden vier Zivilisten von 
einem französischen Soldaten hereingeführt. Es waren dies die Landesschützen Daniel Lichtenfels, Wilhelm 
Zimmer, Walter Frey und Franz Bodenmüller. Sie hatten längst Waffen und Uniformen weggeworfen und 



befanden sich auf dem Weg zu ihren Familien. Lichtenfels hatte Frau und neun Kinder, Zimmer Frau und fünf 

Kinder, Frey Frau und drei Kinder. Lediglich Bodenmüller war noch unverheiratet. 

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Der Ortskommandant befahl nun, daß die vier zum abschreckenden Beispiel für Markdorf erschossen werden 
sollten. 

Es marschierten an der Stadtkirche 400 französische Soldaten im Karree auf, die Bürgermeister Grieshaber und 
Kahles sowie Stadtpfarrer Boch wurden zur Exekution befohlen. Als die vier völlig schuldlosen Deutschen, die 
sich überaus mannhaft verhielten, herangeführt wurden, brachten französische Soldaten mit einem 
Lastkraftwagen noch die Leiche eines grauenhaft verstümmelten deutschen Zivilisten heran. Später wurde die 
Leiche als der frühere Obergefreite Kurt Bischof ermittelt, der sich in Zivil auf dem Weg in seine rheinische 
Heimat befunden hatte. Die Franzosen hängten die Kellertür des Anwesens Kullmann aus, banden den 
Obergefreiten Bischof in Kreuzesform auf die Kellertür, die sie über die Mauer stellten, vor der die vier 
Landesschützen bereits zur Erschießung standen. 

Das Exekutionspeloton schoß so schlecht, daß Bodenmüller nach der ersten Salve noch stand. Er rief: »Mein 
Heiland, ich bin unschuldig!« Nach einer zweiten Salve sprang Franz Bodenmüller noch einmal auf und rief 
wieder: »Mein Heiland, ich bin unschuldig.« Darauf ging der französische Offizier auf ihn zu und streckte ihn 
mit einem Genickschuß nieder. 

Als die »Revue« diesen aufreizenden Vorfall Ende Februar 1951 in allen Details publizierte, wurde sie in der 
französischen Zone und im damals französisch besetzten Saarland verboten und beschlagnahmt, weil sie nach 
Ansicht des französischen Oberkommissariats geeignet war, »Ansehen und Sicherheit der französischen 
Besatzungsmacht zu gefährden«. 

In der Nacht des 7. Juli 1945, zwei Monate nach Kriegsende, dröhnten in Lörrach Fußtritte an der Tür der 
Lehrersfamilie Reimold. »Ouvrez! Öffnen, wir suchen Waffen und Nazis!« 

Ein französischer Capitaine mit sechs schwerbewaffneten Soldaten drängte in die Wohnung, und obwohl keine 
Waffen gefunden wurden, nahm er Lehrer Reimold fest und schleppte ihn mit. Von dem Augenblick an fehlte 
von ihm jede Spur. 

Der nächste war der Lörracher Polizeimeister Johann Sprich. Im nahen Hattingen wurden auf dieselbe Weise 
der Mechaniker Georg Schwarzwälder, der Bahnbeamte Karl Graf und der Arzt Dr. Otto Frey verschleppt. Bei 
all diesen Aktionen war ein breitschultriger französischer Capitaine mit einer Narbe an der Wange der 
Anführer. 

Nachdem ein paar Wochen vergangen waren und die Angehörigen nichts erfuhren, wandte sich Frau Klara 
Sprich an die französische Gendarmerie und wurde dort zu ihrer Überraschung zu dem Capitaine mit der Narbe 
geführt. 

Frau Sprich fragte ihn: »Wo ist mein Mann?« 
-280- 

Der Capitaine fuhr auf und schrie die fassungslose Frau an: »Ich habe ihren Mann nicht verhaftet. Wenn Sie das 
behaupten, lasse ich Sie einsperren.« 

Am 1. August 1945 meldeten sich die neuen deutschen Behörden in der Angelegenheit zu Wort. Sie stellten bei 
den öffentlichen Angestellten die Gehaltszahlungen mit der Begründung ein: » ... weil der Verschollene seit 
dem 17. Juli nicht mehr zum Dienst erschien.« 

Erst nach Jahren gelang es den Angehörigen der spurlos Verschwundenen, einen mutigen Anwalt für den Fall 
zu interessieren. Der Anwalt bombardierte nun furchtlos die deutschen und französischen Behörden. Man 
konnte nicht mehr ausweichen und begann zu ermitteln. 

Der Capitaine, der sich längst nicht mehr in Lörrach befand, hatte dort aber eine deutsche Geliebte gehabt: die 
Friseuse Dora Wiedmann. In ihrer Wohnung am Wiesenweg 28 fand nun durch die Surete eine Haussuchung 
statt, und in einer Nachttischschublade wurde ein Bild sichergestellt: die Photographie des Capitaines Andre 
Huser. 

Im Verlaufe der weiteren Nachforschungen wurden Huser und sein damaliger Stellvertreter, Leutnant Avril, 
verhaftet und nach Freiburg im Breisgau überstellt. Huser wurde 1950 von den Frauen und Kindern 



ausnahmslos als der Verschlepper identifiziert. Allein der deutsche Anwalt erhielt keine Akteneinsicht. Es kam 
später zu einer Verhandlung, die eine reine Farce war. Schon vor dem Urteilsspruch verließen Huser und Avril 
den Gerichtssaal. Natürlich wurden beide freigesprochen. 
Aber von den fünf verschwundenen Deutschen wurde nie wieder etwa? gehört... 

Wie die Franzosen damals die Bevölkerung ihrer Zone behandelten, geht aus den Aussagen hervor, die von 
einer Mutter, die, mit ihrem 14jährigen Sohn in Zieflensberg bei Herrenalb festgenommen, gemacht und von 
den Behörden deutscherseits überprüft wurden: 

»In der Nacht vom 10. auf den 11. Juli 1945 wurden alle Bewohner des Ortsteils Zieflensberg von Herrenalb 
durch französische Besatzungstruppen verhaftet. Wir mußten uns in größter Eile anziehen und in die Scheune 
unseres Hauses begeben, wo schon alle übrigen Anwohner versammelt waren. In meiner Wohnung wurde 
Haussuchung nach Waffen gemacht, dabei alles Wertvolle gestohlen und sämtliche Koffer und Kisten mit 
Wäsche, Gardinen, Wertsachen usw. auf Lastwagen verladen und weggefahren. 

Tag und Nacht mußten wir stehend in der Scheune zubringen; kein Wort durfte gesprochen werden. Wer es 
dennoch wagte, erhielt sofort Schläge ins Gesicht von den meist sehr gehässigen Wachmannschaften. Von Zeit 
zu Zeit holte man einen der Männer zum Verhör. Als sie nach Stunden zurückgebracht wurden, waren sie kaum 
noch zu erkennen, das Gesicht blau und rot angelaufen und fürchterlich angeschwollen. Die Augen fast 
heraushängend. Zu 
-281- 

essen bekamen wir nichts, nur die Kinder bekamen etwas heißen Milchkaffee; 
was übrigblieb, durften die Frauen haben. 

Am 12. Juli, nachts um 1 1 Uhr, wurde ich zum Verhör geholt. Angeredet wurde ich nur mit "Nazischwein" und 
per du. Keiner meiner Aussagen wurde Glauben geschenkt. Mir wurde vorgeworfen, ich hätte 4 Gewehre 
versteckt, ferner hielte ich meinen Mann verborgen, habe dessen Parteipistole in Besitz und hätte eine 
Werwolfbande organisiert, um den Franzosen in den Rücken zu fallen. Jede Verneinung dieser 
Anschuldigungen meinerseits wurde mit Schlägen ins Gesicht beantwortet. Die Schläge waren so heftig, daß 
mir das Blut aus Mund und Nase schoß und ich von einer Ecke in die andere flog. 

Als auf diese Art und Weise mir kein "Geständnis" abzupressen war, zwang man mich, mich vollständig 
auszuziehen. Auf mein Zögern, auch das Hemd auszuziehen, riß es mir einer der Soldaten herunter. Es war eine 
große Menge Franzosen zugegen, Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, u. a. auch der damalige 
Stadtkommandant von Herrenalb, Major Fuchs. Ich wurde nun von zwei Soldaten systematisch ausgepeitscht, 
angefangen von den Schultern den ganzen Körper hinab. Alsdann ließ man mich auf Holzscheiten knien und 
peitschte mir die Fußsohlen. Bei diesen Mißhandlungen wurde es mir vor Schmerzen öfters schwarz vor den 
Augen, so daß ich ohnmächtig umfiel. Ich wurde dann jedesmal mit kaltem Wasser Übergossen und, hierdurch 
aus den Ohnmächten erwacht, wieder hochgerissen und auf den markierten Platz in die Zimmermitte gestoßen. 
Wenn ich infolge der Peitschenhiebe schwankte und die markierte Stelle verließ, stießen mich die Umstehenden 
immer wieder mit Fußtritten nach dort zurück, beschimpften mich: "Du Nazischwein, beschmutze mich nicht", 
prügelten mich und zerrten mich an den Haaren oder Beinen durch die Blutlachen zur Zimmermitte und stellten 
mich dort wieder auf. Eine größere Wunde an der Innenseite des linken Schenkels zog ich mir zu, als ich gegen 
eine Tischkante flog. Immer öfter brach ich vor Schwäche zusammen und erhielt so immer öfter die Güsse mit 
kaltem Wasser. "Jetzt wollen wir dir Nazischwein mal zeigen, was die französische Gestapo kann", sagten dann 
meine Peiniger und drehten mir die Arme nach außen, so daß mir vor Schmerz Hören und Sehen verging. Mit 
ihren brennenden Zigarren und Zigaretten brannten sie mir Wunden auf Brust und Gesicht. 
Schließlich ließ man aus der Reihe der Verhafteten einen jungen Mann heranholen, der sich ebenfalls nackend 
ausziehen mußte und mich auspeitschen sollte. Als dieser sich weigerte, eine Frau zu schlagen, schlug man so 
maßlos auf ihn ein, daß ich ihm zurief, er möge es tun, es gäbe anders ja doch kein Ende. Nach vielen Stunden 
(Mitgefangene sagten mir später, daß es 5 Uhr morgens gewesen sei, als man mich zurückbrachte), hieß man 
mich anziehen, wobei man sich noch über mein Aussehen lustig machte. Man führte mich dann ab in ein 
Nachbarhaus, das als Gefängnis für die "Werwolfbande" diente, deren "Chefin" 
-282- 



ich sein sollte. Ich konnte hören, wie die mich abführenden Soldaten zueinander sagten, sie hätten nicht für 
möglich gehalten, daß diese Frau lebend herauskäme, so habe man auf sie eingeschlagen. Ich wurde ins 
Nebenzimmer geführt, wo die abgelösten Wachsoldaten schliefen. Nicht mehr fähig zu stehen, kauerte ich mich 
auf das Fußende eines der Betten, worauf ein Soldat schlief. Nasenbein, Kinnlade, alles schien mir gebrochen 
und bereitete mir fürchterliche Schmerzen. 

Später kam dann der das Verhör leitende Leutnant zu mir herüber und trug, ob ich immer noch nicht gestehen 
wollte; ich käme gleich wieder dran, und wenn ich dann nicht eingestände, die Bandenchefin zu sein, wolle er 
mit mir Hochzeit machen. Ich mußte mich dann im Türrahmen aufstellen und stramm stehen bleiben. Ab und zu 
kamen Franzosen, uns zu besichtigen. Als einige höhere Offiziere kamen, wurde auf mich gezeigt: »La voila, 
c'est la plus dure!" (das ist sie, sie ist die Hartnäckigste.) 

Ich konnte verstehen, wie ein Offizier die Anweisung gab, mich nochmals durchzupeitschen und in die Wunden 
Salz oder Zitronensaft zu streuen, dann Streichhölzer unter die Fingernägel zu treiben und anzuzünden, und 
wenn dies auch nichts nützen sollte, mich zu vergewaltigen. "Dann wollen wir mal sehen, ob sie nicht gesteht!" 
Mir sauste und brauste es in den Ohren, aber sobald ich etwas schwankte, wurde ich angeschrien, still zu 
stehen. Einer der jungen Männer, die Tag und Nacht mit hocherhobenen Armen stehen mußten, und mit 
Gewehrkolben und Fußtritten in Schach gehalten wurden, wankte plötzlich und fiel um, Schaum vor dem 
Mund. 

Da inzwischen eine neue Wache aufgezogen war, hatte ich den Mut, zu bitten, den Jungen doch nebenan aufs 
Bett zu legen und einen Arzt holen zu lassen. Man verständigte die Offiziere, welche kamen und trugen, ob man 
nicht einen Priester kommen lassen sollte. Mir wurde auf meine Bitten hin erlaubt, mich um den Jungen zu 
kümmern. Ich durfte Wasser holen und nach einem Lappen suchen. Hierbei fiel mir eine alte Schere in die 
Hand. Seit ich die Folterkammer verlassen hatte, beherrschte mich nur der eine Gedanke: "Mich bekommt ihr 
nicht mehr nackt vor die Augen!" Als ich die Schere fand, war mein Entschluß gefaßt. In einem Augenblick, da 
mich der hin und her gehende Wachsoldat nicht beobachten konnte, stieß ich mir die Schere ins linke Hand- 
gelenk und versteckte die Wunde im Ärmel meines Lodenmantels, den ich anhatte. Die Wunde blutete heftig, 
aber die Pulsader hatte ich nicht getroffen, und deshalb bohrte ich immer wieder in die Wunde, wenn ich 
unbeobachtet war. Da mir meine Absicht immer noch nicht gelang, wischte ich mit dem Finger über den 
schmutzigen Fußboden und bohrte ihn in die Wunde, um so eine Blutvergiftung herbeizuführen. 
Bald wurde ich wieder zum Verhör befohlen. "Ausziehen!" Ich entledige 
-283- 

mich meines Mantels und stehe mit verschmiertem Arm und Handgelenk da. Darob großes Erschrecken bei 
meinen Peinigern. Man bietet mir einen Stuhl an, zwingt mich, ein Glas Wasser und dann ein Glas Cognac zu 
trinken, und macht mir die heftigsten Vorwürfe, es sei Sünde, Selbstmord zu begehen. Ob ich nicht daran 
gedacht hätte, daß mein gänzlich gelähmtes Kind sterben müsse, wenn ich es nicht mehr pflegen könne usw. 
usw. Dieses plötzlich zutage getretene Mitgefühl hinderte die Herren keineswegs, mich ins Gefängnis nach 
Calw bringen zu lassen (dem ehemaligen Gefängnisarzt, der meine Wunde verband, habe ich die erlittenen 
Folterungen zu Protokoll gegeben). 

Von Calw aus kam ich nach 14 Tagen ins Kriegsgefangenenlager Maischbach. Ich war die einzige Frau dort im 
Lager, und es mußte für mich ein alter Kohlenbunker freigemacht werden, in den man mir ein Feldbett stellte. 
Nach 5 Tagen kam ich ins Gefängnis nach Baden-Baden, wo ich mit Stockschlägen und Fußtritten traktiert und 
im Keller in eine Einzelzelle gesperrt wurde, in der nur eine Steinpritsche stand, ohne Matratze und Decke. 
Fünf Tage lang ließ man mich dort hungern und dürsten, ehe ich zu anderen Frauen in die Zelle kam, wo ich 
Flöhe und Läuse bekam. Nach drei Wochen brachte man mich mit anderen Frauen zusammen in das politische 
Internierungslager Maischbach, später nach Altschweier und als letzte Leidensstation nach Lahr-Dinglingen. 
Insgesamt 30 Monate währte meine Haft, aus der ich am 31. 12. 1947 nach über dreimonatigem Aufenthalt im 
Bezirkskrankenhaus Lahr wegen schweren Nierenleidens entlassen wurde. 

Dieses Leiden verursacht mir noch heute sehr häufig große Beschwerden. Da auch meine Zähne alle locker 
geschlagen waren, verlor ich bald einen Zahn nach dem anderen und mußte schon früh eine Prothese haben. 
Daß vorstehende Angaben der reinen Wahrheit entsprechen, versichere ich an Eides Statt. 
Herrenalb, den 5. Mai 1948 Marie Bergmann. 



Es gab kaum einen Ort, in dem die Franzosen nicht wehrlose Deutsche erschossen. Die Zahl der Opfer ist 
endlos und wird nie auch nur annähernd festgestellt werden können. Es wurden erschossen, allein am 30. Juli 
1945: Weertz, Heinrich, Friseur, Willem (Ostfr.); Drikur, Nikolaus, Bergmann, Kutzdorf, Saar; Horetz, 
Heinrich, Maler, Saarbrücken; Kunkel, Karl, Bergmann, Dudweiler (Saar); Regulski, Eduard, Chrestochiwa 
(Polen); Omike, Jakob, Steuersekr.. Lindscheid (Saar); Arnold, Heinrich, Polsterer, Saarbrücken; Fries, 
Heinrich, Hüttenarbeiter, Saarbrücken, Schmoll, Friedrich, Polizeianwärter, Wilhelmshaven; Groß, Fritz, 
Bergmann, Waldprechtshofen; Weiland, Matthias, Bergmann, Waldprechtshofen; Baron, Heinrich, Scheidt 
(Saar); Weiß, Peter, Polizeiassistent, Kuhbach (Saar); Beeckes, Friedrich, Kaufmann, Ott-weiler (Saar). 
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Mit den Morden wurde nicht viel Aufhebens gemacht. Die hilflosen Opfer wurden schnell verscharrt. Nur in 
einem Fall griffen die Franzosen daneben. Das war in Appenweier. Der französische Leutnant Maurice Colette 
ließ in Begleitung des Feldwebels Ernest Cousin, des Unteroffiziers Louis Devigens in Appenweiler den Lehrer 
Fritz Walter, den Apotheker Walter Zimmermann und Robert Goldmann festnehmen und dann mit 
Genickschüssen ermorden. Für diese Morde bestand keinerlei Anlaß, und es wäre sowenig wie in den anderen 
Orten ein Aufhebens davon gemacht worden, wenn nicht das eine Mordopfer, Robert Goldmann, Jude gewesen 
wäre. Seine Frau und die Verwandten setzten Himmel und Hölle in Bewegung, und so kam es in Paris 1956 zu 
einer Verhandlung gegen Leutnant Colette und seine Spießgesellen. Leutnant Maurice Colette erklärte vor 
seinen Richtern mit nicht zu überbietendem Zynismus: »Ein Nazi, das zählte bei uns wenig, 48 Stunden später 
dachte niemand mehr daran.« 

Da aber zumindest einer der Ermordeten, nämlich der Jude Goldmann, kein »Nazi« gewesen und darüber 
hinaus der Tatbestand durch zahlreiche Zeugenaussagen erhärtet worden war, verurteilte das Pariser Gericht 
Leutnant Colette zu einem Jahr Gefängnis, die fünf Untergebenen wurden freigesprochen, »weil sie auf Befehl 
gehandelt haben«. Das Pariser Gericht tat aber ein weiteres: Es verkündete am Ende des Urteils, daß die Strafe 
des Leutnants Colette gleichzeitig unter Amnestie falle ... 

Mit den endlosen Ermordungen Hand in Hand schritten die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und 
Mädchen durch französische Truppen, teilweise durch Kolonialsoldaten. Besonders in Stuttgart, Bruchsal, 
Pforzheim, Baden-Baden, am Hochrhein und im Südwürttembergischen herrschten Zustände wie im deutschen 
Osten beim Einmarsch der Roten Armee. In dem Hirtenbrief des Erzbischofs Dr. Groeber vom 8. Mai 1945 
stand geschrieben: »Ich leide selber aufs allerschmerzlichste darunter, wenn zur Zeit die Klagen über Plün- 
derungen und Angriffe auf die Frauenehre zu Bergen sich häufen und die Tränen der geschändeten Frauen in 
Strömen sich ergießen.« 

Wer es aber wagte, Frauen und Mädchen vor den französischen Notzüchtern in Schutz zu nehmen, war des 
Todes. In Leonberg bei Stuttgart warfen sich der Kaufmann Hugo Richter und seine 12jährige Tochter vor die 
Ehefrau und Mutter, auf die sich französische Soldaten stürzten. 
Die Franzosen erschossen Hugo Richter, nicht genug damit: auch das 12jährige Kind. 

Doch nicht nur in ihrer Besatzungszone, auch in Westberlin herrschten die Franzosen nicht anders. Georg 
Althaus, der gegen Ende des Krieges noch zum Volkssturm einberufen worden war, ohne eingesetzt zu werden, 
wurde am 5. August 1945 unter dramatischen Umständen festgenommen. Sein Wohnhaus wurde gegen 14 Uhr 
von bewaffneten Franzosen umstellt, die Wohnung gestürmt und alle, selbst die anwesenden Kinder, mußten 
mit erhobenen Händen 
-285- 

an der Wand stehen, während die Franzosen das Haus nach Waffen absuchten. Althaus berichtet über seine 
Erlebnisse wie folgt: 

»Ich selbst wurde in Handschellen gefesselt abgeführt und auf dem Polizeirevier 294 in Berlin-Hermsdorf 
abgeliefert. Hier saß ich drei Wochen lang. Verpflegung gab es nicht, doch durfte meine Familie mir täglich 
einmal etwas Essen bringen, was diese sich auf Karte 5 abgehungert hatte. Freunde hatte ich plötzlich nicht 
mehr, oder diesen erging es ähnlich. 



Von hier aus wurden die Verhöre gestartet, wir wurden, auch die anderen Zellen waren belegt, von zwei 
deutschen Polizeibeamten nach dem Haus Berlin-Hermsdorf, Kaiserplatz, in dem die Securite untergebracht 
war, geführt und dort verhört. Gegen mich lag eine Anzeige vor, ich hätte einen amerikanischen Flieger, der 
hier in Hermsdorf 1944 notlanden mußte, erschlagen, was völlig aus der Luft gegriffen war. 
Beim Betreten des Verhandlungsraumes in der Wohnung am Kaiserplatz 6 wurde man mit Faustschlägen und 
Tritten in alle erreichbaren Teile seines Körpers zusammengeschlagen. Bei den schweren Mißhandlungen 
zeichneten sich hauptsächlich die beiden französischen Offiziere Leutnant Vernet und Leutnant Bonde aus, 
auch war bei einem Verhör ein höherer Offizier anwesend, der in Berlin-Frohnau wohnte. 
Oft mußte ich mich nackt ausziehen, dann stand ein Offizier mit einer entsicherten und gespannten Pistole vor 
mir, um von vornherein jeden Widerstand auszuschalten, ich hätte nur zur Abwehr die Hand zu erheben 
brauchen, dann wäre der Grund zum Schießen gegeben gewesen. Außer den beiden Offizieren waren Soldaten 
aller Dienstgrade und zwei deutsche KZ-Häftlinge anwesend, die einige Jahre im KZ Sachsenhausen gesessen 
haben, und wegen schwerer Sittlichkeitsverbrechen am laufenden Bande in Sicherungsverwahrung genommen 
worden sind. Die Namen der beiden waren Riess und Müller. Riess ist später im Rheinland an TBC gestorben. 
Müller wurde in der Ostzone Kriminalbeamter. 

Während man mir die Pistole vor das Gesicht hielt, wurden mir die Brustwarzen mit einem Feuerzeug 
angebrannt. Einmal wurde mir ein Teil meines Fingernagels abgerissen, ein andermal wurde ich auf dem 
Rücken gefesselt in eine Badewanne mit eiskaltem Wasser geworfen und die Beine hochgezogen, so daß ich 
darin beinahe ertrank. Wiederum mußte ich mich auf den Tisch legen, die Beine wurden hochgebunden und die 
Fußsohlen mit Kabeldraht so zerschlagen, daß ich kaum noch einen Fetzen Haut unter den Füßen hatte. Beliebt 
war auch das Fesseln der Hände auf dem Rücken, dann wurde man an dieser Fesselung an die Wand gehängt, 
so daß das eigene Körpergewicht die Schultergelenke langsam und sehr schmerzhaft auskugelte. Inzwischen 
machten die Franzosen ihre Witze über mich und fragten mich nach einem Geständnis, erstens ob ich den 
besagten Amerikaner erschlagen hätte, zweitens, wo ich meine Wertsachen 
-286- 

vergraben hätte. Drei Wochen lang schwieg ich über den Ort, wo ich meine Kunstwerke, mein Silber usw. 
gegen Bombenangriffe vergraben hatte, grundsätzlich. Erst als man mir drohte, auch meine Frau und meine 
Tochter Margret zu verhaften und ebenso zu foltern, gab ich nach. 

Als man mich auch noch beim Hängen an der Wand mit Stöcken in den Unterleib schlug, wurden die 
Schmerzen ins Unbeschreibliche gesteigert. Von den vielen Stock- und Peitschenhieben auf den Rücken will 
ich ganz schweigen, denn die gehörten zur täglichen Verhörtaktik. 

Am 23. August sagte man mir nach einer solchen Tortur, daß ich laut Spruch des Kriegsgerichtes nachts 
erschossen würde, es war am selben Tag, als ich meinen Versteck des Familieneigentums preisgegeben hatte. 
Erstmalig erhielt ich ein feudales Abendgericht mit Kompott und ein Glas dunkles Bier als Henkersmahlzeit, 
dann wurde ich auf einen Lkw geladen und zum Poloplatz nach Berlin-Frohnau gefahren, wo ich erschossen 
werden sollte. Vorher fuhr man mich nach Frohnau zum Edelhofdamm, wo wir lange vor der Tür standen, dann 
zum Poloplatz fuhren. Hier wurde ich befragt, ob ich gestehen wolle, den Amerikaner umgelegt zu haben. 
Wiederum verneinte ich, denn ich war mir keiner Schuld bewußt. In dieser Nacht brachte man mich zum 
"Prison de Te-gel", wo ich als erster Deutscher zu 15 anderen französischen Gefangenen eingeliefert wurde. 
Dort erhielt ich eine Einzelzelle und erhielt täglich 250 g Brot, morgens eine große Tasse Kaffee und mittags 
eine Schüssel Wassersuppe. Mein Gewicht verringerte sich von ca. 200 Pfund auf 120 Pfund. Hungerödeme 
machten sich bis ins Gesicht bemerkbar; als ich bei 108 Pfund angelangt war, durfte ich liegenbleiben, bis dahin 
mußte ich wie alle anderen Gefangenen bis zur Kontrolle um 7 Uhr die Pritsche glattgezogen und an die Wand 
geklappt haben. 

Da ich bis zu zehn Tagen keinen Stuhlgang mehr hatte, bat ich um einen Arzt, der in Gestalt eines Dr. Henneke 
in meine Zelle kam, mich fragte, ob ich Zeit hätte, dann solle ich mich auf meinen Kübel setzen. Abführmittel 
hätte er nicht. Als ich ihn fragte, was ich mit meinem vom Wasser aufgeschwemmten Körper machen solle, 
antwortete er mir, das merke ich kaum, das Wasser stiege bis zum Herzen und dann wäre es eben zu Ende. 
Ich saß nun ohne weitere Erklärung im Gefängnis, ich war von der französischen Rechtsabteilung, Major 
Imbert, anscheinend überhaupt nicht als Gefangener registriert. Bei einer Gefängnisbesichtigung Mitte 1946 



durch Herrn General Lancon verwunderte sich dieser und versprach mir, sich meiner anzunehmen. Am 27. 7. 
1946 wurde ich dann nach zwei aufeinanderfolgenden Verhören plötzlich entlassen. An Leib und Seele 
zerbrochen, kam ich nach Berlin-Hermsdorf, hier mußte ich den Tod meiner Frau Erna erfahren, und daß mein 
Haus von den Franzosen beschlagnahmt worden sei. Am 20. 1. 1951 erhielt ich die Nachricht, daß die 
Beschlagnahme meines Hauses in Berlin-Hermsdorf, Wil- 
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helmstr. 11, aufgehoben sei, das ich dann auch im April 1951 wieder bezog. An Inventar war alles 
mitgenommen worden, nicht einmal ein Tassenkopf war mehr vorhanden, selbst ein paar Innenflügel der 
Doppelfenster fehlten. Gerumpel, was herumlag, gehörte mir nicht und wurde später auch noch abgeholt. 
Herr Rechtsanwalt Trapp legte es mir nahe, die Franzosen wegen unrechtmäßiger Untersuchungshaft und der 
erlittenen Mißhandlungen zu verklagen. 

Am 26. Januar 1953 wurde hier das Urteil gefällt, und zwar in der Kaserne "Quartier Napoleon", früher 
Hermann-Göring-Kaserne in Berlin-Reinickendorf. Als Entschädigung und Verdienstausfall erhielt ich 7334,- 
Mark (Reichsmark) doch diese wurden auf 1:10 abgewertet, so daß ich 733,40 Westmark erhielt, für erlittene 
Folterungen (titre de "Pretium Doloris") 1000,- Westmark und für den Anwalt 500,- DM. Dieses Urteil umfaßt 
mehrere Seiten und ist in französischer Sprache abgefaßt. 

Kurz nach meiner Haftentlassung, ca. 14 Tage nach dem 27.7. 46, erhielt ich wiederum eine Vorladung zur 
Securite in die Bondikstraße in Waidmannslust. Zuvor hatte ich in meinem Stammlokal meinen Freunden meine 
Erlebnisse geschildert, wie es mir in der Haft ergangen sei. Dort in der Bondikstraße erwarteten mich wiederum 
vier französische Offiziere, die gleich über mich hernelen mit den Worten: "Du Schwein, du hast die 
französische Nation beleidigt, du hast Greuelmärchen erzählt, jetzt kommst du dahin, wo du nicht mehr zu- 
rückkommen wirst." 

In meiner Verzweiflung fiel mir ein Bluff ein: Ich erklärte den Herren, daß dafür freigelassene Mitgefangene, 
Dipl.-Ing. Pinx und andere sowie Wärter Klaus, aus dem Gefängnis Tegel, die Polizeibeamten Hoffmann und 
Schulze Zeugen der Mißhandlungen seien und mein Anwalt und der Berliner Bischof genau wüßten, daß ich 
heute hier sei und sofort Schritte unternehmen würden, wenn ich nicht nach Hause käme. 

Da schlugen sie mir ins Gesicht und sagten: "Raus, du Schwein, sprichst du auch nur ein Wort zu jemandem, 
dann werden wir dich finden.« 

Nicht nur die Zivilisten wurden so behandelt. Der »Fortschritt« vom 3. August 1951 berichtete: 
»In Annecy-Sacconges (Hochsavoyen, Frankreich) waren in verschiedenen Lagern deutsche Kriegsgefangene 
untergebracht, die im August 1944 vor den Partisanen kapituliert hatten. Bei der Übergabe war ihnen 
ausdrücklich der Schutz der Genfer Konvention zugesichert worden. Am 2. September 1944 wurden auf Befehl 
des Lagerkommandanten Capitaine Barrelet de Ricaud vierzig deutsche Kriegsgefangene ausgewählt und 
erschossen. Die Exekution leitete Leutnant Fabre. Die Bitte, vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden, und die 
Frage nach Angabe von Gründen wurden abgeschlagen. Die deutschen Kriegsgefangenen wurden in 
Zehnergruppen auf grausame Weise von je zehn Franzosen erschossen. Jeder zielte auf sein Gegenüber. Die 
meisten waren nach der 
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Salve nur verwundet und wurden dann einzeln am Boden liegend durch Kopfschüsse getötet. Auf den 
internationalen Todesformularen des Roten Kreuzes durften die Truppengeistlichen keine Todesursache 
eintragen. Man schrieb später dorthin: "Unfall". Die Namen stehen der Redaktion zur Verfügung.« 
(Zeugnis: zahlreiche eidesstattliche Erklärungen, darunter Pfarrer Walter Höchstädter, Diebach bei Rothenburg, 
der die Hingerichteten auf ihrem letzten Gang begleitete) 

»In Habere -Lullin (Hochsavoyen, Frankreich) wurden am 2. September 1944, also am gleichen Tag wie in 
Annecy-Sacconges, auf Befehl des Kommandanten Capitaine Barreit de Ricaud von Leutnant Fabre als 
Repressalie vierzig willkürlich ausgewählte Kriegsgefangene in acht Fünfergruppen erschossen und ohne 
Anwesenheit von Geistlichen in einem Massengrab beigesetzt. Die Namen stehen der Redaktion zur 
Verfügung.« (Eidesstattliche Erklärung des Zeugen Anton Gottsdialler, München) 



Kurt-Heinz Deyhle berichtet über seine Erlebnisse wie folgt: 

»Nach Gefangenschaft in Narwik wurden wir "zur Entlassung" am 17. 7. 1945 nach Deutschland verschifft. 
Statt "zur Entlassung" (die Papiere hatte man uns ausgefertigt mitgegeben) kamen wir dann in das bekannte 
Lager Dieders-heim bei Rüdesheim und wurden den Franzosen übergeben. (Über dieses grauenvolle 
Massenlager könnte ein Buch geschrieben werden.) Anschließend kamen wir zum kurzen Arbeitseinsatz in das 
Bodenseegebiet. 

Am 24. 9. 1945 fuhren wir von Markdorf nach Konstanz, wieder einmal zur »Entlassung« statt dessen ging's 
nach Frankreich. Vor Donaueschingen gelang es zwei Kameraden, aus dem fahrenden Zug zu entfliehen. Das 
Recht zur Flucht steht bekanntlich allen Kriegsgefangenen zu. Als Antwort zogen die französisch-elsässischen 
Wachen wahllos zwei Kameraden der Luftwaffe aus dem Waggon, stellten sie kurzerhand an den Feldweg, 
hoben die MPs und erschossen sie. Dies geschah am 24. 9. 1945, also viereinhalb Monate nach Kriegsende. Da 
gab es wohl keine Kriegsverbrechen mehr?« 

Die amerikanischen Soldaten handelten zum Teil nicht anders. Lippach, Kreis Aalen (Württemberg), wurde am 
22. April 1945 im Kampf mit einer SS-Einheit von amerikanischen Panzertruppen (Negern) eingenommen. 
Nach Gefangennahme wurden in der Scheune des Bauern Ladenburger zwei SS-Leute, Martin Erk aus 
Windsheim bei Nürnberg und sein Kamerad Heinz, auf den Tisch einer Kreissäge gesetzt. Die Kreissäge ließ 
sich jedoch nicht in Gang bringen. Darauf wurden die beiden von den Negern mit Maschinenpistolen 
beschossen. Heinz starb nach einigen Stunden, Erk, der drei Leberschüsse erhielt, wurde für tot gehalten und in 
die Hecke hinter dem Gehöft geworfen. Dort wurden beide später von einer Frau Rehbein gefunden, die den 
Verwundeten verband. 
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Ein zweiter Fall wurde von dem Kirchendiener Opphold beobachtet. Sechs SS-Leute wurden halb ausgezogen 
mit erhobenen Händen von Negersoldaten hinter den Ortskirchhof geführt, dort geschlagen und erschossen. 
(Protokoll des Amtsgerichts Ellwangen- Jagst) 
Frau Emma Wolff aus Eschwege gibt an: 

»Mein Sohn, der Unteroffizier Heinz Wolff, geb. am 23.11. 23, war am 4. April 1945 mit versprengten Resten 
einer Infanterieeinheit auf dem Rückzug nach Geismar auf dem Eichsfeld. Die Soldaten trugen noch Uniform, 
waren jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Besitz von Waffen. Mein Sohn und ein Kamerad, dessen 
Personalien nicht mehr feststellbar waren, wurden vom damaligen Bahnhofsvorsteher Celbe in Geismar in 
dessen Haus aufgenommen. Mein Sohn gab sich dem Herrn Celbe zu erkennen, da Herr Celbe uns kannte. 
Während sich die zwei Soldaten in der Wohnung von Herrn Celbe aufhielten, rückten amerikanische Truppen 
in den Ort ein. Die beiden waffenlosen Soldaten verbargen sich im Keller des Hauses. Dort wurden sie am 4. 
April von amerikanischen Soldaten aufgespürt und in einen zum Grundstück gehörenden Stall eingesperrt. 
Glaubwürdige Ortseinwohner, die Augenzeugen der beschriebenen Vorgänge gewesen waren, berichteten mir, 
daß in der folgenden Nacht die deutschen Soldaten von amerikanischen Soldaten bestialisch mißhandelt 
wurden. Der Ausdruck "bestialisch" wurde von Augenzeugen gewählt, die dabei offensichtlich Rücksicht auf 
mich, die Mutter des einen Betroffenen, nahmen. Am Morgen des 5. April 45 wurden mein Sohn und sein 
Kamerad, die weder bei der Gefangennahme noch bei der Mißhandlung Widerstand geleistet hatten und die 
schon vor ihrer Gefangennahme waffenlos gewesen waren, ohne irgendwelchen Anlaß und ohne jegliches 
Verfahren erschossen. Es war mein einziger Sohn...« 

Am 28. Juli 1945 erhielt Frau Wilhelmine Moser in Hainbach eine Verständigung des Evangelischen 
Pfarramtes Flierich, daß ihr Mann, der Gefreite Ludwig Moser, bei den letzten Kämpfen in dem Dorfe Flierich 
auf dem Gute »Auf der Horst« am 9. April gefallen sei. Die Witwe stutzte über den Satz des Pfarrers: »Die 
amerikanischen Soldaten haben seine Leiche mitgenommen.« 

Erst im September 1945 gelang es Frau Moser, nach Flierich zu fahren. Dort erzählte ihr eine Augenzeugin, daß 
sich Ludwig Moser und zwei weitere deutsche Soldaten in dem Keller des Gutes »Auf der Horst« versteckt 
hätten, offenbar in der Absicht, den Krieg für sich zu beenden. Amerikanische Soldaten stöberten die 
Versteckten auf, stellten sie ohne Verhandlung an die Wand und erschossen sie. Die Leichen lagen mehrere 



Tage dort, ehe sie von den Amerikanern weggefahren wurden. Die Bewohner sicherten die Erkennungsmarken, 
die sie beim Pfarramt ablieferten. 

Im Kasseler »Sonntagsblatt« schilderte am 31. Mai 1964 der Pfarrer Rose 
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die Schlußereignisse des Krieges im Dorfe Großen-Ritte: »Im Schützenloch bei der Flakbatterie wurde ein toter 
Flaksoldat gefunden, der am Kopf verletzt war. Er wurde mit zwei Flaksoldaten beerdigt, die von Amerikanern 
in Großen-Ritte gefangengenommen, auf den Kühler ihres Autos gesetzt und im Fahren nach Hertingshausen 
hinterrücks mit Maschinenpistolen erschossen worden waren.« 

Die Ermordeten waren laut Auskunft des Evangelischen Pfarramts Baunatal Obergefreiter Josef Noll aus 
Flörsheim bei Aschaffenburg und der Nähmaschinenhändler Altenburg aus Hersfeld. 

In der Nähe von Trier, unweit von Lampaden, gab sich etwa ein Dutzend Männer der Waffen-SS den 
Amerikanern gefangen und wurde in der Burgheid in einem Stall eingesperrt. Nach kurzer Gefangenschaft 
wurden die waffenlosen Männer wieder aus dem Stall herausgejagt und beim Heraustreten von den 
Amerikanern rücklings erschossen. Der Besitzer von Burgheid, ein Herr Achter, begrub die Ermordeten vorerst 
bei seiner Burg. 

In der Nähe von Burgheid wurde eine zahlenmäßig nicht feststellbare Masse von Kriegsgefangenen von den 
Amerikanern erschossen. Die Leichen dieser Ermordeten wurden von den Amerikanern in Lkw abtransportiert. 
Am 1. Mai 1945 nahmen die Amerikaner den Schuhgeschäftsinhaber Michael Kronbeck in Dingolfing 
gefangen, trieben ihn in eine Parkanlage der Stadt und erschossen ihn dort hinterrücks. 

Die Staatsanwaltschaft Paderborn erklärte über die Auffindung von dreizehn Leichen ehemaliger deutscher 
Soldaten im April 1945: »Die Ermittlungen haben ergeben, daß die dreizehn am Teufelsberg aufgefundenen 
deutschen Soldaten von Angehörigen der amerikanischen Streitkräfte erschossen wurden.« 
Besonders im bayerischen Raum liegen Hunderte deutsche Soldaten begraben, die nachweisbar von 
Angehörigen der amerikanischen Armee ermordet wurden. An einigen dieser Massengräber, wie zum Beispiel 
in Oberpframmern, finden alljährlich feierliche Gedenkstunden für diese so furchtbar umgekommenen Opfer 
amerikanischer Kriegsverbrecher statt. 

Am 1. Mai 1945 wurde dieses kleine oberbayerische Dorf Oberpframmern zum dokumentarischen Beweis für 
die Verlogenheit der Behauptung, allein die Deutschen hätten Kriegsverbrechen begangen. Der pensionierte 
protestantische Pfarrer D. Wilhelm Feldner schildert in einem Tatsachenbericht dieses Geschehen mit 
erschütternder Eindringlichkeit: 

»Auch Pframmern wird in die Tragödie hineingezogen. Wie in einem gutgebauten Drama wird das Hauptthema 
an einer kleineren Nebenhandlung abgewandelt. Immer näher kommt das Grollen der Geschütze, zwischen Dorf 
und Wald geht ein Flugzeug nieder. Die Einheiten, die noch da sind, räumen den Ort, manche Männer 
schlüpfen in die Mimikry des Dorfbewohners, ziehen Arbeitszeug an und gehen mit irgendeinem Gerät aufs 
Feld. Doch immer noch 
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treffen Nachzügler auf der feindwärts gelegenen Straße ein, als letzter ein Landser auf einem Schimmel. Er ist 
auf der Suche nach seinem Truppenteil, aber er ist so erschöpft, daß er nicht mehr weiterkann. Der 
Bäckermeister zieht ihn in sein Haus und gibt ihm zu essen, dann bietet er ihm Zivilkleidung an und beschwört 
ihn, heimlich zu verschwinden. Vergebens, der Mann - er ist aus Wien - will seine Einheit und seinen Schimmel 
nicht im Stiche lassen. 

Ehe er sich wieder in den Sattel schwingen kann, rollen die ersten Panzer heran und stellen ihn. Und nun 
entwickelt sich eine Szene von Shakespearescher Dämonie, nur daß hier der Tod die Regie führt und das 
Stichwort gibt. Die Amerikaner haben im Dorf eine Fahne des untergehenden Reiches gefunden. Sie wird mit 
Benzin Übergossen und in Brand gesteckt, und der Gefangene muß die Flammen mit den Füßen austreten. Zur 
Belohnung erhält er eine Zigarette, dann wird er auf die Wiese hinter dem Hof geführt - ein Schuß, und der 
Schimmel wartet vergebens auf seinen Reiter. 



Inzwischen haben sich weitere Gefangene angesammelt, unter ihnen drei Gendarmerieoffiziere, aus dem 
benachbarten Glonn, die auf einem Dienstgang aufgebracht worden waren. Sie stehen im Hof des "Alten Wirt", 
die Hände über dem Kopf, das Gesicht gegen die Mauer des Austragshauses. 

Das Wetter ist rauh, in der Nacht hatte es geschneit. Der Schnee ist zwar weg, doch die Luft ist noch scharf. Die 
Männer frösteln, sie haben Hunger und Durst, aber niemand darf ihnen etwas reichen, auch sprechen dürfen sie 
nicht. Der Sergeant, der die Aufsicht führt, sitzt irgendwo und trinkt. 

Endlich, es geht schon auf Abend, taucht er auf und läßt im Dorf sieben Spaten requirieren. Als diese den 
Gefangenen in die Hand gedrückt werden, wissen sie, was ihnen bevorsteht. Ein Siebzehnjähriger ruft 
verzweifelt, ob denn niemand für sie eintreten wolle, aber der Sergeant, der gut Deutsch spricht, läßt sich auf 
nichts ein. Von der Wache eskortiert, marschieren die Sieben mit ihren Spaten durch die leere Dorfstraße zum 
Ortsrand. Vor dem nächsten Acker wird Halt befohlen. Es ist ein gesegnetes Stück deutsches Land, auf dem sie 
stehen, die Wiesen sind schon grün, die Saat beginnt zu sprossen. In der Ferne steigt das Gebirge auf, die Gipfel 
sind noch mit Schnee bedeckt, rechts leuchtet das Andreaskreuz von dem Kuppelturm der Kirche. Dort 
verrichten die Sieben ihre letzte Arbeit. Nur zögernd graben sich die Spaten in die weiche Erde. Dann ein paar 
Schüsse, die durch das ganze Dorf hallen und die Menschen vor Entsetzen erstarren lassen, und die Tragödie ist 
zu Ende; die Sieben liegen in ihrem Blut, ohne Gericht und Urteil erschossen. Als es dämmert, wird die Bevöl- 
kerung an den Toten vorbei in den Wald getrieben.« - 

Der Heimkehrer Franz Euskirchen entdeckt auf dem Friedhof in Offenhausen bei Hersbruck ein einsames 
Soldatengrab und konnte einen der dortliegenden drei Soldaten schließlich auch mühsam auf Grund einer 
auffindbaren Erkennungsmarke identifizieren. »Dorfbewohner bestätigten mir, daß in die- 
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sem Grab drei junge SS-Männer lägen, die auf dem Berg am Waldrand von amerikanischen Soldaten einer 
Panzereinheit, nachdem sie bereits einen Tag und eine Nacht in Gefangenschaft waren, ohne Gericht erschossen 
wurden«, schrieb Franz Euskirchen in seinem ergreifenden Bericht. 

Die »Regensburger Woche« meldete am 23. August 1956, daß in Eberstetten im Landkreis Pfaffenhofen an der 
Um ein amerikanischer Massenmord stattfand, und veröffentlichte dazu die Aussagen von Tatzeugen: 
»Der Schreinermeister Georg Walter war zu Hause in seinem Anwesen, als am Samstag, dem 28. April 1945, 
gegen 14 Uhr die Amerikaner mit Jeeps und Panzerwagen in Eberstetten einrückten. Sie hielten kurz vor jedem 
Haus, bis eine weiße Fahne gehißt wurde. Auch Schreinermeister Walter hatte ein weißes Leinentuch zum 
Fenster herausgehängt. Zusammen mit einem in seinem Haus sich aufhaltenden Mechaniker beobachtete er 
vom Dachboden aus die Bewegung der US-Soldaten. Plötzlich bemerkten sie Jeeps und Panzer, auf denen 
deutsche Gefangene saßen, die von weißen Amerikanern zum Ort hinausgefahren wurden. Etwa hundert Meter 
vom Wakerschen Anwesen entfernt hielten die Fahrzeuge an. 

Schreinermeister Walter schildert: "Die Amerikaner forderten durch Gebärden die Gefangenen auf, von den 
Fahrzeugen zu steigen und nach links in eine Wiese zu gehen, wo ein Grubenloch von einem dort abgestellten 
deutschen Funkwagen war. Als die Gefangenen nahezu nebeneinander in der Wiese auf die Grube 
zumarschierten, wurden sie aus einer Entfernung von ca. 50 Metern von etwa drei oder vier weißen 
Amerikanern mit Gewehren und Pistolen von rückwärts erschossen. Unter den Erschossenen befand sich ein 
Verwundeter, der am Vormittag nach Eberstetten gekommen war und auf seinen Abtransport durch einen 
Sanitätswagen wartete. 

Dieser Soldat, ein Mann von etwa vierzig Jahren, war offensichtlich am Fuß verletzt, denn er hinkte auf einem 
Fuß und mußte beim Gehen in die Wiese links und rechts von Kameraden gestützt werden. Der den Vorfall mit 
ansehende Mechaniker sagte zu mir: "Siehst, so geht man mit den Deutschen um!" 

Kurz darauf kam noch ein Jeep zurückgefahren, auf dem neben weißen Amerikanern drei deutsche 
Kriegsgefangene saßen. Die Amerikaner hielten an der gleichen Stelle, sahen sich im Gelände um und befahlen 
dann den Gefangenen durch Gebärden, nach rechts in die Wiese zu gehen. Als die drei Wehrlosen 
strahlenförmig in die bezeichnete Wiese liefen, wurden auch sie von rückwärts erschossen, bei diesen 
zweimaligen Erschießungen hatte ich einwandfrei gesehen, daß keiner der Gefangenen den Amerikanern 
Widerstand geleistet hat. Nach den Erschießungen waren die Toten liegengelassen worden!« 
Der ehemalige Bürgermeister Josef Sebald bestätigte bei der Landpolizei- 



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Station Pfaffenhofen diese grauenhaften Geschehnisse und gab unter anderem zu Protokoll: 

»Sämtliche Toten lagen auf dem Bauch. Sie waren, wie ich selbst gesehen habe, von rückwärts erschossen 

worden.« 

In einem Schreiben an den Suchdienst der bayerischen HIAG bestätigte der amtierende Bürgermeister von 
Eberstetten, Walter, am 24. November 1959 den Ablauf dieses Massenmordes und schließt: »Warum die 
Soldaten erschossen wurden und nicht als Gefangene abgeführt wurden, ist nicht bekannt. Vielleicht deswegen, 
weil sie alle bei der Waffen-SS waren? Erschossen wurden sie von den Panzertruppen der Amerikaner, die in 
Eberstetten eingerückt sind.« 

Frau Hemmrich, Passau, weilte mit ihrem siebzehnjährigen Sohn im April in Traßheim bei Ruderting, etwa 15 
km von Passau entfernt. Am 1. Mai 1945 erschienen amerikanische Truppen, die zu kleineren Diensten auch den 
siebzehnjährigen Fritz Hemmrich heranzogen. Hemmrich war am 28. März vom Arbeitsdienst entlassen worden 
und hatte sich freiwillig zur Waffen-SS gemeldet, wurde jedoch in Anbetracht des Kriegsendes nicht 
eingezogen. Am Abend erschienen nochmals die Amerikaner und befahlen dem Jungen, mitzukommen. Sowohl 
von der Mutter als auch von den Dorfbewohnern, besonders der Familie Liebel, wurde angenommen, daß die 
Amerikaner ihn wieder zur Arbeitsleistung mitnehmen würden. Nach zwei Tagen fanden ihn Dorfbewohner im 
Keller des Bauern Bessinger. Die Amerikaner hatten den Burschen hierhergebracht und erschossen. An seinen 
hochgerissenen Hemdärmeln konnte noch an der Leiche festgestellt werden, daß die Amerikaner, allerdings 
vergeblich, nach der Blutgruppe geforscht hatten. Gerade als sie Fritz erschossen, ging zufällig der 
siebenundzwanzigj ährige Alois Kaufer am Hause Bessinger vorbei. Er wurde von den Amerikanern sofort 
festgenommen, ebenfalls in den Keller geschleppt und dort erschossen. Die beiden unglücklichen Opfer 
amerikanischer Bestialität lagen übereinander, als die Bauern die Leichen fanden. 

Die »Kitzinger Zeitung« beschreibt am 8. April 1956 in einem Erinnerungsartikel zur Wiederkehr der 
Besetzung der Stadt durch die amerikanischen Truppen die Zustände, die damals in Deutschland herrschten, 
wie folgt: 

»Drei Tage zuvor haben US-Truppen kampflos die Stadt besetzt, nachdem 6 Wochen vorher, am unheilvollen 
23. Februar 1945, um die Mittagszeit britisch- amerikanische Bombengeschwader in zwei rollenden Angriffen 
60% der Innenstadt zerstörten und über 600 Einwohner, darunter eine große Anzahl Kinder des Kindergartens, 
getötet hatten. 

Die Stadt ist wie ausgestorben. Kaum, daß man in den noch erhaltenen Straßenzügen einen Menschen des Wegs 
eilen sieht. Behörden und Schulen sind geschlossen. In den bezeichnenderweise unversehrt gebliebenen 
deutschen Kasernen auf dem Flak- und Flugplatzgelände haben sich die Amerikaner eingerichtet und dazu noch 
zahlreiche unzerstörte Privathäuser beschlagnahmt. 
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Da, um die Mittagszeit, begibt sich auf dem Turngemeindeplatz im Westen der Stadt, wo sonst fröhliche, 
kräftige deutsche Jugend sich tummelt, folgendes: 

Ein US-Offizier dringt in die dortige Jugendherberge ein und verlangt, ebenso wie in den umliegenden Häusern, 
daß die Fenster und Fensterläden sofort geschlossen, die Fenstervorhänge überall herabgelassen werden. 
Niemand darf sich im Freien aufhalten. Strengster Befehl! Sonst - eine Handbewegung zur Pistolentasche... 
Wer aber trotzdem verstohlen durch eine Ritze hinauslugt, der kann folgendes beobachten: Dort, wo die 
Aschenbahn auf dem Platz nach Nordosten ausholt, unterhalb des schlichten Ehrenmals, von der seit jeher 
vaterlandsbewußten Turngemeinde Kitzingen ihren 1914/18 gefallenen Turnern errichtet, schlagen US-Soldaten 
einen hohen Pfahl ein. Kaum sind sie damit fertig, bringen andere mit schußbereiten Gewehren einen Zivilisten, 
etwa 40 bis 45 Jahre alt, einfacher Anzug, grüner Lodenhut mit Gamsbart darauf, gefesselt, und binden ihn an 
dem Pfahl an. Eine Reihe US-Soldaten tritt vor, ein Offizier erscheint, Totenstille, dann gellt es: Fire! 
Die Salve kracht, der tödlich Getroffene sinkt zusammen. Eiligst wird er auf einen Militärlastwagen verladen, 
und fort geht es, unbekannt wohin ...« 

In Freising wurde der Kaufmann Josef Biesendorfer denunziert, von den Amerikanern mit Gewehrkolben 
zusammengeschlagen, schließlich auf einen Jeep gezerrt und in die nahegelegenen Isarauen gefahren. Dort 



ließen sie ihn laufen und erschossen ihn »auf der Flucht«. Seine Leiche wies außerdem mehrere Messerstiche 
auf. 

Ähnlich erging es dem Werkmeister Johann Hobmaier, der ebenfalls von den Amerikanern mißhandelt und in 
einen 5 Kilometer entfernten Wald gefahren wurde. Erst nach 17 Tagen fand man seine Leiche, bis zur 
Unkenntlichkeit zerschlagen, auf. Man sah, daß man dem Unglücklichen an den Händen die Haut von den 
Fingern gezogen hatte. 

Am 1. Mal wurde in Moosbach bei Grafing der am 22.7. 1899 geborene Albert Georg Schörner ohne jeden 
Anlaß im Walde erschossen. Der Moosacher Bürger Anton Kronester fand die Leiche und brachte sie ins Dorf 
zurück. 

In Waldbach, Kreis Öhringen, wurde die Bäuerin Frieda Gurr im Obstgarten neben ihren Kindern von einem 
amerikanischen Soldaten erschossen. Angeblich hatten die Kinder untereinander abfällige Bemerkungen über 
zwei deutsche »Veronikas« gemacht, die sich in Begleitung der Amerikaner befanden. 

Der Lehrer Buhr in Prezier/Lüchow wurde am 19. April 1945 von vier Amerikanern festgenommen und einen 
Feldweg hinausgeführt. Bald daraufhörten Dorfbewohner drei Schüsse. Am nächsten Morgen fanden sie Lehrer 
Buhr tot am Feldweg liegen. Erst auf Fürsprache des Bürgermeisters durfte seine Frau ihn noch einmal sehen. 
In Uschlag wurden die Frauen Sophie Witzel, geborene Dümer, und Frau 
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Anna Dümer, geborene Reuter, von den Amerikanern in einem Bunker, in welchem die Frauen mit ihren 
Kindern Zuflucht suchten, erschossen. Der zehnjährige Karl-Heinz Dümer erlitt dabei schwere Verletzungen, so 
daß er einen steifen Arm zurückbehielt. 

In Sandershausen wurde der Steinbruchbesitzer Haase und in Heiligenrode Herr Mühlhausen mit weiteren 
Dorrbewohnern von Amerikanern erschossen. 

Im niederbayerischen Landkreis Pfarrkirchen wurden im Mai 1945 Josef Eiben aus Simbach (Inn), Josef 
Hofbauer aus Hirschbach festgenommen und vorerst im Lager auf der Pfarrkirchner Rennbahn interniert. Wie 
die »Westfalenzeitung« vom 26. April 1955 berichtete, wurde die Leiche Hofbauers später im Walde verscharrt 
entdeckt. Wenige Meter daneben fand man den Soldaten Franz Kun aus Eisenstein verscharrt. Eiben wurde von 
einem amerikanischen Offizier Oppenheimer hinter den Rennbahntribünen erschossen, Hofbauer von einem 
amerikanischen Offizier namens Loid im Wald bei Pfarrkirchen ermordet. Spurlos verschwand außerdem die 
Ehefrau Dr. Rostocks, der sich das Leben genommen hatte, die vom CIC zur Vernehmung geholt worden war, 
von der sie nie mehr wiederkehrte. 

In Eggstätt bei Endorf im Kreis Rosenheim befand sich bei Kriegsende auf dem dortigen Staatsgut eine Reihe 
Bombenevakuierter. In der Nähe war ein Lager mit gefangenen Russen. Der Krieg war aus; überall versuchten 
warfenlose deutsche Soldaten nach Hause zu gelangen. Erschöpft lagerte auch im Staatsgut eine Anzahl solcher 
Männer, unter ihnen zwei siebzehnjährige Angehörige der Waffen-SS. 

Plötzlich erschien eine Gruppe Amerikaner, die den denunzierten Verwalter des Staatsgutes festnehmen 

wollten. Dabei fielen ihnen die versprengten waffenlosen deutschen Soldaten in die Hände. 

Eine Tatzeugin, Frau M. Thallmeier, die sich mit ihrem Kind unter den Evakuierten befand, gibt an: 

»Wir von der Zivilbevölkerung mußten uns der Wand entlang aufstellen, während die Amerikaner die 

deutschen Soldaten durchsuchten. Keiner von ihnen hatte eine Waffe. Schließlich wählte der amerikanische 

Chef die zwei jungen SS-Männer aus, und sie mußten vor unseren Augen zwei Grablöcher schaufeln. Die 

beiden Jungen, halbe Kinder, waren so aufgeregt, daß sie kaum die Schaufeln zu halten vermochten. Ich kann 

mich genau erinnern, daß der eins ein viereckiges, der andere ein rundes Loch schaufelte. Schließlich dauerte 

das den Amerikanern zu lange, und sie schössen die beiden Jugendlichen mit ihren Maschinenpistolen elend 

zusammen. Trotzdem die beiden von unzähligen Schüssen getroffen waren ~ dem einen war das Kinn 

zerschmettert, er konnte nicht mehr sprechen - und aus zahlreichen Wunden bluteten, waren sie nicht tot. Sie 

schrien immer wieder: "Mutter! Mutter!" 

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Die Amerikaner verboten uns, den Jungen beizustehen, und erst als sie wieder abgerufen waren, wagten wir, 
ihnen, so gut wir konnten, zu helfen. Wir Frauen verbanden die beiden, und schließlich konnten sie sogar ins 



Krankenhaus Seebruck geschafft werden. Jedoch die Hilfe kam zu spät. Sie starben beide noch in der gleichen 
Nacht.« 

Bei Atenau erwarteten deutsche Soldaten in vorbereiteten Stellungen die vordringenden Amerikaner, die 
sogleich laut schreiend die Deutschen aufforderten, sich zu ergeben, da der Krieg ohnedies verloren wäre. 
Tatsächlich warfen die deutschen Soldaten, welche die Aussichtslosigkeit ihrer Lage erkannten, die Waffen 
weg und ergaben sich. Kaum hatten die Amerikaner gesehen, daß die Deutschen die Waffen weggeworfen 
hatten, eröffneten sie das Feuer auf die wehrlosen Deutschen und schössen alle zusammen. Lediglich einer der 
Soldaten, namens Paus aus Oberndorf bei Röhrbach, konnte sich unter der Leiche eines Feldwebels verbergen, 
bis die Amerikaner wieder abrückten. Er blieb als einziger am Leben. 

In Oberndorf kontrollierten die amerikanischen Soldaten die Papiere der Straßenpassanten, darunter auch die 
eines Bauern namens Stadler aus Wotz-mannsreut. Sie sagten zu ihm, es sei o. k., er könne weitergehen. Als er 
sich ungefähr zehn Meter von den Amerikanern entfernt hatte, schössen sie ihn von rückwärts nieder. Er war 
sofort tot. Heute noch steht an der Straße, wo Stadier von den Amerikanern ermordet wurde, ein Kreuz zur 
Erinnerung an diese traurige »Heldentat«! 

In Kreuzberg rückten die Amerikaner am 25. April 1945, von Hohenau kommend, ein. Sie nahmen dort auf 
Grund einer Denunziation den Bauern Josef Atzinger fest und sperrten ihn gemeinsam mit dem Lehrer im 
Schulhauskeller ein. Wenig später wurde Atzinger, der gewöhnliches Mitglied der zivilen SS war, von den 
Amerikanern hinausgeführt und in der Sandgrube unterhalb Kreuzberg erschossen. 

Der Bürgermeister Karl Bottier aus Tittling bei Passau wurde am 29. April 1945 von den Amerikanern 
festgenommen und in einen Feldstadel in Siebenhasen gebracht. Dort wurde er zuerst verprügelt, daß man ihn 
weithin schreien hörte, und am Tag darauf erschossen. Die Leiche Bottiers wurde auf das Feld hinausgeworfen, 
wo er, ohne daß die Familie etwas von seinem Tod gewußt hatte, über zehn Tage, nur 200 Meter vom Anwesen 
entfernt, auf dem Acker lag. Die Frau und die vier Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren durften acht 
Tage lang das Haus nicht verlassen. Erst am vierzehnten Tag gaben die Amerikaner die Erlaubnis, die Leiche 
zu begraben. 

In Hengersberg wurde der Bürgermeister und Ortsbauernführer Bruck-müller beim Einmarsch der Amerikaner 
von diesen samt seiner Frau und zwei schulpflichtigen Kindern erschossen. Ein Metzgerbursche des 
Metzgermeisters Angerer aus Hengersberg, der gerade in den Stallungen Bruckmüllers ein 
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Schwein schlachtete, wurde als lästiger Zufallszeuge ebenfalls gleich an Ort und Stelle mit erschossen. 

In der Nähe von Schwäbisch-Hall wurde im April 1945 ein Zug der Aufklärungsabteilung (mot.) der Division 

der Waffen-SS Nord in der Ruhestellung von den vordringenden Amerikanern überrascht, so daß er sich nicht 

mehr zur Wehr setzen konnte. Sämtliche Angehörige des Zuges, unter ihnen Zugführer Wilhelm Brunke, 

wurden, obwohl sie bereits waffenlos waren, rücksichtslos zusammengeschossen. Nur durch einen 

überlebenden Soldaten, Josef Heinold, erfuhren später die Angehörigen von dem Massaker. 

Das evangelische Kirchengemeindeblatt der Kirchengemeinde Orlach- Jungholzhausen, Kreis Schwäbisch-Hall, 

hat eine Reihe dieser seltsamen Umerziehungsmethoden festgehalten. Den Aufzeichnungen entnehmen wir 

nachstehende erschütternde Darstellungen: 

» ... zuerst der im April 1945 in unseren Gemeinden Gefallenen: 

Im IX. Kapitel dieser Chronik habe ich erzählt, daß die Amerikaner im Arresthäusle am Feuersee in Orlach drei 
gefangene deutsche Soldaten erschossen haben. Das geschah am 16. April 1945. Die Namen der Toten durfte 
ich nicht feststellen. Jedenfalls sind die drei von den Amerikanern nach Bensheim- Auer-bach an der Bergstraße 
abgefahren worden und dort auf dem Soldatenfriedhof begraben... 

In Jungholzhausen, wo am 15. April 1945 noch erbittert gekämpft worden ist, habe ich über 25 Namen 
deutscher Soldaten festgestellt, die zum Teil im Kampf gefallen, zum Teil in der Gefangenschaft erschossen 
worden sind ... « 

Am Tage des Einmarsches der Amerikaner in Rosenheim, es war der 2. oder 3. Mai, hielt sich im Hause 
Rosenheim, Innstraße 61, der SS-Sturmmann Franz Sigl bei einer befreundeten Familie auf. Als Genesender 
war er noch Patient des Reservelazaretts Rosenheim und trug Uniform. Auf Anraten der Familie Mayer verbarg 
sich Sigl, als die Amerikaner kamen, im Keller. Sie fanden jedoch Sigl, stellten ihn an die Hausmauer und 



erschossen ihn. Seine Leiche mußte tagelang an Ort und Stelle liegenbleiben und durfte vorerst nicht beerdigt 
werden. Heute hat er im Heldenfriedhof von Rosenheim die letzte Ruhestätte gefunden. 

In Roggenstein, Kreis Vohenstrauß, in der Oberpfalz befand sich weder eine Verteidigungsstelle noch ein 
einziger deutscher Soldat. Die Amerikaner, die einrückten, wandten sich daher mit größtem Interesse der 
Brauerei des Bürgermeisters Anton Wolf zu und verlangten Schnaps und andere alkoholische Getränke. Als 
dieser dem Wunsch nur zögernd nachkam, weil er wahrscheinlich - nicht zu Unrecht - die Folgen fürchtete, 
verprügelten die Amerikaner Anton Wolf, stießen ihn schließlich aus seinem Gehöft hinaus und trieben ihn über 
einen steilen Hang talwärts. Auf dem jenseitigen Hang wurde er dann kurzerhand erschossen. Später wurde die 
Leiche Anton Wolfs von seinen 
-298- 

Angehörigen geborgen und zusammen mit einem siebzehnjährigen Waffen-SS-Soldaten, den die Amerikaner 
waffenlos auf dem Rückmarsch in die Heimat erwischt und erschossen hatten, begraben. 
Wie oft wurde doch den deutschen Soldaten vorgeworfen, sie hätten wiederholt Gefangene, deren sie sich 
entledigen wollten, »auf der Flucht« erschossen. Wie die amerikanischen Truppen dies handhabten, zeigt 
nachstehender Fall: 

Am 5. Mai 1945 besetzten amerikanische Vorausabteilungen ohne Kampf die Stadt Passau und Umgebung. 
Von hier aus fuhren sie in einem Lastwagen nach Erlau, wo sie wie überall alle anwesenden deutschen 
Soldaten, auch jene, die schon längst abgemustert hatten, zur Meldung aufforderten. Unter jenen, die sich 
meldeten, befand sich der landwirtschaftliche Arbeiter Otto Lauterbach, der als Infanterist der Deutschen 
Wehrmacht durch einen Armschuß verwundet worden war und als Gefreiter Ende April einen achttägigen 
Heimaturlaub vom Lazarett erhalten hatte. Er meldete sich im Schulhaus und wurde mit zahlreichen Kameraden 
auf ein Lastauto verladen. Angeblich sollten sie in das Lager Tittling gebracht werden. Ob sich die Amerikaner 
nun verfuhren, kann niemand sagen, jedenfalls kam der Transport in die Gegend von Wegscheid im Bayeri- 
schen Wald. Unter den Gefangenen entstand daraufhin eine große Unruhe, und besonders Gefreiter Lauterbach, 
der von der Ostfront her die Russen kannte, sagte zu seinen Kameraden, daß er niemals in sowjetische 
Gefangenschaft kommen wollte. Die Fahrt ging nämlich sichtlich immer mehr in Richtung der 
D emarkationslinie . 

Otto Lauterbach sprang bei einer passenden Gelegenheit vom Fahrzeug, erkannte aber sogleich, daß er sich 
verrechnet hatte und die Flucht aussichtslos war. Er lief mit erhobenen Händen zum Fahrzeug zurück und bat 
die Amerikaner, ihn wieder aufsteigen zu lassen. Der Transport war sofort stehengeblieben. Einer der 
amerikanischen Bewachungssoldaten hob die Maschinenpistole und jagte dem dicht vor ihm stehenden Otto 
Lauterbach die volle Garbe ins Gesicht. 

Erst Ende Mai wurde Lauterbach durch den Kaufmann Braunauer aus Wegscheid durch Zufall aufgefunden. 
Diese Straße, die der Transport gefahren war, wurde damals nicht benutzt. Da die Leiche schon stark verwest 
war, konnte man nur an der Uniform feststellen, daß es sich um einen Deutschen handelte. Er wurde auf dem 
Friedhof in Wegscheid beigesetzt, und erst als seine Kameraden aus dem Lager Tittling entlassen wurden, 
erfuhr die unglückliche Mutter, der bereits vier Söhne in der Deutschen Wehrmacht gefallen waren, daß nun der 
fünfte »auf der Flucht« erschossen worden war. 

In Veitsbronn, Landkreis Fürth, marschierten am 17. April 1945 in drei Kolonnen gefangene deutsche Soldaten 
auf der Straße von Langenzenn nach Burg Farrnbach. Sie mußten mit über dem Kopf erhobenen Händen 
marschie- 
-299- 

ren. Am Schluß einer dieser Kolonnen marschierten zwei Gefangene, die offensichtlich schon vorher 
ausgesondert worden waren. 

Frau Renz in Bernbach berichtet, daß bei der Ortschaft Bernbach zwei Amerikaner die beiden Gefangenen ein 
Stück des Weges zwischen Bernbach und Bahnübergang die Böschung hinauf bis zu einer Sandgrube führten. 
Man hörte kurz darauf Schüsse, und die Amerikaner kamen allein zurück. Da sofort nach dem Einmarsch der 
Amerikaner bei Androhung der Erschießung eine totale Ausgangssperre verhängt worden war, wagte niemand, 
sich um die beiden Unglücklichen zu kümmern. Erst nach vier Tagen getrauten sich die Einwohner zu der 



Sandgrube, wo sie die beiden jungen Soldaten tot vorfanden. Einer der beiden hatte noch ein Verbandpäckchen 
in der ausgestreckten Hand. Wahrscheinlich wollte er sich verbinden und starb darüber. Der andere hatte 
sterbend noch auf einen Zettel eine Adresse gekritzelt. Sie lautete: Friedrich Rohe, Neheim-Hüsten, Rohrstraße 
3. Erkennungsmarken, Ausweispapiere und Photos waren den Toten von ihren Mördern vorher abgenommen 
worden. 

Auf Grund dieser ergreifenden Todesnachricht gelang es später, wenigstens einen von ihnen zu identifizieren. 
Es handelte sich um den am 4. August 1927 geborenen Kanonier der Waffen-SS Ewald Rohe, der erst im 
Februar 1945 in die Freimann-Kaserne nach München eingezogen worden war und hier verbluten mußte. Bevor 
er starb, schrieb er noch die Adresse seines Vaters auf, damit seine Angehörigen benachrichtigt werden 
könnten. 

Im Dorf Kleinweil, Post Großweil, wurden am 30. April 1945 zwei deutsche Soldaten gefangengenommen; 
einer von ihnen hieß Horst Liebig, geboren am 23. August 1923 in Breslau. Er war nicht bei der Waffen-SS, 
sondern bei der Deutschen Kriegsmarine. 

Die Gemeindeverwaltung Kleinweil berichtete am 27. Februar 1960 über das Schicksal dieser beiden deutschen 
Soldaten: 

»Beide Soldaten wurden von den amerikanischen Truppen an einer Hauswand erschossen. Dieselben waren 
sofort tot und mußten am Straßenrand des Gemeindebodens, Strecke Kleinwell-Großweil, beerdigt werden. Sie 
durften damals nicht im Friedhof beigesetzt werden. Die Gräber wurden mit einfachen Holzkreuzen kenntlich 
gemacht, und die Grabhügel trugen stets frische Blumen, von Einwohnern besorgt. 

Am Mittwoch, dem 13. Dezember 1950, wurden beide Leichen exhumiert und nach dem Soldatenfriedhof auf 
Veranlassung des Bayer. Innenministeriums umgebettet und dort würdig beigesetzt.« 

Am 26. April 1955 veröffentlichte die »Eichstätter Volkszeitung« auf Seite 5 einen Gedenkartikel unter dem 

Titel »Meilenhofen und Zell vor zehn Jahren«. Das Blatt beschrieb die Ereignisse wie folgt: 

»Am 25. April sind amerikanische Truppen in unsere beiden Ortschaften einmarschiert, aus Richtung 

Biesenhard kommend. Nachdem kurz zuvor eine 

-300- 

deutsche Einheit von Zell aus noch sinnlosen Widerstand geleistet hatte, eröffnete am 25. April im Laufe des 
Tages die feindliche Artillerie aus Richtung Haselberg das Feuer auf die Ortschaft Zell. Zahlreiche Granaten 
schlugen im Ortsbereich ein. Dabei wurden die Scheunen der Bauern Peter Eberle, Josef Lehmeier und Michael 
Grubmann in Brand geschossen. Das ganze Gehöft, Mühle, Wohnhaus, Stallung und Scheune des 
Mühlenbesitzers und Bauern Johann Mei-linger gingen in Flammen auf. Auch die Scheunen der Bauern Josef 
Gößl und Josef Böhm (damals Therese Heindl) in Meilenhofen wurden durch Feuer vernichtet. Als sich, die 
deutsche Einheit zurückgezogen hatte und das Feuer zeitweise eingestellt wurde, ging ein Einwohner mit einer 
weißen Fahne den amerikanischen Truppen entgegen. Dadurch blieb die Ortschaft Zell von weiteren 
Zerstörungen verschont. 

Auch die Sehnfarter Mühle wurde von amerikanischen Truppen beschossen. Nachdem Frau Vogel mit ihrem 
Sohn mit einer weißen Fahne den amerikanischen Truppen, die von Bergen kamen, entgegenging, blieb auch 
die Einöde vor der Vernichtung verschont. 

Bei der Ortschaft Zell liegen zirka zwanzig deutsche Soldaten, die damals gefallen sind, im Heldenfriedhof 
begraben.« 

Hierzu gibt Paul Hassold, Schriftleiter in Weißenburg, der das Überrollen durch die Amerikaner in Zell a. d. 
Speck miterlebte, folgende Schilderungen: 

»Dieser kleine Ort wurde durch leichte Flak verteidigt. Nachdem die Flakeinheit keinen Infanterieschutz mehr 
hatte, ergaben sich achtzehn Mann den Amerikanern. Diese achtzehn Mann wurden von den Amerikanern nach 
der Gefangennahme erschossen, teilweise mit erhobenen Händen, bzw. über dem Kopf gekreuzten Armen. 
Diese Soldaten starben durch Genickschuß der Amerikaner. Bei Unterhaltungen mit Offizieren dieser Einheit 
erklärten dieselben, daß sie das Vorkommnis bedauern würden. Ein Sergeant erklärte: »Waren sich rotes SS 
(Flak hatte rote Spiegel), werden von uns alle erschossen !" 

Die Einheit ist unbekannt, der Deckname muß "Tango fwd" gelautet haben, denn mehrere Schilder mit dieser 
Aufschrift bezeichneten den Weg zu dieser US-Einheit. Der Pfarrer von Zell, der diese Flaksoldaten beerdigt 



hat, wird bestätigen können, daß diese Schuß Verletzungen im Nacken trugen und daß der Nacken verbrannt und 
geschwollen war; die Schüsse wurden aus allernächster Nähe abgefeuert, wie es von Erzählungen der Taten 
russischer NKWD-Kom-missare bekannt ist.« 

Peter Gebhardt, Besitzer der Brauerei Wifling bei Erding, hatte einem kriegsgefangenen Franzosen, der frech 
geworden war, eine Ohrfeige gegeben. Als die Amerikaner einmarschierten, denunzierte der Franzose den 
Brauereibesitzer. Die Amerikaner holten mit vorgehaltener Maschinenpistole Peter Gebhardt aus dem Keller 
der Brauerei, zwangen ihn auf den Bug eines Panzers und fuhren in Richtung St. Koloman ab. Dort stießen sie 
Peter Gebhardt vom Pan- 
-301- 

zer, trieben ihn in den Wald und erschossen ihn. Erst am nächsten Tag erlaubten die Amerikaner den Frauen, 
den Toten im Morgengrauen zu bergen. Auf dem Friedhof in Wifling fand Peter Gebhardt seine letzte Ruhe. 
Das »Straubinger Tageblatt« veröffentlichte aus der Feder seines Mitarbeiters Dr. R. S. am 17. September 1951 
einen umfangreichen Bericht über die alliierten Kriegsverbrechen unter der Überschrift »Die Vilshofener 
Bürgermorde werden aufgerollt«. 

Jedoch nicht nur in der Justiz sind jene alliierten Kriegsverbrecher dem Zugriff der Gerechtigkeit entzogen, 
selbst die sogenannten Institute der öffentlichen Meinungsbildung, vor allem Rundfunk, Presse, Fernsehen, 
verschwelgen und vertuschen dem deutschen Volk die unumstößliche Tatsache, daß eben im Kriege 
Kriegsverbrechen von allen Armeen begangen wurden, nicht nur von den deutschen. 

Nur wenige kleine Heimatzeitungen waren mutig genug, die blutigen Tatsachen aufzuzeichnen und die 
Wahrheit zu schreiben. Unter anderem auch das »Straubinger Tageblatt«. Es schrieb: 

»Wie wir in der letzten Nummer unserer Zeitung berichteten, hat Landtagsabgeordneter Alfons Gaßner kürzlich 
bei der Staatsanwaltschaft Passau Anzeige wegen der willkürlichen Erschießung von Vilshofener Bürgern am 9. 
und 10. Mai 1945 erhoben. Die Staatsanwaltschaft hat diese Anzeige angenommen. Gegenwärtig sind Beamte 
der Kriminalaußenstelle Griesbach bemüht, Licht in das Dunkel der fünf Morde zu bringen. Die Hinrichtungen 
der fünf Vilshofener Bürger wurden zwar durch amerikanische Soldaten als Willkürverbrechen von einzelnen 
begangen, doch behauptet das Gerücht, daß an den Bürgermorden auch Einwohner von Vilshofen als Anstifter 
und Denunzianten mitschuldig seien. Darüber hinaus dürften einige Männer wegen Leichenschändung vor den 
Richter kommen. 

Die Untersuchungen der Kriminalpolizei erwiesen sich zunächst als überaus schwierig, da die Angehörigen der 
Ermordeten die ganze Affäre lieber der Vergangenheit anheimfallen lassen wollten und da sie den 
mitschuldigen Deutschen, die sie selbst kaum oder nur vermutungsweise kennen, nichts nachtragen wollen. 
Licht in das Dunkel könnte erst mit Sicherheit kommen, wenn die beiden Mörder - ein ehemaliger KZler, Henry 
Robert, und der ehemalige amerikanische Militärpolizist Jackson, genannt Jacks, durch die amerikanische Poli- 
zei einvernommen würden, wie das jüngst in einem Fall in Italien geschah, wo Italien dann sogar die 
Auslieferung der beiden Mörder verlangte. Wenn man 1945 auch in Niederbayern die Amerikaner als Befreier 
erwartete, so hat kein Vorfall in Niederbayern eine größere Enttäuschung hervorgerufen als die Vilshofener 
Bürgermorde und dem Ansehen des amerikanischen Volkes mehr geschadet. Daher ist es auch zu begrüßen, 
wenn die Besatzungsmacht an der Aufdekkung der Verbrechen mitwirkt und die Arbeit der Staatsanwaltschaft 
unter- 
-302- 

stützt. Hat doch auch der damalige Gouverneur Oberst Mannik im Namen der Militärregierung sich von den 
Untaten distanziert und sein Bedauern über die Erschießungen als Willkürverbrechen eines einzelnen erklärt. 
Eine Kampfgruppe war an jenem Tag angefahren, und nachts drangen zwei Soldaten in die Wohnung des 
75jährigen Kaufmanns Franz Danzer ein. Sie drückten die verschlossene Türe ein, holten den Mann heraus und 
forderten von ihm Wein, Schnaps und "Fräuleins". Es sei hier ausdrücklich richtiggestellt, daß es sich nicht um 
Negersoldaten handelte. Danzer erklärte, er habe das nicht, sie seien falsch dran. Daraufhin schleuderten sie 
Danzer zu Boden, warfen sich auf ihn und schlugen ihn fürchterlich. Immer wieder verlangten sie, "wo sind 
deine vier Söhne, wo ist dein Sohn Wolf, der bei der SS war". Diese Behauptung stimmte nicht. Wolf war 
lediglich in einem SS-Lazarett. Der eine Sohn weilte mit seinem Vater ausnahmsweise gerade in jener Nacht in 



seiner Wohnung, während sich die übrigen Kinder mit der Mutter bei deren Angehörigen aufhielten. Als die 
Amerikaner immer wieder Wein verlangten, lief der Bub fort über den Hof, um bei einer Eisenbahnerfamilie 
eine Flasche Wein zu erbitten. Unterdessen hörte er seinen Vater ganz erbärmlich um Hilfe rufen. Als der Sohn 
zurückkam, ließen die beiden Soldaten von dem Halberschlagenen ab. Sie hatten ihm die Schädeldecke 
eingeschlagen und die Schlagader zertrümmert, wie der Leichenarzt feststellte, so daß innere Verblutungen 
eintraten. 

Der Sohn hob ihn auf ein Sofa. Bevor die Amerikaner fortgingen, versetzten sie ihm noch einen Schlag mit der 

Faust. "Gott sei Dank, daß Mama nicht da war", stöhnte der Sterbende. Er konnte sich nicht mehr fassen. 

"Was war das? Gell, das waren Russen", sagte er, denn sterbend dachte er nicht daran, daß es Amerikaner 

waren, well Danzer viele Hoffnungen auf die Befreiung durch die Amerikaner gesetzt hatte. 

Von geistlicher Seite wurde uns bestätigt, und auch seine Frau mußte es uns zugeben, daß Danzer, ein tapferer 

Katholik, immer bedauert hatte, daß er nicht in die Missionen hatte gehen dürfen und daß er oft den Wunsch 

äußerte, als Märtyrer zu sterben. Einige Male hatte er erklärt, er würde sein Leben hergeben, dafür, daß 

Schedlbauer (der das nächste Opfer sein sollte) in Frieden mit Gott von dieser Welt scheiden würde. 

Noch hatte sich die Empörung der Bevölkerung nicht gelegt, als am 8. Mal der Fall Schedlbauer bekannt wurde. 

Hans Schedlbauer war die einzige kleine Parteigröße unter allen ermordeten Bürgern. Er war Adjutant bei 

einem SA-Sturm. 

Ein Auge hing ihm heraus, der blutunterlaufene Kopf war zur Größe eines Kübels angeschwollen und der 
bejahrte Mann nicht mehr wiederzuerkennen. So wurde er auf dem Sozius eines Motorrades durch die Stadt 
gefahren. 

Eine ähnliche Tortur erlebte am 9. Mai Hans Helling, Inhaber einer bekannten Drogerie und Fruchtsaftfabrik, 

der im Postgebäude am Bahnhof wohn- 

-303- 

te. Auch dieser ehrliche, rechtschaffene Bürger wurde durch die Stadt gefahren, auf dem Kühler eines Jeeps 
gefesselt. Der 5 5 jährige Bezirkszollkommissar Hans Schlöger wurde in seiner Wohnung verhaftet, wo ihn 
seine Frau tapfer verteidigte. Sie schlug dabei dem Ami z. B. die goldene Uhr aus der Hand, die glück- 
licherweise in ihre Schürzentasche fiel. Er wurde ins Landratsamt getrieben, und zwar mit erhobenen Händen, 
Pistolenläufe im Rücken, und dort in ein Zimmer gesperrt. Die Verhaftungen waren von dem amerikanischen 
Militärpolizisten Jacks und dem ehemaligen KZler Henry Robert vorgenommen worden. 
Als nächster folgte der heute 53jährige Steueroberinspektor Josef Schlager, der einzige, der den Mord 
überlebte. Er berichtet uns, wie er am 9. Mai abends gegen 18.30 Uhr eben gehört hatte, daß sein Freund 
Helling verhaftet worden sei. Auf dem Weg in die Stadt (er wohnte damals am Stadtplatz 15) sah er seine 
Köchin von einem MP-Mann und einem Zivilisten begleitet, nämlich Jacks und Henry Robert, die Vilsvorstadt 
heraufgehen. Mit vorgehaltener Pistole verhafteten sie ihn, entrissen ihm seine Mappe und trieben ihm mit 
Schlägen und Boxhieben in seine Wohnung, die sie anschließend durchwühlten und plünderten. Schlager wurde 
gezwungen, einige Uniformstücke anzuziehen. Dann wurde er ebenso wie seine anderen Todesgefährten durch 
die Stadt zum Landratsamt getrieben. Als sie sich den Stadtlichtspielen näherten, machten sie vor der Ka- 
puzinerstraße 30 halt. 

Unter dem Vorwand, sie müßten bei Mielach die Wohnung nach versteckten Waffen durchsuchen, drangen 
Jacks und Robert in die Wohnung ein und verhafteten den Steuerinspektor Ludwig Mielach. Mit beiden ging es 
dann zum Landratsamt, wo die anderen Todeskandidaten, Hans Schedlbauer, Hans Helling, Hans Schlöger und 
ein deutscher Soldat, bereits zusammengetrieben waren, berichtet uns Josef Schlager. In diesem Augenblick 
verschlägt es dem 5 3 jährigen mit seinem klugen und durchdringenden Blick die Stimme. Vor ihm erscheint 
der grauenvolle Anblick Schedlbauers, der nicht mehr stehen konnte. Entweder war das Gehirn verletzt, oder er 
war mit Bajonettstichen verwundet. Um uns wahre KZ-Qualen erleben zu lassen, rief dann der ehemalige KZler 
Henry Robert zu uns in das Zimmer herein, daß wir alle erschossen würden. Niemand konnte sich vorstellen, 
weshalb uns diese Strafe ereilen sollte, da wir doch gar nichts auf dem "Kerbholz" hatten, fuhr Herr Schlager 
fort. 

Es war vielleicht gegen 9 Uhr abends, als wir sechs Häftlinge mit einem amerikanischen Lastwagen 
weggefahren wurden. Schedlbauer mußte auf den Wagen gehoben werden. Die Fahrt ging nach Osterhofen, vor 



Pleinting hielt der Wagen plötzlich an. Schedlbauer wurde in den nahegelegenen Wald jenseits des Bahnkörpers 
gebracht. 

Ich hörte an die acht Schüsse hintereinander, die Schedlbauer von seinen 
-304- 

Qualen erlösten. Als Jackson und Robert allein wieder zurückgekommen waren, ging die Fahrt nach Osterhofen 
weiter. 

In Osterhofen waren im Moosersaal mehr als 50 ehemalige französische Kriegsgefangene einquartiert. Jacks 
und Robert sperrten uns fünf, Mielach, Schlöger, Helling, den deutschen Soldaten und mich, im Nebenzimmer 
ein. Wiederholt stießen die Franzosen die Tür auf und teilten uns höhnisch mit, daß wir morgen kaputt gemacht 
würden, und plünderten uns restlos aus. Fast mit einer kleinen Freude berichtet unser Augenzeuge, daß er dabei 
seine Stiefel opfern mußte und dafür große Schnürschuhe erhielt, die ihm hernach seine Flucht erleichterten. 
Statt der Hosenträger und Gürtel erhielten wir dicke Strikke. Vielleicht mit der Hinterabsicht, wir würden uns 
angesichts der angedrohten Erschießung mit den Stricken aufhängen. Körperlich und seelisch gebrochen, lagen 
wir schweigend auf dem Boden. Wir durften nicht miteinander reden. Anderntags, am 10. Mai, mußte ich das 
Quartier der französischen Kriegsgefangenen auskehren. Dabei hagelte es Schläge mit einer schweren Latte. 
Schon in der Nacht hatte ich den Gedanken einer Flucht aufgegriffen. Ich wartete nur auf geeignete 
Gelegenheit. 

Während der deutsche Soldat in Osterhofen zurückblieb - was aus ihm geworden ist, weiß ich nicht -, wurden 
wir vier, Mielach, Schlöger, Helling und ich - mit einem amerikanischen Lkw nach Plattling gefahren. Henry 
Robert war nicht mehr dabei. Der Lastwagen hielt unterwegs dreimal. Jacks, der uns bewachte, ließ uns 
absteigen, "zur Erschießung", wie er höhnisch sagte. Immer wieder wurde aber sein Vorhaben vereitelt, da 
jedesmal Leute vorbeikamen. Schon allein das bewies, daß es sich hier um einen Mord handelte, nicht um eine 
eigentliche Hinrichtung, denn sonst hätte Jacks keine Angst vor Zeugen gehabt. Dreimal machten wir uns auf 
den Tod gefaßt, und dreimal mußten wir wieder einsteigen. Kurz vor Plattling machte der Lastwagen kehrt und 
fuhr nach Pleinting zurück. Als wir wieder — und zwar in der Nähe der Stelle, wo sie am Tage vorher 
Schedlbauer umgelegt hatten, ausgestiegen waren, fuhr der Lastwagen weg. Jacks trieb uns als Bewacher in 
Richtung Vilshofen. 

Als ein anderer amerikanischer Lastwagen kam, hielt ihn Jacks an, verhandelte mit dem Fahrer und seinen drei 
Begleitern, drei amerikanischen Soldaten. Dann mußten wir aufsteigen, und die Fahrt ging weiter durch 
Vilshofen und durch Sandbach. Dort, wo die Straße links über die Eisenbahn nach Passau weiterging, ging es 
rechts den Berg hinauf in Richtung Fürstenzell und in den Wald hinein. In der Nähe der Panzersperre vor 
Jägerwirth mußten wir absteigen. Zwei wurden links und zwei rechts vom Wagen gestellt. 
Ich stand links vom Wagen mit Helling, Schlöger und Mielach wurden von einem jungen Bürschchen auf der 
anderen Seite bewacht. Da packte mich Jacks am Kragen und stellte mich hinter Helling. Wahrscheinlich wollte 
er uns mit einem Schuß umlegen. In diesem Augenblick trat ich dem baumlangen Kerl in 
-305- 

den Bauch oder gegen das Schienbein - ich kann mich nicht mehr so genau entsinnen, so rasch spielte sich alles 
ab. Im Nu hatte ich die beiden viel zu großen Schnürschuhe von den Füßen geschleudert und lief und lief. Die 
dicken Bäume in dem dichten Hochwald boten mir Deckung. Ich schoß im Zickzack hin und her. Die Kugeln 
klatschten gegen die Baumstämme. Der Amerikaner rannte hinter mir her. Doch plötzlich war der Wald aus, 
eine Wiese lag vor mir, die mir keine Deckung geben konnte. Ich sah den Amerikaner an die 15 Meter hinter 
mir. Obwohl ich im Zickzack weiterlief, traf mich ein Schuß am linken Unterarm. Der Atem ging mir aus, als 
ich vor dem Bauernhaus, dem Anwesen Forster, glücklich ankam. Doch leider war das Haus verschlossen. 
Durch eine Bretterlücke schlüpfte ich in die Tenne und versteckte mich in einer Hafertruhe. Den Ellenbogen 
zwischen Deckel und Truhe geklemmt, um atmen zu können und zugleich auch, um nahende Schritte zu hören. 
Doch das Blut hämmerte so in meinen Adern, daß ich kaum etwas hören konnte. Nicht einmal die Schüsse hörte 
ich, die droben im Wald meine drei unschuldigen Gefährten zu Boden streckten. 

So lag ich ein oder zwei Stunden in der Hafertruhe. Als sich schließlich doch keine Amerikaner zeigten und ich 
mich etwas erholt hatte, stieg ich aus meinem Versteck heraus und ging - was ich heute selbst nicht begreifen 



kann - an den Tatort der Erschießung zurück. Rechts von der Straße lagen die Leichen von Helling und Mielach 
übereinander; sie waren von vielen Schüssen getroffen. Die Leiche von Schlöger sah ich erst nicht. Er lag aber 
ungefähr 50 Meter seitwärts ebenfalls in seinem Blute, von mehreren Schüssen durchbohrt. Ich nehme an, daß 
er, ähnlich wie ich, die Gelegenheit wahrnahm und flüchtete, dabei aber wurde er von einer mörderischen 
Kugel niedergestreckt. Ich legte die Hände ineinander und betete das erste Vaterunser für meine toten 
Kameraden und dankte dem Himmel für das große Glück, daß ich gerettet wurde. Einem der Toten war der 
Schuß von rückwärts durch den Kopf gedrungen, so daß das rechte Auge heraushing. Bei dem anderen war die 
Gehirnmasse herausgequollen." 

Als unser Augenzeuge so weit berichtet hatte, trat eine Schweigepause ein, die der Tragik der Toten und dem 
Glück des Überlebenden galten. Schlager berichtet weiter, daß er sich dann in einem tiefen Dickicht des Waldes 
versteckte; 

später habe er erfahren, daß vier Amerikaner in einem Jeep kamen und den Wald durchsuchten. Er trieb sich 
mehrere Tage in den Wäldern herum und versteckte sich bei Bekannten in der Nähe von Igelbach. Seine 
Tochter hatte sich gleich nach seiner Verhaftung um seine Freilassung bemüht. Als es ihr dann endlich 
gelungen war, eine schriftliche Bestätigung der Militärregierung zu erhalten, daß gegen ihn nicht das geringste 
vorlag, daß er ruhig wieder nach Vilshofen kommen könne, kehrte er nach neun Tagen in seine Heimat zurück. 
"Von den Toten kann ich nur sagen, es waren die besten Menschen, die ich 
-306- 

in meinem Leben kennengelernt habe", erklärte uns Herr Schlager. "Was mich am meisten schmerzt, ist dies, 
daß die drei Toten nicht einmal wissen, warum sie erschossen wurden. Mein Wunsch wäre es, daß ich einen 
jener Burschen einmal ohne Zeugen erwischen könnte." 

Damit hat unser Augenzeuge die Hoffnung aller ausgesprochen, denen die Gerechtigkeit eine Herzenssache ist. 
Es ist eine ehrenvolle Aufgabe für alle, mitzuhelfen, daß den Toten Gerechtigkeit widerfährt und die Mörder 
und Mitschuldigen die gerechte Strafe erleiden, damit auch diese Verbrechen gesühnt werden. Es ist ein 
erfreuliches Zeichen, daß Ordnung und Gerechtigkeitssinn wiederkehren, denn hier sind Unschuldige ermordet 
worden. Selbst wenn es sich um Schuldige gehandelt hätte, so wäre durch nichts eine solche Hinrichtung 
gerechtfertigt, denn in einem Rechts- und Kulturstaat muß die Gerechtigkeit ihr Urteil sprechen, und nur das 
Gericht darf einem Menschen das Leben nehmen. Und wie seinerzeit die Leichen, denen erst ein schlichtes 
Grab im Totenwald von Jägerwirth bereitet worden war, auf dem Vilshofener Friedhof beigesetzt wurden, so 
sollen die Bürgermorde heute an die richtige Stelle, vor den Richter kommen. 

Wenn man mit den Witwen der Ermordeten und dem einzigen Überlebenden spricht, so ist es über allen Zweifel 
erhaben, daß der KZler Henry Robert, der angeblich ein Schweizer gewesen sein soll, und der MP-Soldat 
Jackson Listen der Ermordeten gehabt haben müssen. 

Wie wäre es sonst möglich, daß sie genau die Adressen der sechs Toten wußten, sie in ihren Wohnungen oder 
sogar von der Straße weg verhaften konnten? Gerüchte wollen wissen, daß Jacks bei den Verhaftungen eine 
Liste mitgeführt habe. Henry Robert lebt heute in Amerika, wo er mit ärztlichen Instrumenten hausiert. Jacks 
wohnt im Hause des Schirmgeschäfts Knödl am Luitpoldplatz, und dort dürfte auch wahrscheinlich sein voller 
Name bekannt sein. Die Untersuchung würde wesentlich erleichtert und beschleunigt, wenn die beiden 
Haupttäter einvernommen werden könnten; dazu ist allerdings die Hilfe der Besatzungsmacht notwendig. 
Der bekannte Heilpraktiker H. H. Pfarrer Alois Bieringer, bei dem Henry Robert in Behandlung war, erklärte 
uns, daß der angebliche Jacks nach den Angaben von Henry Robert ein Student der Journalistik in Boston 
gewesen sei. Als Grund der Erschießung für Schedlbauer gab Robert an, Schedlbauer habe Polen und andere 
Kriegsgefangene schwer mißhandelt. Hans Helling sei nur umgelegt worden, weil er der Kommandant des 
Volkssturmes gewesen sei. Die Behauptung, daß Jacks täglich bei ihm zur Kommunion gegangen sei, 
bezeichnet Pfarrer Bieringer als glatten Schwindel. 

Kurz nach der ersten medizinischen Behandlung wurde Jacks von einem amerikanischen Oberfeldwebel bei 
ihm zur weiteren Behandlung vorgeführt. Diesmal jedoch ohne Waffen und Koppel. Auf die Frage Bieringers, 
warum sie 
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zu zweien seien, erklärte der amerikanische Oberfeldwebel, "Jacks sei bereits von einem Kriegsgericht in Linz 
verhandelt worden und stehe unter Bewachung" 

"Nach etwa drei Wochen", erklärte Pfarrer Bieringer weiter, "erschien der Oberfeldwebel auf Ersuchen des 
Patienten Jacks und erzählte mir, Jacks sei durch ein hohes amerikanisches Gericht in dieser Sache nochmals 
(in Salzburg?) verhandelt worden, sei aber freigesprochen worden, weil die Erschießung von Schedlbauer und 
Helling noch unter Kriegsgericht falle, nachdem die kriegerischen Aktionen gegen Bayern noch nicht 
abgeschlossen waren. 

Mir ist aber aufgefallen, daß bei der weiteren und letzten Vorführung Jacks dieser noch waffen- und koppellos 
war. Nachdem Jacks, etwa 22 bis 23 Jahre alt, nicht Deutsch reden konnte. Interpellierte der amerikanische 
Feldwebel, daß Jacks in kürzester Zelt entlassen würde und ein Interesse daran hätte, daß seine Behandlung in 
dieser Zeit erledigt werde." 

Pfarrer Bieringer hatte den Eindruck, "daß die wahrscheinlich erfolgte Anzeige der Angehörigen der 
Betroffenen Schedlbauer und Helling auf Mord durch das amtierende Kriegsgericht aufgegriffen worden ist, 
Jacks wahrscheinlich zu irgendeiner Strafe verurteilt wurde, deren restlichen Posten er wohl in Amerika 
abzusitzen hatte. Warum wäre Jacks mit dem amerikanischen Oberfeldwebel ohne Waffen und Koppel 
gekommen?" 

Dieser soll weiter als Grund für die Erschießungen angegeben haben, "die Vier haben gesehen, wie er 
Schedlbauer erschossen habe, und hätten gegen ihn aussagen können. Sie hätten ferner dem Volkssturm 
angehört, und schließlich wollte er auch einmal ein Abenteuer erleben."« 
Der »Nabburger Volksbote« berichtete am 29. April 1961: 

»Am Samstag, 28. April 1945, befand sich Bürgermeister Haller zwischen 10.30 und 11 Uhr im 
Stadtratsgebäude. Er war gerade weggegangen, um für einen französischen Kriegsgefangenen eine Besorgung 
zu erledigen, als drei amerikanische Soldaten auftauchten und nach ihm fragten. Sie entfernten sich wieder 
unverrichteter Dinge. Niemand weiß, woher sie kamen, niemand weiß, wer sie schickte. Eines aber wissen alle: 
Sie kamen nicht von selbst! 

Bürgermeister Haller kehrte bald wieder in das Stadtverwaltungsgebäude zurück und begab sich dann mit 
ehemaligen russischen Häftlingen in einen Nebenraum, der als Lagerraum für allerlei Gebrauchsgegenstände 
diente. Zwischenzeitlich trafen auch die Amerikaner zum zweiten Mal ein. Sie fuhren mit Bürgermeister Haller 
ab, der schnell noch der Aufforderung nachkam, seinen Hut mitzunehmen. 

Wie Leute bekundeten; die damals zur Verrichtung von Feldarbeiten Ausgang hatten, sahen sie ein 
amerikanisches Militärfahrzeug, das mit drei Soldaten und Bürgermeister Haller besetzt war. Dieses Fahrzeug 
fuhr etwa eine Viertelstunde später wieder stadteinwärts. Sie ahnten Schlimmes. Ein Nabbur- 
-308- 

ger, der sich als Kriegsgefangener auf dem Rückweg in seine Heimatstadt befand, war in der Nähe der 
Josefikapelk ebenfalls Zeuge dieser grauenvollen Todesfahrt. Er erkannte Bürgermeister Haller, der ihm zurief, 
und bemerkte, daß das Militärfahrzeug kurz hinter seinem Standort anhielt. Hinter einem dort stehenden Stadel 
trat plötzlich ein Mann hervor und näherte sich dem Fahrzeug. Selbst etwas ängstlich - er kam ja gerade aus 
Gefangenschaft - machte er sich unverzüglich aus dem Staube. 

Ein Bauer aus Passelsdorf, der am frühen Vormittag nach Nabburg gegangen war und nach Erledigung einiger 
Besorgungen seinen Heimweg wieder antrat, fand dann den ermordeten Bürgermeister. Er beging auf seinem 
Helmweg den sogenannten Passelsdorfer Kirchsteig. Als er an dem Waldweg zwischen der Grenze der 
Stadtwaldabteilung Neuweiher angelangt war, sah er von weitem am rechten Wegrand etwas liegen, das er 
zunächst für einen Mantel hielt. Als er langsam näher kam, erkannte er aber zu seinem Entsetzen, daß da ein 
toter Mann lag. Er lag mit der rechten Körperseite und der rechten Gesichtsseite auf dem Rain, die Füße auf 
dem Weg herunter. Obwohl er nur die linke Gesichtshälfte sehen konnte, erkannte er Bürgermeister Haller. 
Der Bauer versicherte eindringlich, daß er den Toten nicht berührt habe. Haller lag also zu diesem Zeitpunkt 
mit dem Rücken nach oben auf der blutgetränkten Erde. Ein erschütterndes Bild - das Opfer brutaler Mörder, 
die die Gesetze Gottes mit den Füßen treten! 

Obwohl die Mordtat am Samstag in Nabburg bekannt geworden war, wurde erst am Sonntag der hiesige 
Totengräber mit dem Wegtransport der Leiche beauftragt. Die noch unter dem Druck der Ereignisse stehende 



Bevölkerung traute sich damals kein Wort über den Vorfall in den Mund zu nehmen. Man munkelte nur, und 
auch bis zum heutigen Tage wird es nicht leise um diese zum Himmel schreiende Mordtat. Als das Totengefährt 
an der ihm näher bezeichneten Stelle eintraf, lag Bürgermeister Haller nicht mehr mit dem Rücken nach oben, 
sondern auf dem Rücken. In einer Entfernung von 2 bis 3 Metern hatte eine Blutlache den Weg rot gefärbt. 
Einige Tage später fanden sich noch zwei Patronenhülsen, die ein amerikanischer Offizier an sich nahm. 
Bürgermeister Haller war durch zwei Schüsse durch die Brust und durch eine Stichverletzung durch das rechte 
Auge brutal ermordet worden. Wer hat den Toten gewendet? Lebte er vielleicht noch, obwohl man ihn 
rücklings feige niedergeschossen hatte? Woher und weshalb sonst der Stich ins Auge! Bedienen sich die bis auf 
die Zähne bewaffneten Amerikaner einer Stichwaffe? Unwahrscheinlich, daß die Waffen von drei 
amerikanischen Soldaten nur zwei Patronen enthielten. Waren es überhaupt Amerikaner, die die Tat verübten, 
oder waren es Zivilisten? 

Erst nach der Einlieferung des Toten in das Leichenhaus erfuhren die Angehörigen von diesem schrecklichen 

Vorfall. Sie hatten, obwohl Bürgermeister 

-309- 

Haller schon einen Tag abgängig war, immer noch Hoffnung, daß er wieder zurückkehren werde. Aber es kam 
anders. Man hatte den Totengräber mit der Übermittlung dieser erschütternden Nachricht beauftragt. Es wäre 
Schuld und Pflicht gewesen, hier einen anderen Weg zu finden. Am Mittwoch, dem 2. Mai 1945, nachmittags 
fand die Beerdigung statt. Es waren nur wenige Nabburger, die davon Kunde erhielten und daher dem toten 
Bürgermeister die letzte Ehre erwiesen. Später hat die Stadt Nabburg in Dankbarkeit ein Gedenkkreuz errichten 
lassen, zu dessen Einweihung sich viele Bürger aus Nabburg und der Umgebung einfanden. Es wird in fernen 
Zeiten noch davon künden, daß hier Ausgeburten der menschlichen Gesellschaft ein nie wieder gut zu 
machendes Unrecht begangen haben. Auch in einem Stadtratsprotokoll ist der Beschluß zur Aufstellung dieses 
Gedenksteins niedergelegt worden. Die Erstformulierung, die unverständlicherweise von einem "verstorbenen" 
Bürgermeister Haller berichtete, mußte den Tatsachen entsprechend abgeändert werden.« 
Die Zahl derer, die in jenen Tagen »verstorben« wurden, wird wohl nie erfaßbar sein! 

In Nabburg gewann eine zwanzigjährige Angestellte auf einem Bauernball im Rahmen einer zehnköpfigen 
Tippgemeinschaft einen hohen Lottogewinn. Die »Landshuter Zeitung« vom 9. Februar 1960 brachte dieses 
erfreuliche Ereignis unter der Überschrift »Das war der schönste Ball meines Lebens«. Der Schlußsatz dieser 
kleinen lokalen Reportage allerdings beleuchtete grell und unbarmherzig die Zustände, die 1945 in Bayern und 
überall dort herrschten, wo die Sieger durch die Lande zogen. Er lautete: »Die zwanzigjährige Luise Haller ist 
die einzige Tochter einer Witwe, deren Mann nach dem Krieg starb und die mit einer Rente von 60 Mark hatte 
auskommen müssen. Ihr Großvater war in Nabburg Bürgermeister gewesen und von den Amerikanern in den 
Nachkriegswirren erschossen worden.« 

In einem Bericht über das Klostergut Mitterndorf schrieb das »Oberbayerische Volksblatt« am 9. September 
1960 unter anderem: »Mitterndorf mußte Ende April [1945] die Besatzung durch die SS über sich ergehen 
lassen. Vor Ankunft der Amerikaner verbargen sie sich im Moor, später finden sie in den Wäldern von 
Seebruck durch Erschießen den Tod.« 

Am 7. Mai 1960 veröffentlichte die »Passauer Neue Presse« einen Erinnerungsbericht, betitelt »Der letzte Akt: 
Die Stadt Passau kapituliert«. Über das Vorgehen der Amerikaner schreibt das Blatt dabei unter anderem: »So 
wurden beispielsweise in und bei Tittling am 29. April 1945 - dem Tag, an dem der Ort besetzt wurde - zwei 
SS-Männer erschossen, als keine Kampfhandlungen mehr stattfanden. Der 41 jährige SS-Unterscharführer 
Erich Altena aus Duisburg radelte an diesem Tag von Passau nach Tittling, um seine dort untergebrachte Frau 
zu besuchen. Er wußte nicht, daß im Markt schon amerikanische Truppen standen. In Neukirchen fuhr er einer 
US-Panzereinheit direkt vor die 
-310- 

Raupen. Mit den Worten: "Du SS", nahm man ihm das Koppel ab und verabreichte ihm einige Schläge. Als er 
dann gefilzt wurde, fanden die GIs eine Illustrierte bei ihm, in der sie Karikaturen von Roosevelt, Churchill und 
Stalin entdeckten. Nach Augenzeugenberichten gerieten sie darüber in einen solchen Zorn, daß sie Altena 
zwangen, die Zeitschrift zu essen. Später nahmen sie ihn auf einem Panzer mit und ließen ihn dann außerhalb 
der Ortschaft Neukirchen über eine Wiese laufen. Dabei wurde er mit einer Maschinenpistole erschossen. 



Einem anderen deutschen Gefangenen sagte einer der Amerikaner dabei: 
"Wir erschießen alle SS, ob Offizier oder Mann." 

Der Baumeister Josef Stadier aus Bernbach bei Hutthurm wurde am 1. Mai 1945 erschossen, weil man ihn für 
einen SS-Mann hielt. Er war auch wirklich Angehöriger der allgemeinen SS und überzeugter Nationalsozialist. 
Aber die Amerikaner trafen ihre Feststellung auf Grund einer Verwechslung. Sie fanden einen Feuerwehr- 
Dienstanzug und hielten diesen für eine SS-Uniform. Auch Stadler wurde auf dem Kühler eines Jeeps zu seiner 
Hinrichtungsstätte transportiert. Man fand ihn im Hutthurmer Wald mit drei Kugeln in der Brust. Seine Ehefrau 
glaubt heute noch, daß Stadler das Opfer eines Denunzianten wurde.« 

Jedoch nicht nur in Zeitungsberichten, in eidesstattlichen Zeugenaussagen ersteht vor uns amerikanisches 
Kriegsverbrechen, sondern auch in richtiggehenden Dokumenten. 

Die HIAG Regensburg bemühte sich, im Rahmen ihrer Vermißtenaufklärung das Schicksal Gefallener 
festzustellen. In einem Schreiben vom 12. Juli 1956 wandte sich der damalige Suchdienstbeauftragte Hans 
Joachim List an das Hauptquartier der US-Armee in Heidelberg. Er schrieb: 

»Vor den Gräbern der Gefallenen 
verstummt der Haß, der dem Kriege entsteigt, 
und nur der edle Sinn ihres Opfers 
gewinne Gestalt über das Leben! 

Sehr geehrte Herren! 

Die HIAG hat es sich mit zur vornehmsten Aufgabe gemacht, einmal Angehörige, die vermißte Väter, Männer 
oder Söhne des letzten Krieges suchen, in diesem Bemühen zu unterstützen, und zum zweiten zu versuchen, 
von Gräbern unbekannter Soldaten die Identität festzustellen, die Angehörigen aufzufinden und zu 
benachrichtigen. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz, der Deutschen 
Kriegsgräberfürsorge und allen einschlägigen Ämtern und Behörden. 

Im Zuge unserer Bemühungen wurde uns von der Deutschen Kriegsgräberfürsorge über das hiesige 

Bestattungsamt eine Liste zur Verfügung gestellt, bei 

-311- 

der wir Schicksale antreffen, die durch unsere Eigeninitiative allein nicht gelöst werden können. 

So wurde Ende April 1945 bei Großenried, Kreis Neuburg, ein Unbekannter von Angehörigen der US-Armee 

erschossen (Feldgrab 250 Meter nördlich der Heiltenbacher Mühle). 

Drei unbekannte SS-Angehörige wurden im April 1945 in Rainsdorf angeblich von amerikanischen Truppen 
wegen ihrer Zugehörigkeit zur Waffen-SS erschlagen (Grablage Walting, Krs. Cham/Opf), Erkennungsmarken 
fehlten bei der Umbettung. 

Zwei Unbekannte wurden im April 1945 in Katzberg von US-Einheiten erschossen (Kreis Cham/Opf). 
Am 26. April 1945 verstarb in Lichteneck Horst Morsch (Grablage Thenried, Krs. Kötzting; Feldgrab auf dem 
Grundstück Vogel), Papiere und Erkennungsmarke wurden von den amerikanischen Truppen mitgenommen. 
Ebenfalls am 26. April 1945 verstarb in Lichteneck der Uffz. Georg Hachmann (Grablage: Thenried, Krs. 
Kötzting; Feldgrab Wiesengrab bei Lichteneck). Nach Aussagen von verschiedenen Ortseinwohnern wurde der 
schwerverwundete Uffz. von amerikanischen Truppen totgeschlagen (Schädel zerschlagen). Papiere und 
Erkennungsmarke wurden von den amerikanischen Soldaten mitgenommen. 

Am 26. April 1945 verstarben in Lengfeld, Krs. Kelheim, zwanzig unbekannte Soldaten. (Nach unseren 
bisherigen Ermittlungen handelt es sich vermutlich um Angehörige der SS-Division "Nibelungen".) Papiere und 
Erkennungsmarken fehlen. Von vierzehn weiteren, teils unbekannten Toten liegen die Erkennungsmarken vor. 
Aus diesen scheint hervorzugehen, daß es sich meist um Wehrmachtsangehörige handelt, die im März 1945 
noch der Waffen-SS eingegliedert wurden. 



Am 28. April 1945 wurden fünfzehn Angehörige der Waffen-SS in Eberstetten, Kreis Pfaffenhofen, von 
amerikanischen Truppen erschossen. Papiere und Erkennungsmarken wurden den uns Unbekannten von den 
amerikanischen Truppen abgenommen. Sammelgrab befand sich an der Straße Eberstetten nach Pfaffenhofen. 
Wir sind der festen Überzeugung, daß diese Liquidierungen von deutschen Soldaten nicht im Einverständnis 
der damaligen amerikanischen Truppenführung vorgenommen wurden, sondern lediglich der Eigenmächtigkeit 
einzelner Einheitsführer und einer unguten Propaganda zuzuschreiben sind. Es ist auch nicht unsere Absicht, an 
dieser Stelle solche Handlungen zu verurteilen, die bedauerlicherweise in einem Krieg vom Ausmaß des letzten 
auf allen Seiten vorgekommen sind, jedoch nur der Waffen-SS das Prädikat Kriegsverbrecher eingebracht 
haben. 

Wir bitten das Hauptquartier der US-Armee vielmehr im Namen der An- 
-312- 

gehörigen, die heute, elf Jahre nach Kriegsende, immer noch auf Nachricht über das Schicksal der Vermißten 
warten, uns in unseren Bemühungen zu unterstützen. 

Es wird Ihnen sicherlich möglich sein, Einheiten und Einheitsführer der damals in den erwähnten Gegenden 
kämpfenden US-Verbände festzustellen und nach Verbleib der Erkennungsmarken und Papiere sowie über die 
Umstände, die zum Ableben der Unbekannten führten, Erkundigungen einzuziehen. 

Wir setzen voraus, daß das Hauptquartier der US-Armee für unsere Situation Verständnis aufbringen wird. Eine 
Bestätigung des Deutschen Roten Kreuzes, aus der hervorgeht, daß wir uns mit Suchaufgaben befassen, fügen 
wir zur Einsichtnahme bei. Wir bitten, uns diese Bestätigung nach Kenntnisnahme wieder zuzuschicken. 
Da wir uns vorstellen können, daß die eventuell von Ihnen angestellten Recherchen längere Zeit in Anspruch 
nehmen werden, dürfen wir Sie hiermit um einen Vorbescheid bitten, der uns davon unterrichtet, ob wir 
grundsätzlich Ihrer Unterstützung gewärtig sein dürfen. 

Für Ihr Entgegenkommen danken wir Ihnen im voraus, auch im Namen der Hinterbliebenen, die auf Klarheit 
über das Schicksal ihrer Vermißten harren. 

Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung HIAG-Kreisgemeinschaft Regensburg gez. Hans Joachim List.« 
Kurz darauf sandte die HIAG Regensburg einen Nachtrag zu ihrem Schreiben vom 12. Juli 1956: »Am 20. 
April verstarb in Loosburg ein unbekannter SS-Oberscharführer der 2. weiß-ruth. SS-Division, 2./E. Pol. Schtz. 
Reg. 2-659 (Grablage Hütten, Krs. Neustadt W.N.). Der Oberscharführer war am Bein verwundet, hatte blondes 
Haar, Schädeldecke zerstört. Soll durch Genickschuß von amerikanischen Truppen getötet worden sein.« 
Die amerikanische Antwort war geradezu klassisch: 

»Headquarters, US Army, Europe AEACA 312.1 CA 

APO 403 3. August 1956 

Mr. Hans Joachim List 

Roter Brachweg 29 

Regensburg 

Dear Mr. List, 

Your letter dated 12 July 1956 has been received at this headquarter and will receive appropriate attention. 
-313- 

In the event this headquarter can be of any assistance to your Organization you will be so advised. 

As requested in your letter, we are returning your German Red Cross cer-tificate. 

1 Incl: Certificate Tp:Heid Mil 8134 

Sincerely Irving W. Munroe, Captain, AGC, Asst. AG. 

Kein Wort von den eingeschlagenen deutschen Schädeldecken, keine Zeile über die amerikanischen 
Genickschüsse! Allerdings bezeichnenderweise auch kein Dementi. Der wesentliche Satz des Schreibens lautet: 
»Wenn das Hauptquartier Ihrer Organisation irgendwie helfen kann, werden Sie davon unterrichtet.« 
Diese Unterrichtung ist allerdings nie erfolgt. 



Hans Linberger wurde in den Brückenkopfkämpfen ostwärts Kiew durch Pak- Volltreffer schwer verwundet. 
Sein linker Oberarm wurde abgerissen, sein Körper mit Splittern übersät. Es war seine vierte Verwundung. Er 
wurde nach langem Lazarettaufenthalt als Oberscharführer der Waffen-SS am 9. März 1945 zur 
Ersatzkompanie nach Dachau entlassen. 

Am79. April 1945 legten die durchweg Schwerversehrten und nichtfront-verwendungsfähigen Ersatzleute ihre 
Waffen nieder, meldeten sich beim leitenden Arzt des Standortlazaretts, Dr. Dr. Schröder, und wurden in eine 
Baracke eingewiesen. In einer anderen Baracke waren evakuierte Frauen und Kinder untergebracht. Das 
Sanitätspersonal richtete sich auf die Kapitulation ein. Ärzte waren durch weiße Mäntel, Apotheker und das 
Sanitätspersonal durch die internationale Rote -Kreuz-Armbinde gekennzeichnet. Aus dem Raum Schleißheim 
hörten die Verwundeten und die Genesenden des Lazaretts Gefechtslärm. Dort kämpfte einige Zeit noch immer 
deutsche Flak. Dann, etwa um 16.30 Uhr, wurde es ruhig. 

Trotzdem fielen plötzlich vereinzelt Schüsse, obwohl kein deutscher Widerstand geboten wurde. Feldwebel 
Linberger nahm nun eine Rote-Kreuz-Hand-flagge und ging zum Eingang des Lazaretts. Er war dort durch 
seinen leeren linken Ärmel weithin als Schwerversehrter gekennzeichnet. Den stoßtruppartig einrückenden 
Amerikanern erklärte er sofort, daß es sich hier um ein Lazarett handle, das selbstverständlich waffenlos 
übergeben werde. Ein Amerikaner setzte ihm die Maschinenpistole auf die Brust und schlug ihm ins Gesicht. 
Ein anderer schrie: »Du Ruski bekämpfen, nix gut.« Trotzdem ließen sie von Linberger ab und stürmten nun 
das Lazarett. Der Linberger zuerst bedrohende Amerikaner schoß im Flur einer Lazarettbaracke einen 
unbekannten Versehrten zusammen, der regungslos liegenblieb. 
-314- 

Alle Ärzte wurden aus den Behandlungsräumen gejagt, ebenso die Apotheker und das Sanitätspersonal. Dr. Dr. 
Schröder, der als leitender Arzt das Lazarett den Amerikanern formgerecht übergeben wollte, wurde von ihnen 
so zusammengeschlagen, daß er einen Schädelbasisbruch erlitt. 

Die Amerikaner trieben alle Gehfähigen mit den Frauen und Kindern im Lazarettgelände zusammen und dann 
auf die Straße vor dem Heizwerk. Dort sortierten sie alles, was nach Waffen-SS aussah, plünderten die 
Gefangenen zuerst mit vorgehaltener Pistole aus und nahmen ihnen Uhren, Ringe, Drehbleistifte, Füllfedern 
und Geld ab. Dann wurden die Gefangenen in den hufeisenförmig abgemauerten Hof des Heizwerkes gejagt. 
Dort standen nun Arm- und Beinamputierte, Ärzte, Apotheker, Sanitätspersonal, Angehörige der WTL und der 
Ingenieurschule, der Verwaltungsschule und sogar ausländische Angehörige der SS-Strafkompanie, die wegen 
Zersetzung der Wehrkraft und ähnlicher Delikte in Dachau lagen. Halbrechts von Hans Linberger stand der 
Spieß der E.-Komp. WTL, Oberscharführer Jäger. 

Die Amerikaner stellten ein Maschinengewehr vor der Masse auf. Dann kamen amerikanische Kriegsberichter, 
photographierten und filmten die Gruppe. Mitten darin eröffnete der MG-Schütze das Feuer. Mit einem Feuer- 
stoß von links nach rechts und zur Mitte zurück legte er die Masse der etwa vierzig Männer, die an der Wand 
standen, um. Die Frauen und Kinder sahen mit weitaufgerissenen Augen zu. 

Der Feldwebel Hans Linberger gab für das Deutsche Rote Kreuz an Eides Statt nachstehende Schilderung 
dieses Massenmordes: 

»Der unmittelbar hinter mir stehende Kamerad fiel mit dem letzten Aufschrei — au, die Schweine schießen auf 
den Bauch — über mich, da ich mich aus unerklärlichen Gründen einfach fallen hatte lassen. Es war mir 
gleichgültig, ob es mich im Stehen oder im Liegen erwischte. So bekam ich nur das Blut des Toten, der aus der 
Brust stark blutete, über Kopf und Gesicht, daß ich schwer angeschlagen aussah. In der Feuerpause, die 
eingetreten war und für mich nur durch die angetrunkenen Häftlinge erklärt wird, die sich mit Schaufeln 
bewaffnet hatten, um einen Mann mit Namen Weiß zu erschlagen, war es mir und den anderen Kameraden 
möglich, die Situation zu überblicken. Verschiedene krochen auf die Amerikaner zu und wollten sich als 
Ausländer ausweisen -wieder andere versuchten zu erklären, daß sie mit dem KZ nie etwas zu tun hatten. 
Dieser Weiß jedoch sagte: »Beruhigt euch, wir sterben für Deutschland A 

Oberscharführer Jäger fragte mich im Liegen, ob es mich erwischt habe, das mußte ich verneinen. Er hatte am 
rechten Unterarm einen Durchschuß abbekommen. Ich teilte rasch eine letzte Rippe Schokolade mit ihm, da wir 
auf den Genickschuß warteten. Ein Mann mit Rot-Kreuz -Armbinde warf uns Rasierklingen zu und sagte: "Da, 



macht euch fertig!" Jäger schnitt sich den angeschossenen Arm in der Pulsgegend auf, den linken schnitt ich, 

und wie er mir als 

-315- 

Amputierter die Klinge ansetzen will, da kommt ein Offizier der Amerikaner mit dem zusammengeschlagenen 
Dr. Dr. Schröder, der sich kaum auf den Beinen halten konnte, und hat die Aktion der Erschießung eingestellt. 
So konnten wir unsere frischverwundeten Kameraden mit herausschleppen. Ich erinnere mich noch an einen 
Kameraden mit Bauchsteckschuß, der mit uns nach Dachau hingeführt wurde, wo sie uns im Saal der 
Gastwirtschaft Hörhammer mit allen Schattierungen der Truppenteile zusammenpferchten. Unterwegs wurden 
wir von Plünderern aus den Truppenlagern angespuckt und zum Aufhängen empfohlen. Bei dieser Aktion sind 
etwa zwölf Tote namenlos liegengeblieben. Wie ich später erfahren konnte, wurden die Papiere und Erken- 
nungsmarken auf amerikanischen Befehl entfernt, und Kommandos deutscher Kriegsgefangener sollen die 
Toten an mir unbekannten Stellen vergraben haben. 

Während der Erschießungsaktion hat sich die Ehefrau eines Dr. Müller mit dem ich vor Jahren in Briefwechsel 
trat, mit ihren zwei Kindern aus Verzweiflung vergiftet. Das Grab dieser Menschen konnte ich ausfindig 
machen, in diesem sollen acht SS- Angehörige liegen, worunter sich auch Oberscharführer Maier befindet. 
Maier war Oberschenkelamputierter und wurde an einer anderen Stelle des Lazarettgeländes an der 
Abgrenzungsmauer zusammengeschossen. Er lag einen Tag mit Bauchschuß und bat Frau Steinmann, daß sie 
ihn erschlagen solle, da er es nicht mehr ertrage. Der eintretende Tod hat aber Frau Steinmann von dem letzten 
Wunsch des Kameraden entbunden. 

In der Nähe des Lazarettleichenhauses wurden vermutlich die anderen Kameraden an der Mauer erschossen, da 
später durch mich die Einschläge an der Mauer festgestellt wurden. Das Grab wurde mir als späterem PW im 
gleichen Lazarettgelände durch die Frau eines früheren KZ-Insassen bekannt, die an Allerseelen 1 946 an den 
Lagerzaun herantrat und weinend ihrer im gleichen Grab bestatteten Kinder gedachte. Die Kinder müssen nach 
dem Zusammenbruch und der Übernahme des Lazaretts durch die Amerikaner im Lazaretthospital verstorben 
sein. Weitere in dem eingeebneten Grab bestattete Waffen-SS-Angehörige sind aus dem Suchdienstakt zu 
ermitteln.« 

Anton Bergermayer erklärte am 19. Mai 1964 an Eides Statt: 

»Im Sommer 1945 lag das IV. SS-Panzerkorps, dessen Angehöriger ich war (früher Stabsbatterie IV./SS-Pz.AR 
5 "Wiking"), im Raum Riegsee/Oberbayern. Bis auf wenige Ausnahmen lagen die Einheiten auf freiem Feld am 
Ostufer des Riegsees. Da die von den Amerikanern angelieferte Verpflegung fast Null war, konnte man auf den 
Lagerwiesen keinen Grashalm und an den Bäumen keine Rinde und keine Blätter mehr finden ... 
Eines Morgens, es war im Juni oder Juli 1945, wurden mitten im Lagerbereich Tannenäste aufgebreitet und 
darauf zwei tote SS-Männer gebettet. Wir haben in Erfahrung gebracht, daß die beiden noch sehr jungen 
Männer während 
-316- 

der Nacht in einem Dorf der Umgebung - die Lagergrenzen waren um diese Zeit nicht durch Stacheldraht 
gekennzeichnet - bei Bauern um Brot gebettelt hätten. Sie wurden von einer amerikanischen Streife 
festgenommen und einem Leutnant vorgeführt. Der amerikanische Leutnant sei mit den beiden Männern auf die 
Straße gegangen und habe sie nach Bolschewistenart durch Genickschuß ermordet. Am Morgen mußten die 
Leichen von SS-Männern abgeholt und im Lager aufgebahrt werden, wo sie bei brütender Hitze als 
abschreckendes Beispiel liegen mußten. Auf die Dauer der Aufbahrung kann ich mich nicht mehr erinnern, ich 
glaube, es hat sich um zwei Tage gehandelt. Meines Wissens wurden die Leichen auf dem Ortsfriedhof von 
Aidling am Riegsee/Obb. bestattet und müssen die Gräber, sofern keine Umbettung erfolgt, dort noch 
auffindbar sein.« 

Es gibt für diese erbärmliche Behandlung deutscher Gefangener durch amerikanische Truppen sogar eine 
amerikanische Kronzeugin: die Schriftstellerin Marguerite Higgins, die in ihrem Buch »News in a singular 
thing« ihre Erlebnisse und Beobachtungen 1945 schildert. Daraus nur ein kleiner Auszug: 
»Ein aufgeregter junger Gl lief zu Knauth [einem anderen amerikanischen Korrespondenten]. Er zog ihn am 
Ärmel und zischte ihm zu: "He, wenn Sie zur Presse gehören und wirklich etwas sehen wollen, folgen Sie mir. 
Man haut sie da gerade zusammen." 



"Wer haut wen?" warf ich ein. Aber Knauth und der Gl schritten schon davon. Ich folgte ihnen. Der Gl führte 
uns an das Haupttor des Konzentrationslagers [Buchenwald], an dessen beiden Selten je ein enges rechteckiges 
Gebäude stand, das Zellenblöcke enthielt. Der amerikanische Soldat betrat das Gebäude auf unserer Rechten, 
und wir kamen unmittelbar hinter ihm. Wir fanden uns einer langen Halle gegenüber, die voll stand und von 
aufgeregt durcheinander redenden Amerikanern, die in zwei Reihen nebeneinander aufgestellt waren. Die Halle 
war parallel und stieß an die Zellenblöcke. "Platz für die Presse!" schrie unser Soldat in einem Ton, der die 
Freude an der Aufmerksamkeit, die er erregte, zeigte. Während der Soldat dazwischenlief, verschafften Knauth 
und ich uns unseren freien Weg zum Beginn der Linie. Wie wir näherkamen, konnten wir Schläge und Schreie 
der Gequältheit hören. 

"He, Charley, das ist genug! Jetzt bin ich dran!" schrie einer der GIs. Knauth und ich erreichten endlich den 
Beginn der Linie. "Charly" kam gerade aus einem der Zellenblöcke heraus und grinste triumphierend. Hinter 
den Gittern der Zelle, uns unmittelbar gegenüber, waren drei uniformierte Deutsche. Zwei von ihnen, 
zerschlagen und blutüberströmt, lagen bewußtlos am Boden hingestreckt. Ein dritter Deutscher wurde am 
Haarschopf hochgehalten (ich werde ihn nicht vergessen, er hatte rote Haare wie Karotten). Ein Gl drosch 
abwechselnd seinen Leib und schlug ihm ins Gesicht. Als das Opfer stöhnte und seufzte, brüllte der Gl immer 
wieder: 

die Schnauze, verdammter Kraut!" 
-317- 

Amputierter die Klinge ansetzen will, da kommt ein Offizier der Amerikaner mit dem zusammengeschlagenen 
Dr. Dr. Schröder, der sich kaum auf den Beinen halten konnte, und hat die Aktion der Erschießung eingestellt. 
So konnten wir unsere frischverwundeten Kameraden mit herausschleppen. Ich erinnere mich noch an einen 
Kameraden mit Bauchsteckschuß, der mit uns nach Dachau hingeführt wurde, wo sie uns im Saal der 
Gastwirtschaft Hörhammer mit allen Schattierungen der Truppenteile zusammenpferchten. Unterwegs wurden 
wir von Plünderern aus den Truppenlagern angespuckt und zum Aufhängen empfohlen. Bei dieser Aktion sind 
etwa zwölf Tote namenlos liegengeblieben. Wie ich später erfahren konnte, wurden die Papiere und Erken- 
nungsmarken auf amerikanischen Befehl entfernt, und Kommandos deutscher Kriegsgefangener sollen die 
Toten an mir unbekannten Stellen vergraben haben. 

Während der Erschießungsaktion hat sich die Ehefrau eines Dr. Müller mit dem ich vor Jahren in Briefwechsel 
trat, mit ihren zwei Kindern aus Verzweiflung vergiftet. Das Grab dieser Menschen konnte ich ausfindig 
machen, in diesem sollen acht SS- Angehörige liegen, worunter sich auch Oberscharführer Maier befindet. 
Maier war Oberschenkelamputierter und wurde an einer anderen Stelle des Lazarettgeländes an der 
Abgrenzungsmauer zusammengeschossen. Er lag einen Tag mit Bauchschuß und bat Frau Steinmann, daß sie 
ihn erschlagen solle, da er es nicht mehr ertrage. Der eintretende Tod hat aber Frau Steinmann von dem letzten 
Wunsch des Kameraden entbunden. 

In der Nähe des Lazarettleichenhauses wurden vermutlich die anderen Kameraden an der Mauer erschossen, da 
später durch mich die Einschläge an der Mauer festgestellt wurden. Das Grab wurde mir als späterem PW im 
gleichen Lazarettgelände durch die Frau eines früheren KZ-Insassen bekannt, die an Allerseelen 1946 an den 
Lagerzaun herantrat und weinend ihrer im gleichen Grab bestatteten Kinder gedachte. Die Kinder müssen nach 
dem Zusammenbruch und der Übernahme des Lazaretts durch die Amerikaner im Lazaretthospital verstorben 
sein. Weitere in dem eingeebneten Grab bestattete Waffen-SS-Angehörige sind aus dem Suchdienstakt zu 
ermitteln.« 

Anton Bergermayer erklärte am 19. Mai 1964 an Eides Statt: 

»Im Sommer 1945 lag das IV. SS-Panzerkorps, dessen Angehöriger ich war (früher Stabsbatterie IV./SS-Pz.AR 
5 "Wiking"), im Raum Riegsee/Oberbayern. Bis auf wenige Ausnahmen lagen die Einheiten auf freiem Feld am 
Ostufer des Riegsees. Da die von den Amerikanern angelieferte Verpflegung fast Null war, konnte man auf den 
Lagerwiesen keinen Grashalm und an den Bäumen keine Rinde und keine Blätter mehr finden ... 
Eines Morgens, es war im Juni oder Juli 1945, wurden mitten im Lagerbereich Tannenäste aufgebreitet und 
darauf zwei tote SS-Männer gebettet. Wir haben in Erfahrung gebracht, daß die beiden noch sehr jungen 
Männer während 
-316- 



der Nacht in einem Dorf der Umgebung - die Lagergrenzen waren um diese Zeit nicht durch Stacheldraht 
gekennzeichnet - bei Bauern um Brot gebettelt hätten. Sie wurden von einer amerikanischen Streife 
festgenommen und einem Leutnant vorgeführt. Der amerikanische Leutnant sei mit den beiden Männern auf die 
Straße gegangen und habe sie nach Bolschewistenart durch Genickschuß ermordet. Am Morgen mußten die 
Leichen von SS-Männern abgeholt und im Lager aufgebahrt werden, wo sie bei brütender Hitze als 
abschreckendes Beispiel liegen mußten. Auf die Dauer der Aufbahrung kann ich mich nicht mehr erinnern, ich 
glaube, es hat sich um zwei Tage gehandelt. Meines Wissens wurden die Leichen auf dem Ortsfriedhof von 
Aidling am Riegsee/Obb. bestattet und müssen die Gräber, sofern keine Umbettung erfolgt, dort noch 
auffindbar sein.« 

Es gibt für diese erbärmliche Behandlung deutscher Gefangener durch amerikanische Truppen sogar eine 
amerikanische Kronzeugin: die Schriftstellerin Marguerite Higgins, die in ihrem Buch »News in a singular 
thing« ihre Erlebnisse und Beobachtungen 1945 schildert. Daraus nur ein kleiner Auszug: 
»Ein aufgeregter junger Gl lief zu Knauth [einem anderen amerikanischen Korrespondenten]. Er zog ihn am 
Ärmel und zischte ihm zu: "He, wenn Sie zur Presse gehören und wirklich etwas sehen wollen, folgen Sie mir. 
Man haut sie da gerade zusammen." 

"Wer haut wen?" warf ich ein. Aber Knauth und der Gl schritten schon davon. Ich folgte ihnen. Der Gl führte 
uns an das Haupttor des Konzentrationslagers [Buchenwald], an dessen beiden Selten je ein enges rechteckiges 
Gebäude stand, das Zellenblöcke enthielt. Der amerikanische Soldat betrat das Gebäude auf unserer Rechten, 
und wir kamen unmittelbar hinter ihm. Wir fanden uns einer langen Halle gegenüber, die voll stand und von 
aufgeregt durcheinander redenden Amerikanern, die in zwei Reihen nebeneinander aufgestellt waren. Die Halle 
war parallel und stieß an die Zellenblöcke. "Platz für die Presse!" schrie unser Soldat in einem Ton, der die 
Freude an der Aufmerksamkeit, die er erregte, zeigte. Während der Soldat dazwischenlief, verschafften Knauth 
und ich uns unseren freien Weg zum Beginn der Linie. Wie wir näherkamen, konnten wir Schläge und Schreie 
der Gequältheit hören. 

"He, Charley, das ist genug! Jetzt bin ich dran!" schrie einer der GIs. Knauth und ich erreichten endlich den 
Beginn der Linie. "Charly" kam gerade aus einem der Zellenblöcke heraus und grinste triumphierend. Hinter 
den Gittern der Zelle, uns unmittelbar gegenüber, waren drei uniformierte Deutsche. Zwei von ihnen, 
zerschlagen und blutüberströmt, lagen bewußtlos am Boden hingestreckt. Ein dritter Deutscher wurde am 
Haarschopf hochgehalten (ich werde ihn nicht vergessen, er hatte rote Haare wie Karotten). Ein Gl drosch 
abwechselnd seinen Leib und schlug ihm ins Gesicht. Als das Opfer stöhnte und seufzte, brüllte der Gl immer 
wieder: 

die Schnauze, verdammter Kraut!" 
-317- 

"Was ist denn los?" schrie ich über die Aufschreie und das Stöhnen hinweg zu dem nächsten der Soldaten, der 
zufällig Charley war. 

"Das sind SS-Jungen", brüllte Charley zurück und setzte stolz hinzu: "Wir haben sie in den Wäldern gefangen. 
Wir geben ihnen etwas von ihrer eigenen Medizin. Wir machen sie fertig für den Leichenhaufen dort!" 
Es stellte sich heraus, daß fast eine Viertelstunde lang die doppelte Reihe von zwanzig bis dreißig 
amerikanischen Soldaten ausgerichtet stand, um methodisch abwechselnd die sechs gefangenen Deutschen 
zusammenzuschlagen. Ich wandte mich an Knauth: "Sie wissen, was kommt, wenn wir irgend etwas sagen", 
bemerkte ich unglücklich. Bei der Brücke von Wasserburg hatten sich die GIs feindlich gegen einige 
Korrespondenten gewandt, die sie wegen der Tötung deutscher Kriegsgefangener fragten; einer von ihnen hatte 
schneidend gesagt: "Kleine Jungen und Mädchen, die häßliche Dinge nicht gern sehen, bleiben besser daheim 
am Kaminfeuer!" 

"Ich weiß", sagte Knauth, »hier muß doch irgendein Offizier in der Nähe sein." Zu meiner Erleichterung war er 
schnell und erfolgreich. Innerhalb von Minuten erschien ein Unterleutnant, schrie die Leute an und befahl 
ihnen, von ihren Opfern abzulassen. 

Es kam heraus, daß die aufgeregten GIs sechs junge Deutsche, die gar nicht Mitglieder der SS waren, gefangen 
hatten. Die jungen Menschen waren nur vor wenigen Tagen in ein Reichsarbeitsdienstbataillon eingezogen 
worden. Das war ein Teil des verzweifelten Versuches im letzten Augenblick, die Niederlage abzuwenden. 



Bevor die Dritte Armee dies Gebiet erobert hatte, waren die Jungen noch damit beschäftigt. Schutzgräben 

auszuwerfen, die nie mehr besetzt wurden. Der jüngste unter ihnen mit den karottenroten Haaren war vierzehn 

Jahre alt. Die anderen fünf deutschen Jungen in den Zellenblöcken waren zwischen vierzehn und siebzehn Jahre 

alt. Aber auf ihre Jugend und ihre Schuldlosigkeit kam es nicht an. Der springende Punkt ist hier, daß die GIs in 

den Zellenblöcken die gleiche Brutalität betrieben haben, die wir beim Feinde verurteilten.« 

Über die Ermordung deutscher Kriegsgefangener durch Amerikaner bei Wasserburg in Bayern sagte Miß 

Higgins: 

»Es begann zum ersten Male, wie ich sah, daß ein amerikanischer Soldat einen waffenlosen und hilflosen 
deutschen Kriegsgefangenen niederschoß. Dieses Erschießen oder - mit dem richtigen Wort: Ermorden - bei der 
Brücke von Wasserburg zerstörte einige sehr angenehme und in Schwarzweißmalerei gehaltene Auffassungen, 
die ich über die Verteilung von Gut und Böse unter den Menschen auf unserer Seite und den Menschen auf der 
anderen Seite entwickelt hatte.« 

Allein die Engländer hinterließen fast keine Spur. Selbst in Vahrendorf im Landkreis Marburg, wo am 26. April 

1945 etwa 20 größtenteils verwundete 

-318- 

junge deutsche Soldaten in die Hände der britischen Truppen fielen, anschließend erschossen und in einen 
Bombentrichter auf dem Hofanwesen des ehemaligen Bürgermeisters Witt geworfen und wahllos verscharrt 
wurden, gab es keinen prozeßsicheren Nachweis gegen die Mörder und ihre Truppe. 

Sicher ist, daß im Juni 1945 zwei englische Soldaten zum Bauern Witt kamen und ihm im Gespräch mitteilten, 
daß auf seinem Grund erschossene deutsche Soldaten verscharrt wurden. Die Überprüfungen bestätigten diese 
Angaben, und nun bemühte sich der Hofbesitzer Witt in Verbindung mit deutschen Behörden um eine 
ordentliche Beisetzung dieser letzten Kriegsopfer. 

Endlich im Frühjahr 1946 nahm das Beerdigungsinstitut Alves, Harburg, im Auftrag der Behörden eine 
Umbettung der Leichen vor, die dann anschließend an der Seite ihrer gefallenen Kameraden auf dem kleinen 
Heldenfriedhof an der Straße Vahrendorf-Alvessen beigesetzt wurden. 

Das Beerdigungsinstitut gab keine Auskunft. Die Behörden wissen von nichts. Nur die Toten bleiben tot. 
Wolfgang Buchwald, einer der jungen Kompanieführer in diesen Kämpfen, schilderte vor Jahren im »Wiking- 
Ruf« »Das Schicksal der Kampfgruppe "Panzerteufel"« und kam dabei auch auf die tragischen Vorkommnisse 
von Vahrendorf zu sprechen. 
Wolf gang Buchwald schrieb: 

»Wehrlose Verwundete erschossen. 

Auf dem Kompaniegefechtsstand überblickt Untersturmführer Früh nicht mehr die Lage. Seit einer Stunde 
kommt keine Meldung mehr von den Zügen. Sieben Bauernhäuser stehen bereits in Flammen. Das Vieh brüllt 
wie toll. Aber es sind keine Einwohner mehr im Dorf. Als wir in der Umgebung des Gefechtsstandes Ausschau 
halten, stürmen auf der Straße einige Tommies entlang. Sie gehen sofort in Deckung und nehmen uns unter 
Feuer. Uscha. Finkler erhält einen MPi-Feuerstoß in die Brust und ist sofort tot. Auch von rechts erhalten wir 
Feuer. Demnach ist das ganze Dorf umstellt, und wir sitzen in der Mausefalle. Der 3. Zug hat sich bereits 
abgesetzt, und wir folgen ihm schnellstens. Mittlerweile ist es hell geworden, und bis zum schützenden Wald an 
der Ausgangsstellung müssen wir über 1 km durch deckungsloses Gelände. Die englische Infanterie kann uns 
somit nicht folgen. Einschlag liegt neben Einschlag, und jeder kann von Glück sagen, wenn er lebend oder 
unverwundet den Wald erreicht. 

Am Panzergraben brechen die meisten Kameraden vor Erschöpfung zusammen. Die Marine leistet erste Hilfe, 
und unsere Sanis haben alle Hände voll zu tun. Die Gruppe Borowski hatte sich inzwischen vom Dorfrand 
entfernt, als sie plötzlich von einem Dachfenster aus von einem englischen SMG unter Feuer genommen wird. 
Hintereinander liegen alle 19 Mann, Kopf Richtung Wald, in einem kleinen Graben neben der Straße in 
Deckung. Man kann sich nicht be- 
-319- 

wegen, ohne das Feuer auf sich zu ziehen. Deshalb weiß auch keiner, was hinter ihm vorgeht. Das MG-Feuer ist 
pausenlos. Ab und zu schreit jemand vor Schmerz auf. Einer betet ununterbrochen das "Vaterunser", bis er 



plötzlich verstummt. Ein anderer springt auf, fallt aber sofort getroffen gegen den Stacheldrahtzaun. Der Körper 
wird von Kugeln durchlöchert. Uscha. Lindner hat einen Bauchschuß und liegt im Sterben. 
Borowski liegt an der Spitze. Als er sich eine bessere Deckung suchen will, wird ihm von einer MG-Garbe das 
linke Bein förmlich abgeschossen. Mit letzter Kraft erreicht er eine schützende Mulde. Zeitweise schwindet bei 
ihm das Bewußtsein. Doch er erkennt noch, wie sich von Sottorf 16 SPW nähern und die Besatzung an der 
Wegkreuzung absitzt. Ein hünenhafter Sergeant, der "John Bull" gerufen wird, marschiert an der Spitze. In der 
Hand hält er einen großen Colt. Aber keiner von den 19 Mann steht auf. Sie sind anscheinend schon tot oder 
schwerverwundet. Ab und zu hört Borowski einen Schuß. Die verwundeten Kameraden werden von ihren 
Schmerzen erlöst. Plötzlich springt der Gren. Schadow, der hinter Borowski liegt, auf und schreit um Hilfe. Er 
erhält einen Schuß in den Hoden und bricht zusammen. Uscha. Lindner wird von seinen Schmerzen erlöst. 
Borowski schwimmt in einer Blutlache. Er merkt noch, wie man ihm seine Uhr abnimmt, dann verliert er das 
Bewußtsein. Auf einer englischen Tragbahre erwacht er wieder und findet auf dem Verbandsplatz seinen 
Kameraden Schadow. Die beiden sind die einzigen Überlebenden. Die 17 toten Kameraden aber liegen noch 
tagelang in dem Graben. Nach dem Kriege finden wir sie in einem zugeschütteten Bombentrichter wieder. Wir 
können nur wenige identifizieren.« 

Anders war es schon in jenen Gebieten Norddeutschlands, die von den Engländern an die mit ihnen 
verbündeten Polen ausgeliefert wurden. Die Engländer gingen dabei sehr rigoros vor. In der Schrift »Volksfest« 
des Amtes Windheim zu Lahde, 24. und 25. September 1941, steht darüber zu lesen: 

»Am 9. April 1945 erschien bei dem Amtsbürgermeister in Lahde ein englischer Oberst mit einem 
deutschsprechenden Major und ließ erklären: "Da hinten sind zwei Camps, die eignen sich zur Aufnahme von 
Ausländern, und diese Stadt muß wahrscheinlich geräumt werden." 

In kurzer Zeit waren die Baracken, die für 600 bis 900 Mann vorgesehen waren, überfüllt, und schon am 10. 
April kam der erste Räumungsbefehl für Lahde. Es folgten die Befehle für Bierde am 19. April, Ilserheide am 1. 
Mai (beide englischen Originalbefehle für die Räumungen liegen noch vor), Raderhorst am 12. Mai und 
Preußisch- und Bückeburgisch-Frille am 15. Mai. Von der Evakuierung wurden auf englische Anordnung 
möglichst ausgeschlossen: Bäckereien, Schlachtereien, Ingenieure und Techniker, Polizei, Gemeindebeamte, 
Schmiede, Tischler, Maler, Lebensmittelhändler, Ärzte, Tierärzte und Hebam- 
-320- 

men. Während bei der Freimachung von Lahde, Bierde und Ilserheide die Bewohner noch die gesamten 
Einrichtungen; Lebens- und Futtermittel und das Vieh hatten mitnehmen können, mußte in Raderhorst und 
Frille die gesamte Einrichtung, insbesondere die Betten, zurückgelassen werden. Verpflegung wurde nur für 24 
Stunden erlaubt, so daß praktisch alle Lebensmittelvorräte, Eingeschlachtetes usw. den Ausländern überlassen 
werden mußten. Die Mitnahme des Viehs wurde freigestellt. Jeder Person wurden 100 kg Gepäck gestattet. 
Bierde, Ilserheide, Raderhorst und Frille wurden dann von Polen und Russen belegt. Am 20. Mai, dem 
Pfingstsonntag, wurde Wietersheim in der Zeit von 9.30 bis 13.00 Uhr geräumt. Päpinghausen und Cammer im 
Bückeburgischen folgten am 30. Mai mit einer Räumungsfrist von drei Stunden, die dann aber von dem 
englischen Offizier um zwei Stunden verlängert wurde!« 

Diese Massenzwangsevakuierung nach dem Kriege wurde von der englischen Kommandantur in Lahde, die aus 
Major Rogers, Major Hicksen und Captain Picken bestand, durchgeführt. 

Die Polen übten bald eine Terrorherrschaft sondergleichen gegen die deutschen Bauern in der Umgebung aus. 
Aus Wietersheim, aus Frille und allen anderen Gemeinden wurden Hunderte Stück Vieh gestohlen oder 
geraubt, ebenso Lebensmittel aller Art, daneben natürlich Fahrräder und Fahrzeuge jeder Art. Insgesamt wurde 
1949 vom Amt Windheim der Schaden, den die Polen unter britischer Protektion in den sieben Gemeinden 
verursacht haben, mit einem Betrag von 15 Millionen DM beziffert. 

Die deutsche Polizei hatte in den »Polendörfern« keinerlei Befugnis, die deutsche Bevölkerung war gegen 
Belästigungen und Verbrecher macht- und rechtlos. Es fanden zahlreiche Vergewaltigungen statt, 287 
Bandenüberfälle auf Höfe mit Plünderungen, größtenteils trugen die Polen dabei Schußwaffen. Sie 
mißhandelten jeden Deutschen, der ihnen nicht zu Willen war, auf das schwerste. 149 Einbruchsdiebstähle, 529 
Diebstähle wurden verzeichnet und abgesehen von Vieh und Feldfrüchten 462 Fahrräder, 5200 
Kleidungsstücke, 181 Uhren, 38 Kraftfahrzeuge und Bargeld in Höhe von 57 565 Reichsmark geraubt. Von den 



14 Morden, welche die Polen verübten, wurde nur ein einziger aufgeklärt, bei den Diebstählen und 
Raubüberfällen nur ein Bruchteil der Täter gefaßt. 

Die Opfer, die in den Polendörfern unter den Augen der Engländer, welche die Deutschen schutzlos den Polen 
und Russen ausgeliefert hatten, ermordet wurden, waren: 

Die Ehefrau Frieda Bleeke (34), am 9. 4. 1945 durch Russen erschossen -die Ehefrau Henny Gebhardt (31), am 
9.4.1945 durch Russen erschossen -der Arbeiter Heinrich Krumme (42), am 22. 4.1945 durch Polen erschossen; 
er hinterließ die Gattin und 4 Kinder - die Ehefrau Sophie Schäkel (48), am 1. 5.1945 durch Polen erschossen - 
die Ehefrau Sophie Limbach (55), am 
-321- 

16.7. 1945 durch Polen erschossen; sie hinterließ den Gatten und 3 Kinder - der Zimmermeister Friedrich 
Rodenbeck (58), am 2. 8. 1945 von Polen tödlich verwundet; er hinterließ die Gattin und 2 Söhne - der Arbeiter 
Wilhelm Diekmann (55), am 16. 8. 1945 von Polen tödlich verwundet; er hinterließ die Gattin und 3 Kinder - 
der Altenteiler Landwirt Hermann Lange (78), am 22. 8. 1945 durch Polen ermordet - der Seemann Wilhelm 
Peek (52), am 27. 8. 1945 von Polen ermordet; er hinterließ die Gattin und eine Tochter -die Ehefrau 
Wilhelmine Lange (52), am 28. 8.1945 durch Polen ermordet; sie hinterließ einen Sohn - der Landwirt Christian 
Witte (41), am 28. 8. 1945 von Polen ermordet; er hinterließ die Gattin und eine Tochter - der Tischler Wilhelm 
Bicknese (50), am 3. 10.1945 von Polen erschossen; er hinterließ die Gattin und 2 Kinder - der Landwirt 
Friedrich Völker (24), am 28. 3. 1946 von Polen ermordet - der Viehkaufmann Reinking (23), am 5. 3.1948 
durch Polen erschossen. 

Heinz Scholz berichtet über das »Zusammenarbeiten« zwischen Engländern und Sowjetrussen wie folgt: 
»Meine Heimatstadt ist Wismar an der Ostsee. Am 8. Mai 1945 rückten von Rostock die Russen bis an die 
Stadtgrenze vor, die Westalliierten besetzten die Stadt von Schwerin und Lübeck her. An der östlichen und 
südöstlichen Stadtgrenze verlief die Demarkationslinie zwischen Russen und Engländern; 
die Stadt selbst war im Kommandobereich der Engländer. Um die Mittagsstunde, es mag zwischen 12 und 13 
Uhr gewesen sein, dieses schrecklichen Tages wurde mein Vater, Heinrich Scholz, Augenzeuge folgender 
entsetzlicher Begebenheit: Vom Dornier-Flugplatz her, der mit seinen vielen großen Flughallen weit 
ausgedehnt entlang der Wismarschen Bucht lag, kam eine letzte Gruppe von 4 oder 5 deutschen 
Luftwaffensoldaten angefahren. Als diese Gruppe auf der Dornierbrücke angekommen war, kam ihr eine 
englische Einheit, auch motorisiert, es sollen Soldaten der sogenannten "Roten Teufel" gewesen sein (Ka- 
nadier?), entgegen. Die englische Einheit hielt auf der Straße in Höhe der Garagen am Seegrenzschlachthaus 
(damals gab es an dieser Hafenstraße nur ein zum Seegrenzschlachthaus gehörendes Wohnhaus für das 
Verwaltungs- und Kantinenpersonal des Schlachthofes), Mein Vater, der von unserem am Haff-Feld gelegenen 
Garten kam, befand sich in diesem Augenblick in Höhe der britischen Einheit, aber auf der anderen 
Straßenseite. Von da bis zur Dornierbrücke sind es 40 bis 50 Meter. 

Als die deutschen Soldaten die Briten gewahrten, hielten sie an, stiegen aus und gingen unbewaffnet und nicht 
umgeschnallt auf die auf ihrem Fahrzeug im Anschlag liegenden Engländer zu. Die Arme hatten sie nicht 
erhoben, sondern ungezwungen herabhängen. Sie lachten. 

Nach wenigen Schritten bekamen sie Feuer aus Maschinenpistolen. Die deutschen Soldaten brachen zusammen 

und blieben liegen. Drei Briten gingen 

-322- 

dann auf die Toten zu und warfen sie die Böschung neben der Straße hinunter. 

Als mein Vater die Hände rang angesichts dieses Mordes und aufschrie, lachten die am Fahrzeug gebliebenen 
Engländer laut auf, und einer rief ihm zu: 
"Geh nach Hause, Opa, das ist unser Krieg!«« 

Die Deutschen waren einfach vogelfrei. Für jedermann! Sogar für die Dänen! 

Hugo Patzner berichtet über ein Geschehen in Dänemark, sieben Monate nach dem Waffenstillstand: 
»Mit größter Wahrscheinlichkeit war es am 19.12. 1945, als mein letzter Kompaniechef, Oberleutnant Martin, 
zu diesem Zeitpunkt Transportleiter von deutschen Luftwaffensoldaten unter R. A. F. control (eingefrorenes 
Personal) vom Flugplatz Vaerlose (Seeland/Dänemark) mit der dänischen Staatsbahn nach dem Auffanglager 
Nordtorf bei Neumünster (Schleswig-Holstein) in Marsch war. Wir konnten ungefähr 150 oder auch mehr 



deutsche Soldaten gewesen sein und hatten auf englische Anordnung freies Geleit, waren also ohne englische 
Begleitung in voller Disziplin unterwegs. 

Am Grenzbahnhof Tinglev wurden wir plötzlich unsanft geweckt. Es war inzwischen schon Mitternacht, als wir 
von dänischem Militär mit Maschinenpistolen aus den Waggons gejagt wurden. Auf dem kleinen 
Bahnhofsvorplatz fanden wir uns in Reih und Glied wieder und mußten anschließend einzeln durch 
Filzkommandos. Diese waren, wie wir nachher feststellten, speziell auf Dienstgrade ausgerichtet. Im einzelnen 
darüber zu berichten würde zu weit führen, und es ist auf Grund dieser Tragik überhaupt nicht erwähnenswert. 
In dieser Nacht wurde Oberleutnant Martin in einem Dienstraum des Bahnhofes, im Beisein von zwei 
dänischen Offizieren und Soldaten, von einem dänischen Polizisten aus drei Meter Entfernung mit der 
Dienstpistole grundlos in den Bauch geschossen. Wir waren alle vor dem Bahnhof und harrten der Dinge, als in 
unseren Reihen nach einem Sani und Verbandszeug gefragt wurde. Im allgemeinen Gemurmel habe ich vom 
direkten Vorfall nichts wahrgenommen. Nach einiger Zeit kam auf den kleinen Bahnhofsplatz ein dänischer 
Sanka gefahren, welcher in einigen Metern Entfernung neben dem erleuchteten Weihnachtsbaum hielt und die 
Besatzung mit einer Trage in das Bahnhofsgebäude ging. Gleich darauf kam ein Oberfeldwebel von unserem 
Transport (den ich nicht kannte) und rief laut zu uns, daß Oberleutnant Martin von einem dänischen Polizisten 
aus drei Meter Entfernung niedergeschossen wurde, well er von dem dänischen Oberleutnant verlangt hätte, mit 
der englischen Kommandantur zu sprechen. Wir wären englische Gefangene und keine dänischen; das war an- 
scheinend Grund genug, einen deutschen Offizier niederzustrecken. 

Der Sanka und seine Besatzung waren nicht von der dänischen Wehrmacht, denn sie trugen dunkelblaue 
Uniformen. Als man Oberleutnant Martin in den Sanka trug, schritten zwei dänische Offiziere und der dänische 
Polizist gemach- 
-323- 

liehen Schrittes und scheinbar zufrieden hinterher, bis zu ihren Soldaten, -welche uns umstellten. Beim Anblick 
dieser drei Helden riefen wir alle laut "pfui", bis uns die dänischen Soldaten mit dem Zuruf "holts Keff ' und 
dem Durchladen ihrer Maschinenpistolen klarmachten, zu welcher Handlung sie fähig sind. Wir waren 
daraufhin ruhig, weil wir unsere Heimat wiedersehen wollten. 

Als wir in Nordtorf ankamen, hat der stellvertretende Transportleiter diesen Vorfall der englischen Dienststelle 
gemeldet. 

Wir haben aber nie mehr etwas von Oberleutnant Martin gehört. Oberleutnant Martin war ungefähr 30 Jahre alt, 
ein aufrechter und kameradschaftlicher Offizier; er stammte aus Berlin. Meine Ausführungen kann ich von 
mindestens drei Zeugen bekräftigen lassen.« 
-324- 

Die Verschwörung des Schweigens 
Wann endlich wird sie gebrochen? 

Leider bin ich nicht in der Lage, über das sicherlich aufwühlende Erleben deutscher Kriegsgefangener in der 
sowjetischen Gefangenschaft zu berichten. Die amtlichen Stellen haben bis zur Stunde die Erlebnisberichte der 
Kriegsgefangenen, die jahrelang sorgsam zusammengetragen und gesichtet wurden, nicht freigegeben. 
In sowjetische Kriegsgefangenschaft gerieten 3 800 000 deutsche Soldaten. Mit Sicherheit sind über 1 200 000 
deutsche Soldaten in der sowjetrussischen Gefangenschaft zugrunde gegangen. Wie die Sowjetrussen auch 
1945 noch ihre Gefangenen behandelten, geht aus einem Brief vom 24. Juni 1946 von Elfriede Lange an August 
Graf de la Rosee hervor. 

Elfriede Lange beobachtete mit ihren Eltern am 16. März 1945 vom Fenster des Anwesens, das die Deutschen 
auf Befehl der Russen nicht verlassen durften, gegen 1 1 Uhr einen Elendszug deutscher Gefangener in einer 
Stärke von etwa 45 bis 50 Mann, die sich auf der Straße, eskortiert von russischen Posten, dahinschleppten. 
Die jungen Soldaten, die beinahe wie Greise aussahen, waren völlig zerlumpt und barfuß. 
Was nun geschah, schildert Elfriede Lange folgendermaßen: 

»Am 16. 3.45 morgens gehen etwa 50 deutsche Kriegsgefangene durch mein Heimatdorf. Kurz hinter dem 
Dorf, so hat mir Ihr Sohn später erzählt, läßt der russische Posten haltmachen. Er sagt, die acht 
Leichtverwundeten, zu denen auch Ihr Sohn gehört, sollten zurückbleiben, da sie gleich mit dem Wagen 



gefahren würden. Plötzlich nimmt der Posten die Maschinenpistole und erschießt die acht Mann. Sieben sind 
sofort tot, während Ihr Sohn schwerverwundet unter den Leichen liegen bleibt, bis die Russen sich entfernt 
haben. Da kommt er auf das Gehöft meines Vaters gelaufen. Wir bringen ihn in ein Zimmer in ein Bett. Da 
kommen wieder die Russen und halten eine Frauenjagd. Vater war verschleppt, kam aber wieder zurück, Mutter 
und ich mußten türmen. Als wir nach zwei Stunden wieder ins Haus schlichen, stand ein Posten an dem Bett. 
Wir durften ihn nicht verbinden. 

Ihr Sohn hatte einen Bauchschuß. In den Kämpfen südlich Köslin war er leicht am Bein verwundet worden, und 

zwar am 12. 3. 45. Diese Verwundung 

-325- 

war bestimmt nicht schlimm. Am Abend erst kamen zwei russische Ärzte und haben ihn verbunden. Sie sagten 
uns, daß Ihr Sohn nur noch Stunden leben würde, was man auch schon deutlich sah. Mit den Ärzten ging 
endlich auch der Posten fort. Ihr Sohn sagte: "Ich glaube, ich werde bald wieder gesund, dann seh ich meine 
Mutti wieder." Er bat um eine Zigarette, die ich ihm auch gab. Dann erzählte er aus seinem Leben, von seiner 
Heimat. Dann verließ ihn das Bewußtsein. Er rief nach der Mutti und dem Vater. Auch von einer Gudrun hat er 
gesprochen. Etwa 23.30 Uhr ist er dann eingeschlafen. Am nächsten Morgen haben die Russen befohlen, daß 
Ihr Sohn hinter den Wirtschaftsgebäuden meines Vaters begraben wurde. Ihn auf den Friedhof zu bringen 
wurde nicht erlaubt. Was sich in seinen Taschen befand, wurde von den Russen mitgenommen. 
Als später die Polen kamen, habe ich ihnen das Grab gezeigt, damit sie diese Stelle nicht bebauen sollten. Wenn 
wir wieder zurück in die Heimat dürfen, werden wir das Grab pflegen, wie es sich für einen deutschen Soldaten 
gehört. 

Wenn Sie vielleicht die Gegend wissen wollen, in der Ihr Sohn ruht! Das Dorf heißt Alt-Quetzin. Es liegt 12 
Kilometer östlich Kolberg und 6 Kilometer von der Ostsee entfernt. 

Ihr Sohn ist in den Tagen gefallen, in denen wir Furchtbarstes erlebt haben, denn wir lagen unmittelbar hinter 

der russischen Front, als Kolberg beschossen 

wurde.« 

Diese Dokumentation wurde mit Polen begonnen und soll auch mit Polen enden. 

In Lamsdorf bei Oppeln mußten 7500 Deutsche unter gräßlichen Qualen sterben. Nur 200 der Lamsdorfer 
Deutschen überlebten. 

Am 23. April 1964 veröffentlichte die mutige Zeitung »Unser Oberschlesien« einen Bericht des Totengräbers 
von Lamsdorf, den der frühere Lagerarzt Dr. Heinz Esser ergänzte. 
Der Totengräber von Lamsdorf berichtet: 

»Um in das polnische KZ-Lager Lamsdorf zu kommen, genügte es, wenn man Deutscher war. Bei der 
Vernehmung wurde so lange geprügelt, mit Bleikabeln, Übungshandgranaten, ledereingefaßten 
Eisenbahnhalteketten und mit anderem mehr, bis jeder einzelne zugab, einer NS-Organisation angehört zu 
haben. Im Lager waren ca. 7800 Personen. Die Lagerstärke war im Schnitt 2500 Personen, vom Kind in der 
Wiege bis zum Greis am Rande des Grabes. Die Lagerinsassen waren nach Geschlechtern getrennt. Die Jungen 
waren bis 10 Jahren, die Mädchen bis 14 Jahren bei den Müttern In den Baracken. Die Jungen von 10 bis 14 
Jahren waren auf einer Stube zusammengefaßt. Ab 14 Jahren 
-326- 

waren die Jungens auf Männerbaracken verteilt und mußten Männerarbeit verrichten. Die Baracken waren 
Wehrmachtsbaracken. Während des Krieges war dieser Barackentyp mit 7 Doppelbetten belegt. Im Lager 
waren diese mit 18 Doppelbetten belegt, teilweise das Bett mit zwei Personen. Eine körperliche Sauberhaltung 
war unmöglich. 

Ich kam am 14. 9. 1945 mit 63 Männern und 15 Frauen in das Lager. Hein Max wurde bei der Aufnahme in das 
Lager blutig geschlagen, von zwei Posten hinter eine Baracke gestoßen und dort erschossen. Die Posten 
bekamen dafür eine Rüge, für Nazischweine ist eine Kugel zu schade, sie müßten erschlagen werden wie die 
Ratten. Langer, Johann, trug einen schwarzen Vollbart. Deswegen wurde er mit dem Bart in den Schraubstock 
geklemmt und mit Eisenstäben erschlagen. Sie sprangen um ihn herum wie die Wilden mit dem Gebrüll: 



"Du Jud! Du Judas!" 

Böhm, Willi, trug eine außergewöhnlich starke Brille, und deshalb wurde er zusammengeschlagen und mit dem 
Seitengewehr mehrmals in die Brust gestochen. Ein Landgendarm aus dem Kreise Falkenberg wurde 
zusammengeschlagen. Zwei Kameraden mußten ihn an den Beinen packen und ca. 300 Meter im Trab über die 
Erde schleifen, dann wurden ihm die Kleider in Brand gesteckt. Ich habe bis dahin noch kein Todeslager, weder 
von Tier noch Mensch, so zerwühlt gesehen, wie von dieser gequälten Kreatur. Solche Beispiele könnte ich 
noch viele anführen. 

Früh um 6 Uhr war Wecken. Unsere Notdurft mußten wir während der Nacht auf dem Eimer machen. Die 
Stuben waren von außen geschlossen. Nach dem Wecken wurden wir geschlossen stubenweise zur Latrine 
geführt. Wenn wir zurückkamen, haben wir uns gewaschen, es stand eine Waschschüssel für die ganze Stube 
zur Verfügung. Die Hände naß machen und einmal durchs Gesicht fahren, das war die ganze Toilette, die wir 
machen konnten. Zum Rasieren stand für eine Stube ein Rasierapparat, eine verbrauchte Klinge von den Posten 
in einer Woche zur Verfügung. Von sanitären Einrichtungen war bis zum April 1946 keine Spur im ganzen 
Lager zu finden. Ungeziefer hatten wir keines, sondern das hatte uns. 

Ich habe die Toten beerdigt, bei denen die Läuse die Knochen um die Halskrause, die Fuß- und Handgelenke 
bloßgelegt hatten. Die Läuse saßen dann fast 1 cm dick übereinander. Das Blut haben diese Quälgeister restlos 
ausgesaugt. Wer länger im Krankenrevier ohne Temperatur im Bett lag, ohne etwas gegen das Ungeziefer zu 
tun, den haben die Läuse, Wanzen und Ratten bei lebendigem Leibe aufgefressen. Um 7 Uhr war Appell. 
Stubenweise mußten wir in Doppelreihe antreten. Es mußte polnisch abgezählt werden. Wer das nicht konnte, 
wurde geschlagen und getreten, mit Vorliebe in die Geschlechtsteile. Nach dem Appell wurde Frühsport 
gemacht, nicht zur Ertüchtigung des Körpers, sondern um zu schikanieren. Man ließ uns robben und Liegestütz 
ma- 
-327- 

dien. Wer nicht recht mitkonnte, wurde totgetreten. Während des Appells hatten wir regelmäßig früh und 
abends mindestens je vier Tote. Die Feldarbeiten wurden regelmäßig von den Lagerinsassen ausgeführt. 
Sämtliche Geräte, die zur Feldbestellung gehörten, wurden von Männern und Frauen gezogen, acht Personen 
gleich ein Pferd. Oftmals ging es im Trab, dazu gab es Schläge. Brach einer infolge Entkräftung zusammen, 
wurde er erschossen. 

Bei der Rückmeldung im Lager hieß es, so und soviel auf der Flucht erschossen. Der Posten wurde dafür gelobt. 
Am 15. 9.1945 ist ein Kommando von 18 Männern 3 Kilometer weit in einem schweren Wagen gefahren, um 
einen Transformator zu klauen. Zurückgekommen sind 12 Männer, die vom Tode gezeichnet waren. Ich habe 
da ca. 400 Tote beerdigt. Die Gesichtszüge der 12 Männer habe ich später nur noch bei Sterbenden gesehen. Es 
gab da auch ein Krankenrevier, sprich Todeskammer. Die Krankenstube war mit 24 Betten belegt. Dafür stand 
eine Pflegerin zur Verfügung, die die Stube sauberhalten, Essen und Wasser holen mußte. Das Holz mußte sie 
selber hacken. 

Für die individuelle Betreuung des einzelnen blieb keine Zeit mehr. Wer dort nicht über einen gesunden 
Organismus verfügte, der ist nicht mehr. Als im Winter 45/46 der Typhus grassierte, waren bei einer 
Lagerstärke von 2000 Personen 20 Tote am Tage keine Seltenheit. Oft wurde ein Bett am Tage zweimal belegt. 
Der Strohsack war oft verfault. Dies störte nicht. Im Gegenteil, es förderte ganz erheblich die Sterblichkeit, 
denn das Lager wurde ja nur zur Vernichtung der Deutschen eingerichtet. 

Für den Lagerarzt Herrn Dr. Esser war es ein Martyrium, durch das Krankenrevier zu gehen, er sah die kranken 
und entkräfteten Menschen liegen und konnte ihnen nicht helfen. Es ist vorgekommen, daß internationale 
Hilfsorganisationen für das Lager Medikamente spendeten. Diese wurden vor den Augen des Arztes zerstört. Ist 
ein Mißhandelter zum Arzt zum Verbinden gegangen und sagte er, woher er die Verletzungen hatte, wurde er, 
vor den Augen des Arztes, von den Posten erschlagen oder erschossen. Die Polen, welche der Arzt behandeln 
mußte, waren größtenteils geschlechtskrank. Die Verpflegung bestand aus zwei bis drei Kartoffeln und mittags 
aus Wasser, ohne jegliche Zutaten, abends aus Erikatee, in dem die Ratten ihr Wochenbett gehabt hatten. Im 
Herbst 45 gab es jeden 2. bis 3. Tag eine Scheibe Brot. Im Winter gab es kein Brot, ab April 46 gab es täglich 
250 g Brot. Ich habe vom 14. 9. bis 8. 11.45 nur von der Lagerverpflegung gelebt. Den Angehörigen war es 
später gestattet, Essen in das Lager zu bringen. Aber das reichte bei weitem nicht aus. Es war für die 



Angehörigen immer ein Spiel mit dem Leben. So wurde z. B. Frau Nolte aus Rogau im Winter bis auf die 
Unterkleidung ausgezogen, geschlagen und vergewaltigt. 

Zu den Feiertagen gab es grundsätzlich überhaupt nichts zu essen. Der Tod war unser treuester Begleiter. 

Trauen konnte man keinem Menschen. Denn 

-328- 

für ein Stück Brot ist mancher zum Verräter geworden. Wer die Hölle von Lamsdorf lebend überstanden hat, 
der ist an Leib und Seele gebrochen. Darüber berichten heißt erleben. Die Herren Ärzte und Sozialrichter, die in 
Versorgungsangelegenheiten der Überlebenden vom Lager Lamsdorf negativ aus Unwissenheit entscheiden, 
setzen gewissermaßen das begonnene Vernichtungswerk der Polen fort. 

gez. Josef Thiel« 

Nachsatz: 

1. Thiel hat in schlichter Art nur einen kleinen Teil der wirklichen Vorgänge aus eigenem Erlebnis ohne 
Aufforderung geschildert. 

2. Die Schilderung entspricht den Tatsachen. 

3. Max Hein wurde vor meinen Augen angeschossen, bis ich mich vor ihn stellte. Nachher wurde er durch 
Bajonettstiche (7 Stiche in den Brustkorb und in den Unterleib) erstochen. 

4. Langer, Johann, der mit seinem Bart in einen Schraubstock eingeklemmt wurde, habe ich 2 Stunden später 
hinter einer Baracke aufgefunden. An der Leiche stellte ich zahlreiche schwere Mißhandlungsverletzungen, 
Verbrennungen des Gesichtes und Schädelbrüche fest. 

5. Beim Appell gab es täglich bis zu zehn Tote. Entweder waren diesen die Halsschlagadern eingeschlagen 
oder zerrissen oder die Eingeweide eingetreten worden. Oft stellte ich nachher offene Bauchdecken fest, aus 
denen die Eingeweide herausragten. 

6. Die meisten Todesursachen waren entweder Tod durch Mißhandlungen, infolge Aushungerung, Erstickung 
der Lebendbegrabenen oder Erschießungen. 

7. Thiel war von den polnischen Partisanen als Totengräber eingesetzt und hat körperlich und seelisch 
Unvorstellbares erlebt. Er gehört zu denjenigen Überlebenden, deren Mißhandlungs-Erlebnisse und 
Aushungerungsfolgen von Amtsärzten und Sozialgerichten nicht gewürdigt werden. 

8. Aus dem Lager Lamsdorf sind nur wenige mit dem Leben davongekommen. In diesem Lager fand ein 
Massenmord statt, der in der Weltgeschichte hinsichtlich seiner Brutalität einzig dasteht und so scheußlich 
war, daß er in der Phantasie nicht ausgemalt werden kann, weil die Folterungen und Tötungen in ihrer 
grausigen Wirklichkeit jede menschliche Vorstellungskraft überschreiten. 

9. 19 Jahre danach habe ich pflicht- und verantwortungsbewußt getreu meinem ärztlichen Eide Gutachten über 
Lebende dieses Lagers ausgefertigt, die sowohl dem Richter als auch dem amtlichen ärztlichen Gutachter 
ein objektives Bild für die Beurteilung abgeben sollen, welches leider noch vielen unglaublieh vorkommt, 
da es einmalig ist und sehr oft die Schilderungen deutscher KZ-Lager hinsichtlich sadistischer Grausamkeit 
übertrifft. 

Die Frage an das Weltgewissen lautet immer noch, wann wird die Bundesregierung die dokumentarisch 
erwiesenen und historisch begutachteten Vorgänge für die Welt veröffentlichen, damit Unrecht gegen Unrecht 
aufgewogen werden kann? 

Dr. med. Esser, Braunschweig 
ehem. Lagerarzt von Lamsdorf« 

Damit habe ich einem Mann, der die alliierte Rache und ihre ganze Grausamkeit selbst bis zur Neige auskosten 

mußte, das Schlußwort für die ganze Dokumentation gegeben. 

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-Ende -